Areal „Haus der Statistik“

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ^ Die Entscheidung über den Erhalt des Hauses der Statistik hat das Baukollegium getroffen. Und nicht das Volk.

    Bitte nicht so tun, als ob das eine basis-demokratische Entscheidung gewesen wäre.

    Keiner kann etwas dafür, wenn Du das Gremium und seine Aufgabe nicht verstanden hast. Das Gremium entscheidet GAR NICHTS. Wenn man etwas nicht weiß, kann man sich heute über viele Wege erkundigen.

  • ^ Zur Nettiquette:

    Das ist bemerkenswert, wenn du (als Laie) dem studierten Stadtplaner (d.h. dem Profi) vorhältst, er hätte von der Thematik keine Ahnung.

    Zum Inhaltlichen:

    Das Baukollegium hat rein formal gar keine Entscheidungsbefugnis. Es hat aber de facto einen erheblichen Einfluß auf die Entscheidungsprozesse. Bei Planungs- und Bauprozessen ist das entscheidend, was am Ende dabei herauskommt. Und nicht das, was auf einem Blatt Papier steht.

  • Die Mitglieder des Berliner Baukollegiums werden vom Berliner Senat berufen und dies in der Regel für eine Wahlperiode des Berliner Senats. Dies bedeutet, dass von der aktuellen Landesregierung Fachleute berufen werden, die die jeweilige "Linie" des aktuellen Senats vertreten. Bestimmte städtebauliche Ideen und Architekturstile anderer Fachleute fallen je nach Zusammensetzung der Landesregierung dann ganz raus. Das Gremium besteht zwar aus Fachleuten ist aber mitnichten (fach-)neutral. Wer also das Baukollegium kritisiert meint letztendlich den aktuellen Senat.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ^Das Volk nimmt diese Gebäude nicht an? Was für eine steile Behauptung.

    Ihre Behauptung finde ich viel steiler: Um nämlich zu behaupten, dass „das Volk“ sich für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt hätte, also eine echte demokratische Grundentscheidung zu implizieren, hätte eine Wahl zur Zukunft des Gebäudes zunächst einmal so kommuniziert werden müssen, dass mehr Menschen als eine vereinzelte Blase sich überhaupt im Stande gesehen hat, da mitzureden. Den allermeisten Bürgerinnen und Bürgern ist gar nicht bewusst, dass sie in irgendeiner Form solch eine Entscheidung beeinflussen könnten. Zudem wäre es doch Aufgabe der politischen Entscheidungsträger, diese Entscheidung volksnah zu treffen und mehr als eine Bürofläche zu verwirklichen, die so hässlich und trist ist, dass sie von allen, die nicht unbedingt vorbeigehen müssen, auch weiterhin vermieden werden wird. Und was meinen Satz betrifft, dass dieses Gebräues „vom Volk“ nicht angenommen wird: Mitten im Zentrum Berlins erwarte ich von einem solchen Grundstück mehr als ein paar hundert Büromitarbeiter oder vorbeifahrende Autos, die mit dem Gebäude in Berührung kommen und es „nutzen“. Die Fläche lädt durch den Erhalt des Gebäudes auch zukünftig nicht zum Verweilen oder flanieren ein.

  • ^ 😉 Sie haben felsenfest behauptet, dass „das Volk“ dieses Gebäude annimmt und die Entscheidung, dieses Gebäude zu erhalten, damit absolut demokratisch legitimiert und vor allem clever durchdacht sei. Wir können ja einfach mal schauen, wie belebt der Ort sein wird und wieviele Menschen sich dort gern aufhalten werden. Sie werden überrascht sein.

    Aber klar, Hauptsache man hat ein Gebäude mit historischer Relevanz gesichert.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Nein, das Volk nimmt dieses Gebäude genau so an, wie andere Gebäude auch und noch viel mehr.

  • ^ Semantisches Geschwurbel. Ich habe behauptet, dass das Volk diese Haus genauso wenig oder genau so viel wie andere, etwa die neuen Hochhäuser, annimmt. Nichts anderes.

    Der Ort ist schon jetzt belebt durch nachbarschaftliches Engagement. Es wird gegärtnert, es wird gekocht, Filme werden gezeigt, Musik gespielt und Partys veranstaltet. Das reicht Ihnen nicht?

    Was schlagen Sie denn vor?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ... Die Fläche lädt durch den Erhalt des Gebäudes auch zukünftig nicht zum Verweilen oder flanieren ein

    Zum Flanieren und Verweilen kann man in das Scheunenviertel gehen. Nur ein paar Schritte. Oder ins Nikolaiviertel. Oder an den Senefelder Platz.

    Das wäre doch auch bei einem Abriss und Neubau an dieser Ecke kein kuscheliges Flanierviertel geworden...

    Und ich denke schon, dass sich die Ecke nach Fertigstellung des kompletten Ensembles beleben wird.

  • Also bei soviel Unsinn muss ich mich doch zu Wort melden. Auch Berlin ist eine parlamentarische Demokratie. Das Projekt Haus der Statistik wurde vom Abgeordnetenhaus beschlossen. Das Abgeordnetenhaus wurde demokratisch gewählt, deshalb ist das Projekt sehr wohl demokratisch legitimiert. Zudem gibt es in Berlin noch plebiszitäre Elemente, wie Volksbegehren und Volksentscheide, die ja auch rege genutzt werden. Wer ständig behauptet, dass Berlin keine echte Demokratie wäre und "das Volk" nichts zu sagen hätte, betreibt das Geschäft der AFD.

  • ^ Es geht hier einzig um die baupolitischen Entscheidungen - da fehlt es einfach an Legitimationsketten - nicht nur in Berlin. Das Demokratieprinzip kehrt da an seine Grenzen, wo der Bürger de facto gar keine Ahnung hat, welche baulichen Entscheidungen seine gewählten Abgeordneten oder gar die Ausschüsse treffen werden. Solche Einzelheiten finden wenig bis gar keinen Platz in Parteiprogrammen oder Ähnlichem. Das ist übrigens eine rechtsphilosophische Diskussion, die auch in der Rechtswissenschaft betrieben wird und hat rein gar nichts mit "Geschäft der AfD" zu tun. Ich wäre vorsichtig mit der Annahme, dass die Mehrheit der Berliner bei einer direkten Abstimmung für den Erhalt des Hauses des Statistik gestimmt hätten. Nur darum ging es. Also Ball flach halten.

    ^^Zum Flanieren kann man in ganz viele Ecken in Berlin gehen, schon klar. Das entwertet aber meiner Meinung nach nicht das Argument, dass man in solch prominenter Lage etwas anderes schaffen könnte, wo sich Leute lieber aufhalten und das etwas freundlicher scheint als solch ein aus der Jahre gekommener Kasten.

  • ^ Was bedeutet dies für die Praxis? Soll man über jedes Baugroßprojekt abstimmen lassen oder zumindest die Bürger partizipativ einbinden? Kann man so eine Metropole gestalten? Ich persönlich habe da so meine Zweifel. Allein schon die baugesetzlichen Grundlagen führen oft zu Klagen und Verzögerungen.

  • jered1993 Diese Beteiligungsmöglichkeiten gibt es doch in Berlin zuhauf. Doch viele sind zu träge, um mitzumachen:

    https://www.berlin.de/buergeraktiv/b…au-und-planung/

    https://xhain-beteiligt.de/

    https://mein.berlin.de/projekte/modul…erkehrswende-m/

    https://gruen-berlin.de/projekte/urban…rum/beteiligung

    Deshalb gibt es auch da immer wieder Kritik: Wer macht da überhaupt mit? Sind das immer dieselben? Sind die Teilnehmerinnen repräsentativ?

    Alles hat Vor- und Nachteile.

  • Wir haben nunmal eine repräsentative Demokratie weil eine direkte Demokratie für jede Kleinigkeit schlichtweg nicht umsetzbar ist. Für alles andere gibts Bürgerbeteiligungen, Volksbegehren und möglichst viel Transparenz.

  • ^ Genau, nur, dass eine repräsentative Demokratie eben in ganz vielen Bereichen Sinn ergibt, bei gestalterischen Themen wie Bauwesen aber mindestens diskutabel ist und für viele Rechtswissenschaftler an ihre Grenzen stößt. So auch für mich. Es geht hier schließlich vor allem um Geschmack – schwierig, den in Parteiprogramme zu schreiben noch bestimmten Parteien zuzuordnen.

    Aber das ufert hier auch alles jetzt ziemlich aus 😂 Wir sind schon lange nicht mehr beim Thema Haus der Statistik.

    [mod]Genau. Und deshalb ist hier erstmal Pause. [/mod]

    Unterm Strich: Für mich geht die Entscheidung für den Erhalt des HdS am potentiellen Wählerwillen vorbei. Wenn man nicht weiß, was die Bürgerinnen bevorzugen würden, sollte man mE weniger auf Historie achten als darauf, wie man möglichst vielen Menschen im Zentrum Berlins einen Mehrwert bieten kann. Das sehe ich hier weder optisch noch funktionell.

  • Ein Blick am Sonntag Abend beim nassen Wetter.

    © Johannes_9065

    Abwarten wie es es am Ende aussieht, wenn das Gebäude abends leuchtet bzw. Die Räumen.

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    EG Bereich. Noch sind die Räume leer.

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    Hier wo das Alte Gebäude abgerissen wurde,. beginnt man nun mit der Aushebung der Sandgrube bzw. Tiefbau. ( Verzeihung für die Etwas schlechte Qualität ) ⬇️

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  • Dekoratives Anführungszeichen

    Die Baumaßnahmen beim Haus der Statistik bewegen sich im Bereich zwischen Sanierung und Restaurierung. Aber es ist definitiv keine Rekonstruktion.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Aber natürlich ist das Haus der Statistik eine Fassadenrekonstruktion, das zeigen ja die Bilder eindrücklich.

    In Bezug auf die Fassade ist es also tatsächlich eine Rekonstruktion! (Auch wenn es keine Vollrekonstruktion ist)

    Konstantin Dann muss ich hier Abbitte leisten, weil ich mit meiner Aussage falsch gelegen habe. Aber dafür ist ja ein Architektur-Forum da, dass man hier neue Erkenntnisse gewinnt. ;)

    Tomov Danke auch an Tomov, der die Bilder zur Klärung des Sachverhaltes beigesteuert hat.

  • Der geplante Neubau Mollstraße 4 (zuvor abgerissenes Gebäude aus DDR-Zeit) wurde ja von einer Büro- in eine Hotelnutzung der Marke Voco umgeplant. Es scheint so als wäre das Büro Balzke Palinske für die Planung zuständig:

    https://pbp-berlin.com/portfolio/hote…mollstr-berlin/

    Die Bilder drei und vier auf deren Seite decken sich mit den Bekanntmachungen in den Medien:

    https://www.entwicklungsstadt.de/abriss-abgesch…au-vorbereitet/

    Das Büro verantwortet u. a. den Hotelneubau "Schulz Hotel" der Hilpert Gruppe in der Heidestraße Ecke Hedwig-Porschütz-Straße. Möge das hoffentlich kein schlechtes Omen für die Mollstraße sein.

  • Danke für die Info Schwammkopf

    Die Ecke Mollstraße / Otto-Braun-Straße wird sich in den nächsten Jahren stark verändern.

    Ab Mitte 2026 wird das voco Hotel Berlin Alexanderplatz gebaut und ab

    2029 das Rathaus der Zukunft.

    Das 12-geschossige voco Hotel mit 440 Zimmern (IHG):

    jvpfcleu.jpg

    © Planungsteam Balzke Palinske GmbH


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    © Planungsteam Balzke Palinske GmbH

    und daneben das Rathaus der Zukunft (Rathaus Berlin Mitte):

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    © Atelier Schmelzer Weber Architekten PartGmbB


    Beide Gebäude im Modell (das Hotel ist im Modell noch nicht maßstabsgetreu):

    flm74584.jpg

    © Atelier Schmelzer Weber Architekten PartGmbB

    Mir persönlich wäre eine geschlossene Blockrandbebauung lieber gewesen, auch um den Lärm der lauten Kreuzung

    abzuschirmen.

  • ^ sehe ich genauso. Warum wird die Ecke nicht so bebaut wie die beiden gegenüber? Die Gebäude dichter an die zu großen Straßen und mit geschlossenem Blockrand einen Stadtraum schaffen.

  • Ja, aber wenn Stadtraum dort nur aus Straßen und Schienen besteht und ein, sich vielleicht entwickelnder Publikumsverkehr an dessen Rändern vorbeiquetschen muss, ist das auch nicht förderlich. Da finde ich die jetzige Lösung mit dem zurückversetzten HdS und dem kleinen Platz an der Kreuzung, der als Eingang zum dahinterliegenden Bereich dient tatsächlich besser.