Beiträge von tscheibörd

    Im Kontext der Verringerung der Spuren auf je eine pro Richtung passt es zum Thread auch mal auf die neue Temporegelung in Spanien aufmerksam zu machen - bzw. diese als Vorbild für Frankfurt ins Gespräch zu bringen:

    In Spanien soll die Höchstgeschwindigkeit landesweit auf 30 km/h in geschlossenen Ortschaften (bei Straßen mit einer Spur je Fahrtrichtung) begrenzt werden. Zweispurige Straßen pro Richtung sind weiterhin auf 50 km/h begrenzt.

    Vorteile dieser Regelung:

    • Es ist zu jeder Zeit für alle transparent, welche Höchstgeschwindigkeit erlaubt ist, da sich diese aus den baulichen Umständen ergibt.
    • Es wird eine Beruhigung des Verkehrs dort erwirkt, wo wenig Straßenraum zur Verfügung steht und somit auch erhöhte Unfallgefahr. Das ist insbesondere wichtig, wenn sich verschiedene Verkehrsteilnehmer den Raum teilen.
    • Geringere Kosten für die Einführung der Regelung als hunderte von Schildern aufzustellen oder gar neue Straßenarten zu markieren (Fahrradstr.) bei größerer Wirkung auf den Verkehr.
    • Wahrscheinlich geringere Schadstoffbelastung.

    Habe von dieser Regelung erst kürzlich erfahren. Es ist gleichzeitig der erste Vorschlag, der mich sofort überzeugt hat.

    Ich kann mich nur meinen direkten "Vorrednern" nur anschließen. Hat alles ein Geschmäckle, wie die Stadt das geregelt hat. Die Stadt sollte sich in solchen bürgerbezogenen Angelegenheiten vielmehr als Dienstleister verstehen, der direkte Bürgerbeteiligung ermöglicht und fördert - nicht etwa verhindert.

    Ich möchte aber auch an dieser Stelle meine Kritik an der Initiative erneuern: Zu Bürgerbeteiligung gehört auch, offen anzugeben, welches politische Ziel verfolgt wird und dafür zu werben. Leider – auch hier möchte ich nochmal mein Bedauern darüber unterstreichen - haben sich die Initiatoren mMn zu sehr auf Stimmungmache versteift, die teils auf einer grob Verzerrenden Darstellung der Fakten beruhte, anstatt die bestehenden guten Argumente für die historische Architektur anzuführen. So hat der Magistrat einen nachvollziehbaren Grund, die Initiative abzulehnen ohne auch nur zur eigentlichen Sache Stellung beziehen zu müssen. Dei Frage bleibt: Warum haben die Initiatoren dies Weg gewählt?

    Wir können ja einfach festhalten, dass "realitätsfremde Ideologen" mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine einseitige Besetzung anstreben - sowohl in Hinblick auf die Weltsanschauung, dass Städte autofrei mehr Lebensqualität böten, als auch dass historische Großbauwerke eine schöneres Stadtbild ergeben. (Beides sind nämlich ideologiebedingte Ansichten, wenn man sich mal mit dem Begriff auseinander setzt.)


    Ich will hier gar nicht schon wieder in die Diskussion einsteigen, wer wann wie zuerst die Diskussion vergiftet hat. Man findet bestimmt Indizien in beide Richtungen. (Der bisherige Thread zur Oper/Schauspiel liefert genügend Stoff.)

    Btw. Adama hat mit keinem Wort gesagt, dass die Gegenseite besser agiert hätte.


    Von daher schlage ich vor: Wir freuen uns über den Link, bedauern die Einseitige Diskussion und stellen uns kritisch die Frage inwiefern das Ausdruck eines gewissen größeren Trends ist - anstatt vermeintlich Schuldige zu identifizieren, die dann (überraschenderweise) in der anderen politischen Coleur zu finden sind.

    Die FNP weist darauf hin, dass nunmehr über drei Monate seit dem Einreichen der Unterlagen zum Bürgerbegehren zur Rekonstruktion des historischen Schauspiels (mit dem spezifischen Titel "Rettet das Schauspielhaus") vergangen sind, ohne dass die Stadt ihre Prüfung abgeschlossen hätte. Die AG wittert eine Verschleppungstaktik und droht mit Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof.


    Ich finde es natürlich mehr als unglücklich, dass die Stadt sich so viel Zeit in dieser Angelegenheit nimmt. Das sieht nicht gut aus, und ist wider dem Sinne der Beteiligungsinstrumente.

    Allerdings verdeutlicht der Artikel auch mal wieder, mit welch populistischen Mitteln die AG argumentiert. Komplexe Sachverhalte werden simplifiziert und die eigenen Forderungen etwas verklärt, um Stimmung zu machen.

    In allem spielen beide Seiten hier ihren Teil darin, die Teilhabe von mündigen Bürger:innen auf Basis einer transparenten Informationslage zu unterlaufen. Schade.

    Ich finde den Standort am Danziger Platz zu untersuchen eine sehr gute Entwicklung,. ChriSto im Spekulierstang und andere hatten hier im Forum bereits die positiven Aspekte genannt. Überraschend ist die Untersuchung dieses Standorts dennoch ein wenig. Wie Adama hier zusammengefasst hat, hatte Josef noch lautstark Stimmung gegen eine besser Ausnutzung der Immobilie gemacht – wegen der Fairness im Bieterprozess.


    (War wohl mal wieder heiße Luft - in diesem Falle kann man sich aber freuen, dass Josef augenscheinlich nicht sehr prinzipientreu ist. Ich glaube, der Planungsdezernent genießt hier im Forum zurecht keine großen Sympathien. Ich – und wie ich von Bekannten aus der SPD höre einige andere – habe mittlerweile aufgegeben, eine Kohärenz bei seinen Handlungen zu suchen..)

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    Ich halte es für sehr erstrebenswert - zumindest mit Blick auf die Qualität des Forums - uns auf die architektonische und städtebauliche Dimension der Diskussion zu konzentrieren.

    In Bezug zu Rohnes Ausführungen sehe ich mich "genötigt" darauf hinzuweisen, dass das Behauptungen sind, die man, soweit mir bekannt, mit keinerlei Daten untermauern kann. Sowohl was die statistischen Kriminaldaten als auch wissenschaftliche Forschung zu dem Thema betrifft.

    Ich habe aber auch nicht wirklich Lust in einem Thread zum Städtebau so etwas schreiben zu müssen. Von daher: Wie wäre es, wenn wir uns alle auf das Thema des Thread konzentrieren und unsere Meinungen diesbezüglich austauschen – Rohnes Beiträge hierzu finde ich oftmals sehr gut und interessant – aber gleichzeitig darauf verzichten unsere Meinungen zu Strafverfolgungspraktiken der Politik mit denen zum Städtebau zu verwursten. (Und bevor jetzt jemand sagen möchte, das hätte etwas mit Aufruf zur Zensur zu tun: Wenn es Eurer Meinung nach dazu etwas zu sagen gibt, kann so etwas in einem passenden Thread platziert werden.)

    Danke für den Hinweis main1a.


    Leider funktionieren die Bildergalerien zu dem historischen Stand und dem Status Quo nicht (nur die Bilder der Vorstudie).


    Ferner finde ich es doch traurig, dass dieses Bürgerbegehren (genau wie das zum Erhalt des Status Quo) nicht ehrlich ist, sondern BürgerInnen mit einer falschen Darstellung der Tatsachen für ihre Sache gewinnen wollen. Das Schauspiel zu "retten" welches im Vergleich zu den gezeigten Bildern weitgehend nicht vorhanden ist, ist ein merkwürdiger Titel. Und zu behaupten, die Stadt wolle einen weiteren Glaspalast bauen, obwohl noch nicht einmal ein Architekturwettbewerb dazu gestartet hat, grenzt schon an Manipulation. Und dann werden noch Platzhalterbilder der Baumassenvorstudie (so verstehe ich den jetztigen Stand) eingepflegt, um Stimmung zu machen. Sehr schade – gäbe es doch auch gute Gründe für die alte Architektur. (Ein Café, was es auch in einem Neubau geben könnte, gehört nicht dazu, die schönen Kolonnaden, die aber nicht richtig herausgearbeitet werden gleichwohl schon.)

    Gab es denn Informationen bezüglich der Nutzung des Saales bzw. der Sonderräume in der Turmspitze?

    Diese wurde ja, wenn ich das richtig lese, während der PK auch als Stadtsaal (o.ä.) bezeichnet. Das klingt ja fast nach öffentl. Nutzung - auch wenn ich mir das kaum vorstellen kann.


    EDIT: In der Visualisierung der Nutzungsverteilungs steht "Saal / Stadtloggien"

    Daraus werde ich auch nicht schlau.

    Ich kann mich Golden Ages Argumentation nur anschließen.


    Um noch etwas mehr Verständnis für Möglichkeiten der Nutzung eines Begegnungsraum zu geben: Es gibt unzählige sog. Demokratische Innovationen, das sind Bürgerbeteiligungsverfahren, welche den zivilgesellschaftlichen Austausch fördern. So gibt es etwas die Idee zufällig Ausgewählte aus der Bev. untereinender über Themen diskutieren zu lassen oder auch mit Repräsentanten zu verknüpfen. Ersteres wird in vielen Kommunen in D aber auch auf der ganzen Welt gemacht. Letzteres war (sehr erfolgreich) in Irland bei der Neuentwicklung der Verfassung verwendet worden. Auch gibt es u.a. mit Senatoren in den USA dazu einige sehr vielversprechende Experimente, die von Wissenschaftlern von Harvard betreut werden. Von derartigen Verfahren gehen viele neue Impulse für die Demokratie der Zukunft aus. Was wäre passender für Frankfurt, die Wiege der D Demokratie, wieder wegbereitend für neue demokratische Impulse zu sein.


    Das ist mitnichten ein ausgearbeitetes Konzept, noch der einzige Nutzen für so ein Zentrum.

    Mir ging es nur darum zu zeigen, dass es in der Praxis bestätigte Nutzungsmöglichkeiten gäbe, die weit über das übliche "Stadtplatz-Zusammenkommen" hinausgehen oder reine Symbolik sind.

    Der gezeigte Entwurf ist grausig. Wird so hoffentlich nicht gebaut. Und die gezeigten Baukörper verschwinden in der Schublade.


    Gleichzeitig finde ich einige dem Artikel und "Entwurf, der ja keiner sein soll" zugrundeliegende Ideen gut. Und diese als Idee betreffen die städtebauliche Einbindung:

    1. Einbezug der Paulskirche (PK) in das Demokratiezentrum (DZ).

    2. DZ als Begegnungsstätte und Museum.

    3. Architektonische Lösung, um die Begegnungsstätte im Inneren des DZ, aber eben auch im öffentlichen Raum zwischen PK und DZ zu schaffen.


    Ist jetzt nicht völlig neues, aber unterstreicht, dass Politikwissenschaftler, Historiker und Architekten anscheinend alle gleiche Eckpunkte für das Projekt definieren.

    Die Brautmodenbranche in Frankfurt steht wohl vor einem großen Wandel ;)

    Nicht nur Carey-Seulen, wie unter Punkt 7. von Megaxel aufgeführt, schließt das Frankfurter Geschäft.


    Auch SIÖ-DAM schließt in Frankfurt in der Sandhofpassage. Das Geschäft ist nach Bad Soden umgezogen.

    Ich kann mich da nur Adama anschließen. Der Schutz der Kleingärten ist offensichtlich nachrangig aus meiner Sicht. Nicht etwa, weil ökonomische Interessen private Erholungsinteressen überwiegen. Sondern weil Kleingärten ohne Probleme weiter in die Peripherie der Stadt verlegt werden können. Mit dem Main und den dort ansässigen Häfen gestaltet sich das leider schwieriger.

    Interessanter Punkt Wolfman-Al und du begeisterst mich sofort: In Frankfurt ist Jugendstil im Stadtbild vollkommen unsichtbar. Die Oper wäre eine super Gelegenheit, diesen Stil an prominenter Stelle ins Stadtbild zu holen.

    Ich wäre auch für ein Postmodernes Opernhaus zu begeistern - aber hier im Forum löst diese Idee wahrscheinlich heftige Opposition aus, wie ich die Foristen einschätze.

    Etwa in dieser Richtung – ohne Wasser.


    Groningermuseum1024px-Groningermuseum.JPG

    Quelle: Rob Koster / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

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    Deine Meinung teile ich nicht ganz. Ich fände auch eine Öffnung an dieser Stelle sehr gut.

    Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, ob du den neuen Ort der Oper richtig einordnest: Der Taunusturm wäre nicht an die Oper angrenzend, sondern einen Block weiter südlich. Dort ist nur das Japan Center und in der Tat deren Einfahrt.

    Also, etwas geschönt: Ja. Aber ich sehe nicht, warum es schwieriger sein sollte diese Einfahrt baulich besser zu verstecken als etwa den U-Bahneingang am Willy.

    Ich kann zunächst einmal nicht verstehen, was man an diesem Standort so ideal findet. Sein einziger Vorteil liegt daran, dass er am Wasser liegt - toll!

    (...)

    Da können wir noch so viele Opernhäuser hinsetzen, dahin wird das Ostend nie kommen. Zudem liegt dieser Raab-Karcher-Standort auch irgendwie selbst im Ostend abseits. Wie gesagt: er liegt halt am Wasser. Und unmittelbar daneben östlich findet Industrienutzung statt. Das ist doch kein Ort für eine Oper und ein Theater.

    Ich möchte diesen Punkt von marty-ffm zum Standort auch unterstreichen und vertiefen:

    Wer sich dort oft aufhält wird feststellen, dass der Standort nicht nur die Aussicht auf einen großen Kies- und Sandhaufen mit sich bringt. Vielmehr fahren dort sehr häufig Schiffe - nicht die schönen imposanten wie in Hamburg, mit vielen Containern, sondern die offenen, in denen man, nun ja, Sand und Kies offen liegen sieht – in und aus dem Osthafen. Insbesondere dort, wo die Auskragung im Kai "geplant" wird, rangieren die Schiffe. So wirklich schön ist das alles wirklich nicht. (Zudem wird die Auskragung wohl wegen der Schifffahrt nicht möglich sein.) Die Visualisierung mit netten Bötchen auf dem Main und im Hafenbecken trifft es nicht ganz.


    Aber: Entwurf hat seine Reize. Und ich begrüße es sehr, dass neue Denkanstöße geliefert werden.