Leipziger Kaffeeklatsch

  • richtig! Auch in anderen Disziplinen, wie Chemie, Geologie und Biologie wurde auf sehr hohem Niveau geforscht. Von Jura gar nicht erst gesprochen. Was soll es! Als Bürgerstadt ist Jammern tabu und stattdessen Anpacken und einfach-machen gefragt, wie und was auch immer geht.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    das Wachstum von 0,7% überrascht schon etwas.

    Ich hatte vor kurzem das Vergnügen, nach einer Mietwohung innerhalb Leipzigs suchen zu müssen und aus dieser Erfahrung heraus kann ich mir vorstellen, dass das Wachstum auch daher rührt, dass in Leipzig im Gegenzug zu anderen ähnlich großen deutschen Städten eben einfach immer noch Wohnraum verfügbar ist. Bei weitem nicht mehr so üppig wie 2012, ganz klar, aber wenn man seine Ansprüche etwas senkt und wirklich intensiv sucht, findet man eine Wohnung. Von etwa 10 Besichtigungen waren nur 2 wirklich in der Gestalt, dass es 10 oder mehr Bewerber zu einem Termin gab. Zum Teil sind Wohnungen lange inseriert und ich bekam sogar auch schon die Antwort, dass der Eigentümer sich freuen würde jemanden zu finden. Sicher ist das im niedrigpreisigen Bereich oder beim Suchen großer Wohnungen wesentlich schwierger.

  • ^ das wundert mich wiederum auch, da ich mittlerweile ganz andere Story's mitbekomme. Ob von Mietern welche keine Wohnungen finden, Vermietern welche ihre Inserate nach wenigen Tagen wieder rausnehmen da es zu viele Anfragen gibt, oder Studis welche nur rechtlich fragwürdige Kurzzeit-Vermietungen bekommen.

    Wie dem auch sei, ist ein funktionierender Wohnungsmarkt kein Kriterium für Zuwanderung per se. Eher ist es ein Faktor für eine sozialere Ausgeglichenheit der Stadtgesellschaft. Zuwanderung und ein schlecht funktionierender Wohnungsmarkt spitzten soziale Spannungen zu und kommerzialisieren die Not der Einwohner:innen. Zuwanderung knüpft an andere Faktoren (Ausbildung, Arbeit, Community, Lebenssituationen, etc.) an. Deswegen erledigt sich das Problem nicht einfach von alleine oder verlagert sich in die Peripherie der Städte.

    Dementsprechend war die gebetsmühlenartig abgespulte "in Leipzig gibts günstige Mieten" Floskeln bzgl. der starken Zuzugsjahre, auch immer sehr oberflächlich.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Für Sachsen und Baden-Württemberg sind nun die Bevölkerungszahlen auf Gemeindeebene verfügbar. Damit ergibt sich für Leipzig und Stuttgart zum 31.12.2025:

    Leipzig: 615.932 Personen (+4.082 Person, +0,7% im Vergleich zu 2024)
    Stuttgart: 609.365 Personen (-3.298 Personen, -0,5% im Vergleich zu 2024)

    Leipzig hat damit offiziell Stuttgart auf Platz 7 in der Bevölkerungsstatistik überholt.

    Die LVZ hat es nun auch mitbekommen: Klick

    Neben Leipzig hat auch Chemnitz 1634 Einwohner dazugewonnen. Insgesamt ist Sachsen jedoch im letzten Jahr um 15.823 geschrumpft.

  • ^ da Chemnitz die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für das Asylsystem des Freistaats fungiert, ist die dortige Steigerung der EW mit großer Sicherheit darauf zurückzuführen.

  • ^Asylbedingt kann die Chemnitzer Steigerung nicht sein, weil die deutschlandweite Zahl der Asylerstanträge 2025 um 50,7 % geringer war als 2024, was sich dann auch bis zu den Landkreisen und ortsfreien Gemeinden fortsetzt. Auch die Zahl der Zuzüge aus der Ukraine nach Deutschland (die bekanntlich nichts mit dem Asylsystem zu tun haben) hat sich reduziert: 222.000 in 2024, 181.000 Zuzüge in 2025 (Quelle). Es kämen also theoretisch noch eine überproportionale Bevorzugung von Chemnitz durch nach Deutschland ziehende Ukrainer und/oder eine Binnenwanderung von Ukrainern in Frage. Der Anteil pro 100.000 Einwohner ist in Chemnitz (311/10.000 Einwohner) tatsächlich viel höher als in Leipzig (179/10.000 EW) oder Dresden (156/10.000 EW).

    Erstaunlich ist vor allem, dass die Chemnitzer Bevölkerung bis September 2025 erwartungsgemäß gesunken ist, während sie in den letzten drei Monaten plötzlich um 2400 Personen anstieg. Das zeigt sich in Leipzig übrigens genauso (+4600 Personen im letzten Quartal), während die Dresdner Bevölkerung in dem Zeitraum fast konstant blieb (siehe statistik.sachsen.de, dort dann die Excelliste "Einwohnerzahlen 2025 nach Gemeinden als Excel-Arbeitsmappe").

    Das erscheint mir insgesamt aber alles so ungewöhnlich, dass ich auch einen statistischen Effekt für möglich halte.

  • Im Oktober ziehen in Universitätsstädten hunderte Studenten zu, ein ganz normaler Vorgang. Die Frage ist, warum sich das in Dresden im letzten Jahr nicht ausgewirkt hat.

  • Studenten als Erklärung überzeugen nicht wirklich. In Chemnitz hat sich deren Gesamtanzahl im Wintersemester nur um rund 200 Personen erhöht, nicht um über 1600 wie bei den Einwohnerzahlen (Freie Presse mit Paywall). In Leizig sind die Zahlen zwischen 2024 mit über 31.000 Studenten an der Uni (Quelle) gegenüber 2025 mit rund 30000 Studenten (Quelle) sogar zurückgegangen.

    Unklar ist natürlich, wie viele Absolventen in den beiden Städten kleben bleiben, aber das müssten schon extrem hohe Quoten sein, um einen durchschlagenden Anteil an der Einwohnersteigerung zu haben.

  • Es geht nicht darum, wie sich die Studentenzahlen verändern. Am Beginn des Wintersemesters brauchen die Erstsemester alle auf einmal eine Wohnung, der Wegzug verteilt sich dann über das ganze Jahr. Mit anderen Worten, sie erklären nicht die Bevölkerungsentwicklung im Allgemeinen, sondern nur den Sprung im letzten Quartal.

  • Danke für diese schöne Nachricht, die mich extrem freut! Da hat das Nerven vielleicht doch ein bisschen was gebracht. :D

    Habt ihr Ideen, wen ihr gern prämiert sehen würdet? Ich würde mich bereiterklären, ein paar Bauherren/Architekturbüros anzuschreiben und um eine Bewerbung um den Preis zu bitten (in meinem Namen oder, wenn ihr wollt, auch gemeinsam unterzeichnet von weiteren Einzelpersonen).

  • Der Zeitraum ist erfreulich weitgefasst, Fertigstellung 2022-26.

    Meine (vorläufige) Liste:

    "Lumis" Wilhelm-Liebknecht-Platz - wäre mein absoluter Wunschkandidat, der es aus einer Vielzahl von unterschiedlichsten Gründen verdient hätte, geehrt zu werden. Oder besser gesagt, eine Prämierung dieses Gebäudes würde den Leipziger Architekturpreis enorm aufwerten.

    Johanna-Moosdorf-Schule, aber Schulz+Schulz werden die gewiss eh einreichen und haben auch bei der Fachjury schon gute Chancen

    "Stumpf-Kontor", eine herausragende Leistung, besonders in dieser städtebaulich schwierigen Lage

    Laterne

    Die von dir genannten Exemplare finde ich gut, aber sind sie auch so außergewöhnlich und ganzheitlich gelungen, dass sie einen Preis verdient haben?

    Dann am naheliegendsten noch die Künne-Zentrale, weil städtebaulich wertvoll. Durchaus bemüht, aber zu parkplatzig ist allerdings die Hofgestaltung zum Kanal hin. Die Fassadenproportionen sind dort auch nicht so gelungen wie vorn. Es gibt etliche schöne Details, wie etwa den Zaun zur Straße hin. Aber auch Bau-Unkultur wie die nicht verfugte Steinverkleidung.

    Die Lassalle-Villen finde ich zu abgeschottet und im Detail leider sehr enttäuschend, insgesamt zu eintönig, zumal es zwei Gebäude sind, die sich kaum unterscheiden. Und die Freianlagen sind schrecklich, was auch Teil von Architektur ist.

    Die Waldstraße 10 ist überdurchschnittlich gut, aber herausragend? Zudem hat sie bereits den Leipziger Immobilienpreis bekommen.

  • Die Bauten am Liebknecht-Platz sind tatsächlich eine gute Idee. Die Waldstraße 10 hat eine besondere Eleganz, die mir an dieser Stelle sehr gut gefällt! Und ein zweiter Preis schmerzt sicher nicht allzu sehr.

    Ein weiterer Vorschlag ist die alsbald fertiggestellte neue Wilhelm-Busch-Schule in der Reichpietschstraße, die den Bestand (Güterabfertigung Eilenburger Bahnhof) stimmig integriert. Auch die Turnhalle darf man vorzeigen.

  • Dem Liebknecht - Platz sehe ich auch in der engeren Auswahl.

    Was mir noch spontan einfallen würde wäre das Carre an der Cläre-Kirstein-Str oder die Offenlegung Elstermühlgraben

  • Das ist das selbe Gebäude, das User -AK - meinte. Das war sogar mal im Amtsblatt abgebildet mit einem O-Ton von Baubürgermeister Dienberg, warum dies ein Vorbild in Sachen Baukultur sei.

    Ich bin mit dem Haus nie so richtig warm geworden, aber ich will mal nicht nur meckern. 🤟

    Elstermühlgraben finde ich eine fantastische Idee, darauf wäre ich nie gekommen. Die Brückengestaltungen sind teils sensationell und ich hoffe, dass die Gestaltung der Uferwände weiterhin einlöst, was bereits zu sehen ist.