Alexanderplatz: Diverses

  • Ich finde auch, dass es aussieht wie ein Parkhaus. Ich hätte auch die Trapeze auf das Erdgeschoss besschränkt. Insgesamt wirkt das alles plump, grobschlächtig, bauklötzchenhaft. Von dem erwartbaren Vorschlag des Baukollegiums, sich an der Umgebung zu orientieren kann ich hingegen nur abraten. Wie schon oft gesagt, bräuchte der Alex tatsächlich dringend einen frischen, originellen Entwurf und keine weitere Rasterfassade.

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    • Der Sockel-Entwurf ist dem Baukollegium zu niedrig. Der Sockel soll mindestens 28m hoch werden.
    • Die Fassade mit den Trapezen korrespondiert dem Kollegium nicht ausreichend mit der Umgebung.

    Zur geforderten Höhe stimme ich zu. Das Park Inn leidet zwar darunter, aber es war ja ursprünglich mal angedacht, auf 150m aufzustocken. Evtl. kommt das noch irgendwann 2040+. Es sind ja nur etwa 110m, die es eigentlich hoch ist. Covivio könnte ca. 40m upgraden, wenn sie noch ein paar m für Technik raushandeln. Für sich genommen ein kleines Hochhaus, immerhin.

    Was die Umgebung betrifft, ich empfinde den Sockelbau des ALX durchaus als eine Unverschämtheit der Stadt gegenüber. Da hilft es auch nicht, dass "die Stadt" bzw. Frau Lüscher das so goutiert hat. Ich lasse mir auch nicht erzählen, dass das Gebäude nicht aussieht, wie ein Parkhaus, das man entkernt und zu einem besseren Edeka umgebaut hat; Es sieht so aus! Covivio stammt aus Paris, dort wäre eine vergleichbar prominente Platzierung im Stadtbild undenkbar. Ein zweites "impensable" daneben zu setzen, das sich an dem Ersten orientiert.. rien ne va plus.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Zwischen Baufeld D1 und D2 (Park Inn) soll eine Gasse entstehen, was die Ausbildung einer vierten Fassade erforderlich macht.

    Das verstehe ich überhaupt nicht. Für mich ließt sich das so, als wollte man dort unbedingt eine "tote Durchquerung" haben. Sie scheinen "Gasse" jedenfalls so zu definieren, qua Forderung einer vierten Fassade, die völlig anders als die anderen drei Seiten, ergo "closed" gestaltet werden soll. Oder deute ich das falsch?

    Sowas hier ?(:

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    Sie scheinen "Gasse" jedenfalls so zu definieren, qua Forderung einer vierten Fassade, die völlig anders als die anderen drei Seiten, ergo "closed" gestaltet werden soll. Oder deute ich das falsch?

    Das lieSt/interpretierst du zum Glück falsch. Mit „Eine vierte Fassade ausbilden“ ist gemeint, dass die Seite des Sockels, die zum Sockel des Nachbarn hin liegt, ebenfalls eine richtige Fassade (also Verkleidung, Fenster, Gliederung etc.) bekommen soll, anstatt nur eine geschlossene Brandwand zu sein, die an die Brandwand des Sockels vom Nachbarn anschließt. Damit ist also so ziemlich das Gegenteil von dem gemeint, was du gelesen hast. Mit „vierte Fassade“ ist nicht gemeint, dass diese unbedingt anders als die anderen drei werden soll und Fassade 1,2,3 unterschiedlich werden sollen. Fassade 4 könnte auch genauso wie 1,2,3 werden. Man hätte das Wort „vierte“ auch durch „weitere“ ersetzen können. Kurz gesagt: vorher 3 Fassaden und eine Brandwand. Nachher 4 Fassaden, weil eine Gasse entsteht. Da diese nicht unwirtlich werden soll, sollte die Fassade entsprechend keine abweisend und geschlossen wirkende Fassade werden.

  • Berlinier 2.0

    Das Baukollegium plädierte für einen eigenständigen Sockelbau mit einem Hochhaus auf D1 und lehnte ein gemeinsames Sockelgebäude von D1 und D2, wie es im Entwurf vorgestellt wurde, ab. Somit würde es zwischen D1 und D2 einen öffentlichen Weg geben, ähnlich wie zwischen D2 und D3.

    Dabei spricht sich das Baukollegium bezüglich des Sockelbaus auf D1 für die Ausnutzung der zulässigen Höhe aus, es soll also genauso hoch werden, wie der Baukörper des Sockels, der gerade auf D3 entsteht und damit höher als der Sockel auf D2. Dessen Höhe kann nicht so hoch geplant werden, da man dadurch die tieferen Etagen mit Hotelzimmern im Bestand-Hochhaus verbauen würde. Das Baukollegium verstand die Argumentation, argumentierte aus stadtplanericher Sicht aber für mehr als die fünf Etagen des Entwurfes.

    Die vierte Fassendimension bezieht sich auf die Dachgestaltung des Neubaus auf D2. Diese Fassade ist von den umgebenden Hochpunkten sehr gut einsehbar, z. B. für die Hotelgäste des Park Inn.

    Das Hochhaus mit der Hotelnutzung, errichtet von 1967-70, soll nicht angefasst werden, da sonst neue Vorgaben wie z. B. für den Brandschutz dafür sorgen würden, dass das Gebäude entkernt und aufwendig modernisiert werden müsste. Der Sockel wird bei laufendem Hotelbetrieb umgebaut.

    Das Gebäude des ehemaligen Hotel Stadt Berlin wurde auch nie für 150 m ausgelegt und eine Aufstockung auf 150 m war nie ein Thema. In der Planung von Kollhoff sollte das Gebäude weichen und räumlich versetzt durch einen 150 m hohen Neubau ersetzt werden. Diese Planung wurde nicht umgesetzt und ist nicht Grundlage der aktuellen Planung.

    Einmal editiert, zuletzt von Dunning-Kruger (3. September 2026 um 13:56)

  • … ich finde, dass das projektierte Hochhaus auf D1 garkeinen Sockel benötigt. Es liegt nicht am Alexander Platz, benötigt auch keine Korrespondenz zur gegenüberliegenden Straßenseite da die Gebäude dort viel höher sind als der allegegenwärtige Sockel. Somit könnte endlich mal ein Hochhaus in Berlin einfach nur Hochhaus sein ohne diesen entschuldigt dämlichen Sockel.

    Es wäre auch viel eleganter einfach nur einen Turm an dieser immensen Kreuzung zu haben, auch wenn diese wohl verschmalert werden soll.

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    Somit könnte endlich mal ein Hochhaus in Berlin einfach nur Hochhaus sein ohne diesen entschuldigt dämlichen Sockel.

    Ich verstehe Deine Abneigung gegen Sockel nicht. Nun ja, Geschmackssache - aber hier halte ich einen Sockel unbedingt für nötig: Ohne ihn hätte man viel zu viel leeres Umfeld, und die Gegend ist ohnehin zerklüftet genug. Mit Sockel hätte man eine einheitliche Straßenfront mit dem erweiterten Galeria-Bau, was wesentlich weniger nach Stückwerk aussehen würde.

  • ^ … Sockelbauten bei Hochhäusern sind eine Berliner Unart.
    Man traut sich einfach nicht ein wirklich großes Volumen vertikal durchgängig in der Stadt zu platzieren. Daraus resultierend, das es in Berlin einfach zu wenig Hochhäuser gibt, und die stehen auch noch wie Spargelstangen übers gesamte Stadtgebiet verteilt. Mit Hilfe des Sockelbaus versucht man die umgebende Bebauung in ihrer Traufhöhe aufzugreifen, das Hochhaus am liebsten weit weg von der Straßenseite damit ja der Sockel die Blockflucht aufnimmt. Das ist nichts halbes und nichts ganzes, geboren aus Angst und Verzagtheit. Wenn mehrere Hochhäuser einen Cluster bilden benötigt man keine Sockelbauten wie in Frankfurt. Hier am Alex versucht man dennoch die Traufhöhe oder etwas höher mit dem Sockel zu betonen obwohl weit und breit kein einziger erhaltener Blockrand existiert. Hochhäuser ja okay wenn‘s alle haben aber dann doch etwas angebiedert. So würde ich dieses Berliner Phänomen umschreiben.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (3. September 2026 um 17:24)

  • ^ Was spricht dagegen, dass Berlin hier einen eigenen Weg geht und die Blockrandbebaung mir relativ einheitlicher Traufhöhe auch bei den Hochhäusern nicht einfach aufgibt, sondern qua Sockel bewahrt? Dann gibt Berlin seine Identität nicht einfach auf, sondern setzt sie auch mit Hochhäusern fort und entwickelt das vielleicht sogar zu einer Eigenart, die Berlin von den meisten anderen Städten unterscheidet. Vancouver ging in diese Richtung und man spricht hier von "Vancouverism". Wenn Berlin mit einer rigorosen Bindung von Hochhäusern an Sockelbauten mit einheitlicher Traufhöhe für einen "Berlinerismus" bekannt würde, hätte ich nichts dagegen.

  • Die Sockelbauten entsprechen dem Siegernetwurf von Kohlhoff beim städtebaulichen Wettbwerb. Sie charakterisieren die Gegend und sollen ein Gesamtbild erzeugen.

    Ganz nebenbei wird das Hochaus auf D1 im Vergleich zu denen auf D2 und D3 um 90° gedreht und nicht "weit weg von der Straßenseite", sondern wird direkt an der Karl-Liebknecht-Straße hochgezogen.

  • ElleDeBE … wenn Du es so sehen möchtest… kann ich es nachvollziehen. Allerdings bleibt dann die Frage warum? Warum muss Berlin einen Extraweg gehen? Auch in anderen Großstädten gibt es Traufhöhen.

    Aber nun gut… wir sehen ja jetzt schon am Alex, das es eine ganz neue Sichtweise auf den Platz gibt, rein von den Volumina her. Allerdings würde ich mir dann bei den Sockelbauten eine viel größere Liebe zum Detail wünschen. Bislang scheint mir das eher umgekehrt, viel Liebe zum Detail beim Turm und der Sockel ist ein Klopper.

    Dunning-Kruger , danke ich kenne den Kollhoff-Plan. Der hat mit dem jetzt Gebauten allerdings bis auf die Sockel, nichts gemein.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (3. September 2026 um 17:54)

  • ^ Ich kann reinen Hochhäusern ohne Sockel auch viel abgewinnen und habe sogar eine Schwäche für besonders schlanke Hochhäuser, wie sie etwa in Hongkong zu finden sind. Ich finde auch Dein Argument grundsätzlich nachvollziehbar. Ich habe auch nicht behauptet, dass Berlin einen Extraweg gehen muss, zumal das gewiss auch mit Einschränkungen (der Vielfalt) einherginge. Dafür aber entstünde allmählich eine Wiedererkennbarkeit, die aus der Weiterentwicklung einer spezifischen identität (Blockrand, Traufhöhe) folgt, diese mit etwas für die Stadt relativ Neuem (Hochhäuser, in Zukunft wohl auch mehr Wolkenkratzer) vermittelt, und das ist mir sympathischer als harte Brüche mit der Identität, denen dann fast notwendig rückwärtsgewandte Versuche folgen, vergangene Identitätsfassaden zu errichten.

  • Ich finde nicht, dass dort eine Gasse die beiden Sockelbauten trennen sollte. Ein durchgehend bebauter länglicher Block, gerne mit mehreren optisch voneinander getrennten Gebäuden oder mindestens Gebäudeteilen, eins davon dann das Hochhaus an der Kreuzung, mit einer deutlich abgesetzten Fassade, wäre für mich die deutlich bessere Lösung.

    Dieser Block kann dann ja dennoch durchquerbar sein.

    Ich denke außerdem, dass der Eigentümer des ParkInn die unteren Etagen des Hochhauses (oberhalb des jetzigen Sockels) nicht verbauen möchte. Daher der Entwurf mit dem niedrigen Sockel. Eine Möglichkeit wäre, wie schon vorgeschlagen, an der Ecke zum Alexanderplatz höher zu bauen und den Rest des Sockels niedriger zu lassen. Das schafft dann auch etwas Abwechslung.

  • Da der Sockel an der Alexanderstraße höher aufgestockt wird oder sollte werden einige Hotelzimmer weichen müssen, wenn man sich den aktuellen Gebäude und die Visualisierung des Neubaus ansieht, oder Liege ich da falsch ? Hier gemeint ( aus Google Maps)

    Einmal editiert, zuletzt von Johannes_9065 (3. September 2026 um 21:06)

  • ^ Wenn ich die Visus richtig interpretiere, wird der Sockel in der aufgestockten Zone quasi hohl – das hieße, die Hotelzimmer wären nicht betroffen. Du würdest nur aus dem Fenster nicht mehr auf den Alex, sondern auf eine Art Innenhof schauen. Die unteren Stockwerke würde man also "einhausen", ohne das Hotel selbst anzufassen. Das würde eine Menge baurechtlichen und technischen Aufwand ersparen. Und ich glaube, das ist die Idee.

  • Und ich dachte Berlin wäre ein dunkles Moloch, welches seine Wahrzeichen nicht beleuchtet? :D


    Da hat der Touri ja gar nichts mit seinem iPhone Nachtmodus zu fotografieren…


    Darf dann auch wieder weg^^

  • Ist ja auch klar, da ist ein Park. Pariser Platz, Breitscheid- und Alexanderplatz leuchten wie jeder weltstädtische Platz.

    Fernsehturm und Rathaus sind beleuchtet und meiner Erinnerung nach auch alle anderen, wichtigen Sehenswürdigkeiten…

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ist ja auch klar, da ist ein Park. Pariser Platz, Breitscheid- und Alexanderplatz leuchten wie jeder weltstädtische Platz.

    Fernsehturm und Rathaus sind beleuchtet und meiner Erinnerung nach auch alle anderen, wichtigen Sehenswürdigkeiten…

    Marienkirche und Nikolaikirche sind seit 2022 finster, was insbesondere im Fall der Nikolaikirche sehr zu bedauern ist. Die war abends immer ein echter Hingucker. Heute sieht man sie nach Einbruch der Dunkelheit praktisch gar nicht mehr. Das Rote Rathaus wird nur noch auf der Frontseite beleuchtet, was auch eher billig aussieht.

    Auch der Berliner Dom ist seit Neuestem wieder auf Sparflamme. Das könnte allerdings, hoffentlich, nur mit den laufenden Sanierungsmaßnahmen zusammenhängen. Bei der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz gibt es das gleiche Problem. Ich könnte noch 20 andere Berliner Sehenswürdigkeiten nennen, die seit 2022 entweder komplett im Dunkeln stehen oder nur noch irgendeine billige, improvisiert wirkende Teilbeleuchtung haben.

    Ich war vor zwei Wochen in Poznań in Polen und hätte heulen können, wenn man sieht, wie die es schaffen, ihren Marktplatz gerade am Abend zu präsentieren. Dass viele in Berlin inzwischen nicht einmal mehr mitbekommen, wie mies sich diese Stadt mittlerweile präsentiert und was eigentlich möglich wäre, finde ich schade, aber leider auch nicht mehr überraschend.

    Und das alles nur, um lächerliche 40.000 Euro Stromkosten pro Jahr einzusparen 😂 Ja, da fehlt keine Null. 40.000 Euro im Jahr.

    Das entspricht grob den Kosten einer einzigen Beamtenstelle oder zwei Bürgergeldempfänger mehr oder weniger in einer Stadt mit Millionen Einwohnern.

    Es ist einfach grotesk. Für so eine minimale Einsparung verdunkelt man das Stadtbild. So einen symbolpolitischen Stuss muss man weltweit wahrscheinlich lange suchen.

  • Ich weiss nicht inwieweit ökologische Interessen dabei mitspielen, aber es gibt in vielen europäischen Städten die Bestrebung, Nachts Beleuchtungen auszuschalten, da diese die Tier- und Pflanzenwelt durcheinander bringt(Lichtbarrieren schafft). Stichwort Dark infrastructure

    Meine Meinung: ab 23-0 h kann man die Beleuchtung gern runterfahren oder komplett aus(je nach Sektor), sowohl in Strassen und Wahrzeichen. Spart Geld und schont die Tierwelt.

    Vollbeleuchtung war 20. Jhdt.