Beiträge von Schmittchen

    In der sogenannten Shared Lobby hat der Aufbau einer freitragenden Treppe in Spiralform begonnen. Diese wird einmal die Lobby des nhow-Hotels mit dem Restaurant im ersten Obergeschoss verbinden. Entworfen wurde sie vom Büro Rafael de la-Hoz, das seinen Sitz wie die NH Hotel Group in Madrid hat. Das Büro ist beauftragt, die Innenarchitektur des Hotels zu gestalten. Dabei lautet das Designkonzept "The Art of Money". Die Ringe der Treppe sollen später wie überdimensionale, von der Decke fallende Münzen wirken.


    one_hotel-interieur_nhnow_1.jpg



    one_hotel-interieur_nhnow_2.jpg

    Bilder: CA Immo / Klaus Helbig


    Visualisierter Entwurf von Treppe und Lobby mit Rezeption, weitere Ansichten des Hotel-Interieurs an dieser Stelle.


    one_hotel-interieur_nhnow_3.jpgBild: Rafael de la-Hoz / La Hoz Arquitectura Sl



    Eine Stellungnahme der "PSE Crew" zur Verunstaltung der Eisenbahnbrücke Nied würde auch mich sehr interessieren. Wenn das "relativ normale Typen mit normalen Jobs" sind, dann hat vielleicht der eine oder andere zuvor mitbekommen, dass es sich um die älteste noch betriebene Eisenbahn-Steinbogenbrücke Deutschlands handelt. Baujahr 1838 (!) und selbstverständlich denkmalgeschützt. Es wäre so ähnlich auch auf einer Tafel ablesbar gewesen, sofern diese nicht inzwischen bis zur Unkenntlichkeit besudelt wurde. Besonders ärgerlich, da wie schon erwähnt erst kürzlich eine grundlegende Sanierung abgeschlossen wurde, bei der die Deutsche Bahn AG eine sonst von ihr nicht gewohnte Sorgfalt aufwendete.


    1024px-Infotafel_des_Heimat-_und_Geschichtsvereins_Nied_an_der_Eisenbahnbr%C3%BCcke_Nied_%282019%29.jpg

    Bild (von 2019): JLange01 mit Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication @Wikimedia

    Und könnte sich die Stadt Erwerb und Wartezeit leisten? Samson wird der Stadt keinen Freundschaftspreis machen, warum auch, als Aktiengesellschaft ist sie den Anteilseignern verpflichtet. Auch wurde Samson jüngst aus eigener Sicht nicht so bevorzugt behandelt wie die Stadt das darstellen möchte (oben #11).


    Vom Potential her sollte das Samson-Areal plus das benachbarte ehemalige Gelände des Gaswerks Ost der Traum eines jeden Stadtplaners sein. Letzteres bietet darüber hinaus Charme mit der Lage am Hafenbecken und den erhaltenen Bauten des Architekten Peter Behrens (mehr). Hier ist Eigentümerin die Mainova AG, deren größter Anteilseigner wiederum die Stadt Frankfurt ist. Für klassische Industrie oder gar Transportgewerbe, wie es sich der Planungsdezernent vorstellt, erscheint mir dieser Bereich viel zu schade (für Rechenzentren ohnehin). Am ehesten könnte ich mir ein kleinteiliges Gewerbegebiet mit Campus-Charakter und Einbeziehung des historischen Gebäudebestands vorstellen.

    Heute geht es in der Rhein-Main-Zeitung der FAZ um Rechenzentren im Hinblick auf das in einigen Jahren frei werdende Samson-Areal. Der Artikel ist online bisher nicht frei zugänglich.


    Die Stadt in Person des Planungsdezernenten Josef und des Wirtschaftsdezernenten Frank wünscht sich Einschränkungen hinsichtlich der Folgenutzung des Samson-Areals. Rechenzentren will die Stadt an dieser Stelle verhindern. Das Gelände soll als Industriegebiet für die produzierende Industrie erhalten bleiben. Josef will unbedingt eine "hafenaffine Nutzung" sichern, äußerte er der FAZ gegenüber. Aus seiner Sicht sind außer Industriebetrieben auch Transportunternehmen denkbar, die sich die besondere Lage an Wasser, Schiene und Straße zunutze machen. Im Sinne des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung für den Erhalt des Osthafens in bestehender Form sei Josef zufolge insbesondere der Oberhafen "systemrelevant".


    Aus rechtlicher Sicht ist es allerdings äußerst schwierig, solche Beschränkung durchzusetzen. Das Areal ist Eigentum der Samson AG. Solange nicht die Stadt Eigentümerin wird, ist eine Steuerung nur über das Planungsrecht möglich. Das ist aber alles andere als einfach, zumal dem Planungsdezernat zufolge teilweise noch Baunutzungsverordnungen aus den sechziger Jahren für die Frankfurter Gewerbegebiete gelten. Es bleibt nur die Aufstellung beziehungsweise Änderung von Bebauungsplänen. Damit tut sich die Stadt generell schwer, besonders in der letzten Zeit. Doch auch auf diese Weise sind Rechenzentren kaum auszuschließen, da diese spezielle Form von Gewerbenutzung baurechtlich nicht bekannt ist. Es wäre zunächst eine Änderung von Bundesrecht erforderlich. Damit rechnet im Planungsdezernat jedoch niemand.

    Erweiterungsbau für die Hostatoschule

    Der Anbau an die gründerzeitliche Hostatoschule, Hostatostraße 38, gestern (Vorstellung in #203, letztes Update in #215):


    4751_anbau_hostatoschule.jpg


    Der Baukörper ist, wie main1a oben schon schreibt, an der Rückseite konkav ausgeformt. So soll einer Platane aus dem Jahr 1950 Platz gelassen werden.


    4752_anbau_hostatoschule.jpg

    Bilder: Schmittchen

    Kulturdenkmal Woogstraße 43 - Sanierung nach Brand (Ginnheim)

    Die Woogstraße 43 ist eine Hofreite aus dem Jahr 1601 (Foto / Foto), sie gilt als eines der ältesten Anwesen im Frankfurter Norden. Es besteht Denkmalschutz. Das Hauptgebäude ist ein Fachwerkhaus unter Putz. Anfang Januar 2017 brach dort im Dachgeschoss Feuer aus. Dieses Geschoss brannte komplett aus, das Haus galt danach als einsturzgefährdet. Einzelheiten und ein Bild gibt es in der FNP. Danach war war nichts mehr zu vernehmen.


    Gestern kam ich zufällig an der Woogstraße 43 vorbei. Erfreulicherweise zeigte sich das historische Wohnhaus saniert und in überwiegend gutem Zustand. Bauherr ist laut Bauschild der Eigentümer von 2017 (steht im FNP-Artikel), der Entwurf ist vom Rüdesheimer Architekturbüro Alexander Lill.


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    Lavori in corsa ...


    4750_woogstrasse_43.jpg


    4751_woogstrasse_43.jpg
    Bilder: Schmittchen

    Neue Perspektiven eröffnen sich, seitdem die DB-Netz-Zentrale weitgehend fertig gestellt ist.


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    Die Schriftzüge des Abbruchunternehmens Antal hängen schon eine ganze Weile am Hochhaus Hafenstraße 51. Doch von Bauarbeiten ist von außen nichts zu sehen - allerdings nur auf den ersten Blick! An der Westseite des Hochhauses stehen Fahrzeuge von Antal, Minibagger sausen durch das Erdgeschoss. Und es gibt einen untrüglichen Hinweis auf laufende Abbrucharbeiten im Inneren: Aus dieser Richtung tönt Speed Metal von Hilti.


    4746_grand_central.jpg


    Einer der Hofzugänge der DB-Netz-Zentrale, die Höfe selbst hat Serendip schon gezeigt, dort wird weiterhin gebaut.


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    Ob die Innenhöfe allgemein zugänglich bleiben, wird sich noch zeigen. Beim Platz im Nordosten dürfte dies gewiss sein. Blick von Südosten:


    4748_grand_central.jpg
    Bild: Schmittchen

    Originell. Mäkelei aus der Ferne, während der Bauphase und mit spaßigen Assoziationen. Mir fällt kein Projekt ein, bei dem das nicht gegeben hätte, oft standen links dieselben Namen. Mein Tipp: Schaut es euch mal selbst an. Ja, so richtig in echt. Ihr werdet staunen, wie sehr sich reale Eindrücke von euren Ferndiagnosen unterscheiden können. Übrigens: Die Glasfassade ist staubig, wie immer während des Baus, nach der Reinigung sieht es dann anders aus.


    Schnelles Foto von heute:


    4742_spin_tower.jpg
    Bild: Schmittchen

    Neubau Solmsstraße 2-22

    Heute erwähnt das Maklerhaus NAI apollo in einem Büroflächen-Marktbericht für das erste Quartal 2021 eine Anmietung der Mainova über 6.900 Quadratmeter im Büroneubau Solmsstraße 20-22 (Q). Das muss das Projekt sein, das zuletzt hier Erwähnung fand. Das ausführende Bauunternehmen Lupp schreibt an dieser Stelle von 8.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche auf neun oberirdischen Geschossen. Diese Angabe sollte zur vermieteten Bürofläche von gut 6.900 Quadratmetern passen, so dass der Neubau komplett an die Mainova gehen dürfte.


    Das Bürohaus ist weiterhin in Bau. Zur Zeit sieht es so aus:


    4741_solmsstrasse_2-22.jpg
    Bild: Schmittchen

    Die Frankfurter Samson AG hat ein 143.000 Quadratmeter großes Teilgrundstück im Nordosten des zwischen Main und Mühlheimer Straße gelegenen Innovationscampus erworben. Der Hersteller von Mess- und Regeltechnik wird in den nächsten Jahren seinen Hauptsitz einschließlich der Produktion auf den Campus verlegen. Weitere Informationen und eine ausführliche Diskussion dazu gibt es im Frankfurter Forum in diesem Thread.


    Ein Lageplan des künftigen Samson-Hauptsitzes ...


    offenbach_innovationscampus-samson-areal_1.jpg
    Plan: Stadt Offenbach am Main


    .... und ein Foto mit dem nordöstlichen Bereich im Vordergrund:


    offenbach_innovationscampus-samson-areal_2.jpg

    Bild: Alex Habermehl Fotografie, Quelle: Stadt Offenbach am Main

    Der Vollständigkeit halber die Stellungnahme der Stadt Frankfurt in Form einer Pressemitteilung von heute Nachmittag. Verifizieren lässt sich der Inhalt natürlich nicht. Als zumindest höchst eigenwillig erscheint es, die mit Rückständen aus 170 Jahren Chemieproduktion belastete Industriebrache in Offenbach als "grüne Wiese" zu bezeichnen.


    Samson AG expandiert in Offenbach auf der ,grünen Wiese‘

    Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main bedauert die Entscheidung der Samson AG, auf der „grünen Wiese“ in Offenbach einen Fabrikneubau errichten zu wollen. Zuvor hat es seit August 2020 zahlreiche Gespräche und Videokonferenzen zwischen Andreas Widl und Dominic Deller von der Samson AG mit zahlreichen Magistratsvertretern in unterschiedlicher Zusammensetzung gegeben. Als die Erweiterungspläne der Samson AG im Sommer 2020 erstmals auf den Tisch des Frankfurter Magistrats kamen, sondierten Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, Gesundheitsdezernent Stefan Majer, Planungsdezernent Mike Josef, Liegenschaftsdezernent Jan Schneider und Wirtschaftsdezernent Markus Frank, Verkehrsdezernent Klaus Oesterling sowie Mainova- Vorstandsvorsitzender Constantin Alsheimer und FES-Geschäftsführer Benjamin Scheffler die Realisierungsmöglichkeiten der Samson-Pläne.

    Bei der Komplexität der angefragten Grundstückstausche war es für alle Beteiligten erstaunlich, dass die Wünsche von Samson tatsächlich realisiert hätten werden können. Folgende Schritte waren zu prüfen und wurden seitens der Beteiligten für machbar eingestuft:

    • Erwerb von Grundstücken der Mainova AG durch die Samson AG
    • Erwerb von Grundstücken der Stadt Frankfurt am Main durch die Samson AG
    • Verlagerung der RMB Rhein-Main Biokompost GmbH in zwei Schritten
    • Verlagerung der Drogenhilfseinrichtung „Eastside“ in der Schielestraße
    • Verlagerung der Lagerflächen des Großen Rats der Karnevalvereine
    • Verlagerung der Lagerflächen des Abenteuerspielplatzes Riederwald
    • Entwidmung der Peter-Behrens-Straße
    • Verlagerung eines Containerstandplatzes der FES GmbH

    Und doch zeichnete sich im Laufe der diversen Gespräche ab, dass auch nachdem die Samson AG ihre Standortpläne am Standort Frankfurt am Main variierte, was eigentlich zu einer schnelleren Realisierbarkeit der Erweiterungspläne geführt hätte, dass wichtige Teile des Unternehmens am Ende doch nach Offenbach ziehen werden.

    Über den Verlust des Traditionsunternehmens in Frankfurt am Main zeigten sich die Stadträte Josef, Majer und Frank im Hinblick auf ihr Engagement sehr traurig: „Dass wir die Samson AG langfristig in Frankfurt am Main nicht halten können, trifft uns hart. Samson ist ein industrielles Vorzeigeunternehmen, das jedes Einzelteil im Produktionsverlauf noch selbst herstellt. Mit 2000 Arbeitsplätzen in Frankfurt am Main und 145 Ausbildungsplätzen schmerzt der Wegzug auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen sehr.“

    Die Stadträte finden für die Zusammenarbeit im Magistrat anerkennende und dankbare Worte: „Über alle Parteigrenzen hinaus stand das Thema Standortsicherung Samson AG mit hoher Priorität auf der Agenda. Innerhalb des Magistrats herrschte großes Vertrauen und Loyalität, was angesichts der häufig wechselnden Pläne des Unternehmens eine große Herausforderung war.“

    Das Unternehmen genieße eine hohe Strahlkraft und so hätten sich alle Beteiligten konstruktiv zusammengefunden, um das Unternehmen am Standort zu halten und dezernatseigene Belange zurückgestellt. Liegenschaftsdezernent Jan Schneider zeigte sofortige Bereitschaft, für die freizuräumenden Nutzungen Ersatzflächen zu beschaffen; Verkehrsdezernent Klaus Oesterling war sofort bereit, den teilweisen Rückbau der Peter-Behrens-Straße zu betreiben.

    Umweltdezernentin Heilig sagt: „Wir haben uns alle sehr angestrengt, die Wünsche der Samson AG zu erfüllen. Die Pläne, das Biokompostwerk zu verlegen, waren schon weit vorangeschritten. Die FES war ein aktiver Partner für die Samson AG. Das ist vor dem Hintergrund, dass das Kompostwerk selbst gerade die Genehmigung für seine Erweiterung vom Regierungspräsidenten bekommen hat und bei einer Verlagerung wieder in ein neues Genehmigungsverfahren einsteigen müsste, keine Selbstverständlichkeit.“

    Auch Gesundheitsdezernent Majer hat sich pragmatisch und lösungsorientiert eingebracht. „Unsere Drogenhilfeeinrichtung Eastside ist eine langjährige Nachbarin von Samson, die sich am jetzigen Standort bewährt hat. Eine mögliche standortnahe Verlagerung der Einrichtung haben wir in Zusammenarbeit mit dem Träger, der Integrativen Drogenhilfe sehr sensibel und konstruktiv abgewogen. Das Ergebnis hätte für alle Beteiligten Lösungen und Möglichkeiten geboten.“ Im Hinblick auf den hohen Zeitdruck, den die Samson AG thematisierte, wurde das Standortsicherungskonzept in der unter Leitung des Oberbürgermeisters Peter Feldmann tagenden Koalitionsrunde am 16. Februar 2021 beschlossen.

    „Irgendwie ist es schon unwirklich, dass die Samson AG bei diesem hohen Entgegenkommen der Stadt Frankfurt am Main die Chance nicht genutzt hat, sich am angestammten Standort weiter entwickeln zu können“, resümieren die beiden Stadträte Josef und Frank für den Frankfurter Magistrat. Auch in Zukunft soll das Gebiet im Osthafen als Industriegebiet für produzierende Industrie erhalten bleiben.

    Dass das Rolf Sandvoss Innovation Center (RSIC) von Samson auf dem Gelände am Osthafen verbleibt, und der Umzug von Samson erst sukzessive in den nächsten Jahren erfolgen wird und das Unternehmen in der Region verbleibt, ist aktuell ein schwacher Trost.

    Der Vollständigkeit halber die Stellungnahme der Stadt Frankfurt in Form einer Pressemitteilung von heute Nachmittag. Verifizieren lässt sich der Inhalt natürlich nicht. Als zumindest höchst eigenwillig erscheint es, die mit Rückständen aus 170 Jahren Chemieproduktion belastete Industriebrache in Offenbach als "grüne Wiese" zu bezeichnen.


    Samson AG expandiert in Offenbach auf der ,grünen Wiese‘

    Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main bedauert die Entscheidung der Samson AG, auf der „grünen Wiese“ in Offenbach einen Fabrikneubau errichten zu wollen. Zuvor hat es seit August 2020 zahlreiche Gespräche und Videokonferenzen zwischen Andreas Widl und Dominic Deller von der Samson AG mit zahlreichen Magistratsvertretern in unterschiedlicher Zusammensetzung gegeben. Als die Erweiterungspläne der Samson AG im Sommer 2020 erstmals auf den Tisch des Frankfurter Magistrats kamen, sondierten Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, Gesundheitsdezernent Stefan Majer, Planungsdezernent Mike Josef, Liegenschaftsdezernent Jan Schneider und Wirtschaftsdezernent Markus Frank, Verkehrsdezernent Klaus Oesterling sowie Mainova- Vorstandsvorsitzender Constantin Alsheimer und FES-Geschäftsführer Benjamin Scheffler die Realisierungsmöglichkeiten der Samson-Pläne.

    Bei der Komplexität der angefragten Grundstückstausche war es für alle Beteiligten erstaunlich, dass die Wünsche von Samson tatsächlich realisiert hätten werden können. Folgende Schritte waren zu prüfen und wurden seitens der Beteiligten für machbar eingestuft:

    • Erwerb von Grundstücken der Mainova AG durch die Samson AG
    • Erwerb von Grundstücken der Stadt Frankfurt am Main durch die Samson AG
    • Verlagerung der RMB Rhein-Main Biokompost GmbH in zwei Schritten
    • Verlagerung der Drogenhilfseinrichtung „Eastside“ in der Schielestraße
    • Verlagerung der Lagerflächen des Großen Rats der Karnevalvereine
    • Verlagerung der Lagerflächen des Abenteuerspielplatzes Riederwald
    • Entwidmung der Peter-Behrens-Straße
    • Verlagerung eines Containerstandplatzes der FES GmbH

    Und doch zeichnete sich im Laufe der diversen Gespräche ab, dass auch nachdem die Samson AG ihre Standortpläne am Standort Frankfurt am Main variierte, was eigentlich zu einer schnelleren Realisierbarkeit der Erweiterungspläne geführt hätte, dass wichtige Teile des Unternehmens am Ende doch nach Offenbach ziehen werden.

    Über den Verlust des Traditionsunternehmens in Frankfurt am Main zeigten sich die Stadträte Josef, Majer und Frank im Hinblick auf ihr Engagement sehr traurig: „Dass wir die Samson AG langfristig in Frankfurt am Main nicht halten können, trifft uns hart. Samson ist ein industrielles Vorzeigeunternehmen, das jedes Einzelteil im Produktionsverlauf noch selbst herstellt. Mit 2000 Arbeitsplätzen in Frankfurt am Main und 145 Ausbildungsplätzen schmerzt der Wegzug auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen sehr.“

    Die Stadträte finden für die Zusammenarbeit im Magistrat anerkennende und dankbare Worte: „Über alle Parteigrenzen hinaus stand das Thema Standortsicherung Samson AG mit hoher Priorität auf der Agenda. Innerhalb des Magistrats herrschte großes Vertrauen und Loyalität, was angesichts der häufig wechselnden Pläne des Unternehmens eine große Herausforderung war.“

    Das Unternehmen genieße eine hohe Strahlkraft und so hätten sich alle Beteiligten konstruktiv zusammengefunden, um das Unternehmen am Standort zu halten und dezernatseigene Belange zurückgestellt. Liegenschaftsdezernent Jan Schneider zeigte sofortige Bereitschaft, für die freizuräumenden Nutzungen Ersatzflächen zu beschaffen; Verkehrsdezernent Klaus Oesterling war sofort bereit, den teilweisen Rückbau der Peter-Behrens-Straße zu betreiben.

    Umweltdezernentin Heilig sagt: „Wir haben uns alle sehr angestrengt, die Wünsche der Samson AG zu erfüllen. Die Pläne, das Biokompostwerk zu verlegen, waren schon weit vorangeschritten. Die FES war ein aktiver Partner für die Samson AG. Das ist vor dem Hintergrund, dass das Kompostwerk selbst gerade die Genehmigung für seine Erweiterung vom Regierungspräsidenten bekommen hat und bei einer Verlagerung wieder in ein neues Genehmigungsverfahren einsteigen müsste, keine Selbstverständlichkeit.“

    Auch Gesundheitsdezernent Majer hat sich pragmatisch und lösungsorientiert eingebracht. „Unsere Drogenhilfeeinrichtung Eastside ist eine langjährige Nachbarin von Samson, die sich am jetzigen Standort bewährt hat. Eine mögliche standortnahe Verlagerung der Einrichtung haben wir in Zusammenarbeit mit dem Träger, der Integrativen Drogenhilfe sehr sensibel und konstruktiv abgewogen. Das Ergebnis hätte für alle Beteiligten Lösungen und Möglichkeiten geboten.“ Im Hinblick auf den hohen Zeitdruck, den die Samson AG thematisierte, wurde das Standortsicherungskonzept in der unter Leitung des Oberbürgermeisters Peter Feldmann tagenden Koalitionsrunde am 16. Februar 2021 beschlossen.

    „Irgendwie ist es schon unwirklich, dass die Samson AG bei diesem hohen Entgegenkommen der Stadt Frankfurt am Main die Chance nicht genutzt hat, sich am angestammten Standort weiter entwickeln zu können“, resümieren die beiden Stadträte Josef und Frank für den Frankfurter Magistrat. Auch in Zukunft soll das Gebiet im Osthafen als Industriegebiet für produzierende Industrie erhalten bleiben.

    Dass das Rolf Sandvoss Innovation Center (RSIC) von Samson auf dem Gelände am Osthafen verbleibt, und der Umzug von Samson erst sukzessive in den nächsten Jahren erfolgen wird und das Unternehmen in der Region verbleibt, ist aktuell ein schwacher Trost.

    Nach den Bestandsfotos oben nun Ansichten des geplanten Schulgebäudes nach Entwurf des Architekturbüros plus+ Bauplanung GmbH, Neckartenzlingen. Haupteingang von der Ludwig-Landmann-Straße:


    sankt-raphael-schule_vis1.jpg


    Luftbild aus Richtung der Sportstätten am Bentanobad:


    sankt-raphael-schule_vis2.jpg


    Eingang zur Sankt-Raphael-Schule und der Kapelle an der Ecke Lötzener Straße und Hohensteiner Straße:


    sankt-raphael-schule_vis3.jpg
    Bilder: plus+ Bauplanung GmbH / Freunde und Förderer der St. Raphael Schule e.V.

    Wenn der Planungsdezernent in den Verhandlungen mit Samson ähnlich aufgetreten ist, wie er es dem Vernehmen nach bauwilligen Investoren gegenüber tut, dann muss die Entscheidung des Unternehmens nicht verwundern. In leider vergangenen Zeiten hätte eine sich der Wirtschaftsförderung verpflichtet wähnende Oberbürgermeisterin die Sache wahrscheinlich noch einfangen können. Aktuell ist dies leider vollkommen undenkbar. Ganz und gar anders sieht es in Offenbach aus, so dass man die Stadt und ihren Oberbürgermeister Felix Schwenke nur beglückwünschen kann.


    Die Samson AG bestätigte die Meldung inzwischen. Die heutige Pressemittlung des Unternehmens:


    Frankfurter Ventilhersteller baut hochmoderne „Fabrik in der Stadt“ auf Offenbacher Innovationscampus

    Das seit 1916 in Frankfurt ansässige Traditionsunternehmen SAMSON AG hat ein 143.000 Quadratmeter großes Teilgrundstück im Nordosten des zwischen Main und Mühlheimer Straße gelegenen Innovationscampus in Offenbach erworben.

    „Wir überführen in den nächsten Jahren unseren seit über 100 Jahren gewachsenen Standort von Frankfurt am Main nach Offenbach. Der Grund hierfür liegt in der Limitierung unseres profitablen Wachstums im Frankfurter Osthafengelände. Weder Anordnung und Ausstattung der Infrastruktur, Warenfluss entlang unserer tiefen Wertschöpfung noch neuen Anforderungen an eine hochmoderne Produktion lassen sich auf dem bestehenden Gelände zukunftsfähig abbilden. Wir haben alle möglichen Szenarien, inklusive Tausch von Grundstücken mit anderen Anliegern, am Osthafen durchgespielt. Am Ende ist es die Gesamtheit der baulich-technischen Möglichkeiten, der wirtschaftlichen Belastung und der zeitlichen Umsetzbarkeit, die zu unserer Entscheidung für eine Optimierung und ein skalierbares Wachstum auf der „grünen Wiese“ versus Investitionen in eine Infrastruktur voller logistischer Kompromisse geführt hat“, so Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Widl.

    Auf dem von drei öffentlichen Straßen durchzogenen, über 130.000 Quadratmeter großen Betriebsgelände zwischen Hanauer Landstraße und Main ist die Produktion derzeit auf einer Vielzahl von Gebäuden und Teilflächen angesiedelt. „Wir bleiben selbstverständlich der Stadt Frankfurt eng verbunden. Unter anderem betreiben wir weiterhin das hochmoderne ROLF SANDVOSS INNOVATION CENTER (RSIC) am Osthafen und entwickeln dort neue Ventilgenerationen und regelungstechnische Lösungen für die Prozessindustrie. Wir entwickeln in diesem Zusammenhang Ideen und Umsetzungskonzepte für Industrieansiedlung und die zukünftige Gestaltung attraktiver Arbeitsplätze auf den freiwerdenden SAMSON-Flächen“, bestätigt Dr. Andreas Widl. Für die Stadt Offenbach ist der zukünftige Wechsel des Stammsitzes eines der weltweit führenden Mess- und Regeltechnik-Produzenten mit über 2.000 Beschäftigten in Frankfurt am Main eine der wichtigsten Ansiedlungen der letzten 60 Jahre“, sind sich Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Stadtkämmerer Peter Freier und Baustadtrat Paul-Gerhard Weiß einig.

    Die 1907 gegründete SAMSON AG, Hersteller von Stellventiltechnik mit weltweit rund 4.500 Beschäftigten und führender Anbieter von Regelarmaturen für die Chemische Industrie, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Industriegase, Energiewirtschaft sowie Pharma- und Biotechnologie, will in den nächsten Jahren schrittweise ihre Elektronikproduktion, die mechanische Fertigung und schließlich die Hauptverwaltung nach Offenbach verlagern. Nur wenige Kilometer vom jetzigen Firmengelände entfernt, flussaufwärts auf der anderen Mainseite, soll auf dem verkehrsgünstig gelegenen Innovationscampus ein hochmoderner und repräsentativer Standort entstehen.

    Der neue Firmensitz, so ist der SAMSON CEO überzeugt, werde effizientere Arbeitsabläufe und neue Möglichkeiten für Kundeninteraktionen und Produktabnahmen bieten sowie eine hohe Anziehungskraft bezogen auf die Gewinnung und die Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben. „SAMSON vollzieht seit gut sechs Jahren eine bemerkenswerte Transformation: Von der Manufaktur erstklassiger Ventiltechnik zum Lösungsanbieter für intelligente, selbstlernende Ventil- und Prozesstechnik. Smarte Stellventile von SAMSON liefern mittlerweile in Echtzeit Daten, die über eigene Cloudplattformen den Kunden prozessrelevante, wenn nicht produktionskritische, Informationen liefern. Wir verbinden mittlerweile bewährte Ventiltradition mit funktionalem Design, Diagnose und künstlicher Intelligenz. Mit der Grundsatzentscheidung für Offenbach verfolgt SAMSON ein integriertes, hochmodernes Konzept einer „Fabrik in der Stadt“ und wird ein Leuchtturm für Innovation, nachhaltige Produktion und Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland“, so Dr. Andreas Widl weiter.

    Damit, so Offenbachs OB und Wirtschaftsdezernent Felix Schwenke, passe das Unternehmen hervorragend zur Strategie, den einstigen, 179 Jahre alten Chemiestandort zu einem innovativen Technologiestandort zu entwickeln. „Um das zu realisieren, arbeitet die Stadt Offenbach zudem an der Etablierung eines Designparks, der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen vereinigen soll, die sich die Frage stellen, wie sie ihre Produkte an Digitalisierung und künstliche Intelligenz anpassen müssen. Der Tipp im Spätsommer 2020, ich solle mal für einen Besuch zu SAMSON fahren, kam aus genau diesem Projekt“, so OB Schwenke, „nämlich von Professor Frank Georg Zebner, Design Institute of Technology (DIT).“

    Für das weitere Vorgehen in Offenbach beriet sich Oberbürgermeister Felix Schwenke zunächst mit Stadtkämmerer und Bürgermeister Peter Freier. Beide waren sich einig, dass auch Baustadtrat Paul-Gerhard Weiß sowie die INNO-Geschäftsführung, Daniela Matha und Peter Walther, früh einbezogen werden müssen. Die Stadtwerke-Gesellschaft INNO Innovationscampus GmbH & Co. KG entwickelt das Areal im Auftrag der Stadt Offenbach. Ziel war, so Schwenke, durch Verlässlichkeit und Geschwindigkeit zu überzeugen.

    Als Stadtkämmerer sei er natürlich über den großen Entwicklungsfortschritt beim Innovationscampus hocherfreut, so Peter Freier. „Nach dem Niedergang der chemischen Industrie an diesem Standort gibt es nun absehbar endlich wieder eine hohe Wertschöpfung für die Stadt in Form von Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätzen. Das bedeutet für die Stadt Offenbach einen enormen Schritt nach vorne.“ Stadtplanungsdezernent Paul-Gerhard Weiß versichert, die Stadt werde das Unternehmen bei seinen Ansiedlungsplänen so weit wie möglich unterstützen und auch die verkehrliche Erschließung forcieren. „Die äußere Erschließung ist unsere Aufgabe und die werden wir rechtzeitig und sehr gerne erfüllen“ stellt Weiß klar.

    „Offenbach präsentierte sich von der ersten Sekunde als höchst attraktiver Standort in der Region“, so SAMSON CEO Andreas Widl. „Der Oberbürgermeister ist als Visionär und Gestalter seiner Stadt jederzeit erreichbar, man spürt die Unterstützung seiner Kollegen Freier und Weiß und mein Team berichtet von äußerst konstruktiven Gesprächen mit der INNO-Geschäftsführung und der Bauverwaltung.“

    Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Um die Geschwindigkeit und die Unterstützung auf der gesamten Strecke sicherzustellen, wird die Entwicklung der SAMSON AG nach Auskunft der Stadt bis zum letzten Tag der Fertigstellung ein zentrales Projekt in der gemeinsamen Baugenehmigungsrunde von OB Schwenke, BM Freier, Stadtrat Weiß und den beteiligten Fachämtern sein.

    Daniela Matha: „Mit einer Gesamtfläche von 36 Hektar ist der Innovationscampus die größte zusammenhängende innerstädtische Entwicklungsfläche der Region für eine gewerbliche Nutzung. Die Ansiedlung von SAMSON ist ein wichtiger Impulsgeber und ein Türöffner für die Ansiedlung weiterer innovativer Betriebe. Schneller als gedacht und noch vor einem offiziellen Vermarktungsbeginn gelingt es damit der Stadt Offenbach, das ehemalige Clariant-Gelände zu revitalisieren.“ Durch den Verkauf von 14,3 Hektar an die SAMSON AG sei bereits mehr als die Hälfte der noch zu entwickelnden Fläche von 26,6 Hektar vermarktet.

    Peter Walther, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) und der INNO: „Dies ist ein Schlüsselstandort von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung für die Stadt Offenbach.“ Die Herausforderung, ihn mit neuem Leben zu füllen und damit die Stadt- und Wirtschaftsentwicklung Offenbachs voranzubringen, nähmen die Stadtwerke als zentraler Dienstleister Offenbachs gerne an. Die INNO und ihre Immobilien-Schwester, die bereits bei der Revitalisierung des Hafens erfolgreiche OPG, hätten die spannende Aufgabe, den ehemaligen Chemiestandort für die Stadt zu einem zukunftsweisenden Gewerbegebiet zu entwickeln.


    Sehr bezeichnend, wie ausführlich das Unternehmen die einzelnen Initiativen und Aussagen der Stadt Offenbach darstellt.

    Wenn der Planungsdezernent in den Verhandlungen mit Samson ähnlich aufgetreten ist, wie er es dem Vernehmen nach bauwilligen Investoren gegenüber tut, dann muss die Entscheidung des Unternehmens nicht verwundern. In leider vergangenen Zeiten hätte eine sich der Wirtschaftsförderung verpflichtet wähnende Oberbürgermeisterin die Sache wahrscheinlich noch einfangen können. Aktuell ist dies leider vollkommen undenkbar. Ganz und gar anders sieht es in Offenbach aus, so dass man die Stadt und ihren Oberbürgermeister Felix Schwenke nur beglückwünschen kann.


    Die Samson AG bestätigte die Meldung inzwischen. Die heutige Pressemittlung des Unternehmens:


    Frankfurter Ventilhersteller baut hochmoderne „Fabrik in der Stadt“ auf Offenbacher Innovationscampus

    Das seit 1916 in Frankfurt ansässige Traditionsunternehmen SAMSON AG hat ein 143.000 Quadratmeter großes Teilgrundstück im Nordosten des zwischen Main und Mühlheimer Straße gelegenen Innovationscampus in Offenbach erworben.

    „Wir überführen in den nächsten Jahren unseren seit über 100 Jahren gewachsenen Standort von Frankfurt am Main nach Offenbach. Der Grund hierfür liegt in der Limitierung unseres profitablen Wachstums im Frankfurter Osthafengelände. Weder Anordnung und Ausstattung der Infrastruktur, Warenfluss entlang unserer tiefen Wertschöpfung noch neuen Anforderungen an eine hochmoderne Produktion lassen sich auf dem bestehenden Gelände zukunftsfähig abbilden. Wir haben alle möglichen Szenarien, inklusive Tausch von Grundstücken mit anderen Anliegern, am Osthafen durchgespielt. Am Ende ist es die Gesamtheit der baulich-technischen Möglichkeiten, der wirtschaftlichen Belastung und der zeitlichen Umsetzbarkeit, die zu unserer Entscheidung für eine Optimierung und ein skalierbares Wachstum auf der „grünen Wiese“ versus Investitionen in eine Infrastruktur voller logistischer Kompromisse geführt hat“, so Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Widl.

    Auf dem von drei öffentlichen Straßen durchzogenen, über 130.000 Quadratmeter großen Betriebsgelände zwischen Hanauer Landstraße und Main ist die Produktion derzeit auf einer Vielzahl von Gebäuden und Teilflächen angesiedelt. „Wir bleiben selbstverständlich der Stadt Frankfurt eng verbunden. Unter anderem betreiben wir weiterhin das hochmoderne ROLF SANDVOSS INNOVATION CENTER (RSIC) am Osthafen und entwickeln dort neue Ventilgenerationen und regelungstechnische Lösungen für die Prozessindustrie. Wir entwickeln in diesem Zusammenhang Ideen und Umsetzungskonzepte für Industrieansiedlung und die zukünftige Gestaltung attraktiver Arbeitsplätze auf den freiwerdenden SAMSON-Flächen“, bestätigt Dr. Andreas Widl. Für die Stadt Offenbach ist der zukünftige Wechsel des Stammsitzes eines der weltweit führenden Mess- und Regeltechnik-Produzenten mit über 2.000 Beschäftigten in Frankfurt am Main eine der wichtigsten Ansiedlungen der letzten 60 Jahre“, sind sich Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Stadtkämmerer Peter Freier und Baustadtrat Paul-Gerhard Weiß einig.

    Die 1907 gegründete SAMSON AG, Hersteller von Stellventiltechnik mit weltweit rund 4.500 Beschäftigten und führender Anbieter von Regelarmaturen für die Chemische Industrie, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Industriegase, Energiewirtschaft sowie Pharma- und Biotechnologie, will in den nächsten Jahren schrittweise ihre Elektronikproduktion, die mechanische Fertigung und schließlich die Hauptverwaltung nach Offenbach verlagern. Nur wenige Kilometer vom jetzigen Firmengelände entfernt, flussaufwärts auf der anderen Mainseite, soll auf dem verkehrsgünstig gelegenen Innovationscampus ein hochmoderner und repräsentativer Standort entstehen.

    Der neue Firmensitz, so ist der SAMSON CEO überzeugt, werde effizientere Arbeitsabläufe und neue Möglichkeiten für Kundeninteraktionen und Produktabnahmen bieten sowie eine hohe Anziehungskraft bezogen auf die Gewinnung und die Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben. „SAMSON vollzieht seit gut sechs Jahren eine bemerkenswerte Transformation: Von der Manufaktur erstklassiger Ventiltechnik zum Lösungsanbieter für intelligente, selbstlernende Ventil- und Prozesstechnik. Smarte Stellventile von SAMSON liefern mittlerweile in Echtzeit Daten, die über eigene Cloudplattformen den Kunden prozessrelevante, wenn nicht produktionskritische, Informationen liefern. Wir verbinden mittlerweile bewährte Ventiltradition mit funktionalem Design, Diagnose und künstlicher Intelligenz. Mit der Grundsatzentscheidung für Offenbach verfolgt SAMSON ein integriertes, hochmodernes Konzept einer „Fabrik in der Stadt“ und wird ein Leuchtturm für Innovation, nachhaltige Produktion und Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland“, so Dr. Andreas Widl weiter.

    Damit, so Offenbachs OB und Wirtschaftsdezernent Felix Schwenke, passe das Unternehmen hervorragend zur Strategie, den einstigen, 179 Jahre alten Chemiestandort zu einem innovativen Technologiestandort zu entwickeln. „Um das zu realisieren, arbeitet die Stadt Offenbach zudem an der Etablierung eines Designparks, der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen vereinigen soll, die sich die Frage stellen, wie sie ihre Produkte an Digitalisierung und künstliche Intelligenz anpassen müssen. Der Tipp im Spätsommer 2020, ich solle mal für einen Besuch zu SAMSON fahren, kam aus genau diesem Projekt“, so OB Schwenke, „nämlich von Professor Frank Georg Zebner, Design Institute of Technology (DIT).“

    Für das weitere Vorgehen in Offenbach beriet sich Oberbürgermeister Felix Schwenke zunächst mit Stadtkämmerer und Bürgermeister Peter Freier. Beide waren sich einig, dass auch Baustadtrat Paul-Gerhard Weiß sowie die INNO-Geschäftsführung, Daniela Matha und Peter Walther, früh einbezogen werden müssen. Die Stadtwerke-Gesellschaft INNO Innovationscampus GmbH & Co. KG entwickelt das Areal im Auftrag der Stadt Offenbach. Ziel war, so Schwenke, durch Verlässlichkeit und Geschwindigkeit zu überzeugen.

    Als Stadtkämmerer sei er natürlich über den großen Entwicklungsfortschritt beim Innovationscampus hocherfreut, so Peter Freier. „Nach dem Niedergang der chemischen Industrie an diesem Standort gibt es nun absehbar endlich wieder eine hohe Wertschöpfung für die Stadt in Form von Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätzen. Das bedeutet für die Stadt Offenbach einen enormen Schritt nach vorne.“ Stadtplanungsdezernent Paul-Gerhard Weiß versichert, die Stadt werde das Unternehmen bei seinen Ansiedlungsplänen so weit wie möglich unterstützen und auch die verkehrliche Erschließung forcieren. „Die äußere Erschließung ist unsere Aufgabe und die werden wir rechtzeitig und sehr gerne erfüllen“ stellt Weiß klar.

    „Offenbach präsentierte sich von der ersten Sekunde als höchst attraktiver Standort in der Region“, so SAMSON CEO Andreas Widl. „Der Oberbürgermeister ist als Visionär und Gestalter seiner Stadt jederzeit erreichbar, man spürt die Unterstützung seiner Kollegen Freier und Weiß und mein Team berichtet von äußerst konstruktiven Gesprächen mit der INNO-Geschäftsführung und der Bauverwaltung.“

    Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Um die Geschwindigkeit und die Unterstützung auf der gesamten Strecke sicherzustellen, wird die Entwicklung der SAMSON AG nach Auskunft der Stadt bis zum letzten Tag der Fertigstellung ein zentrales Projekt in der gemeinsamen Baugenehmigungsrunde von OB Schwenke, BM Freier, Stadtrat Weiß und den beteiligten Fachämtern sein.

    Daniela Matha: „Mit einer Gesamtfläche von 36 Hektar ist der Innovationscampus die größte zusammenhängende innerstädtische Entwicklungsfläche der Region für eine gewerbliche Nutzung. Die Ansiedlung von SAMSON ist ein wichtiger Impulsgeber und ein Türöffner für die Ansiedlung weiterer innovativer Betriebe. Schneller als gedacht und noch vor einem offiziellen Vermarktungsbeginn gelingt es damit der Stadt Offenbach, das ehemalige Clariant-Gelände zu revitalisieren.“ Durch den Verkauf von 14,3 Hektar an die SAMSON AG sei bereits mehr als die Hälfte der noch zu entwickelnden Fläche von 26,6 Hektar vermarktet.

    Peter Walther, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) und der INNO: „Dies ist ein Schlüsselstandort von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung für die Stadt Offenbach.“ Die Herausforderung, ihn mit neuem Leben zu füllen und damit die Stadt- und Wirtschaftsentwicklung Offenbachs voranzubringen, nähmen die Stadtwerke als zentraler Dienstleister Offenbachs gerne an. Die INNO und ihre Immobilien-Schwester, die bereits bei der Revitalisierung des Hafens erfolgreiche OPG, hätten die spannende Aufgabe, den ehemaligen Chemiestandort für die Stadt zu einem zukunftsweisenden Gewerbegebiet zu entwickeln.


    Sehr bezeichnend, wie ausführlich das Unternehmen die einzelnen Initiativen und Aussagen der Stadt Offenbach darstellt.

    Neubau Gymnasium St. Raphael an der Ludwig-Landmann-Straße (Bockenheim)


    Hier kommen die im vorletzten Beitrag angekündigten Fotos der zum Abbruch vorgesehenen Bauten der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Raphael. Zuerst die Kirche Sankt Raphael, die am 5. Juli 2020, im 66. Jahr ihres Bestehens, für profan erklärt wurde. Die Profanierung fand nach der letzten Feier einer Messe statt. Laut FNP sollen Fenster und Altar ausgebaut und in eine im Schulneubau geplante Kapelle integriert werden. Ein Bild der Eingangseite gibt es hier.


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    Der nördliche Teil des U-förmigen Gemeindezentrums. Zuletzt waren hier Gemeinden von ungarischen und ukrainischen Katholiken beheimatet.


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    Der südliche Teil:


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    Wie schon erwähnt, ist das Areal recht klein für einen Schulneubau. Doch es war bereits zu vernehmen, dass zu einem späteren Zeitpunkt auf dem östlich anschließenden Areal der Sankt-Markus-Kirche erweitert werden könnte. Diese wird seit 1998 von der koptisch-orthodoxen Gemeinde Frankfurt genutzt, die als die älteste koptische Gemeinde in Deutschland gilt. Die überaltert wirkenden Bauten an der Lötzener Straße wurden bis 1963 von der städtischen Saalbau errichtet und danach unter dem Namen Käthe-Kollwitz-Haus als Bürgerhaus genutzt.


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    Bilder: Schmittchen


    In einem weiten Beitrag folgen Visualisierungen der geplanten Sankt-Raphael-Schule.