Rund um den Potsdamer Platz

  • Cavendish Erst einmal danke für die Karte und die Informationen. Ich hätte jetzt bei der Schneise auch eher an eine Verbindung mit dem Tiergarten gedacht als an eine "Riesenschneise" bis Teltow (von der zumindest ich ehrlich gesagt auch noch nie gehört hatte). Vielleicht muss ich mich da aber auch noch stärker einlesen. Ich hätte ansonsten gerade bei Wind durchaus einen gewissen Luftaustausch auch über größere Flächen/Strecken erwartet, einfach weil man es mE auch selbst so erlebt/wahrnimmt (wo die Bebauung offener ist, strömt mehr Wind/Luft aus verschiedenen Richtungen, zwischen engen Häuserblöcken merkt man meist keine/n). Dass man in "Schneisen" keine Vegetation anlegen soll, habe ich dagegen noch nie gehört und auch nie behauptet. Eigentlich ist der Effekt von Bepflanzung doch bekannt, schon allein wegen dem zusätzlichen Schatten. Bei Wasser muss man natürlich auch sehen, wie sich der Aufwand/Verbrauch gestaltet. Ansonsten wäre Wasser auch an dieser Stelle sehr sinnvoll.


    Im Grunde scheinen wir uns dann doch überraschend einig zu sein: Eine neue Bepflanzung und ggf. eine Wasserquelle würden den Park aufwerten. Die Grasebenen haben ihre besten Tage (leider) lange hinter sich.

  • Diese Rasen-Skulptur hätte vielleicht als Kunst-Rasen-Modell eine längere Haltbarkeit als mit Roll-Rasen - ein Biotop würd ich das jetzt sowieso nicht nennen und der Verschleiß ist hier in Eigenschaft als Nutzrasen ja inhärent.


    Spätestens alle 2 Jahre muss dieser stylische Landschaftsarchitekteneinfall totalsaniert werden - in einer Stadt die es mit Grünpflege sowieso nich so dolle hat - und in der man sich auf einen erfolgreichen Anteil an Achtlosigkeit und bedenkliches Ausmaß asozialer Nutzer- Mentalität, verlassen kann, kommt so eine Kunstlandschaft zwar einer LAND- Art -eigenen Vorliebe fürs Prozesshafte, Dynamische und Inkonsistente Nahe ist aber für den als, verantwortungsbewusst auf Stabilität, Planbarkeit, und Nachhaltigkeit setzenden Bezirk in der Unterhaltung einfach mal ein Griff ins Klo/ es ist weder nachhaltig noch robust genug und ich glaube auch nicht dass die überwiegende Mehrzahl der Nutzer, sich über diese künstlerische Metapher im Klaren ist und diese unterschwellige Geschichtsstunde hier überhaupt versteht.
    Die Gefällige Perspektive über das Areal und die gestalterischen Ambitionen lassen sich ja eher auf der Fläche wahrnehmen - während man sich an der Linkstrasse mit der Barrikadewirkung der Steilböschung begnügen muss und von diesem tollen Landschaftsereignis eigentlich nichts hat.

    Wen wunderts dass die Böschung regelmäßig derangiert daherkommt weil der Mensch ein Freund kurzer Wege ist oder das die Bebauung sich in seinen Außen- Effekten hier äußerst zurückhaltend verhält.

    Noch peinlicher wird’s dann mit den unsäglichen Wippen an denen seit dem Jahr ihrer Aufstellung in 2003 repariert wurde bis sie 2012 aus Sicherheitsgründen endgültig stillgelegt wurden.

    Ich käme auch nicht drauf dass eine 21m lange 3t schwere Brücke nur für 2pers geeignet wäre.
    Die Dinger sind eine totale fehlkonstruktion gewesen und eine mögliche Reaktivierung der Wippen die man 2015 mit der Kürzung der Wippen erreicht hätte wird vom Architekten als künstlerischen Urheber abgelehnt.


    Auch glaube ich nicht dass dies als minimalistisch interpretierte Parkanlage überhaupt als solche wahrgenommen wird weils dies eigentlich auch effektiv gar nicht ist.


    Auch wenn das unter Park firmiert, für die meisten isses halt erst ma Wiese eine etwas zu große geratene Verkehrsinsel oder Grünstreifen mit erkennbarem Kunstwasserkopf.

    Die Bezeichnung Park wirkt da eher wie die Übliche Großspurigkeit is ja auch alles Palast, Residenz, Palais, Tempel und Oase da geht och Park. Meiner Meinung nach sollte man sich von diesem Landschaftskunstversuch endlich lösen, und hier endlich einen Tilla Durieux Park anlegen der keine Angst vor einer Gestaltung mit Bepflanzung hat und und sich traut die in diesem Entwurf eingeschlossenen Unzulänglichkeiten zu beheben.

  • Endell

    ... und wenn man dann so weiterschaut in der näheren bis weiteren Umgebung, dieses Westwall-Design taucht in sehr abgeschwächter Form am Leipziger-Platz, schon etwas stärker wieder im Henriette-Herz-Park und in endgültig monumentaler Fassung im Spreebogenpark wieder auf. Es muss den damalig Verantwortlichen doch sehr gefallen, oder für Berlin doch sehr geeignet erschienen sein... oder es war das Nec plus ultra der Garten- und Landschaftsgestaltung der 90er Jahre. Insofern würde dem Ganzen schon wieder fast etwas Gartenhistorisches anhaften und somit etwas Schützenswertes zu Bewahrendendem ... ;(

  • Ich hätte ansonsten gerade bei Wind durchaus einen gewissen Luftaustausch auch über größere Flächen/Strecken erwartet ...

    Gemessen an der Gesamthöhe der "wetteraktiven Luftsäule" über uns sind die untersten ca. 30 oder 40m, die die Gebäude im Stadtraum in der Regel an Höhenausdehnung aufweisen, nicht sehr relevant. Bei den meisten Wetterlagen mischt sich der überregionale Wind in diese Grundschicht im Stadtraum nur sehr abgeschwächt oder gar nicht herunter. Kleinsträumige thermische Ausgleichsströmungen beherrschen stattdessen das Geschehen - jeweils in der Richtung von "kühler" nach "wärmer". Die Strömungsrichtung ergibt sich dann in Abhängigkeit von Sonnenstand und Tageszeit und reicht selten weiter als um ein paar Gebäudeecken. Funktionieren im Sinne von "dem Wind einen Weg in die Stadt weisen" können Schneisen vor allem dann, wenn man es nicht braucht: Bei Starkwindlagen in der kalten Jahreszeit, in denen das "Heruntermischen" des Windes funktioniert.

    Im Grunde scheinen wir uns dann doch überraschend einig zu sein: Eine neue Bepflanzung und ggf. eine Wasserquelle würden den Park aufwerten

    Ja, das sehe ich auch so.


    Unsere Ansätze sind schwerpunktmäßig verschieden, aber wir landen beim selben Ergebnis.

  • ^^ Camondo: Diese Form der Grünen Aussenflächengestaltung schien ja immer die Lösung für repräsentative Grünflächen, neu entwickelter Stadträume gewesen zu sein.
    Fertig wurden die ja meist erst in den frühen 2000ern ich glaub da war man wirklich etwas verliebt in diese Figuren wo man nicht recht weis, bricht da was heraus oder sackt da was ab -das geht ja bis zur absaufenden Mauer als Brunnen im invalidenpark. Vielleicht hat der „Titanik“ Blockbuster niederschwellig in dieser Zeit nachgewirkt 😉


    Ich muss aber auch zugeben diese Gestaltung entwickelt in dieser Architekturbezogenheit eine recht eigentümliche Zeittypische Ästhetik - das fällt dann wohl schnell mind. unter den Denkmalensembleschutz - da die zeitlichen Abstände zur Bewertung und Einschätzung mittlerweile immer Kürzer werden ist der Denkmalschutz schon greifbar. Dazu kommt noch das Urheberrecht des Künstlers - bei etwas von Gestalthöhe, hat der Künstler/Architekt das Recht gegen jede Form von Veränderungen an seinem Werk, Widerspruch einzulegen - die Eigenschaft als Eigentümer der Sache ist hier rechtlich nachrangig. Das Urheberrecht erlischt erst 70 Jahre nach dem Tod des Schöpfers geht also auch auf die Erben über. Dazu muss aber eine ausreichend schöpferische Individualität vorliegen - wer das wohl wie objektiv beurteilen will ist hier wohl die spannendste Frage. Im Extremfall kann sich eine wirklich kaum mehr nachvollziehbare Unzumutbarkeit od Untauglichkeit in Lebenswirklichkeiten einbetonieren wie bei den besch… Wippen daran hat die Öffentlichkeit wohl gefälligst zu leiden. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Diskussion mit dem Brandenburger Adler im Potsdamer Parlamentsbau - es scheint echt zickig zu sein, Machwerke wieder loszuwerden nachdem man entweder gar keinem oder einem zeitl. befristeten Künstler.Geschmack aufgesessen ist.


    Unsinniges Vollzitat gelöscht. Manche scheinen bzgl. der Richtlinien und Zitiererei einfach nicht lernfähig zu sein...

  • ^

    die Eigenschaft als Eigentümer der Sache ist hier rechtlich nachrangig.

    Hierzu gibt es mittlerweile eine Entscheidung des BGH bezüglich des Schutzes des Urhebers gegen Beeinträchtigung seines Werks. Es war strittig, ob die Zerstörung selbst eine Beeinträchtigung darstellt. Geklagt hatte eine Künstlerin gegen den Abbau ihres Werks von der Fassade eines Museums. Ihr Werk hatte sie für das Museum geschaffen, und es war mit dem Bauwerk fest verbunden.


    Der BGH sagt dazu: Bei der Prüfung, ob die Vernichtung geeignet ist, die berechtigten persönlichen und geistigen Interessen des Urhebers am Werk zu gefährden, sei eine umfassende Abwägung der Interessen des Urhebers und des Eigentümers des Werks vorzunehmen.


    Bei der Interessenabwägung sei auf Seiten des Urhebers zu berücksichtigen, ob es sich bei dem vernichteten Werk um das einzige Vervielfältigungsstück des Werks handelte, oder ob von dem Werk weitere Vervielfältigungsstücke existieren. Ferner sei zu berücksichtigen, welche Gestaltungshöhe das Werk aufweist und ob es ein Gegenstand der zweckfreien Kunst ist oder als angewandte Kunst einem Gebrauchszweck dient.


    Auf Seiten des Eigentümers könnten, wenn ein Bauwerk oder Kunst in oder an einem solchen betroffen ist, bautechnische Gründe oder das Interesse an einer Nutzungsänderung von Bedeutung sein. Bei Werken der Baukunst oder mit Bauwerken unlösbar verbundenen Kunstwerken würden die Interessen des Eigentümers an einer anderweitigen Nutzung oder Bebauung des Grundstück oder Gebäudes den Interessen des Urhebers am Erhalt des Werks in der Regel vorgehen, sofern sich aus den Umständen des Einzelfalls nichts anderes ergibt.


    Heißt auf gut deutsch: Im Zweifel für den Eigentümer.


    Kleiner Scherz am Rande: Bei der Beurteilung dieser Frage kann auch das Umsatzsteuerrecht helfen: Bei entsprechender Gestaltungshöhe (i.e. Kunst im umsatzsteuerrechtlichen Sinne) wäre die Anlage der Rasenfläche umsatzsteuerfrei gewesen. Ein Blick in die Rechnung mag genügen. Verständlicherweise legt hier der Fiskus die Meßlatte, ob es sich um Kunst handelt oder nicht, besonders hoch... 😉 Joke off. Hat nichts mit Urheberrechten zu tun, dazu muss es nicht Kunst sein.

  • Kurz vor Eröffnung hab ich mich heute reingeschlichen.



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    Eingang vom Süden her, hat sich nichts verändert soweit




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    Die Fassaden sind schon alle ´ziemlich gewaltig. Es gleicht eher einer überdachten Strasse als einer Mall mit Geschäften


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    Also beeindruckend ist es allemal.


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    Die Fläche der einzelnen Läden scheint recht groß von daher ist auch die Anzahl eher überschaubar, wobei es ja wohl auch noch ein Untergeschoß gibt mit den üblichen Versorgern.


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    Erste Teileröffnung soll am 15 September sein. Also nichts wie hin!

  • Ich war gestern auch da, und zwei Empfangsdamen sagten mir, daß Donnerstag offiziell Eröffnung sei.


    Was soll denn dieser befremdliche Name "The Playce" eigentlich? Wo ist da der Bezug? Könnte man ja bei einem Fußballstadion nachvollziehen.


    Das "Projekt Piazza" hat offenbar auch vor ca. zwei, drei Wochen begonnen. Seitdem wird die Alte Potsdamer Straße aufgerissen.


    Ich verspreche mir nicht so viel von den neuen Arkaden, aber es tut dem Stadtgefühl gut, wenn sie wieder offen sind. Irgendwann muß man sich mal an den Potsdamer Platz ranmachen und den einen oder anderen Mangel beheben. Er ist ja nun auch legitimer Bestandteil der Stadt und unterliegt wie alle anderen Orte auch dem Wandel der Zeit. Das meinte ich mit meinem Einwurf ehedem. Nicht eine totale "Überformung", aber hier und da Korrekturen. Das passiert ja momentan auch.


    Auch wenn es unrealistisch ist, würde ein Verschwinden der beiden Lüftungszylinder dem Platz guttun. Ich frage mich immer wieder, woher so ein ästhetisches Banausentum kommt. Ich kann solche Zylinder jedenfalls nicht am Alex oder Zoo sehen. Es gäbe bestimmt Möglichkeiten, deren Funktion anderweitig zu gewährleisten und die Sache besser zu kaschieren. Also da muß man doch schon ein bißchen dilettantisch sein, wenn man so ein Megaprojekt angeht mit so großen Namen und dann da diese zwei schnöden Zylinder auf einen Platz mit dieser historischen Aura stellt.


    Man hätte diese Zylinder doch problemlos splitten und als Sitzgelegenheiten kaschieren können. Das hätte den Platz zugleich etwas gemütlicher gemacht. Das ist ja sowieso das Grundproblem der Gegend. Sie wirkt eben nicht gerade einladend und anheimelnd.


    Irgendwann wird auch der Urheberschutz für "Hitlers Westwall" auslaufen. Man kommt meiner Meinung nach jedenfalls nicht drum herum, an dieser Promenade etwas zu machen. Es braucht eben alles seine Zeit. Eine Idee von mir war u.a. auch, am Beginn dieser Strecke die rote Infobox wieder aufzustellen, sofern sie denn überhaupt reaktivierbar ist. Dort könnte man Gastronomie unterbringen und eine Ausstellung über den Potsdamer Platz und seine Geschichte.


    Eine positive Sache zum Potsdamer Platz kann man noch sagen: Nämlich, daß sich der Platz auch "subjektiv" integriert. Es ist ja nicht nur eine rein materielle Aufgabe, diesen Stadtraum wiederherzustellen, sondern er stellt sich auch ein Stück weit selbst wieder her. Zum einen durch die schiere Zeit, die vergeht (Gewöhnung). Vor allem aber durch den Generationenwechsel, also die Leute, die gar nichts anderes kennen als diesen Platz, so wie er eben aussieht.


    Das ist auch ein Stück Legitimation.


    PS: Nächstes Jahr wird der Potsdamer Platz übrigens 25 Jahre alt. :)

  • .... Eine Idee von mir war u.a. auch, am Beginn dieser Strecke die rote Infobox wieder aufzustellen, sofern sie denn überhaupt reaktivierbar ist. Dort könnte man Gastronomie unterbringen und eine Ausstellung über den Potsdamer Platz und seine Geschichte. ...

    ... Sie sind mir zu unpräzise und vermengen zusehr den Potsdamer Platz mit dem Leipziger Platz. Die Info-Box stand auf dem Gebiet des heutigen Leipziger Platzes. Vor Jahren habe ich hier schon sehr kritisiert, dass man diese wirklich einmalige Institution völlig unnötigerweise, denn da sie wo sie stand stand sie folgenden Bauvorhaben nicht im Wege, abgetragen und ihre signifikanten roten Panele bei ebay verscherbelt hat. Ich bekomme heute noch schlechte Laune wenn ich daran denke.

    Aber das ist Berlin. Ansonsten wie gesagt, sind es zwei völlig unterschiedliche Plätze mit völlig eigenem historischen Hintergrund die man auch in architektonischer- und gestalterischer Hinsicht einzeln betrachten muß.

  • ok, wenn man bedenkt, dass außer dem Rewe im Untergeschoss fast nichts geöffnet ist, außer dem neuesten TK MAXX der Stadt, hat man ein furchtbar fades, kleinstädtisches Gefühl bei dieser Umgestaltung.


    Es scheint, dass sich die meisten Restaurants im Erdgeschoss befinden und den Gang zum PP-Transitknotenpunkt säumen werden? Auch hier war es schwer zu sagen, weil fast nichts offen ist, und sie arbeiteten aktiv mit Elektrowerkzeugen, was zu der miesen Atmosphäre führte.


    Ich habe es nicht einmal übers Herz gebracht, weitere Fotos zu machen, aber es genügt zu sagen, dass dies für mich ein Schlag ins Wasser ist.


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    Photo: Dropdeaded209

  • Für mich leider wenig überraschend. Es ist auch irgendwie typisch Berlin? Alles immer bombastisch ankündigen, toll verpacken und am Ende des Tages eher ernüchternd! Eine Taktik die seit Jahren so gelebt wird in allen Bereichen ob Politik oder Gesellschaft. Zum Mäusemelken! Danke Dir trotzdem für dein Bild und kleiner Ausführung.

  • Was ist denn daran typisch Berlin? Softopening (das wurde auch so kommuniziert) gibt`s überall. Und wenn man nicht enttäuscht werden will, geht man eben zu einem andern Zeitpunkt dahin. Deine ständigen Übertreibungen nerven nur noch. Beleg doch einfach mal deinen Quark, den Du in wirklich jedem Thread loslässt.


    Auch wenn dieser Beitrag verschwinden wird, das musste einfach mal raus.

    Einmal editiert, zuletzt von DerBe ()

  • Ich arbeite am Potsdamer Platz. Es wurde noch nicht mal mit Plakaten oder ähnlichem angekündigt, dass es jetzt los geht. Es ist also wirklich ein reines Soft-Opening und daran kann ich nichts verwerfliches erkennen.

  • Da ich direkt um die Ecke wohne, bin ich heilfroh, dass es endlich wieder auf hat und die Dauerbaustelle langsam verschwindet (bzw. sie geht ja leider an den aussenbereichen weiter.....)


    Die grundsätzliche Frage lautet ja: Ist es eine wirkliche Aufwertung gegenüber dem Vorzustand? Hat es sich geloht, soviel Zeit und Geld zu investieren?

    Aus meiner Sicht nach der ersten Begehung: Nein. Die Oberflächen (Decken/Wände/Böden) sind nun neu und daher schön anzuschauen, ja. Sowas kann man aber auch bei laufendem Betrieb erneuern und muss es nicht durch eine jahrelange totalsperrung machen.

    Das neue Konzept mit dem Entfall der Galerie im 1.OG empfinde ich nicht als Gewinn. Man hat weniger "promeniermöglichckeiten" und kann die Einkaufsstraße jetzt nur einmal im EG hin und herlaufen. Bisher ist man halt einmal im EG hin und dann im 1.OG auf der Galerie, wo es auch weitere Läden und Restaurants gab, zurückgelaufen.

    Jetzt also im UG einmal in die eine und dann im EG in die andere Richtung...... Dafür wirkt die Einkaufsstraße durch den Entfall der Galerie, der Rolltreppen und Brücken nun "leerer". Wie eine überdachte Straße, und weniger wie eine Mall. Reine Geschmackssache. Man hätte es auch genau andersherum machen können. Urteil insgesamt: Nett (und jeder weiß, was das bedeutet)

  • Wenn ich es richtig verstehe, war die Besucherfrequenz viel ein Obergeschoss/für eine Galerie viel zu gering. In so einem Fall ist es wesentlich sinnvoller, die Laufflächen zu verkleinern und dort für Frequenz oder gar Enge zu sorgen. Gähnend leere Gänge schrecken ab. Man muss abwarten, ob es angenommen wird. Man muss den Mut der Bauherren bewundern auf ein verhältnismäßig exotisches Konzept zu setzen.

  • The Playce (ehem. Potsdamer Platz Arcaden)

    Inzwischen hatte ich die Gelegenheit, mir den aktuellen Stand mal anzuschauen. Nun, es ist m. E. weder möglich noch fair, das Ergebnis abschließend zu berurteilen. Dazu ist das Ganze einfach noch zu unfertig und vor allem sind erst ein Bruchteil der Läden eröffnet. Man kann sicher darüber streiten, ob es sinnvoll war, den umgebauten Playce in diesem Zustand schon zu eröffnen, wenn auch erstmal „soft“.


    Dass man es hier mit einem neuen, andern Konzept versucht, ist legitim. Die klassische Shopping Mall hat (nicht nur hier) nicht mehr funktioniert. Der Mall-Markt ist übersättigt, die Ansammlung austauschbarer Ketten zu wenig attraktiv, zudem hat sich das Einkaufsverhalten in den letzten Jahren gewaltig verändert. Und es gibt weitere Gründe, die ich jetzt nicht alle aufdröseln will und kann. Nicht umsonst versucht es der Media Markt im Alexa jetzt auch mit einem veränderten Konzept („Technik Village“).


    Die neue Passage wirkt auf mich aufgeräumt, hell und übersichtlicher als früher. In der Tat ähnelt sie eher einer überdachten Straße oder Gasse. Früher hatte man sehr viele kleine, beliebige Läden, jetzt werden es wenige große sein. Diese hat man durch unterschiedliche Fassadengestaltungen voneinander abgegrenzt, so dass sie ein wenig wie einzelne Parzellen/Häuserfronten wirken. Die verwendeten Materialien sind für mich solide und halbwegs wertig (u. a. Ziegel, Natur- und Kunststein, Keramik). Noch fehlt das Leben, aber wenn irgendwann alle Läden bezogen und eröffnet sind, wird sich das sicher ändern. Das kann allerdings noch ein paar Monate dauern - Peek & Cloppenburg gibt „march 2023“ an, andere „fall 2022“, an vielen Geschäften steht nur unbestimmt „coming soon“.


    Ich will den Playce jetzt nicht groß loben, kann aber die voreiligen Verrisse, die hier tw. geäußert wurden, nicht nachvollziehen. Ich warte mit meinem Urteil, bis alles fertig ist.


    Ein paar Bilder vom Ist-Zustand, zunächst der Nordeingang (Alte Potsdamer Straße) und das EG:


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    Blick zur Decke mit einem der bunten Leuchter:


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    An vielen Ecken wird noch gewerkelt:


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    Hier braucht man beim Handy-Daddeln keine Angst zu haben, dass einem der Saft ausgeht. Die schwarzen Quadrate unterhalb der Sitzfläche sind nämlich Steckdosen:


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    Blick von der Brücke am Südende der Passage Richtung Norden:


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  • ^ The Playce (ehem. Potsdamer Platz Arcaden) - Teil 2: das UG

    Weiter geht es im Untergeschoss. Auch dieses wirkt viel heller als früher und es sind zumindest ein paar Läden und Fressbuden offen. Der Boden sieht für mich ganz angenehm aus. Mit dem weißen Gipskarton hat man es aber übertrieben, vor allen Richtung Bahnhofshalle. Hier der südliche Bereich:


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    Die bequem aussehenden Sitzgruppen sind m. E. eine Verbesserung:


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    Die inselartigen Holzlamellenbereiche lockern die ansonsten eher langweilge Decke auf:


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    Der Gang Richtung Bahnhof:


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    Hier sieht es zurzeit noch richtig öde aus - so stelle ich mir den Flur eines Rechenzentrums vor:


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    Zum Schluss noch vier Bilder vom viel gescholtenen Tilla-Durieux-Platz mit seiner Rasenskulptur. Soo schlimm sieht es doch gar nicht aus. Klar, die zu recht bemängelten Schadstellen an den Ecken und steilen Flanken sind ein Ärgernis, ebenso die stillgelegten Wippen samt beschmierten Betonmauern, aber ansonsten sehen die Rasenflächen recht gepflegt und sauber aus. Gesonnt wird sich darauf auch:


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  • Backstein Herzlichen Dank für die frischen Eindrücke. Meine spontanen Gedanken:

    - Wirklich sehr viel freundlicher und großzügiger, gerade durch die bewusste Reduzierung. So eine helle, aufgeräumte Passage lasse ich mir gerne gefallen.

    - Auch die Unterteilung in verschiedene Teilfassaden überzeugt mich zumindest hier aus der Ferne.

    - Das Untergeschoss war mE nie eine Schönheit, fällt aber auch weiterhin deutlich ab. Funktional aber sicher sinnvoll, dass man dann doch noch schnell einige ergänzende Angebote erreichen kann.

    - Was ist im überglasten Teil mit den Bäumen passiert und warum? Gerade die hätten mE den Eindruck einer Einkaufsstraße noch mehr verstärkt. Wirklich bedauerlich, falls das so bleibt. Vielleicht kommen ja zumindest noch halbwegs vorzeigbar dimensionierte Topfpflanzen? Meine Vermutung wäre aber eher nein. Zumindest sehe ich auf den ersten Blick nicht, wo man mögliches Grün sinnvoll eingeplant haben könnte.


    Auch ich warte natürlich auf den fertigen Eindruck und möglichst meine eigenen Eindrücke vor Ort. Es scheint insgesamt aber ein mutiger und erfreulicher Ansatz zu werden. Ich bin positiv gespannt.

  • Ist es nicht etwas verschroben das man in unserer Zeit in ner Mall versucht eine städtisch inspirierte Kulisse als flaniermeile durch Individualisierung der Fassaden für Geschäfte aufzubauen um es als magn. Argument des Einkaufserlebnisses für die potenzielle Kundschaft zu vermarkten, die das in zunehmendem Maße in vorhanden Stadtstrukturen unter freiem Himmel nicht mehr angeboten bekommt?

    Da läuft doch was verkehrt!

    Während ganze Stadtviertel, Plätze, Einkaufsstraßen und Boulevards durch falsche und störende Architekturen, ungeschickte Verkehrsplanung und einseitige Nutzungswidmungen veröden versucht man ausgerechnet in ner Mall hier ein städtisches Surrogat hmm 🤔. Was ich bisher so sehe spricht mich pers. nicht sonderlich an / von den sichtbaren Fassadenversionen gefällt mir einzig die schwarze Ziegelfassade recht gut - Das Tiefgeschoss wirkt auf mich erst ma wie n Duty free Parcours aufm Flughafen als erlebniswelt ist mir die gesamte Umsetzung zu dürftig geraten und bisher wirkts eher so als hätte man jeden Pfennig für die Gestaltung 3mal umgedreht.


    Ich hätte es zudem besser gefunden die Möglichkeiten und Vorteile einer eingehausten Einkaufsmeile kreativ voll auszuschöpfen als einen städtischen Boulevard zu simulieren der im Unterhaltungswert doch nicht über den kulissenchique eines Outletcenters hinausreicht.

  • Den Gedanken von Endell finde ich gut und durchaus nachvollziehbar.


    Mir war irgendwie so, als wollte man mit dem neuen Konzept mehr auf Food Court und Markthalle machen, weil man was das einkaufen angeht eh nicht mehr MoB mithalten kann...Aber das hat sich dann wohl wieder geändert oder ich habe es falsch in Erinnerung...?


    Das UG war früher eigentlich immer recht belebt, was sicher auch an der Verbindung zur Bahn liegt. Wenn da mal alles offen ist und nicht mit grauen Folien zugeklebt, wird es sicher auch etwas ansprechender


    Um die Bäume ist es in der Tat schade. Was bringen diese "Leuchter"? Bewegen die sich? Muss ich wohl die Tage auch mal hin...