Beiträge von Beggi

    KARSTADT


    Das größte Gebäude im MTZ, das Karstadt-Warenhaus, wird abgerissen. Die Abbrucharbeiten sind bereits voll im Gange. Der Karstadt-Gesamtkomplex erstreckt sich vom Fußgängerbereich durch die gesamte Anlage bis an die Zubringerstraße für die Parkplätze. Es besteht aus dem zweigeschossigen Warenhaus und einem sechsgeschossigen Bürogebäude. Die freiwerdende Fläche beträgt nach meiner Schätzung ca. 9000 m², das ist gewaltig viel.


    Nach einem Bericht der FNP arbeitet der Betreiber des Einkaufszentrums ECE an einer Weiterentwicklung und investiert. Es soll ein neues "Zentrum im Zentrum" mit viel Aufenthaltsqualität entstehen. Gastronomische Betriebe werden demnach eine Rolle spielen.


    Das alte Karstadt-Warenhaus grenzt an den zentralsten Platz im MTZ. Die wellenförmigen Überdachungen ragen teilweise über das Warenhaus.


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    Vom Fußgängerbereich aus ist KARSTADT schon nicht mehr zu sehen.


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    Durch die enge Verwobenheit mit dem Gesamtkomplex ergeben sich an manchen Stellen Problemzonen (Karstadt links).


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    Bürogebäude und Verkaufshallen (links):


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    Zwei Abrissbagger sind schon aktiv, weitere warten bereits auf dem Gelände auf ihren Einsatz.


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    Fotos: Beggi

    Es tut sich was! Von allen Seiten rollen mit Sand beladene LKW an und kippen ihre Ladung unter die Brücke. Fast sieht es so aus, als solle der Sand bis unter die Fahrbahnkante aufgefüllt werden. :)


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    Fotos: Beggi

    Seit meinem letzten Besuch vor ca. einem halben Jahr hat sich auf dem großen Areal nichts mehr verändert. Es sind keine Baumaschinen, keine Arbeiter und keine Container zu sehen. Vorerst wird es wohl bei der bereits existierenden Tennishalle bleiben. Bis es so wie auf der Visualisierung am Bauzaun aussieht, dürfte noch ein Weilchen vergehen.


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    Foto: Beggi

    Das Deutsche Romantik-Museum hat seit fünf Wochen geöffnet und ich habe heute zum ersten Mal die Ausstellungen besucht. Geboten bekommt man für 10 € Eintritt eine interessante Mischung aus gelungener Innenarchitektur, literarischen Werken, (sogar) Physik, Kunstwerken (Gemälden), reizvolle Höfe und einen im Preis enthaltenen Zutritt zum Goethehaus. Wert wurde auf viele Kleinigkeiten gelegt, die man nicht sofort sieht bzw. versteht und erst erkunden muss.


    Nach dem Betreten durch den Haupteingang (Großer Hirschgraben) findet man sich in der großen Eingangshalle mit Kassen und Souveniershop wieder. Bücher spielen im gesamten Museum eine große Rolle, auch hinter den Kassen.


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    Danach gelangt man über eine kurze Treppe zum ersten Rätsel. Was ist das?


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    Richtig gewusst, es sind Nachtigalleneier! Aber warum werden die hier ausgestellt? Weil die Nachtigall mit ihrem Gesang die Menschen der Romantik begeisterte, sie fand in der romantischen Literatur häufig einen Platz.


    Und dann steht man vor ihr, vor der in diesem Strang schon zahreich erwähnten "Himmelstreppe". Sie führt direkt in den Himmel, wie man sieht. Die sichtbare Tiefenverkürzung hat u.a. den Grund, dass die Treppe auch tatsächlich immer schmaler wird.


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    Von dieser "Himmelstreppe" aus gelangen die Besucher in die drei Obergeschosse mit unterschiedlichen Ausstellungen.


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    In der Goethe Galerie sind sehr viele Gemälde zu sehen, u.a. dieses hier, was wir eigentlich aus einem anderen Museum (Städel) kennen:


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    Das zweite OG ist etwas für Leute, die gern lesen. Sehr interessant, aber nach einer gewissen Zeit habe ich aufgegeben, so viele Texte zu verarbeiten.


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    Vom zweiten OG aus gelangt man normalerweise auch in den "blauen Erker". Leider war dieser schon gesperrt, sogar hier gibt es Vandalismus, einige blaue Scheiben waren schon kaputt.


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    Von der Innenseite aus betrachtet ergibt sich eine hervorragende Farbwirkung des Erkers.


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    Im dritten Obergeschoss fühlen sich sicherlich die Freunde romantischer Malerei wohl. U.a. sind drei Gemälde von Caspar David Friedrich ausgestellt, der so fein malen konnte, dass man fast eine Lupe benötigt. Zwei davon:


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    Im dritten OG fällt eine schwarze Fensterscheibe auf, die ein kleines Guckloch hat. Beim Hindurchsehen sind drei reale Türme erkennbar.


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    Auf der Rückseite des Museumsneubaus befinden sich reizvolle Höfe.


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    Einfach romantisch!


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    Nach so viel Schwärmerei fällt es fast schwer, auch Negatives zu nennen. Aber in der Eingangshalle bröckeln nach fünf Wochen Besuchernutzung schon großflächig die Fugen zwischen den Bodenplatten aus unterschiedlichen Materialien. Das ist keine Wertarbeit!


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    Fotos: Beggi

    ^ Ja, es wäre gut, wenn dieser unästhetisch wirkende Straßenzug eine Aufwertung erhalten würde. Was auf den obigen Visualisierungen der Planungen von Stefan Forster Architekten zu sehen ist, kommt diesem Anspruch nahe. Insbesondere die Gliederung mit den zurückgesetzten Gebäudeteilen und die Fassadengestaltung mit Klinker erzeugen einen wohlgefallenden Eindruck. In diesem Zusammenhang interessant finde ich den rechten Gebäudeteil, der anscheinend höhenmäßig und farblich eine vermittelnde Rolle beim Übergang zum benachbarten Hochhaus spielen soll. Die grünen Sonnenschirme deuten an, dass auch gastronomische Betriebe vorgesehen sind, das wird den Ort zusätzlich aufwerten. Die entfallenden Parkplätze im Garagenhof werden sicherlich durch neue ersetzt, ganz links ist vermutlich eine Tiefgarageneinfahrt zu erkennen.


    Tolles Projekt, erhält meinen Zuspruch!

    Sprach und Kulturwissenschaften

    Äußerlich ist der Gebäudekomplex fertig und innen glaube ich schon einige Einrichtungsgegenstände erkannt zu haben. Der Neubau fügt sich sehr harmonisch in den Campus Westend ein, man sieht, dass hier alles zusammengehört.


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    Und auch im Zusammenwirken mit dem 90 Jahre alten IG-Farben-Gebäude lassen sich keine optischen Unstimmigkeiten entdecken.


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    Fotos: Beggi

    ^ Ja, das ist eine Verbesserung um 200%. Da an dieser Stelle der Mainzer Landstraße direkte Sonneneinstrahlung durch die gegenüberliegenden Hochhäuser eher eine Seltenheit ist, war die ursprünglich geplante braune Fassade eher düster wirkend. Der neue Entwurf wirkt freundlich, die Glasfassade wird den Himmel samt Wolken spiegeln. Die organische Formgebung ist sehr ausgefallen und gelungen, der neue Name "Canyon ..." passt gut. Außerdem hat sich die Gebäudehöhe anscheinend von 13 auf 14 Obergeschosse erhöht, was dem Gesamteindruck zuträglich ist. Sogar die hängenden Begrünungen wirken gut, wenn sie als dekorierendes Element gesehen werden. Die Luftqualität von Frankfurt wird sich freilich dadurch vermutlich kaum verändern.

    ^ Die Boden-Aushubarbeiten sind weit fortgeschritten und durch die Abraumgrube und den ehemaligen Startschacht verlaufend deutet sich schon so etwas wie eine Rampe an. Die westliche Wand der Abraumgrube wurde anscheinend eingerissen, die Reste sind im ersten Foto im Vordergrund erkennbar. Immerhin können schon schwere Baumaschinen abwärts Richtung Tunnel fahren, wie auf dem zweiten und dritten Foto zu erkennen ist.


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    Fotos: Beggi

    Vorhin habe ich noch mal bei der Baustelle vorbeigeschaut. Es waren wieder keine Arbeiter da, vermutlich weil Samstag ist.


    Am verrutschten Pfeiler sind Bohrlöcher zu erkennen und ein Teil des kürzlich aufgetragenen Spritzbetons wurde im Bodenbereich wieder entfernt. Vermutlich würde der Pfeiler bei der Sprengung andernfalls nicht kippen und als "schiefer Turm von Wiesbaden" stehen bleiben. Gesprengt wird die Brücke übrigens von Reisch Sprengtechnik GmbH, das ist das Unternehmen, welches u.a. auch den AFE-Turm in Frankfurt gesprengt hat.


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    Fotos: Beggi

    "Der große Knall steht kurz bevor" ...

    ... titelt die Frankfurter Allgemeine und zeigt auch jede Menge Fotos von den derzeitigen Arbeiten. In den Brückenpfeilern sind tatsächlich schon zahlreiche Bohrlöcher für die Sprengstoffaufnahme vorhanden und es wurden schon einige Betonteile herausgeschnitten. Unter der Brücke werden große Mengen Sand und Erde zum Schutz von wichtigen Einrichtungen aufgeschüttet. Schutzgerüste und Einhausungen werden aufgestellt. Der Sprengtermin könnte an einem Samstagnachmittag Anfang November liegen.


    Die Untersuchungen von Gutachtern haben inzwischen auch den Grund für das Kippen eines Brückenpfeilers ergeben: Die große Hitze in diesem Jahr und Temperaturschwankungen haben den Zusammenbruch eines Rollenlagers bewirkt (lustig).