Wilhelmstraße - Plattenbaumoderne vs Neubebauung

  • Gunnar Schupelius hat nachgeforscht wer neuer Eigentümer des Grundstückes am Holocaust-Denkmal ist und ob und was er dort gebaut bauen will.


    Weiterhin scheint hier Patzschke federführend zu sein. Der aktuelle Entwurf basiert im Wesentlichen auf den etwas älteren bereits bekannten::


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    Ich trauere immer noch diesem Entwurf hinterher. Dieser alte Entwurf für das Palais an den Ministergärten war deutlich filigraner. Elegante Fenster. Elegante Gesimse. Die Verzierungen waren dezent, so dass es nicht "too much" gewesen wäre. Anstatt Sandstein wäre es eine weiß gestrichene Fassade gewesen.


    Der aktuelle Entwurf ist deutlich grobschlächtiger.


    By the way: ich beziehe mich hier auf die Baustelle am Holocaust-Denkmal. Ich verstehe auch nicht, warum man die Stränge nicht einfach teilt. Bei jedem Beitrag muss erstmal umständlich geklärt werden, über welches der beiden Bauprojekte überhaupt gesprochen wird.

  • ^ Naja, Patzschke ist für tolle Visus und mittelmäßige Ausführung bekannt. "Weiß gestrichen" heißt bei denen erfahrungsgemäß: Sieht nach Styropor aus. Zudem haben wir hier wieder einmal das Problem des gedrückten 1. OG, was ebenfalls Patzschke-typisch ist.


    Auch ich bin vom im Bau befindlichen Entwurf nicht begeistert, würde ihm aber dennoch eine Chance geben. Bin heute an der Baustelle vorbeigeradelt und finde, die Musterfassade macht mit ihrem kontrastreichen Natursteinmix und der kleinteiligen Struktur einen hochwertigen Eindruck. Vielleicht ist es ja umgekehrt wie bei Patzschke: Mittelmäßige Visu, gute Umsetzung. Warten wir es ab...

  • ^Ich habe bisher bei dir grundsätzlich noch nie verstanden, wie du Styropor von außen erkennen willst, wenn es weiß gestrichen ist. Du musst ja förmlich eine Nase für die Materialdichte einer weißen Wand haben, ansonsten kann ich mir diesen künstlichen Patzschke-Hass nicht erklären.

  • Was die Musterfassade angeht:

    Die schwarze Umrandung des Fensterbereiches irritiert mich. Aus welchem Material besteht diese schwarze Umrandung? Und warum schwarz? Warum sind nicht alle Bereiche in der gelb-bräunlichen Farbe gehalten?


    P.S: Seit das technische Layout hier verändert worden ist, kriege ich es nicht mehr gebacken, einen anderen Beitrag anständig zu zitieren. Eigentlich wollte ich hier ein Bild aus dem Beitrag von ElleDeBe zitieren. Klappt leider nicht. Und diese merkwürdige Verlinkung im Beitrag lässt sich irgendwie auch nicht mehr löschen. Das Handling hier war jedenfalls früher einfacher.

  • Architektur-Fan Die "Umrandung" ist nicht schwarz, sondern grau-grün (könnte Schiefer sein). Gerade dieser Kontrast gefällt mir.


    UrbanFreak Man riecht die miese Verarbeitung dieser Dinger drei Meilen gegen den Wind. Im Zweifel hilft der Klopftest. Dass Deine Nase taub ist für solche Empfindungen, liegt nahe: Du siehst irgendeine Form von Fassadenschmuck und bist hingerissen.

  • Architektur-Fan Die "Umrandung" ist nicht schwarz, sondern grau-grün (könnte Schiefer sein). Gerade dieser Kontrast gefällt mir.

    Solche dunkel umrahmten Fenster finden sich auch bei Plattenbauten am Alexanderplatz. Und genau deswegen gefällt mir das gar nicht. Diese Umrahmung erinnert mich irgendwie an den Block in der Karl-Liebknecht Straße Nr. 15 - Nr. 23.

  • Das "Palais an den Ministergärten" ist wieder gewachsen und dürfte bald die Endhöhe erreicht haben.


    Ich beginne mit dem schärfsten Foto ;)


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    Das Holocaust-Mahnmahl wird nun deutlich besser umfasst. Hier mit Berücksichtigung der nord-westlichen Nachbarbebauung.


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    Da das Licht gestern wenig schmeichelhaft war, wurde mir deutlich, wie bescheiden die Architektur an diesem zentralen Platz ist. Die amerikanische Botschaft ist architektonisch eine einzige Zumutung:


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    Das Nachbargebäude wäre deutlich gelungener, sieht aber erstaunlich vergammelt aus:


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    Und von diesem Gebäude wollen wir gar nicht erst reden. Aber vielleicht bringt eine (offenbar ansetzende?) Renovierung etwas?


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    Das "PanM", gerade weil auch es nicht das ultimative architektonische Highlight, fügt sich also leider gar nicht so schlecht in die Lage. Alle diese Gebäude werden der Bestlage gegenüber dem Tiergarten (danke, DerBe) und neben dem Brandenburger Tor kaum gerecht.


    Alle Bilder von gestern & gemeinfrei & von mir.

  • Tiergarten😜


    Ansonsten gebe ich dir Recht. Am Gehry-Bau scheint es immer wieder zu Durchfeuchtungen zu kommen. So oft wie da Gerüste aufgebaut werden. Den Behnisch daneben merkt man an, dass er nachträglich geplant und gebaut wurde. Also nachträglich der Akademie der Künste.

  • Ich befürchte ein ähnliches Ergebnis bei dem geplanten Gehry Bau am Alex. Die Visualisierung sieht, glaube ich, ähnliches Material vor. Ich finde Gehry und Steinfassade das geht nicht gut zusammen. Die Metallfassaden sind viel eleganter und irgendwie haltbarer...

  • Neubau > Palais am Brandenburger Tor < Cora-Berliner Straße Ecke Hannah-Arendt Straße in 10117 Mitte



    Neubau Cora - Berliner Straße by Kleist Berlin, auf Flickr



    Neubau Cora - Berliner Straße by Kleist Berlin, auf Flickr



    Neubau Cora - Berliner Straße by Kleist Berlin, auf Flickr



    Neubau Cora - Berliner Straße by Kleist Berlin, auf Flickr



    Neubau Cora - Berliner Straße by Kleist Berlin, auf Flickr


    Arbeitsgemeinschaft Baugrube Wilhelmstraße


    Keine Ahnung was dort gebaut , oder ob dort Stadthistorie ausgegraben wird.



    Wilhelmstraße Ecke Französische Straße by Kleist Berlin, auf Flickr



    Wilhelmstraße Ecke Französische Straße by Kleist Berlin, auf Flickr


  • Das ist schon ein ziemlicher Klopper der den umstehenden Grossplatten in nichts nachsteht. Leider ist hier Christoph Langhof mit seinem sehr viel filigraneren Entwurf nicht zur Realisierung gekommen.

  • ^

    Naja, mir war der aufgrund der vielen Schnörkel in der Fassadengestaltung und Farbgebung ein bisschen zu überkandidelt. Und am Ende wirkt dann auch so ein verspielter Entwurf in den Ausmaßen überdimensioniert. Besser wären 3 - 4 einzeln gestaltete Fassaden.

  • Es wundert mich, dass das Projekt weder auf der Seite der Muc Re, noch auf der Seite von Fuchshuber Architekten zu finden ist. Es gibt nach meinem Verständnis auch keine Projekt homepage und die letzte, bekannte Visualisierung weist die dunkeln Fensterumrandungen nicht auf und scheint auch sonst veraltet. Für ein so zentrales Projekt in der deutschen Hauptstadt ist die schwere Auffindbarkeit ungewöhnlich. Weiß hier jemand mehr? Hat sich der Name, Architekt, Investor erneut geändert?

  • Jetzt mal ganz im Ernst, soll jetzt eigtl. jedes(?!?!?) DDR-Gebäude in Berlin unter Denkmalschutz gestellt werden? Erst erhalten sie -gegen alle Pläne- den ganzen Mief am Alex, dann sollen die grobschlächtigen Fischerinselplatten für alle Zeiten zementiert werden, dann wollen sie die gesamte KMA schützen lassen, selbst die absurdesten Abschnitte zum Alex hin und jetzt dieser Schwachsinn?! Dann Ist die DDR also so etwas wie die Blühte der Menschheitsgeschichte gewesen oder wie? Der Zenit der Architekturentwicklung? Hab ich irgendwas verpasst?! :doof:


    Das hat mit Stadtentwicklung mittlerweile überhaupt nichts mehr zu tun, was in Berlin läuft. Hier geht es um etwas völlig anderes. :Nieder:


    [x] Nicht mit meiner Stimme

  • ^ Das hat die Bezirksversammlung mit den Stimmen der CDU beschlossen. Und tun Sie nicht so, als würde Sie das überraschen, der Beschluss stammt m.W. von 2016. Damals gab es hier eine ausführliche Debatte. Weil ich keinen Bock habe, alles zu wiederholen – hier ist meine Einschätzung von damals (inkl. Kompromissvorschlag). Hat sich nichts dran geändert.

  • Einem Abriss steh ich, obwohl ich die WB70 Plattenbauten dort nicht gerade architektonisch wertvoll finde, im Hinblick auf die Geschichte der Bauten eher kritisch gegenüber. War es doch ein später Versuch der DDR, das Todesstreifengelände zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz städtebaulich aufzuwerten. Das von Stingl ursprünglich geplante, offene Gesamtensemble wurde allerdings nie vollendet, in den letzten Jahren fielen zudem ein paar Gebäude der Abrissbirne zum Opfer. Das "Palais am Brandenburger Tor" wird die Platten von Westen her verdecken. "The Wilhelm" - sollte es jemals vollendet werden - wird die gegenüberliegende Platte recht schnell alt, billig und deplatziert erscheinen lassen. Was diese paar Luxusplatten benötigen, ist allerdings keine Konservierung des Status Quo, sondern eine grundlegende Sanierung, Modernisierung und Aufwertung. Steht man in der "Mall of Berlin" oben auf der Verbindungsbrücke zwischen beiden Mall-Bereichen bietet sich einem in Richtung der Plattenbauten ein durchaus reizvoller Ausblick, kommen sie eigentlich ganz gut rüber. Übrigens gibt es eine ganz interessante Website zum Thema: https://www.berlin-wilhelmstrasse.de/ddr-plattenbauten/