Beiträge von Fettucine

    Haus der Demokratie...

    Wie wir mittlerweile wissen liegen die Zustimmungswerte für Architektur nach klassischen Prinzipien in Umfragen oft bei rund 70 %. Also, die große Mehrheit scheint klassische Architektur zu bevorzugen, aber gebaut wird sie heute nur selten. Wäre es da nicht sinnvoll, wenn bei zukünftigen Ausschreibungen auf städtischer und Bundesebene zumindest auch eine klassische Variante verpflichtend geprüft und vorgestellt werden müsste? Das wäre aus meiner Sicht ein Zeichen echter gestalterischer Vielfalt und demokratischer Offenheit.

    Rein städtebaulich gefällt es mir gar nicht. Ein paar Hochhäuser willkürlich über das Gelände verteilt, dazwischen irgendwelche zufälligen Grünflächen. Solche Konzepte haben wir schon zu oft gesehen und überzeugend funktionieren sie kaum. Die Grünflächen werden erfahrungsgemäß entweder nicht gepflegt oder entwickeln sich mit der Zeit zu eher ungeordneten Restflächen. Am schwierigsten finde ich das Parkhaus. Ein extrem langer Baukörper ohne jede Kleinteiligkeit steht quasi mitten im ‚Wald‘. Das wirkt alles sehr banlieuartig, gerade für eine so zentrale Lage. Ich hätte hier deutlich kompaktere Blockrandbebauung bevorzugt. Diese Ecke der Stadt ist ohnehin schon komplett leblos. Hier hält sich keiner gerne auf. Und mit solchen Projekten wird das nicht besser werden. So bringt man jedenfalls kein echtes Leben in die Stadt. Was mich bei vielen modernistischen Projekten, wie diese, generell stört, sind diese endlosen leeren Rasenflächen zwischen und vor den Gebäuden, die außer zusätzlicher Distanz kaum etwas zum Stadtraum beitragen. Geht einfach mal selbst ins Hafenviertel, dort findet man viele solcher ungenutzten Zwischenräume, mit denen kaum jemand etwas anfangen kann. Leere Wände und leere Rasenflächen, das ist die Ödnis des heutigen Städtebaus. Zusätzlich werden viele dieser Flächen später meistens noch eingezäunt, was man hier natürlich nicht sieht. Dadurch fallen am Ende selbst die letzten Bereiche weg, die zumindest so aussehen, als würden sie der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.

    Positiv finde ich dagegen die helle Farbgebung und den Versuch, den Gebäuden eine gewisse vertikale Gliederung zu geben. Aber das hier ist Architektur und Städtebau von gestern...

    Das war nur eine zweiminütige Überarbeitung, also eine schnelle Skizze. Ich habe der KI lediglich gesagt, dass die Grundform des Gebäudes weitgehend erhalten bleiben soll und es lediglich etwas klassischer wirken soll. Meiner Meinung nach ist Überarbeitung 1 die bessere Variante; sie erinnert ein wenig an klassische Industrie- bzw. Loft-Architektur. Klar könnte man das Ganze auch komplett neu denken und einen Gründerzeitbau hinstellen, aber dann würde man die eigentliche Pointe verpassen: dass man mit einfachen Mitteln aus solchen modernen Schuhkartons deutlich bessere, harmonischere Ergebnisse erzielen kann.

    Kein besonders erfreuliches Ergebnis. Die Architektur wirkt auf mich recht plump und nimmt nur wenig Bezug auf die Umgebung. Mit relativ überschaubaren Eingriffen, die sich stärker an klassischen Prinzipien der Architektur orientieren und ohne große strukturelle Veränderungen hätte man ein deutlich harmonischeres und zeitloseres Ergebnis erzielen können. Wie das konkret aussehen könnte, habe ich in einem anderen Teil des DAF anhand von KI-Visualisierungen beispielhaft gezeigt. Hier klicken.

    Wegen des sehr modernistischen und aus meiner Sicht enttäuschenden Neubaus der Deutsche Bahn an der Bahnhof-Nordseite wollte ich mit KI einmal kurz demonstrieren, wie das Projekt hätte aussehen können, wenn man sich stärker an den Prinzipien klassischer Architektur orientiert hätte, ohne dabei großartig mit anderen Formen oder Strukturen zu arbeiten. Im Grunde mehr oder weniger das gleiche Gebäude, auch kostentechnisch vermutlich sehr ähnlich, nur harmonischer, passender, zeitloser und schöner. Klassisch bedeutet also nicht automatisch teuer oder deutlich teurer wie oft behauptet wird.

    Zuerst das Originalprojekt und danach zwei klassischere Varianten.

    Original Konzeptvisualisierung von DB AG

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    Bild: DB AG


    Überarbeitung 1 im klassischen Stil

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    Bild: V1. Mithilfe von Google Gemini im klassischen Stil überarbeitet.


    Überarbeitung 2 im klassischen Stil

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    Bild: V2. Mithilfe von Google Gemini im klassischen Stil überarbeitet.

    Das Thema ist eigentlich ganz klar, wenn man sich die Ergebnisse der letzten Jahrzehnte anschaut. Seit rund 80 Jahren wird überwiegend modernistisch gebaut, geprägt von dem Ansatz „form follows function“. Dieser Ansatz hat in der Praxis hauptsätzlich nicht zu lebensfreundlichen oder ästhetisch überzeugenden Ergebnissen geführt. Die absolut meisten neu entstandene Stadtteile wirken wenig einladend, austauschbar und haben kaum die Qualität, die man sich von einer lebendigen Stadt erhofft. Wenn man nach wirklich überzeugenden, neueren Stadtentwicklungen sucht, die von einer breiten Öffentlichkeit als schön wahrgenommen werden, wird es erstaunlich dünn. Es gib eigentlich nichts zu diskutieren und trotzdem wird weiter diskutiert. Oft werden Beispiele wie Brasília genannt architektonisch interessant (eher eine Architektenmeinung), aber kaum ein Ort, den Menschen wegen seiner Aufenthaltsqualität oder Ästhetik im Alltag schätzen. Es gibt eigentlich keine Beispiele, die wirklich breite Zustimmung finden, und trotzdem wird der modernistische Ansatz weiterhin als Maßstab gesetzt. Für mich liegt das Problem klar in diesem stark funktional geprägten Denken. Ich halte diesen Ansatz nicht für zukunftsfähig. Stattdessen sollten wir wieder stärker auf klassische, menschlichere und stadtverträglichere Prinzipien setzen also auf Architektur und Städtebau, die sich an Proportion, Harmonie, Maßstab und Lebensqualität orientieren. Genau darum geht es letztlich.Wir brauchen wieder Städte und Architektur, die sich gut anfühlen und schön sind, in denen Menschen sich gerne aufhalten und nicht nur funktionieren.

    Und wenn wir noch das Gebäude Kirchnerstraße 4 daneben updaten würden, hätten wir folgendes Ergebnis und damit fast eine ganze Reihe schöner Gebäude nebeneinander. Das wäre doch was, oder? So langsam würde das zu einer richtigen Adresse in der Stadt werden.


    Kirchnerstrasse 4 heute

    https://i.imgur.com/7cTJ4U9.png

    Bildrechte: Google Maps


    KI Überarbeitung

    https://i.imgur.com/LwSikXu.png

    Bildrechte: KI-Visualisierung (Google Gemini)


    Streetview-Aufnahmen unterliegen fremdem Urheberrecht. Direkteinbindungen unseren Richtlinien entsprechend durch Links ersetzt.

    tegula Genau, das sehe ich ähnlich. Wir brauchen vor allem menschenfreundliche und harmonische Architektur, die auch ästhetisch überzeugt. Ich habe den Eindruck, dass viele sich Rekonstruktionen vor allem deswegen wünschen, weil ein großer Teil heutiger Projekte als nicht besonders gelungen wahrgenommen wird. Identitätsstiftende Rekonstruktionen wie zum Beispiel das Schauspielhaus, wären dabei durchaus wünschenswert, wie du ja auch sagst. Mit deutlich mehr neuer klassischer Architektur, idealerweise flächendeckend, wäre das Problem aus meiner Sicht gelöst. Eigentlich brauchen wir nur schönere und lebensfreundlichere Städte. Und die lassen sich meiner Meinung nach eigentlich nur mit Architektur nach den klassischen Prinzipien erreichen.

    Und jetzt zum spannenden Teil. Mir gefällt die Fassadengestaltung mit dem Stein nicht unbedingt, sie trägt ebenfalls zu diesem „Viereck-Gefühl“ bei. Wäre ich Mäckler gewesen, hätte ich das Gebäude noch klassischer und ruhiger gestaltet, zum Beispiel mit Putz statt Stein. Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung. Die Anzahl der Fenster habe ich so belassen, da der Bauherr vermutlich in den oberen Geschossen möglichst viele Fenster haben möchte, wohl auch als Erbe der typischen Büroarchitektur der 70er Jahre. Kleine Änderungen, aber ein massiver Qualitätsunterschied meiner Meinung nach.

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    Bildrechte: Originalrendering Mäckler Architekten / KI-Visualisierung Google Gemini.

    Kirchnerstr. 6–8 Rendering zur Sichtung und ein paar Kommentare

    Back to the roots – schöner und klassischer wird es hier auf jeden Fall. Das finde ich sehr positiv. Die Kirchnerstraße hat ihren Charme leider durch die überwiegend modernistischen Bauten der letzten Jahrzehnte komplett verloren. Hier geht es jetzt wieder in die richtige Richtung. Die Stadt wird dadurch insgesamt angenehmer und lebhafter. Die Architektur des Neubaus finde ich nicht herausragend, aber klassische Formen sind in der Regel angenehm anzuschauen, weil sie harmonisch gestaltet sind. Für meinen Geschmack sind es etwas zu viele Fenster und die Gestaltung wirkt deswegen ein wenig zu viereckig. Die modernistischen Einflüsse sind bei heutigen klassischen Versuchen leider noch oft spürbar, auch bei Mäckler ^.^ Pluspunkte von mir gibt es für den zweigeschossigen Einzelhandel im Erdgeschoss.

    Es wäre interessant zu sehen, wie das Vorkriegsgebäude aussah, um einen Vergleich zu haben. Auf die Schnelle konnte ich im Netz nichts finden. Aber insgesamt ist das hier auf jeden Fall eine massive Aufwertung des aktuellen Zustands 👍Schön ist das auf jedem Fall! Bald wird es einen Grund mehr geben, diese verlassene Straße zu besuchen.

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    Bildrechte: Mäckler Architekten

    Xalinai, das rechte Eckgebäude hat in dem Vorschlag fast 100 Fenster. Davon sind laut Rendering etwa 15 gebogen, die laut dir rund 30 % teurer wären. Über alle Fenster gerechnet ergibt das insgesamt nur etwa 4,5 % Mehrkosten für Fenster. Die mögliche Werterhöhung durch die gestalterische Aufwertung könnte das gut ausgleichen 😉 Und letztlich müssen die Fenster nicht zwingend gebogen sein, auch ohne diese Ausführung würde das Gebäude bereits deutlich gewinnen. Aber generell ist es natürlich so, bauen ist teurer geworden. Lass uns den Blick aufs große Ganze richten.

    Main Yard aus kritischer Perspektive

    Ich habe mich ja hier im Forum schon öfter positiv zu dem Projekt Main Yard in Frankfurt geäußert. Es ist grundsätzlich erfreulich, dass man hier versucht, wieder etwas klassischer zu bauen. Aber ich will auch ein wenig Kritik üben. Perfekt ist es meiner Meinung nach nicht.

    Man merkt an einigen Stellen, dass hier Architekten am Werk sind, die aus dem modernistischen Kontext kommen (wie die meisten) und sich an klassischen Formen versuchen. Das funktioniert einigermassen gut, aber nicht ganz, da sich immer wieder typische modernistische Elemente einschleichen, die nicht zur klassischen Gesamtidee passen.

    Hier sind meine Punkte, wo das Design meiner Meinung nach am Ziel vorbeischießt und das architektonische Ergebnis zu wünschen übrig lässt. Meine Ansichten beziehen sich hier vor allem auf die beiden Eckgebäude an der großen Kreuzung

    Beim weißen Eckgebäude links wirkt die Fassade insgesamt ein wenig plump. Es ist sehr geradlinig und viereckig. Typisch für die meisten Entwürfe heutzutage. Was dem Bau völlig fehlt, ist eine gewisse Leichtigkeit und ein „Schwung“. Man hätte hier z.B. wunderbar mit leicht abgerundeten Fenstern arbeiten können, um die Strenge zu brechen. Auch die französischen Balkone sind leider sehr repetitiv in der Form, da hätte mehr Varianz gut getan, um der Fassade Leben einzuhauchen.

    Beim rechten Eckgebäude vermisse ich schmerzlich eine klare vertikale Fassadeneinteilung. Die Fenster sind in endlosen, ununterbrochenen Reihen gleichförmig verteilt. Das wirkt monoton. Ein besonderer Dorn im Auge ist mir die Ecke mit der Begrünung. Diese großen, fensterlosen Grünflächen sind sehr modernistisch. „Wir brauchen Grün“, und dann wird es einfach hingeklatscht. Klassischere Architektur braucht an dieser prominenten Stelle Fenster, um den Stadtraum zu beleben. Wenn man schon mit Pflanzen arbeitet, dann wäre vertikal gegliedert und harmonisch integriert bessser gewesen, statt die blockhaften Flächen.

    Es sind oft nur Kleinigkeiten, aber sie entscheiden darüber, ob ein Viertel wirklich „zeitlos klassisch“ und elegant wirkt oder nur wie eine moderne Interpretation. Ich habe das Rendering visuell ein wenig mit KI angepasst, um zu zeigen, wie viel harmonischer das wirken könnte. Ich finde das Endergebnis lässt sich sehen. Ein großes Bravo geht an KI Gemini. Insbesondere die klassische Art der Fassadenbegrünung könnte zukünftig als Beispiel dafür dienen, wie man so etwas harmonischer umsetzen kann. Die leeren Stellen der Fassade werden für die Begrünung benutzt, aber die sonstigen elemente werden dadurch nicht ersetzt. Tja, eigentlich so wie es immer gemacht wurde :)

    Ich habe der KI hier nur meine Bedenken aus klassischer Sicht deutlich gemacht, und sie hat es meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt. Ehrlich - so hätte ich das deutlich lieber gehabt.

    Original Rendering Main Yard (von Architekten a+p Architekten & TEK TO NIK Architekten, Projekt Main Yard, Frankfurt)

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    Bildrechte: Architekten a+p Architekten & TEK TO NIK Architekten

    KI-generierte Anpassung mit Gemini

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    KI-Anpassung: Gemini (nur zur Veranschaulichung)

    Dazu kommt noch, dass die Albert Speer + Partner GmbH aus meiner Sicht keinen besonders überzeugenden Track Record hat, wenn es um städtebauliche Konzepte geht, Stichwort Europaviertel. Das macht einen nicht gerade optimistisch, dass sie jetzt involviert sind. Der Grundansatz vom Europaviertel war eigentlich gar nicht schlecht, ein großer Boulevard und ein zentraler Park als Rückgrat des Viertels. Entscheidend sind am Ende die Details gewesen und genau dort hat es aus meiner Sicht nicht funktioniert. Heute wirkt das Viertel über weite Strecken leblos, kaum Kleinteiligkeit, wenig urbanes Leben, dazu eine eher monotone, modernistische Architektur. Vieles erscheint überdimensioniert geplant. Das geschlossene Einkaufszentrum und die oft wenig aktivierten Straßenräume drumherum tragen ebenfalls nicht gerade zur Belebung bei. Das sind alles typische modernistische Merkmale. In dieser Form überzeugt das Gesamtbild für mich nicht. Vielleicht haben sie ja inzwischen dazugelernt? Aber genau darum geht es ja: Mäckler will es diesmal einfach richtig machen. Es geht mehr um die Details und das Feingefühl. Vielleicht sollte die Stadt ihm dafür auch die Chance geben.

    ole, soweit man es versteht, war der Ansatz eher kein Ernst-May-Modell, sondern wie im FAZ-Artikel beschrieben eher in Richtung eines dichten, nordendartigen Stadtteils gedacht. Die Ernst-May-Siedlungen waren eher aufgelockerte, funktional geplante Randbebauung und damit etwas ganz anderes als ein dichter, klassischer Stadtteil wie das Nordend. Ernst May gehörte zudem zum frühen Modernismus.

    sweet_meat und Ffm-Süd: Falls ihr es noch nicht bemerkt habt seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es einen klaren Bruch in der Architektur. Das was davor gebebaut wurde (klassisch) und das meiste danach (modernistisch). Das ist doch kein Geheimnis. Die Mehrheit der Menschen empfinden die klassische Architektur als deutlich angenehmer als das, was danach kam, wie Brutalismus oder Funktionalismus etc pp. Beim Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt waren es vor allem städtische Architekten, die gegen Rekonstruktionen waren und stattdessen modernistische Lösungen bevorzugten und sich damit auch durchgesetzt haben. Daher Modernismus gegen klassik - das ist kein Komplott. Und genau darum geht es hier wieder. Es soll ein Stadtteil entstehen, der sich stärker an klassischen Prinzipien orientiert: dichter, kleinteiliger, klarer gegliedert, mit mehr Feingefühl für Räume wie kleine Plätze. Wenn man sich die jüngsten Planungsänderungen von Tunnelklick anschaut, wirkt der neue Vorschlag schon weniger filigran und definiert als der ursprüngliche Ansatz und so fängt die Verwässerung an. Ich bin mir sicher, dass es hier erneut Widerstand geben wird, vor allem von Architekten, die einem modernistischen Ansatz folgen und entsprechend anders planen. Mäckler ist ein Architekt, der versucht, klassische Prinzipien wiederzubeleben, und wird sich dabei leider mit den Modernisten auseinandersetzen müssen.

    Nicht überraschend. Die Modernisten bzw. die Architekten der Stadt wollen anscheinend kein zweites Nordend entstehen lassen, obwohl die Mehrheit der Menschen klassische Architektur bevorzugen. Sie, die Modernisten, bevorzugen wahllos platzierte Grünflächen, schiefe Straßen, undefinierte Plätze, keinen Kommerz (Amazon ist besser ^.^ ), am liebsten keine Blockrandbebauung und auf jedem Falll keine klassische Architektur.. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass die ursprünglichen, dicht und klassisch orientierten Konzepte von Christoph Mäckler für das Rebstockviertel von Stadt und Wohnbaugesellschaft stark verwässert wurden. Ein Stadtteil nach dem Nordend-Prinzip passt einfach nicht in das modernistische Stadtkonzept. Als nächstes werden die versuchen einen „Kompromiss“ zwischen Mäcklers Ambitionen und der Stadt/Politik zu finden und am Ende würde dann wieder ein Viertel entstehen, das so wirkt wie der Rebstock oder das Europaviertel ohne echte städtische Dichte, kleinteiligen Einzelhandel oder lebendige Plätze. Ein Stadtteil, der eher wie ein Vorort wirkt, obwohl er mitten in der Stadt liegt.

    Das ganze erinnert mich ein wenig an die Diskussionen vor dem Bau der neuen Altstadt in Frankfurt, modernisten gegen Befürworter klassischer Architektur.

    Wir brauchen jetzt dringend ein überzeugendes Beispiel dafür, wie man heute mit klassischen Prinzipien eine bessere Stadt bauen kann als mit den modernistischen Ansätzen.

    ...aber mal schauen, vielleicht lässt sich die Stadtspitze, falls sich Mäckler komplett querstellt und mit Trommelwirbel in den Medien ordentlich Druck macht, endlich überzeugen, mal etwas wirklich Gutes und demokratisches für die Stadt zu tun, diesmal ohne Kompromisse!