Beiträge von Antilles

    In einem Tagesspiegel-Artikel werden drei größere Investitionsvorhaben der Flughafengesellschaft für das Jahr 2022 angekündigt.

    Laufbänder, Tunnel, Wartezeiten: Die größten Baustellen am BER im Jahr 2022 - und danach

    Der Inhalt befindet sich hinter einer Bezahlschranke, man kann aber gerade noch lesen, dass es sich um den Bau einem Tunnels unter dem Vorfeld, die Reparatur beschädigter Laufbänder und die Einführung eines digitalen Wegeleitsystems handelt. Vielleicht hat ja jmd. aus dem Forum Zugriff auf den Artikel und kann den Inhalt hier teilen.


    Auf der Vergabeplattform des Landes Berlin habe ich noch die Bekanntmachungen zu den genannten Vorhaben gefunden:

    Errichtung Logistiktunnel BER

    Instandhaltung Fahrsteige BER Pier Süd und Mietwagencenter

    Adaptives Passagierleitsystem APLS


    Mir ist nicht ganz klar, warum für den relativ kurzen Tunnel 30 Monate veranschlagt werden. Aber das kann jemand mit Erfahrung in diesem Bereich vielleicht besser einschätzen.


    Der Tunnelbau ist bestimmt eine sinnvolle Maßnahme. Ich hätte aber auch gedacht, dass verfügbare finanzielle Mittel eher dafür verwendet werden, das Terminal weiter zu ertüchtigen. Zum Beispiel für den Bau der geplanten zusätzlichen Gepäckbänder (mind. als Reserve) oder für die Bereitstellung weiterer USB-Ladekapazitäten für Reisende etc. Die Einrichtung eines digitalen Passagierleitsystems finde ich auf jeden Fall sehr gut.

    Die Wiederaufbau des Kirchenschiffs war keinesfalls ausgemacht. Richtig ist, dass die Stiftung Garnisonkirche und die Initiative Mitteschön den originalgetreuen Wiederaufbau angestrebt haben und auf den Teil-Abriss des Rechenzentrums bestanden. Aber deren Wünsche spiegeln nicht die Wünsche der Stadtgesellschaft wieder. Das hast das jahrelange Ringen in der Stadtpolitik deutlich gemacht.

    Nun wurde unter Einbeziehung aller(!) Akteure beschlossen, anstatt des Kirchenschiffs ein Haus der Demokratie als verbindendes Element zw. Kirchturm und Rechenzentrum zu bauen. In Anbetracht des langen Streits um das gesamte Areal halte ich das tatsächlich für einen gelungenen Kompromiss.

    Das ist in der Tat etwas merkwürdig, zumal das Digitalzentrum fußläufig vom gut angebundenen Hbf. erreichbar sein wird und massive Flächenversiegelungen/ Parkplätze parteiübergreifend abgelehnt werden. Ich habe noch keine Quelle gefunden, die darauf Bezug nimmt aber kann mir gut vorstellen, dass sich die Planung der Außenflächen noch konkretisieren wird. Die Stadtverordnetenversammlung wird sich am 1. Dezember mit dem Bebauungsplan beschäftigen.

    Der Planungen zu einem anderen größeren Projekt in Potsdam nehmen weiter Fahrt auf: Nach Jahren des Leerstands und Verfalls soll das RAW-Gelände östlich des Hbf. (Google Maps), ab 2022 zu einem Digitalzentrum mit 1000 Arbeitsplätzen transformiert werden. Kernstück des Projekts ist die Sanierung der denkmalgeschützten Halle sowie der Neubau von zwei gläsernen Gebäudeteilen nach Plänen des Architekten Jürgen Mayer H. Die zu errichtenden Gebäude sollen bis zu 33m hoch werden. Der Projektentwickler Michael Zeligman möchte bis zu 100 Mio. in die Entwicklung des Digitalzentrums investieren.


    Aus für mich nachvollziehbaren Gründen blicken nicht alle Potsdamer mit Begeisterung auf das Projekt. Eine Allianz aus Anwohnerinitiativen sowie bürgerlichen und linken Gruppen kritisiert insbesondere, dass die soziale Mischung der Kieze gefährdet ist. Die Einwendungen gegen das Projekt und die mehrfachen Proteste haben im ersten Schritt dazu geführt, dass die Stadt für das Wohnumfeld des geplanten Digitalzentrums eine Milieuschutzsatzung ab 2023 einführen will.


    Der verlinkte Artikel enthält aktuelle Visualisierungen des Projekts:

    Baustart am RAW im nächsten Jahr (PNN 20.11.2021)

    Im Sommer diesen Jahres hat der Architekt Daniel Libeskind gemeinsam mit Investor Jan Kretzschmar und Filmparkchef Friedhelm Schatz Pläne für ein Hochhaus am Filmpark Babelsberg vorgestellt. Heute wurde der Entwurf im Beisein des Architekten der Öffentlichkeit vorgestellt.

    US-Staararchitekt Libeskind plant Filmdosen-Turm (Morgenpost 12.11.2021)


    Der 66m hohe Gebäudekomplex soll als Büro- und Medienzentrum Platz für bis zu 5000 Arbeitsplätze bieten. Das Gebäude in Form von ineinander verschränkten Bauteilen soll äußerlich an Filmdosen erinnern.

    Bei der Ankündigung gab es auch kritische Stimmen. Unter anderem wurde der fehlende Wettbewerb sowie die Gebäudehöhe bemängelt.

    Libeskind soll 66 Meter hohen Turm bauen (PNN 08.06.2021)


    Weiterer Artikel mit neuer Visualisierung des Turms, der hier den Namen "Tower of Babelsberg" trägt.

    Libeskind präsentiert Entwurf für „Tower of Babelsberg“: Eine „Ikone“ soll es werden (MAZ 12.11.2021

    Die Berichterstattung zum Synagogenstreit zeichnet durchaus ein differenziertes Bild:

    Kritik an Ud Joffe (PNN 13.12.2019)

    Austritt aus Protest (PNN 06.02.2020)

    Den Entwurf halte ich auch für gelungen. Dadurch dass er sich so deutlich von den umgebenden Gebäuden abhebt, entsteht eine Wirkung, die der Bedeutung des Gebäudes Rechnung trägt. Als Potsdamer freue ich mich auf jeden Fall, dass es mit dem Bau endlich losgeht.

    ^^ Was für ein absurder Vergleich. Die Herrscher des Deutschen Reiches hatten in 40 Jahren mehrere Kriege mit Millionen Toten, ja sogar Völkermorde zu verantworten. Und innenpolitisch wurden im Kaiserreich bereits Sozialdemokraten stigmatisiert und verfolgt.
    Der Blick auf diese dunklen Kapitel wird durch keinen einzigen sog. wilhelminischen Prachtbau besser.
    Ich möchte die DDR in keinster Weise glorifizieren, aber dieser Vergleich ist wirklich mehr als unpassend.

    Praktisch sind die meisten Regierungen Afrikas korrupt bis ins Mark, so wie auch die UNO von Partikularinteressen getrieben wird. Ich verstehe nicht warum dir wichtiger ist, dass die "Büste XY aus 1382" auf dem Nachttisch eines namibischem Oligarchen landet, als dass sie der Welt in Berlin zur Verfügung steht. So entsteht immerhin ein reger Austausch zwischen einem Entwicklungsland und einer großen demokratischen Nation, die potentiell (trotz allem immer noch) jede Menge Strahlkraft entfaltet. Wir sollten Eintritt verlangen und einen Teil davon an das Museum in Namibia spenden (bzw. diesen Eintritt subventionieren). Wir sollten jährlich Kulturreisegruppen aus Namibia nach Berlin einladen.

    Deinen Beitrag durchzieht eine Mischung aus Vorurteilen und Stereotypen, die eher der Weltanschauung sogenannter "Kolonialherren" entspricht. Damit reihst du dich in die Gruppe der Kulturchauvinisten und deren Bedürfnis nach Überlegenheit ein. M.M.n. eine naive & plumpe Denkweise.

    Für den Potsdamer Volkspark wird ebenfalls ein geringer (symbolischer) Eintrittspreis erhoben. Der Park wird sehr gut angenommen, Gewinn soll mit dem eingenommenen Geld auch nicht erzielt werden.
    Auf der Freundschaftsinsel kann man durch eine großzügige und sehr schön gestaltete Gartenanlage flanieren, die seit einigen Jahren weitere DDR-Kunstwerke aufgenommen hat. Besonders freue ich mich darüber, dass die Inselbühne, deren Abriss fast schon beschlossen war, durch eine Bürgerstiftung wieder zum Leben erweckt wurde.

    Was im Kleinen in Potsdam funktioniert, kann doch auch im Spreepark funktionieren.

    Der Spreepark soll nach aktuellen Plänen teilweise bis 2024 und vollständig bis 2026 als Erholungsort wiedereröffnet werden. Das restaurierte Riesenrad soll dann das einzige betriebene Fahrgeschäft sein.


    Mir gefallen die Pläne, die Visualisierungen lassen auf einen charmanten Park hoffen.


    Quelle: rbb

    Ein bisschen off-topic: Das Terminal 1 in MUC basiert auf alten Konzepten der dezentralen Abfertigung und kurzen Wege. Im Prinzip ähnlich funktional wie Tegel, nur aufgrund der Bauweise natürlich auch größer und komfortabler. Das später fertiggestellte Terminal 2, welches am ehesten mit dem T1 des BER vergleichbar wäre, hatte bei der Inbetriebnahme eine ähnliche Größe sowie eine Abfertigungskapazität von rund 25 Mio. Passagieren. Mittlerweile kann dieses Terminal durch weitere Ausbauten rund 36 Mio. abfertigen. Größere "landseitige" Kapazitäten (Büros, Gastronomie, Shopping) ermöglicht vor allem das parallel gebaute Airport Center zwischen den Terminals 1 und 2. Mit den bereits geplanten Erweiterungsmöglichkeiten wurde das Terminal 2 in München auch nicht so kompakt konzipiert wie das BER-Hauptterminal und erscheint insgesamt weiträumiger.

    Erwähnenswert wäre noch, dass der BER durch die stark gestiegenen Verkehrszahlen mehrfach während der Bauphase umgeplant wurde (zusätzliche Zwischenetage etc.), mit den bekannten Folgen.