Beiträge von Saxonia

    Der Typus des Reiterstandbildes ist vom künstlerischen Motiv der Rossebändiger aber zu trennen.


    Es gibt eine Reiterstatue von ihm in römischem Gewand auf dem Place des Victoires von François Joseph Bosio, die Ludwig selbst allerdings nicht mochte

    Schwer vorstellbar. Ludwig XIV. war lange tot, als das Reiterstandbild dort 1822 aufgestellt wurde.

    Wobei ich die Frage schon für berechtigt halte, warum das SPA nicht schon zu Beginn das Denkmalamt einfach mal um eine Einschätzung zur Denkmalwürdigkeit des Areals gebeten hat. Das würde ja durchaus Sinn machen, statt drauf los zu planen und Wettbewerbe zu veranstalten, nur um dann vom Denkmalamt womöglich abgegrätscht zu werden.

    Betrifft nicht nur diesen Fall im Speziellen. Ist mir schon öfters vorgekommen, dass Städte großartige Pläne zu machen und dann ganz betroffen sind, wenn sich das Denkmalamt einschaltet.

    Die Rossebändiger sind 1945 in einer recht überstürzten Aktion in den Kleistpark umgesiedelt worden. Pniower selbst soll davon ja nicht wirklich angetan gewesen sein.

    Da sehe ich ehrlich gesagt die geringsten Probleme. Für den Kleistpark wäre es kein großer Verlust, für das Schlossumfeld ein Riesengewinn.

    Der Kopfbau gefällt mir in seiner form ganz gut. Da hängt natürlich viel von der Fassadengestaltung ab. Das kann ich anhand der etwas unscharfen Visualisierungen so nicht beurteilen. So erinnert es mich etwas an die Architektur der späten 50er Jahre im Westen.

    Ein Dach vermisse ich hier allerdings nicht. Das würde m.E. so gar etwas seltsam ausschauen. Hoffentlich wird es ein Gründach, wie auf einem der Bilder zu sehen. Hauptsache keine exorbitanten Technikaufbauten, die in Visualisierungen ja beharrlich verschwiegen werden.

    Das wird Herrn Schmidt nicht gefallen. Eine Grünanlage die aller Wahrscheinlichkeit nach gepflegt und ein echter Mehrwert für die Bevölkerung sein wird - das kann ja keiner wollen.


    Spaß beiseite. Natürlich muss man vorsichtig sein, sich hier nicht von schönen Renderings blenden zu lassen. Aber selbst eine dezente Begrünung der großen Dachfläche wäre ein großer Gewinn. Das sollte eigentlich selbst klassische Grüne versöhnlich stimmen, solange sie nicht von plumper Klassenkampfrhetorik vernagelt sind.

    Der Siegerentwurf gefällt mir ganz gut, besonders der Schwung und die großen Bögen im EG. Die erinnern an frühere Bahnhofshallen. Überhaupt ist der Standort für ein Exilmuseum ideal. Viel wird natürlich auf die Qualität der Ausführung ankommen.

    Etwas schade finde ich die Einengung auf die Zeit des Nationalsozialismus. Deutsche im Exil hat es schließlich auch schon davor und danach gegeben. Ich hoffe, den Ausstellungsmachern wird es gelingen, dies zumindest anklingen zu lassen. Man denke nur an Heine oder Marx, die vielen 48er bis hin zu Jürgen Fuchs und Biermann zu DDR-Zeiten - das Exil ist eine Konstante in der modernen politischen Geschichte Deutschlands.

    Das Areal ist als "Sachgesamtheit Wiederaufbaugebiet Reitbahnstraße" eigentlich denkmalgeschützt. Das Grundstück des Neubaus ist davon allerdings ausgenommen...

    Schon bedauerlich, denn hier stimmt ja gar nichts. Weder die Position im Stadtraum noch die Farbgebung.

    Da macht man sich dort mit dem Neubau sicher nicht wirklich beliebt. Eine andere Möglichkeit sehe ich aber nicht. Fehler war wohl, die Balkone überhaupt dort und nicht an der Rückseite angebracht zu haben.

    Die Materialwahl spielt bei der Gestaltung keine Rolle. Man kann auch mit Ziegeln einen absolut anspruchslosen weißen Kasten hinzaubern. Ansonsten ist das aber so gewollt. Kubische Formensprache, flache Dächer - So sehen fast alle größeren Neubauviertel in der Republik aus, gerade bei Mehrgeschossern. Leipzig hat solche großen Neubauviertel noch nicht. Nur punktuell, kann man es erahnen, wie eben im Musikviertel. Ein Blick zur Partnerstadt Frankfurt (Europaviertel, Riedberg) zeigt uns aber, wie sowas ausschaut.


    Zumal man mit dem Mythos aufräumen muss, bei der Fassadengestaltung spiele Geld irgendeine Rolle. Das ist Unfug. Bei dem was ein Neubau heute kostet, sind das Peanuts. Zumal es überhaupt nicht schwer ist, ein Gebäude ordentlich zu gliedern oder es harmonisch in eine bestehende Häuserzeile. Da reicht hier und da ein Gesims oder noch simpler eine Traufe.

    Ich finde es immer wieder traurig, wie viel privates Engagement in Nürnberg doch vorhanden ist und wie wenig sich die Stadt (im besten Fall!) darum schert. In vielen Fällen arbeitet sie direkt dagegen. Das ist wirklich bedauerlich. Wie könnte die Stadt heute aussehen? Kaum auszudenken.

    Die Investoren sind in der Regel nicht die Schuldigen. Sicher gibt es einige, die einfach nur billig bauen wollen. Andere wären durchaus bereit, sich strengeren Gestaltungsregeln zu unterwerfen. Aber häufig sind es doch die Städte selbst, die diesen Murks fordern. "Moderne Architektur" wolle man. Dann kommt eben sowas bei raus.

    Wir konnten letztes Jahr das alte Naturkundemuseum nochmal mit Herrn Leder begehen, auch die oberen Etagen. Das sah dort schon sehr vorsintflutlich aus. Fast denkmalschutzwürdig. Von Kolonialfantasien allerdings keine Spur. Allerdings hat Herr Leder durchaus eine spannende Vision für ein neues Museum. Die beachtlichen Sammlungsbestände, von denen ja nur ein Bruchteil gezeigt werden konnte, würden es auf jeden Fall hergeben.

    Das ist mir auch schon aufgefallen. In Zwickau, Chemnitz oder Plauen kenn ich auch nur steinerne Treppenhäuser. Allerdings sind die Stufen dort in der Regel nicht aus Sandstein sondern Granit oder schon Kunststein. Geländer und die Unterlagen der Stufen sind meist aus Stahl.

    Meiner Ansicht nach muss das auf strengere Brandschutzvorschriften zurückzuführen sein.

    Damit wird Wießner sicherlich erstmal eine Debatte anstoßen wollen. Dem Dresdner Statdplanungsamt gefallen solche Initiativen bekanntlich weniger. Es wird erheblichen Druck aus dem Stadtrat brauchen, um da zu einem positiven Ergebnis zu kommen.

    (Wer übrigens ganz dringend den SZ-Artikel lesen möchte, kann dies im Seitenquelltext tun.)