Ich finde, die neuen Hochhäuser am Alex unterstreichen alle so schön die Kälte des Platzes. Nein es ist kein Platz, es ist eine Freifläche. Wie einfallslos sind die Entwürfe für diese Häuser? Es sind Rechtecke. Um wieviel schöner erscheinen dagegen Entwürfe wie der Messeturm Frankfurt mit seiner beleuchteten Spitze oder Hochhäuser aus den 30ern in NYC. Also ich finde es hässlich. Es passt aber zur Spree-Fassade des Stadtschlosses. Man hätte lieber Vorkriegsfotos angucken sollen, und probieren sollen das möglichst zu rekonstruieren. Früher gab es da noch schöne Gebäude wie das Kaufhaus Tietz oder das Grandhotel Alexanderplatz. In der Nacht und beleuchtet und von Weitem sieht es aber vielleicht schön aus. Wo ist eigentlich die Berolina-Statue?
Beiträge von Adrian96
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Wenn man Berlin von oben betrachtet, fällt auf, dass ein riesiges Gebiet, in dessen Mitte sich ungefähr der Strausberger Platz befindet, sehr grün, und verglichen mit fast allen anderen Stadtteilen sehr undicht, und fast nur mit Plattenbauten bebaut ist. Im Süden bis zur Spree und im Norden bis zur Straße "Am Friedrichshain". Wurde dieses Gebiet besonders schwer bombardiert?
Und wie wurden die ganzen Gründerzeithäuser die es überall in der Stadt gibt, so schnell gebaut? Die ganze Stadt ist voll mit 5 Stock Häusern von 1880-1910. Wie ging das, dass man die ganze Stadt in ein paar Jahren damit zubauen konnte? Die Ausmaße scheinen riesig zu sein. Wie ist die Anzahl an Gründerzeithäusern in Berlin international einzuordnen? Ist Berlin international eine der Städte mit den meisten solchen Häusern? Und wieso sind doch so viele dieser Häuser erhalten, obwohl alles bombardiert wurde? Danke
[mod]Beitrag gesplittet, da unterschiedliche Themen. Hierzu könntest du übrigens ganz einfach mal selbst recherchieren. [/mod]
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Hi, weiß jemand, ob irgendwann noch die Aussicht besteht, dass das Dach vom Hauptbahnhof noch vervollständigt wird? Das wurde nicht komplett fertig gebaut um für die WM 2006 fertig zu sein, und irgendwo habe ich gelesen, dass die vorgefertigten Dachteile irgendwo eingelagert wurden. Lässt man jetzt wirklich nur weil für eine WM alles schnell schnell fertig sein musste, das Dach für immer unvollständig? Der Hbf ohne Dach ist nicht großstädtisch und sieht viel schlechter aus als mit Dach.
[mod]Beitrag gesplittet, da unterschiedliche Themen. Das Thema Dach vom Hbf wurde auch schon x-mal besprochen, einfach mal selbst recherchieren/suchen. Danke. [/mod].
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Vielmehr sollte man Hochhäuser von etwa gleicher Höhe miteinander vergleichen bei der Optik. Knapp 400m vom Empire State Building sehen immer anders und imposanter als ein 138m Glastürmchen.
Ja stimmt schon aber mit der Höhe hat es eigentlich nichts zu tun. Es gibt auch hunderte Hochhäuser im Empire State-Stil die niedriger sind, zum Beispiel das American Radiator Building New York (103 m), und das Plaza ist nur 82 m. Beim MYND freue ich mich erstens, weil überhaupt mal ein Hochhaus gebaut wird, zweitens über den Sockel der sich etwas abhebt und etwas Stein-lastiger ist, und drittens darüber dass die Fassade nicht komplett zu 100 % verglast ist. Aber am Alex steht schon das Park Inn-Rechteck. Da muss man doch nicht ausgerechnet alle neuen Hochhäuser auch als Park Inn Abklatsch-Rechtecke bauen. Kann die Form eine Hochhauses noch langweiliger sein als das Park Inn und MYND? Wenn man sich verglichen damit vorstellt, wie schön es geworden wäre, wenn man sowas gebaut hätte wie das American Radiator.
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Der Alex wird mit den neuen Hochhäusern tausendmal besser aussehen als davor. Insgesamt stellt er aber städtebaulich eine Komplettkatastrophe dar, in die sich das MYND perfekt einfügt. Ein unwirtlicher, viel zu großer Platz, den man vielleicht in Neu-Belgrad erwarten würde. Das MYND ist rechteckig monoton und zu gerade, es gibt nicht mal die kleinste Versetzung um die Monotonität zu durchbrechen. Auf der Visualisierung sieht man drei neue Hochhäuser am Alex, die alle drei gleich aussehen, und alle in die gleiche Richtung zeigen. Das Rohbaugerippe sieht zur Zeit aus wie ein alter Plattenbau der entkernt und abgerissen wird. Und die Fassade besteht aus zu viel Glas, das Glas zu Stein-Verhältnis ist falsch, die wirklich schönen Hochhäuser haben einen viel höheren Steinanteil, wie man am Empire State Building und am Chrysler Building sieht. Eine zu gläserne Fassade lässt das Hochhaus sich zur Hälfte auflösen und zu kalt wirken, es ist eine Nicht-Fassade, in der sich nur der Himmel spiegelt und die Sonne blendet. Und es hat auch nur ein Flachdach wie ein Plattenbau. Man hätte sowas bauen sollen, das so ähnlich aussieht wie das Plaza Hotel New York, das hätte den Platz viel mehr aufgewertet. Es muss an den Kosten liegen, dass sowas gebaut wird. Diese drei neuen Rechtecke + das Park Inn = vier monotone Rechtecke.
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Hi, ich interessiere mich zur Zeit sehr für Altbauten und besonders Raumhöhen von Altbauten und die Schönheit von Gründerzeitarchitektur vs. Neubauten, und wieso nicht mehr im Gründerzeitstil gebaut wird. Es gab da ein interessantes Gespräch (Raumhöhen von Altbauten und Folgediskussion), dort ist es aber leider nicht mehr möglich, weiterzuschreiben. Könnte mir jemand sagen, wo man hier etwas bezüglich Gründerzeit vs. Neubauten in früheren Diskussionen nachlesen kann?
[mod]Nutze bitte die Suchfunktion und schaue auch mal in der allgemeinen Lounge und/oder im BoS. Es ist ja kein regionales Thema nur für Berlin/Potsdam. [/mod]
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Stimmt es also wirklich, dass nicht jeder oder zumindest 95 % denken, dass deutsche Städte vor dem Krieg eine schönere Architektur hatten als jetzt? Eine Frage, wenn ihr durch eine Gründerzeit-Straße geht in der einige Bombenlücken mit 60er oder 70er Jahre-Bauten aufgefüllt wurden, was denkt ihr denn dann darüber? Stört euch das nicht? Oder was denkt ihr dann, was damit gemacht werden sollte. Oder denkt ihr, es ist halt ein anderer Baustil, aber auch schön? Oder denkt ihr, sieht schon hässlich aus aber ist nun mal so.
Und das Haus in der Wilsnacker Straße 42 das ich zufällig gesehen habe. Dass so etwas schönes als Fast-Standard-Mietshaus in Berlin existiert ist doch eigentlich ein Wunder. Dass so viele so schöne Häuser überall stehen, die eigentlich halbe Schlossfassaden haben. Ich habe gedacht, so etwas muss jeder zwangsläufig wunderschön finden, und erst recht, wenn man sich für Architektur interessiert. Ich versteh das nicht. Wie lässt sich das erklären, dass nicht jeder will, dass die meisten auch neuen Häuser in Berlin so aussehen sollen? Kann man wirklich sowas wie am Hbf/Europaviertel schöner oder genauso schön finden?
Gibt es denn kein Bild von irgendwas, das zwischen 1945 und 2025 gebaut wurde, das keine Rekonstruktion ist, und eurer Meinung nach genauso viel Schönheit ausstrahlt und Aura hat wie Gebäude wie das Wilsnacker 42? Oder geht es hier einfach darum, dass Architektur einfach nicht schön sein muss, sondern nur funktional, und euch das nicht stört, wenn es nicht schön ist.
[mod]Hier ist jetzt Schluss. Die Ursprungsfrage dürfte hinreichend beantwortet sein und das Thema "früher war alles schöner" und "Gründerzeit-Architektur vs. moderne Bauten" wurde schon oft genug in diesem Forum durchgekaut. [/mod]
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Vielleicht wäre es empfehlenswert sich solche Fotos einfach nicht mehr anzusehen.
In diesem thread geht es schon wieder in Richtung "früher war alles besser". Das wäre wohl der xte thread zu diesem Thema ohne dass es nennenswert voran geht.
Wieso soll man solche Fotos nicht mehr ansehen? Auf denen sieht man halt dass es früher schöner ausgesehen hat als jetzt. Das ist ja eh alles eine Anormalität dass früher als man noch viel schwieriger nur bauen konnte trotzdem die Architektur schöner war als jetzt. Man muss sich die Fotos ansehen und dann beschließen dass man es so wieder nachbauen sollte. Früher waren halt die Raumhöhen besser und die Fassaden schöner, und nur dadurch dass man das verschweigt, ändert es sich dadurch auch nicht. Ich sag nur: Wilsnacker Straße 42
Man muss überlegen wie man sowas billiger nachbauen kann, es aber trotzdem lange hält. Aber eins stimmt: wenn man nicht weiß wie schön es früher war, kann man sich auch eher und viel schneller über aktuelle Glattfassadenklötze freuen weil dann der Vergleich fehlt. Sowas wie am Holzmarkt ist ja da wenigstens mal was anderes als ein weiterer Standardklotz. Außerdem muss man einfach die Schönheit der Gründerzeit-Häuser aus der Vergangenheit holen und sagen: das ist jetzt der neue moderne Berliner Baustil, hohe Raumhöhen und Gesimse und 5 Stock. -
Danke für die Leipzig Hinweise, das habe ich so nicht gewusst. Auch dass die Stadt so groß und wichtig war früher verglichen mit den anderen Städten. Das erklärt vielleicht auch den großen Hbf. Leipzig ist dann in vielerlei Hinsicht was Besonderes. Der Leipziger Hbf ist der schönste und imposanteste Bahnhof Deutschlands finde ich. Leider ist bis jetzt das Fazit von all dem hier: von Allem, was nach 1945 in Deutschland gebaut wurde, kann 90 % nicht als wirklich schön betrachtet werden. Und von den 10 % wirklich schönen Dingen, die gebaut wurden, sind 8 % Rekonstruktionen von schonmal existierenden Gebäuden. Die drei auf alt getrimmten Seiten des neuen Berliner Stadtschlosses stehen dabei für alles was vor dem Krieg gebaut wurde. Für alles, was nach 1945 entstanden ist, steht die moderne Spreeseite des Schlosses. Wenn man sich vorstellt, dass sämtliche Wohngebäude in Deutschland so aussehen würden wie Gründerzeit-Häuser dann würden wir in einem architektonisch paradiesischen Land leben. So sind 90 % aller Häuser in den Städten nichts fürs Auge. Viele sind vielleicht nicht hässlich, aber auch nicht wirklich schön, und es kommen jeden Tag mehr nichtssagende Klötze dazu die im Weg stehen überall. Diese ganzen Klötze rund um den Berliner Hbf. Und der Vorplatz ist so kalt. Was ist dieser Bahnhof verglichen mit dem Leipziger Hbf oder Milano Centrale? Oder wie sieht der Mehringplatz jetzt eigentlich verglichen mit früher aus? Es tut weh alte Fotos von dem Platz zu sehen wie der früher aussah. Das Beste was die letzte Zeit gebaut wurde waren die neuen Altstädte von Dresden und Frankfurt. In Dresden hätte man dringend den Kulturpalast abreißen müssen und in Frankfurt die Schirn, die wie ein Riegel die Altstadt vom Main trennt. Danach müsste die Altstadt bis zum Main erweitert werden. Aber das ist nur meine Meinung.
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Ja stimmt schon dass Hannover etc. auch interessant sind aber das Einzige was ich da immer mache ist bei Earth mit Street View die Städte abzugehen und noch erhaltene Altbauten zu suchen. Kürzlich habe ich in Hannover, Frankfurt und Stuttgart erstaunlich viele gefunden, verstreut über die Städte, am einheitlichsten in Frankfurt. Ich glaube die meisten davon haben leider nur 3 Stockwerke + Dachgeschoss anstatt wie in Berlin 4 + D, wodurch diese Städte nicht so großstädtisch und wichtig erscheinen. Eine Besonderheit ist auch Nürnberg wo die Altbauten einen ganz bestimmten Stil zu haben scheinen, gebaut aus anderem Stein. Trotzdem kommt man immer wieder zu der Erkenntnis dass Berlin deutschlandweit ein riesiger Schatz ist, die einzige Stadt wo es noch so riesige Altbauviertel gibt, und auch durchschnittlich die höchsten. Und verglichen mit dem Vorkriegszustand sind alle oben genannten Städte doch nur noch ein trauriger Schatten ihrer selbst, besonders auch Magdeburg. Aber wenn man nicht Altbauten als das Schönste empfindet, kann es natürlich auch sein, dass man jetzt Köln oder Hannover als schöner oder "auf eine andere Weise genauso schön" empfindet wie vor dem Krieg. Am besten wären Fotos von Nachkriegsbauten, die eurer Meinung nach genauso schön sind wie Altbauten, oder "auf eine andere Weise aufgrund irgendwelcher Merkmale genauso viel Schönheit ausstrahlen", dann kann man es ja vergleichen.
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Ich glaube auch dass man in Normalhöhenwohnungen glücklich sein kann, aber wenn mich jemand fragen würde, welche Wohnung ich geschenkt bekommen will, die mit Normalhöhe, oder genau die selbe Wohnung in Altbauhöhe, warum soll ich dann die beengtere Variante nehmen? Das könnte man wissenschaftlich untersuchen, bei welcher Deckenhöhe Menschen sich am wohlsten fühlen, wahrscheinlich gibt es eine Obergrenze von vielleicht 4 oder 5 Metern oder so, ab der es dann zu hoch wird, aber das weiß ich nicht. Mir ist es nicht wichtig, dass ich mit der ausgestreckten Hand noch an die Decke komme, um sie zu streichen. Es deutet eher einiges darauf hin, dass das eigentlich zu niedrig ist, und die meisten es aber einfach nicht anders gewohnt sind, und es als normal empfinden.
Und äußerlich geht es ums Stadtbild, Altbauten oder Abklatsche davon bilden für mich die schönsten Stadtbilder, ich besichtige lieber Prag oder Budapest oder Wien als Köln, Hannover oder Magdeburg, und laufe lieber in Hobrecht-Plan-Vierteln rum als in Gropiusstadt.
Außerdem wird die Schönheit deutscher Städte eigentlich mit ein paar Ausnahmen maßgeblich danach bemessen, wie viel Altbaubestand im Krieg zerstört wurde. Wenn alles noch so wäre wie vor dem Krieg, wären deutsche Städte fast genauso schön wie italienische Städte, zwar auf eine andere Weise, aber sie könnten mit ihnen mithalten, was jetzt eigentlich nicht mehr gegeben ist.
Bis jetzt kann ich mir gar nicht vorstellen, was bei dir für ein Stadtbild rauskommen würde, wenn du Berlin so zubauen könntest, wie du wollen würdest. Der Erhalt von Altbauten scheint dir nicht erstrebenswert zu sein, und verzierte Fassaden auch nicht, wie sähe dann eine Stadt aus, die du vollständig geplant hättest? Und das mit der Altbau-Aura, dass Gebäude auch frühere Jahrhunderte miterlebt haben, scheint dir auch egal zu sein. Ich weiß dass es teurer wäre, aber du sagst ja nicht mal, dass es schade ist, dass das aus Kostengründen schwer realisierbar ist, sondern du findest es anscheinend einfach nicht schön genug.
Aber selten gibt es auch sehr schöne Neubauten die keine Rekonstruktionen von Altbauten oder Schlössern sind. Wenn du willst zeige doch hier einfach mal Bilder von Gebäuden, die neu gebaut wurden, und von denen du denkst, dass sie genauso viel Schönheit ausstrahlen wie Altbauten. Dann könnte man sich besser in deinen Geschmack reinversetzen. Bis jetzt würde ich sagen, es gibt keine Wohn- oder Bürogebäude, die so viel Schönheit ausstrahlen wie ein richtig schöner 1890er-Altbau mit gusseisernen Balkonen.
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Danke für die ganzen Erklärungen. Zusammenfassung: Gründe für hohe Decken waren:
1. bessere Belichtung
2. bessere Luftzirkulation
3. mehr Luft für den Ofen zum ansaugen
4. bessere Verteilung von entweichenden giftigen Stoffen
5. weniger Ruß an den Decken
6. größere Sauerstoffmenge zum atmen
7. Platz für teure Einrichtungsgegenstände
8. mehr Stauraum
9. hohe Decken entsprechen mehr den Wohlfühlmaßen des Menschen
10. Statussymbol
11. kühlere Räume bei Hitze
12. hohe Decken waren das Ergebnis jahrhundertelanger Beobachtungen
13. schlossartige Anmutung
14. mehr Wandfläche speichert mehr Wärme
Wir stellen fest, dass hohe Raumhöhen auch heute noch einige Vorteile hätten, und eigentlich besser geeignet wären, als niedrigere. Wir haben uns nur schon alle an zu niedrige Decken gewöhnt, deswegen kommen uns Raumhöhen, die eigentlich besser für Menschen geeignet sind, zunächst zu hoch vor. Es ist aber damit zu rechnen, dass trotzdem höchstwahrscheinlich fast nie mehr mit Altbau-Höhen gearbeitet wird. Das sehen wir zum Beispiel auch an dem Haus in Hamburg, sogar dort wurde noch eine Etage zusätzlich reingequetscht.
Dies macht die noch erhaltenen Altbauten umso wertvoller. Kein Haus das bis 1933 schon dastand, und nicht kurz vor dem zusammenfallen ist, sollte mehr abgerissen werden dürfen, sondern mit allen Mitteln gerettet werden, koste es, was es wolle.
Man kann in Altbauten nicht nur unbedrängter und weiträumiger wohnen, sondern auch von außen sind diese Häuser sogar ohne Gesimse, allein schon wegen ihrer Raumhöhen ein schönerer Anblick: die Fassaden wirken durch weniger aber dafür größere Fenster in einem größeren Abstand, gestreckter, und nicht so gestaucht. Auch hierzu betrachten wir nochmal das Gebäude in Hamburg: die Fassade wirkt fast etwas überladen, weil die Gesimse und Steinumrahmungen um die Fenster sowie die Balkone fast schon zu nahe beieinanderliegen, weil es eigentlich zu viele Etagen für die Fassadenfläche sind.
Die typischen Berliner Altbauten haben zwar nur wenig mit Schlössern zu tun. Doch wenn auf einer Skala von 1 bis 10 ein Schloss bei 10 steht, und eine Platte in Marzahn bei 1, dann sind entstuckte Altbauten doch wenigstens bei 2 anzusiedeln, und Altbauten mit Stuck bei 3.
Das Auge des Menschen sucht schöne Dinge, und bleibt an ihnen hängen. An glatten Fassaden gibt es meist nichts zum hängenbleiben, außer es wird mit besonders hochwertigem Stein mit schöner Maserung gearbeitet, aber auch hier hält es sich in Grenzen. Die Ausnahme sind entstuckte Altbauten. Diese sind zwar auch glatt, an ihnen bleibt das Auge aber wegen den höheren Etagen und der Altbau-Aura trotzdem hängen.
Wir müssen alle Neubauten auf die vier Kernpunkte überprüfen:
1. Hat das Gebäude hohe Raumhöhen oder werden zu viele Stockwerke zusammengepresst?
2. Gibt es ein Dach, das besser aussieht und mehr zu bieten hat als das einer Hellersdorf-Platte?
3. Ist die Fassade mit Gesimsen und Stuck verziert? Die Fenster sollten steinumrandet sein.
4. Sind die Fenster klein genug unterteilt, sodass die Fensterflächen nicht zu groß und leer aussehen? Zu große Fenster ohne Fensterkreuze sehen aus wie starrende Löcher.
Es sollten unbedingt als Experiment Berliner Altbau-Stil Häuser mit 6 Vollgeschossen + Dachgeschoss gebaut werden. Sowas muss wunderschön aussehen. Solche Häuser hätten allerdings ungefähr die Höhe von 10-stöckigen Plattenbauten.
Egal um welche Neubauten es sich handelt, diese können an x-beliebiger Stelle und zu einem x-beliebigen Zeitpunkt gebaut werden, und sind austauschbar. Ein abgerissener Altbau ist unwiederbringlich verloren und unersetzbar. Häuser die das komplette 20. Jahrhundert in Berlin miterlebt haben, und sogar Teile des 19. Jahrhunderts, sind ein großer Schatz. Die Gebäude tragen die Geschichte dieser Zeitspanne in sich, und die Erinnerungen ihrer früheren Bewohner schweben noch in ihnen. In einigen Fällen lebten vielleicht z.B. Juden in ihnen, die deportiert wurden. Das ist hochdramatisch und hochfaszinierend und hochschützenswert. Vorgänge wie in der Wolliner Straße 58/Arkonaplatz oder in der Lietzenburger Straße 76 dürfen sich nicht wiederholen. Wer weiß, wer in diesen Häusern im Laufe der langen Zeit alles gewohnt hat. Immer wieder werden Altbauten abgerissen. Das summiert sich schon in die Hunderte. Wenn alles noch stehen würde, was ab 1945 noch zu retten gewesen wäre, wäre die Stadt um ein Vielfaches schöner als jetzt. Doch der Altbautenabriss geht schlimmerweise bis jetzt fast unbemerkt weiter. Es sollten stattdessen die Bombenlückenfüller langsam wieder abgerissen werden und durch Kopien ihrer Vorgängerbauten oder neue Altbaustil-Häuser ersetzt werden. Der dadurch entstehende Wohnflächenverlust durch die höheren Raumhöhen kann durch zwei Stockwerke mehr ausgeglichen werden (6 + Dachgeschoss statt 4 + Dachgeschoss). Dann wären die Straßenzeilen auch wieder einheitlicher, und die Stockwerke der Häuser wären nicht mehr gegeneinander versetzt. Um noch mehr Wohnraum zu schaffen, können auch bestehende Altbauten aufgestockt werden, die dann mit den neuen 6-stöckigen zusammenpassen. Wenn das mit den 6 Stock zu hoch ist oder nicht geht, dann so wie früher 4 Stock, Hauptsache Altbau. Berlin wird dadurch auch beliebter als Reiseziel, und hätte daher auch wirtschaftlich etwas davon. Es wird aber für die Berliner gemacht. Es muss Spaß machen, die Berliner Häuser zu betrachten. Umgeben von Altbauten, die innen sind wie Neubauten, haben die Berliner ein schöneres Leben.
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Das Gebäude ist echt wunderschön und an sowas sieht man, dass es auch heute noch möglich wäre, sowas zu bauen. So wie auch beim Stadtschloss, aber das wurde durch die eine moderne Spreeseite, von der ich nicht weiß, was da die logische Begründung für diese moderne Seite war, ja leider etwas entstellt. Das einzige woran man erkennt dass das Haus in Hamburg nicht von früher stammt, sind die zu eng beieinanderliegenden Fenster und Balkone, weil ein Stockwerk mehr reingebaut wurde. Meinst du meine Meinung zu "Einfach bauen"? Ich kann dazu keine kompetente Meinung sagen, ich laufe nur durch die Stadt und freue mich über alles was den Krieg überstanden hat, und ich interessiere mich sehr als Hobby für Altbauten, nicht nur weil sie viel schöner sind, sondern auch wegen der Geschichte die sie in sich tragen durch die Leute aus dem 19. Jahrhundert die schon dort drin gelebt haben. Etwas unsichtbares aus der Vergangenheit wabert in den Häusern. Und das ärgerlichste Phänomen deutscher Städte, dass vor dem Krieg ästhetischer gebaut wurde als danach. Wie hoch ist nochmal ein normaler Raum von einem Neubau heutzutage? Ein Standard-Stockwerk ist in den meisten Häusern heute 16 Standard-Stufen hoch, zumindest nach dem was ich immer so mitzähle wenn ich in Häusern hochgehe. Bei Altbauten sind oft die Stufen etwas höher, aber trotzdem mehr, ich glaube 21-23 Stufen pro Stock. Eine Stufe ist glaube ich so 15 cm hoch, beim Altbau etwas höher, also wären Altbau-Räume vielleicht so 1-1,4 m höher. Da wundert mich eher, dass Räume nicht rentabler bzw. technikunabhängiger sind, wenn sie Normalhöhe und nicht Altbauhöhe haben, weil es wahrscheinlich in niedrigeren Räumen schneller warm wird und in Deutschland ist es eher länger kalt als warm. Aber wenn das dabei rausgekommen ist, muss man doch dieses Ergebnis verbreiten, damit alle wieder in Altbauhöhe bauen. Interessant wäre, bei welcher Raumhöhe sich Menschen am wohlsten fühlen, unabhängig von wirtschaftlichen Dingen. Ob man sich in Altbauten befreiter und unbedrängter fühlt, weil die Decke weiter weg ist.
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Das Gebäude ist echt wunderschön und an sowas sieht man, dass es auch heute noch möglich wäre, sowas zu bauen. So wie auch beim Stadtschloss, aber das wurde durch die eine moderne Spreeseite, von der ich nicht weiß, was da die logische Begründung für diese moderne Seite war, ja leider etwas entstellt. Das einzige woran man erkennt dass das Haus in Hamburg nicht von früher stammt, sind die zu eng beieinanderliegenden Fenster und Balkone, weil ein Stockwerk mehr reingebaut wurde. Meinst du meine Meinung zu "Einfach bauen"? Ich kann dazu keine kompetente Meinung sagen, ich laufe nur durch die Stadt und freue mich über alles was den Krieg überstanden hat, und ich interessiere mich sehr als Hobby für Altbauten, nicht nur weil sie viel schöner sind, sondern auch wegen der Geschichte die sie in sich tragen durch die Leute aus dem 19. Jahrhundert die schon dort drin gelebt haben. Etwas unsichtbares aus der Vergangenheit wabert in den Häusern. Und das ärgerlichste Phänomen deutscher Städte, dass vor dem Krieg ästhetischer gebaut wurde als danach. Wie hoch ist nochmal ein normaler Raum von einem Neubau heutzutage? Ein Standard-Stockwerk ist in den meisten Häusern heute 16 Standard-Stufen hoch, zumindest nach dem was ich immer so mitzähle wenn ich in Häusern hochgehe. Bei Altbauten sind oft die Stufen etwas höher, aber trotzdem mehr, ich glaube 21-23 Stufen pro Stock. Eine Stufe ist glaube ich so 15 cm hoch, beim Altbau etwas höher, also wären Altbau-Räume vielleicht so 1-1,4 m höher. Da wundert mich eher, dass Räume nicht rentabler bzw. technikunabhängiger sind, wenn sie Normalhöhe und nicht Altbauhöhe haben, weil es wahrscheinlich in niedrigeren Räumen schneller warm wird und in Deutschland ist es eher länger kalt als warm. Aber wenn das dabei rausgekommen ist, muss man doch dieses Ergebnis verbreiten, damit alle wieder in Altbauhöhe bauen. Interessant wäre, bei welcher Raumhöhe sich Menschen am wohlsten fühlen, unabhängig von wirtschaftlichen Dingen. Ob man sich in Altbauten befreiter und unbedrängter fühlt, weil die Decke weiter weg ist.
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Ja das mit dem Lietzenburger 76 ist wirklich sehr schade. Vor allem, wenn man sieht, dass das hässliche Haus links neben dem Neubau, Lietzenburger 84, nicht abgerissen wurde. Ich will gar nicht wissen, wie viele Altbauten insgesamt Jahr für Jahr abgerissen werden. Den Neubau "LB76" finde ich leider nicht so schön, zu viel Glas. Das mit den Pflanzen ist recht schön. Auf der Website von Das Projekt Berlin finde ich das "CUV" und das "F113" am schönsten. Am schlimmsten ist das "HOC" - total abweisende Architektur. Aber danke für die Insider-Infos. Schade dass es so kompliziert und teuer ist, Altbauten zu retten.
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Ja das mit dem Lietzenburger 76 ist wirklich sehr schade. Vor allem, wenn man sieht, dass das hässliche Haus links neben dem Neubau, Lietzenburger 84, nicht abgerissen wurde. Ich will gar nicht wissen, wie viele Altbauten insgesamt Jahr für Jahr abgerissen werden. Den Neubau "LB76" finde ich leider nicht so schön, zu viel Glas. Das mit den Pflanzen ist recht schön. Auf der Website von Das Projekt Berlin finde ich das "CUV" und das "F113" am schönsten. Am schlimmsten ist das "HOC" - total abweisende Architektur. Aber danke für die Insider-Infos. Schade dass es so kompliziert und teuer ist, Altbauten zu retten.
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Weil es schlichtweg nicht rentabel ist.
Das ist ja auch irgendwie leider verständlich, dann wundert mich dazu aber, dass es hier immer so viele Bewunderer von Durchschnittsklötzen gibt, die in die Höhe gezogen werden. Manche Klötze haben vielleicht ein zwei Merkmale die ganz schön sind, und es gibt auch einige Ausnahmen wie das Haus an der Parochialkirche. Aber um wirklich schöne Architektur handelt es sich hier fast nie, und trotzdem sind immer so viele begeistert. Sind wir ehrlich - das was wirklich schön aussieht ist zu 90 % von vor dem Krieg, oder rekonstruiert.
Der Fakt, dass vermutlich nie wieder normale Wohngebäude mit Altbau-Raumhöhen gebaut werden, machen die Gebäude, die den Krieg überlebt haben, umso wertvoller. Es dürfen keine Gebäude mit Baujahr vor 1930 mehr abgerissen werden. Die Ereignisse, die sich in diesen Gebäuden zwischen 1870 und jetzt abgespielt haben, sind mit den Gebäuden verwoben.
Einer der Hauptgründe, warum Berlin relativ weltstädtisch wirkt, und warum Berlin es ansatzweise mit Paris o.Ä. aufnehmen könnte, ist das Vorhandensein von Altbauten.
Außerdem wirkt Berlin in viele Stadtteilen großstädtischer als die meisten anderen deutschen Städte, weil die Altbauten 4 Etagen + Dachgeschoss haben. In den meisten anderen deutschen Städten haben Altbauten meistens 3 Etagen + Dachgeschoss oder sogar nur 2 + D.
Tut euch der Vorgang am Arkonaplatz eigentlich nicht weh mit dem Haus Wolliner Str. 58? Ein Haus das schon 1880 da war, und zwei Kriege und die DDR überlebt hat, dann doch noch abzureißen

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Weil es schlichtweg nicht rentabel ist.
Das ist ja auch irgendwie leider verständlich, dann wundert mich dazu aber, dass es hier immer so viele Bewunderer von Durchschnittsklötzen gibt, die in die Höhe gezogen werden. Manche Klötze haben vielleicht ein zwei Merkmale die ganz schön sind, und es gibt auch einige Ausnahmen wie das Haus an der Parochialkirche. Aber um wirklich schöne Architektur handelt es sich hier fast nie, und trotzdem sind immer so viele begeistert. Sind wir ehrlich - das was wirklich schön aussieht ist zu 90 % von vor dem Krieg, oder rekonstruiert.
Der Fakt, dass vermutlich nie wieder normale Wohngebäude mit Altbau-Raumhöhen gebaut werden, machen die Gebäude, die den Krieg überlebt haben, umso wertvoller. Es dürfen keine Gebäude mit Baujahr vor 1930 mehr abgerissen werden. Die Ereignisse, die sich in diesen Gebäuden zwischen 1870 und jetzt abgespielt haben, sind mit den Gebäuden verwoben.
Einer der Hauptgründe, warum Berlin relativ weltstädtisch wirkt, und warum Berlin es ansatzweise mit Paris o.Ä. aufnehmen könnte, ist das Vorhandensein von Altbauten.
Außerdem wirkt Berlin in viele Stadtteilen großstädtischer als die meisten anderen deutschen Städte, weil die Altbauten 4 Etagen + Dachgeschoss haben. In den meisten anderen deutschen Städten haben Altbauten meistens 3 Etagen + Dachgeschoss oder sogar nur 2 + D.
Tut euch der Vorgang am Arkonaplatz eigentlich nicht weh mit dem Haus Wolliner Str. 58? Ein Haus das schon 1880 da war, und zwei Kriege und die DDR überlebt hat, dann doch noch abzureißen

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Ok danke das sind ja echt mal ein paar einleuchtende Gründe. Aber bezüglich dessen, wie es aussieht: wenn ich einen Altbau neben einem Neubau sehe der ca. 1950-1980 dazwischen gebaut wurde (als Bombenlückenfüller) , auch wenn der Altbau entstuckt ist, kommt er mir immer schöner, robuster, und hochwertiger vor als der Neubau. Eigentlich sogar dann, wenn der Altbau renovierungsbedürftig ist. Liegt das daran, dass beim Neubau mehr Fensterreihen auf die gleiche Fläche reingequetscht werden? Wenn beim Altbau 4 Etagen zu sehen sind und beim Neubau auf gleicher Höhe 5. Finde ich das nur schöner, oder erwecken höhere und dafür weniger Fensterreihen wirklich einen hochwertigeren Eindruck? Bei Altbauten kommt außerdem die Aura dazu, dass wenn man darüber nachdenkt, dass in manchen um 1890 schon Leute gewohnt haben. Warum wird das nicht, trotz höherer Kosten, als erstrebenswert angesehen, neue Häuser mit Altbauhöhen zu bauen, sondern es setzen sich meistens Flachdächer mit gedrungenen Stockwerken durch. Wenn ein neues Haus überhaupt mal ein anderes Dach bekommt als ein Flachdach, dann ist es schon überdurchschnittlich schön.
Ein aktuelles Beispiel was mir weh tut:
Das Haus Wolliner Straße 58 wurde abgerissen. Es war ein Gründerzeithaus mit 4 Etagen. Das wird jetzt ersetzt durch ein Haus mit teuren Neubauwohnungen. Auf die gleiche Fläche werden 5 Etagen gequetscht. Die Fassade ist glatt und das Haus wirkt halb wie ein Bürobau. Obwohl es auch einen robusten Eindruck erweckt, wirkt es steril und abweisend. Und es ist Aura-los. Wie viel schöner wäre es gewesen, wenn man den Altbau gerettet hätte, und vielleicht sogar in den Vorkriegszustand zurückversetzt hätte. Aber ich habe das Gefühl, es tut den meisten nicht genug weh, wenn so ein Zeugnis der Vergangenheit abgerissen wird. Es müssen Leute an den Hebeln sitzen, die kein Gespür für wertvolle Gebäude haben. Niemals würde ich den Abriss von Gründerzeitgebäuden erlauben.
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Ok danke das sind ja echt mal ein paar einleuchtende Gründe. Aber bezüglich dessen, wie es aussieht: wenn ich einen Altbau neben einem Neubau sehe der ca. 1950-1980 dazwischen gebaut wurde (als Bombenlückenfüller) , auch wenn der Altbau entstuckt ist, kommt er mir immer schöner, robuster, und hochwertiger vor als der Neubau. Eigentlich sogar dann, wenn der Altbau renovierungsbedürftig ist. Liegt das daran, dass beim Neubau mehr Fensterreihen auf die gleiche Fläche reingequetscht werden? Wenn beim Altbau 4 Etagen zu sehen sind und beim Neubau auf gleicher Höhe 5. Finde ich das nur schöner, oder erwecken höhere und dafür weniger Fensterreihen wirklich einen hochwertigeren Eindruck? Bei Altbauten kommt außerdem die Aura dazu, dass wenn man darüber nachdenkt, dass in manchen um 1890 schon Leute gewohnt haben. Warum wird das nicht, trotz höherer Kosten, als erstrebenswert angesehen, neue Häuser mit Altbauhöhen zu bauen, sondern es setzen sich meistens Flachdächer mit gedrungenen Stockwerken durch. Wenn ein neues Haus überhaupt mal ein anderes Dach bekommt als ein Flachdach, dann ist es schon überdurchschnittlich schön.
Ein aktuelles Beispiel was mir weh tut:
Das Haus Wolliner Straße 58 wurde abgerissen. Es war ein Gründerzeithaus mit 4 Etagen. Das wird jetzt ersetzt durch ein Haus mit teuren Neubauwohnungen. Auf die gleiche Fläche werden 5 Etagen gequetscht. Die Fassade ist glatt und das Haus wirkt halb wie ein Bürobau. Obwohl es auch einen robusten Eindruck erweckt, wirkt es steril und abweisend. Und es ist Aura-los. Wie viel schöner wäre es gewesen, wenn man den Altbau gerettet hätte, und vielleicht sogar in den Vorkriegszustand zurückversetzt hätte. Aber ich habe das Gefühl, es tut den meisten nicht genug weh, wenn so ein Zeugnis der Vergangenheit abgerissen wird. Es müssen Leute an den Hebeln sitzen, die kein Gespür für wertvolle Gebäude haben. Niemals würde ich den Abriss von Gründerzeitgebäuden erlauben.