Beiträge von lguenth1

    Die Firma IMK Automotive hat sich mit der Sanierung der Altenhainer Spinnmühle verdient gemacht und braucht für seine aktuell 70 MItarbeiter mittlerweile mehr Platz. Direkt neben der Mühle soll für 1,3 Millionen Euro bis Ende 2021 ein zweigeschossiger Flachbau mit "zeitgemäßer Architektur" errichtet werden (Freie Presse mit Bezahlschranke). So wie das klingt, sieht der leider auch aus:

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    Quelle: Freie Presse / Architekturbüro Fried.A

    Ich hatte schon die regelmäßge Sachstandsinformation der AG ruinöse Gebäude vermisst, im Jahr 2019 ist die entweder nicht veröffentlicht worden oder ich habe das verpasst. Jedenfalls wird die jetzt wieder im zustäbndigen Stadratsausschuss vorgestellt (Link, zum Vergleich der Link zur Version von 2018).


    Erstmals gibt es eine Gesamtbilanz: "Im Zeitraum von 2012 bis 2019 sind von ursprünglich 357 Objekten in den Betrachtungsgebieten 30 Objekte abgebrochen und 116 Objekte saniert worden."


    Erfolgte oder vorgesehenen Abbruchmaßnahmen:


    - Zschopauer Straße 174 (Luftbild), Bernsdorf: Abbruch in Vorbereitung. Auch in einer Antwort auf eine Ratsanfrage wird von den Abbruchabsichten eines Kaufinteressenten berichtet.

    - Frankenberger Straße 260 (Luftbild), Ebersdorf: Schornstein abgetragen.

    - Frankenberger Straße 262, Ebersdorf: Abgerissen.

    - Kantstraße 9 (Luftbild), Gablenz: Abbruch in Vorbereitung.

    - Chemnitzer Straße 87 (Luftbild), Röhrsdorf: Eigentümer beabsichtigt den Abriss.

    - Leipziger Straße 133, 135 (Luftbild), Schloßchemnitz: Abbruch wurde 2019 durch Eigentümer mit Förderung vollzogen.

    - Carl-Hertel-Straße 8 (Fotos), Schönau: Abbruch vollzogen, ehemalige Gaststätte "Zum Hirsch", war hier mehrfach Thema.


    Nachfolgend die im Bericht aufgeführten Gebäude mit Link zur letzten Erwähnung im Forum, einem Luftbild oder einem Foto:


    Schloßchemnitz (33 Objekte)


    Sanierungen:

    - Matthesstraße 78 (Forum)

    - Bergstraße 23 (Foto) : War hier bisher noch nicht gemeldet worden. Als Denkmal an einer ruhigen Seitenstraße aber naheliegend.

    - Bergstraße 46 (Forum)

    - Fritz-Matschke-Straße 18 (Forum)


    - Bergstraße 68 (Luftbild) : Zwangsversteigerung beantragt.


    Brühl (21 Objekte)


    - Brühl 71: Ein Wohnprojekt beginnt mit der GGG die Sanierung im Herbst 2020. Das stand schon im Investitionsprogramm der GGG für 2018 (Forum), eventuell hat man das wegen Unwirtschaftlichkeit jetzt etwas anders aufgezogen.

    - Lohrstraße 10 (Forum) : Sanierung.- Hauboldstraße 4: Ein Wohnprojekt wird in Zusammenarbeit mit der GGG nach einer Förderung der Sicherung vorbereitet. Das war schon längher ein Ärgernis (Freie Presse von 2015) und wurde 2019 zwangsversteigert (Link). Da schon die Hauboldtstraße 6 mittels eines alternativen Wohnprojektes saniert wurde (Forum), könnte es einen Zusammenhang geben.


    Limbacher Straße (26 Objekte)


    - Limbacher Straße 35, 41 (Forum) : Sanierung.

    - Limbacher Straße 113 (Forum) : Sanierung. Das könnet dafür sogar zum Denkmal erklärt worden sein, in den früheren Listen stand es jedenfalls wohl noch nicht drin.


    - Textima-Brache Limbacher Straße 36, 38 / Matthesstraße 57 (Luftbild) : Neuer Eigentümer im Wege der Zwangsversteigerung beabsichtigt Wohnungsbau unter Erhalt der Denkmalsubstanz.


    Kaßberg


    Hier wird eher eine Gesamtbilanz gezogen. 26 Objekte wurden saniert, vier abgerissen. In Betreuung sind noch die Kanzlerstraße 80 (???), die Zwickauer Straße 38 (Plattenbauhochhaus, Luftbild) und die Zwickauer Straße 100 (Alte Halle WEMA Union).


    Sonnenberg (54 Objekte)


    Sanierungen (aber wohl auch eher im Sinne einer Gesamtbilanz. Einige der Gebäude sind schon ewig saniert):- Heinrich-Schütz-Straße 14, 16 (Forum)

    - Gießerstraße 5 (Forum)

    - Gießerstraße 21, 23 (Forum)

    - Hainstraße 36 (Foto)

    - Hainstraße 79 (Foto) : Bisher nicht im Forum erwähnt.

    - Hainstraße 92 (Foto) : Bisher nicht im Forum erwähnt.

    - Hainstraße 93 (Forum)

    - Fürstenstraße 8 (Forum)

    - Fürstenstraße 49, 51 (Forum)

    - Markusstraße 35 (Forum)

    - Markusstraße 40 (Forum)

    - Lessingplatz 10 (Forum)

    - Paul-Gerhardt-Straße 54 (Luftbild)

    - Zietenstraße 77 (Forum)

    - Zietenstraße 78 (Forum)

    - Hofer Straße 23 (Forum)


    Zwangsversteigerung beantragt:

    - Zietenstraße 1a (Luftbild)


    Vertreterbestellung (zur Ermöglichung eines Eigentumswechsels bei nichtauffindbaren Erben):

    - Gießerstraße 6 (Luftbild)


    Zwickauer Straße (48 Objekte)


    - Zwickauer Straße 152a, 152b (Fotos) : Volkshaus, Sicherungsmaßnahmen durch Eigentümer.


    Frankenberger Straße (42 Objekte)


    Sanierung:

    - Frankenberger Straße 130 (Forum)

    - Frankenberger Straße 203, 205 (Luftbild)


    - Frankenberger Straße 35 (Foto) : Zwangsversteigerung beantragt.


    Erweitertes Stadtgebiet (15 Objekte)


    Sanierung:

    - Ottostraße 9, 11 (Forum)

    - Rembrandtstraße 41 (Forum)

    - Zieschestraße 27 (Forum)


    - Annaberger Straße 110 / 110a (Fotos) : Sicherungsmaßnahmen durch Eigentümer.


    Besonders gefährdete Kulturdenkmale


    Ich erwähne nur die kurz, wo es seit 2018 Neuigkeiten gibt, die noch nicht hinlänglich bekannt sind:


    - Müllerstraße 2, 4 (Forum) : Sicherung abgeschlossen (Nr. 2), Sanierung begonnen (Nr. 4).

    - Zöllnerplatz 19 (Forum) : Neuer Eigentümer beabsichtigt die Sanierung.

    - Karl-Immermann-Straße 30 (Forum) : Saniert.

    Zur geplanten Sanierung des Kulturpalastes hat man lange nichts mehr gehört (zuletzt hier im Forum). Eine Antwort auf eine Ratsanfrage der Linken kündigt jetzt an, dass die Einreichung des Bauantrages für das 3. Quartal 2020 avisiert ist und der Baubeginn 2021 erfolgen soll.


    Schwer verständlich ist, dass Eigentümer und Denkmalschutzbehörde bei ihrem Versuch einer Ausstellung von Wismut-Kunstwerken daran gescheitert sind, dass die Wismut GmbH ihnen keinen Termin gewährt hat. Von einem Unternehmen in hundertprozentigem Bundesbesitz mit Sitz in Chemnitz hätte man zumindest Gesprächsbereitschaft erwarten können. Da müsste glatt mal ein Chemnitzer Bundestagsabgeordneter bei dem verantwortlichen Bundesminister Altmaier nachfragen, was das soll.

    ^Die ersten drei Bilder sind sehr erfreulich, weil sie die Sanierung des Denkmals Brühl 57 zeigen, die hier bisher nicht vermeldet wurde. Das Gebäude wurde 2018 für 410.000 Euro versteigert, schon damals wurde die Sanierung angekündigt (Freie Presse mit Bezahlschranke). Im Stadtteilmagazin wird von der Leiziger Wagnermeyer Group als Eigentümer berichtet, die 21 Wohnungen mit Flächen zwischen 30 und 142 Quadratmetern schaffen will, und zwar bis Ende 2021.


    Der Vergleich von Vorzustand und Visualisierung zeigt, dass die häßlichen DDR-Ladeneinbauten verschwinden und damit eine ganz andere Wertigkeit im Straßenbild entsteht.


    Vorher:

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    Zwei Bilder: (dwt).


    Nachher:

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    Bild: Christian84DD

    Danke für die Bilder von der Augustusburger Straße. Diese lassen erkennen, dass man dort nicht einfach eine neue 0815-Betonbrücke hinklotzt, sondern sich wie auch am Südbahnhof recht weitgehend an der bisherigen Brücke orientiert. Die Bögen sind schon betoniert und werden sich nach der ebenfalls offensichtlichen Verkleidung doch recht nah an den jetzigen Zustand anlehnen. Das hätte ich so nicht erwartet und dürfte vermutlich auf den Einfluss der Denkmalschutzbehörde zurückgehen. Es wird sehr spannend, welchen Eindruck das Bauwerk am Ende machen wird. Nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, das man auch andere Neubauten von Ingenieurbauwerken ein bisschen ansprechend gestalten könnte...


    Zum Busbahnhof: Auch Fördermittel sind Steuergelder und sollten sinnvoll eingesetzt werden. Von Volksbefragungen halte ich aber auch nichts und wollte auch nicht den bisherigen Bahnhofsvorplatz als großen Wurf darstellen. Es ist nur etwas bezeichnend für die heutige Baukunst und ihre Architekturwettbewerbe, dass niemand auch nur ansatzweise ein Problem darin sieht, sich dieses damals wahrscheinlich in den höchsten Tönen gelobten Wettbewerbssiegers kurz nach Ablauf der Fördermittelbindung zu entledigen.

    Endlich sind Lage und Gestaltung des geplanten Busbahnhofes am Hauptbahnhof bekannt (Freie Presse mit Bezahlschranke). Die Kernpunkte daraus sind für mich folgende:

    • Der Busbahnhof soll doch direkt auf dem Bahnhofsvorplatz entstehen, was meines Erachtens noch nicht so ganz klar war. Zur Erinnerung: Dieser war erst vor weniger als 20 Jahren komplett neu gestaltet worden, für wie viele Millionen habe ich nicht gefunden.
    • In dem FP-Artikel sieht man ohne Bezahlschranke einen Entwurf für die Überdachung, der jeden Gestaltungsanspruch vermissen lässt. Warum überlegt man nicht wenigstens, das denkmalgeschätzte Pylonendach des jetzigen Busbahnhofs zu verwenden, das sonst ohne denkbare Nutzung dem Untergang geweiht ist?
    • Eine Ein- oder Aussteigemöglichkeit in ein Auto vor dem Bahnhof existiert dann zukünftig auch nicht mehr - so eine Zufahrt gilt heute zwar wahrscheinlich als unzeitgemäßer Umweltfrevel, wird aktuell aber von den realen Nutzern des Bahnverkehrs reichlich in Anspruch genommen.

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    Quelle: Freie Presse / Stadt Chemnitz

    Sehr überraschend gibt es 810.000 Euro Fördermittel für den denkmalgeschützten früheren Lokschuppen in der Lerchenstraße (Freie Presse mit Bezahlschranke). Der neue Eigentümer will weitere 90.000 Euro beisteuern, hat aber noch kein Konzept für die zukünftige Nutzung. Deshalb wird es sich wohl eher um eine Sicherung handeln, die bei so einem großen und maroden Objekt schon erhebliche Mittel verschlingt. In zwei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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    Bild: (dwt).

    Für die Verlagerung des Busbahnhofes sollen jetzt schon Mittel nachgeschossen werden, weil die erwarteten Kosten von 8,5 Mio. Euro auf 11 Mio. Euro gestiegen sind (Beschlussvorlage). Die halbe Million für den Umbau des denkmalgeschützten Wasserturms ist da noch nicht mal enthalten. Was kostet die Welt? Die Gelder dafür werden unter anderem aus der wirklich wichtigen Maßnahme der Verlängerung der Einfädelspur des Neefeparks abgezogen, die frühestens 2023 wieder angeschaut wird. Die Stadratssitzung am 23.09. müsste ich mir fast mal anschauen. Ob das da so einfach durchgewunken wird?

    ^ An sich eine gute Nachricht. Allerdings muss ich gestehen, sind mir Leute aus dem CFC-Dunstkreis immer sehr suspekt. Dieser Verein tut der Stadt nicht gut. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

    Haben wir nicht nötig, aber Du kannst Dir gerne im Stadion eine eigene Meinung bilden...

    Hier hätte ich mir eine kreative Nutzung bzw. die Erweiterung um eine Gastronomie gewünscht. Aus aktueller Sicht macht Gastro natürlich aufgrund der unattraktiven Umgebung überhaupt keinen Sinn. Mit dem Neubau der Schule gleich nebenan und der Neugestaltung der Freiflächen sowie der Einbindung des Chemnitz Flusses in irgendeiner Art und Weise hätte ein großer baumbestandener Biergarten hier durchaus Potential...

    Pfeifer sagt in den Artikeln, dass er der den Restaurants und Kultureinrichtungen in der Innenstadt keine Konkurrenz machen will. Er hätte auch sagen können, dass er denen keine Konkurrenz machen kann. Ich bin schon bei Büros skeptisch, aber an dieser abseitigen Stelle wäre ein Restaurant ein noch größeres Wagnis. Ein Biergarten wäre zwar denkbar, aber halt nur ein paar Monate pro Jahr. Was macht man dann aber mit dem Fabrikgebäude mit seinen winzigen Fenstern? Eine Schule ändert gar nichts an der Situation, noch dazu bekommt man kaum noch Personal für ein Restaurant.

    Für die Hartmannfabrik gibt es neue Pläne, diesmal aber wohl schon recht weit fortgeschritten (Freie Presse mit Bezahlschranke). Udo Pfeifer, in der Region durch die Getränkewelt und seine Rolle als CFC-Gesellschafter bereits eine lokale Bekanntheit, hat die Fabrik für eine Million Euro erworben und möchte dort weitere fünf Milionen investieren, um eine Büronutzung zu ermöglichen. Dass bereits 970.000 Euro Fördermittel überreicht wurden, unterstreicht die Ernsthaftigkeit dieser Pläne. Noch in diesem Jahr soll begonnen werden, 2022 soll alles fertig sein.


    Hoffen wir mal, dass es diesmal klappt und sich auch finanziell rechnet (wobei Herr Pfeifer laut Artikel mit einer schwarzen Null schon zufrieden wäre). Denn wie tragfähig Investitionen in Bürogebäude in Zeiten von Homeoffice und Rezession in einer Stadt wie Chemnitz sind, halte ich schon für fraglich.

    Elektrobusse wurden schon 2019 von den Stadtratsfraktionen von SPD und Grünen gefordert (Beschlussantrag), als exklusive neue Idee von Herrn Fassmann kann man das also bestimmt nicht verbuchen. Das wurde damals mit einer Stadratsmehrheit abgelehnt, daran wäre bis zu einer neuen Abstimmung auch ein neuer Bürgermeister gebunden. Da die E-Busse noch doppelt so teuer wie moderne Dieselbusse sind, Zusatzinvestitionen in die Ladeinfrastruktur erfordern und auch technisch noch nicht ganz ausgereift sind (Reichweite, Lebensdauer der Akkus), muss man hier auch nicht unbedingt an der Spitze der Bewegung stehen. Es werden eh nicht jedes Jahr neue Busse in Größenordnungen angeschafft, so dass man in ein paar Jahren dann von gesunkenen Kosten und technischen Entwicklungen profitieren kann.

    Welche Ideen begeistern Dich denn so? So ganz nachvollziehen kann ich das bei seinem Wahlprogramm nicht. Da ist vieles richtig, aber doch relativ belanglos und dürfte auch von jedem anderen Kandidaten so gesagt werden. Sehr konkret wird er leider bei der Ablehnung der Nachnutzung des Heizkraftwerks als Müllverbrennungsanlage, die ich wirtschaftlich und ökologisch für eine sehr gute Idee halte.


    Ein paar Sachen lassen mich stark daran zweifeln, dass Fassmann als Oberbürgermeister die richtige Wahl ist:


    - Passend zum Thema des Forums frage ich mich vor allem, was er als Besitzer von dutzenden Immobilien zur Stadtentwicklung beigetragen hat. Bis auf wenige Ausnahmen ist mir dort keine Entwicklung bekannt. Handelt er nur als Spekulant? Oder agiert er positiv im Veborgenen? Ich weiß es einfach nicht, aber das würde mich schon sehr interessieren.


    - Wer bei einer Bundeswehrwerbung auf einer CVAG-Straßenbahn von der Waffen-SS schwafelt, ist mir äußerst suspekt.


    - Ähnlich geht es mir, wenn jemand gegen die Videoüberwachung in der Innenstadt polemisiert, aber dann bei einem Einbruch in eine seiner Immobilien widerrechtlich eine Privataufnahme im Internet veröffentlicht. Solche Diskrepanzen zwischen Worten und Tun sollte es bei Politikern nicht geben.

    Sehe ich ähnlich, der Innenstadtring ist ebenfalls überflüssig. Wie auch bei der Verlagerung des Busbahnhofs ist es aber ein generelles Problem der Chemnitzer Politik, nicht von einem toten Pferd absteigen zu können und dadurch die in der mittelfristigen Finanzplanung gebundenen Millionen für Vorhaben freizumachen, die die Stadt wirklich voranbringen.Wie viele dutzend (hundert?) Millionen würden in die drei Projekte Kalkstraßensüdring, Innenstadtring und Busbahnhofverlegung fließen? Und wer würde dann hinterher sagen, dass sich das wirklich gelohnt hat? Hoffentlich ändert sich an dieser Verbohrtheit etwas, wenn die unselige Ära von OB Ludwig endlich vorbei ist.

    Wenigstens mal eine Idee im Wahlkampf (auch wenn Tag24 darüber nicht "berichtet", sondern das als bezahlte Anzeige präsentiert). So richtig begeistert bin ich davon auch nicht, weil ein Parkplatzgürtel um die Innenstadt keine verlockende Perspektive ist, die Flächen auf Brückenstraße und Theaterstraße bereits für die Straßenbahn benötigt werden und auf der Bahnhofstraße der Wegfall einer Spur wohl im Chaos enden würde. Aber so ganz verkehrt ist der Ansatz trotzdem nicht.

    Ist das mit der eingelagerten Bahnsteigüberdachung sicher? Von wem wird die wo eingelagert? Ich habe jetzt noch mal in der Denkmalliste geschaut, wo schon vor Jahren stand, dass eine der beiden geschützten Überdachungen eingelagert war. So gesehen wäre das also folgerichtig. Vielleicht hat die Denkmalschutzbehörde sogar den Erhalt des "kümmerlichen Restes" durchgesetzt?


    Ich gehe auch fest davon aus, dass kein Wiederaufbau geplant ist. Zudem hatte ich vor kurzem auch mal die DB-Vorgaben gelesen, nach welchen Kriterien welcher Wetterschutz auf Bahnsteigen vorgesehen ist. Ich würde das zwar nicht wiederfinden, aber es endete letztlich darin, das bei dem Passagieraufkommen am Südbahnhof so etwas luxuriöses wie die vor über 100 Jahren überall vorgesehenen Überdachungen völlig undenkbar sind. Wenn man jetzt weiß, dass die eingelagert sind, und dann bald auf einem zugigen Bahnsteig im Regen stehen muss, wäre es eigentlich eine spannende Aufgabe für Zivilgesellschaft und/oder Stadtrat, im Rahmen des Denkmalschutzes einen Wiederaufbau anzustreben, von dem ja auch die Fahrgäste der DB profitieren würden.

    Die Sanierung in der Turnstraße 28 steht offensichtlich im Zusammenhang mit den danebenliegenden Fabrikgebäuden - und über die findet sich eine Facebookseite zu einem "Werk 32", wo 2017 von der Entwicklung eines Gewerbestandortes berichtet wurde. Unter anderem ist die Rede von Proberäumen. Gut, wenn man wieder eine sprudelnde Quelle vor Ort hat :-)

    Die Ergebnisse der Herbst-Auktion der SGA lauten wie folgt:


    Jahnstraße 57, Lutherviertel, Mindestgebot 600.000 Euro (bei Jahresnettomiete von 15.149 €)


    Denkmalgeschütztes MFH mit 9 WE und 1 GE mit insg. ca. 662 m², davon 5 WE mit ca. 332 m² vermietet. Nicht versteigert.


    Anton-Erhardt-Straße 3, Siegmar, Mindestgebot 425.000 Euro (bei Jahresnettomiete von 23.868 €)


    MFH mit 9 WE mit ca. 529 m², davon 8 WE mit ca. 459 m² vermietet. Versteigert für 460.000 Euro.


    Friedrich-Naumann-Straße 8, Hilbersdorf, Mindestgebot 550.000 Euro (bei Jahresnettomiete von 23.118 €)


    MFH mit 9 WE mit ca. 600 m², davon 7 WE mit ca. 468 m² vermietet, sowie 2 GE mit ca. 105 m², davon 1 GE mit ca. 57 m² vermietet. Versteigert für 600.000 Euro.


    Paul-Gruner-Straße 4, Altchemnitz, Mindestgebot 685.000 Euro (bei Jahresnettomiete von 20.993 €)


    MFH mit 14 WE mit ca. 912 m², davon 7 WE mit ca. 445 m² vermietet. Versteigert für 600.000 Euro.


    Straßburger Straße 20, Altchemnitz, Mindestgebot 249.000 Euro (bei Jahresnettomiete von 8.400 €)


    MFH mit 6 WE mit ca. 500 m², 1 GE mit ca. 180 m², Hinterhaus mit ca. 300 m², davon ca. 220 m² als Gewerbe vermietet. Versteigert für 250.000 Euro.


    Nauwerckstraße 12, Siegmar, Mindestgebot 160.000 Euro


    Leerstehend, entkernt, im Rohbauzustand, ehemals 6 WE mit ca. 350 m². Nicht versteigert.



    Nachverkauft wurde die Hauptstraße 138 in Euba für 15.000 Euro.


    Rochlitz, Sofienplatz 9, MIndestgebot 15.000 Euro


    Denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus am Stadteingang, 2 WE mit ca. 186 m², 1 GE mit ca. 180 m², sanierungsbedürftig. Versteigert für 25.000 Euro.

    Aktuell läuft eine Ansiedlungsentscheidung in Sachsen, für die Chemnitz eine naheliegende Wahl wäre. Im ganzen Freistaat gab es nämlich schon nach der Schließung des Chemnitzer Gausepohl-Standortes keinen nennenswerten Schlachthof mehr. Nachdem jetzt auch noch in Altenburg das Schlachten von Schweinen eingestellt wurde, sind die Wege so lang und der wirtschaftliche und ökologische Leidensdruck so groß, dass der Landesbauernverband ein Konzept für eine Schlachtung vor Ort aufgestellt hat und einen zentralen Standort sucht (Welt, Freie Presse mit Bezahlschranke).


    Chemnitz wäre dafür ein idealer Standort. Zentraler gelegen kann man gar nicht sein, die Verkehrsanbindung ist aus dem Erzgebirge ähnlich gut wie aus Ostthüringen und Nord- oder Ostsachsen. So gesehen könnte man nahtlos an den nahen Standort in Altenburg anknüpfen. Gewerbeflächen und günstige Wohnungen für die Mitarbeiter stehen in ausreichender Menge zur Verfügung. Wichtig ist für den Betrieb aber vor allem eine ausreichende Menge von Amtstierärzten, die in einer Großstadt deutlich einfacher in der Verwaltung aufgebaut und angelockt werden können. Hier könnte man zudem gleich an die Erfahrungen mit dem früheren Schlachthof anknüpfen. Es würde mich aber nicht wundern, wenn die Stadtverwaltung mal wieder den Schlaf der Gerechten schläft und man bald über den neuen Standort in Dorfdingsitz hört, anstatt mit den offensichtlichen Standortvorteilen alle Hebel in Bewegung gesetzt zu haben.


    Erster Gedanke war natürlich, was denn eigentlich aus dem früheren Gausepohl-Werk an der A72 geworden ist. Der war zum Gewerbepark "Areal 72" entwickelt worden (siehe hier im Forum). Das offensichtlich auch sehr erfolgreich, denn 2019 wurde über einen Weiterverkauf des zu 85 Prozent vermieteten Objektes berichtet (Link).

    Über diese Forderung einer sachsen-anhaltinischen Splitterpartei muss man gar nicht groß diskutieren. Leipzig-Halle war 2019 mit 2,6 Millionen Passagieren der Flughafen mit dem zwölftstärksten Aufkommen in Deutschland. Dass die Zahlen schon vor Corona rückläufig gewesen sein sollen, wie von den Grünen behauptet, könnte man durchaus als Lüge bezeichnen (2019 + 1,9 %).


    Wie schon erwähnt ergeben sich wegen der Rolle als Frachtflughafen sowieso nur minimale Einsparungen, dafür würde ein großes, wirtschaftsstarkes Einzugsgebiet von der Anbindung an den Flugverkehr abgeschnitten. Man kann ja mal überlegen, wie schnell man aus Chemnitz, Jena oder kleineren Städten in deren Nähe in Berlin ist, auch wenn man dann mal den Blick über den Tellerrand wagen müsste. Ganz nebenbei sollte man auch mal darüber nachdenken, wieso sich Weltkonzerne mit ihren Fabrikstandorten ausgerechnet in der Nähe dieses Flughafens angesiedelt haben.