Molkenmarkt, Klosterviertel - Neuplanung

  • Ja, Wahnsinn. Übergroße Mehrheiten für die Rekonstruktion von Jüdenhof und Grauem Kloster sowie "Rekonstruktion ähnlich wie in Potsdam, Warschau oder Frankfurt" (63 ja 10 nein).

    Da ist SenStadt die Bürgerbeteiligung wohl etwas aus dem Ruder gelaufen.

  • Ich war mehrfach auf der Seite. Sie war einfach schlecht gemacht und ich wollte micham Ende auch nicht einbringen.


    Wenn Ergebnisse, die den Machern nicht passen, im Ergebnis nicht entsprechend wiedergegeben werden, so ist das schon ein starkes Stück.


    Außerdem ist es auch sachlich falsch zu behaupten, evtl. zu rekonstruieren de Gebäude seien Gründerzeitler gewesen.

  • ^ Ich habe mich sogar eingebracht und z.B. die Zeile links des Barberinis in Potsdam als Vorbild empfohlen: Zeitgenössische Architektur in historischen Maßen (nebst Schrägdach). Es ist aber klar, dass sich die Initiatoren solcher Bürgerbeteiligungen am Ende immer das raussuchen, was ihnen ins Konzept passt. Über den demokratietheoretischen Sinn solcher Prozesse könnte man lange debattieren; es ist aber auch ein bisschen egal. Wenn sich in einer 3,7 Mio-Einwohnerstadt 90 Leute beteiligt haben, lässt sich daraus keine Legitimation für irgendwas ableiten.

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  • ... wieviel Leute müssten sich denn beteiligen, damit das Ganze "Legitimation" erhält ? Es sind immer engagierte Minderheiten, die Veränderungen, Neues anstoßen. Ob Stadtschloß / Humboldt-Forum, Stadtentwicklungspolitik oder gesellschafftliche / gesellschaftspolitische Themen, so gut wie nie bringen sich die Massen oder auch nur eine erklägliche Zahl von Leuten ein.

  • Es stellt sich doch aber tatsächlich die Frage, welchen tieferen oder auch höheren Sinn solche Bürgerbeteiligungen eigentlich haben (sollen).


    Bei kleinräumigen, lokalen Maßnahmen mag es ratsam sein, die betroffenen Anlieger in den Planungsprozess einzubinden, um Fragen zu vermeidbaren Grundstückseingriffen, Stellplätzen, fußläufigen Wegeverbindungen oder Wünschen bezüglich sozio-kultureller Einrichtungen abzuklären.


    Aber bei solchen stadtbedeutsamen Großplanungen wie zum Molkenmarkt kann ich die Intentionen der offiziellen Stellen nicht erkennen. Wieso können da Hinz und Kunz aus Grunewald, Hellersdorf oder Rosenthal ihren Senf dazu geben, ohne dass bereits vorher gesagt wird, was mit deren Anregungen geschehen wird?


    Und wenn sich wie im aktuellen Fall offensichtlich eine Mehrheit der Wenigen, die sich beteiligt haben, für Rekonstruktionen alter Gebäudeensembles ausspricht, wird das dann schulterzuckend zur Kenntnis genommen, ohne umgesetzt zu werden. Was soll das dann??


    Mir scheint es, als gehe es dabei vorrangig um das Schwenken des demokratischen Feigenblättchens, welches verbergen soll, dass man sich schon längst entschieden hat, wie das Molkenmarktviertel aussehen soll. Und weil mich dieses Gefühl schon seit längerem beschleicht, beteilige ich mich auch nicht an solchen "Partizipationsprozessen".

  • ... wieviel Leute müssten sich denn beteiligen, damit das Ganze "Legitimation" erhält ? Es sind immer engagierte Minderheiten, die Veränderungen, Neues anstoßen.

    So habe ich das nicht gemeint. Sondern demokratietheoretisch im Sinne eines Volksentscheids.

  • Update Umbau Molkenmarkt, Bilder vom 04.10.2020, alle von mir fotografiert


    Blick auf den Bereich des U2-Tunnels gen Klosterstraße

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    Blick gen Alexanderplatz

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    Ein paar Schritte weiter an den Rathauspassagen

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    Direkt vorm Roten Rathaus, ich meine Fortschritte zum Zustand von vor einem Monat sind erkennbar

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    Deutlich nach vorne ging es ab der künftigen Kurve gen Mühlendamm. Weitere Bordsteine wurden gesetzt, Lampen aufgestellt, Pflasterarbeit fortgeführt...

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    Direkt an der künftigen Kreuzung gen Stralauer Straße (erkennbar am Bordstein)

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    Die Lampen entsprechen dem im Umfeld schrittweise aufgestellten Modell, inzwischen aber in hellerem grau und mit LED-Technik

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    Die von mir fälschlicherweise zuletzt als Parkbuchten beschriebenen Flächen sind tatsächlich für Bäume und Grünflächen vorgesehen

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    Wenig sichtbaren Fortschritt gibt es vor dem Stadthaus

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    d.

  • Danke für die Bilder und die Erläuterungen.


    Auch wenn die Gegend meiner Vermtung nach nie gemütlich werden wird, ist doch die Umgestaltung wie die Heilung einer großen Wunde. Ich habe diese Straßenorgie immer als einen der lebensfeindlichsten Plätze in Berlin empfunden. (Es gibt natürlich Orte in Berlin mit noch mehr Straße und Verkehr, aber so mitten im Zentrum empfand ich das einfach besonders schmerzhaft).

  • Hier wieder ein Update: Die neue Straßenführung am Nikolaiviertel zwischen Spandauer Straße und Mühlendamm nimmt immer deutlicher Gestalt an.


    Der Gehweg fällt großzügig aus und wird in Berlin-typischer Weise gepflastert:


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    Hier sieht man gut die zukünftige Aufteilung Bürgersteig, Radweg und dazwischen kommen, vermute ich, ein Grünstreifen mit Bäumen.


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    Während direkt am Gehweg Laternen im alten Stil stehen, werden zwischen Straße und Radweg neue, große LED-Lampen (siehe auch #847) aufgestellt.


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    Hier die Straßenführung...


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    mit hier gut sichtbarer neuer Lampe:


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    Auf der Straße:

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    Es macht immer wieder Spaß, Fortschritte bei der Heilung dieser vielleicht größten innerstädtischen Wunde zu erkennen.


    Aller Bilder von heute & von mir & gemeinfrei.

  • Im RBB war vor kurzem übrigens ein sehr ausführlicher Bericht mit vielen alten Filmaufnahmen des ursprünglichen Altstadtviertels zu sehen:


    Das verlorene Alt Berlin


    Sehr sehenswert, aber der Bericht macht m.M. auch klar, dass selbst mit den Korrekturen die nun vorgenommen werden, die Atmosphäre einer verwinkelten, engen Altstadt nirgendwo in der Mitte Berlins wieder erlebbar sein wird...

  • Die Urbi-Leuchten sind sehr solide und vom Design meiner Meinung nach auch überzeugend. Es ist gut, dass an einem Laternentyp über so viele Jahre festgehalten wird.


    Weniger überzeugend finde ich die Friedrichstadtleuchten. Da hat man mit der horizontalen Scheibe daneben gegriffen.

  • Ich hoffe, dass man bald den Mut findet, die Schließung und Verfüllung des Straßentunnels am Alex anzugehen, der immer mehr zum Anachronismus wird.

  • Ich muss gestehen, dass mir die Leuchten auch nicht so recht gefallen mögen an dieser Stelle - gerade in Wechselwirkung mit den Altbauten wirken sie etwas zu lang, filigran und armselig, ja fast geizig. Ihr Einsatz ist sicherlich der weiträumigen Ausleuchtung geschuldet. Einziges Pro ist für mich der Ausleger zum Ausleuchten des Bürgersteiges. Das Design insgesamt wirkt auf mich insgesamt eher engherzig.

  • Überraschung beim EmMi LuebesKind-Haus: Noch bis August [vgl. #819] hatte sich über Jahre hinweg wenig getan. Als ich heute vorbeikam, war das Gebäude dagegen bereits über der Erde. Entweder hat es keine Unterkellerung, oder es ging mit den Tiefbauarbeiten sehr flott.


    Hier einige Fotos:


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    Das sieht nach Platte auch:


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    Ich denke, es ist ok, wenn dieses wenig attraktive gelbe Haus zukünftig von dieser Seite verdeckt werden wird.

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    Zum Schluss ein Blick daneben:


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    Zur Erinnerung: So soll das Haus einmal aussehen: #600


    Und noch etwas: Die neue Straßenführung vor dem Rathaus nimmt immer deutlicher Gestalt an:



    Alle Bilder von mir.

  • ^ Interessant. Das scheint eine ähnliche Bauweise zu sein wie beim Musikerhaus in Potsdam - ein spezieller Beton mit guten Dämmeigenschaften, bei dem man sich eine zusätzliche WDVS-Schicht spart. In Potsdam wird derzeit eine Backsteinfassade vorgemauert. Mal sehen, wie man es hier macht.

  • << Na das wird ja eine über alle Maße schnucklige gestalterische Situation werden. Diese schreckliche Ritterburg (ich meine den im Bau befindlichen Neubau), zusammen mit diesem doch recht gelungenen gelben Klötzchen dann die Ruine des gotischen Klosters und die verstümmelte Jugendstilfassade des Gerichtes. Dann das rührige Restaurant im altberliner Stil, eine sehr schöne barocke Kirche, ein scheußlich mißlungener Patzschkebau, dazwischen der letzte Rest berliner Stadtbefestigung, der nicht zuordenbare Stil des Stadthauses, dann ein bisschen Expressionismus und eine weiße Ikone des letzten Jahrzehnts. Dieses kleine Karée wird eines Tages zur Pilgerstätte des internationalen Architektennachwuchses werden ... bin sehr gespannt.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo ()