U-Bahn/S-Bahn/Tram - Planungen, Konzepte, Ideen

  • Die Straßenaufteilung in dem Bereich der Greifswalder ist nahezu identisch mit dem der Warschauer Straße, nur das dort der Mittelstreifen vor Jahren ordentlich gestaltet und für Fußgänger nutzbar gemacht wurde. In der Greifswalder funktioniert der Mittelstreifen abgrenzend, als ganz klare Trennlinie, während er in der Warschauer Straße eine offene, verbindende Funktion hat, ein Teil des Verkehrsraums ist.

  • [...] Nur Altbauten umstehen die Kreuzung Marienburger/Greifswalder, und trotzdem entsteht keine Berliner Grandezza. Leider sind die Fassaden in derart tristem Zustand bzw. geschmacklos saniert, da müsste doch noch einiges passieren um das Stadtbild zu verbessern....[...]

    Nun, so unsaniert sind diese Altbauten nicht, die auf dem angefügten Bild zu sehen sind.
    Dass keine "Berliner Grandezza" entsteht, liegt eher daran, dass in diesem Gebiet so gut wie jeder Altbau entstuckt wurde.
    Die entstuckten Altbauten haben ihre Proportionen verloren und man sieht ihnen kleinste Schäden und Schmutzspuren viel schneller an, als an bestuckt gebliebenen Gebäuden.

  • ^^^Die Straßenbahn kann m.E. weiter am Rand des Mittelstreifens fahren. Der Unterschied zur Warschauer in der Straßenaufteilung ist nur die Parkreihe. Diese könnte zugunsten des Radstreifens und des Gehwegs wegfallen, denn beide sind zu schmal. Der Radspur ist z.T. sogar in der "dooring zone" und nicht ungefährlich!

  • Vertiefung zur Greifswalder Straße Teil 3:
    zwischen Heinrich-Roller-Straße und Barnimstraße, Straßenraum und Fassaden,
    fotografiert von mir am 3
    0.04.2021


    Der kürzlich errichtete Eckbau an der Heinrich-Roller-Straße, ich meine er ist vom Büro Tchoban...

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    Auf der anderen Straßenseite sind die Altbauten frisch rausgeputzt

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    In die Richtung gen Alexanderplatz fotografiert, gut zu sehen der fast fertige Neubau im Stil der "neuen Sachlichkeit"

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    Hier wird nochmal die heute nicht mehr zeitgemäße Aufteilung des Straßenraums gut sichtbar. Schmaler Gehweg, Parkbuchten, schmaler Radweg, zwei MIV-Spuren (eine davon immer durch Anlieferverkehr blockiert), die Straßenbahn und dann das kaum erreichbare "Grün".

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    Blick in die andere Richtung, hin zum Alexanderplatz. Hier weitet sich der Straßenraum allmählich auf, wahrscheinlich in einem Maße, das heute nicht mehr ganz zeitgemäß ist.

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    Abschließend der Bereich kurz vor der Barnimstraße in der nun Otto-Braun-Straße heißenden Magistrale. Hier wurde das eingeschotterte Gleis kürzlich durch eine feste Fahrbahn mit Rasen ersetzt

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    d.

  • U9 - BHF BIRKENSTRASSE

    nachdem sich vor mehreren jahren einige fliesen vom bhf birkenstrasse gelöst haben, wurden nach und nach alle entfernt. anschl passierte dann 2 oder 3 jahre nichts mehr. vll auch 4 oder 5 jahre??‽

    ich weiss es nicht ...


    doch jetzt endlich hat man sich für einen neuen look entschieden und beginnt mit der neugestaltung. eine seite ist mittlerweile fertiggestellt


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    die gegenüberliegende seite, die treppen und säulen befinden sich noch im berlintypischen betonlook :)


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  • nachdem sich vor mehreren jahren einige fliesen vom bhf birkenstrasse gelöst haben (...)

    Der neue Look sieht ebenfalls so aus, als hätten sich dort Fliesen gelöst... super einfallslose Gestaltung und triste Farbgebung. Schade, denn U-Bahn Stationen haben viel Potential für eine tolle Optik (in Berlin gibt es genug Inspiration) und werden auch nicht gerade alle paar Tage saniert.

  • ^ Danke für die Bilder. Ich nutze den U-Bahnhof oft und bin auch genervt-verwundert, wie lange sich die Sanierung hinzieht.

    Vor ich weiß nicht wie vielen Jahren hat man erst ewig lange den westlichen Zugang neu gemacht, danach genauso ewig lange den östlichen. Irgendwann dann den Boden auf dem Bahnsteig.

    Auch schon seit mind. 2 Jahren werkelt man an neuen zusätzlichen nördlichen Zugang im der Wilhelmshavener Str. rum. Die neue Treppe ist halbwegs fertig, das neue Portalschild steht abgeklebt auch schon, der Aufzug ist in Bau... Drumrum ist der Straßenbereich abgesperrt und seit geraumer Zeit aufgerissen... Alles im Schneckentempo und mit langen Baupausen.

    Ob man im Jahr 2022 fertig wird, keine Ahnung.

  • Danke für die Bilder. Ich nutze den U-Bahnhof oft und bin auch genervt-verwundert, wie lange sich die Sanierung hinzieht.

    Genervt ja, verwundert nein. Die Substanz in diesem Land und vor allem in Berlin, pfeift personell aus dem letzten Loch. Manchmal kommt es mir so vor, als hätte sich der Staat gedanklich aus gewissen Teilen der Daseinsvorsorge komplett verabschiedet und macht sie nur noch widerwillig und mit entsprechendem Einsatz. Bankenrettung und Drohgebärden gegen Russland scheinen mehr im Fokus der hiesigen Machteliten zu stehen.


    Wo wir gerade beim Thema sind: ist Bismarckstraße eigentlich mittlerweile fertig? Dort hat man ja vor gefühlt 5 Jahren mit dem Umbau angefangen. Mehringdamm Anfang des letzten Jahrzehnts war ja auch so eine Geburt. Ich bin dort von 2009 bis 2012 zur Schule gegangen und in fast der gesamten Zeit und noch einige Zeit danach war der Bahnhof Baustelle. Westliche U7, Halemweg etc., ähnliches Tempo.

  • Hier im konkreten Fall muss ich aber dennoch sagen, dass mir zumindest die neue Gestaltung der Wandfliesen zusagt. Das ist mE auch nicht einfallslos. Es soll mE stilisierte Birkenstämme darstellen. Schau mal genauer hin maselzr Ob es am Ende insgesamt trist wirkt, muss man auch erst abwarten. Das kann man so noch nicht beurteilen. Aber auch hier wird es natürlich davon abhängig sein, wie gut (oder schlecht) man alles pflegt. Und hier schließt sich wieder der Kreis.


    Mod: Beitrag gesplittet, da teils OT (dorthin verschoben) und der Zusammenhang erhalten bleben soll.

  • ^Im Zweifelsfall kommt dann noch das Totschlagargument "Gentrifizierung" dazu: Wenn es zu schön ist, könnte es ja evtl. mehr wert sein und dann mehr kosten....:rolleyes:

    Das ist kein Witz. Die abgefallenen Fliesen am Bahnhof Grenzallee will die BVG durch neue entsprechend dem Original ersetzen, die ohnehin ungenutzten Werbetafeln sollen analog zu Boddinstraße und Leinestraße durch Fotofliesen ersetzt werden. Antwort der Denkmalbehörde: Das ist ein einfacher Bahnhof in einer einfachen Gegend, das geht nicht. Giffey ist als damalige Bezirksbürgermeisterin aus dem Kostüm gesprungen, als sie das hörte.

  • Hier im konkreten Fall muss ich aber dennoch sagen, dass mir zumindest die neue Gestaltung der Wandfliesen zusagt. Das ist mE auch nicht einfallslos. Es soll mE stilisierte Birkenstämme darstellen. Schau mal genauer hin maselzr Ob es am Ende insgesamt trist wirkt, muss man auch erst abwarten.

    Okay, einfallslos ist es dann wohl nicht, aber die Umsetzung ist trotzdem furchtbar. Das Mausgrau könnte trister nicht sein und die „Birken“ sind mMn tot-stilisiert. Ein feineres Mosaik mit ansprechenderen Farben hätte Wunder bewirkt und die Birken auch als solche erkennen lassen. So wirkt es einfach billig..

  • Backstein ich bin vorher noch nie am bhf birkenstrasse ausgestiegen und wusste bisher nicht, dass auch sämtliche eingänge, treppen und fahrstuhl erneuert wurden. vll haben sich die wandfliesen durch die vibrationen der bauarbeiten gelöst‽

    das würde zumindest teilweise die extreme verzögerung erklären



    Hier im konkreten Fall muss ich aber dennoch sagen, dass mir zumindest die neue Gestaltung der Wandfliesen zusagt. Das ist mE auch nicht einfallslos. Es soll mE stilisierte Birkenstämme darstellen.

    anfangs habe ich in dem muster nichts erkennen können. aber deine idee der stilisierten birkenstämme macht schon sinn



    ich bin mir noch unsicher ob ich die neugestaltung des bahnhofs mag oder nicht. eigentlich gefällt mir die schlichte neue wandgestaltung, doch befürchte ich, dass die matten wandfliesen nicht zu den bestehenden mosaiksäulen in hochglanz vom bahnsteig passen werden ... abwarten

  • ^

    Der Bahnhof Birkenstraße war der letzte mit der originalen Verfliesung aus dem Jahr der Eröffnung 1961. Das Grün für die Birke kontrastierte mit den Bruchstein-Riemchen Typ Zykloma an den Treppenwangen (Borke). Das war ganz nett gedacht, auch gab es dort noch die früher üblichen Vitrinen auf dem Bahnsteig. Dennoch war die Neugestaltung insgesamt notwendig und insofern ist es gut, dass die neuen Fliesen auch matt sind, wie das Original. Das sollte damals unangenehme Reflektionen für das Fahrpersonal vermeiden. Alle anderen Bahnhöfe der U9 wurden bereits in den 80ern teilweise entsprechend des Originals neu verfliest. Man erkennt das am Leopoldplatz und Kurfürstendamm an den Fugen im Fliesenbild, da wo die Bauwerksfugen sind. Die gab es ursprünglich nicht und dann kam das Ganze irgendwann wie eine Tapete runter.


    Der neue Zugang am Bahnhof Birkenstraße ist eine Spätfolge des Brands am Bahnof Deutsche Oper. Auf allen Bahnhöfen mit mittig gelegenen Verteilerhallen/Eingängen wird untersucht, ob diese kritisch verrauchen können. Wenn dem so ist, werden zusätzliche Zugänge errichtet. So geschehen an den Bahnhöfen Halemweg, Siemensdamm, Wutzkyalle, Kottbusser Tor, Jakob-Kaiser-Platz. Derzeit im Bau sind Rathaus Steglitz, Bismarckstraße, Seestraße und Pankstraße. Weitere sind geplant.


    Bismarckstraße ist der BER der BVG, wird also noch dauern. Es fehlt z. B. noch ein Notausstieg von der U7-Ebene. Die Verfliesung am Halemweg ist fertig, das Eingangsgebäude noch nicht. Der Übergang zum Bahnhof Großgörschenstraße im U-Bahnhof Yorckstraße ist neu verfliest und bietet einen Vorgeschmack auf den Rest. An den Hintergleiswänden des Bahnhofs Yorckstraße werden die bordeauxroten Fliesen vom Bahnhof Bismarckstraße verwendet. Das ursprüngliche Konzept sprengte den Kostenrahmen, so dass man die Notbremse zog und etwas pragmatischer vorgehen wird.


    Im U-Bahnhof Rathaus Steglitz sind die Hintergleiswände am Bahnsteig fertig und die neue abgehängte Decke dort tlw. auch. Sieht recht elegant aus, habe leider keine Bilder. In der Verteilerhalle stehen bereits die Glasfronten der künftigen Läden. Es wird so langsam. Schloßstraße sieht immer noch aus wie Tüte. Beschämend in Anbetracht des Potentials, dass dieser Bahnhöf von Schüler/Witte hätte. Am Friedrich-Wilhelm-Platz ist der südliche Zugang wieder offen, leider ohne die zwei unsanierten Bestandstreppen.

  • Grüne öffnen sich für neue U-Bahn-Projekte

    Scheinbar fast unbemerkt hat sich nun auch bei den Grünen ein Wandel vollzogen - und plötzlich sind sie offen für neue U-Bahnen. Kurioserweise im konkreten Einzelfall (Spandau) sogar teils gegen den Fahrgastverband, der offenbar lieber Trams realisiert sähe. Aber der Reihe nach:


    Mobilitätssenatorin und Grüne Spitzenfrau Bettina Jarasch unterstützt voraussichtlich (i.e. vorbehaltlich der Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Analysen) eine westliche Erweiterung der U7 in Richtung Spandau um 4,4 km sowie mehrere Stationen bis Heerstraße Nord. Die Kosten werden auf 578 Mio geschätzt und das täglich zu erreichende Fahrgastaufkommen auf 40.000 Menschen. Für Frau Jarasch sei das auch eine Frage von Gerechtigkeit, da viele Menschen in diesem Areal eher geringe Einkommen aufweisen und daher auf eine starke ÖPNV-Verbindung angewiesen seien. Zudem könnten damit sogar Busse ersetzt werden.

    Spandauer Lokalpolitiker unterstützen den Vorschlag und wünschen sich zusätzlich auch eine Verlängerung der U2. Spandau sei beständig am Wachsen und sei der Verkehrsinfrastruktur förmlich schon entwachsen, sodass zunehmend der Kollaps drohe.

    Kritik kommt (für mich) erstaunlicherweise ausgerechnet vom Fahrgastverband, wonach die U-Bahn in die Innenstadt gehöre und die Feinerschließung über schneller und günstiger machbare Trams realisiert werden solle. Ich weiß zwar, was mir als Anwohner grundsätzlich lieber wäre (bei aller Liebe zur Tram, will man doch meist vor allem schnell in die Innenstadt). Dennoch kann ich es im Fall von Spandau ehrlich gesagt nicht einordnen.

    Als Randnotiz finde ich es irgendwie bemerkenswert, dass die Spitzenfrau der Grünen und die der SPD sich jeweils für eine Verlängerung der U7 stark machen, wenngleich an unterschiedlichen Enden. Damit könnte Berlins längste U-Bahn bald sogar noch deutlich länger werden und dann von Brandenburg bis tief nach Spandau hinein fahren (oder natürlich umgekehrt).

    Und es scheinen ja noch weitere U-Bahn-Projekte wahrscheinlicher zu werden. Schön, dass auch dieses Thema wieder offener angegangen wird.

    Quelle Berliner Zeitung


    Erste neue Tram-Strecke seit 6 Jahren seit ein paar Monaten in Betrieb

    Ebenfalls noch kein großes Thema war, dass im Oktober erstmals seit 6 Jahren wieder eine neue Tramstrecke in Betrieb ging. In Treptow-Köpenick wurden für 40 Mio Euro 2,7 km Strecke mit 5 Stationen (Landschaftspark Johannisthal, Gerhard-Sedlmayr-Straße, Benno-König-Straße, Landfliegerstraße und Nieberstraße) ans Netz angeschlossen. Hierdurch wurden gleich drei Linien verlängert (61, 63 und die Metrolinie M17). Somit können nun ca. 20.000 Fahrgäste täglich beispielsweise von Adlershof zum Verkehrsknoten Schöneweide fahren oder natürlich auch weiter zum Tierpark.

    Ich bin durch meinen Umzug schon ein paar Mal selbst auf der neuen Strecke gefahren und bin jetzt ohnehin deutlich mehr auf Bus und Tram angewiesen. Ehrlich gesagt vermisst man die schnelle, verkehrsunabhängige U-Bahn schon etwas, auch wenn es irgendwie immer noch ein anderes, schöneres Flair hat.

    Quelle Morgenpost


    Weniger neue KFZ-Zulassungen - Anteil von Hybrid- und Elektrofahrzeuge auf Rekordniveau

    Das ist womöglich nicht der ideale Thread dafür (war mir nicht sicher, welcher passt) - aber ich hänge es mal hinten dran:

    Ich hatte eigentlich gedacht, dass durch Corona mehr Leute Auto fahren. Tatsächlich sind die Neuzulassungen gegenüber 2019 aber sogar erheblich rückläufig (Berlin: 60.000 vs. 87.000 also fast ein Drittel weniger; Brandenburg: 51.000 vs. 65.000). Außerdem interessant: In Berlin ist inzwischen jedes zweite neu zugelassene Auto ein Hybrid oder sogar ein rein elektrischer PKW (insgesamt 48,6%). In Brandenburg liegt der Anteil immerhin bei 41%. Dabei wachse der Anteil rein elektrischer PKW sogar stärker als der von den bereits deutlich stärker etablierten Hybriden (erstere ca. +200% seit 2019, letztere +100%). In absoluten Zahlen haben die neu zugelassenen Verbrenner also deutlich nachgelassen, während E-Mobilität auch im MIV stark zunimmt.

    Quelle rbb


    Wie man sieht, ist also auch beim Thema Verkehr einiges in Bewegung. Auch wenn solche Trends natürlich teilweise viele Jahre für spürbare Veränderungen brauchen, sind es doch interessante Weichenstellungen. Ich freue mich jedenfalls, dass beim ÖPNV jetzt wieder offener nach den besten Ansätzen gesucht wird und dass scheinbar auch die Abgasbelastung zumindest sukzessive etwas nachlassen dürfte. An manchen Straßen bspw. in Neukölln fühlt man sich ja fast wie ein Passivraucher und überlegt sich das mit dem Joggen oder Fahrradfahren lieber zweimal.

  • Zu den Spandauer U-Bahn-Träumen: ich kann das Umknicken der Grünen hier nicht nachvollziehen. Man hatte die vernünftigen und rationaleren Gründe auf seiner Seite, den Fokus mehr auf die Tram zu setzen und neue U-Bahnplanungen wie im vergangenen Koalitionsvertrag erst mal einzufrieren.


    Den größten Nachholbedarf in Berlin haben nun mal nicht die Schnellbahnen, sondern die Trams auf den hochbelasteten Buskorridoren, vor allem im ehemaligen Westen der Stadt. Der Kostenfaktor im hochverschuldeten Berlin muss eigentlich gar nicht groß erwähnt werden. Selbst eine 90%-Förderung von U-Bahnprojekten durch den Bund, wie ihn einige Politiker aus der SPD erträumen, würde zu enormen finanziellen Belastungen des Berliner Haushalts führen. Für das selbe Geld bekäme man grob geschätzt den Faktor 10 an Tram-Kilometern, die in Summe auch deutlich mehr Menschen im gesamten Stadtgebiet eine spürbare Verbesserung bringen würden. Wohingegen die U-Bahnprojekte ja ausschließlich recht kurze Verlängerungen von existierenden Linien darstellen, mit überschaubarem Einzugsgebiet und profitierenden Menschen.


    Spandau mag mit seiner recht großen U7-Verlängerung ja noch das größte Einzugsgebiet aller U-Bahn-Planungen haben und entsprechend ein U-Bahn-würdiges Aufkommen generieren. Wenn ich aber lese, dass im Gegenzug Busse wegfallen sollen, geht mir als studiertem Verkehrsplaner das Messer in der Tasche auf. Busse können und dürfen perse nicht durch U-Bahnen ersetzt werden, da sie völlig andere Verkehrsbedürfnisse erfüllen, Stichwort Feinerschließung. Wenn die U7 wie geplant verlängert wird und im Gegenzug Buslinien wegfallen bzw. eingekürzt werden, bedeutet das für den Kurzstreckenverkehr, der durch den Bus erbracht wird, eine deutliche Verschlechterung. Es werden neue Umsteigezwänge kreiert und letztendlich sind die 40.000 erwarteten Passagiere auf dem neuen U7-Abschnitt eine statistische Finte. Das sind keine neuen Passagiere, sondern Umverlegungen von dann ehemaligen Bus-Passagieren. Das nennt man Schönrechnen.


    ich kann nur hoffen, dass diese massiven Verschlechterungen des Kurzstreckenverkehrs und der Feinerschließung durch wegfallende Busverkehre dazu führen, dass die U7-Verlängerung in der NKU krachend durchfällt und damit nicht realisiert wird. Wenn die Politik jenseits jeglicher Vernunft für sehr viel Geld von Verbesserungen faselt (ergo lügt), die in der Realität massive Verschlechterungen für einen Großteil der Passagiere mitsich bringen, dann muss das genau so gesagt und vor allem verhindert werden.


    Aber so sieht Verkehrspolitik im 21. Jahrhundert in Deutschland aus, sogar unter grüner Führung. Man lässt sich den Stempel der ewiggestrigen SPD aufdrücken, die im Kopf immer noch in den autogerechten 50ern festhängt, wo die Tram nur den Autoverkehr stört, während die U-Bahn unter der Erde oben für freie Autofahrt für freie Bürger sorgt.


    Wenn man dann noch weiß, dass die beiden U7-Projekte an ihren Enden jeweils in den Bezirken der beiden vermutlich einflussreichsten SPDler der Stadt stattfinden sollen (Saleh in Spandau, Giffey in Neukölln), weiß man, dass es sich hier einzig um reaktionäre und ideologische Clientelpolitik jenseits jeglicher Vernunft und Wissen handelt.

  • spandauer Also zumindest in Rudow wünschen sich die Menschen seit zig Jahren diese Verlängerung. Die Busse verstopfen dort gerade am U-Bahnhof eher die Straßen und eine Tram ist nicht in Sicht. Am südlichen Ende habe ich die U7 auch immer als äußerst leistungsfähig und breit angenommen erlebt. Dagegen sind einige der Busse relativ unzuverlässig und entsprechend unbeliebt. Für Spandau kann ich das aber wie gesagt nicht beurteilen.

  • Ursache und Wirkung. Busse stehen nicht ihres Bus-Daseins wegen im Stau, sondern aufgrund zu vieler PKW. Egal ob in Rudow oder in Spandau.


    Und wer sind "die Menschen" in Rudow? Alle? Da gibt es sicher auch andere Meinungen. Und wenn man den Rudowern sagen würde, dass aufgrund der U-Bahn nun der Bus vor der Haustür wegfällt oder nur noch alle 20 Minuten fährt, was denkst du, würden die Menschen dann sagen?


    Klar wird die U7 in Spandau gut angenommen, weil sie ein über Spandau hinaus reichendes Aufkommen bedient, für das Tram und Bus eher ungeeignet sind. Die Verlängerung bringt dagegen keinen Mehrbedarf für Verkehre in die Berliner City oder innerhalb des Bezirks. Die U7-Verlängerung wäre eigentlich nur ein Zubringer zum Rathaus, zu den Regios, den anderen Bussen am Knoten Rathaus Spandau und den Fernzügen und natürlich zu den Arcaden/der Altstadt zum Einkaufen. Nichts, was nicht heute der Bus erbringt bzw. die Tram bringen könnte, wenn man M37/137/M36 auf Tram umstellen würde. Eine Tram M37 wäre in etwa genau so schnell vom Magistratsweg zum Rathaus gefahren als eine verlängerte U7, aber zu einem Bruchteil der Kosten. Und sie erreicht durch ihre geringeren Haltestellenabstände mehr Menschen, denen eine spürbare Verbesserung gebracht werden könnte.


    Die U7 West ist, wenn sie mit Kürzungen beim Bus kommt, eine verkehrspolitische Totgeburt, Geldverschwendung und dient nur einem Zweck: die Verhinderung der Tram in Spandau.

  • ^Es sind nicht unbedingt die Autos. Die Kreuzung und auch die Stellfläche der Busse ist einfach nicht besonders groß und es sind gerade mit dem Flughafen schon ordentlich viele Busse. Insgesamt wirkt es einfach unübersichtlich, vollgestopft und wenig attraktiv. Die Gartenstadt Rudow aka Frauenviertel wartet auch seit langem auf den einst versprochenen Anschluss. Die Busse sind gerade zu Stoßzeiten oft vollgestopft mit Schülern und dann je nach Linie teilweise Flugreisenden nebst Gepäck. Die U-Bahn würde da definitiv Entlastung bedeuten. Bislang habe ich auch noch nirgendwo Gegenstimmen gehört. Ganz im Gegenteil.

  • Klar, die Verlängerung der U7 zum Flughafen ist mMn sehr sinnvoll, aber ich frage mich, warum so periphere Gebiete auf einmal derart in den Fokus des U-Bahn Ausbaus rücken. Gerade, da sich hier im Forum einige befinden, die deutlich mehr von Verkehrsplanung verstehen (wie ich lese sogar gelernte Verkehrsplaner sind) würde ich gerne wissen, warum der innerstädtische U-Bahn Ausbau gar nicht ins Gespräch kommt.


    Mir fallen da einige Linien ein. An erster Stelle halte ich den Ausbau der U5 bis Jungfernheide oder mindestens Turmstraße für den dicht besiedelten Bezirk Moabit für wichtig. Weiterhin irritiert das plötzliche Ende der U1 an der Uhlandstraße. Hier wäre eine Verlängerung bis S(Ring) Halensee doch naheliegend? Außerdem bleibt die kurze U4 in Schöneberg durch ihre schlechte Einbindung in das U-Bahn Netz deutlich unter ihrem Potenzial. Eine Erweiterung in Richtung Steglitz in der einen und bis Kulturforum oder sogar noch weiter in der anderen Richtung könnte das Netz sehr sinnvoll ergänzen.


    Meine Vermutung ist, dass der Bau in der Innenstadt sicherlich deutlich komplizierter ist als irgendwo im suburbanen Rudow, dafür würden jedoch extrem viele Menschen davon profitieren.

  • Halte auch den Ausbau der U-Bahn im "äußeren inneren Bereich" für sinnvoller als irgendwo in der Peripherie (abgesehn von der Verlängerung der U7 bis zum BER). Das U-Bahn-Netz Berlins ist gut, aber eben immer noch nicht vollständig. Der erwähnte Ausbau der U5 jenseits des HBF durch Moabit gehört dazu, ebenso die Fortführung der U9 von Osloer Straße bis nach Pankow bzw. Pankow Kirche (falls die U2 bis dahin verlängert würde, was ich nicht so wichtig finde, da es sich hier um nur eine Station handelt die auch schon mit 3 Tram-Linien von S+U Pankow kommend bedient wird) und der Lückenschluss der U1 bis mindestens Adenauerplatz oder gar bis zur Ringbahn. Die Fortführung der U-Bahn über Warschauer Str. hinaus hat man sich ja nun im wahrsten Sinne des Wortes verbaut.