Frag das Frankfurter Forum

  • Hallo ihr Lieben, ich habe zwei Fragen zum Europaviertel, die ich durch reine Internetrecherche leider nicht klären konnte – eine betrifft die oberirdischen U-Bahn-Stationen der verlängerten U5, die andere den Güterplatz:

    • Weiß zufällig jemand, wie die oberirdischen Stationen gestaltet werden sollen? Gab oder gibt es dazu vielleicht einen Wettbewerb?
    • Gibt es eine finale Planung für den Güterplatz? Und falls ja, wann ist die Umgestaltung vorgesehen?

    Liebe Grüße und schon mal vielen Dank im Voraus!

  • So wie ich die ganzen Entwürfe gesehen habe und die entsprechenden Berichte und Kommentare: JA!

    (Antwort auf #2320) Hatte übersehen, dass es schon eine weitere Seite gibt)

  • Mod: Zum Spatenstich für die Nordmainische S-Bahn


    Da bin ich ja schon etwas überrascht, nach bisheriger Aussage sollte es ja erst Anfang 2026 mit den eigentlichen Arbeiten losgehen. Aber wenn jetzt schon so großes Gerät vor Ort ist scheint es ja doch schon früher loszugehen. Wo steht das gute Stück denn? Ist das der Bereich in dem der Trog gebaut wird?

  • Weiß jemand, wann endlich definitiv ein höheres Hochhaus als der Commerzbank-Tower gebaut wird? Seit 1997 wurden 259 Meter nicht übertroffen. Das höchste Gebäude der Stadt ist am meisten prägend für die Skyline. Warum hat man nicht mehr Lust, schneller höhere Gebäude zu bauen, die auch extravagant aussehen, und Frankfurt noch mehr zu etwas international besonderem machen? Alle neuen Gebäude sind immer niedriger. Aber ich freue mich schon sehr auf den Langen Franz. Auf vielen Skyline-Bildern wird dann ein wunderschöner alter Märchenturm zu sehen sein.

  • Es gibt keinen Markt für ein derart hohes Gebäude. Ein so hohes Gebäude würde ca. 70.000 - 90.000qm Bruttogeschossfläche aufweisen, die du erstmal vermietet bekommen musst. Außerdem kostet jeder Meter, der höher als 160-200m gebaut wird, deutlich mehr als die Meter darunter. Diese Kosten musst Du über höhere Mieten hereinholen, was es wiederum schwerer macht diese Flächen zu vermarkten.

  • Ihr habt vor 20 Jahren mal von einem Torhaus 2 im Forum geschrieben. Das soll nicht mehr realisiert werden, oder? Ich kenne mich nicht mit dem Messegelände aus und weiß gar nicht, ob Halle 8 schon damals an dem Platz stand.

    Und das Turmhaus für den Industriepark wurde auch verworfen?

  • In Berlin wurde gerade zum tausendsten Mal Max Dudler für ein neues Gebäude ausgewählt und anlässlich dessen frage ich mich inwieweit der Name eines Architektenbüros ein Auswahlkriterium ist. Es ist auf Dauer einfach ermüdend immer die gleichen Platzhirsche mit den immergleichen Entwürfen gewinnen zu sehen.

    Deshalb wollte ich mal fragen, ob es jemals auch anonymisierte Verfahren gab oder gibt. So ähnlich wie bei Ausschreibungen für Aufträge und man rein nach objektiven Kriterien vergibt.

    Die Jury bekommt die Vorschläge ohne Nennung des Architekturbüros (einen Dudler, Kleihaus, Gehry, die vorgebliche Ortnersche Baukunst und andere würde man eh erkennen, aber trotzdem). Klar weiss man durch die Vorausauswahl, wer alles teilgenenommen hat.

    In der Praxis wahrscheinlich schwierig durchzuführen, aber gab es diese Überlegungen überhaupt schon mal oder wurden so angewandt?

  • @Theseus532 

    Sofern es sich nicht um ein transparentes Vergabeverfahren handelt, sind klassische Architekturwettbewerbe immer anonymisiert. Die Teilnehmer dürfen sich in der Regel eine eigene Entwurfsnummer aussuchen, die sie in den einzureichenden Wettbewerbsunterlagen und Plänen entsprechend vermerken. Bei den Rundgängen der Jury bekommt diese die aufgehängten Pläne ausschließlich anonymisiert mit den Entwurfsnummern zu Gesicht und wählt auch danach aus.

    So zumindest das offizielle Verfahren. Viele Architekturbüros sind aber in ihrer Formensprache, der Architekturvisualisierung und im Stile ihrer Grafiken wiederzuerkennen. Das kann natürlich dazu führen, dass man bereits auf den Rundgängen erahnt, um welches Büro es sich handelt. Andersherum ist es auch nicht unüblich, dass die Büros ihre Plandarstellungen und -grafiken auf die Jury "zuschneiden", wenn sie einzelne Jurymitglieder und deren architektonische Vorlieben bereits im Vorfeld kennen. Das ist bereits im Architekturstudium Praxis (wenn auch nicht anonymisiert), dass man als Studierender Plangrafiken an die Vorlieben des den Entwurf betreuenden Professors anpasst.

    Einmal editiert, zuletzt von PRohdan (3. September 2025 um 12:24)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Viele Architekturbüros sind aber in ihrer Formensprache, der Architekturvisualisierung und im Stile ihrer Grafiken wiederzuerkennen. Das kann natürlich dazu führen, dass man bereits auf den Rundgängen erahnt, um welches Büro es sich handelt.

    Mein Lieblingsbeispiel ist die (furchtbar hässliche) Opéra de la Bastille in Paris des unbekannten Carlos Ott, der vielleicht absichtlich im Stil des Star-Architekten Richard Meier entwarf. Der Plan ging auf, die Jury meinte, einen Meier-Entwurf vor sich zu haben. Einen schönen Einblick in Eitelkeiten und Oberflächlichkeiten, wie sie auch heute noch in Jury-Sitzungen an der Tagesordnung sein dürften, gibt dieser Artikel:

    Opéra de la Bastille, Paris | 1984 - wettbewerbe aktuell

    Ich halte unser heutiges Wettbewerbswesen für einen Teil der überkommenen Wagenburg, in der sich die organisierte Architektenschaft verschanzt, um ihre Privilegien zu wahren. Vielleicht sollte man sich mal fragen, warum in früheren Jahrhunderten, in denen die Vergabe von Entwurfsaufträgen chaotisch, korrupt und intransparent war, dennoch zeitlos schöne und funktionale Bauten entstehen konnten. Vielleicht sind dafür ganz andere Kriterien ausschlaggebend als ein möglichst aufgeblasener Wanderzirkus von Fachpreisrichtern.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Vielleicht sollte man sich mal fragen, warum in früheren Jahrhunderten, in denen die Vergabe von Entwurfsaufträgen chaotisch, korrupt und intransparent war, dennoch zeitlos schöne und funktionale Bauten entstehen konnten.

    Survivorship Bias. Die schlechten Ergebnisse dieses Vorgehens haben es nicht bis heute geschafft, sondern wurden abgerissen.

  • Ich habe vor einigen Monaten ein Rendering gesehen, wo am Platz der neuen Oper 3 (ich denke) Wohnhochhäuser standen. Die waren eher abstrakt und haben von der Architektur eher an Amsterdam/Rotterdam erinnert. Weiß jemand, was ich meine?

    Und gibt es ein Sammelthread oder eine Webseite, wo ich speziell solche Entwürfe finde, die Architekten ohne Anlass erstellen? Wenn ich im Internet nach Entwürfen suche, finde ich immer nur Gebäude aus offiziellen Wettbewerben.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Weiß jemand, wann endlich definitiv ein höheres Hochhaus als der Commerzbank-Tower gebaut wird?

    Es ist ja nicht die Höhe, sondern die gesamte Gestaltung solcher Gebäude, Dem steht die Höhe vielleicht irgendwann sogar im Wege? Ich finde den Commerzbankturm hoch genug, und irgendjemand (i.d.r. die gerne kritisierten "Banker") sollen dann da ja auch noch arbeiten wollen. Ich würde mich da oben nicht wohlfühlen.

    Denn Architektur hat den Menschen zu dienen, nicht der Eitelkeit der Erbauer und ihrer Gehilfen.