Dom-Römer-Areal: Bau-Thread

  • ^wenn dieser ganze enorme Aufwand nicht für die Authentizität der Rekonstruktionen spricht, dann weiss ich nicht was tunnelklick und Co. hier noch fehlt (paar Jahrhunderte hin oder her sind nur aus der sehr kleinen Menschenperspektive ein nennenswerter Zeitraum, siehe auch dieses Stück Eiche, erdgeschichtlich ist es so, als hätten die ersten Erbauer der Goldenen Waage nur gerade eine kurze Pause eingelegt...).


    Meine Nachbarn aus Frankfurt im Seniorenalter verfolgen übrigens über meinen PC (sie haben selbst keinen) ab und zu den Baufortschritt mit, der hier im Forum dokumentiert ist, ihr erweist ihnen eine echte Freude, wenn ihr möglichst viel zum Fortschritt sagt und möglichst viele Fotos postet. Angesichts dessen, was diese nun für zurückkehrende Kindheitserinnerungen haben, beide sind in der Altstadt Frankfurts aufgewachsen und sie erzählten, als wäre die Altstadt nie zerstört worden Anekdoten die sie mit einzelnen Gebäuden, die nun rekonstruiert werden, verbinden. Und sie freuen, sich schon sehr darauf und können es kaum erwarten, das Areal nach Fertigstellung zu besuchen und somit auch ein bischen mit dem damaligen Verlust ihrer Heimat abschließen zu können (sie waren bei Kriegsende selbst Kinder, keine Täter, also selbst nur Opfer des Krieges). Dafür, was sonst so in Frankfurt gebaut wird, interessieren sie sich schon auch, aber nichts ruft bei ihnen solche Emotionen hervor, wie das Dom-Römer-Areal. Somit kann ich nur sagen: ja tunnelklick, Authentizitätsprüfung bestanden.

  • @Pumpernickel: Woher weisst du das? Herr Gunthersdorf spricht sogar von einer Mauer, die sie dort extra erstellt hätten. Das ist deine Interpretation. Ich finde das Dom Römer Areal sehr gelungen. Die Idee mit dem Bezug auf die karolingische Stadtmauer, die ich zuvor für eine einfache Brandschutzwand hielt, finde ich Klasse. Noch besser hätte mir eine authetischere Verblendung ohne pseudogemauerte Fenster gefallen.

  • Eckständer

    Nur ein kleines Detail am Rande: Schade das man den Eckständer der Goldenen Waage aus Vollmaterial hergestellt hat.Im Original war er zweiteilig und die Schnitzwerk-Schauseite aufgesteckt.Das hatte im Sanierungsfall den Vorteil,das Bauteil problemlos austauschen zu können,da er in der wetterseite nach Norden liegt.Ich hatte früher hier mal ein Foto des Orginals hier gepostet,da konnte man das schön sehen.Eine Sanierung werden wir und die Generationen nach uns natürlich nicht mehr erleben.Aber so ists auch klasse.;)


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    Mod-Service: Der erwähnte Beitrag #393 mit verlinktem Foto des Originals.

  • ^^^ Mir fehlt gar nichts, aber die Attribute echt und unecht sind an dieser Stelle eher irreführend. Eine Betonmauer mit Bruchsteinverblendung ist genauso echt wie eine Bruchsteinmauer mit Fachwerkbesatz.

  • Richtfest am 17. September

    Am Samstag, 17. September, will die Stadt ein "großes Richtfest" feiern. Mit Beteiligung der Öffentlichkeit, wenn ich die entsprechende Meldung in der heutigen Print-FAZ richtig verstanden habe. Um Einblicke möglich zu machen, soll ein Teil des Krönungswegs in Richtung Hühnermarkt geöffnet werden. Bis dahin soll der Krönungsweg auf sein historisches Niveau abgesenkt sein. Derzeit laufen die Bauarbeiten dafür. Als Zeitraum für die Eröffnung der fertigen Altstadt wird nun das erste Halbjahr 2018 genannt.


    Edit: Verschoben auf Samstag, 15. Oktober 2016 (mehr).

  • Obige Meldung ^ passt zum Blick von oben auf die fast vollständige Dachlandschaft. Die Dächer sind unterschiedlich weit fortgeschritten, die Zimmermänner und Dachdecker sind zahlreich vor Ort und hämmern was das Zeug hält. Die unterschiedlich geformten und unterschiedlich großen Satteldächer im gesamten Bereich zwischen Dom und Römer lassen ein Altstadtgefühl entstehen, lediglich das Dach des Frankfurter Kunstvereins neben dem Steinernen Haus und die Schirn Kunsthalle passen nicht dazu.


    Überblick:



    Details:







  • Was wird denn in den schmalen, rechteckigen Scharten auf dem ersten Bild in Beggis Beitrag #669 gezimmmert? Sind das Kellerräume unter der zukünftigen Straße Markt? Konnte mir auch bei der Livebeschauung keinen Reim drauf machen. Ansonsten arbeitet man sich derzeit am Sockel/Übergang Markt/Schirnplateau ab.
    Die Rolltreppen von der C- in die B-Ebene sind fertig zur Inbetriebnahme, von der B-Ebene zur Straße hat man sie in dicke Bretter gepackt. Vermutlich bis die Bauarbeiten an Wand und Decke fertig sind.

  • ^das ist das Tragwerk für die Straße "Krönungsweg". Die muss ja auch ein bisschen was an Gewicht aufnehmen können; etwa Feuerwehren, Krane etc.

  • Krönungsweg + Braubachstraße

    Der Blick auf den Krönungsweg Nordseite erhöht bei mir die Spannung endlich das Endresultat zu sehen



    Vergrößern KLICK


    in der Braubachstraße hat die Nr.29 an der Front die Endhöhe erreicht, man arbeitet am Dachbereich.
    Habe ich irgendwo etwas nicht mitbekommen, das die Front der Nr. 29 + 27 anders gestaltet wird? (sollte doch mal so aussehen)



    die Südseite der Braubachstraße hat jetzt wieder eine geschlossene Front (ok, noch im Rohbau)


  • Vielen Dank für die zahlreichen Updates in den letzten Tagen.


    Die Entwurfsansichten auf der Dom-Römer-Website sind überwiegend überholt, die für die Braubachstraße 27 auch. Eine aktuellere Planung findet sich oben in #550. Es macht aber den Anschein, als sei man auch davon abgewichen. Das zurückversetzte Geschoss hinter der Balustrade entspricht nochmals mehr dem Gebäude von 1911. Dann wird es wohl am ehesten einmal so aussehen (was durch diese Ansicht bestätigt wird):



    Bild: Bernd Albers Gesellschaft von Architekten

  • Yepp, ist einiges geändert worden und auch nochmals bei Details, die in den letzten Projektionen noch nicht gezeigt worden sind. Insgesamt hat man wohl die Liebe zum Detail entdeckt.


    Thomasfra: bei deinem Krönungswegfoto sieht man ganz schön, dass eine zweite Steinhaut hochgezogen wird, die dann auch die Sandsteingesimse trägt. Außerdem haben die Gauben auch ihre Betonaussenschale bekommen, die dann auch gleichzeitig das Erscheinungsbild manifestieren. Ich finde nicht schlecht, weil man sich auch Mühe gegeben hat, nicht nur einfach eine ebene Scheibe vor die Gaube zu stellen.

  • Ein Bekannter von mir hat mir diese beiden Bilder zugeschickt, ich solle diese hier gerne veröffentlichen, die Goldene Waage erhält demnach Ihren Dachstuhl:




    Und noch ein etwas anderer Blickwinkel:


  • Zur Zeit wird der Markt, auch als Krönungsweg bekannt, auf das frühere Niveau abgesenkt. Auch in Bau ist das neue Schirn-Plateau:



    Vom (wiedereröffneten) Schirn-Café kann man die Markt-Nordzeile bis zum Hühnermarkt nun gut sehen, allerdings ist immer eine Glasscheibe dazwischen. Die Häuserzeile soll einmal so aussehen. Von links nach rechts: Angeschnitten Markt 32 (früher: "Goldene Schachtel"), darauf folgt Markt 30 ("Altes Kaufhaus"). Rechts daneben Markt 28 ("Würzgarten") sowie das Eckhaus zum Hühnermarkt Markt 26 ("Schlegel"), beides sind Rekonstruktionen.



    Nordseite Hühnermarkt, die Kalksandstein-Mauer rechts im Bild wird wohl einmal zur Rekonstruktion Markt 15 ("Neues Rotes Haus") gehören:



    Von links nach rechts: Angeschnitten Markt 40 (früher "Zu den drei Römern"), Markt 38 ("Stadt Mailand"), daneben Markt 36 ("Goldenes Haupt"). In die Lücke kommt noch Markt 34 ("Alter Burggraf"), wahrscheinlich dauert es hier länger, weil in dieses Haus unter anderem der Aufzug zur U-Bahn integriert wird. Ganz rechts angeschnitten wieder Markt 32 ("Goldene Schachtel"):



    Bilder: Schmittchen

  • Braubachstraße 29

    Das Gebäude erhält nun doch Ornamente am Giebel (was nicht immer in dieser Form geplant war). Hergestellt werden die Betonteile in Bad Kissingen, vom Bauunternehmen Anton Schick. Im Herbst werden sie nach Frankfurt gebracht und an den vorgesehenen Platz montiert, schrieb die FR in der letzten Woche.


    Aus der Artikel ergibt sich auch, dass das westlich anschließende Bestandsgebäude Braubachstraße 33, bisher in gelb und rot gehalten (Foto), wieder die historische Farbe erhalten soll. Die Rede ist dabei von einem "warmen Grau". Das ist eine gute Nachricht, noch wesentlich besser wäre auch die Wiederherstellung des Dachs in historischer Gestalt.


    Einige Fassadenelemente für die Braubachstraße 29 sind schon fertig. Das mit dem Schriftzug "Zum Glauburger Hof" ist einen Meter hoch und 9,50 Meter lang, die Buchstaben sind 60 cm hoch.



    Dieses Foto zeigt wohl, wie die Form beziehungsweise Schalung für den Guss eines Ornaments vorbereitet wird:



    Das Bauteil mit dem sechs Meter langen Schriftzug. Den gab es beim ursprünglichen Gebäude von 1913/1914 auch, allerdings lautete er dort "Das Alte stürzt und neues Leben blüht aus den Ruinen", ein abgewandeltes Zitat aus Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell (das ursprünglich lautet "Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen"). Die Dresdner Architekten des Neubaus haben es nochmals abgewandelt - vermutlich eine Anspielung auf das abgerissene Technische Rathaus.



    Bilder: Bauunternehmen Anton Schick / Dom Römer GmbH


    Das dürfte nun endlich der finale Entwurf für die Braubachstraße 29 sein:



    Bild: Knerer und Lang Architekten / Dom Römer GmbH


    Nachtrag: Für das verschobene Richtfest mit Beteiligung der Öffentlichkeit gibt es nun einen neuen Termin (=31128927"]Q). Dieser ist am Samstag, den 15. Oktober 2016.

  • Wer erinnert sich noch an den Werbeslogan für Beton? "Es kommt drauf an, was man daraus macht" - ein Spruch der leider unfassbar oft nach hinten losgeht.


    Das hier ist ein großartiges Beispiel, dass der Baustoff nichts dafür kann, was ihm angetan wird. Vor allem der Vergleich zum Technischen Rathaus, als Zitat in Beton gegossen... ich bin schwer begeistert!

  • Eine Betonfassade hatte der Originalbau übrigens auch (und Braubachstraße 33 immernoch). Dem Wunsch nach originalgetreuer Wiederherstellung von Letzterem kann man sich nur anschließen.

  • Weitere Bilder gab es letzte Woche in der FNP (hier und dort).
    Laut einem Artikel in der Printausgabe des Darmstädter Echo (nicht online?) hörte der OB bei der Besichtigungstour ganz genau hin, denn


    Er will ja keinen Unsinn erzählen, wenn er demnächst Bürger und Gäste der Stadt über das ehrgeizige Bauprojekt informiert: Am 15. Oktober, beim Richtfest der 200-Millionen-Baustelle, wird Feldmannn selbst "den Fremdenführer spielen". Erstmals darf die Öffentlichkeit einen Blick auf die "neue Altstadt" werfen. Der OB wird einiges zu erläutern haben.


    Die zweite Bilderstrecke in der FNP hat auch wieder "interessante" Bildunterschriften (z.B. Bild 8). Noch interessanter ist allerdings das (bisher nicht gesehene) Bild eines schmiedeeisernen Gitters für die Goldene Waage (Bild 11). Die Fratzen an dem Ladengitter sollen das Böse vom Gebäude fernhalten.


    Auch auf der Website der DomRömer GmbH sind neue Fotos zum "Projektfortschritt August 2016" zu sehen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Baufrosch () aus folgendem Grund: Link zu DomRömer ergänzt

  • Goldene Waage

    Das Prachtfachwerkhaus zur Goldenen Waage hat nicht nur in den letzten Tagen sein Dach samt Schmuckgiebel und verziertem Dacherker bekommen, sondern grad eben auch seine achteckige Turmhaube.
    Das Fachwerk ist auch bereits größtenteils mit Lehmziegeln ausgemauert.


    Dort, wo die Wetterplane beiseite gerutscht ist, kann man das Schnitzwerk an vielen Stellen schon bewundern. Sehr prächtig.

  • ^ Vom Bodenniveau ist nicht viel von den Perlen auszumachen, die RYAN-FRA erwähnt:



    Immerhin liegen das ausgemauerte Fachwerk und das Schnitzwerk an einer Ecke frei:



    Offensichtlich ist aber schon, dass die Goldene Waage prächtig wird und aufgrund der Einfassung durch das Stadthaus und das Haus am Dom sehr gut zur Geltung kommen wird. Auch die Wirkung der nordwestlichen Marktzeile entfaltet sich trotz der vielen Gerüste und noch unvollendeter Fassaden bereits:



    Bilder: epizentrum