Beiträge von Zwiebel

    Dekoratives Anführungszeichen

    Man sollte sich auch immer wieder vor Augen führen, dass das Humbold-Forum nicht das Berliner Stadtschloss ist, sondern ein Neubau mit einer aufwändigen Fassadenrekonstruktion. Ich finde es daher schwierig zu sagen, dass das Umfeld nun dem Humboldforum in seiner barocken Haut folgen muss.

    Der Neumarkt in Dresden oder der Alte Markt in Potsdam bestehen auch weitgehend nur aus Fassadenrekonstruktionen, hinter denen sich moderne Gebäude verbergen. Trotzdem hat man hier mehr stadtplanerisches Feingefühl und käme wohl kaum auf die Idee, die Platzflächen modernistischen Landschaftsarchitekten zu überlassen, deren Haupt-Talent darin besteht, quadratische Betonguss-Beete zu kreieren, graue Steine zu verlegen und Minimalismus und Phantasielosigkeit als den großen Wurf zu verkaufen. Ebenso wären hier voluminöse Baumflächen undenkbar.

    Im konkreten Fall des Berliner Schlossplatzes kommt hinzu dass die Verantwortlichen heute kein Gespür mehr dafür haben (Bildungsnotstand? Ideologie?), dass die Berliner Mitte (Östliche Linden, Schloss- und Museumsinsel) eine städtebauliche und künstlerische Einheit waren und sind. Aus gutem Grund hat man den von den Nazis verschandelten Lustgarten in den 90ern nach Schinkels Vorbild rekonstruiert, und alle modernistischen Experimente (Vorschläge gab es zuhauf) abgeblockt. Man mag eine "konservative" Gestaltung des Schlossplatzes als Sünde ansehen, gleichwohl würde man die Fassaden Schlüters damit städtebaulich angemessen integrieren und würdigen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Das Problem ist hier nicht das Prinzip, dass begrünt wird, sondern nur der konkrete Entwurf. Auf dem Rendering sieht man eben nicht beschnittene Bäume, sondern wild wachsende.

    Vollkommen richtig. Es geht hier um eine dem Kontext angemessene Begrünung, und daran mangelt es deutlich erkennbar. Man hat vielmehr den Eindruck, dass auf dem Schlossplatz um jeden Preis und regelrecht "ausufernd" (in Volumen und Höhe) begrünt werden soll, und dafür wird dann gerne das "Klima" als Alibi herangezogen.

    Architektonisch herausragende bzw. ikonische Bauwerke haben es vierdient, dass ihre Architektur ohne optische Barrieren wahrgenommen werden kann. Wenn man sich auf solche Selbstverständlichkeiten nicht einigen könnte, dann müsste man auch das Holstentor, den Reichstag, den Zwinger oder die Fassaden am Römer und Prinzipalmarkt für die "Verbesserung des lokalen Klimas" hinter Bäumen verschwinden lassen. Eigentlich eine absurde Vorstellung, die aber auf dem Schlossplatz leider voll zum Tragen kommt.

    Aus dem Foto der Umgrenzungsmauer als auch ausgehend vom Render von BBZ Landschaftsarchitekten lässt sich schon jetzt klar sagen, dass die geplante Bepflanzung deutlich den Rahmen des Sinnvollen sprengt. Von einer Steinwüste zu einem kleinen Wald, von einem Extrem ins andere. Nichts spricht gehen einen grüneren Schlossplatz, aber man hätte bei der Planung im Hinblick auf die herausragenden Barockfassaden von Andreas Schlüter weitaus weitaus behutsamer und dem Kontext angemessen vorgehen sollen, oder sich schlicht am Zustand vor 1945 orientieren sollen.

    Leider muss man den Eindruck gewinnen, dass die Stiftung Humboldtforum unter dem Schlossgegner Hartmut Dorgerloh alles daran setzt, die Schlossfassade so schnell wie möglich optisch hinter Bäumen verschwinden zu lassen. Diese Vermutung wird auch untermauert durch die Realitäten an der gegenüberliegenden Lustgartenfassade, wo Birken fleißig in die Höhe wachsen, schon jetzt die Fassade z.T. verdecken und ein Rückschnitt offenbar nicht geplant ist.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die AFD ist ein tiefst rassistischer Dreckshaufen. Vom Verfasungsschutz überwiegend als demokratiefeindlich eineingeschätzt. Die Linke auch? Und du kannst CDU Politiker verstehen, die mit dem gärigen Haufen kungeln wollen? Na prost Mahlzeit.

    Wenn die AfD in ihrer Mehrheit ein "rassistischer Dreckshaufen" wäre, wäre sie längst verboten. Außer einigen abartigen Parolen auf Facebookseiten und dem Geschwurbel von Höcke liegt da nichts vor, was solche Pauschalisierungen zulässt.

    Eindeutig demokratiefeindlich ist derzeit die Linke, jedenfalls in weiten Teilen: "Das System überwinden" (=das Eigentum und die Marktwirtschaft in Frage stellen), offener als "Israelkritik" bagatellisierter Antisemitismus, Hass auf die Polizei und Vermieter, zahlreiche Verbindungen ins Clan-Milieu, fließende Verbindungen in den Linksextremismus ("Rote Hilfe"), Hofieren des Islamismus unter dem Label "mehr Toleranz". Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Diese Partei müsste längst vom Verfassungsschutz beobachtet werden und ist offenkundig in der Summe weitaus kritikwürdiger und gefährlicher als die AfD.

    An der Fassade sind dennoch einige Modifizierungen geplant:

    Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von BZ

    Der ursprüngliche Entwurf von den Architekten Ortner und Ortner wird hingegen fortgeführt. Statt der Steinfassade schwebt den neuen Investoren nun aber eine raue Metall-Fassade vor. Darüber sei man mit der Stadt noch in Abstimmung, so Schubert.

    Mit einer "rauen Metallfassade" hätte der neue Turm sicherlich mehr Bezug zum Covivio-Tower und den benachbarten Kisten der Ostmoderne, gleichwohl wird mit der Entscheidung gegen eine Steinfassade gewiss die Eleganz gänzlich auf der Strecke bleiben (die ohnehin durch die "Knochenform" defizitär ist).

    "Die Bauarbeiten starten auf Grundlage der bestehenden Baugenehmigung. Sie läuft nach Tagesspiegel-Informationen Ende 2026 aus. Parallel wird eine neue Genehmigung geprüft. Die Baufirma Porr, die bereits den unterirdischen Teil des Hauses realisiert hat, nimmt die Arbeiten wieder auf."

    Was muss denn da noch neu genehmigt werden, wenn es doch eine (noch) bestehende Baugenehmigung gibt, auf deren Grundlage nun mit der Realisierung begonnen wird?

    Wie stehen die Chancen, dass das Hines-Hochhaus wirklich gebaut wird? Auch wenn der Senat kürzlich den Bebauungsplan beschlossen hat, fehlt ja noch die finale Absegnung durch das Abgeordnetenhaus. Und hierbei haben sich ja die parlamentarischen Mehrheiten fundamental verändert, und dass der Partei Die Linke das „bourgeoise“ Hochhaus ein Dorn im Auge ist, ist ja hinlänglich bekannt. Falls der neue Senat versuchen sollte die Höhe zu reduzieren oder irgendwelche „Sozialwohnungen“ hineinzuverhandeln wird der Investor vermutlich abspringen... Wie sieht eure Prognose aus?