Um den demographischen Wandel zu bewältigen brauchen wir vor allem Jobs und Wirtschaftswachstum, damit gut situierte Neubürger nach Leipzig ziehen, Studenten aus ganz Deutschland nach dem Studium hier bleiben. Die Einwohnerzahl an sich ist gar nicht so wichtig. Perspektivisch würde ich es gerne sehen, wenn die Großwohnsiedlungen entweder suburbanisiert werden (Höhenrückbau bei gleichzeitiger Füllung der weiten Wiesenflächen zwischen den Häuser mit Einfamilienhäusern) oder gleich ganz rückgebaut werden. Ziel wäre eine prosperierende, kompaktere Stadt mit eher höherer Bevölkerungsdichte als heute
Großwohnsiedlungen zu "suburbanisierten" halte ich für keine notwendige Strategie. Neu-Paunsdorf wird sogar weiter ausgebaut, hier herrscht auch eine niedrige Durchschnittshöhe. Es gibt doch nur noch wenige PH16. Grünau hat nur fünf von ehemals 19 PH16 - hier wurde stark ausgedünnt und begrünt. In Schönefeld und Lößnig hat man den Umschwung, meines Erachtens, geschafft. Dort ist für mich keine dominante negative Tendenz einer sozial prekären Großwohnsiedlungen vorhanden. Der 18. Oktober ist die einzige noch vorhandene Großwohnsiedlung mit acht PH16. Diese ist nah an der Stadt und erfährt eine stärkere Verdichtung mit starker sozialer Diversität. Was städtebaulich und in Bezug auf den Standort innerhalb der Stadt, nur schlüssig ist.
Doch, die Einwohnerzahl ist wichtig. Denn sie trägt einen Teil zu einem größeren Wirtschaftskreislauf bei. Leipzig hat seine Bevölkerungsstruktur, wie keine andere Großstadt außer Berlin, in den letzten 25 Jahren so stark verändert. Die Niedergang zu Ende der 1990er und die dann wieder stattfindende Zunahme ab der Mitte der 2000er Jahre, hat rückblickend eine sehr positive Veränderung gebracht. Eine Migration von Neubürger:innen ist tendenziell nie "gut situiert" sondern statistisch jünger und für Ausbildung, Hochschule, breitere soziale Strukturen und dem Arbeitsmarkt in die Stadt gekommen. Was zählt, ist dann was die Stadt für eine positive Entwicklung bieten kann. Darum geht es.

