Beiträge von hedges

    Während die Mittel für das 'IfL' nun freigegeben werden und der Baustart wohl noch 2022 ansteht, dreht sich in Sachen Markthalle doch noch einmal etwas. Laut einem Artikel (welchen ich nicht mehr finden kann), wird der jetzige und notwendige neue Antrag der Stadtverwaltung mit den 125 Mio. Euro für Musikschule und VHS und ohne Markthalle keine Mehrheit im Stadtrat finden. Alle Fraktionen ausser Linke und Teile von SPD und CDU werden diesen aufgrund des damals vom Stadtrat getätigten Entschluss, die Markthalle zu bauen, nicht zustimmen.


    Somit ist das gerade erst vorgestellte Konzept ohne Markthalle, Makulatur. Währenddessen sind die Initiatoren und Investoren*innen irritiert.

    ^ ja und damit ist es auch passiert, dass Leipzig seit sehr langem wieder eine niedrigere Arbeitslosenquote als Dresden und damit nun die niedrigste Quote der drei Großstädte im Freistaat hat. Wenn auch nur sehr marginal. Was entsprechend der auch im Artikel erwähnten Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts in der Stadt und im Umland hat.


    Der eigentlich interessante Punkt ist dabei ja nicht nur die Aufnahmefähigkeit des hiesigen Arbeitsmarktes sondern jener einer notwendigen Migration. Da es nicht gelingt, die Situation überhaupt zu entschärfen. Die Zahl der SV-pflichtigen Beschäftigten von 300.000 bis 2025 ist sehr realistisch.

    ^ daran und an die Verweise von 'Stahlbauer' und 'C.S.' anknüpfend sehe ich zwar eine zentrale Funktion des WLP als Verkehrsknotenpunkt. Aber die Aufenthaltsqualität mit dem weit aufgelassenen Platz als doch (zumindest theoretisch) gegeben an. Ich war übrigens mal für eine Wiederaufnahme der alten Blockrandkanten. Jetzt sehe ich aber die Neuinterpretation als sehr positiv.


    Zum Thema Markthalle sieht Dienberg diese, im Kontext mit der oben genannten Planung, als absolut möglich an. Der Kämmerer jedoch, will abermals Kosten und Nutzen überprüfen. Es wird seitens der Stadt ein Konzept sowie Betreiberstruktur gesucht, um eine etwaige Markthalle in die Gesamtplanung des Grundstücks aufzunehmen bzw. einzubeziehen.


    Für mich wäre es eine absolut vertane Chance, an jenem ehemaligen Standort der zentralen Markthalle keine neue Markthalle zu etablieren. Genau jener Bau könnte neben den ganzen öffentlichen Einrichtung "Leben" auf dem Platz etablieren. Ich denke, mit jenem Projekt steht und fällt die Funktion des WLP als ein attraktiver Aufenthaltsort auf mehreren Ebenen. Auch wenn nun ein neuer Anlauf auf das Einheitsdenkmal und entsprechender Ausgestaltung des Platzes insgesamt, genommen wird.


    Außerdem gibt außerhalb des Areals WLP, Windmühlenstraße, und folgend Bayerischen Platz keinerlei Flächen im innerstädtischen Bereich für ein Projekt wie jene Markthalle. Deswegen auch immer mein Appell, das komplette Areal ein einer zukünftigen Neugestaltung mitzudenken.

    ich verstehe die Ansatz von 'Altbaufan', dass sich in den großen Gebieten nicht viel bewegt. Und anders als beim Bayerischen Bahnhof war der ursprüngliche Plan von guter Qualität. Beim Bayerischen Bahnhof bin ich froh, dass es damals nicht unmittelbar vollzogen wurde. Ich möchte mir das Gebiet heute nicht vorstellen, wenn es vor 10 Jahren errichtet worden wäre. Die Qualität in der Planung und Umsetzung sehen heute zum Glück anders aus.


    Natürlich sind die Weiterverkäufe und jetzigen Krisenjahre heftig. Aber 'C.S.' hat natürlich recht in Bezug auf den Jobboom aber auch, dass eben nur aufgeschoben und dadurch verteuert wird. Es sind bisher schon alleine rund 12.000 ukrainische Flüchtlinge in die Stadt gekommen. Wir können dieses Jahr also insgesamt wohl wahrscheinlich mit einem Einwohnerzuwachs zwischen 15.000 und 20.000 Personen ausgehen. Je nachdem wie sich die weitere Migration und auch die Sekundärmigration entwickelt. Zumindest wird der Fasch*** im Kreml in seinem Leben, sicher nicht mehr in die Realität zurückkehren.


    Und letzterer ist halt jener Punkt, welchen ich schon mehrmals zum Thema Einwohnerentwicklung in Leipzig schrieb. Wenn die Stadt jedes Jahr durch den Arbeitsmarkt und trotz der Suburbanisierungsprozesse eine gewisse Grundlage von Zuzügen aufzuweisen hat, dann sind etwaige Krisenwellen und dazugehörige Migrationgsströme sehr viel einschlägiger. Denn während etliche Großstädte nur ihr Schrumpfen oder ihre Stagnation verbessern, hat Leipzig dann gleich mal gewaltige Zuzugswellen welche in sehr kurzen Zeiträumen stattfinden. Deswegen kann man wohl immer noch nicht sagen ob die Stadt bis 2030, 650.000 oder 680.000 oder gar mehr EW haben wird.


    Der Arbeitsmarkt gibt das aber bisher her. Was der absolut entscheidende Punkt ist.

    Da haben Sie natürlich völlig recht. Nur braucht es ja kein zeitgenössisches Vorbild wenn hier eine vom Krieg zerstörte und seit 1945 unbebaute Fläche, eine Neuinterpretation erfährt. Deswegen hatte ich ja hier schon vor einigen Monaten den jetzigen Entwurf gelobt.


    Ich finde diesen sehr gut. Vor allem die monolithische Eckbebauung mir ihrem Gegengewicht zu den Fensterrastern sowie der Möglichkeit, die Bebauung trotz ihrer doch eher geringeren Sichtfunktion für den gesamten Platz, zumindest etwas in den Platz zu rücken. Und wie "Birte" schon schrieb, könnte mit der Aufnahme einer Natursteinfassade an das 1950er Wohngebäude sowie die heutige Stadtbibliothek anknüpft werden. Aber auch eine Sichtbeton-Fassade kann hier sehr wertig und vor allem interessant werden.


    Zu guter Letzt hat auch die Funktion des Eckbaus mit dem Archiv und der Bibliothek eine Bedeutung, welche auf die Gestaltung des Eckgebäudes abstrahlt. Dabei lassen sich wiederum Ansätze zur funktionalistischen Architektur ableiten. Ich bin gespannt auf die Umsetzung.

    ich denke betonbrille hat es (aus meiner Sicht) ganz gut zusammengefasst. Lieber eine gute Wiederauflage, als ein schlechtes "Modern um jeden Preis". Teilweise erinnert es auch zu sehr an die gute alte SED-Mentalität: den Fortschritt des Sozialismus kann niemand aufhalten.


    Selbstverständlich gehört der Uni-Riese zum Stadtbild Leipzigs. Ob den Leipzigern aber was fehlen würde, wenn es ihn nicht gäbe, weiß ich nicht - möglicherweise ja. Aber ob Städten wie Chemnitz (oder auch Leipzig) was fehlen würde, wenn es die ehemaligen Interhotels nicht gäbe? Ich denke nicht. Man kennt es nicht anders und hat sich dran gewöhnt.

    Auch das ist doch eine Aussage welche nicht wirklich sinnvoll ist. Es wird hier immer wieder suggeriert, es gäbe Vorlagen welche jegliche Neuinterpretation (auch auf die ganze Stadt appliziert) disqualifiziert. Dabei frage ich mich jedes mal, woher dieser Anspruch kommt bzw. was dieser Anspruch überhaupt darstellen soll.


    Im Grunde sind diese "Ansprüche" auch wieder nur diskursive Ansichten welche natürlich kaum einzeln betrachtet werden können. Wie schon so oft hier im Forum wie zu diesem Thema geschrieben, gäbe es ohne permanente Narrative keine Formensprache. Anders ausgedrückt, gäbe es ohne den Barock keinen Klassizismus, ohne Klassizismus keinen Historismus, ohne den Historismus keinen Reformismus und weiter, eine klassische Moderne sowie später die Postmoderne.


    Sich nun immer wieder in einer dieser Formensprachen (mehr oder minder arbiträr da nie selbst an diesem Ort erlebt) zu verfangen, ist mit Sicherheit anachronistisch und replikativ. Aber vor allem ist es durch das jeweilige Narrativ und den diskursiven Ansatz im Kontext als vermeintlicher Gegensatz zu den jetzigen Planungen des WLP, als Argument kaum brauchbar. Ohne hier einen metaphysischen Anspruch zu verfolgen, sind natürlich immer und jeweils in einer bestimmten Zeitspanne zu betrachtende Aspekte relevant. Deswegen sind aber weder etwaige Vorkriegsbauten noch die verunglückten Versuche der rationalistischen und sozialistischen Stadt zwischen 1960 und 1990, maßgeblich.


    Folglich sind die ewigen Runden hier als Gegenargument zum jetzigen Entwurf einfach nicht zielführend. Da diese meistens zu kurz greifen.

    ^ ich muss doch noch einmal fragen. Meines Wissens soll die Umsetzung in mehreren Bauabschnitten stattfinden. Mit dem Hahnenkamm als erstem. Nun wirkt es so, als würde die Bebauung bis auf die Kreuzung Brandenburger Straße komplett starten.


    Weiss das jemand genauer?

    ^

    Das sind die etwas genaueren Details, die man über die Gebühren wissen muss. Aber Eurowings hat sich bereit erklärt, Personal von Easyjet zu übernehmen und woll auch lukrative Strecken, die EZY ab BER abgeben wird. Eurowings scheint es momentan deutlich besser zu gehen.

    Sind glaube ich andere Faktoren. Zum einen ist EW im LH-Konzern "nur" ein Sektor der abgefangen werden kann. Im Gegenteil zu EZY. Zum anderen hat LH die meisten Beschäftigten der großen Airlines überhaupt. Wenn ich also die Strecken von und nach BER gleich in der Fläche auf EW schalte und nicht auf LH, dann spare ich bei den Kosten durch die gesonderten Kosten-/Gehaltsstrukturen. Es wird also auf LH geschalten ohne auf LH zu schalten. Dazu muss LH nicht in der besser bezahlten Kernmarke Personal aufstocken. Dass Lufthansa in der Bundeshauptstadt mit der Kernmarke kaum auftritt ist schon übel, aber anderes Thema.

    Zu EZY: da wird ja schon seit Jahren vom größten Anteilseigner ein gesundes Runterfahren gefordert. Also wieder weniger Material und Personal um mehr Gewinne beim Umsatz einzufliegen. Das macht in der gegenwärtigen Situation schon Sinn.

    ^ also die Situation hat sich insofern geändert, dass dort nun Lichtmasten gesetzt wurden und - wenn ich das beim vorbeifahren richtig gesehen habe - der Boden für die Betonierung präpariert wird. Das wirkt wesentlich konkreter als die Schuttberge vor einem Jahr.

    Ja, ein schönes innerstädtisches Quartier mit Verkehrsberuhigung und öffentlichen Aufenthalts- und Grünflächen. Was um so interessanter wird, wenn dann die Gegend tatsächlich wieder zu einem dichter bebauten Quartier wird. Mit dem WLP kann ich mir hier eine höhere Belebung vorstellen.


    Wäre nur noch eine komplette Veränderung der gegenwärtigen furchtbaren Platte in Richtung Bayerischen Platz zu wünschen. Aber ist ja die LWB...

    ^ danke für die Bilder. Sehr zu begrüßen, dass die Eckgewerbe mit den Sanierungen erhalten bleiben. Davon lebt die Straße und das Viertel mittlerweile stark. Zu schwülen Abenden sind die Straßenzüge dort voll und der Anteil an Kreativen hoch.


    Zu den letzten Gebäuden auf der Kreuzung Merseburger-/Georg-Schwartz- Straße sei zu sagen, dass sich dort sehr sehr viel im subkulturellen Bereich tut. Das Murial verdeutlicht ja den Ansatz. Meines Erachtens kommt in das Eckgewerbe ein/e Café/Bar und mindestens ein Treffpunkt für dortige Akteur*innen rein.

    Ich freue mich besonders über das Grundstück Paul-List-Straße/Philipp-Rosenthal-Straße. Das könnte eine städtebaulich interessante Ergänzung werden - vorausgesetzt, man baut nicht wieder drei Etagen zu niedrig.

    Also wenn es hier keine adequate Anpassung der Gebäudehöhe passiert um den Bayerischen Platz zu flankieren, dann hätte das Stadtplanungsamt irgendwie inhaltliche Probleme. Alles andere als ein mögliches Tor zur Allee nach Süden mit diversen Gebäudehöhen inklusive kleineren Punkthochhäusern - auch um weiter zu verdichten - wäre absolut unschlüssig.

    Dieser stark perforierten Ecke werden die jetzigen Projekte sehr gut tun. Vor allem wenn, wie bei den Studentenwohnungen, ein komplett offener Blockrand geschlossen wird. Eine leichte Differenzierung der Gebäude ist vorhanden. Hier finde ich eine starke Kontrastierung nicht unbedingt erforderlich. Auch zur Industrialisierung sind viele Straßenzüge einer sehr ähnlichen Gestaltung.


    Bei über 400 Apartments kommt sicher weiter Leben in dieses Quartier. Eine entsprechende Gestaltung des öffentlichen Raums wäre nicht unangebracht. Der Liebknecht-Platz hat bisher keine Aufenthaltsqualität. Wie schon an anderer Stelle besprochen, hat die Parthe eine starke Tristesse. Im weiteren Kontext mit dem "Löwitz-Quartier", den Neubauten in der Berliner Straße sowie den Hotel-Hochhäusern an der Uferstraße, hätte auch dieses Viertel eine Evaluation für dortige Möglichkeiten der sog. "erweiterten Innenstadt" verdient.

    Auch hier noch einmal etwas genauer:


    Der Freistaat bekommt wie oben geschrieben, die Fläche auf dem Parkplatz gegenüber dem 4. Neubau der Nationalbibliothek. Dort soll sich das 'Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie' ausbreiten und sich die Anzahl an Beschäftigten verdoppeln. Für den entstehenden "Max-Planck-Campus" wird dann das 'Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte' komplett von Jena nach Leipzig eingegliedert bzw. dorthin umgezogen sein.


    Darüberhinaus sollen dort auch noch Abteilungen für Biotechnologie, Molekulargenetik sowie Bioinformatik angesiedelt werden.

    Hier sei noch erwähnt, dass der Freistaat wohl mit der geplanten und weiter zu erwartenden Aufstockung der Polizeistärke in Leipzig durch das Wachstum, auf den Arealen rund um die Essener Straße zukünftig eine Konzentration der gesamten Polizei für die Stadt Leipzig plant. Natürlich neben den Gebäuden zwischen WLP und dem BVerWG.