Ziegel
Der Kolumba-Stein war bei dem Museumsbau nicht per se der Grund für die Feuchteschäden und wird nach wie vor als (teures) und in meinen Augen optisch sehr ansprechendes Fassadenmaterial verwendet, weil man aus den konstruktiven Fehlern des Pionierprojektes gelernt hat.
Dort ist vielmehr Feuchtigkeit zwischen Stein und Mörtel gedrungen, weil letzterer noch nicht auf den Ziegel optimal abgestimmt und zu hart war, was zu feinen Rissen zwischen Stein und Mörtel geführt hat. Das ist grundsätzlich noch kein direktes Problem, weil es bei einem zweischaligen Mauerwerk hinter dem Verblendmauerwerk immer eine Hinterlüftungsebene gibt, in welcher Feuchtigkeit abtrocknen kann.
Beim Kolumba-Museum wurde allerdings ein monolithisches Verbundmauerwerk aus den äußeren, sichtbaren Kolumba-Steinen und den inneren, tragenden Hochlochziegeln ausgeführt. Dadurch konnte das Mauerwerk nicht schnell genug die Feuchtigkeit abgeben, wie es sie aufgenommen hat, sodass diese bis nach Innen dringen konnte.
Das hatte eine sehr teure und aufwändige Sanierung zur Folge, in der die Risse händisch mit Feininjektionen geschlossen wurden. Die Ausführungsabteilung von HdM wird sich dieser sehr genau dokumentierten Problematik bewusst sein.
Selbstverständlich sind baukonstruktive Fehler, die bei noch unerprobten und neuen Materialien und Konstruktionen nahezu unvermeidbar sind und zu teilweisen horrenden Kosten führen unfassbar ärgerlich. Dennoch bin ich froh, wenn kontinuierlich baukonstruktive Pionierarbeit geleistet wird, aus welcher neue Fassadenmaterialien wie dem Kolumba-Stein oder gar neue Konstruktionsarten wie dem CLT-Brettsperrholz beim mehrgeschossigen Holzbau entstehen. Und für das Kulturforum kann man sich durchaus eine aufwändigere Fassade leisten.