Beiträge von lguenth1

    Die Ansichten von der Wittenberger Straße der drei zweiten Plätze noch mal direkt ins Forum eingebunden. Bei HEIDE & VON BECKERATH lässt die tolle Zuarbeit noch keinen wirklichen Eindruck der Fassade zu, dort besteht also noch Hoffnung. Die anderen beiden halte ich allerdings auch für indiskutabel, die wären schon alleine wegen dieses einen Aspektes bei mir sofort chancenlos gewesen.


    HEIDE & VON BECKERATH

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    PYSALL ARCHITEKTEN

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    W&V

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    Vielen Dank für die Bilder, darauf hatte ich gehofft. Ein Link zur Vogelperspektive auf das Gelände bietet vielleicht noch einen Mehrwert bei der Beurteilung.


    Der Architekturwettbewerb hätte mit dem Entwurf von Nöfer Architekten auf jeden Fall eine überragende architektonische Lösung für den Blockrand finden können - klassisch schön und mit einer tollen Lösung sowohl für den Versatz in der Straßenführung als auch für den Erhalt des Pförtnerhäuschens:

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    Foto: mijoux


    Leider dürfte da die sicherlich deutlich geringere Nutzfläche ein gewichtiges Gegenargument gewesen sein. Die Durchgänge, eine selten anzutreffende architektonische Aufgabe, hätten einen regelrecht eingeladen, das Innere zu entdecken. Im Innenbereich liegt aber auch die vielleicht entscheidende Schwachstelle dieses Beitrags, weil man dort wohl wirklich zu viel des nicht denkmalgeschützten Altbestandes weiter mit eingeplant hat und deshalb Chancen für einen lebenswertere Innenhofgestaltung verschenkt hat. Aber es muss doch möglich sein, bei solchen Wettbewerben das Beste aus mehreren Entwürfen zu kombinieren?


    Beim Siegerentwurf verstehe ich nicht, warum man das Gebäude zwischen Wittenberger Straße erhalten will (rechts im Bild unten). Das ist weder denkmalgeschützt noch erscheint es sonst irgendwie erhaltenswert oder mit seiner niedrigen Höhe wirtschaftlich optimal nutzbar:

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    Foto: mijoux


    Wie genau man sich den Umbau der Halle vorstellt, erschließt sich mir leider trotzdem noch nicht so ganz. Das ist sicherlich der spannendste Aspekt des ganzen Bauvorhabens.

    Erfreulich, dass der Großteil des Denkmalbestandes erhalten bleibt. Das auf den Fotos gut zu sehende charmante Pförtnerhäuschen muss laut dem Link zwei Beiträge vorher das Zeitliche segnen. Das ist aber nachvollziehbar bis zwingend erforderlich, weil es die Nutz- und Finanzierbarkeit des ganzen Vorhabens leider massiv beeinträchtigt. Durch den Abriss kann die Straßenfront mit einem Neubau geschlossen werden, wodurch dann auch entsprechende Einnahmen generiert werden.

    Tatsächlich, ich hatte auch nur von acht Fabriken gelesen, aber Intel will die möglicherweise alle an einem einzigen Standort mit 12.000 Arbeitsplätzen und 500 Hektar errichten. Das sind 5 Millionen Quadratmeter! So eine Fläche steht aktuell in ganz Sachsen nicht zur Verfügung, wenn man mal in die Gewerbeflächendatenbank schaut. Spitzenreiter ist dort Rothenburg in der Oberlausitz mit 1,625 Mio. m² - vielleicht nicht unbedingt der Standort, wo man so viele Arbeitnehmer suchen oder hinlocken will. In Berbersdorf vor den Toren von Chemnitz stehen immerhin 800.000 m² zur Verfügung, das wäre also schon eine Option bei einer möglichen Aufteilung der Standorte. In Chemnitz selber gibt es übrigens maximal 260.000 m² in der Leipziger Straße, die größte Parzelle davon hat nur 43.000 m².


    Von irgendwelchen Megafabriken braucht man in Chemnitz mit dieser überschaubaren Parzellengröße sicherlich nicht zu träumen. Da sollte man bei der Stadt vielleicht mal aufwachen und einen Standort am Südring entwickeln, und zwar so weit, wie es nötig ist, um bei solchen Entscheidungen eine Rolle zu spielen. Keine Ahnung, ob man da nur planerisch vorbereitet sein muss oder schon Geld in die Erschließung zu investieren ist, aber man muss auch mal ein Risiko eingehen. Wenn es dann nicht klappt oder erst in Jahrzehnten, dann ist es immer noch besser, als gar nichts getan zu haben.

    Zumindest wäre es kein Wunder, wenn Sachsen sich hier als Standort durchsetzt. Welche Gründe dann den Ausschlag für Chemnitz gegenüber einem Standort direkt in Dresden geben sollten, kann ich mir aber nicht vorstellen (ganz abgesehen vom wichtigsten Aspekt, des erforderlichen Engagements der Stadtverwaltung). Da müsste Chemnitz schon irgendwo bei den im Artikel genannten Standortfaktoren besser dastehen: "Verfügbarkeit von Energie, Wasser, Baugrund, qualifiziertem Personal und erhebliche Subventionen". Wo sollte das sein? Klar, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber ich würde mich auch mit Dresden freuen.


    Edit: Ich habe mal ein bisschen ins Dresdner Forum geschaut. Dort wird schon über eine anstehende Entscheidung für eine Chipfabrik von TSMC geschrieben, wo sich Dresden wohl große Hoffnungen machen kann. Es wird dort von nur einer einzigen geeigneten Fläche in ganz Dresden geschrieben, auch die Wasserversorgung solcher Fabriken wird als Herausforderung gesehen. Vielleicht doch Argumente für eine nahegelegene Großstadt mit guter Wasserversorgung? Aber ob eine Fläche zur Verfügung steht, ist eine ganz andere Frage.

    Der Verkauf 2016 durch die DB für nur 20 Mio. Euro ist bei einem mittlerweile erreichten Buchwert von 210 Millionen Euro ein ziemlich krasses Beispiel der Vernichtung von "Volkseigentum". Ein Grundstück zu entwickeln und zu bebauen hätte ein Konzern wie die DB mit ihren großen Planungsabteilungen sicherlich auch hinbekommen können. Wertsteigerungen und Mieteinnahmen wären dann in die DB-Bilanz eingeflossen, später hätte die fertige Bebauung einzeln veräußert werden können. Auf jeden Fall wäre sehr viel Geld für Investitionen in den Bahnverkehr generiert worden.

    ^Da ist wohl etwas Verwirrung entstanden. Das Wasserstoffzentrum wird in Berndsorf in Uni-Nähe gebaut, siehe Foto in diesem FP-Artikel. Kamikater war gedanklich hingegen bei der potentiellen Fläche für unsere herbeigewünschte Batteriefabrik. Wenn überhaupt ist das Gewerbegebiet an der Röhrsdorfer Allee eine Option, aber die müsste man dann erst mal untersuchen, eben genau die Flächenbedarfe klären und frühzeitig und sofort den Gleisanschluss einplanen und vorbereiten (in den auf Hochtouren laufenden Planungen für die Strecke Leipzig-Chemnitz, was eigentlich schon viel zu spät ist). Großkonzerne interessieren sich ausschließlich für Flächen, wo sie von jetzt auf gleich bauen und produzieren können. In Grünheide bei Tesla lag sogar schon der Gleisanschluss und konnte deshalb schon in der Bauphase genutzt werden.

    Auf den ersten Blick eine hervorragende Nachricht, auf den zweiten hinterlässt die aber große Fragezeichen. Eigentlich wurde nämlich nur ein Standort für das Wasserstoffzentrum gesucht, wofür Chemnitz auch ohne Kenntnis der Konzepte gute Chancen gehabt hätte. Es war schon sehr eigenartig, dass letzte Woche die Entscheidungsverkündung kurzfristig abgesagt wurde, jetzt werden alle verbliebenen Kandidaten beglückt.


    Bei einer Entscheidung durch das CSU-geführte Verkehrsministerium wundert es mich nicht, dass ausgerechnet der weltbekannte Forschungsstandort Pfeffenhausen im wirtschaftsschwachen Bayern mit 100 Millionen Euro den Löwenanteil der Fördersumme abgreift. Klar, ich kenne keine Details usw., aber kurz vor der Wahl kommt mir schon der Gedanke einer "Operation Abenddämmerung" in den Sinn. Solche Überlegungen könnte man natürlich mit nachvollziehbarer Veröffentlichung aller Unterlagen und Bewertungen aus der Welt räumen, aber dazu wird es nicht kommen.


    Dass die Batteriefabrik eine Träumerei bleiben wird, befürchte ich auch - aber nur, weil es die Stadt ganz offensichtlich mal wieder nicht mitbekommt, dass mehrere Großkonzerne Standorte für eine solche Milliardeninvestition suchen und Chemnitz dafür mit Lage zu den Fabriken, Verkehrsanbindung, Arbeitskräftepotential und vorhandener Hochschul- und Wirtschaftsstruktur die perfekten Voraussetzungen bietet. Es macht mich fast wahnsinnig, dass sich der OB nicht mit dem Ministerpräsidenten vor die Presse stellt und verkündet, dass man sich zusammen mit aller Macht um diese Standortfrage bewirbt und dafür auch auf Verdacht eine Gewerbefläche mit Gleisanschluss vorbereitet. AHHHH!

    "Milliardenschweres Zukunftslabor" hat als Überschrift erst mal funktioniert und mich recherchieren lassen, worum es überhaupt geht. Verkehrt ist die Formulierung natürlich nicht, aber weckt doch etwas falsche Erwartungen. Die Agentur für Sprunginnovationen ist jetzt schon in Leipzig ansässig und hat etwa 35 bis 50 Mitarbeiter. Es geht hier also vorrangig um einen innerstädtischen Umzug, der immerhin zu einer sinnvolleren Gebäudenutzung in Leipzig führt. Das große Geld wird von der Agentur eher verteilt, also größtenteils nicht unmittelbar am Standort oder in der Zahl der Arbeitsplätze in Leipzig sichtbar. Das nur zur Einordnung und keinesfalls abwertend gemeint, die Agentur und ihre geförderten Projekte sind extrem spannend.

    Da steht nicht ausdrücklich, dass es sich um die Rößlerstraße 9 handelt, oder? Die liegt ziemlich stadtbildprägend in der Nähe der Annaberger Straße (siehe Bing-Vogelperspektive). Das könnte vielleicht so eine Art Initialzündung für Investitionen in Altchemnitz werden, das eigentlich sehr viele Vorteile als Wohnstandort bietet - Grünflächen und Arbeitsplätze in der Nähe, gute Anbindung an die Innenstadt mit Straßenbahn vor der Haustür, auch mit dem PKW gut erreichbar, Freizeitmöglichkeiten und Schrebergarten vor der Haustür etc. Nur die fehlende Anbindung Richtung TU über die Bahngleise ist ein großer Nachteil, den die Stadt trotz bekannter Absichtserklärungen langsam mal in Angriff nehmen sollte. Das ist andererseits natürlich leicht gesagt, alle Meldungen mit Einfluss auf die Haushaltslage sehen ja nicht so toll aus (Pandemie, einbrechende EinS-Überweisungen in Millionenhöhe, ...).


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    Quelle: (dwt).

    Das sind nur sehr wilde Ideen mit dem Neubau, ich würde das nahezu ausschließen. Im Vergleich mit einer Verlängerung des Mietvertrages am jetzigen Standort kann das eigentlich nicht wirtschaftlicher sein (was ich allerdings beim Technischen Rathaus auch gedacht habe). Eher wäre ein Umzug in ein anderes Mietobjekt wahrscheinlich. Von städtebaulichen Träumen am jetzigen Standort würde ich noch mehr Abstand nehmen, es gäbe dann erst mal nur ein leerstehendes Bestandsgebäude - auch da wäre eine Neuvermietung höchstwahrscheinlich wirtschaftlicher als Abriss und Neubau, an die sich auch nur eine Mietersuche anschließen würde.


    Mein Tipp: Man wird sich irgendwie einigen und bleiben, wo man ist.

    Den Vergleich mit dem Großparkplatz nehme ich zurück, denn den können Mensch und Tier wenigstens noch betreten. Eine Solarpark muss mit Zäunen und Stacheldraht abgeriegelt werden, weil der Diebstahl von Modulen mittlerweile ein sehr lukrativer Kriminalitätszweig geworden ist. Eine kurze Recherche hat allerdings ergeben, dass alle umliegenden Kommunen das Vorhaben bereits gebilligt haben. Dann sollen sie halt machen und sich die nächsten Jahrzehnte an mehreren Quadratkilometern schwarzer Solarmodule in der Kulturlandschaft erfreuen.


    Was vor Jahrzehnten getroffene und damals alternativlose Entscheidungen zum Braunkohleabbau mit heutigen Raumentwicklungen zu tun haben, hätte ich dann doch ganz kurz nochmal erklärt gekriegt. Oder habe ich hier irgendwo die Braunkohle zur Energiequelle der Zukunft erklärt?


    P.S.: Bitte mal die geplante Inanspruchnahme von Flächen über die Leipziger Innenstadt legen, um sich einen Eindruck von den Ausmaßen zu verschaffen.

    ^Als Stadtbewohner kann ich den sofort gegen jedes geplante Windrad aufkommenden Widerstand zwar nicht wirklich beurteilen, kann mich des Gefühls aber nicht erwehren, dass ein paar Windräder niemandem echtes Leid zufügen sollten. Wenn ich die Visualisierungen dieses gigantischen Solarparkes sehe, wäre ich als Anwohner aber garantiert an vorderster Front dabei, wenn in Böhlen, Rötha oder Neukieritzsch zum Widerstand geblasen wird. Was für ein absurder Flächenfraß einer landwirtschaftlich genutzten Fläche mit vielen anderen ökologischen oder erholungstechnischen Entwicklungsmöglichkeiten - wobei auch Landwirtschaft tausendmal sinnvoller ist als das hektarweise Aufstellen von Solarmodulen, das der Fläche trotz der paar Hecken ähnlichen Schaden zufügt wie eine Zubetonierung als Großparkplatz.


    Man vergleiche das Bild mit dem nur teilweise dargestellten Solarpark mit dem Google-Satellitenbild, um sich eine Vorstellung dieses Monstrums zu machen.

    Das hören wir aber nicht zum ersten Mal. Teilabriss ("Schneise ins Objekt schlagen") hört sich aber schon mal ganz gut an, wobei ich schon den Eindruck habe, dass der Gewerbeimmobilienmarkt in Chemnitz mehr als genug Möglichkeiten hergäbe, auch ohne teure Sanierung Räumlichkeiten zu finden und dadurch einen weitgehenden Abriss zu ermöglichen.


    P.S.: Ich weiß, auch ich wiederhole mich hier, aber der Verzicht auf den von mir regelmäßig kritisierten neuen Busbahnhof ermutigt mich in meiner nervtötenden Penetranz :-).

    ^ Grunderwerbsteuer und andere Steuern sind die Gründe, dass die Stadt nichts dagegen unternimmt

    Bestimmt nicht. Man könnte als Grund anführen, dass erst mal rechtliche Regeln existieren müssten, um "häßliche" Neubauten verhindern zu können. Und die sind juristisch gar nicht einfach auf- und durchzusetzen, damit könnten sich Verwaltung und Stadtrat jahrelang beschäftigen. Es kann sich ja mal jeder spaßeshalber an einer juristisch unangreifbaren Formulierung versuchen, die dieses Ding aus der Visualisierung hätte verhindern können, obwohl es Fenster, Zugänge und Balkone enthält und garantiert alle Anforderungen an energieeffizientes Bauen erfüllt.


    Vor allem würde es aber erforderlich machen, dass sich ausgerechnet Leipzig an der Spitze einer nirgendwo in der Öffentlichkeit ersichtlichen Bewegung stellt, die den erforderlichen Mut zum Ausruf aufbringt, dass der Kaiser "modernes Bauen" nackt ist.

    Laut diesem Artikel der Freien Presse sind für das geplante Großforschungszentrum im Leipziger Raum jetzt noch folgende drei Ideen im Rennen:


    - nachhaltige Kreislaufwirtschaft chemischer Erzeugnisse

    - Klimaschutz mit Fokus auf Land- und Forstwirtschaft, Wasser, Planung urbaner Räume oder Mobilität

    - neue Technologien zu Digitalisierung und Individualisierung der Medizin


    Auch wenn es ohne Kenntnis weiterer Details schwer zu beurteilen ist, erscheint das Chemiethema sowohl inhaltlich als auch von den im Chemiedreieck vorhandenen Anknüpfungspunkten recht vielversprechend.

    Laut einer aktuellen Studie will jeder achte Einwohner der Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern diese innerhalb eines Jahres verlassen. In Leipzig gilt das für 10,5 Prozent (Link). Hauptgrund ist die Corona-Pandemie, Hauptgruppe junge Familien. Allerdings ist bei solchen Umfragen immer äußerst fraglich, was sich davon am Ende wirklich realisieren wird. Es wollen auf Nachfrage auch immer ganz viele Menschen mehr Sport machen, sich anders ernähren oder umweltbewusster leben.

    An der Glösaer Straße entsteht ein Einsatztrainingszentrum des Zolls (Freie Presse mit Bezahlschranke). Es soll aus drei Modulen bestehen, u. a. mit Sport- und Schießanlagen. 140 Zöllner sollen dort täglich gleichzeitig trainieren, 55 Beschäftigte werden das ermöglichen. Standort wird ein ehemaliges Bundeswehrgelände an der Glösaer Straße (Luftbild). Ob dort Neubauten errichtet werden, kann man nicht direkt entnehmen, zu vermuten ist das aber. Sowohl die sicheren Behördenjobs als auch die Belebung des Objekts sind für Chemnitz ein Gewinn.