Kulturforum

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Auf meine Frage hat trotzdem niemand eine Antwort?

    Einfach mal eine Sekunde googeln, und auch hier im Forum gibt es eine Suchfunktion.

    https://www.berlinmodern.org/entwurfsansichten

    • "Schlichte Quer-Einschnitte in die Fassade als dezente, zurückgenommene Zugänge haben die großen Tore abgelöst."
    • "Für die Fassade sind Klinker ohne Beton vorgesehen. Sie ersetzen die ursprünglich geplanten Beton-Klinker-Fertigteile." Ein "lichtdurchlässiges Lochmauerwerk" wird es hier und da trotzdem geben, aber nicht so konsequent und prägnant wie noch im Konzept des Wettbewerbsentwurfs.
  • Es wird das passieren, was wir immer mehr in der Bundesrepublik sehen: das Opfern der Ästhetik auf dem Altar der Nachhaltigkeit. Und bevor hier der Einwand kommt: ja, die Klimakrise ist wichtig, aber es sollte doch möglich sein, nachhaltige Gebäude (vor allem architektonische Leuchtturmprojekte) und Stadtquartiere zu schaffen, die nicht totgedämmt werden oder so aussehen, als würde man den Betrachter nötigen wollen, diese Welt aus eigener Hand zu verlassen.

  • berlin modern

    Bevor irgendwas "totgedämmt" wird, muss erstmal weiter geschalt und betoniert werden.

    Der Rohbau nimmt langsam Formen an, daher ein paar neue Eindrücke.

    [Bilder © bauhelmchen 2025]

    Von der Terrasse des Kammermusiksaal hat man eine gute Aussicht auf die Nordseite der Baustelle.

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    Blick auf die nun umrahmte Plantane auf der Westseite.

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  • Für mich hat das beim ursprünglichen Entwurf eingesetzte Stilmittel der großen, lichtdurchlässigen Ziegel an einem Gebäude mit diesen Dimensionen und Proportionen einfach nicht gepasst. Die neueren Visualisierungen, die Ziegel oben verlinkt hat, sprechen daher zumindest mich tatsächlich sogar mehr an (falls es ökologische Vorteile hat, umso besser).

    Die geziegelten Seiten mit den diversen Öffnungen und Bepflanzungen brechen nun mE etwas besser die gigantischen (und gigantisch plumpen) Dimensionen herunter und wirken nahbarer. Besonders eindrucksvoll gelingt dies natürlich beim großzügigen "Baumhof" bzw. "Platanenhof".

    Die Front mit den vertikalen Scheiben wirkt nun mE stimmiger integriert und macht den Bau noch etwas leichter und offener.

    Wirklich elegant oder gar extravagant wäre nochmal anders gewesen aber immerhin besser als komplett plump und unstimmig/ unförmig.

    Was man dagegen mE schon jetzt ohne Fassadengestaltung am entstehenden Baukörper erkennt, dass die Kubatur an sich tatsächlich besser in die Brache passen könnte als vielleicht vorher anhand der Bilder angenommen. Ein großer Kritikpunkt war ja auch das (kostenintensive) unterirdische "Verstecken" von Geschossflächen. Ich denke aber, dass gerade der durch dieses Versenken flachere Seitenabschluss den großformatigen Bau besser verdaubar macht und neben den oben geschilderten Effekten die Masse optisch besser bricht. Bei einem höheren oberirdischen Bauanteil wäre dieser Effekt kaum oder zumindest deutlich schlechter rüber gekommen.

    Ich bin tatsächlich etwas dabei, mich mit dem Projekt zu versöhnen und es im Ensemble der architektonischen Diven als erstaunlich passende Ergänzung mit potentieller vermittelnder Qualität anzuerkennen. Es wird allein nicht reichen, um dieses Forum zu retten. Es könnte aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung werden.

    P.S.: Etwas ironisch finde ich ja, dass kürzlich eingeworfen wurde, ob denn niemand die Ähnlichkeit zu einem großen Lidl erkenne. Tatsächlich war ich bei Vorstellung der Entwürfe der oder einer der frühesten und entschiedensten Vertreter dieser Wahrnehmung. Ausgerechnet jetzt, wo es neu angesprochen wird, nehme ich es deutlich weniger so wahr und kann besser mit der intendierten Assoziation einer (Kultur-)Scheune leben bzw. immerhin etwas damit anfangen. Nur ein Tempel oder meinetwegen auch versunkener Tempel wird mE nicht mehr daraus werden.

  • ^... ich stimme Dir in vielen Punkten zu.

    Allerdings jetzt nach Sichtung der von Ziegel dankenswerter Weise verlinkten neuen Visualisierungen, bin ich noch ernüchterter als zuvor.

    Mein erster Eindruck war, es sieht jetzt irgendwie provisorisch aus. All die Wertigkeit die zuvor zu erkennen war, wie die enorme Ziegelwand oder auch die leichte Krümmung der Wand in Parallelität zur Potsdamer Straße hin, sind gewichen und es sieht jetzt etwas zu beliebig und eben zu provisorisch aus, so als wäre es nur ein Stellvertretergebäude für das Museum der Kunst des 20. Jahrhunderts. Zu wenig Sebstbewustsein. Jetzt reiht es sich ein in die Liste der dort eher zweit- bis drittklassigen Architekturen wie Gemäldegalerie und Kunstgewerbemuseum (für dieses sollte man dringend einen neuen Namen finden, wenn man es nicht einem Total-Relaunch unterziehen will).

    Und um eine bessere Sichtbarkeit der Neuen Nationalgalerie zu gewährleisten hätte man auch am Dach arbeiten können, eine längere Seite zum Forum hin und eine kürzere Seite zur Potsdamer Straße hin. Dies würde auch die meiner Meinung nach verhängnisvolle Symmetrie der Giebelseiten etwas mildern.

    2 Mal editiert, zuletzt von Camondo (20. Juli 2025 um 12:39)

  • Verzögerung der Eröffnung : berlin moder ?

    Wie die Berliner Morgenpost heute berichtet hat , geht man davon aus , dass berlin modern die Eröffnung für ca. 1 Jahr Verzögert. Grund : verspäteten Fertigstellung des Rohbaus, Koordinations und Übergabeschwierigkeiten des Vorgewerks sowie einer verspäteten Planung der Architekten und Fachplaner im Vergleich zu dem durch den Architekten aufgestellten Gesamtterminplan. So Laut Bericht.

    Man wollte das es schnell fertig wird und die Arbeitszeiten der Bauarbeiter ausgeweitet wird dies ist noch in Gespräch. Unter anderen soll ein weiteren Kran aufgebaut werden für mehr Tempo. Das Kultusministerium geht trotz Verstärkung mit der Verzögerung auf 12 Monate ca. Auch die Kosten steigen Geplant waren es 200 Mio. ( Im Jahr 2014 )

    Nach aktueller Gesamtkostenprognose belaufen sich die voraussichtlichen Baukosten inklusive prognostizierter Risikokosten und Baupreissteigerungen auf rund 526,5 Mio€

    Also ein Minus über 300 Mio Euro mehr als geplant.

    Schade, das sah so aus als wäre es kurz vor Abschluss des Rohbau. Noch heiß es abwarten und Daumen drücken. Leider nix neues in Berlin....

    Berliner Morgenpost ( Hinter paywall )

  • Dazu passt, dass der Tagesspiegel (Paywall) den mir nicht sehr sympathischen Nikolaus Bernau über das Projekt herziehen lässt. Der spricht wie immer mit markigen Worten (Reißleine, Skandal, Tragödie) und vergleicht das Unvergleichbare: berlin modern mit dem Centre Pompidou (70er Jahre Kulturzentrum und kein reines Kunstmuseum) und der Mannheimer Kunsthalle (vor Corona und dem Ukrainekrieg fertig). Dazu hält er den Standort für ungeeignet und die energetischen Umplanungen für "Ökoflitter".

    Der Infoartikel im Tagesspiegel dazu ist nicht hinter der Paywall.

  • Die Bezeichnung "Ökoflitter macht er sich nicht zu eigen, sondern schreibt: "'Ökoflitter', wurde damals gelästert." Und gerade, dass es nur ein Ausstellungshaus werden soll und eben kein Kunst- und Kulturzentrum wie das Centre Pompidou, kritisiert er ja. Auch haben sich die Baupreise seit 2020 nicht verdreifacht, der m²-Preis wird laut Artikel aber dreimal so hoch sein wie in Mannheim. Man sollte so einen Artikel schon fair wiedergeben, auch wenn man den Autoren nicht mag.

    Ich finde den Artikel meinungsstark, aber sachlich, woran auch die Wortwahl keinen Abbruch tut. Hingewiesen wird in der Einleitung darauf, dass es Alternativen zu dieser Planung gab, die rückblickend umso attraktiver wirken. Dass Kosten und Nutzen der Scheune in Einklang stehen, bezweifle auch ich sehr stark.

  • Dieses Foto habe ich etwas eilig aus dem Auto heraus fotografiert, ist also kompositorisch dürftig. Dennoch fand ich die Perspektive sehr interessant, da sie eine Qualität des Museumsbaus vermittelt, die mir zuvor nicht bekannt war: Der hinter den Bäumen hervortretende Giebel macht eine ganz schöne Figur und durch die niedrige Höhe des Gebäudes wird die dahinterliegende Kirche nicht verdeckt. Dadurch entsteht ein ganz gutes Zusammenspiel aus alt und neu.

    IMG-5203.jpgbilder upload gratis

  • Liege ich völlig falsch mit meiner Wahrnehmung, oder scheint mir der Rohbau vom Berlin Modern nicht tatsächlich sehr schnell fortzuschreiten? Mich wundert, wie man darauf kommt, dass das Museum tatsächlich erst 2027 eröffnen soll? In dem

    Tempo könnte es noch Anfang 2026 fertiggestellt werden und Ende 2026 die Eröffnung samt erster Ausstellungen folgen..

  • ^ … ich denke da liegst Du tatsächlich, aber nur, etwas falsch. Der Hochbau wird mit Glück Ende diesen Jahres abgeschlossen sein. Das ist nicht so schlecht eingedenk etwaiger witterungsbedingter Unterbrechungen.

    Und dann sollte man dem ganzen schon Minimum, 2 Jahre Innenbau gönnen. Museumsbauten benötigen spezielle Sicherheits- und Klimatechnik, also in meinen Augen eine eher ambitionierte Ansage mit 2027.

  • Hinzu kommt, dass man nach Übergabe erstmal die Ausstellung einrichten muss. Auch wenn der Platz von jedem Austellungsobjekt wohl schon feststeht, wird das bestimmt 6 Monate dauern.

  • Interessant! Ich hätte jetzt fälschlicherweise angenommen, dass der Innenausbau bis Mitte 2026 fertig ist, also dem Ganzen eher ein halbes Jahr gegeben. Auf zwei Jahre wäre ich nie gekommen.

  • ^^^^ ein Blick aus der Nähe oben und Unten. Kurz vor 17 Uhr. Bei der Hitze ( 33 Grad) kein Wunder das vlt. Etwas " früher" Feierband war.

    © Johannes_9065 / heute

    Blick von unten:

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    3 Kranen ein Team: 😁⬇️

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    Blick von Oben : ⬇️

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  • berlin modern
    Richtfest am 17. Oktober
    Erster Besuch des Gebäudes am 18. und 19. Oktober möglich


    Das Museum der Moderne feiert am 17. Oktober Richtfest.

    Aus diesem Anlass öffnet der Rohbau seine Türen und man kann sich

    am 18. und 19. Oktober selbst ein Bild von den Ausstellungsräumen machen.

    Für den Besuch ist eine Anmeldung notwendig (Zeitfenstertickets für 6 Euro).

    Tickets gibts hier:

    https://shop.smb.museum/#/tickets/time…date=2025-10-18

    Eindrücke von heut Nachmittag:

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    Blick von der Nationalgalerie:

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    Blick von der Philharmonie:

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    Alle Bilder von mir © Merlin

    Einmal editiert, zuletzt von Merlin (30. September 2025 um 02:54)

  • Arty Deco: Va bene! Eine 2-EURO-Pizza ist keine Pizza. Vielleicht gibt es ja dann dort eine Gulaschkanone mit Soljanka oder ein Schnitzel mit Brauner Soße. Buon appetito.

    Ich persönlich finde die Kubatur des neuen Museums sehr angenehm und passend. Die Wirkung der berühmten Nachbargebäude wird nicht beeinträchtigt. Ich bin positiv überrascht.

    Wem es hier nicht gefällt, der kann doch zur Museumsinsel gehen. Berlin hat zwei große Kultur-/Museumsviertel, die architektonisch und städtebaulich sehr unterschiedlich sind. Toll!

  • Der architektonische Benefit verbirgt sich im Inneren. Weil die Sohle so tief liegt, waren die Baukosten vergleichsweise hoch.

    Ich glaube, dass wir einen fantastischen Museumsbau bekommen, der zwar nicht kreischt und blinkt (braucht sowieso niemand), aber dennoch seinen Platz finden wird. Und das mit hoher architektonischer Qualität.