Beiträge von epizentrum

    Gaußstraße 12 und Merianstraße 39 H ("Merianhof")

    Nachdem die Bestandsbauten eine längere Zeit entkernt wurden, folgte in den letzten wenigen Wochen der Abbruch. Anscheinend kümmert sich ein Drehbohrer bereits um die Gründung. Blick aus der Hofeinfahrt Merianstraße in Richtung Gaußstraße:


    Bild: epizentrum

    ^^ Der Opernturm hat aufgrund seiner Lage ganz andere Auswirkungen auf den Opernplatz als es ein Hochhaus am Opernplatz 2 hätte. Ersterer steht fern des Platzes hinter der Sockelbebauung auf der anderen Straßenseite, was Fallwinde, Erwärmung und Verschattung entsprechend reduziert. Nur in den Stunden vor dem Sonnenuntergang um die Sommersonnenwende herum wirft der sehr hohe Turm einen Schatten auf den nördlichen Rand des Platzes (im Prinzip auf den Haupteingang der Alten Oper).


    Bereits ein 60 Meter hoher Turm direkt am Opernplatz 2 würde den Platz je nach Jahreszeit vormittags teilverschatten, im Winter bis weit über den Lucae-Brunnen hinaus. Von Fallwinden abgesehen, stünde er wie der Taunusturm direkt am Platz. Was den Schatten angeht, würde eine Positionierung an der Südseite des Grundstücks nur ein wenig helfen.

    Ergänzend zu den ersten beiden Bildern des Vorbeitrags der Schwenk zum nordwestlich angrenzenden Grundstück, auf dem bis vor kurzem noch das temporäre Casino-Gebäude, Haus 11B, stand, das nun abgebrochen ist:


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    Zur Orientierung von rechts nach links: Haus 10 (Altbau, Medizinische Hauptbibliothek), Haus 11, Verbindungsbrücke und Hubschrauberlandeplatz auf Haus 23C (wo in diesem Moment Hubschrauber Christopher landet) hinter dem Haus-23-Anbau vorne links. Von dieser offensichtlichen Bautätigkeit abgesehen, scheint die Zeit auf dem Uni-Campus stillzustehen. Weiterhin, muss ich ergänzen; denn das gleiche stellte ich 2018 bereits fest. Immerhin ist das Wirtschaftsgebäude (Nr. 35) zwischenzeitlich in Betrieb genommen word, weshalb die erwähnte Temporär-Mensa überhaupt weichen konnte. An der südlichen Erweiterung des Hauptgebäudes - je nach Plan/Karte/Stand als Häuser 21A+21B bzw. 23E+23F bezeichnet - hat sich seit Schmittchens Bildern äußerlich so gut wie nichts getan. Dass die Zwischenhöfe ein wenig mehr Form angenommen haben, motivierte mich nicht genug, den Auslöser zu drücken.


    Dafür von Nr. 35 zwei straßenseitige Eindrücke. Von Süden:


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    Von Osten auf den Hauptzugang geschaut:


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    Der verwendete Klinker, den ich in #91 schon einmal in den Fokus nahm, bietet interessante Details. Die Oberflächen wurden mit Stempeln und Werkzeug behandelt. Grobkörniger Fugenmörtel befindet sich in den breiten horizontalen Fugen, die vertikalen Zwischenräume blieben leer. Mal etwas anderes:


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    Bilder: epizentrum


    Vor dem Bauplatz des "Brain Imaging Center" ist die Deutschordenstraße inzwischen immerhin gesperrt. Das deutet auf einen Baubeginn hin.

    Berliner Straße 72 (Großer Hirschgraben)

    Das Eckgebäude liegt direkt an der Rampe des Theatertunnels zwischen den Goethehöfen / Romantikmuseum und den Kornmarktarkaden. Es ist im Stadtbild also recht gut sichtbar, prägt sich aufgrund der "zurückhaltenden" Nachkriegsarchitektur dennoch kaum ein. Packo Jansen und die ZOUZOU-Bar befinden sich im Erdgeschoss, und im Großen Hirschgraben gehört noch ein Gastronomie-Pavillon (derzeit mit "rund & bunt" Pizza-Bistro) zur Immobilie. Derzeit wird das Hauptgebäude eingerüstet:


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    Es war zu erfahren, dass eine Sanierung im Inneren ansteht. Außerdem wird wohl die Fassade inspiziert und gereinigt, das war es schon. Die zugehörige Verkehrsmeldung unter mainziel.de läuft entsprechend nur bis November 2020. Dennoch zwei Bilder vom Zustand letzter Woche - für's Archiv:


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    Bilder: epizentrum

    Dieser Ausblick! Fünf Herrschaftssymbole vereint:


    Bild: epizentrum


    Für die Ortsfremden: Zu sehen sind die Paulskirche, der Dom, die EZB, rechts der ehemalige Bundesrechnungshof und in der Mitte der Nordbau des Frankfurter Rathauses mit dem unschönen Aufsatz, der erst vor ein paar Jahren saniert wurde. Ohne das Hochhaus des Schwesternwohnheimes wäre der Ausblick noch schöner.

    ^ Den/Die Millenium Tower und das Hochhaus an der Matthäuskirche hast Du vergessen. Aber im Ernst: Auf den Blick aufs Bankenviertel verzichte ich gerne, wenn ich mich inmitten eines Hochhausclusters befinde, der mir einen noch viel spekatkuläreren Blick auf die Nachbartürme bietet.


    Zur Frage von Björnberg: Der Spin-Schaft wirkt wegen seiner Trapez-Form aus verschiedenen Richtungen unterschiedlich. Von der Ecke Güterplatz / Mainzer Landstraße aus gesehen werden ihn seine beiden Flanken breiter erscheinen lassen. Siehe auch das Bild von l.blissett42.

    Der Außenbereich des Grand Tower ist fertiggestellt. In den organisch geformten Grüninseln fehlt noch die Bepflanzung:



    Links der zukünftige Seitenstreifen der Europaallee, rechts die Osloer Straße:



    Der Platz von oben:



    Und weil er einfach so schön ist, noch ein Bild des ganzen Turms:


    Bilder: epizentrum


    Der Turm ist tatsächlich bewohnt. Auf einigen Balkonen stehen Möbel, es sind vereinzelt Bewohner zu sehen. Ein Bauarbeiter meinte zu mir, er freue sich jeden Tag auf den (ab 6 Uhr) morgendlichen Anblick des Turms, wenn in den Wohnungen die Lichter brennen und der Turm "erwacht".

    Aus der erhöhten Position kann man beide Kräne sehen:


    Bild: epizentrum


    Es sind übrigens zwei "MDT"-Modelle der US-amerikanischen Firma Potain (Manitowoc Company, siehe Website), die in Frankfurt auf einer großen Baustelle jüngeren Datums nicht vertreten war. Es werden weitere folgen; denn die beiden auf dem Bild tragen die Nummern 5 und 6. Möglicherweise arbeiten die ebenfalls auf dem Bild zu sehenden Mobilkräne gerade am Aufbau weiterer Geräte.

    Ja, bitte! Das wäre ein Sieg der Vernunft. Das Thema der Verlagerung von Kleingärten hatten wir hier immer mal wieder. Die Politik knickte regelmäßig gegen Widerstände der betroffenen Vereine ein oder wagte sich gar nicht erst an das Thema heran, wenn es darum ging, Gebiete, die im Lauf der Jahrzehnte Teil der innerstädtischen Gebiete wurden, umzuwidmen und adäquaten Ersatz am Stadtrand zu schaffen.


    Ich erinnere u.a. an den Bau der Osthafenbrücke (ein halbes Dutzend Gärten musste weichen), an den Günthersburgpark (Günthersburghöfe), an den Mühlberg (Wohnbebauung nähe S-Bahnstation), an die Mainwasen (Europäische Schule), an die Reserveflächen für die Alleenspange und die breite Schneise durch Fechenheim etc. Die großen Areale nördlich des Römerhofs zählen ebenfalls dazu.

    Vom Pressetermin habe ich folgendes mitgenommen: Die 10-köpfige Jury beriet - wenn ich mich nicht verhört habe - 10 Stunden lang über die 15 eingereichten Arbeiten, wählte ein halbes Dutzend in eine zweite Runde und fasste am Ende einen bemerkenswerterweise einstimmig gefassten Beschluss über die Eingabe der Gewinnerbüros. Der Landschaftsarchitekt Vogt aus Zürich darf hier nicht vergessen werden, da das Areal geöffnet und der halböffentliche Raum ebenfalls gestaltet wird.


    Man wünschte sich allgemein eine Architektur, die es in der Nachbarschaft noch nicht gibt. Das gab für die Wettbewerber mit H-förmigem Hochhausgrundriss entsprechend Abzüge. Ferner sollte der Turm einen guten Abschluss anbieten. Um der Stadt nicht ein weiteres Hochhaus mit aufgesetzter grauer Technikbox zuzumuten, war die Stadt bereit, eine höhere Spitze zu akzeptieren, solange der B-Plan mit seinen 145 Meter zulässiger struktureller Höhe eingehalten wird. Wenn man sich die Schnitte des Gewinnerentwurfs anschaut, sieht man die Technik in der Mitte und in der Turmspitze sowohl Büros, weitere Technik als auch größere Säle. Das wird zu überarbeiten sein.


    Alle Teilnehmer sahen den zulässigen Abbruch der rückseitigen Baukörper des Ex-Polizeipräsidiums vor, behandelten die Sanierung der denkmalgeschützten Teile jedoch stiefmütterlich. So muss erst intensiv darüber beraten werden, wie im Detail die Sanierung und ggf. die Ergänzung um den Dachturm aussehen soll. Die Substanz im Inneren ist doch arg angegriffen.


    Auch zum Gewinnerentwurf ist, trotz zwischenzeitlich erster Überarbeitung, noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die Fassadenfarbe etwa ist je nach Planungsstand heller oder in dem Schieferfarbton des Präsidiumsdaches gehalten. Die Nutzungsanteile sind noch nicht endgültig entschieden - ob überhaupt ein Hotel im Komplex Platz finden wird, ist wegen der Pandemiesituation unklar und eher unwahrscheinlich. Die Stadt wünscht sich zu den drei Straßen hin öffentliche Nutzungen, wobei neben Einzelhandel und Gastronomie bspw. auch Ateliers denkbar und wünschenswert wären.


    Auch was die Wohnungen angeht, ist nur klar, dass aus vielen Gründen nur der Turm Eigentumswohnungen beinhalten wird und geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen im Sockel entstehen werden. Ebenfalls steht die Gestaltung der Sockelbebauung noch nicht fest, und die derzeit freistehende Kita hat nicht ihren finalen Stand. Fest steht wohl, dass ihr Dach zum Kita-Garten wird, also etwa so, wie wir es am Tel-Aviv-Platz gesehen haben.


    Zum Zeitplan konnte Herr Düsterbeck von der Gerchgroup wenig Konkretes mitteilen, weil ja jetzt erst einmal die Feinplanung beginne und mit der Stadt Nutzungen und rechtliche Rahmenbedingungen zu besprechen seien. Außerdem gibt es noch die Frage des Hotels, deren Entscheidungszeitraum eher bei Monaten liege als weniger. Das Investitionsvolumen würde am Ende bei ca. 1 Mrd. Euro liegen, also nach dem Kaufpreis jetzt noch einmal 700-800 Mio. Euro für die Umsetzung. Man wolle das Projekt selbst durchziehen und nicht nach Planung baureif veräußern. Ausnahme seien die Eigentumswohnungen. Die werde man einem Träger überlassen, weil sie nicht zum Geschäftsfeld der Gerchgroup gehörten.


    Ein Foto von der Vorstellung:


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    V.l.n.r.: Claudia Meixner, Mike Josef, Mathias Düsterdick, Prof. Ulrike Lauber


    Das wunderschöne Treppenhaus, in dem die Gewinnerpläne ausgestellt und erläutert wurden:


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    Bilder: epizentrum

    Beim Fernblick auf die Spitzen erkennt man, dass auch am höheren Turm die ersten Fensterelemente am obersten Geschoss angekommen sind. Insgesamt geht es an dieser Baustelle eher gemächlich zu. Ganz rechts im Bild ist übrigens die angeknabberte Spitze der Ex-Hypovereinsbank, die dereinst zum 2stay umgebaut wird, zu sehen:


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    Bild: epizentrum