Wilhelmstraße - Plattenbaumoderne vs Neubebauung

  • Zur Zeit wächst die Bevölkerung wieder, zwar nur leicht, 3000 in 2021, aber das hängt ja nur mit der Corona-Krise zusammen, als mehrere Monate die Bürgerämter zu hatten, außerdem muss man Berlin und den Spexkgürtel zusammen sehen und da wächst der Raum weiter ziemlich stark...

  • Die Erdgeschoßzone finde ich klasse. Aber die Fernwirkung ist wirklich nicht so toll :(


    Wer weiß: Vielleicht wird sich das Bild noch stark verbessern, wenn die Gerüste weg und unten Geschäfte drin sind.


    Insbesondere das verbleibende Gerüst mit den Containern davor stört nämlich gerade sehr die Symmetrie der Fassade.

  • Ich finds leicht besser als erwartet, bzw. weniger schlimm. Der Stein sieht angenehm aus und je näher man dem Haus kommt, desto besser wirds. Auch die Fernwirkung a la Kallax Regal haben sie ein wenig in den Griff bekommen, bzw. durch die angedeuteten vertikalen "Türmchen" in der Fassade entschärft. In der Summe ist das aber immer noch ein zu langer Riegel. Hier hätte man zwei Gebäude bauen- oder ein Gebäude mit zwei Fassaden errichten müssen.

  • Angesichts der Lage eine überraschend phantasielose maximale Ausnutzung des umbaubaren Raum - zumindest sieht es danach aus - bei gleichzeitiger Minimierung der Kosten für die Fassade - zumindest gegenüber den ersten Entwürfen. Sehr schade, dass an so einer Stelle nicht mehr ging - aber vielleicht auch - für die Hunderttausenden von Touris, die das ab jetzt jedes Jahr sehen - ein durchaus repräsentativer Stellvertreter für das, was Berlins Baukultur heutzutage eben nun mal ausmacht.

  • Dem "Regal" fehlt meiner Meinung nach eine aufwertende Dachgestaltung.


    Wenn keine Hochhauspläne entlang der Spree "verfolgt" werden würden, wäre "The Wilhelm" wahrscheinlich die langsamste, privatwirtschaftliche Baustelle in Berlin.

  • ... kann mich leider nicht anfreunden mit diesem Vierkantbolzen. Kein Wunder, dass die Leute meinen, das wäre "Die Moderne" und gehört beendet.

    Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit 'Moderne' kontemporäre Architektur der letzten 75 Jahre gemeint. Das hier ist genau das und genau das gehört endlich beendet. Wobei noch anzumerken ist dass dieser Vertreter noch äußerst hochwertig daherk kommt.


    Furchtbar.

  • ^Ich finde es (ergänzend) auch immer relativ belustigend, wie moderne Architekten dann versuchen einfach nur mit der Materialität "hochwertige Architektur" anzudeuten. Merke: Wohnungsbau in Berlin im Vorort = Plattenbau / Wohnungsbau in zentraler Lage = Plattenbau mit größeren Fenstern / Wohnungsbau in absoluter Top-Lage in Berlin = Plattenbau mit höhwertigem Material.


    Der Leser möge Ironie verstehen.

  • Wenn keine Hochhauspläne entlang der Spree "verfolgt" werden würden, wäre "The Wilhelm" wahrscheinlich die langsamste, privatwirtschaftliche Baustelle in Berlin.

    Das hängt wohl mit den zwischenzeitlich wirtschaftlichen Problemen des Investors zusammen. Nach einem Veräußerungsprogramm das vor kurzem abgeschlossen wurde scheint nun aber wieder mehr Cash vorhanden zu sein um die eigenen Projekte voranzubringen (Meldung Spon).

  • Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit 'Moderne' kontemporäre Architektur der letzten 75 Jahre gemeint.

    Ja, wir sind hier aber in einem Architekturforum - und hier kann es zu erheblicher Verwirrung führen, wenn man die Moderne und zeitgenössische Architektur durcheinanderwürfelt. Sie sollten also unterscheiden. Es sei denn, es geht ihnen bloß um Feindbildpflege.

  • Das hängt wohl mit den zwischenzeitlich wirtschaftlichen Problemen des Investors zusammen. Nach einem Veräußerungsprogramm das vor kurzem abgeschlossen wurde scheint nun aber wieder mehr Cash vorhanden zu sein um die eigenen Projekte voranzubringen (Meldung Spon).

    Das passt. Denn The Wilhelm ist nicht das einzige Projekt des Entwicklers, was steht. Eigentlich fast alle.

  • Die Perspektive mit den Stelen und dem sog. Palais hat schon etwas leicht Surreales. Diese sich über 2 Hektar erstreckende kalte, beige/graue, quadratisch-hartkantige Stadtlandschaft mit ein paar verirrten Bäumen ist nichts für mich. Immerhin weiß man, dass südlich und westlich davon eine aufgelockerte Bebauung steht bzw. der Tiergarten mit reichlich Grün ein scharfen Kontrast bildet.


    Dabei zeigt die östliche Seite des Palais mit den ausgebildeten Seitenrisaliten und leicht rückgesetzten Staffelgeschossen, dass mit gleicher Fassadengestaltung eine weniger strenge Fassung des Mahmals möglich gewesen wäre. Schade.

  • Ich war heute auf Sebastian Treese’s Website und habe in der Projektliste einen neuen Eintrag gefunden, nichts geringeres als die Adresse

    Wilhelmstraße 56.


    In der Galerie-Ansicht und Listenansicht am Desktop ist das Projekt nicht zu finden, nur auf der mobilen Version in der Listenanzeige.
    Da es als „Development“ angegeben wird und nicht als „project study“, wird es sich auch nicht um einen verworfenen Entwurf handeln - es muss also aktuell sein. Plant der Investor möglicherweise einen neuen Entwurf umzusetzen? Vor allem weil derzeit die Bautätigkeit zum Erliegen gekommen ist, könnte tatsächlich eine Neuplanung dahinterstecken.


    https://www.sebastiantreese.de/projects


    Edit: Kurze Ergänzung - Wilhelmstraße 56-59 ist die Adresse des Projektes „The Wilhelm“, welches ursprünglich von Patzschke Architekten entworfen werden sollte.

  • Bei mir steht da auch in der mobilen Ansicht nichts, auch nicht unter Liste. Aber toll wär's natürlich. Der Patzschke ist ja nicht das Gelbe vom Ei. Bei Treese kann man da schon deutlich mehr erwarten.

  • Faszinierend.


    Schon vor einem Jahr, als Sebastian Treese endlich seine Seite startete, ist mir aufgefallen, dass in der "About" folgendes steht:

    "Furthermore, an ongoing collaboration with Robert A.M. Stern Architects for a villa in Berlin Grunewald and a large residential project in the center of Berlin has proven to be a formative encounter with a highly respected role model."


    Bei der Villa handelt es sich um dieses Projekt: https://www.sebastiantreese.de/projects/gri


    Und "large residential project in the center of Berlin" würde bei der Wilhelmstraße 56 passen.

  • Viel Spekulation hier. Das Geschehen um die Adler Gruppe entwickelt sich ja immer mehr zu einem Wirecard 2.0. Wenn das Projekt Bestandteil des vor kurzem verkauften Immobilienportfolios war könnte ich mir eine Umplanung eines "bereits in Bau befindlichen Projekts" vorstellen. Aber darüber ist mir nichts bekannt.