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    Preisentwicklung deutscher Städte


    Deutschland geht das Betongold aus...im Jahr 2024. Allerdings nicht in allen Städten. Für die untersuchten elf Standorte des aktuellen Monitoringberichtes der Deutschen Bank gäbe es unterschiedliche Entwicklungen. Während sich in Hamburg, Bremen und München ein frühes Ende des Immobilien-Booms abzeichnet bleiben Berlin und Leipzig noch etwas länger im „Nugget-Fieber“. Leipzig sei zudem die Stadt, die deutschlandweit am stärksten von regionalem Zuzug profitiert:


    https://www.versicherungsjourn…ten-entwickeln-141393.php






    Die Zahlen zum Einwohnerwachstum in 2020 sind bereits bekannt - im Quartalsbericht finden sich darüber hinaus auch die aktuellen hinsichtlich der vorhandenen Plätze in den Kindertageseinrichtungen. So hat sich deren Zahl seit 2010 von 64 auf 350 erhöht was 19.500 zusätzlichen Plätzen entspricht. Es sind zudem ca. 2600 Jobs entstanden. Vor nicht allzu langer Zeit wurden die fehlenden KiTa-Plätze als eine der dringlichsten Probleme der Stadt angesehen. Die Verbesserung der Situation in diesem Bereich ist wohl u.a. auch ein Grund warum Leipzig in einer Umfrage der EU-Kommission Platz 2 in Europa als "...guter Ort für junge Familien mit Kindern" inne hat.


    https://www.leipziginfo.de/akt…0-leipzig-waechst-weiter/


    Nichts desto trotz wandern viele dieser Familien weiter ins Umland wie diese Graphik des BBSR verdeutlicht:


    https://twitter.com/bbsr_bund/…77149410547617796/photo/1


    Der Grund dürfte bekannterweise die mittlerweile hohen Baulandpreise in der Stadt und das viel zu geringe Neubaugeschehen sein. Viele Eigentümer halten ihr Portfolio zusammen und hoffen auf weitere Wertsteigerungen in der immer noch vergleichsweise günstigen Stadt. In der LVZ gab es letztens ein paar Artikel zu diesem Thema:


    https://www.lvz.de/Thema/Specials/Bauen-in-und-um-Leipzig


    Wer sich für die Thematik interessiert (was wohl auf die meisten hier zutrifft) dem sei die Sendung von Scobel - Ausverkauf der Städte zu empfehlen. Darin zu Gast ist mit Dieter Rink auch der Professor für Stadt-und Umweltsoziologie am hiesigen UFZ:


    https://www.3sat.de/wissen/sco…kauf-der-staedte-100.html

    Die Bild bringt als Spielstätte für die Leipzig Kings die Stadien von LOK und Chemie ins Spiel - die RB-Arena wird es demnach definitiv nicht. Ab kommender Woche will man darüber hinaus Trainer und Spieler verpflichten. Durch den Rückzug der German Knights aus Hannover ist deren Coach Shuan Fatah auf dem Markt und es wird bereits spekuliert ob er nach Leipzig wechselt - er gilt als einer der besten Trainer in Europa. Gleiches gilt für den Star-Spieler Anthony Dablé-Wolf.


    Anderes Thema: Der Leipziger Hauptbahnhof ist laut European Railway Station Indizes Europas bester Bahnhof was die Passagierfreundlichkeit anbelangt:


    https://www.spiegel.de/reise/e…09-4bf9-aded-42b08001a761

    ^^

    Die LVZ widmet der Sache nun auch einen Artikel (obwohl da als Inhalt auch ein großes Fragezeichen gereicht hätte). Mit ein paar Minuten Recherche hätte unser lokales Medium jedenfalls den Schleier der eigenen Unwissenheit lüften können. Die Initiatoren kommen aus Deutschland und sind unter Footballfans sehr bekannt (zumindest der Commissioner, der auch im TV als Moderator präsent ist, der andere ist der ehem. Geschäftsführer von Pro7-Sat1). Der Grund warum die hiesigen Akteure (Football-Verband) noch keinen Plan haben was dass da für ein neuer Verein ist, ist der - wie Du schon vermutest – dass es sich hierbei um ein Franchise (also ein Unternehmen) und keinen eingetragenen Verein handelt. Die Liga soll erstmal mit acht teams starten und spätestens in fünf Jahren bis zu 24 teams aus 10-12 Ländern umfassen. Zur Einordnung des Niveaus: Als Äquivalänt könnte am Beispiel Fußball die Champions League oder noch besser die angedachte Superliga gelten. Dabei ist man von irgendwelchen Verbänden unabhängig. Gefördert werden sollen homegrown-Spieler mit denen sich die Zuschauer identifizieren können. Ein Fehler der damaligen NFL-Europe war ja u.a., dass man hauptsächlich Amis rübergeholt hat und es nur vereinzelt Europäer in den Mannschaften gab. Bedeutet, dass man die besten einheimischen Spieler in dieser „professionalisierten“ Liga haben möchte (es sind nur vier Amis pro team erlaubt). Gespielt werden soll nach NFL-Regeln (anders als z.B. in der German Football League) und mittelfristig will man mit dieser auch zusammenarbeiten, so dass die Franchises der ELF als Zwischenschritt von den europ. Ligen in die NFL dienen könnten. Als Europäer ist es ansonsten nicht so leicht da rein zu kommen (geht oft über College-Football). Zum Standort Leipzig: Mit den Lions hat man eines der ältesten Football-teams in Ostdtl. bzw. das älteste in Sachsen vor Ort und seit 2015 gibt es es dann noch die Hawks. Beide Vereine kommen über die dritte Liga nicht so richtig hinaus was in Anbetracht des Standortes ziemlich mau ist. Warum hat die ELF u.a. Leipzig ausgewählt? Dazu muss man die aktuelle Situation bzw. die Ziele betrachten. Football boomt hierzulande und verfügt über eine starke community, TV-Formate haben eine hohe Quote. Allerdings gab es bisher keine wirkliche Professionalisierung des Sports an sich, so dass eben auch der Schritt von Europa in die Staaten schwierig war. Viel Geld verdient man damit nicht. Gespielt wird meist vor wenigen tausend Zuschauern obwohl man zu NFL-Europe-Zeiten auch Vereine hatte (Frankfurt, Düsseldorf), die einen 20K-30K-Schnitt hatten. Genau da will man wieder hin – in die Ballungszentren (u.a. im Gespräch London, Paris und Wien) und großen Stadien mit viel Showprogramm wo die Familie ein Drei-Stunden-Event geboten bekommt. Leipzig ist als aufstrebender hidden champion zentral gelegen, einigermaßen gut erreichbar und hat dadurch ein relativ großes Einzugsgebiet. Außerdem sind die Monarchs nicht weit weg von denen die besten Eigengewächse über Leipzig den Schritt evtl. in die Staaten machen könnten. Da man außerdem in der off-season spielt (Fußball, NFL) kommt man auch anderen Formaten nicht in die Quere. Bezüglich des Leipziger Spielortes fällt mir abschließend auch nur das Stadion des Friedens ein – mal schauen wie sich das Ganze noch entwickelt.

    Mit der HHL verfügt Leipzig über eine renommierte Wirtschaftshochschule aus der in den letzten Jahren eine Reihe hochkarätiger Gründungen hervorgegangen sind. Die ZEIT widmet sich der Frage warum die Stadt nur sehr wenig davon profitiert:


    https://www.zeit.de/2021/08/st…utschland/komplettansicht


    Mal etwas neues zum Thema Start-up: https://www.lvz.de/Leipzig/Lok…Milliarde-Baeume-pflanzen


    Letztes Jahr zog das Unternehmen the nu company nach Leipzig, dessen Produkte in vielen Supermärkten und Drogerien erhältlich sind. So weit, so langweilig. Dahinter verbirgt sich bei genauerem hinschauen allerdings eine recht interessante Philosophie, die mit Agitations-Marketing sehr erfolgreich ist und bei der z.B. für jeden gekauften Schokoriegel ein Baum im Zuge eines Aufforstungsprogramms in Madagaskar, Nepal oder Mosambik gepflanzt wird. Bis 2030 sollen es eine Milliarde sein (bisher über drei Mio.) Da ich hier keine Werbung machen möchte gehe ich nicht auf Themen wie Nachhaltigkeit bei den Produkten und Unternehmenskultur ein (zumindest solange nicht bis ich von denen gesponsert werde, Anfragen bitte per PN).

    Also back to architecture! Ab Mitte 2022 soll in der Naumburger Straße 25 die neue Unternehmenszentrale (die momentan noch von der Gröner-Group umgebaut wird) bezogen werden. Laut LVZ ist das Gebäude bereits saniert. Da mein Fitnessstudio noch geschlossen ist komme ich leider überhaupt nicht mehr in diese Ecke der Stadt um den fotografischen Nachweis zu erbringen. So sah die Naumburger Straße 23-27 jedenfalls bisher aus:


    naumburgerstr.23-27fe5vjqi.jpg

    Eigenes Bild

    Es gilt: Je mehr Menschen (von außerhalb Mitteldeutschlands) nach Leipzig ziehen um so mehr ziehen auch weiter in die (noch) schrumpfende Region - winwin. Die Stadt verfügt über ein „Auffüllpotential“ von ca. 200K ohne allzu stark an den Rändern versiegeln zu müssen. Daher ist jede Standortentscheidung wie z.B. diese hier ein gut angelegtes Invest in die Zukunft oder um MP Kretschmer sinngemäß zu zitieren: „Der Magnet muss weiter gestärkt werden!“.



    (Die Diskussion über die Ausbildung eines starken Nukleus in einer eher schwachen Region hatten wir hier ja schon mehrfach - Beispiele FFM und München).

    ^ Eine ähnliche Problematik kennen wir in Leipzig seit 30 Jahren auch. Da hilft es nur eine starke Bürgerschaft zu entwickeln inkl. fähiger Lokalpolitiker, die die Interessen der Stadt auch im Zentrum der Entscheidungen angemessen vertreten.

    Ein freier Blick auf die drei Zinshäuser von 1511 im Barfußgäßchen ist so wohl nur in diesen besonderen Zeiten möglich.

    barfugchencorona-jahr0ajrp.jpg


    Barfußgäßchen "freigeräumt" in Richtung Markt.

    barfugchencorona-jahrxnjsx.jpg

    pics by LEonline

    An Sanierung und späteren Neubau ist nichts nachhaltiger. Dieses Gebäude wird so oder so irgendwann fallen oder zumindest ein zweites mal komplett umgebaut werden müssen – dafür wird der Nutzungsdruck (bzw. die zu erlösende Rendite, hallo LWB!) schon sorgen wenn dann zukünftig alle umliegenden Großprojekte entwickelt sind. Soviel innerstädt. Potentialflächen wie jetzt wird es nicht ewig geben. Es wäre daher sinnvoller einen klaren Schnitt zu machen und neu zu bauen. Neubau muss ja nicht bedeuten, dass man im oberen Luxussegment einsteigt. Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten kann auch hier entstehen dazu eine ansprechend gestaltete gewerbegenutzte EG-Zone und nicht diese Wohnbunkertristesse wie sie sich auch nach Sanierung offenbaren wird. Ein Neubau könnte übrigens auch als Wohnhochhaus realisiert werden bei dem die oberen Stockwerke die unteren finanzieren. Ist alles schon dagewesen und kein Hexenwerk.