Die Wettbewerbsergebnisse müssen jetzt zuerst einmal die Regierungsneubildung in Berlin überstehen. Die bisherige Koalition wird ja in mit gut 30 % der Stimmen in Umfrage keinem Fall weiter regieren können. Mit der Regierungsneubildung wird dann auch erst klar, wer die Bauverwaltung und den Senatsbaudirektor stellt. Dass das Haus sozialdemokratisch bleibt kann ich mir angesichts der SPD-Schwäche kaum vorstellen.
Dann ist ja schon im Wettbewerb klar gewesen, dass die Entwürfe das Baukostenbudget der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften überschreitet, die am Molkenmarkt Projektträger sein sollen. Die WBM & Co. haben sich bis dato nichts als Hüterinnen der Baukultur ausgezeichnet. Vermutlich wird es für das ganze Baufeld ein Generalarchitekt ernannt, der die Wettbewerbsentwürfe eher als Ideensammlung übernimmt. Wenn die Wettbewerbsgewinner ihre Ausführungsplanung an solche Büros abgeben müssen, wird das Quartier schnell ästhetisch kippen.
Der architektonische Bruch zwischen Los 4 und den Losen 1-3 ist in der Wettbewerbsarithmetik zu suchen: die verschiedenen Fraktionen sollten alle irgendwie befriedigt werden und die Senatsbaudirektorin hätte nicht mit einem Retroentwurf des Loses 4 das ganze Quartier einheitlich entscheiden können.
Aber: abwarten, wie alles nach der Baukostenoptimierung aussieht.