Beiträge von Civitas fortis

    Ein aktueller Artikel mit mehr Informationen zu den Meinungen aus den Stadtratsfraktionen auf Pieschen aktuell.


    Ich finde, eine Brücke an dieser Stelle wird unweigerlich ein ganz schönes Trumm werden. Mir erscheint die lange nicht mehr betrachtete Möglichkeit, eine Seilbahn zu bauen (wie vom VCD vorgeschlagen) als attraktives Experiment, v.a. wegen der eher geringen Nachfrage und der baulich geringeren Beeinträchtigungen der Umgebung, und natürlich im Bezug auf die Kosten. So könnte man Erfahrungen mit diesem Verkehrsmittel sammeln, z.B. für die Erschließung des Fernsehturms oder anderer geeigneter Orte mit Seilbahnen. Wenn es denn überhaupt unbedingt eine feste Elbquerung braucht.

    Altbau Reisewitzer Strasse 13 / Ecke Kesselsdorfer Strasse - jetzt (hinter Gerüst+Planen) in Sanierung, Vorzustand streetview.

    ...ein Dachaufbau und ggf ein Ecktümchen wäre ja auch mal wieder angebracht... Hat jemand ne Vormalsfotografie?

    kess0178.jpg

    altesdresden.de


    Man sieht es am linken Bildrand an der Einmündung rechts des Straßenbahnwagens. Das 3. OG (siehe Google Street View) scheint also später aufgesetzt worden zu sein.


    Das Gebäude scheint schon früher umgebaut worden zu sein, denn es sah mal so aus (ohne Erker, Zwerchgiebel und höherem Dach).


    Ein Ecktürmchen hatte es also wohl nie, wobei durch das massive 3. OG, v.a. auch wegen der Ecksituation und der höheren Nachbargebäude, ihm ein solches sehr gut stehen würde.

    Die Panikartikel der Sächsischen Zeitung und anderer beziehen sich überwiegend auf die Wilsdruffer Straße, wo der Leerstand bereits vor Corona enorm war und das liegt überwiegend an den hohen Mieten seitdem die Altmarkt-Galerie alles Klientel abgezogen hat und damit die Anziehungskraft der kleineren Bereiche mit wenigen Geschäften gesunken ist. Gehalten hat sich überwiegend Gastronomie; an Einzelhandel gab's doch schon seit Jahren nur ein paar hochwertige Bekleidungsgeschäfte und Das Möbel-/Innenausstattunsgeschäft an der Gewandhausstraße sowie die Löwen-Apotheke. Ansonsten kann ich mich v.a. an einige kommende und gehende Versuche mit Bubble-Tee, Wasserpfeifen, Tabak, etc. erinnern.

    "Corona wirkte wie ein Brandbeschleuniger", sagt Citymanagerin Friederike Wachtel (31). Denn brenzlig war die Lage für viele Innenstadthändler schon vorher.

    Die Wilsdruffer Straße und andere Bereiche leiden also nicht ausschließlich an Corona-bedingtem Leerstand und auch die angeblich fehlenden Parkplätze, die einige Ladenmieter bemängeln, scheinen mir kein Grund zu sein (immerhin gibt es in der Tiefgarage am Altmarkt genügend Stellflächen). Es ist eben so, dass die Altmarkt- und Centrum-Galerie massiv Laufkundschaft, v.a. im niedrig- und mittelpreisigen Bereich abziehen und die hochpreisigen Branchen sich rund um den attraktiven Neumarkt angesiedelt haben. Im Grunde wird nun nur besonders schnell offensichtlich, dass der Einzelhandel in der Innenstadt schlecht verteilt ist.


    Ich bin der Meinung, dass eine stärkere städtebauliche Verzahnung dieses Problem lösen helfen kann, z.B. ein Durchbruch der Moritzgasse zur Wilsdruffer Straße, um Laufkundschaft wieder auf die (eigentlich attraktive) Wilsdruffer Straße zu leiten, v.a. wenn das Hotel Stadt Rom den Platz wieder abschließt. Das gleiche Problem hat z.B. auch der Bereich der Kleinen und Großen Brüdergasse. Ein Durchbruch oder Durchgang zur Schloßstraße würde viel mehr Durchmischung der Laufkundschaft und Passanten allgemein durch mehr Sichtbarkeit bringen.


    Auch die Platzgestaltung des Neumarkts selbst trägt derzeit nicht dazu bei. Wären die ein- und ausmündenden Straßen durchgängig mit (niveaugleichen) Borden sichtbarer, entstünde eine stärkere Leitwirkung für Passanten zum Rest der Altstadt (Vgl. z.B. diese Fotos).

    Sollte der Wunsch bestehen, eine historische Altstadt über den Neumarkt hinaus zu bauen, kann man das einfach machen. Man macht es nicht, weil es nicht mehrheitsfähig ist.

    Die repräsentative Umfrage, die das aussagt, hätte ich gerne mal gesehen. Das Gegenteil ist der Fall, siehe Neustädter Markt - sofern die Benennung "historische Altstadt" sich nicht auf exakte Rekonstruktionen bezieht, was sowieso utopisch ist und auch hier gar nicht zur Debatte stand oder steht.


    Der historische Stadtgrundriss eignet sich außerdem hervorragend für sinnvollen Städtebau, z.B. in den Zeilenbauten-Unorten der Vorstädte. Leider steht dieser Aspekt selten grundsätzlich zur Abstimmung, aber z.B. bei der Lingnerallee gibt es ja einen demokratischen Beschluss (des Bauausschusses), die historische Baulinie wieder aufzunehmen.


    Für den Altmarkt und den Kulturpalast (die beide mit dem Thema "Neumarkt" hier wenig zu tun haben) ist das freilich überhaupt keine Option, erstens, und da stimme ich zu, weil ein Abriss aus o.g. Gründen unnötig wäre, und zweitens, weil der Kulturpalast zusammen mit der Altmarkt-Nachkriegsbebauung und selbiger in der Wilsdruffer Straße sehr wohl ein Ensemble bildet und auch architektonisch noch der gestalterische Hochpunkt der zu DDR-Zeiten entstandenen stadtbildprägenden Gebäude ist. Da wird und wurde in Dresden ganz anderen Bausünden nachgeweint. Nicht zuletzt ist es ein Gebäude mit vielseitiger öffentlicher Nutzung, und zwar von Anfang an, und das wird sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern.


    So sehr ich mir ein intaktes historisches Stadtbild wünschen würde, realistisch betrachtet ist der Kulturpalast nicht Dresdens größtes architektonisches Problem, um es mal vorsichtig auszudrücken.

    In der gestrigen Veranstaltung wurde ein Video gezeigt, wie dieser gleichberechtigte Verkehr in Ulm abläuft und ja, es wäre ein stetiger Fluss von langsam fahrenden KfZ, stetig durchquert von Fußgängern und Radfahrern, ohne Ampeln etc. Die Mengen der Fahrzeuge sind in diesem Fall nicht ausschlaggebend, sondern das Verhalten aller (!) Verkehrsteilnehmer. Inwiefern sich jemand über Verkehr freut oder nicht, ist ein weiterer Einzelaspekt der Gesamtdiskussion, der natürlich berücksichtigt werden muss. Allerdings sind dabei, wie immer, Gemeinschafts- und Einzelinteressen abzuwägen.

    Das Video ist mittlerweile verfügbar:

    Der gesamte Vortrag von Alexander Wetzig ist hier zu sehen, das Beispiel Düsseldorf hier, die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema hier.


    Das Beispiel Düsseldorf ist durch die immensen Umbauten und v.a. Kosten meiner Meinung nach nicht auf den Neustädter Markt anwendbar und die Referentin hat auch betont, dass das Projekt nur durch sehr hohe Zuschüsse aus Landes- und Bundesmitteln überhaupt möglich war und die Stadt trotzdem sehr risikoreich tief in die Tasche greifen musste. Auch die Wartung eines Tunnels ist sehr teuer. Deshalb und v.a. wegen der das Stadtbild beeinträchtigenden notwendigen Rampenbauten und der dennoch notwendigen oberirdischen Zufahrten ist ein Tunnel am Neustädter Markt unsinnig. Interessant ist in dem Beispiel allerdings der Umgang mit einem das Stadtbild abwertenden Denkmal, dem die Planung der Stadt entgegen stand, die ihre Planungshoheit aber letztlich durchsetzen konnte.


    Nochmal zur Erinnerung aus dem Vortrag: Die Neue Straße in Ulm führte vor ihrem Umbau zwischen 22- und 33T Fahrzeuge und jetzt noch ca. 16T Fahrzeuge pro Tag, ohne dass es durch Umleitungsverkehr nennenswerte Probleme gibt. Genau die hier weiter oben geführte Gegenargumentation gab es in Ulm ebenso, deshalb bin ich gespannt, ob Dresden sich mitten in der Innenstadt auf solch eine Art der Verkehrsplanung ebenfalls einlässt. Nach der Verlegung der Bundesstraßen aus dem Zentrum und der Ertüchtigung von Umgehungsstrecken könnte man das z.B. mit einem Verkehrsversuch am Neustädter Markt testen.

    Wahrscheinlich das hier (bzw. ist das ein Teil davon): Dresden: Friedrichstadt


    In der Gestaltungskommission wurde das Projekt anscheinend bereits behandelt. Demnach wird die Ventar AG verantwortlich sein.


    Das Quartier Wölfnitzstraße und Fröbelstraße soll in Richtung der Löbtauer Straße und entlang der Fröbelstraße eine überwiegende durch Wohnen genutzte Bebauung in fünfgeschossiger Bauweise mit ausgebautem Dachgeschoss erhalten. Eine gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss des Eckbereiches ist vorgesehen.

    Das Bauvorhaben Krankenhaus Friedrichstadt wird wohl mit den geplanten umfassenden Umbaumaßnahmen zusammenhängen.

    So richtig will sich mir die Dringlichkeit der Diskussion immer noch nicht erschließen: Wird der Neustädter Markt (in seiner derzeitigen Form!) erheblich attraktiver, wenn man die Große Meißner zurückbaut?

    Sie argumentieren weiterhin ausschließlich die Problematik des MIV. Von einem Rückbau war überdies nie die Rede, erst Recht nicht auf den Vorkriegszustand und auch der Erhalt der derzeitigen Form des Neustädter Marktes stand bis letzte Woche laut allen Planungen zur Disposition. Dass eine Diskussion über die städtebauliche Weiterentwicklung des Neustädter Marktes allgemein dringlich ist, ist ja nach den Ereignissen der letzten Woche nicht mehr zu übersehen, zumal bereits seit ca. 30 Jahren darüber diskutiert und geplant wird. Ich akzeptiere Ihre Sichtweise, den MIV als Ausgangspunkt und vorwiegenden Gegenstand jeglicher städtebaulicher Diskussion am Neustädter Markt zu betrachten. Diese ist allerdings nicht meine.

    Wie gesagt: Vom Status Quo ausgehen und dann irgendwelche Berechnungen auf Einzelaspekte anderer Lösungen beziehen ist nicht zielführend. Natürlich wird der Verkehr nicht auf wundersame Weise einfach verschwinden und natürlich müssen Umgehungsstrecken untersucht, ertüchtigt oder anders geplant werden. Wo entlang die Verkehrsbedarfe bestehen, muss untersucht werden, dann stellen sich Alternativen dar, wie z.B. (!) die Stauffenbergallee, deren Knotenpunkte ausgebaut werden können, damit sie ihrer Funktion als Umgehungsstraße gerecht werden kann.


    Fakt ist, dass die heute ca. 25-30T KfZ pro Tag am Neustädter Markt fast ausschließlich Durchgangsverkehr sind. der umgeleitet werden kann und - wenn ein attraktives Stadtzentrum für alle das Ziel ist (was ich befürworte, und ich denke, dass dies die Mehrheit so sieht) - in großem Maße auch sollte. Der restliche Verkehr (z.B. von/nach der Leipziger Straße sowie Zielverkehre im Gebiet) kann weiterhin als gleichberechtigter Teil dort stattfinden, allerdings in Geschwindigkeit und Gestaltung, die nicht den MIV bevorrechtigt. In der gestrigen Veranstaltung wurde ein Video gezeigt, wie dieser gleichberechtigte Verkehr in Ulm abläuft und ja, es wäre ein stetiger Fluss von langsam fahrenden KfZ, stetig durchquert von Fußgängern und Radfahrern, ohne Ampeln etc. Die Mengen der Fahrzeuge sind in diesem Fall nicht ausschlaggebend, sondern das Verhalten aller (!) Verkehrsteilnehmer. Inwiefern sich jemand über Verkehr freut oder nicht, ist ein weiterer Einzelaspekt der Gesamtdiskussion, der natürlich berücksichtigt werden muss. Allerdings sind dabei, wie immer, Gemeinschafts- und Einzelinteressen abzuwägen.


    Im Übrigen geht der MIV in Dresden tatsächlich zurück, man mache sich mit der Entwicklung des Modal Split vertraut und beobachte die Verkehrszählungen anderer Verkehrsachsen in der zeitlichen Entwicklung. Das angesprochene "hunderte Jahre alte Verkehrsnetz" existiert dort mit der Großen Meißner und Köpckestraße in der heutigen Form übrigens erst seit der Anlage der breiten Verkehrsschneise in den 1970er Jahren, ist mithin also eines der Produkte der autogerechten Stadt, die ja bekannterweise und nachweislich Verkehr anziehen.


    Auch das wurde z.B. in der gestrigen Veranstaltung immer wieder betont: Planung heißt Diskussion, wie ein Ziel am besten erreicht werden kann. Der MIV ist dabei nur ein Aspekt und nicht der Ausgangspunkt der Diskussion. Der Neustädter Markt und sein Umfeld sind Innenstadtkern und insofern Raum für alle. Durchgangsverkehr hat dort in diesem Ausmaß nichts zu suchen, zumal sich die Routen - wie erwähnt - durch die Sperrung der Augustusbrücke auf eine reine Durchquerung reduziert haben.


    Um Missverständnissen vorzubeugen: Bis jetzt hat niemand den heiligen Gral für die Lösung der städtebaulichen Probleme gefunden; es müssen alle Aspekte der Stadtplanung berücksichtigt und diskutiert werden. Das Verengen der Diskussion auf einen Einzelaspekt bringt niemanden weiter. Das Aufzeigen von Beispiellösungen in anderen Städten ist dabei ein wertvoller Denkanstoß, um den Blick zu weiten. Man braucht dabei nur etwas Vorstellungskraft.

    Das Denkmalobjekt wurde erneut geändert, aus

    bemerkenswerte Freiflächengestaltung und städtebauliche Figur, gartenkünstlerisch und städtebaulich von Bedeutung

    wurde nun (Hervorhebung neuer Ausführungen durch mich)

    bemerkenswerte städtebauliche Figur und Planung sowie Freiflächengestaltung, geschichtlich, genauer ortsgeschichtlich und gartengeschichtlich, städtebaulich sowie künstlerisch, vor allem gartenkünstlerisch von Bedeutung

    Außerdem wurden nun auch die Gebäude Neustädter Markt 10 und 12 hinzugefügt, die bisher nicht genannt wurden.


    Wie es scheint, ist sich das Landesamt für Denkmalpflege nicht einmal selbst sicher, warum der Neustädter Markt, und was genau, nun unter Denkmalschutz stehen soll. Auf einmal ist nicht mehr nur die städtebauliche Figur und die Gartenkunst bemerkens- und schützenswert (was wohl fachlich sehr diskutabel ist), sondern nun auch die Planung an sich und die geschichtliche Komponente, welche allerdings bisher völlig in der Begründung gefehlt hatte, und zu der es reichlich Gegenmeinungen gibt, die jedoch offensichtlich nicht berücksichtigt worden sind.


    In der Veranstaltung der GHND am gestrigen Samstag hat Axel Wittstock vom Stadtplanungsamt eine Karte mit dem Umgriff der Sachgesamtheit Neustädter Markt gezeigt, die nun tatsächlich die gesamte Fläche inkl. Straßen bis an die Gebäudekanten von Hotel Bellevue und Blockhaus beinhaltet, bzw. östlich der Augustusbrücke sogar bis auf die Grundstücke am Königsufer reicht.

    Ist der Neustädter Markt ein relevantes Beispiel für den Nachkriegs-Wiederaufbau? Auf jeden Fall.

    Genau das war bisher nicht Teil der Begründung, die Unterschutzstellung wurde zunächst ausschließlich mit der städtebaulichen und gartenkünstlerischen Bedeutung begründet, was nun nicht unbedingt "auf jeden Fall" so gesehen werden muss.


    Bzgl. der Verkehrsproblematik sehe ich die Probleme ausschließlich beim Status Quo - die Verbindung ist wegen ihrer in Zukunft hinfälligen Widmung als Bundesstraße derzeit von Bedeutung und führt fast ausschließlich Durchgangsverkehr, v.a. aus Richtung Leipziger Straße und Hansastraße in Richtung linkselbischer östlicher Stadtteile. Verkehre aus Richtung Hansastraße können großräumig umgeleitet werden, z.B. über Stauffenbergallee und Waldschlößchenbrücke. Das wurde auch gestern in der Veranstaltung der GHND wieder erwähnt. Der Verkehr aus Richtung Leipziger Straße kann z.B. über Anton- und Albertstraße, bzw. Glacis-/Hoyerswerdaer Straße zu den Elbbrücken umgeleitet werden. Somit bleibt auf der Großen Meißner und Köpckestraße nur noch sehr geringer Zielverkehr ins Barockviertel und zur Sarrasanistraße, da Hauptstraße und Augustusbrücke ja für den MIV gesperrt sind.


    Das in der GHND-Veranstaltung vorgestellte Beispiel der Neuen Mitte Ulm könnte für diesen Bereich ein Vorbild sein. Dort wurde durch Flächengestaltung und -Bebauung eine vierspurige Schneise (22-33T Fahrzeuge pro Tag) in eine Art "Shared Space" umgewandelt, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt agieren und der MIV durch Tempo 20 nicht mehr bevorrechtigt wird (ähnlich Wilsdruffer Straße). Sogar ÖPNV ist in solchen Bereichen kein Problem. Dennoch führt die Straße laut dem vortragenden Planer aus Ulm ca. 16000 Fahrzeuge pro Tag, was nicht wenig ist. Die Prognosen von 25-30T Fahrzeugen pro Tag am Neustädter Markt gehen schließlich von Status Quo aus, der bei Stadtplanung nicht die oberste Prämisse sein sollte. Vielmehr sollte der MIV sich als ein gleichberechtigter Teil in den Planungen wiederfinden, nicht als Ausgangspunkt.

    Hier noch die Mitteilung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen (LfD). Wenn das Thema politisch wird, dann sollte hinterfragt werden, wann und aus welchem Anlass die Stadtverwaltung (!) die Prüfung der Denkmalwürdigkeit in Auftrag gegeben hat. Im Zusammenhang mit der Bürgerbeteiligung und dem Wettbewerb und angesichts anderer Entscheidungen und Verhaltensweisen der Stadtverwaltung (Sachsenbad, Narrenhäusel, Verwaltungszentrum) wäre mal eine Klärung der Position der Verwaltung im Bezug auf Bürgermeinungen und Ziele im Städtebau notwendig.


    Die fachliche Einschätzung des LfD im Bezug auf den Neustädter Markt erscheint mir zudem einseitig und zumindest diskussionswürdig. Die Begründung übernimmt so gut wie alle Ansichten der Befürworter (siehe Positionsbestimmung der Bürgerinitiative "Neustädter Freiheit") und lässt gegenteilige Argumente (z.B. Gutachten Stephan/Magirius/Hertzig) außen vor.

    Die Denkmalliste des LfD (Objektnummer 09307155) sagt dazu folgendes (Hervorhebung durch mich):

    Zitat

    Sachgesamtheit Neustädter Markt (Platz- und Straßenanlage mit Platzwänden, Grünanlagen, Kleinarchitekturen, Denkmal und Mobilar) mit folgenden Einzeldenkmalen: Reiterdenkmal August des Starken (siehe Einzeldenkmalliste - Neustädter Markt, Obj. 09216862), zwei Brunnenanlagen (siehe Einzeldenkmalliste - Neustädter Markt, Obj. 09306851), zwei Eckbrunnen, sog. Nymphenbrunnen (siehe Einzeldenkmalliste - Neustädter Markt, Obj. 09214235), zwei Fahnenmasten (siehe Einzeldenkmalliste - Neustädter Markt, Obj. 09216863), acht barocken Figuren (derzeit im städtischen Lapidarium ehemalige Zionskirche untergestellt, 02.03.2017) und zwei Vasen (siehe Einzeldenkmalliste - Hauptstraße, Obj. 09214192), Fragment aus der Trümmerbergung, Portal (siehe Einzeldenkmalliste - Hauptstraße 1, Obj. 09214291), Kellergewölbe des Neustädter Rathauses (siehe Einzeldenkmalliste - Hauptstraße 1, Obj. 09216935), Fragmente aus der Trümmerbergung, Friese, Schlusssteine und Wappen (siehe Einzeldenkmalliste - Neustädter Markt, Obj. 09216859), acht Wohnhäuser (siehe Einzeldenkmalliste - Hauptstraße 9 - Obj. 09214194, Hauptstraße 11 - Obj. 09214195, Hauptstraße 13 - Obj. 09214196, Hauptstraße 15 - Obj. 09214197, Hauptstraße 17 - Obj. 09214198, Hauptstraße 19 - Obj. 09214199, Hauptstraße 21 - Obj. 09214200), Wohnhaus (siehe Einzeldenkmalliste - Obergraben 2, Obj. 09214251) und Schmuckplatz mit Brunnen »Blütenbaum« und Strukturwand/Betonformsteinwand (siehe Einzeldenkmalliste - Köpckestraße, Obj. 09306272) sowie folgenden Sachgesamtheitsteilen: Hauptstraße 1, 1a, 3, 3a, 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30, 32, 34 und Neustädter Markt 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 11, 13 , den Straßenfläche von Köpckestraße und Großer Meißner Straße sowie den Flächen an den Rückseiten der Häuserzeilen an Hauptstraße und der; bemerkenswerte Freiflächengestaltung und städtebauliche Figur, gartenkünstlerisch und städtebaulich von Bedeutung

    Das Objekt wurde noch nicht kartiert und die Beschreibung scheint unvollständig zu sein. Jedenfalls umfasst das fast alle Plattenbauten am Neustädter Markt und wahrscheinlich die gesamte Platz- und Straßenfläche bis zur gegenüberliegenden Bebauung (siehe Stadtplan).

    Formal passt sich der Neubau sogar an den historischen Bestand an: bossiertes EG, drei Gesimse, flaches Satteldach. Es fehlt eben bei solchen einfachen Gebäuden der Schmuck: Faschen, Verdachung, Konsolen und Spiegel sowie hochwertige Absturz-/Balkongitter an den Fenstern; außerdem würden Fassadenvorsprünge (wenn auch nur winzig oder farblich angedeutet) und ein paar wenige Teile aus Naturstein viel ausmachen; das Fensterformat ist auch nicht passend - gerade so stehend aber zu niedrig, was an der zu geringen Geschosshöhe liegt.


    Letzteres ist ein Problem, das nicht vorrangig der Bauherr oder Architekt zu verantworten haben, sondern die Genehmigungsbehörde, die diesen Neubau so im Denkmalschutzgebiet Plauen zugelassen hat. Denn zumindest was die Traufhöhe belangt, wurde hier ganz schön großzügig ausgelegt, das dürften ca. 80 Zentimeter Unterschied zum Bestand sein.


    Im Faltblatt zum Denkmalschutzgebiet Plauen wird übrigens wie folgt erläutert:

    Zwickauer Straße

    [...]

    Ab 1881 entstanden Wohnhäuser in geschlossener Bauweise, wobei Vorschriften zu Geschossigkeit, Fassadengestaltung und Materialwahl ein städtebaulich und architektonisch ansprechendes Erscheinungsbild ergeben sollten

    Die Aspekte Fassadengestaltung und Materialwahl deckt die Denkmalschutzgebietssatzung aber leider nicht ab.

    Zur Findung der architektonischen Sprache fiel mir sogleich das einstige Palasthotel Weber ein, dessen Optik heute wohl ziemlich gut zwischen SSH und ZwiFo vermitteln dürfte, den Stil des SSH auch fortführen würde und etwas historischen Charme doch noch dem Platz rückgeben könnte.

    Falls das wider Erwarten am Postplatz doch nichts mehr werden sollte mit guter Architektur, kann man immer noch Palast-Hotel Weber und Adamsches Haus vor die Bausünden rekonstruieren. Dann hätte der Platz auch eine sinnvolle Größe.

    Neubau Grillparzer Strasse 49


    aktuell: und huii: Einbezug des Nachbarhauses inkl. Dachneuaufbau. Also ein Upgrading auf baurechtlich zulässige Nutzungsdichte einer Stadthaustypologie.

    Also zwei Häuser mit unterschiedlichen Geschossniveaus unter einem gemeinsamen Dach? Das muss ich mir mal aus der Nähe anschauen. Das Dach jedenfalls sieht vorbildlich differenziert und an die Umgebung angepasst aus.

    größere Brache Grille 30+32

    Grillparzer Strasse 3

    Jeweils Ockerwitzer Straße statt Grillparzerstraße, aber wir finden uns zurecht :-) - das Eckgebäude zur Grillparzer-/Cossebauder Straße (Dresden WEST: Projekte in Löbtau, Cotta, Gorbitz und Briesnitz) versaut leider seit einiger Zeit die ganze Ansicht - übrigens auch ein seinerzeitiger Visualisierungsschwindel (Vgl. dies vs. das).


    Gott sei Dank wird das Gymnasium Cotta wieder ein richtiges Schmuckstück werden.

    jedoch erschliesst sich mir diese Fixierung auf "historischen Stadtgrundriss rückgewinnen" auch nicht: Was soll man denn hier und wozu soll man ausgerechnet hier sowas "rückgewinnen", wenn schon und immerhin Anpassungsbauten angedacht sind?

    Weil die städtebauliche Konzeption der drei großen Rundplätze und der sie verbindenden breiten Hauptachsen mit entsprechender baulicher Fassung bisher nicht wiederhergestellt wurde - es fehlt den ausufernden Verkehrsflächen eine äußere Form, die mit Fortführung des Konzepts einzelner, stark zurückgesetzter und sich in der Form und Gestaltung nicht an die Straßen und Plätze anpassender Gebäude (Wohnheim-Hochhäuser, Potthoff-Bau, Wohnzeilen Eisenstuckstraße, etc.) nicht entstehen wird.


    Für die architektonisch angemessene Fassung solcher großen Verkehrsflächen ist auch eine gewisse Differenzierung der Fassadengestaltung notwendig. Eintönige große Flächen, bzw. Wiederholungen, wie Metallfassaden sie meist haben, sind nach meiner Meinung dazu nicht geeignet.


    Kurz: Die Betonung der Verbindung der großen Plätze als Teil eines Ganzen ist hier die städtebauliche Chance bei der Rückgewinnung des historischen Stadtgrundrisses.

    Die DNN haben, im Gegensatz zur SZ ("Die Visualisierungen des Entwurfes wollte die Firma Zeiss leider nicht zur Verfügung stellen."), ein "Bild":


    Zeiss-will-in-der-Suedvorstadt-von-Dresden-bauen_big_teaser_article_webp.jpg

    Bildnachweis: Visulaisierung: Ipro Consult in: Dresdner Neueste Nachrichten


    Wichtig ist meiner Meinung nach die Aussage von Thomas Kaup in der Gestaltungskommission:

    "Dieses Projekt hat ein enormes Potential, auch zur Wiedergewinnung des historischen Stadtgrundrisses"

    Siehe altesdresden.de.


    Ich frage mich, ob sich der Passus "Außenwandverkleidungen" auch auf Dachflächen bezieht, dann wären nämlich Ziegel vorgeschrieben. Blechdächer wirken dagegen vielleicht "technisch", tragen aber meiner Meinung nach nicht zu einem harmonischen Stadtbild bei.

    Vielleicht sollte man mal einen Stadtrat des Vertrauens drauf ansetzen, die Er-/Unterhaltspflicht durchsetzen zu lassen, die Gebäude sind immerhin Kulturdenkmale. 2019 stand das Gebäude noch zum Verkauf (siehe hier).

    Das betrifft mittel- und langfristig auch die Sankt Petersburger und die Budapester Straße und mich wundert es auch, dass das überhaupt kein Thema mehr zu sein scheint. Zwar werden durch die Entwidmung als Bundesstraße natürlich nicht alle Verkehrsströme schlagartig wegfallen, aber das ist natürlich Voraussetzung für eine souveräne Verkehrs- und Stadtplanung durch die Stadt selbst.


    Eine Übersicht über die geplante Neuordnung hatte ich in Frag das Dresden-Forum gegeben.