Spittelmarkt-Thread

  • ^
    Viel wichtiger finde ich ja dann - wenn es schon um Tunnelbau geht - die Durchbindung des Tiergarten-Tunnels bis zum Autobahnanschluss an der Dominicusstraße, um die Potsdamer und Hauptstraße zu entlasten und dort eine Aufwertung beginnen zu lassen. Und im Norden dann die Durchbindung bis zur A 100, um das Entwicklungsgebiet Heidestraße gleich vom Verkehrskollaps zu schützen. Aber das gehört dann eigentlich nicht mehr hierhin...
    Ich finde aber auch, dass es in Berlin keine angemessene Ost-West-Umfahrung des Stadtzentrums gibt und hier auf jeden Fall eine Lösung gefunden werden muss. Wenn schon ein Tunnel die Leipziger entlang gebaut werden soll, dann müsste die Tunnelmündung auf dem 17. Juni sein. nur dort ist genügend Platz für Rampen und Verteiler. Im Osten dagegen gibt es weniger Probleme, da am Alex und Umgebung die Gegend eh schon ruiniert ist und Platz im Übermaß vorhanden.
    Aber wer kann das schon bezahlen...

  • Im Rahmen des Wiederaufbaus wurde die Altstadt untertunnelt


    Richtig, das war vor ca. 50 Jahren... Es ist nahezu ausgeschlossen, dass hierzulande in der heutigen Zeit noch unterirdische Trassen für den Fahrzeugverkehr in Innenstädten errichtet werden.

  • ^^Ein Altstadt Tunnel ist durchaus perspektivisch sinnvoll imho, aber nicht am SpittelMarkt/Gertrauden, sondern eher von Unter den Linden bis Karl-Lieknecht/Stadtbahn --> Alexanderplatz-Bahnhof. Denn da lohnt es sich doppelt: autofreier Lustgarten und Wiederherstellung Stadtgrundriss (Kaiser-Wilhelm-Straßen-Schwenk zur Rosa-Luxemburg statt Karl-Liebknecht-Schneise). Und natürlich v o r oder i m R a h m e n d e r Neubebauung der Altstadt (hier Alt-Berlin - Heiliggeistviertel/Marienviertel). Der ADAC hat ja auch schon mal einen Tunnel unter dem Lustgarten vorgeschlagen.


    Zum Tiergartentunnel: Der muss aus meiner Sicht bei einer Verlängerung (Vorleistung zur Verlängerung sind vorhanden) einen Ost-Schwenk machen zum Nordbahnhof/Gartenstraße/Bernauer, um a) den Ring zu schliessen (und damit die Innenstadt zu entlasten) und b) vor allem Invaliden zu entlasten, die schon jetzt und mit der Straßenbahn noch mehr aus allen Näten platzt

  • Ich schätze neben den sehr hohen Kosten für ein Autotunnelbau im Gebiet Unter den Linden (welcher ja komplett unter dieser Straße verlaufen müsse, um Rampen dort zu vermeiden) steht wohl auch der U5-Tunnel diesem Projekt wohl im Wege (an der Kreuzung Friedrichstraße liegt der Bahnhof bei 15m Tiefe!).


    Sinnvoller halte ich eine kluge Verkehrslenkung im Bereich des Humboldtforums (bspw. eine Lösung mittels Einbahnstraßen zwischen Lustgarten/Humboldtforum sowie Rathausstraße).

  • Ich habe keinen allgemeinen Thread für die Leipziger Straße gefunden, da passt der hier am besten. Bei der FAZ ist vor Kurzem ein Artikel über die Hochhäuser entlang der Leipziger erschienen. Im Grunde keine neuen Informationen, aber doch ganz interessant, dass die Nachfrage gerade auch bei Jungen Leuten sehr hoch sein soll.


    Ich hätte gern noch ein paar mehr Photos aus dem Inneren der Wohnungen gesehen. Vielleicht gibts ja irgendwann mal was bei freundevonfreunden...


    Hier der Link.

  • Beim Anblick dieser monströsen Abscheulichkeit frage ich mich regelmäßig, was man hier noch sanieren will. Zu allem Überfluss steht dieses "Gebäude" auch noch an einer recht exponierten Stelle der Leipziger Straße :Nieder:

  • Solange es nicht totverputzt wird, könnte ich mir schon vorstellen, dass man aus der Kubatur einiges rausholen könnte. Aber ich bin wenig optimistisch, dass das passiert.

  • Das wird totschick wenn es so richtig gut gedämmt und eingepackt ist kommt es noch massiger rüber. Dann kann man noch ein paar Zinnen oben auf montieren und hat ne schöne Ritterburg. Nein im Ernst, eigentlich kann man das doch nur abreißen! Zumal es in der Sichtachse der Leipziger Strasse steht.

  • Also das dieses Mahnmal architektonischer Banalität renoviert wird, finde ich einen gigantischen Fehler.
    Der Bau steht in einer wichtigen Sichtachse und die Wirkung der Leipziger Strasse wäre sofort eine positiv Andere, würde dieser Klopper durch einen modernen Bau ersetzt, welcher die Vergangenheit aufgreift und auch da hinkommt wo sein Vorgänger mal stand.


    Aber wie es scheint soll der Spittelmarkt nicht revitalisiert werden, schade eigentlich. Hätte mich auch gewundert, wenn mal was architektonisch anspruchvolles gebaut würde oder vielleicht mal gelungene moderne Stadtreparatur entstünde.


    Manchmal ist es echt zum Haareraufen.

  • Die Cola-Werbung ist wohl das erhaltenswerteste. Vor allem um die EG-Zone ists schade. So nah am Wasser gebaut könnte man sicher die eine oder andere Gastronomie ansiedeln

  • Finde ich auch Ben, das Areal ist eigentlich echt toll und könnte echt was hermachen, wenn dann noch der Kopfbau angepasst entstünde, könnte der Spittelmarkt auch gerne modern interpretiert, wieder Gestalt annehmen.


    Und die Cola-Werbung könnte gerne im Neubau integriert werden - aber ...

  • ^ dem entgegen stehen die Bewohner. Kann man ja mal übersehen. Wenn sich nur ein fähiger Architekt finden ließe, könnte man dem Bestandsbau durchaus neues Leben einhauchen. Das fängt bei den Betonbrüstunegn an und hört beim Sockelgeschoss auf. Wenn ich mich nicht irre, dann saniert hier die WBM. Und das heißt in der Tat nichts gutes.

  • ^ Genau. Das Ding ist zwar recht hässlich, aber voll bewohnt und wird uns daher noch lange weiter beglücken. Durch eine Sanierung verspreche ich mir auch nicht viel und befürchte eher eine gnadenlose glatte Dämmung ohne Struktur und geschickte Farbakzentuierung, die das Gebäude bestenfalls verschlimmbessert. Aber vielleicht gibt es ja mal eine positive Überraschung.


    Übrigens Ben, Gastronomie ist doch schon drin - sogar mit attraktiver Außenterrasse. :D

  • Die Cola-Werbung ist wohl das erhaltenswerteste.


    Ben, mit dieser Aussage triffst du den Nagel auf den Kopf.


    Also das dieses Mahnmal architektonischer Banalität renoviert wird, finde ich einen gigantischen Fehler.


    architektonische Banalität? Um banal zu sein, ist dieser Bau viel zu häßlich. :lach:

  • Zunächst einmal finde ich es sehr gut, dass dieses Gebäude saniert wird. Ich hoffe, dass es eine qualitätvolle Sanierung wird, wobei die bisherigen Sanierungen der WBM tatsächlich nicht unbedingt hoffnungsfroh stimmen, da würde ich DerBe zustimmen.


    Weiterhin finde ich nicht, dass das Gebäude schlecht ist. Im Gegenteil: Das Gebäude gehörte Anfang der achtziger Jahre neben den Wohnhäusern an der Memhardstraße und dem Nikolaiviertel zu den drei Modellprojekten, anhand derer neue Formen des innerstädtischen Bauens getestet werden sollten. Der von 1980 bis 1985 nach Entwürfen von Eckart Schmidt errichtete Neubau besitzt tatsächlich Qualitäten. Die großen Loggien sorgen dafür, dass sich das Gebäude nach außen hin öffnet. Die gekurvten Fassaden verleihen dem Gebäude Dynamik. Ein weiteres Element ist die Funktionsmischung: Der Neubau enthielt nicht nur 295 Wohnungen, sondern auch das Restaurant "Spitteleck", einen Möbelladen und eine Kindertagesstätte. Jetzt ist das Gebäude sichtlich sanierungsbedürftig, aber ich denke, dass man durch eine geschickte Sanierung aus dem Gebäude ein Schmuckstück machen kann.


    Dann noch eine Bemerkung zum Stil einiger Nutzer: Ich finde, dass einige Diskussionsbeiträge in diesem Thread schlicht unterirdisch sind. Wenn hier einige Nutzer nichts anderes beizutragen haben, als dass sie das Gebäude irgendwie hässlich finden, dann sind das keine ernsthaften Diskussionsbeiträge, sondern nur leere Provokationen. Sicher kann man der Meinung sein, dass dieses Gebäude Schwächen hat, dann sollte man es aber auch sachlich begründen und nicht auf Kindergartenniveau herumlästern. Es wäre schade, wenn das Forum auf solch ein Niveau herabsinken würde.

  • Klarenbach
    Deine Kritik ist angekommen. Ich werde das abstellen.


    Zum Thema:
    Grundsätzlich finde ich es immer heikel, wenn solche Wohnhochhäuser mit Balkonen ins Zentrum einer Großstadt gesetzt werden. Die Tatsache, daß dieser Fehler bereits in den frühen 80er Jahren passiert ist, macht die Sache nicht unbedingt besser. Solche Wohnhochhäuser sind für mich der Inbegriff von Vorstadt-Tristesse. Ein solches Gebäude gehört an den Stadtrand. Im Zentrum einer Metropole hat so ein Gebäude allerdings nichts zu suchen.
    Die von dir beschriebenen Qualitäten (Loggien, gekurvten Fassade, Funktionsmischung) sehe ich mit deutlich weniger Enthusiasmus. Mir erscheint das als Versuch, eine städtebauliche Katastrophe schönreden zu wollen. Durch eine Sanierung kann man vielleicht den Schaden begrenzen. Das von dir beschriebene Ziel, daraus ein Schmuckstück zu machen, halte ich für nicht erreichbar.


  • Weiterhin finde ich nicht, dass das Gebäude schlecht ist. Im Gegenteil: Das Gebäude gehörte Anfang der achtziger Jahre neben den Wohnhäusern an der Memhardstraße und dem Nikolaiviertel zu den drei Modellprojekten, anhand derer neue Formen des innerstädtischen Bauens getestet werden sollten.


    Das ist zumindest optisch ziemlich gescheitert. Es nützt doch nichts, das Teil schön zu reden. Schnapp dir 10 Leute auf der Straße und 9 davon werden dir sagen, wie hässlich sie dieses Monstrum finden. Ein voll bewohntes Gebäude in diese Lage abzureißen, ist natürlich nicht durchsetzbar. Das ist klar, macht das Gebäude aber auch nicht ansehnlicher.
    Eine Außendämmung stell ich mir hier ohne größere Eingriffe übrigens schwierig vor. Bei der heute üblichen Stärke dürfte es eng auf den Balkonen werden. Außerdem halte ich eine Dämmung für Gebäude aus den 80er Jahren ohnehin für völlig witzlos.

  • ^
    ^
    Das ist aber kein Wohnhochhaus. Das Gebäude dürfte sogar Berliner Traufhöhe von 22 Metern sein.


    Ich finde ja, dass das Gebäude sehr speziell ist, sei es die Kubatur wie auch diese gewisse laszive Bedrohlichkeit, die das Gebäude in seiner Fernwirkung ausstrahlt. Zumindest wenn man aus der Leipziger kommt. Ich kann mit speziellen Häusern sehr gut leben. Bitte bloß keine Langeweile.
    Ich denke, dass man das Haus durchaus optisch aufpeppen kann. Mit einer dunklen Farbe, Antrazit vielleicht. Bloß nicht weiß, damit würde man ihm das Spezielle nehmen.



    Klarenbach
    Sätze wie "Zunächst einmal ist es sehr gut, dass dieses Gebäude saniert wird." zeugen allerdings auch nicht von der allerbesten Diskussionskultur.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass man eine starke optische Verbesserung dadurch erreichen könnte, wenn man die sehr klobig und abweisend wirkenden Betonbalustraden an den Balkonen durch Metallgitter oder sogar durch verglaste Balkongeländer ersetzt. Außerdem würde eine Angleichung der Fassade der ersten Etage an die Fassade der darüber liegenden Stockwerke die hässlichen schrägen Betonstützen verdecken.