BER Sonstiges

  • Zur Wahrheit gehört eben auch, dass die Lufthansa bei den Innerdeutschen Flügen teilweise fast ein Monopol besitzt, damit u.a. gerne Zubringerflüge macht und dazu eben ihre bestehende Infrastruktur am liebsten immer weiter wachsen lässt und entsprechend weiter ausbaut. Dass hier kein Zusammenhang zur zögerlichen Vergabe von Landerechten besteht (und dann entsprechenden Darstellungen nur halbherzig widerlegt werden), halte ich daher nicht für plausibel


    Wenn es noch stimmt, was Artec zur Rentabilität innerdeutscher Flüge berichtet, ist es ja kein Wunder, dass es außer LH niemanden gibt, der so was anbietet. Dafür braucht man anscheinend mit den profitablen Langstrecken eine interne Quersubventionierung, die natürlich LH leichter leisten kann; du nennst es halt Monopol, auch gut, Dass LH gegenüber dem Verkehrsminister oder auf EU-Ebene für diese ihre Interessen eintritt, ist aus Sicht des Unternehmens m.E. völlig ok. Sie wären ziemlich beknackt, wenn sie das nicht täten, wer sonst würde es tun? Emirates, AirFranceKLM, BA und alle anderen sind auch nur ihrem eigenen Interesse verpflichtet, ohne sich um Berlin oder sonst wen zu kümmern.


    Die Vergabe von Landerechten ist nicht zögerlich. Wie das Beispiel Katar zeigt, sind Landesrechte das Ergebnis eines wechselseitigen Gebens und Nehmens; und wie wir gelesen haben, hängt es im Fall VAE/Emirates am Geben. Offensichtlich waren Direktverbindungen nach Berlin den Scheichs in Dubai nicht so wichtig, dass sie dafür z.B. die Beteiligung von EU-Staatsbürgern und -firmen an ihren Airlines zulassen würden oder EU-Standards bei den Passagierrechten, Entschädigungsregeln und weiß nicht was akzeptieren wollten. Auch gut, aber dann gibts eben keine Landerechte in Berlin. Soll man für - ich hätte fast geschrieben: das arme - Berlin das völkerrechtliche Prinzip der Gegenseitigkeit opfern? Sollte man nicht, finde ich, will sagen, es hängt eben mehr dran als ein paar ersparte Umstiege in FRA oder MUC.

  • Bis auf die angekündigte Route Berlin-Washington von United sowie die Verbindungen der neuen Airline Norse nach LA und NY gab es alle anderen derzeit bekannten Verbindungen bereits vor Covid.

    Das gilt übrigens auch für die in wenigen Tagen hinzukommende/i.e. zurückkehrende Verbindung Berlin-Peking.


    Insgesamt gibt es dann kurzfristig bald 2 Langstrecken in die USA (evtl. mittelfristig 3, je nachdem ob Washington wie angekündigt kommt). Dabei wird NY sogar täglich und doppelt bedient und LA erstmals wieder seit 2017 sowie immerhin 3 mal pro Woche. In umgekehrter Richtung gibt es je eine Direktverbindung nach Singapur, eine nach Peking sowie noch eine nach Doha, wenn man das mit knapp 6 Stunden als echte Langstrecke zählt. Vietnam wäre mE eine gerade für die vietnamesisch-stämmige Community sehr erfreuliche zusätzliche Verbindung. Übrigens steht in dem von Dir verlinkten Artikel, dass die erst seit Februar in Europa operierende Bamboo nach Frankfurt-Hanoi und London-Hanoi so bald wie möglich eine zweite Strecke nach Frankfurt aufnimmt und dazu "direkte Flüge nach Berlin und München prüft/studiert" (also im Plural). Ebenfalls wird ausgeführt, wie die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Vietnam und England durch Direktverbindungen profitieren.


    tunnelklick Genau das hat sich ja durch das Quasi-Monopol ein Stück weit geändert: Die Lufthansa hat einige Verbindungen weitgehend für sich und wo immer möglich, die Preise entsprechend angezogen. Wo sie auf Konkurrenzangebote trifft, betreibt sie teilweise umgekehrt Dumping, um diese möglichst klein zu halten/ ggf. loszuwerden. So wird es zumindest in diversen Quellen berichtet. Mir persönlich fehlt da natürlich die genaue Übersicht in mögliche Margen/Quersubventionierungen. Dass Langstrecken besonders profitabel sind, ist dagegen wohl relativ sicher. Vor allem bringen sie oft positive Begleiteffekte.


    @all: Übrigens stieß ich jetzt beim Recherchieren auf einen ganz interessanten Artikel der FAZ (Neue Langstreckenflüge: Fernweh stillen ab Berlin) - leider zu einem großen Teil hinter einer Paywall. In der Einleitung steht sinngemäß drin, dass die Billigflieger evtl. auf der Langstrecke eine Renaissance erleben könnten. Das sei eine lukrative Nische. NORSE habe neben Oslo und London/Gatwick nun eine dritte Basis in Berlin. Schade, dass man bei der FAZ nicht nur für einzelne Artikel zahlen kann. Vielleicht wären noch spannende weitere Entwicklungen beschrieben worden. Scheint danach auch u.a. noch um Scoot zu gehen, die ja als Billig-Airline aus Singapur eine Langstrecke nach Berlin anbieten. Aber man scheint da ja womöglich noch mehr Potential zu sehen.


    Und laut diesem Artikel kehrt im Mai 2023 nicht nur voraussichtlich Delta Airlines zurück und bedient als dann dritte Airline Berlin-NY (ebenso wie NORSE am JFK-Airport, während Delta Newark nutzt): Ebenfalls im Mai 2023 plant United wohl tatsächlich die Aufnahme von Flügen nach Washington, während Doha schon ab kommenden September bis zu 2x täglich angeflogen werden soll. Das sollte dann mW langstreckentechnisch wieder etwa auf dem Level von vor der Pandemie liegen. Von (in jüngerer Vergangenheit) einstmals ab Berlin angebotenen Strecken fehlen da mE nur noch Toronto/Kanada und Miami/USA.

  • ^ Genau. Bamboo existiert übrigens bereits seit 2017 hat aber den Betrieb erst 2019 aufgenommen. Frankfurt wird seit Februar angesteuert: FRA heißt neue Airline im Linienverkehr willkommen: Erstflug der Bamboo Airways nach Hanoi
    Meine Vermutung ist, dass sie sich zu gegebener Zeit entweder für München oder Berlin entscheiden werden und für eine weitere Expansion noch bestellte Langstreckenflugzeuge benötigen, da aktuell erst drei 787 eingeflottet wurden.


    Es bleibt auf jeden Fall spannend und ich denke, dass Berlin mittelfristig noch die ein oder andere neue Langstreckendestination dazugewinnen wird.

  • [...] Offensichtlich waren Direktverbindungen nach Berlin den Scheichs in Dubai nicht so wichtig, dass sie dafür z.B. die Beteiligung von EU-Staatsbürgern und -firmen an ihren Airlines zulassen würden oder EU-Standards bei den Passagierrechten, Entschädigungsregeln und weiß nicht was akzeptieren wollten. Auch gut, aber dann gibts eben keine Landerechte in Berlin. [...]


    Emirates möchte gerne nach Berlin (und Stuttgart) fliegen und dürfte es auch, müsste dafür allerdings eines der vier anderen deutschen Ziele (Frankfurt, München, Düsseldorf oder Hamburg) aufgeben. So ist es im Luftverkehrsabkommen zwischen den VAE und Deutschland geregelt (Q). Offensichtlich sieht Emirates in Berlin also nicht so viel Potential wie an den anderen Standorten.

  • NORSE bringt auch Direktverbindung nach Florida zurück - künftig wichtigster Langstrecken-Anbieter am BER

    Die Karte mit den Reisezielen dürfte nun nach und nach doch auch mal etwas spannender bezüglich Langstrecken werden:

    Nur kurz nachdem Hainan Peking zurück ins Programm aufnahm, startete heute NORSE erstmals nach LA (beides noch nicht eingetragen). Außerdem kündigte man bei NORSE nun an, dass ab Dezember tatsächlich auch Fort Lauderdale in Florida angeflogen wird. Im Mai fliegt United Airlines dann ja außerdem auch nach Washington D.C. (dann erstmals seit 2001!). Damit gibt es dann also voraussichtlich 3 Direktverbindungen an die US-Ostküste (NYC, Florida und Washington D.C.) sowie eine an die Westküste (LA). Richtung Osten gibt es bislang nur Peking und Singapur sowie natürlich Doha. Also sind es aktuell in Summe 5 Direktverbindungen und bis kommenden Mai dann "schon" 7.

    BZ zur gerade angelaufenen Direktverbindung nach LA

    Tagesspiegel zum neuen Direktflug nach Florida

  • Damit gibt es dann also voraussichtlich 3 Direktverbindungen an die US-Ostküste (NYC, Florida und Washington D.C.)

    Sind streng genommen sogar fünf Verbindungen. United nach Newark und Washington, Norse nach JFK und Fort Lauderdale sowie ab Mai auch Delta nach JFK.

  • ^ & ^^ - die Verbindung nach FLL nutzt allerdings die aufgrund der JFK-Frequenzreduzierung im Winterflugplan freiwerdende Maschine, es ist also davon auszugehen, dass der Flug saisonal nur im Winter stattfindet (was generell bei Flügen nach Florida ja öfter der Fall ist).

  • Wenn man mal etwas zu einem Thema recherchiert hat, bekommt man ja bekanntlich oft weitere Meldungen angeboten. In dem Fall fand ich es ehrlich gesagt schon ziemlich interessant und will mal so eine Art kleine Presseschau zusammen tragen:

    - Die Berliner Innen-Sicht (hier zugespitzt á la Springer): Der BER sei durch die wenigen Langstrecken im Prinzip ein (besserer) Provinzflughafen.

    - Dagegen hatte die FAZ kürzlich ja schon einmal mit Interesse auf die Entwicklung geblickt und angedeutet, dass der BER womöglich mit der Nische der "Billig-"Langstrecken eine Renaissance der Low-Budget-Angebote einläuten könne.

    - In Hamburg heißt es inzwischen sogar, dass der BER den Hamburger Flughafen in Bezug auf die Langstrecken - vorerst - klar abgehängt habe. Die Hamburger Wirtschaft würde sich demnach analog zu der Berliner Wirtschaft deutlich mehr dieser Langstrecken wünschen.

    - Ähnlich wie die FAZ betrachtet zudem auch Watson die zuletzt schwierige Entwicklung der Budget-Airlines u.a. am Berliner Flughafen. EasyJet hatte sich ja erst kürzlich mit vielen Fliegern vom BER zurück gezogen. Davon allerdings im Artikel keine Rede mehr. Im Gegenteil macht der Pressesprecher des BER eine für mich völlig neue und unerwartete Mitteilung: NORSE und EasyJet haben demnach eine Kooperation geschlossen, wodurch man nun "über einen Anbieter günstige Zubringer- und Anschlussflüge in Kombination mit den transatlantischen Verbindungen buchen" könne. Generell sei man einfach sehr froh, dass sich NORSE mit seinen modernen Flugzeugen und attraktiven Zielen für den BER entschieden habe.


    Übrigens mal zur Einordnung ein kleiner aktueller Vergleich zum gültigen Sommerflugplan:

    - Frankfurt: zunächst 285 Destinationen in 91 Ländern "rund um den Globus" mit steigender Tendenz - Quelle Fraport

    - München: inzwischen 202 Destinationen, darunter 19 in Nordamerika sowie 1 in Südamerika und knapp eine Hand voll Fernstrecken nach Asien (2x Indien, 1x Japan, 1x Thailand) - Quelle: Munich Airport

    - Berlin: zunächst 146 Destinationen in 49 Ländern mit steigender Tendenz, darunter inzwischen nun 3-4 Fernstrecken in die USA (JFK+Newark bei NYC, LA, Washington D.C.) sowie aktuell 2 nach Asien (Peking, Singapur). Konkrete Perspektiven gibt es momentan zudem u.a. für Toronto/Kanada sowie Vietnam und natürlich die konkrete Ankündigung für Winterflüge nach Florida/USA). - Quellen: BER Airport und airportzentrale.de

    - Düsseldorf: aktuell 155 Ziele, davon 2 in Amerika (NYC/USA, Dominikanische Republik) und sonst im Prinzip keine echten Langstrecken. - Quelle: dus.com (Flughafen Düsseldorf)

    - Hamburg: zunächst 115 Ziele, keine Fernstrecke in die USA oder nach Fernost (Dubai scheint am weitesten entfernt zu sein, das zähle ich aber nicht voll) - Quellen: Hamburg Airport sowie Hamburg News

    P.S.: Dubai/Doha u.ä.m. habe ich jetzt mal ebenso wie Nordafrikaflüge bei allen raus gelassen.


    Kurzfazit: Scheinbar wird der BER also gerade doch - etwas abschätzig ausgedrückt - eine Art "Mini-mini-Drehkreuz für Arme" oder weit hinter Frankfurt und München immerhin eins der aktuell wohl spannendsten Entwicklungsprojekte in Bezug auf Langstrecken. Vielleicht ist man in Berlin auch einfach zu kritisch bei diesem Thema und sollte dem Ganzen doch etwas mehr Zeit geben.

  • Es wird sich kaum was entwickeln, da deutsche Fluglinien, insbesondere Lufthansa aus Berlin kein Drehkreuz machen wollen.

    Die einzige Hoffnung als Berliner sind ausländische Fluglinien wie das o.g. Norse. Das ist peinlich, aber absolut nicht überraschend.

  • Naja, dass die Lufthansa aktuell kein Interesse hat, ihre strategische Ausrichtung als Hub-Airline zu ändern, ist bekannt und liegt sicher auch in den Investitionsentscheidungen der vergangenen Jahrzehnte begründet. Der Kranich hat ja als eine der wenigen Airlines auf den 380 gesetzt, während viele Wettbewerber mit der 777, 787 oder später 350 dem Bedarf nach Direktverbindungen begegnet sind. Allerdings hat die Lufthansa auch bereits gesagt, sie werde nicht dabei zuschauen, wie die Konkurrenz rentable Langstreckenverbindungen ab Berlin eröffnet. Nun ist Norge sicher nicht unbedingt ein Konkurrent, die agieren in der Billignische und die sind auch nicht wirklich das, was wir haben möchten oder brauchen. Aber skizzieren wir mal ein optimistisches Szenario, in in dem Norge (oder auch Scoot) als Türöffner agiert. Oben ist ja bereits der Bedeutungsverlust für HAM angedeutet worden; mit einer hinreichend großen Langstreckenfrequenz ab BER könnte bald der Punkt kommen, an dem Emirates seinen vierten Slot nach Berlin verlegt, was gerade auch durch eine attraktive ICE-Verbindung zwischen Elbe und Berliner Flughafen unterstützt werden könnte und müsste. Gleichzeitig unterliegen die amerikanischen Airlines keinerlei Einschränkungen für Landerechte in Europa, von dort könnte ebenfalls Konkurrenz erwachsen. Hier wäre also durchaus denkbar, dass die Lufthansa über kurz oder lang von der Nachfrage gezwungen werden wird, zumindest punktuell Verbindungen mit A350 (oder B787) zumindest in die USA und nach (Süd-) Ost-Asien einzurichten. Schon heute hat ja Berlin bundesweit das größte originäre Fluggastaufkommen und ist wichtigste touristische Destination für Gäste aus Übersee; im Businessverkehr ist zu berücksichtigen, dass das Einzugsgebiet neben der zweitgrößten deutschen Stadt Hamburg bis Hannover, Leipzig, Stettin und Poznan reicht, und die wirtschaftliche Bedeutung Berlins allen Bestrebungen des Senats zum Trotz weiter wächst. Einschränkend kommt hinzu, dass die Lufthansa dann trotzdem auch ihr innereuropäisches Streckennetz nach Berlin wieder ausbauen müsste, um die Langstrecken über Zubringer voll zu bekommen. Aber hey, es ist für so einen Flagship-Carrier ja schon ne hochpeinliche Sache, aus der größten Stadt der europäischen Union und Hauptstadt der viertgrößten Volkswirtschaft lediglich zwei Verbindungen in die Provinz anzubieten.

  • Seinerzeit gabs ja auch ein paar Nonstop-Flüge von HAM, DUS, CGN und MUC außerhalb von FRA.

    In München Riem Ende der 80er Jahre: LH nach JFK, ORD, BKK-HKG, KHI-NRT. PA nach JFK. TW nach JFK. DL nach ATL. AA nach ORD, TG nach BKK (saisonal).

    DE und LT weitere Langstrecken, aber touristisch. Das alles ohne große Zubringer.


    So ein Programm müsst in Berlin eigentlich aktuell auch möglich sein ?


    Gruß aus MUC.

  • ^ Damals war auch noch nicht alles so hubzentriert wie heute und großartig Codeshares und Allianzen gab es damals auch noch nicht. Die UA-Flüge nach New York und Washington, sowie perspektivisch wieder mit AC nach Toronto sind ja solche Star Alliance-Hubverbindungen. Der einzige Grund, warum LH hier wieder Langstrecken anbieten würde, wäre es, die Konkurrenz aus dem Markt zu drängen, als Berliner, der an einer möglichst guten Anbindung seiner Stadt interessiert ist, sollte man sich das vielleicht nicht unbedingt wünschen.

  • ^Spannend finde ich ja die Frage, ob die Zeit der großen Hubs nicht irgendwann auch wieder etwas zu Ende geht. In meinen Augen sollte man dieses Konzept und die dahinter steckende Marktmacht der betreffenden Airlines viel eher kritisch analysieren, statt noch zu pampern und sogar protegieren. Die Phase mit den hohen Staatshilfen für die Lufthansa wären da eigentlich für Deutschland ein sehr guter Zeitpunkt gewesen, zumal das Thema Klima ja eigentlich seit Jahren generell auch immer größer wird (und auch für das Eindämmen von Krankheiten wie Corona sind überflüssige Flüge zu riesigen Hubs ja vielleicht nicht unbedingt förderlich).

    Die Frage wird sein, ob sich nicht zumindest mehr regionale Hubs bilden können/sollten/werden. Durch die kürzeren Wege würde man so wohl doch etwas wahrscheinlicher mit dem Zug/Bus/Taxi zum Flughafen fahren, ähnlich wie man es als Frankfurter, Berliner etc. ja beim "eigenen" Flughafen auch macht. Und auch die dann ggf. doch noch verbleibenden Zubringerflüge würden so zumindest etwas sinnvoller/effizienter ablaufen (statt ggf. zunächst hunderte Kilometer in Gegenrichtung). Man sieht ja, wie fix es jetzt am BER offenbar doch plötzlich mit verlorenen/neuen Langstrecken-Verbindungen gehen kann. Warum nicht auch in Hamburg oder Düsseldorf, wenn dort bzw. in der eigenen Region für bestimmte Verbindungen auch die entsprechende eigene Nachfrage besteht?

    Allgemein und somit auch aus Berliner Sicht ist es mE primär wünschenswert, wenn möglichst viele Ziele so direkt und effizient wie möglich zu erreichen sind (natürlich nicht unbedingt nur mit dem Flugzeug, gerade bei Inseln, Langstrecken etc. aber eben mitunter zwangsläufig doch vor allem auch mit diesem). Ich fände es jetzt jedenfalls auch nicht sinnvoll und wünschenswert, wenn die Hamburger massenhaft nach Berlin und dann erst weiter in die USA oder nach Peking, Singapur usw. fliegen. Mag für den BER zwar lukrativ sein, sollte mE aber nur bei dort entsprechend weniger nachgefragten Strecken passieren - z.B. Washington D.C., was vermutlich durch die politische Ebene einfach für Berlin deutlich relevanter ist als für Hamburg. Und auch da sollte eben vermieden werden, dass für den Hamburger oder Niedersachsener D.C.-Reisenden der Flugtransfer nach Berlin als die bequemste und ggf. auch billigste Lösung angesehen wird. Die Verbindung zwischen BER und Berliner Hauptbahnhof ist ja bereits recht ok und wird auch noch besser werden. Bleibt die Verbindung von Bahnhof zu Bahnhof.


    Und passend in dem Kontext: Gerade erst hatte man ja auch das riesige Chaos mit dem Gepäck, was neben den Streiks ja vor allem durch die oftmals unnötige Umsteigerei an den Flughäfen und entsprechend wiederum vor allem in Frankfurt und München verursacht wurde. Aber auch am BER stapelten sich in Folge bis zu 1.000 Koffer, die dann aufwändig hinterher gesandt werden mussten/teils noch müssen. Sehr zur Freude der Reisenden. Da hilft es dann eben auch nur bedingt, wenn man wie zuletzt viel Geld und Aufwand in die stetige Optimierung von Einchecken und Sicherheitschecks steckt...

  • Hubs finden wir ja eigentlich dort, wo ein Land ein eindeutiges Zentrum hat, am deutlichsten sicher in London, oder dort, wo der Ort selbst aufgrund der geographischen Lage als Drehkreuz dient, ohne selbst größere Bedeutung zu haben, z.B. Dubai, aber auch in Teilen Atlanta. Aber gerade die polyzentrischen USA sind eher ein Beispiel für Punktverbindungen. In der ebenfalls polyzentrischen, wenn auch deutlich kleineren Bundesrepublik, eine Hub-Strategie zu verfolgen, wird den hiesigen Gegebenheiten einfach nicht gerecht.

  • Hubs gibt es vor allem deswegen weil weil sich viele Verbindungen von kleineren Flughäfen schlicht nicht lohnen und man Routen so kaum zuverlässig bedienen könnte. Das mag bei Zielen wie New York, Los Angeles oder Dubai nicht das Problem sein, bei Zielen wie Luanda, Nur-Sultan, Amman oder Changchun sieht das aber vollkommen anders aus. Es macht einfach Sinn von wenige Hubs zumindest 2-3 mal die Woche diese Ziele anzufliegen statt von jedem Provinzflughafen einmal alle 2 Monate! Es gibt in Deutschland eigentlich sogar zu wenige Hubs, bzw. diese sind zu schwach! Versuch mal von Deutschland aus einen Direktflug nach Südamerika zu bekommen – da läuft fast alles über Madrid, nach Afrika fast alles über Paris oder London und nach Asien viel über Dubai oder Istanbul.

  • - Düsseldorf: aktuell 155 Ziele, davon 2 in Amerika (NYC/USA, Dominikanische Republik) und sonst im Prinzip keine echten Langstrecken. - Quelle: dus.com (Flughafen Düsseldorf)

    Kleine Anmerkung: die angegebene NYC-Verbindung ist, wenn man dem Link folgt, eine Umsteigeverbindung mit ICE via FRA. Defacto hat DUS aktuell und auch in absehbarer Zeit keine einzige US-Linienverbindung, analog zu HAM.

  • Da die LH jetzt nach und nach die 787 erhält, könnten einige von denen am BER stationiert werden, um wichtige Langstrecken bedienen zu können.

    Beispielsweise hat es ja von TXL 6x wöchentlich Flüge nach IAD gegeben.

  • ^ Das bezweifle ich. Lufthansa möchte aus ureigenem Interesse so viel wie möglich Verkehr an ihren Hubs FRA, MUC, ZRH, VIE, BRU bündeln. Der einzige Grund warum sie Langstreckenflieger in Berlin stationieren könnte, wäre um neue Mitbewerber wie Norse zu verdrängen. Und wenn ihr das gelingt, wird sie die Strecken schneller wieder einstellen, als wir bis drei zählen können. Für wahrscheinlicher halte ich aber, dass LH das Engagement der unliebsamen Konkurrenz in Berlin mit Sondertarifen über ihre Hubs kontern wird.