Kulturforum

  • Ich denke mal dass hier im Forum niemand so wirklich glücklich über die momentane Situation ist. Das Kulturforum heizt von Zeit zu Zeit auch bei mir die Gemüter an. Ganz besonders wenn man erkennen muss dass das neue Museum der Moderne auch keine zündende Idee aufzeigt wie die einzelnen Museen und ihre einzigartigen Werke angemessen zur Geltung gebracht werden können. Mit angemessen meine ich ganz schwammig dargestellt eine WOW-Atmosphäre, wie sowas eben mittlerweile bei den weltweit größten Museen üblich ist.

    Ich bin auch eigentlich nur zu etwas unüblichen Ideen gekommen.


    Die Vorschläge von Berlinier mit den Abrissen an der Stabi halte ich zu undurchdacht, hier wird auch wieder "nur" an einer Ecke rumgebastelt. Tatsächlich ist doch der Keil im Kulturforum und Potsdamer Platz, die Stabi und die ehemaligen Theater, Kino und Spielbankgebäude. Erschwerend dazu kommt nun noch dass selbst das große Veranstaltungsgebäude zum Marlene Dietrich Platz leer steht.


    Meine Idee wäre also das Areal neu zu denken. Die Philharmonie, die Stabi und die Neue Nationalgalerie bilden dabei Architektonische Hochpunkte die erhalten bleiben könnten. Aber wie wäre es wenn nun die Neue Staatsbibliothek aus dem Bauwerk auszieht?


    Wenn man einiges an Geld in die Hand nimmt, und die Staatlichen Museen und die Stabi sozusagen die Räumlichkeiten tauschen würden, dann könnte man den jetzigen Hintereingang vom Veranstaltungskomplex Marlene Dietrich Platz als neuen Haupteingang zu den Museen umbauen. Gerne auch mit den Kinos oder Theatern.


    Die Stabi sollte innen und aussen soweit wie möglich erhalten bleiben und würde sich bestimmt großartig als Austellungsfläche anbieten, ein echter Scharoun!


    Auf der anderen Seite könnte ich mir gut vorstellen das die Piazetta im westen bestimmt häufiger von Studierenden bespielt werden würde als von heutige Museumsbesucher. Eventuell müßte man noch Magazingebaüde ergänzen, dazu gibt es aber noch eine freie Ecke hinter dem Kunstgewerbemuseum und freie Bauplätze an der Sigismundstraße.

  • Ich möchte noch einmal den Vorschlag von "Architekturfan" aufgreifen.
    Am Ende der Blickachse von der Leipziger über den Potsdamer Platz bis zu Kulturforum sollte ein Landmark stehen.
    28 Stockwerke wären gut.
    Der Rest der markierten Flächen sollte 11 - 21 Stockwerke haben.

    Meine erste Option wäre, gar nichts abzureißen. Stattdessen an der Potsdamer Straße so gut wie möglich zu verdichten. Bei mir würde das dann so aussehen: (Die roten Flächen wären Nachverdichtung)


    Karte: Google Earth

    Rote Flächen: Eigene Kreation

    berlin4y0k09.jpg

  • Ich hab den Eindruck dass gerade die unvollendete und unter anderen Gegebenheiten entstandene Scharounplanung das eigentliche Problem darstellt - vielleicht sollte man dieses an dieser Stelle offensichtlich gescheiterte Idol mal vom Sockel stoßen und gnadenlos abräumen, translozieren und neudenken oder man lässt das ganze halt als mahnmal für gescheiterte Stadtentwicklung so wie es ist - denn Selbst bei Neuplanung droht wohl derzeit nichts besseres als die Europacity oder andere angedachte Quartierkreationen.


    Das ganze Forum hat seit mehr als 50 Jahren als Basteltisch für Planer und Architekten herhalten müssen ohne dadurch ein städtebaulich erfolgreiches Areal zu entwickeln. Vielleicht sollte man mal anfangen sich von der Idee des autistischen Kultursateliten zu verabschieden.

    Das Kunstgewerbemuseum am besten abziehen und an der Stelle Wohnbebauung mit Öffentlicher Erdgeschossnutzung setzen.


    Das Museum kommt sicher gut in einem Neubau an der Museumsinsel, im Gropiusbau Senior oder im Humboldt-Forum unter wenn der Großteil der Übersee-Sammlung restituiert wurde.


    In wie weit Bibliotheken das 21. Jahrhundert in dieser Anzahl überdauern ist sowieso mal eine Überlegung wert da könnte ich mir vorstellen dass sich eine ganze Menge Raum für Nachnutzungen Ergeben wird - auch die Doppelinstitutionen wie die Staatsbibliothek werden sich wohl absehbar ihrer Sinnhaftigkeit stellen müssen. Dieses Ballastthema erübrigt sich also vielleicht zukünftig von selbst und so toll ist die Stabi nun auch nicht, nur weil da Sharoun draufsteht - der Bau hat definitiv nutzungsfeindliche Schwächen und ist für mich eher ein stadtunvermögender abgeschotteter Klumpen in Goldalu dessen ästhetische Positionierung sich alles unterordnen soll ursprünglich sollte nach Scharoun noch nicht mal ein Schriftzug auf die Funktion des Gebäudes hinweisen.


    Den Schwerpunkt beim Forum auf Gallerie und Musik zu setzen und vielleicht ein Format wie die Riekhallen zur Verfügung zu stellen, sich sonst eher einer Verdichtung durch Wohn und Geschäftshausbebauung zu öffnen, ließe das Forum auf alle Fälle vitaler dastehen und der Murks hätte vielleicht endlich ein Ende.

  • Am Ende der Blickachse von der Leipziger über den Potsdamer Platz bis zu Kulturforum sollte ein Landmark stehen.
    28 Stockwerke wären gut.
    Der Rest der markierten Flächen sollte 12 - 21 Stockwerke haben.

    Aber dann würden doch alle Bauwerke die bereits bestehenden in den Schatten stellen.
    Landmark ist die Nationalgalerie. Daran sollte sich alles orientieren. Aber das ist natürlich nur meine Ansicht.

  • Interessant, dass Leute, die ihre Berufung im Beklagen des Verfalls architektonischer Ausbildung und Anmutung sehen, zugleich für offene Kulturbarberei (die größte wissenschaftliche Bibliothek Deutschlands als abzuwickelndes "Ballastthema") und die Zerstörung historischer Sammlungen plädieren (damit ist nicht die selbstverständlich zu restituierende Raubkunst gemeint).

  • Sich an kopflosen Kommentaren aufzuhängen bringt doch tatsächlich niemanden weiter. Einen Abriss der Stabi würde sowieso niemals eine Mehrheit finden. Ich denke noch nicht einmal ein Teilabriss. Ich wäre da auch eher für eine dezente Erweiterung am hinteren Ende des Ibero-Amerikanisches Institutes. Vielleicht auch ein kleiner Minitower? Auch der Piano-See daneben könnte viel mehr Aufmerksamkeit vertragen.


    Eine Umwidmung zu einem modernen Museum könnte ich mir daher am besten Vorstellen. Da wäre dann nur die breite Schneise Potsdamer Straße zum Neuen Museum und Neuer Nationalgalerie, ich weiß. Aber, meine Güte! Da sollte es doch Ampeltechnisch auch eine Lösung geben. Oder eine Unterführung, so als Kunsprojekt, mit einem gläsernen Dach unter dem man die Autos fahren sieht.... usw dafür gibts doch die Architekten, sich etwas tolles einfallen zu lassen.


    Ich denke es ist wichtig das Zentrum mehr zum Potsdamer Platz zu öffnen mit einem Puplikumswirksamen Museum das von beiden Seiten erschlossen werden kann.

  • Interessant, dass Leute, die ihre Berufung im Beklagen des Verfalls architektonischer Ausbildung und Anmutung sehen, zugleich für offene Kulturbarberei (die größte wissenschaftliche Bibliothek Deutschlands als abzuwickelndes "Ballastthema") und die Zerstörung historischer Sammlungen plädieren (damit ist nicht die selbstverständlich zu restituierende Raubkunst gemeint).

    Wo schrieb ich denn von der zerstörung historischer Sammlungen - beim abwickeln der Bibliothek ging es mir zudem eher um die Funktion des Ortes als Bibliothek und generell um die Frage inwieweit solche Einrichtungen in dieser Menge noch in der Zukunft lebensfähig und sinnvoll sind.

    Die fortschreitende Digitalisierung macht doch die klassische Handbibliothek und damit die bisher erforderliche Anhäufung von Büchern zunehmend obsolet und dient zukünftig vielleicht noch als Archiv.

    Gerade Fachbücher zu Wissenschaft und Forschung unterliegen in weiten Teilen einem enormen Aktualisierungsdruck ältere Publikationen haben sich im Kenntnisstand schnell mal überlebt. Das Balastthema ist grundsätzlich auf die Städtebauliche Problematiken am Forum bezogen - die mit nichts bisher zufriedenstellend zu lösen waren - die interessantesten Ideen hierzu kamen noch von Braunfels und am vielleicht effektivsten von Hollein nur sind hier dann die Scharounepigonen auf die Barrikaden gegangen. Also bastelt man wohl lieber weiter an diesem Dysfunktionalen Städtebaulichen Unort - das hat ja schon fast was folkloristisches.

  • Das ist doch völlig Gaga hier... Wir sind doch nicht bei Skyscrapershitty.


    Die Stabi Potsdamer Straße ist eine internationale Ikone der Bibliotheksarchitektur. Wart ihr da eigentlich schonmal drin in eurem Leben? Ist euch überhaupt bewusst, was für eine Bedeutung dieser Bau hat? Da wird nichts abgeschnitten, kein "Minitower" angebaut und erst recht nichts zweckentfremdet, indem die Bibliothek ins Museum zieht und das Museum in die Bibliothek. Sorry, dass ich das so forsch sagen muss, aber das sind völlig absurde Ideen.


    Auch kann ich es nicht verstehen, wie man darauf kommt, dass ein Zustellen mit "Wohntürmen" und "28-Stockwerke-Landmarks" direkt neben Philharmonie, Stabi und kommendem Museum des 20.Jh. irgendetwas anderes bringen würde, als dem Kulturforum den endgültigen Todesstoß zu versetzten. Selbst wenn man die offensichtlichen rechtlichen, planerischen uns Denkmalschutz-technischen Konflikte einfach mal ignoriert, wäre das doch allein aus ästhetischen Gesichtspunkten völlig unpassend, ungeeignet und unvereinbar mit dem Bestand. Hochhäuser sind doch kein Allheilmittel gegen städtebauliche Missgeschicke.


    In meinen Augen ist die Potsdamer Straße das Hauptproblem des Kulturforums und wird es wohl leider auch bleiben. Ich kann mir jedenfalls schwer vorstellen, dass es aus verkehrsplanerischer, finanzieller und bautechnischer Sicht realistisch ist, den Abschnitt unter die Erde zu legen. Würde das aber irgendwie gelingen, hätte man die Möglichkeit, den nach dem Museums-Neubau verbleibenden Freiraum zusammen einheitlich neu zu gestalten. So könnte man auch die Idee der landschaftlichen Stadtanlage von Scharoun umzusetzen. Vllt gespickt mit ein/zwei Pavillons für Gastronomie, einem Areal für Open-Air-Konzerte und -Kino, Wasserspiele, etc...

  • Also ich finde die Braunfelsche Grundidee nicht ganz verkehrt - habe mich auch mal an einer kleinen Skizze versucht.


    Der Quasi-Kreisel würde das westliche Ende und den Fixpunkt der Leipziger/Potsdamer Straße bilden und die Leute vom Potsdamer Platz und aus der Alten Potsdamer Straße in Richtung Westen zum Kulturforum ziehen. Außerdem erhielte das Kulturforum eine Fassung und stünde nicht mehr ganz so isoliert in der Landschaft herum.


    In Dunkelrot ein paar mögliche Hochpunkte mit einem möglichen (kleinen) Flatiron-Building (bzw. Kollhoff-Tower) im Winkel zwischen Potsdamer und Voxstraße, vielleicht ja auch in "Scharoun-Optik" mit Angleichung an Philharmonie, Kammermusiksaal und StaBi.


    Wenn der Springbrunnen dann noch eine verkleinerte Font_Màgica wird und als Blickpunkt aus Richtung Potsdamer Platz zwischen Philharmonie und Museum der Moderne noch eine Art Dubliner Spire oder etwas Vergleichbares steht, dann könnte das schon was werden...


    potsdamerplatz9ykm5.jpg

  • Der Vorteil von Braunfels' Kreisel ist, dass diese unselige Straße endlich über ein nachvollziehbares Gelenk verschwenkt würde. Die bisherige Biegung wirkt nicht nur absurd unmotiviert, denn sie wird städtebaulich durch nichts aufgefangen, aufgegriffen oder begleitet. Die Räume, die durch solche Kurven entstehen, sind fast immer unangenehm, vor allem, wenn sie durch das Stadtbild in keiner Weise gestalterisch aufgenommen werden. Ekelhafterweise lässt die Berliner Stadtplanung den Betrachter die Potsdamer Straße hinauf von beiden Seiten kommend visuell praktisch aus der Kurve fliegen, weil man in der Achse nichts platziert hat, was dem Auge halt gibt. Bei Braunfels könnte dies vermutlich die begleitenden Platzbebauung oder eine dominant gestaltete Kreiselmitte leisten.

  • ... also eins sticht mir schon ins Auge wenn ich eure erstellten Visus des Kulturforums mit geplanten und gewünschten 'Farbflächen' betrachte, das neue Museum des 20ten Jahrhunderts wird ein ziemlicher Klopper und schmiegt sich so garnicht gekonnt ins Gefüge. Ich sag es ungern so optimistisch ich anfangs war, aber inzwischen halte ich das Vorhaben für ein ziemliches städtebauliches und architektonisches Kuckucksei. Es verstellt total die Aussicht aus der Nationalgalerie auf Philharmonie, Kammermusiksaal und Stadtsilhouette, (immerhin konnte man von dort Reichstag und Charité sehen), bildet keine schöne Kante zur Potsdamer Strasse und gerät durch das riesige Dach in absolute Konkurrenz zu den Sharoun-Bauten mit ihren sehr viel eleganteren Dächern. Ich befürchte, dass wir eines Tages uns fragend davor stehen, wie wir das nicht vorher haben erkennen und verhindern können.


    Hier ein lesenswerter Artikel aus der Welt in dem Braunfels die Situation beschreibt und auch eine Visu der neuen Aussicht aus der Nationalgalerie liefert.

    https://www.welt.de/kultur/arc…m-Kulturforum-Berlin.html

  • Das ist doch völlig Gaga hier... Wir sind doch nicht bei Skyscrapershitty.


    Die Stabi Potsdamer Straße ist eine internationale Ikone der Bibliotheksarchitektur. Wart ihr da eigentlich schonmal drin in eurem Leben? Ist euch überhaupt bewusst, was für eine Bedeutung dieser Bau hat? Da wird nichts abgeschnitten, kein "Minitower" angebaut und erst recht nichts zweckentfremdet, indem die Bibliothek ins Museum zieht und das Museum in die Bibliothek. Sorry, dass ich das so forsch sagen muss, aber das sind völlig absurde Ideen.

    Ja, noch absurder ist aber die Idee eines Schwimmbades am Weltkulturerbe Museumsinsel. Die Berliner Diskussionen dulden leider keine unangefochtenen Bastionen des architektonischen Kanons.

  • Bin heute am Kulturforum vorbeigekommen und das erste Mal die Gelegenheit genutzt auf den Kirchturm zu steigen.

    Der Blick ist schon beeindruckend.

    Das Treppenhaus an den Glocken vorbei.




    11stlerxjk5y.jpg



    Die neue Gestaltung fällt von oben noch besser auf. Auch gut zu erkennen, wie der Baum schon eingezäunt wurde, damit ihm kein Unbill widerfährt


    11kulovkov.jpg


    Der Blick auf's Forum


    11kul1m8jyg.jpg


    Was mir bei der Betrachtung von oben wieder aufgefallen ist, dass leider viel zu viele Projekte immer beurteilt werden anhand von Modellen.

    Dabei hat man naturgemäß den Blick von oben und man vergisst zu leicht, dass das halt nicht das ist, was man dann später erlebt.

    Keine wirklich neue Erkenntnis, aber für das Kulturforum trifft das vielleicht besonders zu. Von hier oben kann ich sehr gut die Anordnung erkennen, das Konzept und die einzelnen Gebäude wirken noch besser. Es sieht richtig gut aus, klar mit den diskutierten Einschränkungen.



    11kul4sekfn.jpg


    Die Philharmonie von dieser Seite besonders gelungen


    11kul5ryjux.jpg


    Und das Dächermeer


    11kul3a7kyb.jpg


    Tatsache ist auf jeden Fall, dass das Museum der Moderne für eine bessere Einfassung sorgen wird. Mit zusätzlichen Massnahmen, mehr Grün, wird sich die Situtation bestimmt weiter verbessern.


    Also das Ibero Institut finde ich deplatziert an der Stelle. Ist auch das erste Mal, dass ich überhaupt erkenne, wie das aussieht.


    11iberou1kce.jpg


    Und last not least ein kleiner Schnappschuß für Monsieur. Die Stabi


    11stabi1bk5d.jpg

  • Und zu guter Letzt noch ein Blick auf die Neue Nationalgalerie


    11nat2zwk9g.jpg


    Auf den Skulpturengarten freue ich mich besonders




    11natnsjj6.jpg


    Den hätte man gerne erweitern können


    11nat1qxjtb.jpg


    und dazu noch einen schönen Blick auf den originellen Anbau des Wissenschaftszentum von Stirling / Wilford.

  • Eine kleine, vll naive Frage in die Runde:


    Hätte es den Denkmalschutz irgendwie tangiert, wenn man das Dach der Nationalgalerie begrünt hätte?


    Ich meine, die Fläche schreit ja quasi danach und vom Staßenniveau würde man es ja nicht sehen.

  • ... immerhin könnte man es beim neuen Museum des 20ten Jahrhunderts versuchen. Der flache Neigungswinkel des Dachs müsste eine Begrünung noch hergeben. und es wäre ein Ausgleich für die bebaute Fläche.

  • Die Anlage erinnert mich immer an den Garten des MoMa, der große Unterschied besteht nur darin, dass das MoMa tatsächlich von allen Seiten durch weitere Gebäude begrenzt ist.

    Das ist hier allerdings ganz anders...