Ja, man kann alles relativieren. ich empfehle einfach, besagte Strecke, die an sich ideal zum Zufußgehen wäre, einfach mehrmals, auch in den Abendstunden, abzumarschieren. Und dabei stets zu bedenken, dass Frankfurt ja eigentlich(!) kein Dritte-Welt-Loch ist, sondern eine höchst relevante Wirtschaftsmetropole.
Beiträge von Higgins
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Ich bin neulich mit dem ICE in Frankfurt angekommen und dachte, ich laufe mal zu Fuß zu meinem Büro im OpernTurm.
Ja, was soll ich sagen? Es MUSS "politisch gewollt" sein, dass man denkt, man läuft durch einen Dritte-Welt-Slum. Anders kann ich mir das Gelump nicht erklären. Warum es in einer wichtigen Bankenmetropole so aussehen muss?
Dann fliege ich halt wieder oder nehme das Auto. So, wie es vermutlich auch unsere lokalen Politiker, Funktionäre und Bahnhofsviertel-Immobilienbesitzer tun.
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Bis jetzt hat die Frankfurter Stadtpolitik keine besonderen Anstrengungen unternommen, durch simple Maßnahmen wie Zäune dem Unrat und Vagabundentum Einhalt zu gebieten.
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Man kann ja das eine und das andere machen, es schliesst sich nicht gegenseitig aus und entwertet nicht mein Argument.
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ZB die Grünanlage zwischen Taunustor und Willy-Brand-Platz
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Immer diese "Personen". Kann man die nicht einfach verbieten?
Aber mal im Ernst: wenn sich LKW-Fahrer immer wieder in Frankfurt verfahren, muss man einfach bessere Schilder aufstellen. Der Kettenhofweg macht es vor.
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Man könnte doch auch ein Schild aufstellen "Zufahrt verboten!". Und "Verzieren dieses Schilds mit urbaner alternativer Kunst ebenso verboten!.
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Mal ein kleiner Situation Report vom Hauptbahnhof. Wie hat sich die Situation um Gebäude während des Umbaus entwickelt, wie ist der Wohlfühlfaktor und wie ist die Hygienesituation?
Ich gebe mal folgende Prognose ab:
Der Hauptbahnhof wird nie "fertig". Wie der Kölner Dom. Solche Vorhaben sind zu komplex. Sie können, wollen, sollen nicht fertig werden. Derzeit ist Frankfurt voll mit Großbaustellen (BHF Haus, Hauptbahnhof, Bockenheimer Landstrasse etc etc). Und die Stadt funktioniert trotzdem. Ich denke, das ist wie mit der Sektsteuer oder dem "Soli". Die sind dann halt da. Und sind gekommen, um zu bleiben.
Irgendwie scheint "der Frankfurter" ja Schmuddeligkeit auch zu mögen. Bei uns im Westend spaziert man an stolz aufgestellten Mülltonnen vorbei, Drahl- und Jähgerzäunen, Klingelschildern aus dem 9-Nadel-Drucker, keine Tore, dafür Bodenbedecker wie bei Nena 1980 wenn sie den Arm hebt.
Es gibt hier kein Pöseldorf, kein Falkenstein, kein Belgravia. Der in Ehren ergraute 68er in seiner vermieften 200qm-Wohnung und der Spiesser aus FFM-Sonstwasheim oder -Oberdingensbach sind sich ästhetisch viel näher als man denkt.
Im Moment ist die ganze Stadt ziemlich schmutzig, aber das Bahnhofsviertel ist wirklich extrem.
Ich hätte eine Idee: Vernünftige, schöne Zäune um die Parks, und spätestens ab Mitternach schliessen. Nein, es muss nicht alles immer für jeden/e offen sein. Wenn nachts um 3 kein Park ist, ist eben kein Park. Aber vermutlich ist das irgendwie "rechts" oder auf andere Weise nicht genehm.
Man könnte es doch einmal mal ausprobieren. Wenn die Parks dann am kommenden Morgen nicht vollgeschissen daherkommen, findet ja vielleicht die Mehrheit daran Gefallen?
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"Zufahrtsperren" - muss man denn, um unberechtigte Zufahren z.B. von ortunkundigen Autofahrern zu verhindern (sorry: AutofahrenDEN), so ein großes Geschütz auffahren? Reichen da nicht bessere Poller? Oder verstehe ich da irgendetwas nicht.
Die graue Farbgebung ist sehr angenehm, sicherlich werden sie hoffentlich bald durch alternative Künstler:Innen mit urbanen Motiven geschmückt. Das muss man aushalten.
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Eben ein Photorundgang durch den Rothschildpark, dabei entdeckte ich den "Ring der Statuen" und las soeben einmal die Hintergründe zu diesem Kunstwerk. Ich bin ja nicht von der empfindsam-woken Sorte, aber wie man direkt nach dem Krieg ausgerechnet auf die Idee kam, dieses Kundwerk an jenem Ort aufzustellen...oder?
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Auf der einen Seite wirkt das dunkle mit der Klinkeroptik tatsächlich erstmal wertiger, auf der anderen Seite gefallen mir bei dem helleren Entwurf jetzt die Roten Jalousien mit Klappfunktion.
Das Mittelmeer ist ja von Südhessen aus gesehen noch eine ganze Ecke weit weg. Daher muss es im Westend nicht "mediterran" zugehen. Die dunkle Fassade, verbunden mit der Begrünung, die im realen Leben nie so gepflegt sein wird, wie auf den Renderings, wirkt düster, nahezu schmuddelig. Wenn dann erst jeder Bewohner seine Blumenkübel, Sonnenschirme und Wäscheständer aufstellt....
Daher ist der neutral-helle Ton an sich schon mal schön. Die Eingangstür mit der doppelt-hohen Etage...ist das nicht langsam wieder aus der Mode, dass man sich fühlt, als ob man als David beim Goliath einen Hausbesuch macht?
Ansonsten ist die Ecke da unten recht ungemütlich (ich wohnte dort mal) - der Wind pfeift durch die lange Strasse, man schaut in den Lieferanteneingang der Deutschen Bank und hat zudem auch die abendliche Laufkundschaft des ganzen Zenzakan-Areals. Mir nicht verständlich, warum solche Plätze des Nächtens offen sein müssen. In London zB macht man dann um 22h die Tore zu, und keiner lungert da rum.
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Das Gelände "Pädagogische Institut/Heimvolkshochschule" ist weiterhin in der Vermarktung. Auffällig u.a., dass den Interessenten gleich ein dedizierter Architekt nahegelegt wird. Am Ende wird es ja, schaut man sich die Renderings der Projektentwickler an, auf Bürogebäude-artige Wohnhäuser im Würfelstil hinauslaufen, die in 20 Jahren bereits ebenso veraltet daherkommen wie die Flachdachbungalows im Ortskern.
Zudem sind die Parzellen mit 1200-1400qm recht knapp geschnitten, denn bei dem Preisgefüge möchte man nun wirklich nicht einander in den Suppentopf schauen.Im Hardtwald in Bad Homburg ist es viel schöner.
Es bleibt also spannend.
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Wir haben ja auch schon die Personalcomputer- und Textverarbeitungsrevolution überstanden.
Aber ohne Schlagzeilen verkaufen sich keine Zeitungen.
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Zur Struktur der Immobilienbesitzer gab es im SPIEGEL mal einen Bericht, habe ich weiter oben ja erwähnt. Da haben einige dieser Herren einen schönen Reibach gemacht, günstig gekauft, teuer an die Stadt verkauft. Wer das ist, soll bitte jeder selbst nachlesen, ich bin nicht der Überbringer.
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Jetzt sollte sicherlich nicht unbeachtet werden lassen, dass die Verschmuddelung da stattfindet, wo die darüber EntscheidendenInnen nicht leben. Zu Fuß wird sicherlich keine der hier namentlich genannten Personen durch das Bahnhofsviertel marschieren. Daher ist der Druck nicht wirklich hoch. Und viele derer, denen im Bahnhofsviertel Immobilien gehören, leben ja manchmal noch viel weiter weg und geniessen das leistungslose Einkommen, müssen aber die Realität vor Ort gar nicht erleben.
Das alles ist auch kein aktuelles, neu entstandenes Problem, sondern frei zugänglich und kostenlos z.B . im "SPIEGEL" Archiv der 198/90er nachzulesen. Auch zB, wie bestimmte Immobilienbesitzer starke Einflußnahme auf die lokale Politik versuchten.
Damals wie heute war es eben auch nicht ganz so leicht, die Strukturen in diesem Viertel klar zu kritisieren, daher wird sich meiner Meinung nach nicht viel ändern. Der OB hat ja auch eine vielfältige Stakeholderlandschaft zu beglücken.
Dem wird urinierenden Junkie mache ich daher erst als letztem Vorwürfe über den Zustand dort, dafür gibt es genügend andere, die davon profitieren.
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Zum gezeigen Entwurf:
Nein, ich finde nicht, dass Gebäude bunt sein müssen, um gegen Regen oder Wolken anzustinken. Sonst könnte man ja ins Legoland ziehen. Und die Idee, allzu glatte oder große Flächen zu strukturieren, ja, das tut dem Auge gut.
Ob der AI-generierter Entwurf (!) besser wäre, stammte er vom Reißbrett eines Architekturstudenten - geschenkt.
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Weiß jemand, wann endlich definitiv ein höheres Hochhaus als der Commerzbank-Tower gebaut wird?
Es ist ja nicht die Höhe, sondern die gesamte Gestaltung solcher Gebäude, Dem steht die Höhe vielleicht irgendwann sogar im Wege? Ich finde den Commerzbankturm hoch genug, und irgendjemand (i.d.r. die gerne kritisierten "Banker") sollen dann da ja auch noch arbeiten wollen. Ich würde mich da oben nicht wohlfühlen.
Denn Architektur hat den Menschen zu dienen, nicht der Eitelkeit der Erbauer und ihrer Gehilfen.
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Ja, für manchen geht es gedanklich ganz schnell, "er" ist dann "wieder da". Ich hingegen denke bei Monumentalarchitektur nicht immer gleich an "ihn", sondern ggf. an die vielen anderen totalitären Staatslenker, die sich ebenso in Stein und Beton verewigten. Wer schon mal in Bucharest war, weiss, was ich meine.
Ein interessanter Aspekt ist z.B. auch, dass die ach so progressiven Denker doch allermeistens gerne lieber in den Gründerzeitblocks im Prenzlauer Berg oder hier im Nordend leben als in den "Gartenstädten", Gropiussiedlungen und ähnlichen Experimenten.
Do as I say, not as I do... -
zu #66:
Das versuchte ich ja weiter oben auch zu schreiben. Ich bin Laie, aber sehe es genauso. "Erziehungsauftrag", sehr gut formuliert.
Und immer wenn die Geschmacksumerzieher mit ihren modernen schmucklosen Plattenbauten keinen Anklang beim unerleuchteten Volk finden, kommt die Speer-Keule, natürlich ist immer "nur" der Sohn gemeint.
Mit der Architektur ist es wie mit der Kunst: in der Szene gilt als fein, was Disruptionen schafft, um Brüche in der Geschichte oder Gesellschaft offen zu legen.
Eigentlich ein tolles Ding: man baut es und leben müssen dann andere dort. So wie sich auch das Graffti-Geschmiere, sorry: Strassenkunst dann andere ansehen müssen.
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Vielen Dank! Ich bin Laie, habe aber das Gefühl, dass die Nachkriegsarchitekten immer mehr missionarisch unterwegs waren, dem einfachen Volk den Kopf waschend. Wer die Schönheit nicht erkennt, ist halt nicht erleuchtet. Selbstverwirklichung vor Gemeinwohl.
Daher finde ich z.B. das Haussmann'sche Paris so schön, es hat eine wunderbar beruhigende Aura. Im Frankfurter Westend hingegen geht es von Gründerzeit zu Nachkriegsplatte zu Postmoderne und zurück.
Die Saalgasse könnte also gut ein Mahnmal sein - "nie wieder (lassen wir solche Experimente zu).
P.S.: Mein persönliches "highlight" sind die spitzen Erker, natürlich mit Aluminiumfenstern.