Beiträge von Bonteburg

    Ich stelle immer wieder fest, dass die Ästhetik einer Stadtstraße für mich nicht unbedingt mit mangelnder Bepflanzung oder Fassadengestaltung zusammenhängt, sondern mit einer gelungenen räumlichen Komposition – so auch hier:


    Die Kante zur Bahn und den Einblick in den Otto-Weid-Platz vom Golda-Meir-Stieg finde ich nach wie vor sehr gelungen und halte die George-Stephenson-Straße sogar jetzt schon für einen der interessantesten Blickwinkel der ganzen Stadt (die Bilder aus den anderen Seitenstraßen kommen nicht ran, reizen mich aber auf eine ähnliche Art).


    Einzig bei der Heidestraße wünsche ich mir doch die Straßenbäume schnell herbei. Hier sind, trotz okayer bis sehr guter Fassaden, die Bauhöhen etwas zu einheitlich geworden.


    Unterm Strich würde ich dem Viertel sicher eine glatte 2 vergeben.

    Hintergrund sind Befürchtungen, dass Einwohner gegen Lärmbelästigungen durch den REWE-Parkplatz hinter dem Haus klagen könnten. Ein nicht näher dargestellter Versuch, das Projekt im Einvernehmen mit REWE so zu modifizieren, dass Klagen keine Chance hätten, ist offenbar gescheitert.

    Meinetwegen könnte man auch den Supermarkt so modifizieren, dass er das Projekt nicht mehr stört. ;)


    Sprich: Aufstocken, Parkplatz weg, Wohngebäude dann hinter dem Straßengebäude statt anstatt desselben. (z.B.)


    (Vermutlich durchblicke ich die Komplexitäten des Städtebaus mit seinen vielen AkteurInnen und technischen Anforderungen nicht – aber die 2 Cent wollte ich hier mal loswerden.)

    ^ Für mich, der in den letzten Jahren des Öfteren mit einem weinenden Auge an diese Kreuzung gedacht hat, erstmal eine gute Nachricht.


    Ich hoffe man nutzt die Gelegenheit, die Ecke unter Erhalt des Eckgebäudes zu entwickeln soder alternativ etwas wesentlich Anspruchvolleres dahinzubauen als in dem Rendering.


    Solche Straßenecken gibt es nicht mehr allzu viele!

    #143


    maselzr


    Da habe ich vor einigen Jahren mal ein paar Nächte geschlafen 8)


    Ich finde es immer noch schade um diesen eleganten Vertreter seiner Ära.

    Ein Adenauerhochhaus am Adenauerplatz!


    Allerdings finde ich den Neubau auch sehr ansprechend, wie auch die Entwicklung an dessen Nordseite.


    Das größte Hindernis, daraus einen wirklich angenehmen Ort zu machen, liegt in diesem doofen Autotunnel.

    Vielleicht gibt's da ja noch irgendwann mal einen Geistesblitz.

    Ich war neulich da – Der Platz vor der Paulskirche war ein angenehmer Ort, aber aus Richtung Kräme bzw. Römer fiel mir doch auf, dass da irgendetwas Massives in der Sichtachse fehlt, um ein angenehmeres Bild herzustellen.


    Den Ströme von PassantInnen habe ich gar nicht bedacht. Der kam mir (allerdings unter der Woche im Januar) doch eher mäßig vor.


    Dann stellen die Bäume sicher ein weiteres gutes Gegenargument dar.

    Ich finde beide Entwürfe interessant und gut für den Ort, bevorzuge aber MVRDVT – wegen der glatteren Kante zum Mendelssohn-Barholdy-Park.


    Gestalterisch gehe ich fast davon aus, dass das immer noch alles sehr Studiencharakter hat. Obwohl: Wenn dass schon in Richtung Ergebnis geht, bin ich damit auch recht zufrieden. Auch hier wieder: MVRDVT punktet mit mehreren Farben. Bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung!

    Ich war jetzt endlich mal In Frankfurt, konnte mir auch die Neue Altstadt ansehen, und bin doch ziemlich begeistert.


    Ich konnte kaum zwischen Altbestand und Rekos unterscheiden. Ausnahmen waren die Gebäude, die reduziert gestaltet wurden, die das Ensemble um eine sehr schöne zeitgenössische Note bereichern. Besonders spannend fand ich den Alt-Neu-Effekt direkt am Dom, wo die komplexe Turmfassade optisch direkt an die glatten Wände der Nachbargebäude stösst, aber der Farbton identisch ist.


    Ein berühmt-berüchtigtes Disneyland konnte ich nicht entdecken, auch wenn mir ein wesentlich größerer Anteil modernerer (wohlgemerkt: kleinteiliger, individueller, sich an der historischen Dichte orientierender) Bebauung vielleicht noch besser gefallen hätte. Stattdessen sehe ich hier einfach das Gestalten einer Stadt nach hauptsächlich ästhtetischen Gesichtspunkten – derzeit ungewohnt, und vielleicht daher oft mit mangelnder Authenzität verwechselt. Solche Beispiele urbaner Selbstfürsorge wünsche ich mir abseits von Fassadengeschmäckern viel mehr.


    Und all jenen, denen Reko-Architektur Ausdruck ihrer revisionistischen Weltanschauung ist, kann ich hiermit sagen: Pech gehabt. Ich bin bei meinen Gängen durch die neue Altstadt so sehr über 1933-1945 in Grübeln gekommen wie schon länger nicht mehr – das hat bei mir so noch kein Nachkriegs-Betonbau und "früher-waren-hier-mal-Häuser"-Parkplatz mit Gedenktafel geschafft.


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    Bilder: ©Ich

    Wobei ich ja ein bekennender Alexa-Fan bin... ^.^


    Glaube aber nicht, dass deine Vision wahr wird – wenn der rote Ziegel wirklich "gesetzt" ist, dürfte auch eine Abstrahierung der Formen ein sehr angenehmes, wertiges Resultat haben.


    Disclaimer 1: Ich liebe roten Ziegel und Ziegel überhaupt. Meine Maxime ist: Lieber Klotz aus Ziegel als eine interessante Bauform mit Putz.

    Disclaimer 2: Im Falle der Bauakademie bin ich bis auf Weiteres (Entwürfe) im Reko-Lager zu finden.

    #122

    Merlin


    Das ist schon ein äußerst nettes Bild! : - D


    Ich stimme auch deiner Einschätzung zu. Und dann kommt ja auch noch das Gebäude an der Holzmarktstraße hinzu, das für ein ganz anderes Raumgefühl sorgen wird. Da wäre ich dereinst gespannt auf ein weiteres Bild aus der selben Perspektive.

    Post #80


    Querbalken


    Obwohl ich ein großer Fan der Visionen der Studierenden war, finde ich das aufgrund der deutlichen Hochpunkte noch besser. Am allerbesten hätte mir gefallen, diese Türme mit dem 70er-Jahre-Bestand zu verbinden. Allerdings: Trotz des Profi-Renderings ist das alles wohl noch ähnlich unkonkret wie seinerzeit die akademischen Entwürfe.

    Dieses Viertel scheint ja echt zu spalten – ich finde es fantastisch! Expressionistische Winkel und recht interessante Fassaden wohin man blickt. Gute Dichte, fußgängerfreundlich, Wohnraum für Studierende, Hotels. Schließt schön an den Hühnerposten und das alte Münzviertel an. Wehrmutstropfen: Amsinckstraße als Barriere zum interessanten Bereich um Deichtorhallen und Oberhafen.

    Da bin ich genau anderer Meinung – ich empfand gerade den Durchblick zum Humboldthafen vom Bahnhof immer als zu unstrukturiert und irgendwie zu wenig dicht oder "zu plötzlich" für diese Ecke. Daher begrüße ich genau so eine kommende Bebauung – weiter bereichert durch den Hochpunkt – dort sehr, hinter der sich dann, (wenn sie architektonisch dazu einlädt) der Hafen entdecken wird lassen.

    Danke @Hulloder und willkommen. ^.^


    Tatsächlich war es bei mir so, dass ich mich an einen Riegel nicht erinnern konnte. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich nie intensiv in den Humboldt-Hafen eingestiegen bin. "Unvorhergesehen" kam von mir, sozusagen das Weiterspinnen von mr_ilaischa 's Formulierung.

    Zur Bauhöhe habe ich keine besonders starke Meinung.


    Die (räumliche) Dichte gefällt mir gut!


    Das runde Eckhaus ist – bekanntes Stilmittel hin oder her – ein sehr nettes Extra.


    Positiv hervorheben möchte ich auch den unvorhergesehenen Riegel vor dem Hochhaus. Der seltsam verloren wirkende Freiraum vor dem Hochpunkt hatte mich in den abstrakten Grafiken, die man bisher sah, immer etwas gestört.

    Mir gefällt es sehr gut – wie mir schon das andere Gebäude sehr gut gefallen hat. Technologische Kälte mag ich nicht verspüren, eher eine Art retro-moderne Eleganz (wobei das letzlich ein vom Geschmack gefärbtes Synonym für technologisch und kalt sein mag), und es passt schön direkt neben den Hauptbahnhof.


    Ich debattiere noch, ob ich etwas enttäuscht sein soll, dass es jetzt wirklich so sehr wie der Nachbar aussieht. Vermutlich überwiegt doch die Freude: Wer weiß, ob mir ein anderer Entwurf so gefallen hätte, und dann wäre mein oben hochgelobtes Gebäude an der Stelle optisch verschwunden.

    Im Prinzip stimme ich zu. Die autogerechte Stadt der 1960er-Jahre sollte (es sei denn funktional immer noch wichtig, und bitte nicht vergessen, die berühmt-berüchtigten "herausragenden Vertreter der Zeit" zu schützen) doch mehr oder minder aus den Metropolen und Köpfen verschwinden.


    Speziell beim Kulturforum darf man nicht vergessen, dass es quasi als eine Art kultureller Burggraben direkt an der Zonengrenze gedacht war. Da war nicht viel mit Integrieren und Durchgangsstraßen-Vermeiden. An eine deutsche Wiedervereinigung hat man damals (im Rückblick vielleicht etwas kurzsichtig) nicht gedacht.


    Dennoch kann das KF meiner Meinung nach zu einem kompakten und sogar ikonischen Erlebnis werden, wenn man, ganz im Sinne der überholten Autostadt) an dieser Stelle die Potsdamer Straße verschwinden lässt.


    Gereade weil an dieser Stelle so viele ambitionierte Solitäre stehen (die auch alle erhaltenswert sind), verträgt sie Verkehrsinfrastruktur eigentlich so gar nicht.

    Gerade auf dem letzten Bild erkennt man jetzt, wie riesig das Projekt ist und wie groß die Lücke, die es füllt.

    Ich bin plötzlich viel optimistischer zur zukünftigen Anmutung des Ortes als noch vor einem halben Jahr.


    Unbedingt sollte man den Parkplatz gegenüber mit etwas bebauen, um dort Harmonie herzustellen – am besten entweder einen Hochpunkt mit relativ kleinem Fußabdruck um die StaBi zu ehren, oder, wenn Traufhöhe, etwas Ausgedehnteres, das die Form der Bibliothek irgendwie kommentiert.