Museumsinsel und Erweiterungsbauten (James-Simon-Galerie)

  • Sehr schöne und ausführliche Dokumentation zum Baufortschritt, der beim flüchtigen Vorbeifahren schwer erkennbar ist. Vielen Dank dafür!

    Gerade weil das ganze Projekt "ewig" dauert, ist es gut, dass mal jemand über bereits geschaffte Etappen berichtet. 👍

  • ^

    Sehr schöner Bericht! Dass der geschlossene Teil der Kolonnaden wieder geöffnet wird, war mir nicht bekannt, glaube aber dass diese Maßnahme eine fantastische optische Wirkung erzielen wird!

  • ^ Ja, danke! Ich fahre dort jeden Tag mit der S-Bahn vorbei. Vor Jahren verschwand der Nordflügel unter diesem Tschernobyl-Sarkophag und blieb dort für Ewigkeiten. Seit ein paar Monaten sieht man nun auch von außen, dass sich etwas tut – und was man sieht, sieht gut aus. Habe die begründete Hoffnung, das komplett sanierte Museum noch erleben zu dürfen (auch wenn ich bis dahin vielleicht grau sein werde...). :cool:

  • Grau passt ja zum Pergamonmuseum und bildet einen schönen Kontrast zu den ewig jugendlichen Skulpturen des göttlichen Altars. 😉 👍


    Ich finde es, trotz der ewigen Dauer der Bauarbeiten, wunderbar, dass man das Konzept konsequent über Jahrzehnte weiterverfolgt. Anders als bei Spreebogen oder HBF hat man eine die sinnvollen Planungen sogar über den Tod von Baumeistern hinweg weiterverfolgt. Dass das Augenmerk der Öffentlichkeit geringer ist, scheint hier ein Vorteil zu sein. Die SPK beweist einen langen Atem und vorzügliche ästhetische Maßstäbe. Sie zur Strafe zu zerschlagen, wäre eine Idiotie.


    Zumal es gelungen ist die Museumsinsel über die vielen Jahre der Baumaßnahmen hinweg wunderbar zu bespielen. Ich finde den Besuch der Museen und die Betrachtung der Bauarbeiten eine sehr gute Ergänzung, auch wenn Touristen vermutlich weniger angetan sind.

  • Ich finde es, trotz der ewigen Dauer der Bauarbeiten, wunderbar, dass man das Konzept konsequent über Jahrzehnte weiterverfolgt. Anders als bei Spreebogen oder HBF hat man eine die sinnvollen Planungen sogar über den Tod von Baumeistern hinweg weiterverfolgt.


    Zumal es gelungen ist die Museumsinsel über die vielen Jahre der Baumaßnahmen hinweg wunderbar zu bespielen. Ich finde den Besuch der Museen und die Betrachtung der Bauarbeiten eine sehr gute Ergänzung, auch wenn Touristen vermutlich weniger angetan sind.


    Ich stimme Dir beim ersten Satz darin zu, allerdings gebe ich zu Bedenken, dass es für diese Behauptung noch zu früh ist, Es wird sich erst zeigen, wenn man nicht nur den Südflügel, sondern vor allem den neuen Verbindungsbau und die dazugehörige archäologische Promenade errichtet.


    Was die Bespielung betrifft, bin ich weniger euphorisch wie Du. Gerade das Pergamonmuseum leidet doch sehr unter diesem langjährigen Zustand. Man sollte sich nicht täuschen lassen, aber die Reputation des Museums leidet enorm, vor allem weil es wirklich ewig dauert. Für die Puristen der Museumsliebhaber mag das natürlich sekundär sein, aber ich war jetzt zweimal während der Bauphase im Museum und finde es ziemlich schlimm und für ein Museum von Weltrang - so sieht sich ja das Pergamonmuseum selbst - einfach nur unwürdig.

    Ich hätte es für besser gefunden, das ganze Museum zu schließen und dadurch die Bauzeit zu halbieren, aber das war nicht durchsetzbar.


    Mir tun auch etwas die Architekten leid, die eigentlich wissen, dass sie ihr Werk kaum selbst erleben werden. Herr Unger ist ja schon verstorben, Herr Dudler hat 20 Jahre auf seinen Sternenhimmel in der Museumsstation warten müssen, Chipperfield wird eine gute Gesundheit brauchen, um die Promenade wenigstens im Rollstuhl oder Rollator zu durchschreiten und für Stella scheint es sich glücklicherweise auszugehen. Der guckt sich die Webcam an und zählt wahrscheinlich die Plastersteine einzeln, die am Ostflügel mit geradezu provozierender Unaufgeregtheit verlegt werden.

    Und bei Hillmer, Sattler und Albrecht hat man es wahrscheinlich schon vergessen, dass es da noch einen Entwurf für das Alte Museum gibt, der von nachfolgenden Generationen mal umgesetzt werden wird. Es wird sicherlich ein Trost für Sie sein, dass - wie Du es so schön geschrieben hast, dies 'über den Tod von Baumeistern' hinaus erfolgen wird.

  • Mir tun auch etwas die Architekten leid, die eigentlich wissen, dass sie ihr Werk kaum selbst erleben werden. Herr Unger ist ja schon verstorben, Herr Dudler hat 20 Jahre auf seinen Sternenhimmel in der Museumsstation warten müssen, Chipperfield wird eine gute Gesundheit brauchen, um die Promenade wenigstens im Rollstuhl oder Rollator zu durchschreiten und für Stella scheint es sich glücklicherweise auszugehen.

    Na ja, das ist vielleicht ein bisschen zu dramatisch formuliert. Immerhin kann Chipperfield sehen, wie das Neue Museum und das Eingangsgebäude fertigestellt sind und bereits eröffnet wurden.

  • ^ Und zusammen mit diesen beiden Gebäuden kann er auch den wichtigsten Teil der unterirdischen Promenade sehen, denn beim Neuen Museum ist sie eben auch ein wichtiger Zugang oder Ausgang von/zur James-Simon-Galerie. Beim Pergamonmuseum wird sie wohl eher Ausgang sein, für Besucher, die sich das ganze Haus anschauen und nicht nur den Rundgang über die Hauptaustellungsebene machen, die direkt vom neuen Eingangsgebäude betreten wird. Immerhin erschließt die Promenade hier auch den großen, bisher nicht für Ausstellungen genutzen, Keller des Museums.


    Die Verbindung zwischen Pergamon und Bodemuseum wird auch zukünftig wohl nur von wenigen Besuchern genutzt werden. Zu groß ist einfach der gesamte Mueumskomplex, um an einem Tag besucht zu werden und die Besucher des Bodemuseums werden dieses auch zukünftig wohl eher direkt ansteuern, es hat ja eigene Kassen und Garderoben, als erst in der James-Simon-Galerie vorbei zu schauen. Auch im Bodemuseum hat die Promenade aber weitere Ausstellungsflächen im Kellerbereich erschlossen und wenn man den Aufwand für eine besuchergerechte Verbindung zwischen Bode- und Pergamonmuseum im Verhältnis zur Gesamtbausumme setzt, wäre es völliger Unsinn auf eine solche Verbindung zu verzichten, auch wenn diese wohl eher von Museumsmitarbeitern als Besuchern genutzt werden wird.


    Beim Alten Museum bin ich mir noch unsicher wie sehr Besucher den Anschluss an die unterirdische Promenade nutzen werden. Einerseits liegt das Gebäude nah an der James-Simon-Galerie, aber erst den weiten Weg durch den Keller des Neuen Museums nehmen zu müssen, erscheint mir doch etwas umständlich. Bei gutem Wetter wird sich das mit Sicherheit keiner antun. Ein weiterer direkter Zugang zur Promenade/Altem Museum im Bereich der Bodestraße/Kollonade wäre wünschenswert, angesichts der engen Platzverhältnisse dort aber schlecht zu realisieren.

    Hillmer, Sattler und Albrecht werden zwar am längsten auf die Umsetzung ihres Museumskonzepts warten müssen, andererseits wird sich am Alten Museum am äußeren Erscheinungsbild und auch an den Hauptausstellungsräumen nicht so dramatisch viel ändern, es ist ja vor allem eine funktionelle Sanierung, auch wenn mit Überdachung der Höfe, Nutzung des Kellergeschosses und Bau der unterirdischen Verbindung ordentlich für Besucher nutzbare Fläche hinzugewonnen wird. Immerhin wurden Teile der Sanierung schon vorgezogen.


    Dass sich alles so lange hinzieht hat ja nicht nur mit unvorhergesehenen Vorkommnissen, wie etwa der zusätzliche notwendige Abbruch eines alten Pumpwerkes im Hof des Pergamonmuseums zu tun, sondern auch mit der üblichen Auschreibungs- und Vergabepraxis, die ja eigentlich Kosten einsparen soll, aber nicht nur die Planungs- und Bauzeit verlängert, sondern auch zu unnötigen Kostensteigerungen führt, wie man an der James-Simon-Galerie gesehen hat, bei der man zuerst ein billiges, aber eben auch unfähiges Unternehmen mit der Gründung beauftragt hat.


    Eine Aufspaltung der SPK sähe ich weniger als Bestrafung, als eher als Entlastung an und könnte somit die Planungs- und Bauzeiten sogar beschleunigen, wenn nicht mehr ein oberstes Entscheidungsgremium für alles zuständig ist, sondern mehrere Gremien parallel arbeiten.

  • Das Tolle an der Promenade wird doch sein, dass man in ein Haus eintreten und aus einem anderen austreten kann. Das ist jetzt schon ein kleines Erlebnis nachdem Neues Museum, JSG und der Torso des Pergamonmuseums zusammengeschlossen sind. Jeder Museumsbesuch kann ganz anders verlaufen.

  • Bilder zur JSG

    Der Hof zum Neuen Museum ist grandios. Die steinerne Eleganz mit dem flachen Brunnen gefällt mir sehr gut. Ich werde diese Woche auch mal reingehen. Trotz vieler mäßiger architektonischer Entwicklungen in Berlin - zB im lieblosen Regierungsviertel - versöhnt mich die Entwicklung auf der Museumsinsel - einschließlich Humboldtforum - immer wieder etwas mit dem Bauen in Berlin.

    Was genau ist an diesem Hof der JSG mit dem flachen Brunnen grandios und nicht lieblos?

    Ich habe das nicht studiert und würde es gern verstehen.

    Leider wirkt er auf mich und die Menschen, die ich dort anspreche völlig anders...

    Kann mir mir das jemand erklären?

    Vielen Dank

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    Bild: Dropdeaded209


    heute morgen auf dem Weg ins Bode-Museum... Demontage der Wände zwischen den Pfeilern! Das wird einfach fantastisch aussehen. Es braucht auch eine gute Reinigung :P

  • ^ Angeregt von Deinem Bild bin ich heute hingegangen. Da ich schon lange auf diesen Arbeitsschritt gewartet habe, freue ich mich umso mehr, dass es jetzt losgeht.

    Die Kolonnaden wurden bereits 1911 zugemauert, das heißt, wir haben das Privileg, sie nach über hundert Jahren wieder so sehen zu können, wie sie Stüler einst entworfen hat. Und wir werden überhaupt die ersten sein, die uns im öffentlichen kleinen Platz aufhalten können, der hier am Ende der Kolonnaden entsteht. Er wird die Museumsinsel noch einmal bereichern.


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    An dieser Stelle entsteht der neue kleine Platz:


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    Bilder von mir.


    Hier noch ein Rendering vom erwähnten Platz. (Dieses Licht wird allerding nur sehr früh am Morgen so fallen können, wenn überhaupt, da das Grundstück nach Nord-Osten ausgerichtet ist.)


    ff_pm_spree_teaserawkk7.jpg


    © SPK / ART+COM, 2015


  • < Entschuldige, ich verstehe Deine Frage nicht. Was meinst Du mit Fußgängersteg? Von einem Steg war hier ja nie die Rede, nur die Rückgewinnung der sehr lange Zeit nicht mehr genutzten Flächen direkt am Ufer der Museumsinsel zu Füssen des Pergamonmuseums und die Öffnung der Arkaden, die ursprünglich ja auch offen waren, wird hier thematisiert. Und wenn Du mich fragst sieht das ziemlich schnieke aus.:)

  • Ein Fußgängerüberweg an dieser Stelle wäre wohl wenig sinnvoll. Selbst wenn man auf Rampen für Barrierefreiheit verzichtet würde, wären die Treppen und der Steg selbst ziemlich im Weg und würden die Aussicht stören. Außerdem sind es nur wenige Meter mehr Fußweg, um bis zur Friedrichs- oder Monbijoubrücke zu gelangen.

    Was mich allerdings eher wundert ist, dass zukünftig die Feuerwehrzufahrt hinterm Bodemuseum entfallen soll, denn hier soll ja nur eine Art "Neugierdebalkon" entstehen. Diese Zufahrt könnte man genausogut für Fußgänger nutzen und sie stände bei Abriss ja im Notfall auch nicht mehr für Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Zwar soll auch außerhalb der Öffnungszeiten zukünfig eine Durchwegung der Seitenflügel des Pergamonhofes möglich sein, aber ob das dann wirklich der Fall ist bleibt abzuwarten. Würde man den Überweg nördlich des Bahnviaduktes erhalten, hätte man vom Kupfergraben aus, einmal komplett ums Pergamonmuseum herum, über den Kollonadenhof zur Bodestraße hin, einen schönen Rundweg.

  • Hier gehts ja auch nicht um einen Bahnhof oder so, den man schnell erreichen möchte. Der Weg, vom Bahnviadukt, entlang der Spree zur Friedrichsbrücke mit Blick auf die Kolonnaden ist doch einer der schönsten. WEbenso ist das Betreten des Kolonnadenhofs mit Blick auf die ANG ein Highlight der Insel. Wozu also abkürzen?


    Hm, was diese "Neugierden" sollen weiß ich auch nicht ganz. Die Aussicht entlang dem Viadukt ist ja nicht grad spannend?

    Einmal editiert, zuletzt von Ben ()

  • ^Sehe ich auch so. Ich frage mich allerdings, ob der James Simon Park langfristig eine Erweiterungsfläche der Museumsinsel werden könnte und ob dann eine zusätzliche Spreequerung in Betracht käme. Die kann ja elegant und zierlich sein.

  • ^

    Soviel zu dem Thema, dass Kunstwerke jeglicher Provenienz in europäischen Museen sicherer aufgehoben sind als in ihren Ursprungsländern.


    Wenn Museumsbesucher in Zukunft nur noch Objekte hinter Glas erleben dürfen, können sie sich bei den Tätern bedanken!

  • ^^wie kann das unbemerkt passiert sein? Es gibt doch unzählige Besucher und Museumswärter?