Beiträge von Saxonia

    Wie das Bundespräsidialamt nach gerade mal 25 Jahren in einem Zustand sein kann, der 5 Jahre Schließung und Sanierung rechtfertigt, ist mir völlig schleierhaft.

    Mir würden viele Gründe einfallen. Das Hochhaus beeinträchtigt eklatant die Altstadtsilhouette. Obwohl ursprünglich als Point de vue für die Aufmarschstraße (Wilsdruffer) gedacht, hat es diese Funktion eigentlich abgesehen von ordentlichster Beflaggung und dem bekannten Spruch nie erfüllt. Man hätte die Straße genauso gut mit einem stinknormalen Plattenbau abriegeln können. Die Ansicht, wäre nicht viel anders gewesen.

    Selbst die Funktion der Fassung des Pirnaischen Platzes erfüllt das Gebäude durch den vorgelagerten Flachbau nur rudimentär. Der Platz zerfließt in seiner Verkehrswüste. Die Strukturen des Gebäudes sind so gut wie überhaupt nicht nutzbar. Die Grundrisse mit den winzigen Wohnungen würde man heute nicht mal einer Kaserne zumuten. Es wird also im Inneren alles entkernt und neustrukturiert. Da hätte man genauso gut abreißen können.


    Aber ich bin Realist und ein Abriss steht schon seit Jahren nicht mehr zur Debatte. Insofern ist eine Sanierung immer noch besser als eine weitere Verwahrlosung. Zumal ich dir zustimmen muss, dass eine Neubebauung wenig besser ausfallen würde. Wie unfähig man in Dresden bei der Fassung von großen Kreuzungen ist, sehen wir ja am Straßburger Platz mehr als deutlich.

    Das war natürlich Quark, den krassen Bruch zwischen Kulturpalast und den neuaufgebauten Quartieren hat man so oder so. Aber ich denke, wir haben uns hier schon ausgiebig über die Unzulänglichkeiten dieser Gestaltung ausgelassen. Ich sag nur "Furunkeleck".

    Naja, Wohnraum würde ich jetzt nicht unbedingt als Garant für "mehr Leben" bezeichnen. Wohnsiedlung sind m.E. jetzt nicht dafür bekannt, dass dort der Bär steppt. Zumal sich insbesondere zwischen Wohnraum und Gastronomie immer wieder Konflikte auftun, wenn bspw. nach 22 Uhr mal noch Gäste draußen sitzen und ein lauteres Wort fällt.

    Angenehmer Entwurf. Den Straßennamen "Zum Kleingartenpark" findet ich im Übrigen ziemlich piefig. Klingt wie eine Neubausiedlung aus den 90ern, dabei ist es die Ortslage des alten Dörfchens Sellerhausen.

    Zur Patina der Kupferdächer vertrete ich bekanntlich eine MInderheitsmeinung. Ich bin kein großer Freund dieser angeranzten Zustände und freue mich immer über Dächer, die noch schön dunkel sind und vielleich gerade mal einen leichten Schleier tragen, wie hier bspw. die Kuppel der Sempergalerie. Die Eindeckung des Französischen Pavillons hat offensichtlich die beste Zeit schon hinter sich. Da hätte ein Austausch sicher nicht geschadet.

    Verstehe die Diskussion gar nicht. Der Kulturpalast ist für viel Geld frisch saniert. Ein Abriss steht die nächsten 30-40 Jahre überhaupt nicht mehr zur Debatte und danach wohl auch nicht. Das Ergebnis der Sanierung ist wirklich hervorragend, das muss man selbst als Kritiker des Gebäudes anerkennen, zu denen ich mich durchaus auch zähle. Die Akustik des Konzertsaals wird weit über die Grenzen der Stadt hinaus gerühmt und die Rückkehr zur originalen Verglasung hat dem Gebäude viel von seiner düsteren Schwere genommen.

    Kein Wunder, der deutlich geringere Lebensstandard zu Zonenzeiten äußerte sich schließlich auch in weniger Wohnraum, der den Menschen zur Verfügung stand. Im Schnitt waren es glaub ich ~10m² weniger pro Kopf als im Westen. Noch dazu in häufig miserablem Zustand.

    Eine Bude hässlicher als die andere. Ein kleiner Trost ist die Tatsache, dass die Eigentümer für diese Landschaftsverschandelung immerhin ein ordentliches Sümmchen abdrücken mussten. Ansonsten bitte weitergehen, zu sehen gibts hier nichts.

    ^^ dabei geht es nicht nur um den Punkt von 'Cowboy' oben. Sondern auch um zwei weitere. Zum einen, dass "Leipzig" auf den Fluren der derzeitigen SAB in Dresden wie ein rotes Tuch gesehen wird und wurde (und das ist mir so von einigen Personen bestätigt worden). Was schon absurd ist. Zum anderen, dass Leipzig zwar nicht nach Verwaltungsstellen lechzt, aber trotzdem jene Stellen auch eine Stabilität in den Arbeitsmarkt bringen. Ein gesunder Anteil am Gesamt-Arbeitsmarkt also nie schlecht sein kann.

    Zeig mir mal einen Verwaltungsangestellten bzw. auch Beamten, der glücklich ist, wenn irgendwo anders eine neue Dienststelle aufgemacht wird. Da jubelt keiner. Das sind immer politische Entscheidungen.

    Lechzt Leipzig denn nach Verwaltungsposten? Glaub ich nicht. Die Zeiten sind vorbei. Prestigeträchtig wie bspw. ein Strafsenat des Bundesgerichtshofes ist es jetzt auch nicht unbedingt. Für den Freistaat insgesamt ist es Jacke wie Hose, ob die in Leipzig oder Dresden sitzen.