Beiträge von Bonteburg

    Ich persönlich habe eher Schiss vor all diesen pupsigen 15-Geschossern.

    Die sind doch (gute Architektur vorausgesetzt) total wichtig für das Raumgefühl in der Stadt! Ich hätte lieber eine gute Durchmischung mit sowas, als wenige gut sichtbare 150m-aufwärts-Prestigeprojekte.

    Waren diese Loggien, die man aus Formensprache-Gründen nicht gemacht hat, Kästen die außen hängen? Ich finde gerade kein Rendering.


    Oder sind Loggien per Definitionem immer nach innen gestülpt?


    Sonst hätte ich gesagt: Warum nicht bodentief sicherheitsverglaste Terrassen nach innen, die keine "Knubbel" in die Wand machen und trotzdem zur Wohnturm-Optik beitragen und bestimmt bei den Mietparteien beliebt sein würden.

    Sehr schön! Warme Farben aus dem Corbusier-Handbuch, Klinker, große Fenster, dezente aber wirkungsvolle Tricks den Kasten interessanter zu machen. Modernist:Innen wie Stuck-Fans und alle dazwischen werden hier ihre Freude dran haben.


    Vom Auffüllen einer traurigen Lücke ganz zu schweigen.


    Steht beim nächsten Berlin-Trip aufm Plan.

    Ich bin seit der Präsi zu einem totalen Fan des Turms geworden. (Ich war zwar nie so dagegen wie manche andere hier, aber fand ihn doch ein bisschen grobschlächtig und, ja, auch ein bisschen wie den oft erwähnten "Hundeknochen").


    Eingeleuchtet hat mir vor allem, dass es so eine Art Weiterdenken der Behrensbauten sein soll.


    Auch die sichtbar verschiedenen Geschosshöhen finde ich ultra-elegant und hatte sie vor dem Video auch noch gar nicht bewusst gesehen. Ich hatte kurz befürchtet, das Baukollegium würde das schreddern.


    Auf die nach Perspektive wechselnde Gestalt, die sich aus dem Schachtelsystem ergibt, bin ich sehr gespannt. Ich musste in Sachen Kubatur fast ein wenig an den Willis Tower Sears Tower denken.


    Die Versatz-Ideen bei Fugen und Fassaden finde ich streckenweise regelrecht genial und das Material läßt auf einen Leucht-Turm hoffen.


    Bezüglich der tongue-in-cheek-Forderung von Regula Lüscher nach einer weiteren öffentlichen Nutzung im oberen Bereich raune ich mal unverbindlich: Dachterasse? kleines Staffelgeschoss-Penthouse mit Umgang? (5 m höher als vereinbart, aber dafür öffentlich, und macht die Form interessanter. Wird alles nicht kommen, aber ich wollte es mal darbieten.

    Berlin ist halt Berlin! Wie Ostkreuzblog neulich so schön sagte: Im Ausland kommt der derzeitige deutsche Stil scheinbar gut an.


    Damit war zwar eher Kubatur und Gestaltung gemeint als Höhe, aber doch generell eine Art Zurückhaltung.


    Überraschen tut mich das nicht. Überall auf der Welt sprießen in ansonsten fertig gebauten, sehr satten Metropolen auf der Suche nach dem nächsten Level die spektakulären Solitäre wie Pilze aus dem Boden. Jeder will der Größte oder die Ungewöhnlichste sein. Das ist interessant, kann aber auch anstrengen und sogar ein bisschen langweilen.


    In Berlin ist man immer noch in Teilen dabei, die Stadt selbst zu erfinden und setzt dabei einen Fuß vor den anderen. Das ist eine bauliche Phase die NYC, London oder Paris seit 1925 (oder sogar 1885) nicht mehr so erleben durften, und ein Privileg live mit zuzugucken/ mit zu diskutieren.

    Zu #214

    [...] Durch weitere Umbauten soll es um den Michel herum einladender sein.

    Aufgrund der Ludwig Erhardt Straße fühl sich die Michaeliskirche wie auf einer einsamen Insel. [...]


    [...] das ist Dank der Brutalität der Nachkriegszeit und leider auf dort bis heute grottenschlechter Architektur zu verdanken. [...]

    Das Projekt ist super aber auch die beste Architektur wird wenig bringen, wenn das Monster Ludwig-Erhardt-Straße nicht gezähmt wird.


    Die Schneise muss einfach irgendwie verschwinden – entweder durch einen Tunnel, oder wenn das auf die ganze Länge zu teuer ist, wenigstens an zwei, drei neuralgischen Punkten, oder autofreie oder stark verkehrsberuhigte Querungen, aber nicht so klapprige Behelfe à la Cremonbrücke, sondern was richtig Schickes wie z.B. die Krämerbrücke in Erfurt oder der Ponte Vecchio, die es schaffen, die Straße aus dem Gesichtsfeld der Fußgänger:innen zu tilgen. Vielleicht schafft man es auch, die Ost-West-Straße als Ganzes etwas zu beruhigen. Dann könnten statt gefühlt 10 Spuren sogar einige kleinen Gebäude dort stehen, und der Straße die Schneisenwirkung zu nehmen, die sie auch verkehrsberuhigt noch hätte.


    Auch die Englische Planke könnte man mit einbeziehen.


    Irgendwie muss sich der Großneumarkt doch mit dem Michel verbinden lassen...


    Ungefähr so:


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    Bilder: moi

    Ich bin auch kein Fan von dem "entstuckte Häuser bunt anmalen". Ich finde immer: Je bunter die Farbe desto mehr wie eine billige Filmkulisse wirkt es.


    Viel angebrachter, wenn man den Maler-Weg gehen will, wäre für mich immer etwas in Richtung weiß oder hell-beige – oder auch mal grau lassen.


    Oder halt bestucken oder, wenn dazu das Geld fehlt (bzw. wenn das überhaupt günstiger ist als bestucken), Klinker u.o. Klinker-Riemchen, und die können dann auch gerne ein bisschen poppig gestrichen sein.


    Oder auch Holz...

    Nicht alles was nach Platte aussieht, ist aus den 70 ern. Links das ist ein Neubau aus den 2000 ern. :)

    Boah, das habe ich nicht geahnt.


    Ich muss betonen dass ich ...


    a) ...das super unironisch meinte


    b) ...dem Gebäude auch nicht zu nahe treten wollte. Im Gegenteil ich hatte unterschwellig ein bisschen Angst man könnte es bald abreißen und so den "Schicht-Effekt" schmälern.


    Beim zweiten Hinsehen falen dann doch Sachen auf, die man damals nicht gemacht hätte (z.B. die mehrstufige Nische).

    ^ Möglicherweise wollte man sicherstellen, dass die Innenräume alle rechtwinklig sind?

    Obwohl, die Winkel um die es da geht, sind ja nicht besonders gewaltig.

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    EDIT 01: an der Spreeseite gibt's auch schiefe Winkel... dann erschließt sich mir das auch nicht.

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    EDIT 02: Dann tippe ich mal stark darauf, dass man wirklich ein originelles Element einfügen wollte und es nicht prägnant genug umgesetzt wurde – entweder aus gestalterischer Vorsicht oder wegen irgendwelcher technischen Grenzen.

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    Über die Wirkung der schiefen Ecke bin ich noch mit mir uneins. Vielleicht ist es sogar ganz witzig. Das merke ich mal für meinen nächsten Besuch in B vor ;)

    Abteilung Kubatur:


    Ich bin doch positiv überrascht von der Turmwirkung, die deutlicher aussieht als auf den Renderings.

    Auch das Mini-Staffelgeschoss finde ich gut (habe ich so auch nicht erwartet).


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    EDIT: Aha, das Türmchen ist sozusagen eine optische Täuschung wegen der Perspektive. Auf den anderen Fotos sieht es doch etwas zu brett-artig aus.


    Trotzdem bin ich ganz happy. Auch die Fassade wird sich relativieren, wenn erstmal Erdgeschoss und 1. Etage ihre Nutzungen bekommen.


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    EDIT 02: Und das ist doch sogar ganz interessant, wenn sich die Wirkung eines Gebäudes durch 20 m Laufen so sehr verändert.

    Die Farbe an dem Hotel geht ja gar nicht :huh:

    Aber die Ornamente bewahren das Gebäude vorm wortwörtlichen Mausgrau-Sein.


    Die Granit-Verkleidung im Erdgeschoss könnte meinetwegen in den ersten Stock hochgezogen werden und dann auch nicht gar so knapp unter den Fenstern enden (obwohl das wahrscheinlich den Grund hat, dass man eine Bündigkeit mit dem Nachbar-Sims haben wollte. Ich bin auch eher ein Fan von Gebäuden die in sich stimmig sind und sich nicht zu sehr in das Fassadenraster zwängen).

    Ich muss sagen:


    Bei dem Tempo, mit dem das Zeitalter der Restauration in der City West voranschreitet, hätte man vielleicht den urigen Kasten stehen lassen können. Ich finde das neue Gebäude nämlich zwar ganz schön aber vergleichsweise unoriginell.


    Und irgendwann wird der Punkt kommen, an dem man sowas wie den Vorgängerbau eben gar nicht mehr sieht!

    Man sollte die Stadt als vielfältiges Mosaik begreifen.


    "Allerdings" #1:

    Vor die hypothetische Wahl gestellt, hätte ich einen Tick lieber 100 % gediegenen Blockrand als 100 % Nachkriegs-Stilblüten.


    "Allerdings" #2:

    ...ist es wohl auch eine bessere Ausnutzung der Fläche, nicht ganz unwichtig für Mensch und Umwelt.

    Du meinst

    "Schau dir das Haus mal von hinten an" ? ;)


    Die Schauseite finde ich durchaus schön und die wird Goanna auch gemeint haben.


    Anererseits störe ich mich an der Verstellung derselben nicht gar so sehr (im Interesse einer interessanten "urbanen Schichtung", wo man immer mal was entdeckt, das hinter was anderem steht).

    < Der Sockelbereich des Fernsehturms ist doch schon längst verhunzt.

    Ich meinte allerdings eher das Zusammenspiel aus Panoramahaus und Unterbau.

    Auf jeden Fall ist der Unterbau eine absolute 60er-Jahre Perle.

    Im Gegenteil, wenn ich König von Berlin wäre, würde ich vor der stilgerechten Sanierung des Turms erstmal Panoramahaus (nebst Neubau 2020) und Alea abreißen.



    ABER On Topic:

    Ich finde den Neubau bei weitem nicht so schlecht wie die meisten anderen hier. Schon beim Stream des Baukollegiums hat er mir ganz gut gefallen. Er hat etwas 30er-Jahre-artiges an sich und die Art und Weise wie die Nordfassade changiert (durch die verschieden ausgeprägten – "Lisenen"(?) finde ich ganz raffiniert.


    Ein leicht verbautes, heimliches Kind von Deutschlandhaus (Hamburg) und Columbushaus, vielleicht, aber zum Glück nicht das Hotel aus dem anderen Entwurf (muss man mit dem noch rechnen?).

    Mithin: Der Gegend durchaus angemessen und sogar ein kleiner Aufstieg in höhere Stilgefilde. ;)


    Ich trauere allerdings immer noch ein bisschen der Langhof-Vision hinterher.