Areal „Haus der Statistik“

  • Wieso ist die Revitalisierung dieses DDR Kastens nicht peinlich? Verstehe mich nicht falsch - die Revitalisierung als solche des bestehenden Tragwerks mag ja durchaus in Ordnung sein, ähnlich wie man das mit dem Karstadt Haus am Hermmanplatz macht. Aber: Das man den genauen DDR Vorzustand wieder herstellt: Das finde ich tatsächlich peinlich für das Zentrum Berlins.


    Am liebsten wäre mir ein Abriss gewesen, aber eine Revitalisierung mit Umstrukturierung der Fassade wäre das mindeste gewesen.

  • Hier der YouTube-Link zur gestrigen Präsentation der Experimentierhäuser am Haus der Statistik in der 94. Situng des Baukollegiums:


    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

  • Update vom 11.11.2022, fotografiert von mir


    Nicht nur am "Haus der Statistik", auch am "Haus der Gesundheit" (rechts eingerüstet) gehen die arbeiten voran

    bild287wc04.jpg


    bild29r8i4c.jpg


    Mit den alten Platanen könnte der Gehweg entlang des Hauses schon ein bisschen was hermachen - wenn das alles hier mal fertig ist...

    bild30quct2.jpg


    bild31l0fo3.jpg



    d.

  • Hier ein kleiner Rundgang um die Baustelle und ein paar Neuigkeiten zu diesem Projekt.


    Auf der Website der Kooperationsgemeinschaft Koop5, die sich aus der Senatsverwaltung Bauen und Wohnen, BA Mitte, WBM, BIM und dem soziokulturellen Träger ZUsammenKUNFT eG zusammensetzt, wurde von den jeweiligen Beteiligten ein Ausblick auf 2023 veröffentlicht.


    Unter anderem wurde ein Vergabeverfahren [Link zur Subsite] für die soziokulturell genutztem Räume im Haus der Statistik eröffnet.

    Auf der Seite finden sich u.a. Grundrisse der dafür vorgesehenen Etagen und eine Vielzahl von Informationen über den Bau und den geplanten Nutzungsmöglichkeiten.

    Das BA Mitte teilt mit das der Architekturwettbewerb für den Rathausneubau vorbereitet wird.

    Die WBM Wohnungsbaugesellschaft plant in 2023 die konkrete Hochbauplanung für die Wohnungsneubauten in der Berolinastraße. Dort sollen 290 Wohnungen entstehen.

    Die BIM verhandelt über den Erbbaurechtsvertrag für die sogenannten Experimentierhäuser mit der Genossenschaft ZUsammenKUNFT eG.

    In 2023 soll die Fassade erneuert werden und Ende 2024 erste Büroflächen bezugsfertig sein.


    [Alle Bilder © bauhelmchen 2023]


    Blick vom Alexanderplatz.

    Das Anti-Kriegs-Graffiti wurde vor einigen Wochen übertüncht. :/

    Ein großer Teil im Bereich Otto Braun Straße ist mittlerweile eingerüstet. Die maroden Fassadenteile werden entfernt und durch neue Fertigbetonteile ersetzt.

    img_368777eic.jpg


    img_36868kds6.jpg


    img_368089iqi.jpg


    Ein Mock-up der alten 8o , neuen (Vorhang-) Fassade wurde aufgestellt.

    img_3681eqd3f.jpg


    Sicht aus der Berolinstrasse. Der Flachbau im Vordergrund wird den Neubauten weichen.

    img_3682z2ey1.jpg


    In der Hofseite / Berolinastraße sieht man den Rückbau der alten Betonelemente und die bereits eingesetzten neuen Fertigteile recht gut.

    img_3673pqe4r.jpg


    img_3678u4du4.jpg

  • Alles in Allem: Furchtbar. Sorry, aber der halbe Flughafen Tempelhof steht leer und wäre als Standort absolut Ideal gewesen statt am Alex. Verschenktes Potential, außer der WBM Hochhaus-Bauten.


    Zusatz: das neue "Rathaus Mitte" war auch in meinem Kommentar nicht inbegriffen. :)

  • Das Rathaus Mitte kann aber nunmal nicht nach Tempelhof ziehen.


    Die Fassade finde ich persönlich überhaupt nicht ästhetisch gelungen, aber ein erheblicher Teil der Berliner Gesellschaft und auch viele Architekten finden diesen Stil schön und wollen in einer Umgebung leben und arbeiten, die so geprägt ist. Wobei ich den Typ Architekt persönlich kenne, der so etwas propagiert aber im Gründerzeitler lebt und im Industrieloft sein Büro hat.

  • Unpopular opinion, aber als ich letztens an dieser großen Straßenkreuzung stand, war ich von dem DDR-Flair des Ensembles Haus der Statistik, Haus des Lehrers, Haus des Reisens und der Sichtachse der Karl-Marx-Allee runter zum Strausberger Platz und der Sichtachse in entgegengesetzter Richtung runter zum Haus des Berliner Verlags ziemlich beeindruckt. Als jemand, der die DDR selber nie erlebt hat, ist die heute noch spürbare Geschichte in dieser Gegend sehr faszinierend.


    In diesem Sinne finde ich die Fassadenwahl angemessen für den Ort. Was wäre angesichts des strammen Budgets dieses gemeinwohlorientierten Projekts die Alternative gewesen - eine Standard-Glasfassade im Strichcode-Look, so wie jeder andere neu gebaute Bürokasten? Nein danke, das würde die Ensemblewirkung empfindlich stören. Dann lieber das DDR-Feeling beibehalten, das den Ort einzigartig macht.

  • ^... es ist aber auch keine 08/15 Platte sondern ein eher rarer Stahlbetonskelettbau, wie wir hier schon mehrmals erörtert haben und deshalb schon erhaltungswürdig, Nur würde ich echt etwas intensiver in den Farbtopf greifen. Dieses Blasspippigelb für die hervorgehobenen Flächen ist zum weglaufen.


    @alle: Die Diskussion, ob Architekten lieber in Altbauten wohnen, bitte hier weiterführen. Danke.

  • In Realität ist das "Blasspippigelb" die Farbe ober Materialität von goldeloxiertem Aluminium, wie die Rahmung der Erdgeschossverglasung. Es sieht meiner Meinung nach gut aus.

  • Update vom 05.04.2023, fotografiert von mir



    Das Areal nochmal von der Rückseite

    bild5c3e17.jpg


    bild6gef4u.jpg


    bild7drip5.jpg


    Das zeitweilig so genannte Haus der Gesundheit, ein Vorkriegsbau in der Flucht der alten Straßenführung zum Alexanderplatz, noch immer eingerüstet weil in Sanierung

    bild88xdtp.jpg


    Und hier nochmal die Ansicht von der Alexanderstraße aus

    bild9yufr0.jpg




    d.

  • Gestern bin ich am Areal "Haus der Statistik" vorbeigekommen. Es wird an vielen Ecken gewerkelt und die Kräne drehen sich:


    Zum Beispiel werden an der Otto Braun Straße schon Fenster eingesetzt:



    Was mich etwas erstaunt hat, war, dass an der Karl-Marx-Allee die Betonelemente durch "neue" ersetzt werden. Die neuen sehen aber gar nicht so "dreidimensional" aus wie die alten. Wird das hinterher dann darauf "geklebt"? Ich bin etwas verwirrt, wenn schon neue Teile verwendet werden, hätte man doch auch die schmalen Fensterbänder vergrößern können. Und was passiert mit den alten Betonteilen? Weiß jemand mehr?




    Die unteren Etagen haben schon die neuen Brüstungen:



    Wer um die Baustelle herumläuft, findet Ecken, die er lieber nicht finden möchte, mitten in der deutschen Hauptstadt. Warum reißt man das nicht ab, was ohnehin wegmuss und schafft dadurch ein weniger gruseliges Umfeld?



    Die Renovierung des ehemaligen Altersheimes an der Berolinastraße geht weiter, allerdings ist das meiste unter der Plane versteckt. Das Dach wird komplett neu gemacht, auch mit großen Dachflächenfenstern.




    Bilder: meine

  • ^ auf deine Frage wo die alten Beton-Teile transportiert werden , habe ich leider nix gefunden. Ich denke die werden evtl. Abtransportiert ,dann zerkleinern.

    Ich finde auch die eine Ecke sieht grausam aus aber auf deren Webseite steht drauf dass der Bau Teil 2 ab 2024 erfolgen wird und es 2028 abgeschlossen werden soll.


    Hier gibt es mehr Infos ( fals es nicht hier mal gepostet wurde.


    Planung

    &

    Haus der Statistik

  • Warum reißt man das nicht ab, was ohnehin wegmuss und schafft dadurch ein weniger gruseliges Umfeld?

    Ich vermute mal, das steht beim nächsten Bauabschnitt an: Der Flachbau wird ja durch das neue Rathaus Mitte ersetzt. Nehme an, dort geht es erst los, wenn das Haus der Statistik zumindest äußerlich fertig saniert ist. Es gehört zwar in denselben städtebauliche Kontext, ist aber eigentlich ein eigenes Projekt.

  • Das ehem. Haus der Gesundheit wurde zuletzt als Altersheim genutzt? Dann hatten die Bewohner ja nur wenige Jahre ehe sie wieder ausziehen mussten. Aber spannend dass nun ein neues, vermutlich an das Original angelehntes (?), Dach oben rauf kommt.

  • Ich vermute mal, das steht beim nächsten Bauabschnitt an: Der Flachbau wird ja durch das neue Rathaus Mitte ersetzt. Nehme an, dort geht es erst los, wenn das Haus der Statistik zumindest äußerlich fertig saniert ist. Es gehört zwar in denselben städtebauliche Kontext, ist aber eigentlich ein eigenes Projekt.

    Das ist mir schon klar, aber wenn man doch weiß, dass es ohnehin weg muss, könnte man das doch jetzt schon erledigen. Aber so, das ist ja gruselig.

  • Das "Haus der Gesundheit" war nie ein Altenheim, auch nicht bis zur endgültigen Schließung des Hauses. Für Anwohnerinnen/Anwohner heißt es längere Wege in Kauf nehmen was leider in vielen Bereichen der Fall ist in Berlin, ob's die Nahversorger sind oder eben Praxen. Ein riesiges Konzept wird ja bis heute nicht verfolgt.


    Grüße Minimalist. :)