Beiträge von Saxonia

    Damit wird Wießner sicherlich erstmal eine Debatte anstoßen wollen. Dem Dresdner Statdplanungsamt gefallen solche Initiativen bekanntlich weniger. Es wird erheblichen Druck aus dem Stadtrat brauchen, um da zu einem positiven Ergebnis zu kommen.

    (Wer übrigens ganz dringend den SZ-Artikel lesen möchte, kann dies im Seitenquelltext tun.)

    Im Wohnzimmer der Stadt, die in Leipzig wirklich gar niemand als "Altstadt" betitelt oder jemals betitelt hat. Was ja auch wieder ein Punkt in Leipzig ist, der 'Birte' erst gar nicht an Umzug denken lassen muss. ;)

    Ok, hier kann man diese Diskussion beenden. Schließlich kennt hedges jeden Leipziger persönlich; auch solche, die längst das Zeitliche gesegnet haben, sodass diese Behauptung völlig valide ist.

    Zu Deutrichs Hof ist natürlich noch zu sagen, dass eine (gleichwohl unwahrscheinliche) Rekonstruktion der Fassade absolut zu begrüßen wäre. Erstmal ist es kein "Hutzelhäuschen" gewesen, sondern ein durchaus stattlicher Bau. Deutlich höher als bspw. das moderne Riquethaus an der Reichsstraße. Der Abriss ist seinerzeit ein Unding gewesen. In Leipzig gibt es außerdem durchaus eine Tradition, längst verlorene Gebäude in Neubauten wiederaufleben zu lessen, siehe Fürstenhaus oder Thüringer Hof.

    - Die Leipziger Innenstadt ist KEINE Altstadt. Die Substanz ist entweder entkernt und fassadengrunderneuert oder die Originale sind bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht wirklich alt. Die haben nur ihre Vorgänger beseitigt. So gesehen ist der geschichtlich tradierte Entwurfsprozess in Leipzig ein Neuentwurf mit Überformung der Vorgänger.

    Aber wie wir wissen doch alle sehr genau, das "Altstadt" heute eher ein topografischer Begriff ist. Damit ist das Gebiet innerhalb der ehemaligen Stadtmauer gemeint. Wenn ich auf dem Leuschnerplatz stehe, bin ich aus Groß-Leipziger Sicht immer noch in der Innenstadt, aber eben nicht in der Altstadt. Darüber hinaus ist die Leipziger Altstadt, unabhängig ihrer zahlreichen Überformungen und Zerstörungen, immer noch vergleichsweise gut erhalten, insbesondere was den Stadtgrundriss angeht. In Dresden sprechen wir ja auch von Altstadt, obwohl dort die Verwerfungen noch viel größer und viele Gebäude dort keine 30 Jahre alt sind.

    Ich muss für dich doch nicht die Google-Maschine anwerfen. Ich bin doch nicht dein Kuli. Das Abrissgeschehen in Wien ist die letzten Jahre ausführlich und mit hoher medialer Resonanz diskutiert worden. Da sprech ich nun wirklich nichts Unbekanntes an.



    Zum "Wohnbunker" am Altenburger Markt kann ich sagen, dass der Altenburger OB höchstselbst (übrigens ehemaliger Personaler von VW in Leipzig) in einem der Neubauten wohnhaft ist. Das Neubaugeschehen ist in Altenburg leider äußerst ausbaufähig. Siehe Teichstraße, Puschkinstraße oder Pauritzer Straße. Da war man in den 90er schonmal weiter, wie man an der Dechanei, also um den Nikolaiturm rum sehen kann.

    Zumal Altenburg, um diese Bällchen nunmal aufzugreifen, für seine Größe von knapp 30.000 Menschen einiges zu bieten hat. Ein prachtvolles Residenzschloss, wie man es in der Umgebung kein zweites mal findet, eine originale Barockorgel (eine der größten in Mitteldeutschland) auf der Bach und Krebs gespielt haben, einen historischen Theaterbau (übrigens von Otto Brückwald, der auch beim Bau des zerstörten Theaters am Augustusplatz maßgeblich beteiligt war) ein Kunstmuseum (Lindenau-Museum) und ein funktionierendes Naturkundemuseum (Mauritianum), eine romanische Doppelturmanlage aus der zeit Barbarossas (Rote Spitzen). Viele Dinge davon hat Leipzig nicht.

    Sicher macht die Altstadt nicht den besten Eindruck, allerdings ist das auch der schieren Masse an historischer Bausubstanz geschuldet, die zum Glück noch erhalten ist. Da man ja aus DDR-zeitlicher Zugehörigkeit zum Leipziger Bezirk heute immer noch nach Norden, statt nach Süden oder Westen schaut, ist man sich der Leipziger Entwicklung durchaus bewusst und hofft davon zu profitieren. Was, wenn ich mir das Personal im Rathaus oder auch in der Kulturszene anschaue, durchaus der Fall ist.

    Wer Augen und Ohren hat, sollte das die letzten Jahre eigentlich mitbekommen haben. Allerdings ist Frau Vassilakou verantworlich für einen deutlich besseren Schutz der Wiener Altbausubstanz. Insofern muss das für Leipzig keine schlechte Besetzung sein.

    Wien ist auch dafür bekannt, Altbauten wie die Weltmeister wegzureißen und durch hässlichste Renditekisten zu ersetzen. Das ist definitiv kein Vorbild.

    Wirklich sehr gelungen. Mir gefällt zudem, dass hier nicht deplatzierte Technikaufbauten den Eindruck aus der Nähe stören. Das klappt ja leider nicht immer (beim TRIAS z.Bsp...).

    Plattenbauten sind sicherlich kein "USP" für Chemnitz. Es gibt große Plattenbauviertel, aber sie sind gegenüber dem Altbestand nicht so dominant wie in anderen Städten (bspw. Magdeburg, Rostock oder Neubrandenburg). Immerhin hatte die Stadt ja vorm Krieg mal deutlich mehr Einwohner. Das sieht man auch. Zumal man mit den Standardplatten niemand hinterm Ofen vorlockt, das wäre vergebene Mühe.

    Tatsächlich kann Chemnitz aber einige bemerkenswerte Nachkriegsensembles aufweisen. Angefangen mit der inneren Klosterstraße, dem Reitbahnviertel, der Wismut-Zentrale, der TU-Bau an der StraNa, die Hauptpost, Hotel Moskau, die Stadthalle oder eben auch die Parteisäge - da gibt es schon einiges vom Qualität. Auf die Platten von der Stange sollte man sich also bitte nicht versteifen. Damit ist kein Blumentopf zu holen.

    Wiso das nicht? Es dauert ziemlich ungefähr 15 bis 20 Jahre. Erst braun, dann schwarz dann grün. Die Domkuppel nebenan zeigt es anschaulich.

    Die Kupfereindeckung der Domkuppel ist doch fast 40 Jahre alt. Zu DDR Zeiten war sie noch ganz anderen Luftverschmutzungen ausgesetzt. Wenn man sich die Bilder anschaut, ist die Kuppel schon Anfang der 90 Jahre nahezu vollständig patiniert. Kaum 10 Jahre nach dem Wiederaufbau. Das wird heutzutage sicherlich nicht mehr der Fall sein.

    Ach du Feuerwehr. Eigentlich freut man sich ja über jede Schließung von Kriegs- und oder Nachkriegslücken im Graphischen Viertel, aber das ist schlichtweg eine Entgleisung.

    Es wurde hier glaube ich noch nicht erwähnt. Auch das Epitaph von Kurfürstin Elisabeth (1443-1484) soll nach dem Willen der Universität wieder in der Paulinerkirche aufgestellt werden. Nach der Notbergung vor der Sprengung wurde das Epitaph in der Thomaskirche untergebracht.


    https://www.bild.de/regional/l…urueck-67578378.bild.html


    Die Meldung ist von Januar, vielleicht gibt es ja schon neuere Entwicklungen. Elisabeth war die Frau Kurfürst Ernst I. und die Mutter Friedrichs des Weisen. Ihre Grabplatte ist durchaus eine Besonderheit. Fast alle Grabplatten und Epitaphe der Wettiner wurden in der 2. Hälfte des 15. Jahrhundert in der Nürnberger Vischerhütte hergestellt. Diese und jene für Wilhelm III. (best. in Weimar) jedoch nicht. Meines Wissen ist die Urheberschaft nicht bekannt. Zu solch hochwertigen Rotschmiedearbeiten war man in den wettinischen Ländern erst einige Jahrzehnte später fähig. Besonders Peter Mühlich ist da zu nennen, der mit den Vischers verschwägert war und von deren Werkstatt 1523 auf Einladung des Kurfürsten nach Zwickau zog.