Beiträge von hedges

    ^ Der Neubau soll bis zur Kante Prager Straße gehen. Es geht aber noch nicht hervor, inwieweit das so schon ab kommenden Jahr umgesetzt oder in Teilen vollzogen wird. Der Pavillion wo ein jetziger Fahrradhändler drin ist, hat meines Wissens keinen Bestandsschutz. Zum Glück.

    ^^ ich will es gar nicht bis aufs Messer brechen, aber auch eine "Mehrheit" (beteiligende Mehrheit) kann einem Narrativ bzw. eben einem Paradigma folgen. Deswegen mein Verweis auf das Dispositiv. Eine Rekonstruktion aus Ideenlosigkeit und daraus folgend Alternativlos, ist nicht automatisch ein Bekenntnis sondern auch ein Ausweg.


    Großformatige Nutzung ist übrigens auch kein unvereinbarer Gegensatz zu kleinteiliger Gestaltung. Ein Gebäude kann auch zwei Fassaden haben.

    Ja aber genau das schlägt für mich den Sinn gänzlich. Warum sollte ich den Anschein eine kleinteiligen Bebauung vermitteln, wenn diese dahinter überhaupt nicht existiert?

    U.a. die Zahlen, wie die Bundeszentrale für politische Bildung bereits 2010 festgestellt hat (Hervorhebung durch mich):

    Auch generell betrachtet stoßen Rekonstruktionsprojekte und die Bewahrung oder Wiederherstellung alter Stadtbilder überwiegend auf Zustimmung in der Bevölkerung, wie z.B. der Baukulturbericht 2018/19 der Bundesstiftung Baukultur auf Seite 52 darlegt:


    Bitte genau lesen. Meine Aussage ist:

    Das sind Aussagen als Dispositiv? Wer sagt denn, dass der Dresdner Neumark ein Riesenerfolg ist? Das sind individuelle Eindrücke dich ich respektiere aber überhaupt nicht teile. [...]

    Außerdem hatte ich mich ja zum Thema Frauenkirche insoweit geäußert, dass ich hier die Rekonstruktion nicht kritisiere. Es wäre sicher eine wesentlich stärkere Aussage gegen den Krieg im allgemeinen gewesen, die Ruine zu lassen. Was übrigens auch in Dresden mitunter diskutiert wurde. Aber ich erkenne den Wert der Kirche für die Stadt und dementsprechend die Rekonstruktion an.


    Anders sieht das bei den Neubauten rund um den Neumarkt aus. Da teile ich keinerlei positive Eindrücke.



    Ich kann auch sehr wenig mit der Definition "Mythos Dresden" anfangen. Das sind jene Ansätze die dort so manche gruselige Paradigmen hervorrufen. Aber andere Geschichte.

    ^ also "cooler als Berlin" sicher nicht. Aber sicher einer der wirklich interessanten mittelgroßen Städte in Europa. Hohe Vielfalt auf kleinem Raum. Was definitiv auch eine Tradition in Leipzig darstellt.

    Als langjähriger Frankfurter, kann ich die "neue Altstadt" nur in höchsten Tön loben. Die Architekten, die dort Kritik äußern, haben einen an der Waffel.

    Für mich ist so ein Kommentar doch ziemlich befremdlich. Schön, dass du die "neue Altstadt" in höchsten Tönen loben kannst. Aber bist du hier der Gradmesser welche jegliche Kritik herabsetzt?



    [...] Am Ende ist z. B. das Paradebeispiel, der Dresdner Neumarkt, ein Riesenerfolg, egal welches nachprüfbare Kriterium man anlegt. Das kann man doch auch mal anerkennen.[...]

    Das sind Aussagen als Dispositiv? Wer sagt denn, dass der Dresdner Neumark ein Riesenerfolg ist? Das sind individuelle Eindrücke dich ich respektiere aber überhaupt nicht teile. Nicht in Bezug auf Dresden oder Potsdam, Frankfurt mit den nachgebauten Fachwerkbauten, noch in Bezug auf das Berliner Stadtschloss. Deswegen erkenne ich die Umsetzung bei keinem der Beispiele an. Finde diesen Weg absolut nicht zielführend.


    Nein, ist mir nicht klar. Woher soll ich wissen, welche Beispiele du kritisierst? Nur die deutschen, während die Rekos in anderen Ländern ok sind? Wohl kaum. [...]

    Das Kriterium am von mir bezeichneten "deutschen Weg" beinhaltet zum einen die Reko-Wut der letzen Jahrzehnte und zum anderen die besondere Stellung im Kontext der Kriegszerstörung. Die Frage besteht natürlich, ob es ohne eine Kriegszerstörung auch diese Dimension der Rekonstruktionen gebe. Der Rekonstruktion - ich teile diese Meinung zB nicht bei der Frauenkirche - unterworfen sind nicht nur ein starker Anachronismus sondern auch jegliche Neuinterpretation einer Stadtlandschaft. Und sogar falsche Interpretationen eines historischen Narrativs, wenn dann sogar vor der Kriegszerstörung überbaute oder umgestaltete Gebäude in einen Vor-Zustand eines Fixpunkts - der Kriegszerstörung - gebracht werden.


    Das ist dann irgendwie die Ideenlosigkeit in Deutschland und ein gewünschter Rückbezug auf Vor-Kriegszustände, mit denen man nicht nur die bauliche Zerstörung verwischt sonder auch die politischen Wirren zwischen 1914 und 1990. Eine Konservierung von einem gewollten Ist-Zustand den niemand mehr definieren kann ausser aus heutiger Sicht bzw. in der Nachbetrachtung. Das ist nicht nur keine Weiterentwicklung sondern wirft auch Fragen nach einer dann doch schwierigen Selbstdefinition in Deutschland auf.


    Ich sehe mich sicher weder in einer Situation in dem ich einem Kaiserreich nachtrauere noch einer Zeit der barocken Stilmittel. Alles hat seine Berechtigung, aber ich kann mich mit der Gegenwart auseinandersetzen. Auch wenn sich die Stadtbilder durch die Zerstörung natürlich stark und nicht immer vorteilhaft verändert haben. Aber auch das ist eine Seite der Medaille der Reko-Wut. Wenn man das Fachwerk oder den Barock zurück haben will, sind zB Argumente der Konservierung des sozialistischen Städtebaus oder des Städtebaus der 1960/70er in der damaligen BRD genau so legitim.


    Das hatten wir hier aber immer wieder durchgekaut.



    Explizit beim Matthäikirchhof wäre dann meine Frage, was genau eine völlig andere zeitliche Situation und angestrebte Nutzung zu einer Rekonstruktion der Platzsituation mit kleinteiligen Gebäuden aus dem Zeitraum von rund 1600 Jhr. bis 1914 begründet und sogar rechtfertigt? Eine etwaige Nutzung des angestrebten "Forum Recht und Demokratie" in rekonstruierten Gebäuden aus der Zeit des Absolutismus und des Kaiserreichs wäre doch gelinde gesagt, völlig absurd!

    ^ schön, dass du dich wenigstens hier austobst.


    Ich bitte um Erläuterung, was mit "deutscher Weg" gemeint ist. Als niedrigschwellige Einführung in das Thema wäre das Lesen des Wikipedia Artikels zum Thema "Rekonstruktion (Architektur)" empfehlenswert, am besten die englische Version. Dann reden wir weiter.

    Wir können auch gleich weiter reden. In welchem Zusammenhang erschließt sich der von mir genannte "gegenwärtige deutsche Weg" nicht? Wenn du deinen Wikipedia-Verweis aufmachst und dann genau jene Beispiele siehst, die ich kritisiere. Ist dir denn klar, was ich meine?



    Die Sehnsucht nach "Kulissenarchitektur" (früher sagte man dazu Fassade, aber so etwas gibt es ja kaum noch), kann ich im Übrigen sehr gut nachvollziehen angesichts der allermeisten anderen Neubauten oder "Entwürfen" wie oben zu sehen. Ich möchte keine einzige Reko missen.

    Dass du es Fassade nennst, ist ja genau mein Argument. Aber sagt dir Euphemismus etwas?


    Und was genau ist bei Studentenwettbewerben so schwer zu verstehen? Mein Architekturstudium bestand größtenteils aus realen Wettbewerben an denen man sich ausprobieren konnte. Vor allem eher interpretativ als durch eine reine Kopie eines realistischen Wettbewerbsszenarios. Dass hier ein paar Entwürfe irgendwo ausgestellt werden.... so what?

    Für mich stellt sich gerade die Frage, ob es denn dort ein Archiv geben soll? Das steht so im Positionspapier (S. 8.) nicht drin. Ist ja auch die Frage, ob das Archiv denn nur oberirdisch realisiert werden muss. Wohl eher nicht. Ganz klar geht es um ein lebendiges Quartier mit einem Mehrwert für die Innenstadt. Ein Ort mit "gelebter Demokratie, Vielfalt und Teilhabe". Mit dem geplanten "Forum Recht und Demokratie" als ein Anker sowie weitere mögliche öffentliche Nutzungen.


    Die Entwürfe sind Arbeiten von Studenten. Die sollen sich austoben (was kaum gemacht wurde) und wird sicher kein Bestand auf die finale Planung haben. Eine kleinere Höhendominante, welche ungefähr das Höhenmaß der ehemaligen Matthäikirche hat, kann ich mir gut vorstellen. Auch in der Ergänzung zu den zwei noch bestehenden und vier (Thomas-, Nikolai-, Universitäts-, und Matthäikirche) ehemaligen Hauptkirchen der Innenstadt. Die Universitätskirche hat ja auch eine Neu-Interpretation erfahren. Warum auch nicht?



    Ich kann nur noch einmal (jedweder pol. Orientierung) den Blick auf die geplante Obama Library legen. Das ist eine sehr gute Integration verschiedener Nutzungsangebote welche mit den Bürger*innen quasi verschwimmt. Das sind hier sehr ähnlich Ansätze. Da kann man sich ruhig Ideen holen.

    Es ist nur die große Frage, ob es für unsere Generationen überhaupt etwas bringt, sich damit zu beschäftigen. Sollte da in 30 oder 40 Jahren mal gebaut werden, dann sind Ideen aus 2021 sowieso überholt. [...]


    Warum eigentlich kein Hochpunkt an der Stelle? Zu DDR-Zeiten hatte man städtebaulich wesentlich mehr Mut...!

    Und um den Standpunkt mit deinem Kommentar zu schließen 'LeipzigSO', sehe ich natürlich die Kritik und teile sie auch teilweise. Aber wir sind hier abermals in Leipzig an einem Punkt, wo man eben nicht den gegenwärtig gern gesehen "deutsche Weg" einer aufgetauten Kulissenarchitektur der Vor-Kriegszeit geht. Und das in der so sensiblen Innenstadt. Sondern ist man hier wieder auf der Suche nach einer gerechten Neu-Interpretation durch neue Nutzungskonzepte.


    Das kann wie bei den "Höfen am Brühl" absolut schief gehen. Aber wenn man Geld zur Verfügung hat und sich auf einen internationalen Wettbewerb einlässt, kann das ein großer Wurf werden. Was mit dem "Forum Recht und Demokratie" in Deutschland sicher auch neue Impulse braucht.

    ^ wie gesagt, soll der Blockrand des Wasserwerke Sitzes zukünftig geschlossen werden. Details kenne ich aber nicht. Und auch das Gebäude des heutigen Radisson ist nicht in Stein gemeißelt. Bei letzterem Standort wäre aus städtebaulicher Sicht entweder eine Fortführung der Höhe des Europahauses oder eine aufbauende Steigerung der Höhe zwischen/vom Europahaus und/zum Wintergartenhochhaus positiv zu bewerten.


    Was auch immer kommen wird, nimmt ein geschlossener Blockrand mit kontextualiserter Höhe etwas die Breite des Steinwegs davor. Und bringt natürlich den Johannisplatz im Zusammenhang mit dem Augustusplatz noch einmal anders in Stellung.

    Es geht in dem Beitrag ja vor allem um die Spekulationen die mit diesen Gebieten getätigt werden. Ein Verzehnfachung des ursprünglichen Kaufwertes ist ja auch enorm. Am Ende wird auch gebaut werden, da die Stadt ja die Richtlinien erstellt hat. Mehr kann dann sicher auch nicht getan werden.


    Interessant die Aussage von Dienberg, die Stadt müsste mittlerweile wie ein "Förster" bei den Bauprojekte denken. Wertvolle Böden könnten nur über einen längeren Zeitraum geplant werden. Wenn man also in der Gegenwart Flächen entweder freihält oder unter Bedingungen stellt, kann erst nach Jahren eine eventuelle Umsetzung die angedachten positiven Effekte erzeugen.



    Hier noch einmal ein längerer Bericht. Mit einem Vergleich zu Wien. Zu letzterem sei noch angemerkt, dass die Wiener Stadtplanerin welche ursprünglich nach Leipzig kommen wollte und das aus privaten Gründen kurzfristig nicht machen konnte, noch beratend für die Stadt tätig ist. Also im Zusammenhang mit diesem Projekt vielleicht auch eine Zeitenwende wie man in Leipzig zukünftig mit solchen Projekten verfährt.

    ^ aber wozu braucht es denn eine genaue Anlehnung an die vereinzelt stehen gebliebenen Industriegebäude aus der vorletzten Jahrhundertwende? Auf was begründet sich das? Das Viertel hält doch mitnichten einem Vergleich mit zB Plagwitz stand. Völlig verstreut liegende Klinkerbauten geben hier doch keinen Anlass sich mit einem Bürogebäude zB an einem alten Straßenbahnhof zu orientieren.


    Dann könnte ich ja auch die Genossenschaftsbauten aus den 1920er in der Theresien- und Dessauer Straße in Frage stellen. Die grenzen genau so an die alten Klinkergebäude.


    Ich sehe deinen Punkt, kann aber keinerlei Notwendigkeit ableiten. Einfach durch die starke Perforierung und die anderen Stilmittel in der Umgebung. Dazu kommt ja eine starke Veränderung durch die kommenden Neubauten. Eher halte ich eine Neuinterpretation inklusive der Reste alter Klinkergebäude für zielführend.

    Also ich wüsste jetzt auch nicht was in diesem Gebiet für ein Standard bei Neubauten verwirklicht werden sollte. Dafür ist es zu perforiert. Mir gefällt auch der jetzige Entwurf wesentlich besser. Bezug zum Blockrand und einer ungefähren Traufhöhe der anderen und auch geplanten Gebäude wird übernommen. Pointierung auf den Berliner-Platz - welcher sicher mal eine richtige Platzgestaltung erfahren sollte. Ein stringente Rasterfassade ist jetzt auch nicht gleich negativ, es handelt sich auch um ein Bürogebäude.


    Der vorherige Entwurf war, meines Erachtens, zu oberflächlich. Wäre schön, wenn es verwirklicht würde. Die anderen Gebäude entlang der Berliner Straße lassen ja auf sich warten. Könnte aber auch ein Start in eine wesentlich urbanere Zukunft des Viertels sein. So gleich neben der Innenstadt und mit vorhandener Infrastruktur.

    Ja der heutige Bayerische Platz ist katastrophal!



    Aber dieser modellierte Mix aus Realität, sozialistischer Stadt, der typischen Modern der 1960er sowie auch der Einfluss der Städteplanung der Stadt vor dem Zweiten Weltkrieg, ist dennoch verblüffend.


    Das Autobahndreieck vom Schleußiger Weg auf die B2 in Richtung Süden. Genau so wie die Hochhäuser am Leuschner-Platz und dem am Goerdelerring. Was ja auch so umgesetzt werden soll. Die Westvorstadt hätte man wohl komplett zerstört. Querblöcke auf der Jahnallee sowie eine sehr offene Fassung der Ebertstraße. Interessant wie Lüdke-Dalldrup die Interpretation teilweise noch umgesetzt hat. Erinnert ein wenig an die Leipziger Straße in Berlin. Dazu eine Höhendominante am Waldplatz.



    Wirklich spannend!

    Absolut nicht. Ich bin froh wenn da noch nicht gebaut wird, weil der Bebauungsplan ist viel zu großzügig was die Dichte der Bebauung angeht, viel zu viel grün.

    Ich würde mehr 16- Geschosser und mehr in Karrees bauen. [...] Außerdem sollten mehr Läden (wie Rossmann, Aldi. Netto, ä Kaufland, usw.) [...]

    Die Verdichtung des Viertels ist ein richtiger Schritt und es passiert ja auch. Die Ansiedlung von Einzelhandel wird mit der Verdichtung auch passieren. Aber ich sehe da eher den Bayerischen Platz als richtigen Punkt für eine zentrale Nahversorgung in diesem Bereich an. Ich dachte ausserdem, dass in dem Wiederaufbau der Osthalle vom Bayerischen Bahnhof ein Supermarkt etc. enthalten sein sollen.

    ^ danke für die Bilder. Auch interessant in mehrerlei Hinsicht. Wer genau schaut, kann auf dem obigen Plan die Variante für die Nordvorstadt entlang der Gerberstraße sehen. Dort wurde mit Höhendominanten geplant/gearbeitet. Das ist der heutigen städtebaulichen Interpretation recht ähnlich.


    Zum Bayerischen Platz hatte man damals schon eine bessere Raumfassung des südlichen Teils im Blick. Konträr zu der gegenwärtigen Situation, welche sehr unzufriedenstellend ist.


    Für mich immer noch unklar, was man diesem großen Bahnhof im Süden der Stadt machen wollte. Und selbst einen mittleren Ring um die Innenstadt und Ringstraße zu fassen, kommt uns bekannt vor.