Beiträge von Dexter

    Hi nothor,

    in vielen Punkten will ich dir gar nicht grundsätzlich widersprechen, auch wenn mein Blick darauf tatsächlich abweicht. Ich finde nicht per se die Lösungen von früher besser. Mal sind sie es, mal eben nicht. Das Leykauf-Gebäude passte an die Lorenzkriche ähnlich gut wie heute der Kaufhof zur Königstraße - nämlich gar nicht.

    Und zerklüftete Dachlandschaften waren zu keinem Zeitpunkt ein gewollter Zustand in der Nürnberger Bautradition. Wenn sich ein solcher Eindruck ergab, dann, wie von dir erwähnt, durch die kleinteilige Bebauungsstruktur.

    Wie wenig feinfühlig sich die "neureiche Renditekiste" in den historischen Kontext einfügte, wird hier ganz gut erkennbar. Sie bedrängt den Weißen Turm geradezu: Marmorecke-1.jpg (2048×1475)

    Ein konkretes Beispiel, bei dem eine ähnliche städtebauliche Situation viel besser und auch "nürnbergerischer" gelöst wurde, ist der Josephsplatz 1.

    Hier eine historische Ansicht (aus Wikimedia):
    Litho_-_Ansichten_von_N%C3%BCrnberg_und_seinen_Umgebungen_-_Friedrich_Scharrer_-_26_-_Der_Josephsplatz.jpg?utm_source=commons.wikimedia.org&utm_campaign=index&utm_content=original

    Hier ein Bild der gleichen Adresse, aber bereits im Zeitalter der Fotografie, entweder nach einem Umbau oder einem Neubau:
    Instagram

    Und so stellt sich der Zustand heute dar:
    https://maps.app.goo.gl/R9a1fGWjrN4YSGNu8

    d.

    Ich sehe an dem Ursprungsbau wenig bis nichts im "Nürnberger Stil". Was meinst du da genau nothor?

    Und ja, ich meine mich mit der Bautradition in Nürnberg gut auszukennen. Giebel zur Straße waren zum Beispiel ein "no-go" und nur in Ausnahmefällen "genehmigungsfähig". Weder Fensteranordnung noch -Anmutung wie auch die Dachlandschaft wären im reichstädtischen Nürnberg vom Rat so "durchgewunken" worden. Und ich widerspreche dir absolut: Gerade die Geschlossenheit und Harmonie war ein Markenzeichen des alten Nürnbergs. Nirgends war die Bauordnung strenger als hier. Die Lorenzer Seite mit ihren Neubauten galt daher um 1900 schon als "verhunzt", eben weil sie die alten Bautraditionen weitgehend ignorierte oder karikierte.

    Für mich ist das eine neureiche "Renditekiste" ihrer Zeit. Ich wiederhole mich: wenn der Bau so noch stünde, super. Aber ein Reko-Kandidat ist das Ding gewiss nicht, da gibt es andere Häuser die ich auf dem Zettel hätte...

    d.

    Dekoratives Anführungszeichen

    zum Inhalt dagegen sehr zurückhaltend sind.

    Ich kann wiederum den Wirbel um die Pläne nicht richtig nachvollziehen.
    Es entfallen auf beiden Seiten die Parkstreifen, stattdessen kommen Radfahrwege. Ja, dazu müssen auf der südlichen Seite auch Bäume gefällt werden, weil die Bordsteinkante teils weiter gen Norden verschoben wird. Aber soweit ich sehe, wird es hinterher wieder ähnlich viele Bäume geben wie heute.

    Wenn es hier also einen klaren Gewinner in der Planung gibt, dann "den" Radfahrer. Alles andere bleibt doch ähnlich.
    Man mag nun sagen, solch eine Planung passt nicht mehr in die Zeit und es müssten zu Gunsten von Grünflächen deutlich mehr Verkehrsflächen weichen. Ja.

    Ich persönlich würde dann aber nicht eine der wenigen (noch halbwegs funktionierenden) Ost-West-Verkehrsachsen ins Zentrum der Debatte stellen, sondern die Verkehrsflächen abseitig davon.

    d.

    Ganz ehrlich, ich finde den Ursprungsbau nicht wirklich überzeugend. Ein völlig konfuse Dachlandschaft. Stünde er so heute noch, dann wäre das sicher nach heutigen Maßstäben trotzdem ein Schmuckstück. Aber die jetzige Form ist schon gut und löst die städtebauliche Situation meines Erachtens besser...

    d.

    Ludwigsplatz / Weißer Turm


    Inzwischen ist das Eckhaus mit dem "Wempe" eröffnet, die Platzfläche vom Ludwigsplatz auch auf der Südseite neu gepflastert und eine Reihe von frisch gepflanzten Bäume ergänzen die Szenerie. Schön geworden:

    esnh3ddl.jpg

    cocbdmkt.jpg

    fj572pno.jpg


    ebexlj4o.jpg


    Breite Gasse, 1. Bauabschnitt

    Der Abschnitt zwischen Weißer Turm und Färberstraße ist nun fertig und die Aufwertung doch sehr spürbar.

    gc9c8j7s.jpg

    h3usqezs.jpg

    u7wvsuyn.jpg

    Am Eck zur Färberstraße wird eine neue Dämmung an den nicht mehr so neuen Neubau angebracht. Offenbar meint es der Investor mit der Fertigstellung ernst, denn der 2. Bauabschnitt der Breiten Gasse wurde mit Verweis auf die arbeiten dort beschleunigt.

    runoru23.jpg


    Alle Bilder aufgenommen von mir, 15.08.2027.

    d.

    Dekoratives Anführungszeichen

    eine Maut für den Tunnel ist rechtlich ausgeschlossen.

    Das ist korrekt, trifft aber nur auf den Teil zwischen Fürth und Hafen zu. Der Rest des Frankenschnellwegs ist seit den 1970ern weitestgehend Bundesautobahn und daher herrscht auch Mautpflicht LKW ab 3,5 Tonnen. Relevant in dem Kontext ist ja die Frage, ob du auf dem Abschnitt zwischen Kreuz "Fürth / Erlangen" und Kreuz "Nürnberg Süd" ohne Maut abkürzen kannst - und das ist nicht der Fall.

    Was die Luftreinhaltung betrifft: Ja, das wird noch spannend. Ich wäre sehr für eine Lösung nach Vorbild Mittlerer Ring...

    d.

    Stellungnahme der Stadt Nürnberg zum Volksbad


    Die Kostensteigerungen sowie der Verschub des avisierten Eröffnungstermins werden hier eingeordnet:

    Sanierung Volksbad Nürnberg – Nürnberg – deine Stadt

    Knapp zusammengefasst:

    • Kostensteigerung von ca. 56 Mio. auf 90 bis 100 Mio. inkl. Risikoaufschlag
    • Gründe sind gestiegene Baupreise und teils unerwartete Komplexität, auch aufgrund von Denkmalauflagen
    • Eröffnung ist nun für die zweite Jahreshälfte 2027 angestrebt


    d.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Also Dexter Populismus ist ja jetzt erstmal nichts negatives. Denn alles durch Detailverzweigungen endlos zu verkomplizieren, es dadurch nicht mehr diskutierbar zu machen um dann keine sinnvolle Lösung mehr zu finden, das ist nicht der richtige Weg. Denn:

    Verkomplizierend für einen guten Diskurs ist es doch eher, zwei völlig voneinander unabhängige Sachverhalte in einen Topf zu schmeißen und zu sagen, dass es eigentlich gar nicht schlimm ist, dass das Volksbad deutlich teuer wird, weil der FSW ja noch viel mehr kostet.

    Zum Durchfahrverbot: Das war Teil des ausgehandelten Kompromisses des Bund Naturschutzes und der Stadt Nürnberg zum Ausbau. Vorbild ist da übrigens der mittlere Ring in München, bei dem man das so gemacht hat. Ich hab eben nochmal nachgeschaut, der Kompromiss wurde trotz Empfehlung des BN durch dessen Mitglieder abgelehnt, es kam nicht zur Umsetzung und der BN hat dann die Klage, mit der sie den FSW stoppen wollten, am Ende verloren. Schade drum, der Kompromiss wäre sinnvoll gewesen: Frankenschnellweg: Verhindert Blockade der Stadt Kompromiss? - BUND Naturschutz Nürnberg Stadt
    FSW: Kreuzungsfrei für eine Milliarde

    Trotzdem wird das meiner Meinung nach kommen. Denn spätestens nach dem Wegfall der Ampeln wäre der Weg hier von der A3 zur A6 kürzer als über die A9 um die Stadt drumrum. Ich glaub nicht, dass irgendwer in Nürnberg das so will.

    Trotzdem gibt es eine Menge Ziel- und Quellverkehr in den Hafen per LKW. Laut Verkehrszählung in 2022 waren das in 16 Stunden ca. 12.200 LKW die dort rein und raus sind (Ergebnisse Verkehrszählung 2022). Die wären ja kein Durchgangsverkehr und blieben, wenn von Norden kommend und nach Norden wollend, mindestens erhalten...

    d.

    Ich bitte euch - was hat den das eine mit dem anderen zu tun?

    Dass das Volksbad saniert wird ist super und ich werde der letzte sein, der hier den Mitteleinsatz kritisiert. Aber natürlich zieht das keine Touristen in die Stadt. Wer von euch ist schon mal nach München oder Berlin gefahren, um in ähnlichen Bädern zu schwimmen?

    Das Volksbad ist für Nürnberg, vielleicht auch noch für umliegende Gemeinden wichtig. Zuvorderst ist es aber für die Ecke am Plärrer/in Gostenhof zentral, dass hier mal investiert wird.

    Und eine Maut für den FSW? Die gibt es längst für LKW ab 3,5 Tonnen. Außerdem gibt es ein striktes Durchfahrverbot für LKW über 7,5 Tonnen im Durchgangsverkehr. Wenn das missachtet wird, gibt es empfindliche Strafen.

    Lasst uns doch bitte den Populismus hier draußen halten und sachlich diskutieren...

    d.

    Die Wahlbeteiligung ist erstaunlich hoch, das Ergebnis aus meiner Sicht auch ausreichend klar.

    Da spiegelt sich natürlich ein jahrzehntelanges Ringen, das offenbar im gesamten Stadtgebiet ausreichend mobilisiert hat.

    Das die innenstädtischen Bereiche eher mit "ja" (die Planung stoppen), die äußeren eher mit "nein" (Planung umsetzen) ist wohl nachvollziehbar.

    Bin gespannt wie "schnell" es nun tatsächlich weiter geht...

    d.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Eine der beiden langen Treppen zum Europaplatz nördlich der Invalidenstaße (siehe Johannes' letztes Bild in Teil 3) ist mit schlichem Sichtbeton ausgeführt, die andere dahingehend schwarz gekachelt... seltsam. Da beide recht lang sind, empfiehlt sich die Nutzung der bestehenden Rolltreppen von der benachbarten (alten) Halle.

    Ich denke, die "gekachelte" Treppe ist nicht temporär (so wie die weiter nördlich gelegene), sie erschließt ja das Zwischengeschoss und nicht direkt den Bahnsteig...

    d.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Was auch immer interessant ist, das bei jedem neuen Fertigstellungstermin immer Dezember der Monat in dem Jahr ist.

    Das ist ganz einfach erklärt. Die jährliche Fahrplanumstellung, in ganz Europa, erfolgt immer zum 2. Sonntag des Monats Dezember.
    Eine Fahrplanänderung dieser Größenordnung bekommt man nicht "unterjährig" unter...

    d.

    Teil der Bahnreform von 1994 war der Deal zur Entschuldung der Reichsbahn und der Bundesbahn. Dies ging einher mit der Auflage, nicht betriebsrelevantes Vermögen gewinnbringend zu veräußern. Dazu gehörten auch alle Immobilien (Gebäude, Grundstücke).
    Wie praktisch alle größeren Unternehmen mietet die DB AG Büroflächen seither nur noch an. Auch das Gebäude in der Sandstraße gehört einem Investor, wie auch der berühmte Bahntower in Berlin.

    Ausnahmen bilden Stellwerke oder Betriebszentralen. Die gehören zum betriebsrelevanten Vermögen in Staatsbesitz.

    d.

    Noch ein wenig mehr Details zur künftigen Nutzung des "KARGO 3":

    Nutzer wird, wie schon erwähnt, die Deutsche Bahn AG - oder besser gesagt einige ihrer Gesellschaften (DB InfraGO, DB Regio, DB Immobilien, DB Beschaffung etc.). In Summe sollen ca. 1500 MitarbeiterInnen auf 14.000qm Mietfläche dort beheimatet werden. Dafür wird (u.a.?) der bisherige Sitz in der Sandstraße, namentlich die ehemalige Reichs- und später Bundesbahndirektion, aufgegeben. Der Bau entspräche nicht mehr den heutigen Anforderungen an Büroarbeit und sei technisch auch dringend erneuerungsbedürftig. Die Auslastung der Büros dort lag zuletzt gerade mal bei 30%. Eine Verlängerungsoption der Miete dort über 2027 hinaus wäre auch keine Option mehr gewesen. Eine eigene Kantine wird es in dem Gebäude nicht geben, stattdessen verhandele man mit den Betreibern derjenigen im Nachbarbau (Datev, Ex-Gfk).

    Spannend wird jetzt natürlich, was aus dem Bau in der Sandstraße wird...

    d.

    Die Rampe erschließt das Parkhaus für die Wirtschaftsfahrzeuge von SÖR!

    ich hab die Fassade kürzlich beim vorbeifahren live gesehen und fand sie besser als nach dem Post oben befürchtet. Es ist ja keine einfache Blechfassade, sondern das Metall hat eine visuelle Struktur welche auf den Fotos irgendwie weniger stark daher kommt. Zusätzlich entsteht ein gewisser Rhythmus durch die Art der Verlegung. Warten wir es mal ab...

    d.