Gotteshäuser in Berlin

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Meine Frage war, warum die künstlich patinierte Kuppel derart unansehnliche Verfärbungen entwickelt hat.

    Geschmackssache, aber ich finde das gar nicht unansehnlich – im Gegenteil: Die künstliche Patina war mir zu glatt, wie ein Anstrich. Ähnlich wie beim Adlon. Mit der Zeit wird das weniger einheitlich und wirkt eher wie echte Patina. Viel besser.

    (Off topic: Ich weiß ohnehin nicht, warum man vorpatinierte Kupferdächer baut. Der natürlich Alterungsprozess ist doch wunderschön – erst leuchtet das Dach wie Roségold, dann wird es langsam dunkelbraun, und schließlich bildet sich über viele Jahre die grüne Patina. Das ist ein Feature, kein Bug.)

  • ^ Ich glaube mal gelesen zu haben, dass die Luft hierzulande mittlerweile so sauber ist, dass sich gar keine grüne Patina mehr bilden kann, bzw viel zu lange dauern würde.

    *kann dann gerne weg

  • Sri Ganesha Hindu-Tempel

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    rbb24 bericht, dass der neue Hindu-Tempel nach vielen Verzögerungen Anfang Juni eröffnet wird. Auf der Webseite des Vereins wird für den 07.06. die "Große Eröffnung und Kumbhabhishekam" angekündigt.

    Eröffnung heißt aber kaum Fertigstellung, wenn man sich den Zustand vor Ort anschaut. Man hat zwar seit dem letzten Beitrag üppige knallbunte Dekoelemente (Reliefs, Schnitzereien oder wie man das nennt) fertiggestellt, die für meinen Geschmack beeindruckend, aber auch gewöhnungsbedürftig sind, aber ansonsten sieht immer noch vieles unfertig aus. Die seitlichen Pavillons sind noch im Rohbauzustand, das Grundstück ist noch von Bautrassen zerpflügt. Ok, das Gerüst lässt sich schnell abbauen und der Bagger wird vermutlich noch zur Seite fahren, aber es wird wohl nach der Eröffnung noch mächtig weitergearbeitet werden. Trotzdem schön, dass nun eine wichtige Etappe erreicht wird. Aktuelle Bilder:

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  • Neubau und Sanierung Bernard-Lichtenberg - Haus

    Die von Büro Max Dudler gut gewählten Proportionen täuschen etwas bzw. kaschieren die tatsächlichen Größenverhältnisse. Die Fenster der OGs sind 2,6m hoch und 1,2m breit. Die Höhe der Natursteinbrüstungen nimmt mit jeder Etage zu. 1,27m über EG, 1,48m ü.1.OG, 1,75m ü. 2.OG, 1,81m ü.3.OG.

    Die Natursteinpfeiler sind 2,09m breit (1,17m gerade, 0,92m schräg). Es wurde hier viel mit Pressfugen gearbeitet, um eine noch massivere Wirkung zu erreichen. Das erfordert bei der Montage einen enorm hohen Aufwand. Die Platten wiegen teilweise 250kg.

    Die Bilder sind noch vor der Verfugung der Fassade entstanden.

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    hier ist sehr schön der Aufbau einer hinterlüfteten Natursteinfassade und die Verankerung (Tragepunkt) in der Vertikalfuge zu erkennen. Alu-T Konsole mit thermischer Trennlage, Edelstahl-Dornblech in Ankertasche (wegen Pressfugen), Wärmedämmung, Hinterlüftungsspalt.

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    Naturstein: Kalkstein Trosselfels feinporig,

    Bearbeitung schräge Pfeilerplatten: aquapower (hochdruckwassergestrahlt) dadurch rauhere Oberfläche und dunkler

    Bearbeitung Pfeiler+Brüstung: geschliffen C60

    Planung, Fertigung und Montage von Hofmann Naturstein

    alle Bilder von mir

  • Kann heute sichergestellt werden, dass mit Stiften befestigte, vorgehängte Natursteifassaden nicht nach 30 Jahren herunterfallen? Wie gerade bei dem Mitt-90er-Kollhoffbau an der Friedrichstraße, wo die gesamte Fassade erneuert weden musste.

  • Bei fachgerechter Ausführung kann das 100%ig versichert werden. Es werden statische Nachweise der Natursteinplatten und der Verankerung erstellt, die dann vom Prüfstatiker abgenommen werden. Das ist alles normativ geregelt. Während der Bauphase finden werkseigene Qualitätskontrollen der Produktion, Montagekontrollen etc. statt. Diese Fassaden haben eine Lebensdauer die weit über das übliche hinausreicht.

    Bei dem von Dir angesprochenen Objekt in der Friedrichstraße > link < wurde in den 90ern von einer italienischen Metallbaufirma auch der Naturstein montiert, denen fehlte leider das know-how für den Naturstein. Die Unterkonstruktion und Verbindung der Steine untereinander entsprach jedenfalls nicht den heutigen anerkannten Regeln der Technik. Steine wurden teilweise miteinander verklebt, das ist eigentlich schon seit 30 Jahren ein NO-GO. Warum das damals nicht aufgefallen ist, weiß ich allerdings leider auch nicht.

  • Eröffnung Sri Ganesha Hindu-Tempel

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    Die Mieden berichten über die Eröffnung, so u. a. rbb24, Tagesschau ,Tagesspiegel, Die Zeit und die Berliner Zeitung (um nur einige zu nennen).

    Auf rbb24 wird eingeräumt, dass die komplette Fertigstellung noch aussteht. Die Figuren der Gottheiten müssen noch an ihre Plätze gebracht werden.
    Im darin enthaltenen Video erhält man auch Eindrücke vom Inneren des neuen Tempels. Ab Samstag, nach Ende der Feierlichkeiten, steht er für alle Besucher offen.

  • Das Haus wirkt maximal abweisend. Als müsste man sich als Kirche hinter einer massiven Steinfestung verbarrikadieren. So wirkt das. Wenigstens ein paar Fensterschlitze, wie im Mittelalter mit angewinkelten Wänden, hat man eingelassen, um etwaige Angreifer besser zu beobachten.

  • Zum Neubau Bernhard-Lichtenberg-Haus:

    Als ich Architektur studiert habe, wurde uns eingebläut, wie wichtig es ist, dass sich das Innere eines Gebäudes und seine Nutzungen auch von außen ablesen lassen, dass eine Kommunikation zwischen Innen und Außen stattfinden muss. Das hat man hier erfolgreich vermieden. Dieses Gebäude gibt nichts über sich und seine Benutzer preis. Gar nichts.

  • Zum Bernhard-Lichtenberg-Haus von Max Dudler.


    Ehrlich gesagt verstehe ich die Ablehnung die hier geäussert wird nicht. Der Entwurf aus der Hand Max Dudlers ist seit langen bekannt. Es ist ein, ich möchte sagen typischer Dudler, viel Stein, wenig aufgeregt, fast möchte ich sagen sehr klösterlich katholisch, konservativ. Passt also.
    Korrespondiert sogar mit dem Altbau nebenan. Wo also liegt das Problem für die Traditionalisten in diesem Forum?

    Dass der Vorgängerbau um einiges weltoffener, einladender, freundlicher etc, gestaltet war… wahrscheinlich musste er einfach weg, weil alte DDR Liegenschaft. Das konnte ja nichts wertiges sein. Obwohl das Dach mit Kupfer gefertigt war und damit viel besser mit der Kathedrale harmonierte.

    Nun also seid zufrieden mit den Geistern die gerufen wurden.

    https://www.maxdudler.de/de/projekte/be…erg-haus/?cid=3

  • ^ Mir gefällt das neue Haus besser als der Vorgänger, der mir wenig markant und auch wenig ausgewogen und gelungen erschien. Das neue Gebäude wirkt wie aus einem Guss und sehr wertig, auch präsent, passt zur Lage. "Sehr klösterlich katholisch" passt, "konservativ" dagegen nur zum Teil. Denn es ist ja auch ungewöhnlich, vor allem der gezackte Dachabschluss, es könnte in keiner anderen Zeit entstanden sein, ist also gegenwärtig (präsent auch im zeitlichen Sinn). Das könnte man insofern als "katholisch" begreifen, als Katholizismus, anders als Protestantismus, weniger in Brüchen mit der Vergangenheit denkt und damit, im Idealfall, Geschichte als Überlieferung versteht, was, auf Architektur übertragen, bedeutet, auf traditionelle Elemente zurückzugreifen,diese aber zugleich zu erneuern. Das Gegenteil dazu wäre Bruch mit der Vergangenheit versus Rekonstruktion.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ^ Mir gefällt das neue Haus besser als der Vorgänger, der mir wenig markant und auch wenig ausgewogen und gelungen erschien.

    Es erschließt sich mir nicht, welchen Sinn es machen soll, mit dem Vorgängerbau zu vergleichen. Besser als der Vorgänger zu sein, ist keine Leistung, weil der Vorgänger eine Bausünde gewesen ist.

    Da wir im Hier und Jetzt leben, macht es vielleicht mehr Sinn, mit der aktuellen Nachbarbebauung zu vergleichen. Und dann ergibt sich plötzlich eine ganz andere Bewertung.

  • ^ Ich reagierte, wie eigentlich nicht schwer zu erkennen ist, auf den Beitrag von Camondo, der den Vergleich gezogen hat. Und den ich im Übrigen für vollkommen legitim halte: Wäre der Vergleich zwischen Vorgänger und Nachfolge, wie Du andeutest, sinnlos und hätte zu unterbleiben, könnte ein Großteil der Beurteilungen architektonischer Entwicklungen einpacken. Gerade modernitätskritische Zugänge leben doch regelrecht von Vergleichen und der Klage, dass moderne Bauten gegenüber ihren Vorgängern einen Rückschritt darstellen würden.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Dass der Vorgängerbau um einiges weltoffener, einladender, freundlicher etc, gestaltet war… wahrscheinlich musste er einfach weg, weil alte DDR Liegenschaft. Das konnte ja nichts wertiges sein. Obwohl das Dach mit Kupfer gefertigt war und damit viel besser mit der Kathedrale harmonierte.

    Der Vorgängerbau weltoffen??? Man konnte ebenerdig gar nicht in die Gemeinderäume kommen, die dazu auch z.T noch niedrige Decken hatten. Der Innenhof wirkte wie ein Hinterhof. Vor allem die funktionalen Defizite haben zu dem Neubau geführt und nicht die Tatsache, dass es ein DDR-Bau war.

    Wenn man noch einmal die Bilder von RianMa anschaut, sieht man wohl, dass das Gebäude trotz Kupferdach nicht sehr ansprechend war.

  • Was mich an diesem Neubau stört, ist dieser komische Zick-Zack im Dachgeschoss.

    Ich kann natürlich nur mutmaßen. Aber vielleicht hatten die Architekten die Vorgabe, dass sie das Dachgeschoss nicht als Staffelgeschoss zurücksetzen dürfen, weil bei diesem schmalen Grundriss ein zurückgesetztes Staffelgeschoss (und damit ein Verlust von Geschossfläche) schlichtweg nicht umsetzbar gewesen wäre. Die Folge ist, dass man diesen Verzicht auf ein zurückgesetztes Staffelgeschoss durch diesen gestalterischen Zick-Zack im Dachgeschoss kompensieren wollte, weil dieser Zick-Zack die gleiche verjüngende Wirkung nach oben hin besitzt.