Areal "Haus der Statistik"

  • Zu Beginn, als ich davon gehört habe, fand ja die Idee das Haus der Statistik zu sanieren als eine verpasste Gelegenheit. Und nach wie vor denke ich, dass man mit einem Abriß eine freiwerdende Fläche mit einem viel größeren Potential hätte, als wie es mit einer Sanierung zu realisieren möglich ist.


    Nun ja, dann sehe ich die Hotels gegenüber (siehe hier) und deren Qualität im Bezug zum Stadtraum halte ich für noch schlechter als das was jetzt entsprechend des Wettbewerbsergebnis mit dem HdS wartet. Vielleicht bewahrt uns die Sanierung ja auch vor einer Wiederholung der Seite gegenüber. Was wäre denn überhaupt realistischerweise möglich auf der Fläche zu erwarten, wenn man das HdS geopfert hätte? Bei einem Blick auf die andere Straßenseite finde ich es mit einem Mal gar nicht so schlecht, dass saniert wird. Allerdings ist es unverschämt viel Geld, das hier bewegt wird, für das was möglich ist aus dem Bestand an Flächen und Nutzung zu gewinnen.


    Nun, der begrünte Vorbau ist ein Lichtblick meines Erachtens, und dass das Wettbewerbsergebnis so nah am Ursprungsbau ist lässt dann auch erkennen, dass es ein älteres Gebäude aus einer anderen Epoche der Stadtgeschichte ist. Ich mag es wenn Geschichte lesbar bleibt.
    Und vielleicht wird es in dreißig Jahren zusammen mit Hampton, Indigo und Holiday Inn Express durch etwas ersetzt, das dann architektonisch ein anderes Niveau bietet?!

  • ^ Nicht zu vergessen Radison und Motel One.


    Der Neubau-Hotelschrott im Umfeld ist schon happig, auch Alea, Alexa und Saturnhaus zeichnen sich durch eine ungenügende Gestaltung aus. Verglichen mit den Behrens Plänen oder auch der Gründerzeit ist das alles nischt.


    Wenn man das HdS erhält finde ich eine klare Orientierung an der Ursprungsfassade ok und besser als die von Konstantin aus Potsdam gezeigte Lösung. Grundsätzlich bleibt es traurig, dass mehr an so einem Ort in Berlin heute nicht geht.


    Aber bitte, bitte nicht Haus der Zusammenkunft.


    Da waren die DDR Namen aber tausendmal besser. Bleiben wir doch einfach Bei Bürger*innenamt. :runaway:

  • ^ Haus der Zusammenkunft, bitte! Man will anscheinend auch noch ein Wortspiel einbauen. Ein prätentiöser Name für das Kunst- und Kulturzentrum, dass dort auch noch einziehen soll, nehme ich an. Wenn es nur das Amt wäre, würde ich empfehlen, das Haus der Statistik einfach in Haus der Bürokratie umzubenennen. Klingt ähnlich fesselnd... ;)

  • Ich war heute am HdS und habe mir die Ausstellung der Wettbewerbsentwürfe angeschaut. Auch bei den Anwesenden stießen die Entwürfe und der Siegerentwurf, wie auch der Bestandbau, auf keine Gegenliebe, der Herr, der die Ausstellung beaufsichtigte, äußerte zudem Zweifel daran, dass es bei dem Kostenrahmen bleiben werde, den ambitionierten Zeitplan, den Gothe am Tag der Eröffnung der Ausstellung (gestern?) genannt habe (Baubeginn noch dieses Jahr, "Berlin kann auch schnell") hielt er für illusorisch. Der Vorbau beim Siegerentwurf fiel ebenfalls durch, er würde den ersten Stockwerken zudem das Licht nehmen.


    Aber deswegen schreibe ich nicht, sondern wegen zwei Informationen, von denen die erste für mich sehr interessant war: Ein Modell in der Ausstellung (bei dem ich hinten den Wettbewerbssieger des HdS zu erkennen meine) zeigt, dass das HdE weicht und stattdessen auf der östlichen Seite ein Hochhaus entstehen soll.


    Ich fragte deswegen die Aufsichtsperson, die wie ich überrascht gewesen war und deswegen zu Ausstellungsbeginn Gothe danach befragt hat. Dieser habe gesagt, das sei beschlossene Sache. Wenn das stimmt, bleibt ein Ungetüm (HdS), aber ein noch größeres Ungetüm zumindest, das HdE verschwindet.


    Im Modell ist zudem der Gehry-Bau zu erkennen. Dieser sei weiterhin fest geplant, habe Gothe gesagt. Die Möglichkeit, am Standpunkt des geplanten Gehry-Baus ein Holzhaus zu errichten, werde zudem ernsthaft geprüft. Aber mir ist nicht klar, ob es möglich wäre, den Gehry-Entwurf aus Holz zu errichten, oder ob ein Holzhaus einen neuen Entwurf erforderlich machte.

  • Ich finde der Kommentar unter dem Baunetz Artikel sehr treffend. Man arbeitet sich an der Fassade ab und vergisst darüber die tatsächlichen Schwächen des Baus. Hautkritikpunkt: Die Organisation der Flächen.


    Warum sollten OpenSpace-Konzepte beim Mieterausbau nicht möglich sein-die Kritik verstehe ich nicht.


    Nicht nachvollziehen kann ich auch die gewünschte und gelobte Schlichtheit der neuen Fassade, insbesondere bei einen solchem Koloss. Dass macht den Bau nur öder. Dass es anders geht, zeigt mir [post=553211]dieses Beispiel[/post] gleichen Bautyps (Stahlskelettbau,nix Platte), obwohl auch eher schlicht gehalten. Tatsächlich gefällt mir auch das Beispiel Potsdamer Landesbibliothek von Konstantin. Rekonstruieren sollte man da, wo es sich auch lohnt, dass ist beim HdS nach meiner subjektiven Einschätzung definitiv nicht der Fall.


    Der Neubau an der Otto-Braun-Straße ist, wenn ich den Wettbewerbsauftrag richtig verstehe, mehr als Idee zu sehen und steht nur perspektivisch in Planung. also unabhängig von der Fassadengestaltung.


    Mich würde mal der neu geplante Durchgang zum Viertel/HdG dahinter interessieren, wie das gedacht ist.


    ^hört sich gut an mit dem HdE, beschlossen war ja aber auch der Abriss des HdS.

  • ^Weil der Verwaltungsanteil ungefähr 95% ausmacht. Und dieser wiederum aus Zelle, Zelle, Zelle besteht Weit und breit nichts zu sehen von Open Space Konzepten.

  • Aber deswegen schreibe ich nicht, sondern wegen zwei Informationen, von denen die erste für mich sehr interessant war: Ein Modell in der Ausstellung (bei dem ich hinten den Wettbewerbssieger des HdS zu erkennen meine) zeigt, dass das HdE weicht und stattdessen auf der östlichen Seite ein Hochhaus entstehen soll.


    Dass das Haus der Elektroindustrie weichen soll, stand nie zur Debatte. Hier gibt es seit Jahren Baurecht. Der Eigentümer, die TLG, könnte sofort Wettbewerbe starten und die Hochhäuser bauen.
    Das ist mal wichtig zu erwähnen, da hier ja manche meinen, der Senat blockiere Hochhausneubauten.


    Stattdessen wirbt die börsennotierte TLG IMMOBILIEN AG aktuell um Neumieter:


    https://www.tlg.de/de/portfoli…bersicht/objektdetails/4/


    Anstatt sich in die Stadtentwicklung einzubringen, streicht man lieber Mietgewinne zum Nutzen des Shareholder Value ein.

  • Anstatt sich in die Stadtentwicklung einzubringen, streicht man lieber Mietgewinne zum Nutzen des Shareholder Value ein.


    Mir ist von einem Mitarbeiter von HENN Architekten, die sich u. a. für den Zalando-Campus in Friedrichshain verantwortlich zeigen, bekannt, dass diese derzeit an einem Entwurf für eine Neubebauung des Areals "Haus der Elektroindustrie" arbeiten. Demnach soll das Gebäude abgerissen werden und der Neubau an die Alexanderstraße heranrücken. Von einem Hochhaus habe ich allerdings noch nichts gehört. Auch ob die Arbeiten an dem Entwurf bedeuten, dass hier tatsächlich in absehbarer Zeit etwas passiert, ist mir leider unbekannt.

  • ElleDeBE: Das Hochaus ist doch Teil des Kollhof-Masterplan und der Entwurf sieht auch genau so aus wie auf dem Stadtmodell des Senats. Ich denke also das ist nur die Baumasse Studie aus dem Kollhof Plan und kein tatsächlicher Entwurf.



    Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

  • ^ Nicht genau, im Modell scheint das Hochhaus etwas nach Osten verschoben zu sein gegenüber dem Masterplan. Zudem ist das Modell offenbar sehr, sehr aktuell, wenn es richtig ist, dass der Wettbewerbsieger HdS bereits im Modell zu sehen ist (worauf der begrünte Vorbau hinzuweisen scheint).

  • Nun ja, dann sehe ich die Hotels gegenüber (siehe hier) und deren Qualität im Bezug zum Stadtraum halte ich für noch schlechter als das was jetzt entsprechend des Wettbewerbsergebnis mit dem HdS wartet.


    Ich finde deinen Beitrag ein bisschen unfair. Indem du die gegenüber liegenden Hotels kritisierst, wirfst du das Hampton by Hilton und das Alexander Parkside (Holiday Inn, Indigo u.a.) in einen Topf. Das Alexander Parkside hat diese harsche Kritik nicht verdient.


    Ist das wirklich so schlecht, was man hier sehen kann?
    http://www.deutsches-architekt…hp?p=343651&postcount=115
    http://www.deutsches-architekt…hp?p=379390&postcount=140


    Die abgerundete Ecke finde ich äußerst gelungen.
    http://www.deutsches-architekt…hp?p=354476&postcount=135

  • Gestern Abend wurden die städtbebaulichen Entwürfe für das Areal rund um das Haus der Statistik vorgestellt. Hier ein paar Bilder mit den Baumassenstudien. Alle drei Entwürfe zeigen einen höheren Baukörper hinter dem H.d.S. Richtung Mollstrasse.
    HdS


    Bevor ich das vergess: Happy birthday Bauhaus.

  • Das Areal hinter und neben dem HdS dicht zu bebauen ist wichtig und in allen drei Entwürfen im Ansatz zu erkennen.
    Was soll mit dem überflüssigen Parkplatz vor dem HdS passieren? In dem Siegerentwurf von de+ architekten ist immerhin ein Flachbau zu erkennen.
    Wichtig ist hier dass der Straßenraum enger wird wie es im Stadtzentrum weltweit üblich ist.


    Nachtrag: Hier gibt es bessere Fotos von den Entwürfen: https://hausderstatistik.org/pressebereich/


    Offenbar kann oder darf man die Ansicht des HdS vom Alexanderplatz aus nicht verstellen. Alle drei Entwürfe halte ich für städtebaulich misslungen.


    Auf die freie Fläche an der Karl-Marx-Allee Ecke Otto-Braun-Straße müsste ein höheres Gebäude das auch die Flucht der alten Landsberger Allee berücksichtigt. Ein neues Gebäude auf dem Parkplatz der Otto-Braun-Straße sollte auch deutlich höher sein.

  • Was ich jetzt nicht ganz verstehe: Die Planungen beinhalten doch auch Neubauten oder sehe ich das falsch? Und diese beachten doch in keinster Weise die Baugrenzen des B-Plans?

  • Bedeutet dass konkret ich kann dort irgendjemandem sagen wie abgrundtief peinlich und unterirdisch ich das gesamte Vorhaben, die zugrundeliegende Denke/Ideologie Sowie die Tatsache finde dass monatlich die Mieten steigen während die Stadt Geld verschleudert und Pseudobeteilgungsrunden mit den immer gleichen Klientelen und Ergebnissen produziert?

  • Ich muss leider auch sagen, dass ich die Ästhetik der präsentierten Entwürfe sehr schlecht finde. Es soll glaube ich auch gar nicht anspruchsvoll aussehen, weil dies snobistisch oder elitär wäre. Es soll bestenfalls ein proletarisch-einfacher Baumarktlook sein, wie er in Berlin gerade massiv um sich greift. Beton wo man hinschaut, Maschendraht, Wellblech, mit einfachsten Betonsteinen gepflasterte Aussenbereiche usw.


    Selbst unter der Vorraussetzung des Erhaltes des DDR-Baus wäre viel überzeugenderes möglich.