Oper und Schauspiel: neuer Standort / Alternativlösungen?

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    Den dekonstruktivistischen Vorschlag machte ich nur für das Schauspielhaus (unabhängig vom Hochhaus Helaba 2), als Kontrast zu den gerade Linien der Hochhäuser in dem Bereich. War nur ein persönliches Gedankenspiel.

    Ob dies tatsächlich so umsetzbar oder sinnvoll ist, kann ich natürlich als Laie nicht beurteilen. All das wird ja ein eventueller Wettbewerb zeigen.


    Hier noch 2 Fotografien von 2 verschiedenen Modellen, bitte hierbei beachten, dass da noch nichts final entschieden ist und alles nur Platzhalter sind, einmal mit einem 130 m Turm und einmal mit einem 160 m Turm:


    zwischenablage01njezg.jpgBild: Claus Graubner



    160 m Version:


    https://fvgffm.de/img2/32333034-so-koennte-eeze9p.jpg



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  • Die Umsetzung der Idee einer Kulturmeile zwischen Alter Oper und Oper Frankfurt durch die Wallanlage finde ich großartig. Es belebt das Herz des Bankenviertels auch an Wochenenden und wochentags nach Betriebsschluss. Zudem wird der lange graue Sparkassen Riegel (ähnlich teilend wie die Schirn) aufgebrochen und es ergeben sich ganz neue Wege zwischen Innenstadt und Park. Die Meile liesse sich neben der Vermarktung analog zum Museumsufer auch mit hochwertiger Beleuchtung / breiterem Weg / stilvoller Bepflanzung kenntlich machen.


    Ich erhoffe mir hierdurch auch neue Impulse für das vor der Schließung stehende English Theater, das derzeit um das nackte Überleben kämpft trotz seiner herausragenden Rolle in Frankfurts Kultur Landschaft. Vielleicht erkennt die Stadt, dass es sich umso mehr lohnt das Theater am jetzigen Standort als Teil der Kulturmeile zu erhalten und hierfür zu kämpfen? Das Theater hätte es verdient nicht außen vor gelassen zu werden.

  • Naja, das wäre zwar etwas weiter als heute, aber ziemlich genau in der Mitte zwischen Willy-Brandt-Platz (U-Bahn und Straßenbahn) und Taunusanlage (S-Bahn). Meiner Meinung nach deutlich besser angebunden als der Osthafen.

    Ja, das stimmt natürlich. Ich habe die Diskussion früher vor allem über das kostenlose Angebot der FR verfolgt. Leider ist der journalistische Anspruch der Zeitung mittlerweile gleich null, alles wird durch die ideologische Brille gesehen. Die Vorschläge der CDU damals zum Osthafen wurden in meiner Erinnerung brüsk mit der schlechten Anbindung an den ÖPNV abgelehnt, ohne sich dann weiter damit auseinanderzusetzen. Wenn durch eine Main-Elphi dieses unsägliche Hotelprojekt verhindert worden wäre, hätte mich das durchaus interessiert. Aber natürlich sprachen auch andere Gründe dagegen (z.B. die Werkstatt-Situation). Diese wurden dann kaum erwähnt. MIt der neuen Lösung kann ich auch prima leben, wenn die Stadt Geld für so etwas haben möchte. Mein Hinweis war eher als Einwurf zu verstehen, dass die ÖPNV-Situation sich jetzt nicht deutlich verändert für Schauspielbesucher verglichen mit dem Osthafen - das sind jetzt 300m im Vergleich zu 800m? Ich glaube jetzt auch nicht, dass viele Menschen in Abendroben auf Stöckelschuhen in der S-Bahn anreisen, damit wäre der Unterschied auch nicht sonderlich relevant und die Diskussion früher hätte auch anders geführt werden können. Aber das ist auch alles egal - wir hoffen alle auf eine deutliche Aufwertung der Innenstadt und des Willy-Brandt-Platzes und die angedachte Lösung wird (hoffentlich) eine ausgeprägte Verbesserung des Status Quo..

  • Die Diskussion um die Kulturmeile geht weiter. Die FAZ (derzeit noch frei verfügbar) und die Rundschau greifen Stellungnahmen des Städtebaurates auf, der sich eindeutig für die Lösung ausspricht ("die beste städtebauliche Lösung"). Eine Neuaufteilung der Verkehrsfläche wird gefordert, um das Ganze attraktiver zu machen.

    Die Initiative "Zukunft Bühnen Frankfurt" um die Frankfurter Architektin Maren Harnack und den Kasseler Hochschullehrer Philipp Oswalt wird hingegen zitiert mit den altbekannten Aussagen eines "ökologischen Desasters". Sie fordern die Sanierung - haben aber auch keine Lösung für Alternativspielstätten.

    Ferner schreibt der Autor, dass die Frankfurter Gruppe des Bundes Deutscher Architekten in Person des stellvertretenden Vorsitzenden Peter Rodriguez.sich für eine Sanierung ausspreche. Dies sei die beste Lösung und vor allem werde das Wolkenfoyer erhalten.


    Wenn ich mir anschaue, was die Unlimited Archtekten des Herrn Rodriguez so bauen, wir mir ganz schwummrig.

  • ^ Ich war neugierig auf die Gegenargumente und habe folgendes gefunden:

    1. Die "hässliche" Neue Mainzer Straße sei bei Fußgängern und Radfahrern "verhasst"
    2. Es würden erhebliche Mengen an Material und Energie verschwendet, um den vor 20 Jahren sanierten Sparkassenkomplex für ein neues Hochhaus und die Bühnenanlage abzureißen (ökologischer Fußabdruck)
    3. Das Projekt sei noch einmal 100 Mio. Euro teurer als alternative Lösungen
    4. Stadtparlament, Magistrat (und Bürger) seien in diesen neuen Findungsprozess nicht eingebunden gewesen (kein demokratischer Prozess)

    (1) impliziert, dass die Erschließung über die Neue Mainzer erfolgen würde. Das wird sicher nicht der Fall sein. Stattdessen ist ja gerade die Idee der Kulturmeile, einen Raum vom Willy-Brandt-Platz über die Taunusanlage bis zum Opernplatz auszubilden. In etwa vergleichbar mit dem Museumsufer. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Architekturentwurf die Neue Mainzer als (Haupt-) Schauseite des Bühnenkomplexes vorschlagen wird.


    (2) ist richtig, (3) kann ich nicht beurteilen. (4) trifft nicht wirklich zu; denn man kann weder Mike Josef noch Ina Hartwig den Vorwurf machen, die im Vorfeld als Wunschlösung gehandelte Variante nach gescheiterten (oder nicht erfolgten?) Gesprächen mit den Grundstückseigentümern weiterzuverfolgen. Das Bessere ist der Feind des Guten - und noch mehr des Schlechten.



    Mod: Die anschließende Diskussion jenseits des hiesigen Themas wurde in den Thread "Die Stadt und der Verkehr" verschoben.

  • Sehr schöner Kommentar in der Bauwelt zur Haltung so mancher Architekten, die unbedingt die Doppelanlage erhalten wollen:

    Si tacuisses, philosophus mansisses.


    Der Autor kritisiert einige Architekten, die - ohne besondere Expertise zu haben - die Einschätzung von Fachleuten und die Bedürfnisse der Beschäftigten von Oper und Theater ignorieren würden. Schauspieler oder Bühnentechniker würden Architekten auch nicht vorschreiben wie und wo sie zu arbeiten hätten


    Eine Diskussion im Deutschen Architekturmuseum beschreibt er als "Mischung aus Arroganz und Heuchelei".

    2 Mal editiert, zuletzt von Lageplan ()

  • Nun ja...

    Die Richtung des Denkens gefällt mir: Hoch mit dem Ganzen und weg von den langweiligen deutschen Förmchen und Kisten.

    Das Gedöns oben drüber kann man getrost weglassen, denn das wird so nicht gebraucht. Lediglich Workspace für Mitarbeiter etc. der Bühnen/Bühne.

    Zwei Bühnen sind auch nicht nötig und auch keine volle Ausnutzung der freiwerdenden Fläche der Doppelanlage. Auch ist der große Bühnenraum keine typische Oper. Da braucht es etwas mehr.


    Gerade der Foyer-Bereich hat was.

  • ^^^ Danke Dir für den Fund. Hinter FICTURE steht der Frankfurter Architekt Maximilian Seiferlein. Weitere Visualisierungen und deutsche Texte zu seinem Entwurf finden sich auf der Webseite von kulturfreak.de. Ein Neubau-Projekt am Willy-Brandt-Platz selbst würde sowohl für das Schauspiel als auch für die Oper die gesamte Projektzeit lang Interims-Bühnen erforderlich machen und wurde deshalb ausgeschlossen. Aber so eine von Zwängen befreite "Spinnerei" kann an anderer Stelle inspirierend wirken, wer weiß.

  • Glaube Spinnerei/offenes Brainstorming ist bei dem Projekt gar nicht so verkehrt, unabhängig vom Standort. Beide Bühnen werden für die Zukunft gebaut und da sollte man sich schon überlegen wie Oper und Theater in 10+ Jahren aussehen soll. Multimedia, Bühnentechnik und Akustik müssen ja auch architektonisch mitgedacht werden und vielleicht kommt am Ende was Spannendes raus, was nicht der konventionelle Schuhkarton ist.

  • Ich finde auch das Gründstück und die Bedeutung eignen sich bestens für ein kleines Landmark.

    Der Entwurf von Ficture ist etwas über das Ziel hinausgeschossen wie ich finde, auf manchen Bildern wirkt das Gebäude sehr hoch und auch sehr sehr groß. Eine solche Bauweise und Größe ist sicherlich nicht finanzierbar. Aber das muss eine Idee ja auch erstmal nicht sein.


    Ich denke ein "normaler" Sockelbau, was Bühnen etc. enthält gepaart mit einem 100m-120m Turm oder zwei (80m und 100m-120m), die Hotel, Gastro, Büro, Wohnungen enthalten , wären sogar realistisch aus finanzieller Sicht. Mieteinnahmen würden direkt in die Hand der Stadt fließen.


    Wenn man das ganze noch architektonisch zum Hingucker macht, harmonisch mit organischen Formen, dann könnte es ein wirkliches Wahrzeichen werden was aus den meisten Persektiven der Stadt zu sehen sein wird.

    Eine große öffentliche Nutzbarkeit der Hochhäuser wäre wünschenswert. Restaurants auf der Dachterasse etc.


    Meine Idee im groben: https://static.dezeen.com/uplo…en_2364_col_0-852x479.jpg


    Erstmal genug der Träumerei, mal sehen was wird.

  • Weißer Rauch über dem Römer: Die Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt hat sich heute Abend auf die Realisierung der sogenannten Kulturmeile geeinigt. Der Magistrat soll nun gebeten werden, mit der Helaba einen Erbbauvertrag für das Grundstück an der Neuen Mainzer Straße zu verhandeln (FR).

  • All diese modernistischen Variationen ergeben keinerlei Sinn. Zeigen Sie mir ein modernes Theater oder Opernhaus, das auch nach zwei Jahrzehnten noch ästhetisch ansprechend ist? Wir erschaffen lediglich das nächste unansehnliche Projekt, das in 20 Jahren erneut modernisiert werden muss, weil es mittlerweile unattraktiv geworden ist. Die einzige sinnvolle und nachhaltige Option besteht darin, das historische Gebäude wiederherzustellen.


    Betrachtet die beunruhigenden Beispiele aus Halle, Köln oder Nürnberg auf der Website des Frankfurter Schauspielhauses: frankfurterschauspielhaus.de


    cache_10011449.jpg?t=1527372415

    (Bildrechte frankfurterschauspielhaus.de)


    cache_10011416.jpg?t=1527372354

    (Bildrechte frankfurterschauspielhaus.de)

  • Mod: Dem Vorschlag gemäß aus dem Thread zum Projekt Opernplatz 2 hierher verschoben.



    Ich habe die Hoffnung, dass die Stadt doch nochmal eruiert, ob sie unter diesen Umständen günstig an das Grundstück kommt, und dann den Standort für die Oper nutzt. Kosten könnten über geändertes Baurecht mit HH gesenkt werden. Und die Anlieferung der Objekte aus der Werkstadt scheint mir nicht komplizierter als beim FraSpa Grundstück. Dazu keine Erbpacht, die (mich zumindest) nicht für ein öffentliches Gebäude dieses Ranges überzeugt.


    (Mods: Vielleicht passt diese Träumerei aber besser in den Opern/Schauspiel Thread? Ggf. bitte verschieben.)