Alexanderplatz: Diverses

  • ^ Danke für die interessanten Beiträge.

    Das ehem. Interhotel wurde als städtebauliche Setzung aus Hochhaus-Scheibe auf einer Sockel-Platte konzipiert. Es bildete mit dem ehem. Centrum-Warenhaus als Kubus und den anderen Scheiben, Riegeln und Platten ein Ensemble.

    Insofern stellt sich für mich die Frage, wie man nun mit der niedrigen Sockelplatte des Hochhauses, auf die projektierte höhere Block- und Blockrandbebauung der Umgebung reagieren will, ohne die Proportionen des Hochhauses zu zerstören.

    Die bisherigen Visualisierungen (im Zuge Planung Covivio-HH) mit Dachterrasse und abgesteppter Sockel, gehen meiner Ansicht nach in die richtig Richtung, sehen aber noch recht verbastelt aus.

    Im Grunde setzt man einfach weitere Volumen auf eine vergrößerte Platte. Nur für die Platzseite zum Alex besteht einfach zu wenig Raum zwischen Hochhaus und Platzkante, um den Platz hier im neuen Maßstab zu fassen.

  • Dass der Sockel des ParkInn umgebaut werden muss, da sind sich alle einig. Wenn aber ein Sockelbau die 36m von Galeria und Covivio aufgreifen würde, stellt sich die Frage nach der Gesamtwirkung. Das ParkInn würde dann aus der Straßenperspektive sehr viel klobiger daherkommen weil ein bedeutender Anteil des Turms im Sockel verschwände.

    Daher meine etwas provokante Idee:

    Sofern genug statische Reserven vorhanden sind, könnte man doch in nachhaltiger und leichter Holzmodulbauweise ebenjene Höhenmeter, die im Sockel verschwinden, oben wieder draufsetzen um die heute Anmutung beizubehalten. Die Anzahl der Hotelzimmer bliebe erhalten, zusätzlich könnte der Sockel den Alexanderplatz auch an dieser Ecke einfassen und darüber hinaus wirtschaftlich genutzt werden. Eine Win-Win-Situation für Hochhausfans, Ostalgiker und Hotelbetreiber gleichermaßen :)

  • Neben dem Sockel störte mich immer auch der plumpe Dachaufbau mit der biederen Inschrift. Sie passt nicht zur Strenge der Fassade. Da scheint mir mehr möglich zu sein, vielleicht auch, warum nicht, mit einer Erhöhung.

  • Den Platz vollständig in der Höhe der vorhandenen Sockelstrukturen einzufassen erscheint nur naheliegend, würde aber tendenziell eher einengend und monoton wirken. Der Blick auf offene Einlassbereiche des Alexanderplatzes in die Umgebung und umgekehrt ist in Richtung Nordwest versperrt. Darum könnte ich mir hier einen offenen nicht überdachten Bereich zwischen Kaufhofgbäude und Sockel vorstellen. Den Sockel selber könnte man durch die Verwendung wertigerer möglichst heller Materialien, aber bitte nicht durch eine Erhöhung zeitgemäß umgestalten, gerne auch in Bezugnahme auf das Kaufhofgebäude während der hier vorgesehenen Umgestaltung um hier die architektonische Verwandtschaft wieder sichtbarer zu machen.

    Hier würde eine „Öffnung“ gut tun

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  • ^ Was einengend wirkt ist die gegenwärtig vorhandene Brücke zum Kaufhof. Die muss unbedingt weg. Den Sockel hochzuziehen würde ich mit "urbaner Dichte" (positiv konnotiert) beschreiben. Den Blick auf das Memi zu verbauen, kann mE nur erstrebenswert sein.

    Ich empfehle hier nochmal die alten Visualisierungen aus dem Jahr 2008 von Till Sattler Architekten:

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    Berlin-Alex-4-1024x575.jpg

    Berlin-Alex-5-1024x575.jpg

    (c) Till Sattler Architekt

    Und auch hier nochmal eine Skizze, die ich in einem alten Artikel der Bauwelt (Link) gefunden habe:

    Berlin-Alexanderplatz-Hochhausplanungen-2da44261ff5f4c78.jpg

    3 Mal editiert, zuletzt von Sidious (6. November 2025 um 11:30)

  • Da ich die Diskussion über den Abriss des Park Inn Hochhauses ausgelöst habe möchte ich meine These etwas untermauern. Das Park Inn ist architektonisch nicht mehr als ein hoher Kasten mit einer durchgezogenen Spiegelglas Fassade und einem plumpen Aufbau. Nichts an dem Haus stellt noch einen Bezug zur DDR-Vergangenheit her. Bis zur (für mich fragwürdigen) Fassadenüberklebung hatte das Haus ein spezielles Farbspiel in der Fassade, auch die Casino-Etage war gesondert architektonisch hervorgehoben. Je nach Sonnenstand wirkte das Gebäude anders. Es gibt heute weder eine Lobby, noch eine Eingangssituation oder gar einen Flachbau, nichts hat mehr irgendwas mit der architektonischen Vergangenheit gemein.

    Städtebaulich ist die Situation durch die Umsetzung des Kollhoff-Planes (Covivio und Kaufhof) nun völlig verfahren. Die Hochhäuser werden an der platzabgewandten Seite zur Straße stehen, das Park Inn aber bleibt wie bestellt und nicht abgeholt zurückgesetzt in leicht zweiter Reihe in einem Block Geviert stehen. Zudem büßt das Park Inn Hochhaus durch den Covivio-Bau gerade seinen ehemaligen Fixpunkt der KMA 2. BA ein. Man darf nicht vergessen, dass es einen Bebauungsplan gibt, indem das Park Inn durch einen Turmbau an der Straße ersetzt werden soll. Covivio hat die Möglichkeit ein Hochhaus ohne Abriss des Park Inn und zwei Hochhäuser samt Blockumbauung mit Abriss des Park Inn zu realisieren. Da würde ich zu gerne ein Mäuschen sein und bei den Entscheidern bei Covivio unterm Schreibtisch sitzen.

    Sollte das Park Inn doch nicht ersetzt werden, sehe ich städtebaulich eine fast unlösbare Aufgabe auf die Architekten zukommen. Entweder man plant für dieses Gebiet mit einem neuen städtebaulichen Plan samt neuem Bebauungsplan, eine Versöhnung mit den klaren Setzungen im Kollhoff-Plan kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

  • ^Es ist immer schwierig, sich mit Kommentaren auseinanderzusetzen, die vor allem den persönlichen Geschmack widerspiegeln. In meinen Augen ist der Aufbau des Park Inn nicht plump, der Grundcharakter des Gebäudes ist erhalten geblieben aber durch die Spiegelfassade moderner und gerade in Bezug auf Licht und Spiegelungen durchaus interessant.

    Es ist sicherlich richtig, dass der Kolhoff-Plan eine gute Orientierung darstellt. Dies bedeutet jedoch sicher nicht, dass man sich stoisch an die Anordnung halten muss und eine vollständige Umsetzung der Planung mit insgesamt 13 Hochhäusern ist aufgrund von inzwischen unter Denkmalschutz stehenden DDR-Bauten sowieso nicht mehr möglich. Im übrigen verfügt das Areal des Park Inn über keinen rechtskräftigen Bebauungsplan, vielmehr befindet sich dieser in Aufstellung (I-B4a-4).

    Letztendlich wird der Masterplan nicht 1:1 umgesetzt werden können, dies ist jedoch auch nie wahrscheinlich gewesen. Es wird ein Kompromiss entstehen, in dem ich jedoch den Standort des Park Inn erstmal als kleineres „Problem“ ansehen würde. Vielmehr ist aus meiner Sicht zu hoffen, dass die sich nun in der Umsetzung befindlichen Hochhäuser wirtschaftlich erfolgreich sein werden, so dass weitere auf den vorgesehenen Standorten folgen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Was einengend wirkt ist die gegenwärtig vorhandene Brücke zum Kaufhof. Die muss unbedingt weg.

    das wäre erstmal ein ganz wichtiger Schritt. Alles andere sind Entwürfe, die man sich dann im Detail ansehen kann. Aber diese Ecke mit der Unterführung funktioniert so einfach nicht!

  • Ich konnte (!) die Kritik am Park Inn immer teilen. Ein Fan des Fernsehturms war ich auch nie. Beide sahen für mich völlig Fehl am Platz aus und gaben dem Alexanderplatz ein Gefühl von Gewerbegebiet-Raststätte.

    Das hat sich jetzt geändert. Allein ein einziger neuer Hochpunkt (Berlinian) nebenan und das Ganze wirkt auf einmal großstädtisch, gar elegant, ich würde sogar sagen richtig cool. Ein komplett neues Bild, das sich durch das Hochhaus-Cluster ergibt. Die Sorgen, die Kritiker haben, weil gewisse Blickwinkel auf den Fernsehturm nun versperrt sind, sind für mich völlig unbegründet. Im Gegenteil: Der Fernsehturm erstrahlt endlich in neuem Glanz! Sogar das Park Inn wirkt nun nicht mehr abgeranzt, sondern wie ein International Style Bau eben wirken sollte, ähnlich wie in NYC.

    Mit dem Rest der geplanten Hochhäuser wird das Ganze endlich wirken wie der Mittelpunkt einer Hauptstadt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Mit dem Rest der geplanten Hochhäuser wird das Ganze endlich wirken wie der Mittelpunkt einer Hauptstadt.

    Gott sei Dank hat Berlin andere Höhe- und Mittelpunkte, an die der Alexanderplatz niemals nie heranreichen wird, auch nicht, wenn man dort hundert Hochhäuser hinstellt.

    Das einstige "Hotel Stadt Berlin" hatte eine detailliertere Fassade, das allein machte sie schon (etwas) interessanter als die heutige, vollständig belanglose Nicht-Gestaltung. Der Barock war auch ein internationaler Stil und trotzdem hatten dessen regionale Ausprägungen und die individuellen Fassaden der Einzelgebäude eine eigene Identität. Das, was man "International Style" nennt, ist nichts anderes als Gesichtslosigkeit, darauf weist schon dessen Bezeichnung hin. Nichts, was ich feiern würde.

    Die Klobigkeit des Park-Inn-Dachabschlusses ergibt sich aus dessen Größe, ungegliederter Horizontalität, dem unmöglichen Grau und dem zu großen und sehr hässlichen Schriftzug. Eines der umsatzstärksten Hotels in Deutschland sollte diese Art von Brachialwerbung nicht nötig haben und stattdessen mal darüber nachdenken, in eine ordentliche Gebäudekrone zu investieren, vielleicht mit Lichtkunst.

    Dass andere Hochhäuser bald den Blick von diesem Ungetüm ablenken, ist wirklich eine Wohltat.

  • Ich finde, die neuen Hochhäuser am Alex unterstreichen alle so schön die Kälte des Platzes. Nein es ist kein Platz, es ist eine Freifläche. Wie einfallslos sind die Entwürfe für diese Häuser? Es sind Rechtecke. Um wieviel schöner erscheinen dagegen Entwürfe wie der Messeturm Frankfurt mit seiner beleuchteten Spitze oder Hochhäuser aus den 30ern in NYC. Also ich finde es hässlich. Es passt aber zur Spree-Fassade des Stadtschlosses. Man hätte lieber Vorkriegsfotos angucken sollen, und probieren sollen das möglichst zu rekonstruieren. Früher gab es da noch schöne Gebäude wie das Kaufhaus Tietz oder das Grandhotel Alexanderplatz. In der Nacht und beleuchtet und von Weitem sieht es aber vielleicht schön aus. Wo ist eigentlich die Berolina-Statue?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Wo ist eigentlich die Berolina-Statue?

    Die berühmte 7,5 Meter hohe Kupferstatue von 1895 wurde nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1948 demontiert und 1951 eingeschmolzen. Also die gibt es nicht Mehr. Bericht - Quelle Heute steht die Weltzeituhr an dieser Stelle.

    ( Kann weg , wenn muss da es nicht zum Thread passt, auch wenn es Mal am Alexanderplatz stand. )

  • ^ Beim Verlinkenden Link Hast du Recht.👍🏼 Da steht es drauf .

    Ich habe Nur die Quelle hinzufügt was vorgeschlagen wurde. Das was ich geschickt habe den Text war auf Google Suchmaschine

    ( Kann verschoben werden mein Beitrag & zuvor Auch Das ist ehr im OT des Thread ist. Wollte nur drauf antworten )

  • ^ Das stimmt nicht so ganz. Die Berolina stand seit 1895 jahrelang vorm Kaufhaus Tietz, ungefähr dort, wo der U-Bahn-Ausgang liegt (der zwischen Toilette und Polizeiwache). 1927 musste sie dann dem U-Bahn-Bau weichen und wurde nach Bürgerprotesten 1933 vorm Alexanderhaus aufgestellt (da, wo heute die Weltzeituhr steht). Im Krieg wurde sie schließlich 1942 abgebaut und wahrscheinlich eingeschmolzen.

  • Man kann etwas Unerwartetes tun - Kunst im Foyer: Die rekonstruierte Berolina könnte im Foyer eines der geplanten Hochhäuser stehen. Wer sagt denn, dass Kunst am Bau immer modern sein muss.

  • … ich finde es eine ausgesprochen sympathische Idee, eine Berolinafigur, und in diesem Fall wäre es ja eine Neuschöpfung, anzufertigen. Und auch wieder auf dem Alex zu installieren, hierbei ist es für mich nicht entscheidend ob diese am originalen Standort stehen muss sondern, dass sie auf dem Alex steht. Das reicht völlig, und das Berolina-Haus hätte auch seine Namensgeberin zurück.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (13. Februar 2026 um 19:11)

  • Die TLG-Immobilien-Gesellschaft schrieb 2003 einen Wettbewerb unter Berliner Kunststudenten und -innen für die Fertigung eines neuen Bildnis der Stadtpersonifikation Berlins, der Berolina, aus. Als Gewinner ging der Kunststudent Axel Anklam von der UdK hervor und wurde unter 30 Finalisten und-innen ausgewählt. Die modern gestaltete Skulptur "Tanzende Berolina" von Axel Anklam steht heute vor dem „Haus zur Berolina“ auf dem Hausvogteiplatz.

    Hier eine Ansicht.

  • Für mich unnachvollziehbar, dass diese riesenhaft-plumpe und lächerliche Allegorie auf Berlin offenbar Wiedererrichtungsphantasien weckt.

    Einmal editiert, zuletzt von ElleDeBE (13. Februar 2026 um 21:37)