Beiträge von lguenth1

    Zur Frage des Grüns gab es heute noch einen Artikel (Link) in der Freien Presse:


    - Es sollen 30 bis 40 neue Bäume gepflanzt werden (für den kurzen Abschnitt schon sehr beachtlich).


    - Eine Vielzahl unterirdischer Ver- und Entsorgungsleitungen würden den zur Verfügung stehenden Spielraum begrenzen.


    - Die Straßenbahntrasse wird als Rasengleis verlegt.


    - Eine Bündnisgrüne will offensichtlich sogar die Platten am Nischel herausreißen und durch Grünflächen ersetzen. Damit würde sie nicht nur das prägendste Chemnitzer Kulturdenkmal beeinträchtigen, sondern auch die Nutzung dieses Bereichs für Skater oder Veranstaltungen verhindern. Verrückt.


    Dass auf der anderen Straßenseite noch der Stadthallenpark ist, darf man auch mal erwähnen.

    - das Misserfolgsgeheimnis der StraNa wird geklont: Eben kein Shared Space, sondern sauber und sogar mit den gleichen (zukünftigen Schmuddel-)Scheiben getrennter Verkehrsraum


    Meine generelle Meinung zu Shared Spaces habe ich bereits zum Ausdruck gebracht, und nirgendwo wären sie deplatzierter als hier. Die Stadt reduziert bereits massiv den Raum für den MIV, was ich hier aber unterstütze, solange die Kreuzungsbereiche weiterhin großzügig genug bleiben, um einen zügigen Verkehrsfluss zu ermöglichen. Die extrem wenigen Fußgänger in dem Bereich werden zukünftig unfassbar viel Platz haben.


    - da ist kaum Grün, den 1,X × 10m Streifen kann man kaum so bezeichnen

    Zur Parteifalte gibt es mehr als genug Grün.


    - da ist nicht nur keinerlei Spielelement fpr Kinder (was in C allgemein vergessen wird), sondern diese kommen auch weiterhin nur vorn und hinten an den Ampeln wirklich sicher über Radweg und Straße


    Laut Freier Presse soll es an insgesamt vier Stellen möglich sein, die Staße zu überqueren (doppelt so viel wie bisher), drei davon durch Ampeln gesichert. Mehr als zwei in den Kreuzungsbereichen bräuchte es eigentlich nicht,

    - der Bus pflügt über den Radweg und zwingt beim Halt die Radfahrer zum Stopp oder gefährlichen Vorbeifahren


    Stimmt, für den Radweg könnte man den Raum des überbreiten Fußweg nutzen.

    - Mittendrin parkt ein LKW

    Das wird die logische Folge der Fahrspurreduzierung von vier auf zwei sein. Eine Belieferung der Geschäfte muss ja möglich bleiben.


    - keinerlei Sitzmöglichkeit, an der Haltestelle kein Dach

    Das ist eine generelle Unsitte im ÖPNV geworden, auch im Bahnbereich. Allerdings kann etwas, was nicht da ist, auch nicht durch Vandalismus oder Graffiti beschädigt werden.


    - es fehlt z.B. eine Gastronomie, sowieso fehlt alles, was diese geraden voneinander getrennten Verkehrsräume aufbricht

    Auf der Seite der Stadthalle gibt es doch Gastronomie (Döner und chinesisch)?


    - Last but not least: Nach der teilweisen Umnutzung des Festplatzes Hartmannplatz wird so ein weiterer wichtiger Veranstaltungsort zunichte gemacht, einer, der auch in den letzten Jahren hochfrequent für Sport, Konzerte etc. zur Verfügung stand.


    Das wurde auch in der Freien Presse bereits thematisiert. Mir erschließt sich überhaupt nicht, wo das Problem sein soll, die Flächen so zu gestalten, dass diese weiterhin eine Nutzung für Veranstaltungen ermöglichen. Dann fahren halt mal drei Stunden keinen Straßenbahnen dort lang, oder nehmen einen Umweg über die später zu errichtende Strecke über die Theaterstraße.

    Die Fläche grenzt unmittelbar an das jetzige Firmengelände und kann für einen realistischen Preis kurzfristig von der Stadt gekauft werden. Die Wanderer-Werke gehören irgendeinem Spekulanten, stehen aktuell gar nicht zur Verfügung und würden gegenüber dieser Fläche eine katastrophale Verschlechterung bei Investitionskosten und späterem Fertigungsablauf darstellen. Zudem war es schon lange bekannt, dass sich die Firma gerne dorthin vergrößern würde und das bisher von den Südringplänen blockiert wurde.

    Statt unzählige Millionen für die Nordverlängerung des Südrings zu verpulvern, kann man jetzt bisher freigehaltene Flächen für 550.000 € an die STC Spinnzwirn GmbH verkaufen, die dort groß investieren wird, 7000 m² Fläche errichten und 50 Arbeitsplätze schaffen wird und damit ihr in der Beschlussvorlage beschriebenes beeindruckendes Wachstum fortsetzen kann.

    Man kann auf Fördermittel zurückgreifen, und zwar auf etwa eine Million Euro bei Gesamtkosten von acht Millionen Euro - siehe Seite 118 des "Gebietsbezogenen Integrierten Handlungskonzeptes der Stadt Chemnitz zur Förderung der EFRE- und ESF-Gebiete im Rahmen der RL Nachhaltige Stadtentwicklung EFRE 2021 - 2027 und der RL Nachhaltige soziale Stadtentwicklung ESF PLUS 2021 - 2027" (das wollte ich unbedingt in voller Länge ausschreiben). Dort finden sich ab Seite 90 noch unzählige andere spannende Vorhaben für die nächsten Jahre in der ganzen Stadt, etwa Lars Fassmanns Gießereihalle auf dem Sonnenberg. Eine Detailauswertung oder gar -auflistung würde mir zu viel Zeit rauben. Presse und Forum können mit dieser Liste die nächsten Jahre bestreiten.

    Da wir im Stadtgespräch sind: Die Willkommenskultur für ukrainische Flüchtlinge ist deutschlandweit extrem ausgeprägt, auch Sachsen oder Chemnitz macht da keine Ausnahme. Die sind als Nachbarn und auf dem Arbeitsmarkt gern gesehen. Einen Wut-Winter wird es nicht geben. Ein paar Demonstranten gehören in einer Demokratie dazu, aber die sächsischen Landrats- und Bürgermeisterwahlen haben erst im Juni / Juli eine sehr klare Aussage zu den Mehrheitsverhältnissen gesprochen. Sowieso gibt es nicht einmal ansatzweise irgendeine Gasmangellage, so dass gerade auch die absurde Erdgasblase platzt. Und der deutschen Bevölkerung ist es zuzutrauen, sich nicht mehr im Unterhemd in völlig überheizten Räumen vor den Fernseher zu setzen, sondern die Thermostate richtig zu bedienen und aus dem Schrank mal einen Pullover zu holen.


    Fazit: Alles mal wieder Panikmache, das verkauft sich gut und wird in Deutschland gerne aufgenommen, wo sowieso immer die Welt kurz vorm Untergang steht. Man kann dem Winter absolut entspannt entgegensehen.

    Es gab bereits vor dem russischen Überfall eine große ukrainische Gemeinschaft in Chemnitz, das wurde und wird immer auch wieder als Argument für den überproportionalen Zuzug genannt (bspw. Tag24). Auch sonst sind die Bedingungen perfekt, vom Wohnungsangebot über verfügbare Arbeitsplätze bis hin zur neuen Schule auf dem Sonnenberg, die in diesem Schuljahr exklusiv für ukrainische Kinder genutzt werden kann. Ich rechne fest damit, dass die Mehrheit der Ukrainer auch hier bleiben wird - leider, denn auch diese Fluchtwelle und die unvermeidliche Assimilation sind ein Erfolg für Putins Vernichtungsfeldzug.

    Die Ergebnisse der SGA-Herbstauktion (Quelle) sind extrem überraschend, weil fast alle Objekte Ladenhüter geblieben sind. Das gab es in der Form noch nie, obwohl die Preise auch früher schon hoch waren. Das könnte man sogar als Statement zum deutschen Immobilienmarkt im Allgemeinen interpretieren.


    - Bierstraße 4 (Luftbild), Schönau, Mindestgebot 98.000 Euro


    Reihenmittelhaus mit Gartengrundstück, Nebengebäuden und 100 m² Wohnfläche. Ordentlicher Zustand und keine schlechte Lage, das könnte für die ein oder andere Familie also höchst interessant sein. Aber wer außer mir beobachtet schon die Immobilienversteigerungen? Unbegreiflicherweise nicht versteigert.


    - Lessingplatz 12 (Luftbild), Sonnenberg, Mindestgebot 385.000 Euro (bei 10.140 Euro Netto-Jahresmiete)


    10 Wohnungen mit insgesamt 731 m², davon drei vermietet. Versteigert für 494.000 Euro.


    - Gießerstraße 12 (Luftbild), Sonnenberg, Mindestgebot 725.000 Euro (bei 20.043 Euro Netto-Jahresmiete)


    10 Wohnungen mit insgesamt 717 m², davon fünf vermietet. Interessant der große Unterschied zum recht ähnlichen Objekt am Lessingplatz, der sich auch durch ein marodes Hinterhaus mit Deckendurchbrüchen als Ausbaureserve und einen Aufzug nicht erklären lässt. Nicht versteigert.


    - Stadlerstraße 15 (Luftbild), Bernsdorf, Mindestgebot 795.000 Euro (bei 29.676 Euro Netto-Jahresmiete)


    10 Wohnungen mit insgesamt 740 m², davon sieben vermietet. Nicht versteigert.


    - Heinrich-Schütz-Straße 50 (Luftbild), Sonnenberg, Mindestgebot 550.000 Euro (bei 33.424 Euro Netto-Jahresmiete)


    Frisch saniertes und voll vermietetes Wohn- und Geschäftshaus. 4 WE mit ca. 368 m² und 6 GE mit ca. 367 m². Mietanpassungspotential vorhanden, da die Wohnungsmieten teilweise nur 2 bis 2,50 Euro/m² betragen. Nicht versteigert.


    - Tschaikowskistraße 63 (Luftbild), Sonnenberg, Mindestgebot 595.000 Euro (bei 10.013 Euro Netto-Jahresmiete)


    Denkmalgeschützt, 9 Wohnungen mit insgesamt 707 m², davon zwei vermietet. Nicht versteigert.


    - Der Hammer ist aber die Fabrikantenvilla in der Waldstraße 23 in Schirgiswalde-Kirschau für einen Mindestpreis von nur 299.000 Euro. Die bietet 700 m² Wohnfläche, eine Grundstücksgröße von 12.580 m², einen Wintergarten und ein unfassbares Ambiente, wie auf den Fotos zu sehen ist. Die würde anderswo in Deutschland wohl nicht unter 10 Millionen Euro angeboten werden. Immerhin hier hat jemand für nur 364.000 Euro zugeschlagen, was mich sowohl für das Denkmal als auch für den glücklichen Käufer freut.

    Wie viele Verkehrsunfälle gibt es denn pro Jahr auf dem Sonnenberg? Die Zahlen müssen ja immens sein, damit Du dort einen Totalumbau für erforderlich hältst. Welche Reduzierung der Unfallzahlen wird durch den Umbau garantiert erreicht? Ist das noch für dutzende Millionen Euro machbar oder wird es neunstellig? Und könnte man mit dem Geld vielleicht etwas sinnvolleres für die Stadtentwicklung anstellen?

    In den Seitenstraßen des Sonnenbergs ist nahezu kein Verkehr. Man braucht nicht überall tolle neue Sachen mit englischen Begriffen und großen Investitionskosten, sondern kann dort einfach mit seinem Fahrrad fahren wie in den letzten hundert Jahren auch.

    Übrigens werden am Lessingplatz für 265.000 Euro die etwa 20 Jahre alten, verfaulten und kaputten Holzstege erneuert. Ich habe mich schon immer gefragt, warum die dort eigentlich liegen. Wäre das nicht eine gute Möglichkeit gewesen, stattdessen jetzt eine dauerhaftere Lösung zu verwenden? Was spräche denn gegen eine Pflasterung oder meinetwegen einen geschotterten Weg? Viel teurer kann das nicht sein, eher im Gegenteil - speziell, da dann die Haltbarkeit nicht nur zwei Jahrzehnte wären.

    So wie ich die Beschlussvorlage verstehe, ist der Grund für die lange Dauer die Durchführung in Teilabschnitten, "um die Behinderungen für die Anlieger so gering wie möglich zu halten". Das kann ja nur bedeuten, dass man zwei Teilabschnitte macht, die jeweils an der Jakobstraße enden. Warum man den kurzen Abschnitt von der Augustusburger Straße bis zur Sonnenstraße nicht in einem Rutsch baut und damit die Bauzeit um Monate verkürzt, ist wirklich rätselhaft. Niemand wäre dadurch in irgendeiner Form abgeschnitten, stattdessen ist es gerade die absurd lange Sperrung dieser wichtigen Verbindungs- und Erschließungsstraße, die massive Probleme mit sich bringt. Das vor der Abstimmung oder jetzt noch mal zu hinterfragen, darf man vom Stadtrat oder gar der Verwaltung nicht erwarten. Die Würfel sind gefallen, und die Chemnitzer Politik gesteht nur aller paar Jahre einen Fehler ein oder korrigiert ihn gar.

    Die meisten Prognosen sind reine Kaffeesatzleserei. Diese ist sogar schon zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung überholt, weil die Einwohnerzahl hauptsächlich durch Ukrainer mal eben um 3000 Personen gestiegen ist. In der Folge sind die Leerstandszahlen der GGG bereits stark gesunken. Von der Stadtverwaltung würde ich statt Seifenblasen und Umfragen lieber mal konkrete Pläne hören wollen, wie genau man Chemnitz als Wohn-, Lebens- und vor allem Wirtschaftsstandort etablieren möchte.

    ^Hier die Beschlussvorlage mit ausführlicher Argumentation beider Seiten und Visualisierung. Wenn der Vorhabenträger jetzt schon eine Anwaltskanzlei hinzugezogen hat, wird man sich wohl bei einer Ablehnung auf einen Rechtsstreit über die Errichtung eines Wohnhochhauses einstellen müssen - schon recht ungewöhnlich in einer schrumpfenden und wirtschaftlich schwachen Stadt. Architektonisch ist das jedenfalls nichts, das ich unbedingt in der Stadt sehen wollen würde, und auch die Wirtschaftlichkeit einer so gigantischen Investition in 60 kleine Wohnungen halte ich für fraglich, da es dafür ein Überangebot gibt (was der Anwalt ohne jedes Argument anders darstellt). Andererseits kann man sich auch fragen, ob man solche Vorhaben nicht einfach laufen lassen sollte, da sie einiges Geld in die Stadt bringen, und ob die Stadt als Eigentümer der damit konkurrierenden GGG wirklich völlig neutral argumentiert. Der Neubau stünde wenigstens in Zentrumsnähe, während in Außenbereichen der Stadt höchst überflüssige Plattenbauten um jeden Preis erhalten werden.


    Fazit: Das werde ich leidenschaftslos beobachten, jeder Ausgang wäre halbwegs akzeptabel.

    Wobei ich schon sagen muss, das das Konzept für mich noch nicht so richtig greifbar ist. Irgendwie richtet sich das an alle und jeden, aber am Ende wird es sicherlich keinen wilden Mischmasch aus Co-Working, Sport- und Freizeitangeboten, Gastronomie, Appartments, Start-Ups und wer weiß was noch geben. Wahrscheinlich wird es sich einfach über die Zeit ergeben wird, wofür die Nachfrage am größten ist, so dass sich dann ein deutlicher Schwerpunkt herausschält. Trotzdem ist es natürlich bewundernswert, hier einfach mal ins Risiko zu gehen, auf Immobilie und Standort zu vertrauen und sich das Projekt organisch entwickeln zu lassen, ohne schon vorab 90 % der Flächen vermietet zu haben.


    Weil das wirklich in die Richtung des Wirkbaus geht, habe ich mal geschaut, was man dort zum Vermietungsstand findet. Erwartet hätte ich, dass dort keine Leerstände mehr sind, so dass eine Investition mit ähnlicher Zielrichtung folgerichtig wäre. Ganz so ist es aber nicht. Zwar ist der Großteil der Flächen belegt, es gibt aber trotzdem noch tausende Quadratmeter Leerstand (siehe Vermietungsexposé). Auch sonst wäre mir noch nie zu Ohren gekommen, dass solche Flächen in Chemnitz Mangelware wären. Ein absoluter Selbstläufer auf einem leergefegten Gewerbeimmobilienmarkt wird als auch die Schleifmaschinenfabrik nicht werden.

    Die Zietenstraße wird aber vorrangig deswegen saniert, weil dort das völlig marode Leitungsnetz komplett erneuert werden muss und man Fahrbahn und Fußwege danach zwangsläufig wieder in einen befahr- und begehbaren Zustand versetzen muss. Man darf nicht vergessen, dass hier jahrzehntelang Verfall und Abrissplanungen vorherrschten und erst die zunehmenden Gebäudesanierungen Infrastrukturinvestitionen erforderlich machen.


    In der Beschlussvorlage werden die Maßnahmen wie folgt beschrieben:

    Im gesamten Trassenverlauf wird ein beidseitiger Parkstreifen der Breite 2,00 m angeordnet, der durch einzelne Gehwegvorsprünge an den Einmündungen zur sicheren Fahrbahnquerung von Fußgängern unterbrochen wird. In Abständen wird eine Grünfläche mit Baumpflanzungen anstelle der Parkflächen eingeordnet. Die beidseitigen Gehwege mit der Breite von 3,00 m i. M. bleiben erhalten und werden grundhaft mit Betonplatten 30/30/8 cm neu ausgebaut, wobei im Bereich der erhaltenswerten Baumscheiben Ökopflaster für den Schutz der Wurzelbereiche eingesetzt wird.


    Dort gibt es auch Pläne, wie das zukünftig aussehen wird. Schwer zu beurteilen, ob das hinterher als Aufwertung wahrgenommen wird, mit Betonplatten kenne ich mich nicht aus. Aber es kann eigentlich nur besser werden.