Beiträge von Marcoberlin

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    Bekommen wir jetzt irgendwelche finanzielle Hilfestellung aus Brüssel oder von anderen EU-Staaten? Wer hilft den Deutschen, wenn die Deutschen kein Geld mehr haben? Oder bleibt es bei der Einbahnstraße, wonach Deutschland immer für andere Länder bezahlt?

    Ja, da sind wir jetzt 35 Jahre nach der Wiedervereinigung gelandet...Helmut Kohl hat einmal gesagt: "Die Deutsche Einheit und europäische Einigung sind zwei Seiten derselben Medaille". Die europäischen Staaten haben sich jahrhunderte lang bekriegt, die europäische Einigung ist ein Geschenk und unbezahlbar. Deutschland als Exportnation profitiert wie kein anderer Staat von der EU, gerade jetzt wo Putin vor der Tür steht und Donald einen Knall hat, sollten wir doch zusammenhalten. Dieses ewige rechtspopulistische Geschwätz vom "Zahlmeister" Deutschland ist einfach nur falsch. Ich habe gerade Urlaub in England gemacht. Den Briten geht es seit dem Brexit wirtschaftlich nicht besser! Nun zu den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen: Deutschland ist nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und hat Japan überholt. Die Länder die vor uns liegen haben aber deutlich mehr Einwohner.

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    Und um ganz ehrlich zu sein, bin ich sowohl überrascht als auch sehr enttäuscht, einen solchen Vergleich im Jahr 2026 in einem deutschen Forum zu sehen.

    Tut mir leid, aber von deutscher Innenpolitik können Sie absolut keine Ahnung haben.

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    Ich möchte die Moderation bitten entsprechende Schritte gegen Dich einzuleiten.

    Nein! Ich bin dagegen. Warum? Diesen Leuten den Mund zu verbieten löst das Problem nicht. Architektur-Fan ist nur ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

    Klassische Architektur im Neubau in Berlin sollte an bestimmten Orten auch seine Daseinsberechtigung haben und nicht von vornherein ausgeschlossen werden. In diesem Fall gebe ich Architektur-Fan Recht.

    Ansonsten finde ich es auch schade, dass das Projekt auf Eis liegt. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

    ^Ab wann besteht ein gesellschaftlicher Konsens? Wenn 100%, 80%, 60% oder 51% für etwas sind? Fakt ist, dass es eine Bürgerbeteiligung gab. Natürlich kann es sein, dass sich daran primär nur Anwohner oder Befürworter einer Freifläche beteiligt haben, d.h. das Meinungsbild insgesamt nicht repräsentativ war. Die Befürworter einer Bebauung hätten sich dann aber stärker beteiligen müssen. Es wurde ja durchaus von verschiedenen Akteuren für eine Neubebauung geworben (z.B. Gesellschaft Historisches Berlin e.V.), nach meiner Einschätzung war das Echo in der Stadtbevölkerung aber gering., Im ehemaligen Ostteil der Stadt gibt es m.E. halt immer noch viele Menschen, die ihr sozialistisches Zentrum (einschließlich Marx-Engels-Forum) mögen und verteidigen. Den alten West-Berliner ist dieses Thema wurscht. 46% der Bevölkerung sind nur noch in Berlin geboren, die Mehrheit der Bevölkerung ist somit zugezogen. Dieser Bevölkerungsanteil hat wahrscheinlich eine geringe emotionale Bindung an die ehemalige Altstadt. Das Rathaus- und Marx-Engels-Forum sind halt widersprüchlich - so wie Berlin.

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    Ich kann nicht ganz nachvollziehen, was daran so schwer zu verstehen ist, bzw. wie man diesen offensichtlichen Sachverhalt nicht anerkennen kann.

    Ich erkenne dies durchaus an. Der Begriff "Kritische Rekonstruktion" wurde bereits in West-Berlin in den 1980er insbesondere im Rahmen der IBA 1987 populär als Gegenentwuf zur "Kahlschlagsanierung" der Moderne. Der Begriff wurde später von Hans Stimmann übernommen, die Vorstellungen mündeten letztendlich im Berliner Planwerk Innenstadt.

    Ich bin durchaus ein Befürworter der Kritischen Rekonstruktion, da diese sich an der europäischen Stadt orientiert und nach der Wende für ein städtebauliches Zusammenwachsen der beiden Stadthälften sorgte. Die Kritische Rekonstruktion orientiert sich an etwas, verlangt aber keine Eins-zu-eins-Umsetzung. Dies bedeutet, es kann Ausnahmen geben (z.B. prominent und umstritten das Marx-Engels-Forum).

    Allein die Fläche der Europacity mit ca. 60 Hektar hätte eine Ausnahme gerechtfertigt. Die Planungen sind inzwischen Geschichte und man braucht hierüber nicht weiter diskutieren. Neben meiner Kritik an bestimmten monotonen Fassaden muss ich feststellen, dass die Europacity vom Rest der Stadt ziemlich isoliert ist. Insbesondere ist sie vom Gründerzeitquartiert an der Lehrter Straße (westlich) abgeschnitten. Dies liegt nicht nur an den Bahngleisen. Eine städtebauliche Idee gab es hierzu nicht. Auch das die Heidestraße mittig durchs Quartier verläuft ist nicht unbedingt optimal, eine Verlegung wäre möglich gewesen.

    Ansonsten ist es seit der Wende in Berlin usus, dass Großinvestitionen nur mit politischer Absprache möglich sind.

    ^^Das stadtplanerische Leitbild der "Kritischen Rekonstruktion" zielt auf die Wiederherstellung historischer Stadtstrukturen (Blockrand, Parzelle, Traufe) verbunden mit moderner Architektur ab.

    Das Gebiet der heutigen Europacity war früher größtenteils unbebautes Bahngelände. Hier konnte daher auch nichts "kritisch rekonstruiert" werden.

    Ich persönlich hätte mir auch einen anderen städtebaulichen Entwurf vorstellen können. Mit der Europacity sollte aber auch nie eine dritte City in Berlin entstehen, neben dem Zentrum Ost und der City West, anders als bei der Hafencity in Hamburg.

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    ich hoffe, es ist nur ein Platzhalter, denn ein solches Hochaus an dieser Stelle schiene mir städtebaulich betrachtet maximal zerstörerisch.

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    Dann könnte auch der Plan dieses Vierkantbolzens mitten auf dem Platz begraben werden und man hätte einen Hauch von Flatiron am Wasser.

    Verlasse ich den Hauptbahnhof in nördlicher Richtung habe ich immer den Eindruck, dass ich mich in einer Kleinstadt befinde und nicht im Zentrum einer Millionenmetropole. Das geplante Hochhaus am Europaplatz sollte m.E. unbedingt kommen. Ich hoffe damit auf mehr Großstädtigkeit. Würde man dieses Hochhaus weglassen, hätte man den KPMG- und Total-Tower höher bauen können. Ggf. kann das geplante Hochhaus noch gedreht werden, d.h. mit der breiten Seite parallel zum Humboldthafen hin. Auch für den Gesamteindruck der Europacity halte ich diesen Hochpunkt für wichtig.

    ^^In Berlin wird immer noch um jedes einzelne Hochhaus "gekämpft". Dies liegt auch daran, dass im Großteil der Bevölkerung immer noch eine Abneigung gegenüber Hochhäusern herrscht - aus den unterschiedlichsten Gründen. Mit dem Thema pro Hochhäuser kann in Berlin keine Wahl gewonnen werden.

    Hochhausdebatten werden in ganz Deutschland geführt, da ist Berlin nicht allein - Ausnahme Frankfurt.

    RRG würde nach dreieinhalb Jahrzehnten den Bebauungsplan für den Alexanderplatz nicht grundsätzlich kippen.

    Ich frage mich eher, wie ernst meint es Hines mit dem Bau des Hochhauses? Nach Baugenehmigung hat Hines wieder drei Jahre Zeit, um mit dem Bau anzufangen. Die zusätzlichen notwendigen Absicherungen bezüglich des U-Bahntunnels sind technisch möglich, aber doch bestimmt sehr teuer. Auf eine Höhenminderung würde sich der Investor daher aus wirtschaftlichen Gründen nicht einlassen. Für den Mynd- und Covivio-Tower wurden immer noch keine Hauptmieter benannt, dies könnte problematisch werden. Aber wir werden es sehen...

    ^^Ich finde es wieder einmal interessant, wie ein "Versuchsballon" eines Grundstücksbesitzes in Verbindung mit namhaften Architekten für so viel Aufmerksamkeit sorgt. Anscheinend wirft das bekannte Großbordell nicht mehr so viel Geld ab und man spekuliert auf einen hohen Verkaufswert des Grundstücks.

    Das Projekt "Stadteingang West" existiert schon seit vielen Jahren. Sehr früh hat man sich bereits gegen Hochhäuser in dieser Gegend entschieden. Dies ist aus meiner Sicht nachvollziebar.

    Der bestehende Hochpunkt ist hier der Funkturm. Kommt man mit dem Auto über die AVUS Richtung Innenstadt sieht man prominent den Funkturm. Wolkenkratzer, die den Funkturm deutlich überragen, sind hier m.E. fehlplatziert. Am Alex ist die Aufregung groß, wenn die Hochhäuser an der Kugel des Fernsehturms "kratzen", hier würde das Hochhaus den Funkturm deutlich überragen.

    Berlin ist keine Finanzmetropole, d.h. mit vielen neuen Wolkenkratzern ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Ein Vergleich mit Paris oder London hinkt daher. Für die City West sind die geplanten Hochhäuser am Ku`Damm auf dem Karstadtareal und hinter dem Europa-Center viel wichtiger. Hier sollten potentielle Investoren ihr Geld hineinstecken und nicht in einem Turm, bei dem man nach Verlassen seiner Luxuswohnung oder Büros sich auf einen Autobahnparkplatz wiederfindet.

    Der Estrel-Tower ist ein Sonderfall, der keine anderen Landmarken verdeckt, relativ nah am BER liegt und dessen wirtschaftliches Fundament vor über 30 Jahren gelegt wurde.

    Ich bin kein Fachmann und verfolge nur die Diskussion. Einfach zusammengefasst: Es gibt die Variante A (die jetzt durchgesetzt werden soll) und die Variante B (ich nenne es mal Alternativkonzept). Beide Varianten haben Vor- und Nachteile und somit muss eine Abwägung erfolgen.

    Das eigentliche Problem ist, dass die Befürworter der Variante B es einfach nicht ertragen können, dass Variante A umgesetzt wird. Das ist das Problem in unserer Gesellschaft, dass die "Unterlegenenen/Variante B" die Entscheidung nicht akzeptieren können und wollen und es zu einer "Dauerschleife" kommt. Irgendwann muss doch mal Schluss sein...

    ^ Was bedeutet dies für die Praxis? Soll man über jedes Baugroßprojekt abstimmen lassen oder zumindest die Bürger partizipativ einbinden? Kann man so eine Metropole gestalten? Ich persönlich habe da so meine Zweifel. Allein schon die baugesetzlichen Grundlagen führen oft zu Klagen und Verzögerungen.

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    Aber ja, die Hoffnung, dass diese bald weg sind und mit ihnen die kalte Glasarchitektur, ist lebendig. Dann können auch in Berlin wieder echte hohe Gebäude mit Anmut und Schönheit entstehen.

    Auch Glashochhäuser haben in Deutschland Tradition. Ich denke an den berühmten Entwurf von Mies van der Rohe für das Glas-Stahl-Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße, der leider nie verwirklicht wurde, auch nicht in abgewandelter Form nach der Wende - schade.

    "The Gherkin" und "The Shard" in London können mit jedem steinernen Hochhaus mithalten, so auch der Estrel-Tower.

    Die Mitglieder des Berliner Baukollegiums werden vom Berliner Senat berufen und dies in der Regel für eine Wahlperiode des Berliner Senats. Dies bedeutet, dass von der aktuellen Landesregierung Fachleute berufen werden, die die jeweilige "Linie" des aktuellen Senats vertreten. Bestimmte städtebauliche Ideen und Architekturstile anderer Fachleute fallen je nach Zusammensetzung der Landesregierung dann ganz raus. Das Gremium besteht zwar aus Fachleuten ist aber mitnichten (fach-)neutral. Wer also das Baukollegium kritisiert meint letztendlich den aktuellen Senat.