Beiträge von Theseus532

    Wenn wirklich am Bedarf vorbei gebaut würde, würde es leere Wohnungen geben, die keiner kauft. Das ist nicht der Fall.

    Es wird einfach zu wenig gebaut. Dass der Bedarf an günstigen Wohnraum naturgemäß größer ist als an hochpreisigen, ist dabei kein Widerspruch sondern zum großen Teil das Ergebnis der Politik der letzten 15 Jahre. Natürlich ist Berlin auch Opfer seines Erfolges geworden. Die wenigsten haben 2005 damit gerechnet, dass die Entwicklung so kommt, wie es dann eintrat. Und die Politik hat viel zu spät reagiert.

    Krassestes Beispiel dafür der desolate Schulneubau. Dort hatte man eine Vorlaufzeit von sechs Jahren oder zehn für die Gymnasien oder Gesamtschulen, anhand der Geburten und wusste recht genau, was auf die Bezirke zukam, sehenden Auges ist man in die Katastrophe gegangen. Das ist für mich unfassbar. Es ist ein Armutszeugnis. In München stampft man modernste Bildungszentren mit allen Pipapo aus dem Boden, ob Freiham oder Riem. in Berlin baut man bessere Container auf den letzten Drücker.


    Die Warnungen von einer Blase halte ich für nicht begründet. Seit Jahren liest man das immer wieder. Natürlich wird die Nachfrage sinken wenn die Zinsen steigen, allerdings werden die Preise bestimmt nicht um 50% fallen, das ist totaler Blödsinn.


    Nur bauen wird das Problem Wohnungsmangel nicht lösen, aber ohne bauen wird es bestimmt nicht gelöst.

    Und einen Tod muss man sterben. Keiner traut sich an die Traufhöhe, Verdichtung ist eine andere Problematik und an die gigantischen Kleingärtenflächen traut sich auch keiner ran. Leerflächen und Baulandspekulation müssten jährlich besteuert werden, Warum wird die Eigentumsquote nicht erhöht durch Mietkaufangeboten von Seiten des Senats und anderen Modellen? Das wäre ein wirksames Mittel um Menschen die ansonsten kaum Chancen hätten, zu Eigentum zu bringen. Es gibt Möglichkeiten, aber sie werden bei weiten nicht ausgeschöpft.


    Hier ein Artikel aus der TAZ ! Also wenn selbst die das so sehen....


    https://taz.de/Fehlender-Wohnraum-in-Grossstaedten/!5609116/

    Mit dem Baustart dieses Projektes kann man jedenfalls kaum behaupten, dass Berlin hochhausfeindlich wäre

    ...und der amerikanische Traum lebt.

    Diese Aussage passt in die gleiche Kategorie.

    Es ist so lachhaft.


    Dieses Hochhaus wurde entgegen aller Knüppel von Herrn Streletzki, der sowohl Verbindungen, Einfluss, Kapital und eine außerordentliche Zähigkeit besitzt, durchgesetzt und stellt eine absolute Ausnahme dar. Zehn Jahre und länger - vergleichbar vielleicht nur mit dem Projekt an der Fanny Zobel Strasse - was die Planungszeit betraf. Es ist ein halbes Wunder.


    Wieviele Projekte werden erst gar nicht mehr versucht, wieviele Projekte werden auf 120 Meter gekürzt und noch weniger, wieviele Projekte werden a priori verweigert.


    Berlin ist hochhausfeindlich, nicht so vollkommen paranoid wie München aber von Frankfurt, Tokio Shanghai, New York, Dubai, Singapur, Sidney, Chicago, Rio oder irgendeiner anderen Stadt mit der man sich so grossmäulig gerne vergleicht, sind wir Lichjahre entfernt.

    Beim wöchentlichen Shopping ist mir aufgefallen, dass endlich die ersten neuen Innenbereiche eröffnet wurden, unter anderem in der Damenabteilung in der zweiten Etage, wo es mich ansonsten nun wirklich nicht hinzieht, aber was macht man nicht alles fürs Forum. Sieht natürlich hochwertig aus, aber für meinen Geschmack etwas zu wenig gewagt, recht bieder.


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    Dem Designer scheinen es die Streifen angetan zu haben, damit auch jeder weiß wo es lang geht.



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    Wesentlich neugieriger war ich auch die neuen Rolltreppen, die auf den Renderings ganz interessant aussahen.

    Hier sind auch die ersten zugänglich.

    Zumindest besser was ansonsten so geboten wird.



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    Das ganze ist rund gestaltet und mit viel Holz verkleidet, hätte ich ohne die Streifen gar nicht gefunden, lol



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    Die fünfte oder sechste Etage , weiss ich jetzt nicht mehr genau - ist noch gesperrt. Das wird noch etwas länger dauern.


    Wenn ich mich recht entsinne, werden das drei oder vier solcher Rolltreppenanlagen im ganzen Haus.

    Und was hier bestimmt viele interessiert, ja auch die Herrenabteilung kommt noch dran, wann allerdings, konnte mir die Verkäuferin nicht sagen, sie werden darüber nicht informtiert.


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    Also wenn die Eigentumsstruktur so sein wird, wie befürchtet, dass nämlich die Landesgesellschaften das Gros der Bebauung erstellt, dann wird es einfach nur eine völlig belanglose öde Bebauung geben. Vielleicht werden ein oder zwei Vorzeigebauten entstehen, aber meine Erwartungen sind doch sehr gering.

    Es ist immer wieder ein Faszinosum wie Du die Dinge beschreibst. Starke Zivilgesellschaft? Die gibt es hier wie überall in Deutschland, hat aber nichts mit der Koalition in Berlin zu tun. Deine Versuche hier so zu tun als ob eine Koalition jenseits der Linken einen Aufruhr in der Zivilgesellschaft hervorruft ist beste Desinformation aber bestimmt keine Abbild der Realität.


    Der Mieterverein gehört vielleicht zur Zivilgesellschaft - genauso wie der unselige Fahrgastverband, die Bau- , die Tabak- oder Autoindustrie.- sind aber alles vornehmlich Lobbyverbände. die ihre Interessen durchsetzen wollen, nicht mehr und nicht weniger.

    Die Ambivalenz der SPD ist hinlänglich beschrieben worden. Frau Giffey wurde gebraucht die Wahlen mit Positionen zu gewinnen, die die Mehrheit der Berliner SPD nicht teilt und daher eine Koalition mit den Linken einfordert. Frau Giffey wusste das, von daher war ihr bewusst worauf sie sich einlässt. Ihre Wähler sind etwas perplex, denen eine andere Politik versprochen wurde und jetzt wieder RRG bekommen. Wie das ausgeht, wird man sehen.


    Ach ja und dass Frau Jarasch sich als reiner Vertreter des linken Flügel erwiesen hat, und nicht als Mittler in der Grünen Partei als der sie ausgerufen wurde, ist die einzige Erkenntnis, die man über sie gewonnen hat. SIe hätte den Karren aus dem Dreck ziehen können und eine Ampelkoaltion in ihrer Partei durchsetzen sollen, das nämlich hätte Mut und Führungsstärke bewiesen, aber bestimmt nicht, gebetsmühlenartig RRG zu fordern,

    Mut und Führungsstärke kann ich bei ihr nicht feststellen. Sie ist ein Fähnchen im Wind ohne Haltung, ähnlich wie beim Enteignungsbescheid.


    Und was die positiven Nachrichten betrifft, ich bin sicher, du wirst uns jede Menge davon liefern.

    Er hat sie nicht angeschwärzt sondern ganz nach Müller-Art perfide desavouiert.

    Niemand hat ihn gezwungen diese Antwort zu geben, er hätte darauf verweisen können, er sei nicht mehr verantwortlich für die Ressortauswahl und er äußerst sich nicht zu Fragen, die den zukünftigen Senat angehen. Das würde man erwarten, und nicht diese süffisanten Hinweise.

    Egal welche Regierung jetzt kommt, diese startet unter denkbar schlechten Voraussetzungen.

    Frau Giffey wäre bei einem Linksbündnis schon beschädigt, da sie ziemlich deutlich andere Präferenzen erkennen hat lassen.

    Die Koalitionsverhandlungen werden bestimmt noch komplizierter als im Bund.

    Im Artikel der Berliner Zeitung wurde die schwierige Sachlage gut beschrieben. Die Funktionäre der Kreisverbände sind eher gegen die Ampel, da sind viele Chefs von Müller noch gefördert worden. Dagegen sähe es bei einem Mitgliederentscheid womöglich anders aus, die viel mehr Sympathien für Frau Giffey haben und die Fraktion hat Saleh mehr oder weniger im Griff

    Und dass jetzt die Jusos und Herr Kühnert keine Ampel wollen, ist doch nicht einmal die Meldung wert, so klar wie das ist.

    Das wird dann keine Liebesheirat wie vor fünf Jahren, sondern eher ne Zwangsheirat lol

    Das Problem in Berlin ist ganz einfach. SPD und Grüne sind die wohl am weitesten links stehenden oder wie immer man das bezeichnen mag - Landesverbände in ihren Parteien. Und die CDU ist der wohl reaktionärste oder zurückgebliebenste - je nach Sichtweise - unter den CDU Landesverbänden. Das macht es eben so schwer zwischen ihnen was woanders fast schon Alltag ist.

    Wowereit konnte vielleicht noch aufgrund seiner Autorität und mit viel taktischer Finesse eine Koalition mit der CDU durchsetzen allerdings war klar, dass Müller diese Verbindung auf keinen Fall wollte und die CDU mit Henkel und dem Rest seiner Truppe ihm auch wenig Gegenargumente geliefert hat.

    Die FDP war in Berlin immer schon ziemlich klein und viel zu eng auf Wirtschaftsthemen begrenzt, was in einer Sozialstruktur wie in Berlin noch weniger gut ankommt als wo anders. Herr Czaja scheint sich etwas zu öffnen, aber ob das reicht.


    Andererseits wusste Frau Giffey ganz genau, worauf sie sich einlässt als sie sich für ihre Kandidatur entschieden hat. Sie war immer absolut unbeliebt - so wie ihr Förderer Herr Buschkowski auch - bei ihrem eigenen Landesverband und besonders bei Herrn Müller.

    Dass der für eine Fortsetzung plädiert verwundert wenig.

    Was Frau Giffey wirklich will, weiß wohl keiner. Ob sie glaubt eine andere Koalition bei der SPD durchzusetzen? Ich halte sie für so intelligent - ähnlich wie Merkel - dass sie ihre Lage innerhalb ihrer Partei gut einschätzen kann. Sie hat (noch) nicht Wowereits Autorität innerhalb der SPD um ihre Wunschvorstellungen durchzusetzen und sie kann schlecht hinschmeissen, wenn die SPD ihr einen Bruch mit der jetzigen Koalition verweigern würde.

    Die Wähler würden sich auch ziemlich verarscht vorkommen, Giffey gewählt zu haben mit dem Versprechen einer Richtungsänderung und dann - ja wen eigentlich zu bekommen? Saleh wäre der natürliche Ersatz, aber würde unmöglich unbeschadet einspringen können, so sehr hat er sich für Frau Giffey ausgesprochen. Das wäre der Supergau und das Ende der politischen Laufbahn von Frau Giffey.

    Von daher wird es wohl darauf hinauslaufen dass Giffey den Preis hochtreibt für das zu erwartende Linksbündnis und möglicherweise eine langfristige Strategie im Hinterkopf hat. Frau Merkel hat auch 2002 verzichtet, damit rechnend, dass Stoiber verliert.

    Ich halte deine Einschätzung für grundfalsch. Die Qualität der IBA Bauten ist verglichen mit dem was heute gebaut wird, wesentlich höher.

    Das Problem ist meiner Meinung nach die Vernachlässigung. Diese Bauten sind nun mal meistens 30 bis 40 Jahre alt. Meist in kommunalen Besitz mit entsprechend dürftigen Budgets wurde die Instandhaltung vernachlässigt.

    Wenn man die Bauten renovieren würde, würden sie ihre Qualität und Wert noch wesentlich sichtbarer. Was du billigst nennst, ist nun mal ein relevantes Kriterium bei staatlichen Bauen für sozialen Wohnungsbau wenn es um Masse und nicht um ein paar Vorzeigebauten geht.


    Du äußerst Dich völlig - entschuldige bitte - ignorant gegenüber dieser Architektur. Es ist nämlich Architektur, im Gegensatz zu dem was die landeseigenen Gesellschaften heute so in die Landschaft setzen. Die immergleichen Kästen, de facto alle aus demselben Sortimentskasten ohne irgendeinen Anspruch.

    Vielleicht ist der ein oder andere Bau der IBA nicht vollkommen geglückt, das mag sein, aber das würde niemals rechtfertigen den immergleichen kleinsten gemeinsamen Nenner zu bauen, was heute geschieht. Es ist ein Armutszeugnis. Die wenigen Ausnahmen werden entsprechend gelobt, es gibt viel zu wenige.


    Die IBA Bauten zeigen eine Variabilität, sind geradezu oft einmalig und individuell, setzen unterschiedliche Ansätze von Architekten um, Formen und Materialien, die einen Wohnwert besitzen und eine Atmosphäre schaffen, die mir wesentlich lebenswertet erscheint als vieles was sonst so entsteht. Ich bin sicher, die Bewohner sind äußerst glücklich darin zu wohnen und müssen sich nicht schämen oder werden stigmatisiert, weil man sieht wo sie zu Hause sind, was bei vielen Behausungen bestimmt der Fall ist.


    Ich fahre oft vom Prinzenbad durch Kreuzberg nach Mitte und entdecke und schätze mehr und mehr diese Bauten und würde mir nur wünschen der Bezirk oder die Eigentümergesellschaften würden mehr in Sanierung investieren.

    Wir haben 74 Seiten von diesen ganzen Mutmaßungen, Meinungen und immer angeblich besseren Standorten hier in vielen vielen vielen Jahren gesammelt. Es gibt wirklich nichts mehr originelles oder irgendetwas hinzuzufügen, was noch nicht gesagt wurde, es ist nur ermüdend, wiederholend, anstrengend und überflüssig.


    Ich fände es gut, sich auf den Baufortschritt konzentrieren, so wie der Tagesspiegelartikel.

    spandauer


    Was soll denn an Frau Giffey's Haltung opportun gewesen sein?

    Sie hat genau das vertreten was sie in ihrer ganzen politischen Karriere vertreten hat, also kann von Opportunität keine Rede sein. Und sie hat der SPD die Haut gerettet. Im Gegenteil, es wäre opportun von ihr gewesen einfach alles wunderbar zu finden was RRG angestellt hat. Sie hat den Mut gehabt, das auszusprechen was viele in der SPD und in der gesamten Bevölkerung so sehen, dass es nicht so weitergehen kann. Sie ist somit glaubwürdig aufgetreten.


    Man kann natürlich auch ignorieren, dass die Umfragen bei 15 Prozent für die SPD standen und die der Grünen bei 25 als sie übernahm. Dazu der Gegenwind wegen des Doktortitels.

    Das ist der Ausgangspunkt und nicht das Ergebnis von Herrn Müller von 2016, der Regierender Bürgermeister und kein Ministerpräsident war.
    Aber wenn die Realität nicht zur eigenen Weltanschauung passt, dann zimmert man sich sie zurecht.


    Dass die CDU nicht gerade der progressivste Haufen ist, mag ja sein, allerdings vertreten sie vielfach Positionen die die Mehrheit der SPD Wähler auch vertreten, das ist nun mal so, von daher wäre eine Zusammenarbeit durchaus im Bereich des Möglichen. Nur weil Herr Müller als Landesvorsitzender und jahrelanger Strippenzieher entsprechende Gesinnungsgenossen gefördert hat und die Berliner SPD entsprechend nach links gezogen hat und sich dann bei der ersten Gelegenheit den Linken an den Hals geworfen hat, um sich dann von Ihnen vorführen zu lassen, heißt ja noch lange nicht, dass seine Wähler das auch so sahen. Warum lag den die SPD bei 15 Prozent und alle wollten Herrn Müller nur noch loswerden? Weil er SPD Politik gemacht hat etwa?


    Und ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass naturgemäß nun mal das Wetter eine Rolle spielt, eine Binsenwahrheit, Da sinkt man nicht tief deswegen.

    Und worüber erregen Sie sich denn? Die Medien haben den Unregelmäßigkeiten jede Menge Aufmerksamkeit geschenkt, es ist das Thema schlechthin in der Presse und wird ausgiebig diskutiert. Da wird nicht mit zweierlei Maß gemessen was andere Wahlen betrifft. Von Doppelmoral kann hier keine Rede sein.



    Ebenso wenig habe ich eine Reflexhaltung geäußert sondern lediglich die relativ relaxte Haltung die in Berlin über Verwaltungsmissstände und Organisationsmängeln herrscht beschrieben.

    Wenn man für den Enteignungsantrag stimmt, dann ist man kein Realo. Im besten Fall ist es opportunistische Anbiederung an ihren linken Flügel (als allerletzter Ausweg, das war ihre Argumentation. Allerletzter Ausweg? Vielleicht hätte sie es erstmal mal mit bauen versuchen sollen, Verdichtung, mit erhöhten Wohngeld für die direkt Betroffenen, mit Mietkaufmodellen um die Eigentumsquote zu erhöhen, mit Einbindung der privaten Investoren. Die Liste der Versäumnisse ist endlos.

    Dieser Antrag ist genauso wenig verfassungskonform und genauso populistisch wie der Mietendeckel, und es ist davon auszugehen, dass Wohnungskonzerne oder wer auch immer bis zum Verfassungsgericht klagen werden.



    Herr Müller hatte die SPD dermaßen in den Graben gefahren, dass die linke Parteibasis nolens volens die bei ihr und vor allem Herrn Müller ungeliebte Frau Giffey gebraucht hat um nicht vollends abzuschmieren. Diese holt entgegen aller Widerstände (aberkanntes Doktorspektakel, einer Frau Jarasch und den Grünen, die sich schon als Bürgermeisterin fühlen durfte, von SPD Kreisverbänden, die sie kaum unterstützten) die Mehrheit und sichert der SPD das Amt. Und jetzt soll sie alle ihre Positionen - mit denen sie die Mehrheit bekommen hat - räumen und einfach weitermachen, wie bisher? Klar, dass Klarenbach das gut fände und besorgt ist, es könne etwas schwieriger werden. Dass es schwieriger wird, denke ich allerdings auch.


    Die Fraktion und Herr Saleh sind eher pragmatisch und diese ein ziemlich starkes Gegengewicht zu den eher linken Kreisverbänden, auf die Klarenbach ja nicht aufhört, zu verweisen. Ganz allein steht sie jetzt auch nicht da und in Neukölln hat sie gezeigt, dass sie Standvermögen besitzt.

    Sollte RGR neu aufgelegt werden, wird es kaum fünf Jahre halten, kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Der Zauber - wenn es denn je einen gegeben haben soll - ist schon lange verflogen und keiner traut dem anderen mehr über den Weg, abgesehen von den vielen inhaltlichen Differenzen, die immer deutlicher zu Tage treten.

    Bei allem verständlichen Ärger, man sollte doch etwas vorsichtig sein mit solchen Forderungen.

    Ich hab zwar auch großmäulig getönt, das Wählengehen dauert keine fünf Minuten als ich jemand mitgeschleppt habe, der keine Lust hatte, um dann knapp ne Stunde in ner Schlange zu stehen. Ein Glück, dass das Wetter so gut war, bei Regen wäre das noch ganz anders gelaufen. Habe noch nie länger wie 5 Minuten gewartet auch nicht in Berlin.


    Aber irregulär im Ganzen betrachtet war die Wahl bestimmt nicht, jedenfalls ist das meine Überzeugung. Marathon und Wahl zusammen waren definitiv eine dumme Idee, ebenso wurde unterschätzt wie lange es dauert bis man fünf Zettel oder waren es sechs? alle durchhat, bekreuzt und faltet.

    Was den Enteignungsentscheid betrifft war der so unverständlich formuliert, dass meines Erachtens viele nicht gleich geschnallt haben, ob das was sie sich vorgenommen haben, jetzt bedeutet ja oder nein anzukreuzen, anders kann ich mir die 56 Prozent nicht erklären, lol.


    Berlin hat sich blamiert oder wohl eher sein Image gepflegt, aber mittlerweile interessiert das keine Socke mehr, Diese Nonchalance was Verwaltung, Organisation usw. betrifft, wird dermaßen als Gott gegeben akzeptiert bzw. resignativ ertragen, dass es kein Thema mehr ist, auch nicht mehr sanktioniert wird von den Wählern.

    Ich weiß nicht genau, was ein nicht eindeutig ausbleibendes Abwählen ist. Man kann es auch einfacher machen. In der letzten Legislatur hatten SPD, Grüne und Linke zusammen 52,4 Prozent, jetzt sind es 54,3. Nicht abgewählt.


    Du machst es Dir etwas leicht denke ich.


    Frau Giffey ist explizit angetreten mit Positionen die absolut darauf angelegt waren die bisherige Politik zu beenden. Das war jedem klar, der SPD gewählt hat. Sie hat auch niemals von einer Fortsetzung der Koalition gesprochen, sondern diesen Punkt offengelassen.

    Von daher sehe ich hier absolut keine Bestätigung von RRG.


    Wenn man sich außerdem angehört hat, wie geradezu verzweifelt Frau Jarasch in jedes Mikrofon zum Ausdruck bringt wie sehr RRG fortgesetzt werden müsse und man unbedingt sondieren muss, dann sieht man ihr regelrecht an, dass sie ihre Felle davonschwimmen sieht.


    Es ist wahrscheinlich, dass es wieder RRG wird, allerdings nur wenn Frau Giffey ihre Positionen durchgekommt, Stadtentwicklung wird sie mit Sicherheit nicht mehr der Linken zugestehen, die nach den Verlusten auch wenig Argumente haben. Dieses Baudesaster ist ein Kernpunkt ihrer Dissenzen mit ihren ungeliebten Partnern. Mit ihrer Aussage auch mit CDU und FDP koalieren zu können, was nicht nur ein Bluff ist, sondern eine reale Option, wird sie den Preis hochtreiben. Grüne und Linke wissen das.


    Vielleicht endet das alles auch so wie 2012 als Wowereit mit den Grünen verhandelt hat und kurzerhand zur CDU übergewechselt ist als diese den Weiterbau der Autobahn abgelehnt haben. Alles möglich.