Beiträge von epizentrum

    ^ G5 - mit den berühmten weißen Fassadenflächen - gilt erst ab dem Rothschild-Palais, das ist richtig. Ich meine aber G4 mit den Grenzen Weserstraße, Neckarstraße, Gallusanlage, Untermainanlage, Untermainkai, Baseler Platz, Stuttgarter Straße (*), Gutleutstraße (*), Baseler Straße, Am Hauptbahnhof, Düsseldorfer Straße (*), Mainzer Landstraße (*). (*) = Abschnitt.

    "Bitte haben Sie Verständnis". Hm, nein!


    Rainer Schulze (FAZ Rhein-Main) ist stinksauer, und das zu Recht. Seine Anfrage bei Aroundtown, der Projektentwicklerin des Intercontinental-Projektes, wurde trocken mit den Worten zurückgewiesen, man werde Entwürfe und weitere Informationen veröffentlichen, wenn das Bebauungsverfahren abgeschlossen ist. Das ist ein starkes Stück; denn mit dem in diesem Fall vorhabenbezogenen Verfahren wird Baurecht geschaffen, und damit wird jede öffentliche Diskussion überflüssig sein, weil bereits die Bagger anrollen dürfen.


    Richtigerweise merkt er in seinem Kommentar an, dass es hier um ein äußerst exponiertes Grundstück geht, dessen Bebauung mit der strengen Hochhausscheibe seit Jahrzehnten in der Kritik steht. Dass die Behebung dieses städtebaulichen Patzers, der nur durch die in den 1960er-Jahren geplante Hochstraße am Sachsenhäuser Mainufer getoppt worden wäre, nicht hinter verschlossenen Türen von ein paar Männern in haifischgrauen Anzügen verabredet werden sollte, versteht sich von selbst. Wurden Varianten untersucht, gab es einen städtebaulichen oder einen Architekturwettbewerb?


    Zudem gilt am Mainufer seit 1981 die Gestaltungssatzung G4 (PDF), die dem Projekt eigentlich einen klaren Rahmen geben sollte. Zusammen mit einer Blockbebauung des benachbarten Ex-Union-Hochhauses ergibt sich hier die Chance, dass ein größeres Stück Stadtreparatur entstehen könnte.


    Unter Umständen bahnt sich somit ein weiteres unschönes Kapitel Frankfurter Städtebaus an. (Q - hinter Bezahlschranke)

    Parkhaus Intzestraße

    Zwischen dem Porsche-Zentrum und dem historischen Torbau der Riederhöfe entsteht an der Intzestraße 38 (siehe Karte) ein "begrüntes" Parkhaus mit 9 Geschossen und 545 Stellplätzen. Der Bauantrag sei gerade eingereicht, mit dem Abbruch des Bestandes - Flachbauten einer Lackiererei und Spenglerei - werde bald begonnen, so schreiben die Entwurfsgeber, Architekten Theiss (Frankfurt) auf ihrer Projektseite, auf der es auch Visualisierungen zu sehen gibt:



    Die grün lackierten Fassadenelemente:



    Das Parkhaus wird recht prominent von der Autobahnbrücke der A661 zu sehen sein:


    Bilder: Architekten Theiss Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt


    Für den Abbruch gibt es ein Bauschild von 2018 (X-2018-29-3). Darin wird ein privater Bauherr aus der Region genannt. Die Versiegelung der Oberflächen soll mit dem Abbruch entfernt werden. Nicht auszuschließen, dass im Erdreich noch ein paar Überraschungen warten, die ebenfalls erst beseitigt werden müssen.

    ^ Dazu gehört eine Pfahlgründung, die aktuell läuft. Ansicht von der süd-östlichen Ecke in Richtung Baseler Straße:



    Vom nördlichen Zipfel zurück zur Gutleutstraße geschaut:


    Bilder: epizentrum

    Wenn das so kommt, wird die Hauptwache gewinnen. Die großen Treppenschrägen als eine Art Amphitheater zu gestalten, wird auch ohne Theater funktionieren. Große Treppen sind perfekte Treffpunkte und Aufenthaltsorte zum Sehen und Gesehen werden - kommunikativer geht es kaum für das Herz einer Großstadt. Die Baumreihen der Zeil in einer lockeren Fortsetzung aufzulösen, macht sich gut, weil dort wieder Aufenthaltsorte und mit jeder Krone ein "Plätzchen" entsteht. Bei den künstlichen Bäumen bzw. Pilzen muss man die tatsächlichen Entwürfe abwarten; sie können toll funktionieren oder an einer Billigheimer-Umsetzung à la Baumarkt scheitern. Das gilt auch für die Hochbeete, wenn sie umlaufende Sitzbänke erhalten, so wie das angedeutet ist. Gut gefällt mir auch die Idee der größeren, überdachten Wendeltreppe statt der beiden langen Treppen links und rechts zum VGF-Zentrum herunter.


    Mit dem Konzept könnte die Hauptwache endlich wieder ein pochendes Herz der Stadt werden. Eine Asphalt-Wüste war sie lange genug.

    Gebäude 201

    Die Sanierung des Gebäudes 201 - siehe Beitrag #708 von Juli 2010 - scheint inzwischen angelaufen zu sein. Die Fassade, die ich vor fast zwei Wochen (8.9.) durch die Scheiben am Gate geschossen habe, sieht neu aus. Sie erinnert an die Fassaden von in den letzten Jahren errichteten Fraport-Gebäuden wie bspw. die der Fraport-Hauptverwaltung:



    Näher herangezoomt, mit der PTS-Station im Vordergrund:


    Sheraton-Hotel

    Einen Tag zuvor fielen mir die Arbeiten am Sheraton-Hotel gegenüber Terminal 1 auf. Die Zimmer wurden in den letzten beiden Jahren ja bereits saniert, momentan streicht man die Waschbeton-Steine der Fassade weiß:



    Detail:



    Nachfolgend ein Blick weiter in Richtung Osten. Zu Füßen des Hotels wird an der PTS-Linie zum Terminal 3 gearbeitet:


    Bilder: epizentrum

    ^ Das ist ja mal eine originelle Art, den Effekt eines Mansard(flach)daches zu erzeugen. Der Front und den kaskadierten Austritten könnte ich fast etwas abgewinnen, wenn sie nicht auf einem schnuckeligen, wenn auch einfachen Gründerzeitler thronten. Zumal die oberste Dachterrasse und die fast ungestaltete weitere Rückseite wirklich nicht hätten sein müssen. So wirkt das alles wie eine Karikatur. Warum die lustige Kaskade nicht fortsetzen? Dann wäre es wenigstens konsequent gestaltet. P.S.: Danke fürs Teilen des Fundes!

    Vorhin war ich noch einmal vor Ort, deswegen ein Nachtrag. Am Eden wird die Lobby verglast:



    Ein Teil der ABG-Baukörper liegt frei, und die Details sind fertiggestellt. Kammputz (vor allem so feiner) darf gerne mal Unregelmäßigkeiten zeigen, allerdings hätte der Putzgrund in den Fensterpäckchen für meinen Geschmack ebener ausgeführt sein sollen; die Flächen wellen leicht. Nur aus der Ferne:



    Schließlich ein Hingucker - die tanzenden Scheiben des Spin:


    Bilder: epizentrum

    Dem ONE muss man lassen, dass es sehr unterschiedliche Fernwirkungen entfaltet und auch schlicht, dass es eine weiße Fassade hat. (Sie wird bei entsprechender Pflege ähnlich strahlend weiß bleiben wie die Fassade am Grand Tower.) Damit befindet es sich in Frankfurt in guter Gesellschaft einer Minderheit von Hochhäusern. Aus Nord-Ost- und Süd-West-Sicht macht es sich außerdem ungewöhnlich schlank, was ihm eine elegante Erscheinung gibt, gerade im Ensemble mit den silbernen Scheiben Kastor/Pollux. Das enge Raster der Fassade dürfte bei den Mietern nicht allzu gut ankommen. Niemand mag hinter Gitterstäben arbeiten. Wie auch immer, der West-Kran schrumpft weiter, das Parkhaus-Dach wird wetterfest gemacht, und am Betonhäuschen auf dem Dach wird gedämmt und an Feinheiten gearbeitet:


    Bild: epizentrum