Beiträge von hedges

    Das neue E-Luxus-Modell (Projektname K1) von Porsche könnte laut LVZ ab 2024 in Leipzig gefertigt werden. Urspr. sollte die Produktion im VW-Werk in Hannover-Stöcken angesiedelt werden und so 24.000 Stück pro Jahr vom Band rollen. Da man allerdings dem Wettbewerber Tesla schneller Konkurrenz machen möchte will Porsche wohl nun selbst bauen. Aus VW-Kreisen heißt es, dass der Ausstieg von Porsche allerdings noch nicht entschieden sei.


    https://www.lvz.de/Region/Mitt…oennte-aus-Leipzig-kommen

    Laut Bild scheint das Porsche Werk in Leipzig den Zuschlag zu bekommen. Der "K1" soll das E-Flagschiff werden.

    [...]

    Womit wir den Schwenk zur aktuellen Einwohnerzahl geschafft haben: Diese liegt mit Stichtag 31.12.2021 bei knapp 610.000 (genauer 609.869). Dies bedeutet ein Zuwachs in 2021 um 4462 (2020 waren es 3739): https://www.lvz.de/Leipzig/Lok…zt-fast-610.000-Einwohner

    Dann hoffen wir, dass der diesjährige Zensus nicht zu viel Karteileichen tilgt. Da der letzte aber selbst die Wendezeit beinhaltete, glaub ich jetzt an keine gravierenden Veränderungen im vierstelligen Bereich. Was passiert wenn Fort- und Zuzüge die Waage halten, die Geburtenrate sinkt, und die Pandemie bedingte Sterberate steigt, sieht man an der Landeshauptstadt. Dort stagniert die Bevölkerungszahl seit wenigen Jahren und sinkt auch wieder leicht. Ich bin dann auch auf die Zahlen für den gesamten Freistaat gespannt. Wir können von einer hohen Sterberate ausgehen. Da die Zahlen aus Dresden nicht so berauschend sind, wird sich das Wachstum auf Landesebene ziemlich sicher nur auf den Raum Leipzig beschränken.


    Laut Aussage von OB Jung sollen in den nächsten drei Jahren rund 15.000 Jobs entstehen. Um ausreichend Flächen vorzuhalten (Neuansiedlungen, Erweiterungen) werden daher etliche neu geschaffen - darunter befindet sich mit dem 100 ha großen Areal Radefelder Allee West das größte zusammenhängende Industriegebiet Sachsens. Im Rathaus geht man außerdem von kommender "Vollbeschäftigung" aus da von den aktuell 19.812 Arbeitslosen nur 6000 reaktiviert werden können weswegen neue Arbeitskräfte zuziehen oder einpendeln müssten:


    https://www.bild.de/regional/l…eipzig-78736202.bild.html

    Womit ich dann hier den Schwenk machen will. Die wichtigen Faktoren in Bezug auf das Bevölkerungswachstum sind auch weiterhin die Arbeitsmarktentwicklungen. Das bedeutet bei Leipzig vor allem Jobaufbau und Diversifizierung der Wirtschaft. Beides findet immer noch in einem guten Tempo statt. Obwohl die Forschung im MINT Bereich sowie administrative Kontexte noch zu schwach ausgeprägt sind.


    Dennoch machen die Zahlen im Dezember nur bei der Stadt Leipzig, rund ein Drittel der gesunkenen Gesamtzahlen im Freistaat aus. Die Arbeitslosenzahl in Leipzig ist doppelt so stark gesunken als im vergleichbaren Landesdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote auf vor-Pandemie-Niveau.


    Ganz so einfach ist die Rechnung der Bild dann aber doch nicht. Eine mögliche Vollbeschäftigung generiert sich erstmal hauptsächlich aus dem Ausgleich zwischen offenen Stellen und der Arbeitslosenzahl. Da müsste sich Leipzig gemessen an den Vorjahren bei rund 10.000 ausbalancieren. Also fehlen im Vergleich Faktoren wie viel Prozent der neuen Arbeitsplätze ins direkte Umland gehen. Außerdem bleiben die schwer zu messenden Zahlen von nicht angekündigten Investitionen, zB im stark fluktuierenden Dienstleistungssektor, offen. Und schlussendlich spielt natürlich auch eine höhere Bevölkerung bzw. die Zuwanderung eine Rolle.


    Letzterer Punkt sei auch noch zu erwähnen. Da sich das Bevölkerungswachstum mittlerweile hauptsächlich aus Zuwanderung zehrt, werden wir also ziemlich sicher bei rund 100.000 EW mit Migrationshintergrund oder keinem deutschen Pass landen. Damit hat die Stadt dann eine Migrationsquote von rund einem Sechstel bzw. rund 16%. Bei gleichbleibender Entwicklung kommt die Stadt dann zumindest in die Richtung des gesamtdeutschen Niveaus von 25%. Was aber immer noch weit von den Zahlen in den westdeutschen Ballungsräumen abweicht.

    Zum Thema Zukunftszentrum: In diesem Artikel werden noch die Kandidaten Eisenach und Mühlhausen/Eschwege genannt. Wenn man die Kriterien internationale Erreichbarkeit, breite Wissenschaftslandschaft und Kapazität des Zentrums für über eine Mio. Besucher pro Jahr zugrunde legt kann es nur auf Leipzig hinauslaufen. Mit dem Standort Matthäikirchhof und seiner histor. Dimension in Bezug auf die ´89er-Ereignisse wird es dann sogar zur "Topf & Deckel-Sache". Fakt ist jedenfalls, dass man sich bei Zuschlag auf ein (Zitat): "architektonisches Highlight" freuen darf ja man spricht sogar vom "Guggenheim des Ostens". Ich bin jedenfalls gespannt - in diesem Jahr fällt m.W. die Entscheidung.

    Politische Standortentscheidungen können fruchtbar und Initialzündungen sein. Aber auch irrwitzige Entscheidungen. Deswegen abwarten. Zumindest wäre es aber in Leipzig wichtig um im institutionellen Bund/Länder Bereich zuzulegen, wo die Stadt bisher kaum eine Rolle spielt. Eine mögliche europaweite Austauschplattform vor allem den Ruf Leipzigs als kulturelles- und subkulturelles Zentrum wiederspiegeln.

    War das Forum Recht nicht für den WLP fest eingeplant?!

    War mir so als wäre das sowie als auch ein Thema. Kann mich aber irren!

    Mal ehrlich gefragt - ohne Polemik oder Hintergedanken: glaubt ernsthaft jemand, dass auf dem WLP in diesem Jahrzehnt gebaut wird? Das ganze läuft seit den 90ern. Wir reden hier über 30 Jahre mit Ergebnis = glatt Null. Wenn am Matthäikirchhof in für Leipzig üblicher Geschwindigkeit geplant (von "gebaut" will ich lieber garnicht schreiben) wird, dann ist das ein Projekt für die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts. Wofür um alles in der Welt soll man sich da Gedanken machen, wenn außer Kontroversen und Luftschlössern ja doch nichts passiert...


    Es gibt da diese Fabel von dem Esel, der zwischen zwei großen Heuhaufen verhungert, weil er ständig neu nachdenken und abwägen muss.

    Ganz ehrlich - ja! Und ich habe es im WLP Strang schon einmal geschrieben: wölltest du lieber eine WLP im 1990er Jahre Schick der ersten Aufbauwelle oder in der Stagnationsphase um die 2000er Jahre? Ich sicher nicht.


    Mit nun eher konkreten Planungen bzw. Investitionen sehe ich das wesentlich positiver. Es geht ja konkret um diverse öffentliche Einrichtungen sowie die Markthalle. Die mögliche Entscheidung zum 'Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit' in Leipzig wäre ja quasi fast eine Direktinvestition von rund 200 mio. Euro auf dem Matthäi-Kirchhof. Hoffentlich klappt es!


    PS 'Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit': im Rennen sind meines Erachtens noch Jena, Magdeburg, Frankfurt/Oder und Plauen. Es soll neben einem international/national gut errichbaren Zentrum mit universitärem Anschluss auch mehrere Außenstellen geben. Ohne die anderen Standorte mit ihren jeweiligen Vorteilen zu diskreditieren, wäre Leipzig für mich der absolut logische Standort. Aber abwarten.

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    • Innenstadtkompatibler Ansatz für den Matthäi-Kirchhof [...]

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    • Zuschlag für das Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit.
    • OB Jung präsentiert seine internationale Konzernzentrale. [...]


    Ich ziehe die drei Dinge mal zusammen, denn ich denke es hat miteinander zu tun. Falls die Stadt Leipzig den erhofften Zuschlag bekommt, wird es sicher konkret um den Matthäi-Kirchhof gehen. Und dann kämen konkrete Planungen für das Gebiet ins Rollen. Es wurde ja schon seitens der Stadt bekundet, man würde es gerne mit dem 'Forum Recht' dort realisieren. Das wäre dann sicher auch die spekulierte "Konzernzentrale".

    ^ das ist schon ziemlich absurd und vor allem keinerlei Zukunftsperspektive. Ist es sicher, dass es sich hier nicht um Planungsebenen handelt da die oben genannten Dinge im Kohle-Ausstieg stehen? Ich meine soll das ein Witz sein?

    Es tut sich wieder etwas auf dem unbebauten Grundstück in der Ferdinand-Lassalle-Straße. Es werden zwei Stadtvillen in historisierender Gestalt mit 14 Apartments entstehen. Die Ausstattung wird mit Schwimmbad in den Gebäuden und Saunen im Apartment und angelehnt an ihre Lage, eher im hochpreisigen Segment liegen. Ich habe keinen Zugriff auf die Projektseite, aber hier werden die Preise wahrscheinlich in der Spitze für die Stadt liegen.

    ^ eine sehr erfreuliche Nachricht! Die Leitung wurde Ende der 2010er Jahren ja an einen Leipziger gegeben welcher keinen Hehl daraus machte, den Verlag gerne wieder nach Leipzig zu bringen. Das könnte jetzt also durchaus so passieren.

    ^ es gibt ja aber auch noch die Faktoren des Pendelns zu den großen Arbeitgebern im Norden aus verschieden Bereiche rund um die Stadt. Wenn ich also nicht die umliegenden Kommunen und Gemeinden im LK Nordsachsen, LK Leipzig, dem Saalkreis oder Burgendlandkreis dezentral vernetze, haben ja nur die Leipziger*innen etwas davon. Da bräuchte es wesentlich umfangreichere Planungen. Selbst wenn zB eine S-Bahnverbindung Merseburg-Leipzig steht und ein HP GVZ-Nord existiert, werden sicher die allerwenigsten von Merseburg mit der S-Bahn zu Porsche oder DHL pendeln.



    Generell ist Deutschland so stark dezentralisiert, dass es eben gar nicht so einfach ist alle von der Straße zu holen. Das zeigt sich vor allem vom Rheinland über das Rhein-Main Gebiet, bis runter in den Raum Karlsruhe und weiter den Raum Stuttgart. Was dort auf Autobahnen aber auch in Zügen pendelt, ist enorm. Dadurch ist eine Strategie des Wechsels vom herkömmlichen Auto zum emissionsfreien, sicher besser und vor allem schneller. Nicht jeder "Hidden-Champion" in einer mittelgroßen oder kleinen Stadt ist mit dem ICE aus dem nächsten Ballungsraum erreichbar.

    ^ das ist absolut richtig. Bei größeren Wassermassen und einem ablassen des Pegels würden jene trockenen Gebiete komplett überflutet. Was theoretisch auch im Sinne ist, aber die Effekte von größere Sedimentablagerungen auf der Insel und den Seitenbereichen müssen sicher dennoch ausgehoben werden um Staupassagen zu beseitigen. Ganz zu schweigen von einer verlässlichen Nutzung etwaiger Freizeitanlagen.


    So attraktiv wie die Situation beschrieben wird, hat es wohl dennoch größere Probleme so etwas umzusetzen.

    Ansonsten:

    --> der ländliche Raum erlebt Einwohnerverluste, die Menge an Verkehr reduziert sich

    Was auf das unmittelbare und mittlerer Umfeld um Leipzig herum, nicht mehr zutrifft.


    Falls das wirtschaftliche Wachstum in den kommenden zehn Jahren nicht völlig einbricht, wird es im Umland um Leipzig größere Suburbanisierungsprozesse geben. Da wird auch kein noch so großes Wohnungsbauprogramm in der Stadt selbst, solche Entwicklung merklich eindämmen.


    Um so wichtiger, dass der Pendelverkehr nicht von Anfang überwiegend an den MIV verloren geht.

    Dass es an einer so frequentierten Ecke und Gegend keine Ladenzeile gibt ist schon etwas bedauerlich. Das EG wirkt wie eine reine Kompromisslösung. Was an einer Ecke zum eigentlich zentralen Platz des Waldstraßenviertels, eher schade ist. Damit abermals eine Chance vertan.

    Das ist ein wirklich sehr erbärmliches Ergebnis seitens 'Vonovia'. Anscheinend will man Leipzig mit Akzenten aus dem Ruhrgebiet beglücken.


    Dabei geht es in der Diskussion um bezahlbaren Wohnraum und das vermeiden von "sozial-schwierigen" Gebieten heutzutage, auch um die Art des Bauens und dementsprechend, des Wohnens. Konfliktvermeidung und das Entzerren sozialer Faktoren können durch intelligentes planen und bauen deutliche Wirkung entfalten.


    Das Ergebnis von 'Vonovia' ist aber im Gegensatz ein extremes Negativbeispiel. Da ist man seit den 1960er Jahren nicht weit gekommen. Ich hoffe, dass es in Leipzig eines von wenigen Beispielen bleibt. Nur mal am Rande, plant und baut so schlecht das größte Immobilienunternehmen in Deutschland....




    PS: warum gibt es in der Stadt eigentlich keinen jährlichen Negativpreise für die schlechtesten Ergebnisse? So langsam hat so etwas doch Potential.

    ^ ich würde noch die Endgestaltung abwarten. Ich hatte ja in der Diskussion um die Planung keine Notwendigkeit in einer "Höhendominante" an der Kreuzung gesehen, da die fortlaufende Struktur der Straße das nicht her gibt. Gegebenenfalls war das ein falscher Eindruck meinerseits. Zumindest sieht es gegenwärtig so aus, als wäre mindestens ein weiteres Geschoss an der Ecke notwendig.

    Das ist eine Behauptung, die ich bestreiten würde und durch periodische Wiederholung auch nicht wahr wird.


    Ich für meinen Teil habe in all den Planungen und Entwürfen zum Leuschnerplatz noch nicht irgendetwas gesehen, was mir positiv in Erinnerung geblieben wäre. Bzw. nichts was erkennen lässt, dass es hier um die Entwicklung eines durchaus geschichtsträchtigen, zentralen Platz geht und nicht um ein reines Neubaugebiet am Stadtrand. Dabei mag ich mich auch nicht unbedingt mit Erklärungen zu Nutzungs- oder planungsrechtlich Zwängen abspeisen lassen. Das ist ja die Kernaufgabe von Architekten und Planern, daraus trotzdem einen eleganten Entwurf zu entwickeln.


    Dabei gefällt mir die Probsteikirche als Bauwerk bspw. recht gut. Bis auf die Platzfront selbst. Die ist leider die große Schwachstelle.

    Aber die Behauptung wird auch nicht falsch.


    Wie dem auch sei. Man sollte auch bedenken, dass die früheren Entwürfe alle nicht verwirklicht wurden bzw. alle jetzigen neueren Datums sind. Oder erst noch durch die genannten Büros kommen. Was ich in Bezug auf die Zeit und höherer Qualität weiter oben meinte. Deswegen ist es sicher auch nicht sinnvoll, nun den IfL Entwurf als das große Manko oder kompletten Bezugspunkt der neuen Gestaltung zu benennen. Ein Gesamtkontext konnte bisher nicht dargestellt werden. Außerdem bleibt es immer noch nur eine kleine Spitze am Rand des Platzes. Das monolithische Konzept könnte bei kompletter Bebauung auch ganz anders wirken als gegenwärtig.



    Generell kann ich einem historisierenden Entwurf ohne Bezug auf die zerstört Bebauung keinerlei Rechtfertigung abgewinnen. Wäre auch die Frage, welcher Bezug es mit einer veränderten Anordnung und Platzgestaltung im Gegensatz zum früheren Markthallenviertel dann auch sein sollte. Dann wird es schon wieder arbiträr.