Beiträge von Bonteburg

    Ohne zu wissen, dass da überhaupt mal was stand, fand ich das Gebäude spontan sehr elegant. Klinker, interessante Ausformungen, der Kniff mit den verschiedenen Fensterelementen.


    Diese Einschätzung wird sich wohl auch nicht ändern, wenn besagte Bilder hier gepostet werden sollten.

    Ich habe Aldo Rossi gerade gegoogelt und eines seiner Werke steht genau an der selben Kreuzung – und hier fände ich es tatsächlich sehr schade drum, wenn es ähnlich behandelt würde wie das oben besprochene Gebäude.


    Vielleicht fängt ja mit den 80ern und 90ern jetzt gerade der berühmte Effekt an, dass "die guten Vertreter stehen bleiben".


    Zu den 1 Prozent Gebäuden dieser generellen Art/Ära, die ich richtig toll finde, zählt übrigens auch dieses Gebäude in Hamburg:


    https://www.google.com/maps/@5…TuGZKA!2e0!7i13312!8i6656


    (Vogelperspektive lohnt sich auch!)

    Mein Eindruck (Bauform, wenige Fenster an der Seite) ist auch positiv.


    Das Einzige, was ich nicht so mag, ist, dass es verputzt ist.


    Und selbst das könnte sich am Ende als Vorteil für diesen Ort erweisen, da es dessen Eklektizismus entspricht; nach Jahrzehnten der Ödnis entsteht hier so etwas wie eine Ecke, in der jedes Haus total anders ist, sich trotzdem kein negativer "Solitäreffekt" einstellt, und die man mit einigem Recht als "gewachsen" beschreiben könnte.

    Das sieht in der Tat alles sehr interessant aus. Ich hatte es gar nicht mehr so auf dem Zettel.


    Sehr gut, dass der sehr flache Bau des Bezirksamtes durch einen mit auffäliger Höhe ersetzt wird.

    So wächst das zugige Gebiet nordöstlich vom Alex mit dem Bötzowviertel zusammen.

    Interessante Gedanken ganz nach meinem Geschmack! Es stimmt, der Faktor Zeit spielt hier vielleicht die größte Rolle und wird sich an diesem Ort (so mein Gefühl) gut bemerkbar machen.


    (Was natürlich kein Grund sein sollte, sich im Gegenwartskontext nicht engagiert mit Alternativen, Philosophien und Vorlieben in die Stadtplanung einzumischen.)


    Bei Ketten vs. Einzelgeschäften tendiere ich allerdings ganz klar zu Letzteren, einfach weil sie eine Gegend mit – logischerweise – einzigartigen Angeboten bereichern und das für mich schon einen Wert an sich darstellt, ganz gleich, ob sie letzlich mit demselben Wasser kochen wie die große Ketten. Umgeben von bekannten Filialen ist man halt immer ein bisschen "überall" und dementsprechend vielleicht auch ein paar Prozentpunkte gelangweilter.

    Selbstverständlich ist ein Neubau, wenn er sich bewusst auf ein Gebäude einer bestimmten Epoche beruft, sowohl durch deren Probleme als auch durch deren Vorteilen positiv und negativ gespiegelt.


    Und die Qualität der Rekonstruktion (mit, sagen wir, den beiden Extrempunkten "Aus den Originalsteinen zusammengebaut" und "Mit Farbe angesprühte Polyethylen-Elemente"), hat damit nichts zu tun, denn es zählt nur die Intention.


    Das Disneyland-Argument und das "Geschichtlich belastet"-Argument schließen sich also keineswegs aus.

    Finde ich gar nicht. Ja, technisch ist es ein Solitär, aber super eng an den Riegel herangebaut, und den Blockrand macht er auch dicht.


    Für mich hat die neue Situation eher etwas von freistehenden Stadtvillen als dem Bild, dass einem bei "Solitär" einfällt (Aufbrechen der Struktur, Abstandsgrün o.ä.)

    Trotz der nicht umgesetzten Details ein schlicht-eleganter Bau. Gerade an diesem unaufgeräumten Ort ist mir Städtebau auch wichtiger als Architektur, und der ist hier sehr schön gelungen und macht Lust auf mehr (Molkenmarkt).


    Auch das Material wirkt auf mich auf den Fotos nicht besonders billig, "styropor"-mäßig oder so.


    Die kleine Bauform ist, wie angesprochen, auch ein Plus, besonders in einer Stadt, wo unter 50 m Kantenlänge sonst scheinbar nie was geht. Sowas könnte ich mir an vielen anderen Stellen zur Auflockerung der "Körnung" auch vorstellen.

    Rotes Rathaus

    Da will ich gleich zweimal widersprechen. Erstens sehe ich die Bernauer Straße nicht als Boulevard, und dann sind die Entwürfe für mich auch keine Vorstadtarchitektur (dicht an der Straße, öffentlich wirkende Untergeschosse, Klinker wird – wenn auch zugegebenermaßen sehr sparsam – kreativ verwendet).


    Ich würde umgedreht eher sagen: Der Ist-Zustand an der Bernauer Straße wirkt wesentlich banaler als die Neubauten; sprich: sie machen die Ecke urbaner.

    Das gefällt mir richtig gut und erinnert mich in seiner Mischung aus relativ Banalem, der wilhelminischen Säule und gestalterisch anspruchsvollem Landscaping ein klein wenig an den Washington Square (NYC).


    Zu hoffen wäre, dass dann die Friedrichstraße im südlichen Abschnitt auch noch ein bisschen mehr vom kaputten Image wegkommt, so dass der Mehringplatz ein würdiger Anfangs- bzw- Endpunkt des entsprechenden Spaziergangs wird.

    Ich finde die Idee genial und bin mir ziemlich sicher, dass das die Abhängigkeit von Putin und Co. ordentlich drücken wird.


    Freue mich auch persönlich sehr darauf (weil bei mir in der Firma zum Sommer hin die Präsenz-Kultur wieder ein bisschen Einzug halten soll, aber auch, weil ich einfach gerne in Hamburg bin).


    Ich hoffe ehrlich gesagt, dass das (ähnlich wie Pop-Up-Radwege und Home Office der crazy Corona-Zeit) über den aktuellen Anlass hinaus wirkt.


    Wegen mir könnte der ÖPNV auch ganz zum steuerfinanzierten Gut gemacht werden (vulgo: "gratis"). Da gib'ts wesentlich dümmere Sachen für die Geld ausgegeben wird.

    Das wäre relativ schade – habe ich irgendwas verpasst? Für mich sah das noch so aus, als sei es unentschieden.


    NB: Mir würde als Städtebau-Mensch ohne besondere religiöse Ader auch eine rein äußerliche Reko, ggf. mit modernen Elementen à la Humboldt-Forum, total freuen.


    Allerdings könnte ich mir auch vorstellen, dass ein Neubau in kontemporären Stil sehr schön sein könnte. Siehe: Synagoge Potsdam oder House of One – und in Anbetracht der Tatsache, dass Hamburg zur Zeit offenbar ein klasse Gebäude nach dem anderen raushaut.

    Ich musste auch erst an ein Parkhaus denken. :D


    Allerdings liegt das glaube ich hier zu 80 Prozent am Frontal-Render, das die Fensterscheiben irgendwie nicht nicht richtig visualisiert und dafür superdeutlich die Deckenbeleuchtung der Innenräume zeigt.


    Schon die Schrägansicht gefällt mir da wesentlich besser.

    GeorgSchimmel Du bedienst Dich doch exakt der gleichen polemischen, diffamierenden Rhetorik, die Du Anderen vorwirfst.

    Finde ich gar nicht! Es ist ein sehr wichtiger Unterschied, ob man aus lauter frustrierter Geduld und teilweise auch Angst um die freie Gesellschaft irgendwann im Ton schärfer wird oder gar keine Lust mehr hat, sich den Mund fusselig zu sabbeln – oder ob man von vornherein auf der Basis falscher Grundannahmen und/oder bad faith in dieser Liga spielt.


    An dieser Stelle sei auch mal wieder Karl Popper ins Spiel gebracht, der mir, mehr als noch vor, sagen wir, fünf Jahren, in diesem Forum schon relativ häufig im Kopf herumschwirrt:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon


    jan85 Gute Idee mit dem Editieren statt Zitieren!

    Ja ich weiß genau was Du meinst, aber dann müssen wir sozusagen zunächst einmal mehr oder weniger "darüber einig sein, nicht einig zu sein". Meine detaillierten Gedanken dazu wären jetzt auch zu komplex und schwafelig, um hier noch mehr den Thread entgleisen zu lassen....

    Das eigentliche städtebauliche Problem scheint mir hier die andere Straßenseite zu sein.


    Wenn man hier irgendwie eine Kante herstellen könnte (etwa durch eine niedrige Bebauung vor den Hochhäusern, die sich bis zum Bahnhof zieht) hätte die Straße eine gute Breite und der Platz vorm "Neues Deutschland" wäre klar erkennbar und eine wilkommene Abwechslung.

    Ich denke mal, damit ist der Chipperfield am Forum Museumsinsel in Bezug auf das Oro gemeint und würde das unterschreiben.


    Ob das ein bewusstes Zitat ist, weiß ich jetzt natürlich nicht. Aber Im Erleben der Stadt wird es sicher für ein eine schöne stilistische Abrundung sorgen.