Beiträge von TowerMaranhão

    Der Entwurf will mir nicht so recht gefallen. Der eckige Aufbau oben passt nicht zu dem abgerundeten unteren Teil. Das hervorspringende Kranzgesims wirkt überdimensioniert und zu dominant. Der angedeutete Risalit wirkt fehl am Platze. Da passt nichts richtig zusammen. Der Flachbau gefällt mir besser, da stilsicher. Erinnert ein wenig an die Fellini Residences vom gleichen Büro, das auch zum Kitsch tendiert.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Berlin tut mir ehrlich leid... welche Parteien sind noch halbwegs stabil und anständig?

    Grüne & SPD und die kommen zusammen gerade mal so auf ein Viertel der Stimmen.

    Du meinst die SPD und Grüne, die gerade fest entschlossen sind, in eine Koalition mit der Linken einzutreten, komme was wolle? Ich hege eine tiefe Abneigung gegen die AfD, aber ich kann zunehmend einige CDU-Politiker verstehen, die fragen, warum das, was für die CDU gelten soll, offenbar nicht für Grüne und SPD gilt. Die SPD diktiert der größeren CDU im Bund die Regeln, weil sie sich für die CDU für alternativlos hält, empört sich schon, wenn einzelne Abgeordnete beider Parteien gleich abstimmen, während sie gleichzeitig auf Koalitionen mit der Linken schielt, das kann es doch nicht sein. SPD und Grüne sind gerade dabei, eine Büchse der Pandora zu öffnen und gerade in Berlin scheint das nicht verstanden zu werden, wie vieles andere auch nicht.

    Finde ich richtig gut, wie man sich hier am Bestand orientiert hat. Trotz Schlichtheit, Kastenform und Fallrohren gefällt mir das Ergebnis aufgrund der glaubhaft klassischen Anmutung, die ohne jeden Kitsch und Schnickschnack auskommt und ansprechenden Details (Sprossenfenster, Fensterstürze, gemauerter Sockelbereich) gut. Wirkt in der Tat wie ein Bau aus den 1910/20ern. Die Farbakzente hätten etwas weniger dezent sein dürfen.

    Ich finde auch, dass es aussieht wie ein Parkhaus. Ich hätte auch die Trapeze auf das Erdgeschoss besschränkt. Insgesamt wirkt das alles plump, grobschlächtig, bauklötzchenhaft. Von dem erwartbaren Vorschlag des Baukollegiums, sich an der Umgebung zu orientieren kann ich hingegen nur abraten. Wie schon oft gesagt, bräuchte der Alex tatsächlich dringend einen frischen, originellen Entwurf und keine weitere Rasterfassade.

    Mein Gott, ist das deprimierend. Als ich "überarbeitet" gelesen habe, schwante mir gleich Übles. Jetzt ist das einzige, was ich an dem Entwurf ansprechend fand, nämlich die warme harmonische Farbgestaltung auch noch weg-überarbeitet worden und man ist wieder beim grauen Standard-Raster angelangt. Was sind das für Prozesse, die zu solchen Ergebnissen führen? Wozu Geld für solche "Wettbewerbe" verschwenden?

    Ich habe mir mal einige Dudler-Entwürfe auf seiner Webseite durchgesehen und habe den Eindruck, dass ihm, gerade wenn es um das Einfügen in historische Kontexte geht, oftmals ganz gute, ansprechende Ergebnisse gelingen, die modern, oft monolithisch aber gleichzeitig auch hochwertig, interessant und an ihrem Ort natürlich und passend wirken. So empfinde ich es auch hier. Trotz des schlichten und monolithischen Erscheinungsbild wirkt das Gebäude nicht langweilig. Die unterschiedlichen Abschrägungen und versetzten Fenster, auch wenn schon oft gesehen und kritisiert, machen sich hier gut und geben zusammen mit dem einheitlichen massiven Stein und dem Zickzack-Profil im obersten Geschoss dem Bau einen organischen, natürlichen, skulpturalen Eindruck, ohne dass die Fassade klobig oder langgestreckt-monoton wirken würde. Entsprechende Negativ-Beispiele findet man auch bei Dudler zuhauf, das wäre hier aber aufgrund des kleinen Grundrisses glücklicherweise gar nicht möglich gewesen. Mit der Transparenz und Offenheit kann man es übrigens auch übertreiben, wenn nämlich der Glas-Anteil zu hoch wird und das Gebäude glatt, kalt und austauschbar wirken lässt. Insgesamt fügt sich das Gebäude gut in die Umgebung ein, die Fasssade wirkt hochwertig. Gegenüber dem Vorgängerbau eine absolute Verbesserung.

    ^ Die durchschnittliche Qualität von Architektur hat in den letzten 100 Jahren ganz allgemein abgenommen. Ich finde es falsch, das an einem bestimmten Stil festzumachen. Vieles von dem, was man heute als moderne Architektur bezeichnen würde, reicht auch in keiner Weise mehr an die Qualität der Bauhaus-Ära heran, ohne dass es, zumindest in Fachkreisen, der Perzeption moderner Architektur im Allgemeinen schaden würde. Hier ist eher Ideologie das Problem. Selbst der wertigste traditionelle Entwurf wird in diesen Kreisen niemals überzeugen gegenüber einem schlichten, modernen Entwurf. Ich rate daher zu mehr Lockerheit und Selbstbewusstsein. Sich ganz generell für qualitativ hochwertigere Neubauten einzusetzen ist natürlich angebracht, dafür müssten sich aber wohl die Rahmenbedingungen ändern.

    Nur weil die Architektursprache traditionell ist, muss nun qualitativ nicht immer alles vom Feinsten sein. Dann hätten wir in dieser Kategorie nur noch Luxusbauten. Ich würde das Ergebnis auch durchaus als mindestens durchschnittlich bewerten wollen. Gewünscht hätte ich mir allerdings eine differenzierte, wärmere Farbgebung, das hätte den Eindruck sicherlich deutlich verbessern können.

    ^ Das stimmt, doch finde ich es schade, dass es oft erst historische Leitbauten oder Vorbilder braucht, um wirklich besondere moderne Architektur mit Lokalbezug zu bekommen. Hier wäre mehr Mut, Kreativität und Vorstellungsvemögen der Architekten und sonstigen Beteiligten wünschenswert. Das aber mehr als generelle Anmerkung, nicht speziell dieses Projekt betreffend, auch wenn es ja im Bereich der historischen Altstadt liegt.

    Wirklich begeistern tut mich das insgesamt zwar nicht aber es ist in der Tat für Berliner Verhältnisse fast schon sensationell gut. Was mich am meisten stört ist (mal wieder) die relative Einheitlichkeit über die einzelnen Blöcke hinweg, die man leicht hätte verhindern können, indem man Parzellen einzeln vergeben hätte. Insbesondere stört mich das bei Los 4, wo alle Gebäude wie eine Variation des selben Gebäudes aussehen. Bei Los 3 gefallen mir die Fensterkreuze, die Fassaden finde ich aber zu glatt, was gerade im Vergleich zum benachbarten Alten Stadthaus auffällt. Diese Ecke hätte einfach mehr Details und Ortsbezug verdient. Auch der teils fehlende Dachabschluss, der die Gebäude klobig und kastig wirken lässt, stört mich. Bei Los 2 gefällt mir insbesondere die Erdgeschosszone. Der Stil aus Los 1 gefällt mir auch sehr gut und wirkt gerade durch die Schrägdächer filigran, die Fassade strukturiert, allerdings auch altbekannt und etwas austauschbar durch viele ähnliche Bauten im Zentrum Berlins aus der Nachwendezeit. Als beste Quartiersentwicklung seit dem 2. Weltkrieg würde ich das aber definitiv nicht sehen. Da finde ich die neue Altstadt in Frankfurt wesentlich besser, was nicht zuletzt an historischen Orientierungspunkten und der Parzellierung liegt.

    Die Mentalität in Hamburg verharrt noch im Modernitätswahn der 60er. Das merkt man auch daran, dass von Hamburgern selbst, gerade hier im Forum, als Reaktion auf Abrisse historischer Substanz oft nur ein Achselzucken kommt. Vielleicht kommt das daher, dass man meint, genug alte Gebäude zu haben und sich das leisten zu können - kann man nicht. Vielleicht sollte man sich mal Städte wie Kopenhagen oder Amsterdam anschauen, die Hamburg nicht unähnlich sind aber zweifellos sehr viel schöner und wo solche Abrisse undenkbar wären.

    ^^ Was ist denn daran unseriös oder Framing? Die IHK ist natürlich nicht neutral, sie vertritt Unternehmen, die ein Interesse daran haben, dass Ihre Mitarbeiter vor Ort bezahlbare Wohnungen finden, so wie eigentlich die meisten Menschen. Natürlich interpretiert sie die Umfrage in ihrem Sinne, wie es jeder Interessenverband tun würde. Framing sehe ich da aber nicht. "Maßvoll" und "zusätzlicher Wohnraum" sind doch entscheidende Begriffe. Natürlich sollte es nicht um eine Komplett- oder Größtenteils-Bebauung gehen und auch nicht um Luxuswohnungen oder Büroflächen. Dafür gäbe es sicherlich keine Mehrheit. Ich persönlich sähe in einer attraktiven, kompakten Randbebauung einen erheblichen Gewinn auch für die restliche Freifläche, da sie in die Stadt eingebunden würde und stärker ein Teil der Stadt würde, momentan liegt sie eben recht isoliert von ihrer Umgebung.

    ^ Was diese Herren erreichen wollen, ist doch offensichtlich: die zuletzt eingeschlafene Diskussion um die Randbebauung wiederbeleben und die Frage erörtern, wie günstiger Wohnraum geschaffen werden kann, der mehr bietet, als ein Dach über dem Kopf, sondern Quartiere, in denen man gerne lebt und mit denen man sich identifizieren kann. Zwei außerordentlich wichtige Themen für diese Stadt also, die endlich diskutiert und angegangen werden müssen. Auch die Wähler der Grünen sind mehrheitlich für eine Randbebauung, mittelfristig wird auch deren Partei sich in dieser Frage bewegen müssen. Was, denke ich, eine schlechte Lösung wäre, ist, die Ränder mit den üblichen weiß-grauen Kisten zu bebauen. Das wäre auch sicherlich nicht im Interesse des Wahlvolks.

    Der Vollständigkeit halber hier auch noch der passende Artikel aus der FAZ, der den Entwurf positiv aufnimmt und ebenfalls darauf hinweist, dass sich mittlerweile in einer Umfrage eine Mehrheit für eine Randbebauung ausspricht: https://www.faz.net/aktuell/feuill…-200851599.html

    Das Spannende an dem Vorschlag finde ich nicht nur die attraktive, urbane städtebauliche Struktur, die sich an Gründerzeitvierteln orientiert und der riesigen Freifläche einen klar definierten, städtischen Rahmen gibt. Denn auch darüber hinaus werden entscheidene Aspekte von Gründerzeitvierteln aufgegriffen, wie Nutzungsmischung, gewerblich genutzte Erdgeschosse, günstiges Bauen durch serielle Vorfertigung, individuelle Fassaden mittels Einzelpazellen. So soll der Vorschlag auch als Experimentierfeld für ein zukunftsweisendes neues Bauen verstanden werden. Dass der Naturschutz dem Ganzen entgegenstehen soll, kann nur unsinnig anmuten. Was bringt es der Natur unterm Strich, wenn die Menschen weiter außerhalb wohnen und täglich mit dem Auto oder der Bahn in die Stadt pendeln müssen, was wiederum Zersiedelung und mehr Flächenverbrauch mit sich bringt.

    ^ Schlag mal bitte den Begriff Dystopie nochmal nach. Abgesehen davon gibt es tatsächlich Menschen, die es genau umgekehrt sehen wie du, mich eingeschlossen. Das ist eine Frage persönlicher Vorlieben. Die Vorzüge für die Umwelt sind aber unbestritten. Stadtwohnung = Weniger Versiegelung, weniger Landverbrauch, weniger Ressourcenverbrauch.

    Zur Waitzstraße 11-13:

    Kann die Kommentare mal wieder überhaupt nicht nachvollziehen, diese völlige Gleichgültigkeit gegenüber dem Verlust historischer Bausubstanz, auch wenn sie manchen profan erscheinen mag (besser sehen aber ehrlicherweise die meisten historischen Gebäude in Hamburg auch nicht aus, kann das also alles weg?). Das was auf dem Bild zu sehen ist, ist dennoch 100 mal wertvoller als dieser schlichte 0815-Bau aus dem Rendering auch wenn es sicherlich Schlimmeres gibt. Was macht Hamburg denn zur angeblich "schönsten Stadt der Welt" , wenn im konkreten Fall dann doch immer wieder das betroffene Gebäude gar nicht soo schön und erhaltenswert ist und es ja besseres gibt? Wie besonders muss ein Altbau sein, damit er in Hamburg als erhaltenswert gilt? Wieder eine Ecke, die glatter, grobschlächtiger und uninteressanter wird, mit weniger historischen Ankerpunkten. Das Gebäude sieht aus wie ein alter Bahnhof. Hätte man sicherlich gut in ein Neubauprojekt integrieren können und hätte dieses enorm aufgewertet.

    Ich empfinde die Villen nicht als klobig, immerhin gibt es zumindest (Schräg-)Dächer und mit dem Balkon/Eingangsbereich auch ein auflockerndes Element. Aber ich kenne die Gegend nicht und vielleicht hast du ja recht (auch wenn man auch in solche Villengebiete ja gerne mal die plumpesten Kisten reinklotzt, das wäre auch Teil meiner Bewertungsgrundlage). Jedenfalls danke für die Klarstellung. Vielleicht hätte man mit einem weiter hoch gezogenen Dach in der Hinsicht mehr erreicht. Deinem Kommentar zum Bauprojekt Lorenz-/Jägerstraße kann ich uneingeschränkt zustimmen. Macht unterm Strich einen sehr guten Eindruck.