Beiträge von mkwiteaux

    Das ist doch höchst spekulativ.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für jemanden, der von Dublin nach Berlin fliegen will, einen großen Unterschied macht, ob er/sie dreizehn Euro weniger oder mehr bezahlt.


    Aktuelle Preise Berlin -> Dublin: 27,99 (Tiefstpreis) 125,67 (Höchstpreis).

    Die Flughafengebühren in Dublin (die sicherlich von Ryanair runter-erpresst wurden) betragen 9,07€ pro Abflug vs BER 22,23€. Wenn Berlin sich auf das Niveau von Dublin herunterhandeln liesse, dann kosteten die beiden Flüge demnach 14€ (Tiefstpreis) oder 112€ (Höchstpreis). Kann mir niemand erzählen, dass ein solcher Preisunterschied jemanden von der Reise abhält.


    Aber ich gebe zu, nicht tief genug im Thema drinzustecken, vielleicht übersehe ich etwas. Es würde mich wirklich interessieren. Fehlende Wirtschaftlichkeit ist es mit solchen Argumenten aber nicht. So ist es nur Stimmungsmache.


    Hier mal eine Übersicht (von der ADAC-Webseite) der Flughafengebühren für Flüge innerhalb der EU.



    Amsterdam

    62,60

    Frankfurt/Main

    58,60

    München

    49,06

    London (LHR)

    41,22

    Zürich

    37,23

    Wien

    36,98

    Paris (CDG)

    33,19

    Berlin-Brandenburg

    22,23

    Madrid

    16,46

    Dublin

    9,07

    Jetzt habe ich in den Antworten zwei Mal von Renditen gelesen. Aber Steuern haben doch keinen (kaum) Einfluss auf Rendite. Dann erhöht man eben den Ticketpreis dahin, wo man die Rendite haben möchte. Steuern zahlen ja alle Airlines die gleich viel.

    Eine Sache, die ich nicht verstehe: warum macht RyanAir (und andere Airlines) aus den Steuern eigentlich so ein riesiges Thema? Die können sie ja auf die Passagiere umwälzen. Außerdem gelten die Steuern für alle Airlines, es gibt also nicht einmal ein Wettbewerbsnachteil. Übersehe ich da etwas?

    Bitte führe eine Diskussion auch an den getätigten Argumenten entlang und nicht mit Hilfe irgendwelcher Phantasiezuschreibungen. Ich habe mit keinem Wort von Abriss gesprochen und ich rede auch nicht von Hochhäusern als allgemeine Lösung. Ich spreche von Ergänzungen. Wir sprachen von dem neuen Gebäude und warum ich die Argumentation "fügt sich gut ein" ein schwaches Argument für Architekturkritik finde.


    An dieser Stelle hätte man kraftvoller und phantasievoller entwerfen können. Es bietet sich förmlich an, zwischen diesen phantasielosen, grauen (ok, mittlerweile äusserlich angemalten) rechtwinkligen Wohnmaschinen etwas Liebe einzupflanzen.


    Wenn man dann sagt "fügt sich gut ein", dann klingt das wie ein Verwaltungsakt. Und dann sind wir wieder da, wo ich sagte: leider ein bisschen deutsch.

    Die Haltung, etwas konservieren zu wollen, kann ich durchaus nachvollziehen. Vor allem, wenn es sich um gelungene Ensembles handelt, und meinetwegen auch bei geschichtlich relevanten Bauepochen. Was Konservatismus allerdings unweigerlich mit sich bringt, ist die fehlende Erneuerung.


    Gerade der von dir zitierte Ausspruch "das passt aber doch gar nicht hierher" zeigt geschichtlich, dass es danach eben doch immer passt. Auch der Fernsehturm passte einmal nicht hierher, auch nicht die vielen Mietskasernen in der Gründerzeit, auch nicht das Centre du Pompidou, das London Eye usw. Eigentlich unvorstellbar, dass die beiden Hochhäuser am historischen Breitscheidplatz entstehen konnten und damit jede Postkartenansicht dramatisch veränderte – ins Positive.


    Am Beispiel des hier liegenden Wohngebietes finde ich nicht, dass das ein "besonders schützenswertes" Stück Stadt ist. Zumal es solche Siedlungen in Berlin zuhauf gibt (ja, andere Plattensysteme etc, weiss ich schon). Es geht hier doch eher um eine Stimmung, dass wieder einmal Ost-Identität zunichte gemacht wird. In Hellersdorf wäre das kein Thema, hier am Alex ist es ideologosch beladen.


    Das Alexa hat sich übrigens auch gut eingefunden und die Hochhäuser an der Jannowitzbrücke (andere Strassenseite) werden das auch tun. Und zwar ohne sich dem niedrigen Niveau anzupassen, sondern indem es einen neuen ästhetischen Impuls gibt.

    Der Begriff "Eigentumswohnung" ist doch ein Kampfbegriff.


    Schliesslich ist jede Wohnung Eigentum. Wenn ein Haus mit sogenannten Eigentumswohnungen gebaut werden, werden diese doch oft auch vermietet, bzw sie werden vermietet, nachdem die Eigentümer nach ein paar Jahren ausziehen (Umzug, Kinder, Kinder aus dem Haus etc).


    Was allgemein als "Eigentumswohnung" bezeichnet wird, sind nur Häuser, die nicht einem Mensch oder einer Firma gehören, sondern deren Einheiten auf mehrere Eigentümer aufgeteilt sind. That's all. In der Regel gehen diese schnell in den Mietmarkt über.


    Und ehrlich gesagt, lebe ich lieber in einer Welt, in der viele Menschen etwas weniger (kleinere Einheiten) besitzen, als wenige Menschen viel (ganze Häuser). ;)

    Gerade in einer Lage wie hier


    Die Einstellung, dass eine gewisse Lage ausserhalb des Zentrums suburbane Strukturen rechtfertigt, sorgt halt auch dafür, dass wir mit dem Wohnungsbau nicht vorankommen. Ich möchte daran erinnern, dass wir 20.000 neue Wohnungen pro Jahr brauchen. Wenn wir Berlin als dichtbebautes Zentrum innerhalb des Sbahn-Rings verstehen, das ausserhalb davon locker bebaut werden kann, dann werden wir die Wohnungsnot nicht in der Griff kriegen.


    Es muss vermittelt werden (von der Politik, von den Stadtplanern und allen Verantwortlichen), dass wir viele Prenzlauer Berge oder Charlottenburgs weiterbauen müssen.

    Im Checkpoint-Newsletter des Tagesspiegels wurde heute noch etwas nachgereicht. Zum Urteil des Baukollegiums, dass das Vorhaben zu voluminös und zu hoch sei:


    ...

    Interessant finde ich hierzu vor allem, dass ein Grüner sich für mehr Bauvolumen ausspricht, was ich sehr ungewöhnlich finde und ein CDU-Mann, dessen Partei die grösste Fraktion in der Regierung bildet.


    [mod]Kein copy/paste von Presseartikeln! [/mod]

    Ich bin auch entsetzt über das Ergebnis. Ich hoffe doch, dass es in Wirklichkeit besser aussieht. Aber es erinnert mich stark an die Ästhetik aus Westberlin der achtziger Jahre. Beispielsweise an die Gegend um den Anhalter Bahnhof, also Dessauer Strasse, Bernburger Strasse, Hedemannstrasse.

    Man ahnt die gute Intention, aber das Ergebnis ist, nunja, betrübend.

    Wir hatten vor vielen Jahren hier einmal die Diskussion über gläserne Fassaden. Der Tenor damals war, dass Glassfassaden im Stadtbild immer dunkel wirken und die Visus immer einen falschen Eindruck vermitteln, die nicht der Realität entsprechen. Das Funkeln tritt eigentlich nur ein, wenn die Sonne sich direkt darin spiegelt. Nur nachts, wenn dahinter Lichter brennen, erzeugen sie einen helleren Effekt. Dafür liebe ich gläserne Gebäude in der Nacht.


    Man mag jetzt den immergrauen Himmel in Berlin für die Düsterkeit von Glassfassaden verantwortlich machen, aber ich beobachten diesen Effekt ich auch in wesentlich sonnigeren Gegenden, zB Austin oder Madrid.

    Die Studie des Senats über das Wohnungspotenzial von einer Viertel Millionen Wohnungen hast Du mitbekommen?


    Ja, die Studie ist mir bekannt. Ich sehe darin aber das Problem, dass dieses Potential nicht schnell genug ausgenutzt werden kann. Aufstockungen, Lückenfüllungen etc. sind wesentlich (zeit)aufwendiger zu planen, genehmigen und zu bauen, als neue Stadtteile. Und oft ist es auch teurer, weil es sich hier meist um Sonderlösungen handelt. Ausserdem hat auch nicht jeder Eigentümer die entsprechende Lust oder die Kapazität (finanziell wie logistisch) dies zu tun. Und man kann auch niemanden dazu verpflichten.


    Lass uns mal sehen wohin uns die 250.000 Wohnungen aus der Studie bringen:


    Berlin hatte im Jahr 2020 grob 1.986.000 Haushalte. Bei einer Einwohnerzahl von 3,6M bedeutet dies, dass etwa 1,8 Personen pro Haushalt leben.

    Die Stadt ist zwischen 2011 und 2023 um 451.000 EInwohner gewachsen.

    Wenn die die 451.000 neuen Einwohner in 1,8 Haushalten leben, dann brauchten diese Neuberliner ziemlich genau 250.000 Wohnungen.


    Mit diesen extra Wohnungen (wären sie denn gebaut worden), wären wir also ziemlich genau im Jahr 2023 angekommen. Und dann kratzt man sich wieder am Kopf und fragt sich, wo man die nächsten Wohnungen hinbaut. Das dauert dann wieder Jahrzehnte von der Planung bis zum Bau. Und in der Zwischenzeit fehlen überall Wohnungen, die anderen werden aufgrund des mangelnden Angebots immer teurer, viele Menschen können sie sich nicht mehr leisten bzw deren Lebensqualität wird leiden, weil die Miete alles auffrisst und dann wählen sie faschistische Parteien.


    Ich finde diese Stadtplanung sehr elitär. Und sie ist wirtschafts- sowie sozialpolitisch falsch.


    Stell dir vor, Straßenbahnen sind im 21. Jahrhundert ein sehr leistungsfähiges Verkehrsmittel. Das zu erkennen ist natürlich schwer, wenn man mit dem Kopf noch im Jahr 1967 festhängt.


    Danke für den persönlichen Angriff. Ich bin Mitte der Siebziger geboren, habe eine Strassenbahn vor der Tür und fahre gerne damit. Ich ziehe allerdings das Fahrrad vor. Und wenn ich zehn Kilometer zuurücklegen muss, fahre ich lieber mit dem Rad zur Ubahn, als mit der Strassenbahn zu gurken.

    mkwiteaux


    Wenn Du die Stadtplanung für den Flughafen Tegel so sinnlos findest,

    was ist denn Dein konkreter Vorschlag was mit dem Gelände passieren soll?

    Da ich annehme, dass diese Frage ernst gemeint ist:

    Ich würde sie mit Wohnungen, zum Grossteil als Mischgebiet, bebauen. Und vielleicht zwei oder drei kleine Parks mit jeweils etwa 10-20ha anlegen.

    Und mittendrin diese Landebahn lassen. Einfach weil die Landebahn darin geil aussieht und sie für sportliche Aktivitäten genutzt werden kann.

    Ähnlich wie beim Tempelhofer Feld, will man das Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel

    für alle Berliner*innen zugänglich machen.

    Ein Stadtviertel ist für alle Berliner*innen zugänglich.

    Der Park dient ja nicht nur der Erholung, sondern

    ermöglicht auch verschiedene Sportarten, die im Wald nebenan nicht möglich sind.

    Die Sinnhaftigkeit dessen bezweifle ich. Siehe meinen vorigen Beitrag.

    Er ist außerdem eine ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Bau der

    Urban Tech Republic und des Schumacher Quartiers.

    Die Sinnhaftigkeit dieser ökologischen Ausgleichsmassnahme möchte ich auch in Zweifel ziehen. Sie fördert Zersiedelung und verlängert die Verkehrswege. Und es steht im Gegensatz zur Siedlungsform "Stadt". Ich halte das nicht für weitsichtig. Aber ich sehe ein, dass wir für diesen Diskussionspunkt viele Faktoren einbeziehen müssen, was wir in diesem Forum nicht leisten können.

    Stellplätze für Autos sind übrigens in den einzelnen Bebauungsplänen vorgesehen.

    Und noch mehr Autos ^.^ (wo ist der Smiley mit der Clownnase, wenn man ihn braucht)

    Außerdem ist ja wie bekannt eine Straßenbahnlinie zu dem Quartier geplant.

    Ich erwähne ja "leistungsstarkes Verkehrsmittel" ;)

    ^ Vielleicht weil es eben ein Wald ist (zudem ein großes Hundeauslaufgebiet) und kein Park. Darin gibt es praktisch keinerlei Freizeitangebote außer Spazierengehen/Joggen/Gassigehen. Die Volksparks Jungfernheide und Rehberge sind durch den Kanal und die Autobahn abgetrennt. Die Kleingärten sind zwar Grünflächen mit frei zugänglichen Wegen, aber es gibt sehr viele Aktivitäten, die man weder in den Volksparks noch in den KGA ausüben kann. Sondern nur auf großen Wiesenflächen und Pisten. Den Bedarf sieht man ja gut auf dem Tempelhofer Feld.

    Das bisschen Capoeira, Drachensteigen oder Rollerbladen, das man 4 Monate im Jahr ausübt? Dafür brauche ich im dichtbebauten Friedrichshain höchstens 10 Minuten laufen um das ausüben zu können.

    Zudem werden nun wirklich genügend große Teile des Flughafenareals bebaut. Von den rund 500 ha sind ja nur 190 ha für den Park vorgesehen. Ich bin heilfroh, dass man nicht noch mehr zubaut und versiegelt.

    190ha von 500ha sind fast 50%

    Wohnungsknappheit hin und her, deswegen darf man nicht alles andere unterordnen.

    Und wo sollen dann die Wohnungen hin? Alle Ausweisungen von Baugrund stocken. Es werden kaum noch neue Stadtteile aus dem Boden gestampft.

    Und dein Anbindungsargument spricht ja eher für mehr Park als Arbeitsplätze. :)


    Nein, eben nicht. Weil vor Ort nicht genug Wohnungen gebaut werden, fahren die Menschen mit ihren Autos durch die halbe Stadt. Ausserdem fehlte die Weitsicht, rechtzeitig ein leistungsstarkes Verkehrsmittel mitzuplanen.

    Vermutlich vertrete ich eine unpopuläre Meinung, aber ich frage mich schon, warum man direkt an einem Wald einen Park baut. Ausserdem befindet sich 500m südlich ein weiterer Park und 500m südwestlich ein anderer Park. Dazwischen befinden sich grösstenteils Kleingartenanlagen.

    Das zeugt nicht von weitsichtiger Stadtplanung, wenn man sich den gegenwärtigen (aber auch absehbaren) Wohnungsmangel anschaut.


    Mal abgesehen davon, dass jene Menschen, die auf dem Gelände arbeiten, von weit her anreisen müssen und dies vermutlich mit Autos bewältigen werden.

    Mir fallen kaum sinnvolle Anwendungsgebiete im Stadtraum ein, die nicht mit anderen Verkehrsträgern entweder schon bedient werden oder mit vorhandenen Trägern besser neu gebaut werden könnten.


    Das wurde doch bereits oft erwähnt: eine Magnetschwebebahn kann man noch aufgeständert realisieren. Gleisbasierte Systeme würden aufgrund der Lärmentwicklung kaum Akzeptanz finden. (Akzeptanz im Voraus. Im Nachhinein finden es die meisten Menschen wieder super. Aber das ist eine andere Diskussion.)

    Ob es nur eine Simulation von Handlungsbereitschaft ist, wird man ja erst nachher sehen. Ich war nie ein Fan der CDU aber immerhin kommen sie mal mit Visionen. Bisher kamen Visionen immer nur das aus Opposition. Jetzt redet immerhin eine Regierung von grossen Würfen. Es könnte ein Anfang sein. Vielleicht aber auch nicht.

    Es ist jedenfalls zu früh um es schlechtzureden.