Beiträge von libero

    Fakt ist jedenfalls, dass auf der Facebook-Seite der Garnisonkirchengegner nicht mit solchen Dingen geprahlt wird...


    Da wäre nicht nur noch schöner sondern auch saudumm. Das als Argument zu nehmen, dafür, dass man oder sie (die Genger) es nicht gewesen sei/en, ist darüber hinaus nicht schlüssig. Ansonsten kann man ja davon ausgehen, dass es Garnisonskirchengegner sind, die die Tafeln illegaler Weise beschmieren, wie auch die Gegner Plakate fälschen und damit gegen einige Gesetze verstoßen und Happenings in (verbotener) Wehrmachtsuniform veranstalten. Sorry, aber den Hang Gesetze für die eigene Sache zu biegen und zu brechen hat jedenfalls bei den Gegnern Tradition.

    ^^Das Teherani-Zitat "Würfelhusten" ist jetzt auch echt gelutscht.... Die Hafenstadt überzeugt jetzt nicht alle total, aber Bauabschnitt eins und auch Baakenhafen sind und werden gehobenes Niveau. Überseequartier und Magdeburger Hafen ist eher Durchschnitt, und da sieht man auch gleich, was größere Parzellierung anrichtet - aber natürlich ist die gesamte Planung "überzeugend". Hinsichtlich Größe, Lage, Konsistenz und Qualität wäre ein solches Projekt in Berlin never ever möglich. Insofern können die Berliner von mir aus bashen was das Zeug hält - die Hafenstadt ist ein erfolgreiches Stadtentwicklungsprojekt und Benchmark für Flächen-Neubau-Stadtenwicklung (--> Wär ich froh wenn am Humboldthafen und Eurocity ähnlich geplant und gebaut worden wäre), wie die Frankfurter Altstadt Benchmark für rekonsturktionsorientierte Stadtreparatur (--> Alt-Berlin, Alt-Cölln) ist.

    Wenn ... hätte man sich den Science Center wohl leisten können.


    Wenn die Elbphil nicht so ein finanzielles Desaster wäre, wohl auch. Ich find auch eine Grundsatzdebatte und Hauptstadtfördung und alles echt deplaziert hier... Hamburg hat ein herausragendes Stadterweiterungsprojekt auf die Straße gebracht mit durchweg eigentlich anspruchsvoller Architektur hin zu einem homogenen (Hafencity-)Ganzen. Natürlich kann man da auf hohem Niveau meckern. Aber von wegen "Hamburg ist nicht Berlin" - so ein Projekt ist in solcher Lage, Konsistenz und Güte in Berlin unmöglich! Und zwar nicht wegen der Kohle, sondern wegen politischer Gemengelage (von Filz will ich nciht reden), Lüscher und öffentlicher Meinung. In Hamburg folgt Mitte Altona, Deckelung, Vertiefungsgebiet Ost und wenn in Deutschland dann Olympia. In Berlin wird vorerst weiter gelüschert und gekleckert, weil die großen Flächenprojekte politisch nicht durchsetzbar sind (Tempelhof) oder schlichtweg am Markt vorbei geplant sind bzw. nicht durchgesetzt werden (fehlendes Baugebot Alex, was die dortige Planung zur Investitonszockerei macht). Und auch das wird in Hamburg anders gemanagt, eben durch eine GmbH, was in berlin ebenfalls (bisher) nicht möglich ist aber vollends angebracht wäre.

    ...bei den meisten Gebaueden im suedlichen UeSQ noch nicht um fertige Entwuerfe handelt...


    Ich mein es nicht böse, ehrlich: "Wie kommst du darauf?" bzw. "Quelle"; die Waterfronttürme sind schon vorher aufgetaucht, der Ersatzentwurf Science Center von Christian de Portzamparc (ich find ihn richtig gut) und auch das Regen- und Wetterschutzkonzept von Werner Sobek (naja) äußerst konkret. Lediglich das Cruise-Terminal lässt Gestaltungsspielraum zu imho.


    Die Ecke wird aus meiner Sicht recht bzw. echt gut, obschon das Science Center andere Prioritäten setzt, aber der Entwurf von Portzamparc hat was....




    Quelle: Bilder ich, Programm Sketchup

    ^^ Marienviertel: Also das Umfeld Leipziger Platz/Westliche Friedrichstadt als "ein städtbauliches von Unorten (Wilhelmstraße, Leipziger Straße) umgebenes Niemandsland" zu bezeichnen, hat schon echt Zugereisten-XXX-Schneid, zumal fast die ganze Umgebung inzwischen Blockrand-Bebauung, mit Potsdamer Platz, Leipziger Platz, Bundesrat und Finanzministerium schon perlenkettenartig städtebauliche Ikonen hat und lediglich im Norden auf hohem Niveau genörgelt werden könnte (Platte/tschechische Botschaft). Aber selbst da ist das eine Antipode zu einem "Unort", der beispielsweise von Ingenhoven wiefolgt definiert wird:

    Es sind meist „leere" städtische Räume, denen ihre Eigenschaften als „Ort" im anthropologischen Sinne abgesprochen wird. Augé hat sein Buch „Orte und Nicht-Orte" ja im Untertitel als „Vorüberlegungen zu einer Ethnologie der Einsamkeit" bezeichnet. Für mich ist das auch ein Ort, der zu besetzen ist. Die Romantisierung von Un-Orten liegt mir fern. Architektur und Städtebau sollen Lagen schaffen und uns verorten.

    Quelle Zitat Ingenhoven


    Mich wundert, dass hier nicht massiv protestiert wird. Scheint, dass die Reizschwelle durch andere Themen enorm nach oben gewandert ist im BerlinForum.

    ...der "am meisten frequentierte Nahverkehrs-Umsteigebahnhof in Berlin" mit wesentlich mehr Passagieren als beispielsweise das Südkreuz, vermute ich.


    Das sind die Besucher-Zahlen aus diversen Quellen, darunter die Zahlen der Kategorie 1 und Kategorie 2 der Deutschen Bahn, jeweils in Kilo pro Tag, wobei strittig ist, ob dies nur die "Bahn-Zahlen", als DB und S-Bahn sind (Friedrich, Alexanderplatz, Zoo und Warschauer wg. U-Bahn/en nach oben). Unstrittig ist, dass Ostkreuz mit den Knoten Gesundbrunnen und Südkreuz (bisher) auf Augenhöhe liegt. Zum Vergleich - Dortmund Hbf hat 130. Ostkreuz als "meistfrequentierter Nahverkehrs-Umsteigebahnhof" stimmt sogar, wenn man nur die S-Bahnen exklusive Regionalverkehr nimmt. In Anbetracht der fehlenden U-Bahn-Zahlen allerdings sehr verzerrt.


    Hauptbahnhof 300 - ICE, Fern/Regio und S, bald U
    Friedrichstraße 200 plus - Fern/Regio, S und U
    Alexanderplatz 150 plus - Fern/Regio, S und U
    Gesundbrunnen 105 - Fern/Regio, S und U
    Ostbahnhof 100 - ICE, Fern/Regio und S
    Ostkreuz 100 - S, bald Regio
    Zoo 100 (alt 150) plus - Fern/Regio, S und U
    Südkreuz 90 - ICE, Fern/Regio und S
    Warschauer Straße 80 (mit mediaspree o2 world 100) plus - S und U


    @Eisber: Könnte das vielleicht am sozialen Umfeld der Bahnhöfe und weniger an deren Architektur liegen... ich mein Schöneberg vs. Turmstraße....

    ^^Eisber hat Overall recht. Aber das heisst eben bei der Bahn keine Kapitalmarktfähigkeit und keine Überschüsse zum Staat. Das ist nicht vermittelbar. Ein Ostkreuz von Calatrava zu den x-fachen Kosten z.B., siehe Lüttich, in der Größe mit dem Ostkreuz durchaus vergleichbar, Kosten 312 Mio. €, Bahnhof Ostkreuz samt Warschauer Straße, Vorleistungen A100 und umfangreiche Gleisumbauten belaufen sich auf 411 Mio. €, die Ringbahnhalle soll angeblich 12 Mio. € gekostet haben.




    Quelle: Wikimedia, gemeinfrei Creative Common, GNU Free Documentation Licence

    ^^[Edit: Camondo, Antwort unten gelesen, sry]... Abgesehen davon: Gesetzgebung ändern würde overall reichen. Oder einfach warten - Negativzins hat ja Freigeld-Funktion. Und lange geht das eh nicht mehr gut. Die Welt ist dreifach überschuldet, in den 80ern hielt sich das noch die Waage (Schulden/Guthaben). Aber auf der Zielgeraden wird halt kräftig kassiert. Und ein Gros der Gewinne wandert übern Teich oder Kanal.


    Für durchschnittlich bessere, nicht maximalrendite-orientierte Architektur kann man z.B. die Voraussetzungen zum Bauen aus Eigenbedarf - auch Mehrfamilienhäuser - fördern, vor allem für die Mittelschicht, die in den letzten Dekaden dem Markt immer weiter verloren gegangen sind [Siehe diese Studie]. Und das geht schon bei der Parzellierung los.


    Zum Thema Bahnbauten: Also wer beim Ostkreuz mehr als das erwartet hat, was jetzt gebaut wird, der ist echt weltfremd. Die Bahn - obgleich gesetztlich der Kapitalmarktfähigkeit verpflichtet - investiert in Berlin Abermillionen in Bahnhöfe. Der HBF ist eine moderne Bahnkathedrale, der Bahnhof Warschauer Brücke wird besser glaub ich, als es zweckorientiert notwendig wäre. Wenn die Bahn noch mehr machen soll, dann muss sie von der Kapitalmarktfähigkeit befreit werden, was in Anbetracht seiner gesellschaftlichen Aufgabe durchaus angemessen wäre, eben dem Gemeinwohl/Mobilität und nicht der Staatskasse verpflichtet. Das erklär aber dann mal einem Steuerzahler. Klar ist, dass er nach besserer Architektur ruft, aber zahlen will der Michel dann natürlich nicht. Und natürlich beim Thema Bahn immer fordern - pünktlicher, besserer Service, bessere Verbindungen aber bitte stets günstiger.

    Ich kann einfach nicht in meinen Kopf kriegen, dass unsere Art des Bauens, auf kurze Abschreibungszeiten und Ressourcenverbrauch ausgerichtet, immer noch als "modern" bezeichnet wird.


    Willkommen im real existierenden angelsächsisch geprägten Turbo-Cowboy-Kapitalismus, der seit den 80er Jahren exzessiv die westlichen Industrienationen kassiert hat. Das Prinzip des kurzfristigen Immermehrismus von Kapital greift ja nicht nur im Bauwesen - Wenn Investoren am Steuer sind, gehts um Kapitalrendite und nicht um Wertschöpfung, die sich eben auch mal gerne langfristig oder auch jenseits der Maximalrendite bewegt, weil es eine andere Werthaltigkeit und andere Wertschöpfungziele hat, nämlich z.B. wenn man für sich und nicht für seine Portmonnee baut. Ich würde zwar alles nicht pauschalisieren - es gibt genügend Beispiele und Tendenzen auch in Berlin, die werthaltiges Bauen realisieren, aber es gibt auch genügend Beispiele, wo anspruchsvolle Architektur dann bei den Kosten ein Griff ins Klo werden für den Bauherrn, der eben dem Bau weiteren Parametern unterwirft als der Rendite, Elbhpil lässt grüßen.

    Komisch, habe ein paar Dinge anders gelesen: Direkter Zugang Warschauer Brücke auf gleicher Ebene und Freifläche wirds geben und Koop mit Anschutz/O2 wird geprüft. Die 120.000 des "Kiezes" sind unglücklich. Ich sehe auch nicht nur Friedrichshain, sondern auch und fast auf Augenhöhe Kreuzberg als Einzugsgebiet wegen der U1. Und aus Osten wird man auch eher mit der S-Bahn dann an der Warschauer halt machen als bis zu Ostbahnhof oder gar Alexa durchzufahren. Als Kreuzberger hast Du die Möglichkeit Potsdamer Platz, Hermannplatz, Alexanderplatz oder eben dann Warschauer Brücke. Nachhaltig verändern wird sich ganz sicher das Dienstleistungsangebot in der Warschauer, weg vom Tante Emma- (gibts eh kaum da) oder Onkel-Zuwanderer-Kleinbetrieb hin zu Mode, Kunst und bestehendem Fastfood. Verschwinden werden: Brillen Müller, Betten Meyer, Juwelier Attila und der ein oder andere Fastfood-Laden. Wenn in der Mall McDo oder BurgerK Einzug hält, dann werden die viel Umsatz machen. Müde lächeln werden Ikonen wie Fleischerei Domke und wirklich relevante und gute Gastro-Angebote. Kommen werden dafür die Popup-Stores, Gallerien oder die ein oder andere neue Gastro/Fastfood-Bude (da keilen sich eh gerade alle in der Warschauer, da wird viel absurdes versucht - Croque, Grill, Döner - teilweise falsche Seite, teilweise viel zu teuer). Kritisch wirds für den 24h Kaisers, wenn die neue Mall auch 24h anbietet (auch wenn nur teilweise). Dann gehts für Kaisers eben in die Mall. Und die Ecke Revaler kriegt ihre Wohnbeabauung (auch gut). Alles in allem: das wird die Warschauer nicht killen aber umkrempeln (wahrscheinlich sogar zum Guten) und die Mall selbst wird eine Normalo-Geldbeutel-Allversorger-Mall, wo vielleicht die H&M's, Zaras oder Apollo-Optik und eben Kaisers, REWE oder /und Aldi Heimat finden. Die Warschauer wird Zubringerfunktion S und U zum Kiez und Gasto/Szene-Welt Simon-Dach/Boxi halten oder gar ausbauen. Schlagseite dürfte aber der Ostbahnhof und der Kaufhof am OBahnhof bekommen, denke ich. Ich war im Kaufhof letztens: Groß, Gibts alles aber eben auch gähnende Leere... Einkaufen ist da megarelaxed und ich habs echt genossen, kein Rempeln und Rangeln, gerade die Wege gehen, kein Mief, Rolltreppen für dich alleine und an der Kasse null warten und eine 100%-Fokussierung auf den einen Kunden an der Kasse, nämlich mich :). Aber Umsatz geht irgendwie anders, glaub ich....

    ^^Zum letzten Punkt: Andreas Kellner, Chef des Denkmalschutzamtes hat doch im Abendblatt-Interview unmissverständlich dargelegt, dass der Senat entscheidet und mit einer ensprechenden Abriss-Entscheidung der Denkmalschutz ausgehebelt ist und ein Abriss somit gesetz(t) ist.


    In allem andere stimme ich Midas vorbehaltlos zu, es hat selbst ein Bordler, dessen Frau in dem Haus arbeitet/e dokumentiert, dass die Deckenhöhen viel zu niedrig und Arbeitsrichtlinien nicht eingehalten werden können (weiß nicht mehr in welchem Post, aber in diesem Strang).