Frankfurter Stadtgespräch

  • #1139: Zwischen Homburger und Nordwestkreuz wird man so eine Investition nicht machen ohne die Vortaunus-Gemeinden auf der anderen Seite der Autobahn einzugemeinden oder maßgeblich an den Kosten zu beteiligen. Dort wird auch nichts zerschnitten, weil da ja die Stadtgrenze ist. Es würde ein einseitiger Lärmschutz wie am Riedberg reichen. Außerdem besteht da keine flächendeckende ÖPNV-Anbindung, die noch zu bauen wäre und deren Einbindung ins restliche Netz nicht einfach ist.


    Aber weiter südlich, zwischen Gallus und Griesheim wäre eine bessere Lösung für die A5 durchaus vernünftig. Das Gebiet ist riesig, der Innenstadt sehr nahe gelegen und durch zwei S-Bahn-, zwei Straßenbahn- und mehrere Eisenbahn-Linien auch schon jetzt ÖPNV-technisch gut erschlossen. Dass der Westen Frankfurts allgemein benachteiligt behandelt wird, liegt vielleicht auch mit ein bisschen an dieser starken Trennung. Zum Beispiel endet dort die Umweltzone, während sie im Norden bis ins Gewerbegebiet Kalbach reicht. Es gibt wenige Möglichkeiten die A5 zu queren, sogar an der Nidda ist der Fußgänger-Anteil im Bereich der Autobahn deutlich geringer.


    Dann wäre da auch noch das Gebiet zwischen Unterliederbach und Zeilsheim, wo die ersten Häuser eines neuen Stadtteils, der mal so groß wie der Riedberg werden sollte, schon stehen – was aber momentan aufgrund europäischer Richtlinien auf Eis liegt.

  • Wie bitte? Der Büroraum im Mertonviertel ist nicht mehr vermittelbar? Wie geht denn sowas? Das ist doch alles erst vor nicht allzu langer Zeit gebaut worden. Zudem habe ich noch nicht festgestellt, dass es dort großeren Leerstand gibt.

  • Fechenheim im Dornröschenschlaf

    Die zwei grössten Ankermieter des Merton, PWC und KPMG, ziehen in naher Zukunft in den "Tower185" und in "THESQUAIRE". Das ist ein Schlag ins Kontor, denn Magnetwirkung entfachen Büroviertel eben auch durch Assoziation mit großen Namen (spontan fällt mir nur noch das Kundencenter "Zürich-Versicherung" ein). Die Standortinitiative Merton versucht darüber hinaus einige Objekte zu vermitteln, scheinbar ohne Erfolg. Siehe hier: http://www.mertonviertel-frankfurt.de/objects.html


    Als Wohnviertel hätte das Merton aber viele Vorteile. Es grenzt direkt an die aufstrebenden Gebiete "Am Martinszehten/Kalbach" und Riedberg. Die öffentliche Verkehrsanbindung besteht, die Infrastruktur ist bereits vorhanden und die Stadt muss für junge Familien mehr Perspektiven bieten.


    Ein Wort noch zu Fechenheim: 1972 lebten noch 17.331 Einwohner dort. Jetzt sind es nur noch knapp weniger als 16.000. Die Nähe zum Main (bzw. Offenbach) und zur Hanauer Landstrasse sollten eigentlich für Belebung sorgen, aber man merkt einen regelrechten Stillstand. Sven Väths "Cocoon Club" mag Fechenheim (zumindest dem Gewerbeareal) zu etwas Ruhm verhelfen, aber ansonsten befindet man sich im Dornröschenschlaf.

  • Auch wenn es schwer zu verstehen ist, diese Räumlichkeiten entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an moderne Büroräume. Hier sind umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen der Eigentümer notwendig und werden sicher erst dann getätigt werden, wenn eine Nachvermietung gesichert ist. Den jetzt noch nicht sichtbaren Leerstand wirst Du sehen, wenn KPMG und PwC ihre neuen Räumlichkeiten im T 185 und im Squaire bezogen haben. Dann hat das Mertonviertel einen massiven Leerstand an Büroflächen zu verzeichnen.

  • Ja, es ist in der Tat schwer zu verstehen. Gerade PWC sitzt in einem der neuesten Bauten, der Undine (oder wie das Klotz heißt). Um 10 Jahre alt und beim bau "Das denkende Haus" genannt. Das kann doch nicht schon wieder so veraltet sein, dass man es nicht wieder loskriegt. Wo kommen wir denn da hin, wenn Häuser nach schon 10 Jahren nicht mehr gefragt sind. Dann kann man die alte Lurgi-Zentrale wahrscheinlich gleich abreissen. Die ist schon 25 Jahre alt.

  • Stimmt, die Undine ist das aktuellste Gebäuse - und wäre alles auf diesem Stand, gäbe es wohl kein Problem. Ich kenne auch andere der PwC Gebäude von gelegentlichen Meetings und ich muss schon sagen, dass sich die Standards in den letzten 20 Jahren doch gewaltig geändert haben - ich bin recht froh, dort nicht zu arbeiten. Gerade wenn es sich um (ich nenne es mal so) Premium-Mieter handelt, sieht die Nachfrage nach unklimatisiertem Büroraum in B-Lage ziemlich mau aus. Lurgi-Haus? Da sehe ich ganz schwarz, wäre aber eine klasse Lage für verdichtetes und bezahlbares Wohnen.

    Einmal editiert, zuletzt von mahlzeit () aus folgendem Grund: typo

  • Nee, in der Louis-Pasteur-Straße ist noch was später gebaut worden.


    Wohnraum anstelle der Lurgi? Jo, die Idee hat was. U-Bahn und Bus vor der Schnauze und großes Gelände. Von daher eigentlich sehr geeignet.

  • Frankfurt einzige Weltstadt Deutschlands

    Gerade habe ich ein wenig über unsere Stadt Frankfurt geschmökert, und bin über einige Fakten gestolpert, die hier so noch nicht zusammen gefasst wurden.


    Frankfurt gilt in der Klassifizerung der GaWC (Globalization and World Cities bei dem Geography Department at Loughborough University) tatsächlich als einzige Alpha-Weltstadt Deutschlands, mit dem Status "Alpha -" zwar, jedoch in wirklich illustrer Gesellschaft. Hier Links zu Karte und Liste. Frankfurt wird weltweit auf Rang 12 gesehen, was für eine Großstadt im Ultra-Föderalen Deutschland eine mehr als respektable Plazierung ist.


    Das in Tokio ansässige „Institute for Urban Strategies at The Mori Memorial Foundation“ beurteilte die Leistungsfähigkeit von Städten anhand verschiedener Faktoren, hier ist Frankfurt in Deutschland nur auf dem 2. Platz, Global Nummer 16. Für mich etwas überraschend schafft es Berlin bis auf Platz 6 - ausgerechnet wegen der Lebensqualität. Ich tippe, dass es Forschung & Entwicklung sind, die Frankfurt im Vergleich zu Berlin Punkte kosten.


    Das World City Survey 2010 von Knight Frank wird hier im Forum den meisten bekannt sein, vor allem durch "unseren" 4. Platz in der Lebensqualität - über Alles betrachtet findet sich Frankfurt hier auf Position 15, wiederum Nummer 2 in Deutschland nach Berlin (8).


    Alles in allem kann man sagen, dass Frankfurt für seine >700.000 Einwohner eine deutlich überdurchschnittliche Rolle spielt, in Sachen Lebensqualität gibt es kaum eine Weltstadt, die mit Bembeltown mithalten kann.


    Eine weitere Studie vermisse ich noch - kennt nicht jemand ein Forschungsinstitut, das auf der Suche nach interessanten Fragestellungen ist? "Welches sind die bekanntesten Städte der Welt" - also etwa mit den bekannten Markenrankings vergleichbar. Ich denke, dass Frankfurt auch hier zumindest in Deutschland auf dem ersten Platz liegt. Eigene Erfahrungen, z.B. im Mali, zeigen mir, dass es tatsächlich viele Menschen gibt, die in Deutschland ausschließlich Frankfurt kennen ("...da wohnt mein Cousin..."), und Hamburg oder Berlin bestenfalls für etwas essbares halten :-)


    Quelle: Größtenteils Wikipedia

  • mahlzeit : zu Deinem letzten Punkt: Die internationale Bekanntheit ist sicher auch ein Verdienst des Flughafens. Wo landet man, wenn man nach Deutschland kommt? Fast zwangsläufig in Frankfurt.


    Meine Erfahrung von einem New York Aufenthalt vor 10 Jahren war jedenfalls: Jeder Taxifahrer kennt Frankfurt, weil irgend ein Verwandter bei der Army in der "Nähe" (also für amerikanische Verhältnisse > Radius 300km :lach:) stationiert war. Am Timesquare gab es elektronische Leuchtbänder mit den neuesten Börsendaten aus Frankfurt. Weltzeituhren gaben die MEZ dort mit Standort Frankfurt an. An jeder Ecke gibt es "Hot Dog Frankfurters"... Nur bei uns im ZDF ist Frankfurt noch nichtmal auf der Deutschlandwetterkarte! Keine weiteren Fragen...:cool:

  • Ganz sicher hat der Flughafen einen gewaltigen Anteil, trotzdem wäre es spannend zu wissen, ob "Handel, Verkehr und Finanzen" oder "Nazis, DDR und Mauerfall" zu höherer Bekanntheit führen.


    Zur Wetterkarte sag ich als Saarländer mal nix und freue mich über ein allabendliches "Saarbrücken" unten links ;-)

  • Ich denke, es ist eine Kombination aus Flughafen, Börse und Banken (EZB vor allem), die Frankfurt international bekannt gemacht hat. Dazu natürlich auch die Air-Base und wichtige Army-Stützpunkte drumherum. Der Flughafen hat da wohl den größten und wichtigsten Anteil.
    National gesehen sieht das natürlich anders aus mit Berlin als Bundeshauptstadt und Hamburg und München als wichtige Großstädte sind deutlich präsenter als Frankfurt in den Medien. In Deutschland steht Frankfurt doch nur für Hochhäuser und Banken und ansonsten als nicht wirklich schöne, lebenswerte Stadt (genau umgekehrt ist diese Sichtweise ja bei den Frankfurtern selbst ;) ).
    Wenn 1949 Frankfurt Bundeshauptstadt geworden wäre, dann wäre die nationale und Internationale Bedeutung noch viel größer. Interssant ist auch die hypothetische Frage, ob Berlin nach der Wiedervereinigung auch Bundeshauptstadt geworden wäre, wenn Frankfurt schon 50 Jahre Hauptstadt gewesen wäre, immerhin der Gründungsstätte der parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

  • Nee, ich finde nicht, dass man auf nationaler Ebene sagen kann, dass HH oder M bekannter sind, weil sie in den Medien präsenter sind, weil nun mal letzteres nicht stimmt (man denke nur an die täglichen Wirtschafts- und Börsennachrichten im Fernsehen). Ich finde, dass zwischen den meisten Großstädten ab 500 000 EW hinsichtlich der bloßen Bekanntheit auf nationaler Ebene keine großen Unterschiede bestehen und zwischen FFM, HH, M aber auch S & K so gut wie keine.


    Wenn man nun aber den Begriff Bekanntheit umdefiniert bzw. erweitert und mit Aufenthalten/Besuchen/Städteurlaub gleichsetzt, dann dürfte M & HH auf einer Stufe sein (v.a. wegen Tourismus), aber dicht gefolgt von FFM (wegen der Messe ... ohne würde es mau aussehen). Die anderen Städte würden erst mit deutlichem Abstand folgen

  • ....Denn selbst die tausendste schlechte Kopie Alt-Frankfurts besitzt mehr Originalität als irgendein Teil auf dem Riedberg, das genauso gut in Shanghai stehen könnte.


    Kannst du mir was in Shanghai zeigen, was dem entspricht?

  • Ein Kollege berichtet von dichten Rauch in der Innenstadt und ein Blick auf die Webcam zeigt eine beeindruckende Rauchwolke, die ich direkt zum Palazzo Wallot einordnen würde - könnte bitte jemand dementieren?



    Laut twitter bruzelt es in der Bundesbank (wohl ehem. LZB), also Teilentwarnung

  • Die Gerüchte um eine direkte Bahnverbindung nach London sind nicht mehr nur reine Gerüchte. Der Guardian meldet, es soll schon im Dezember 2013 losgehen. Angepeilt ist eine Fahrzeit von vier bis fünf Stunden: "Schneller als Fliegen".


    Ein erster Test-ICE wird im kommenden Monat nach London aufbrechen, die Strecke wird über Köln und Brüssel führen.

  • ^ICE London - Frankfurt

    Ehrlich, wenn das Realität wird, FFM-London in unter 5 Stunden für einen Preis Hin-und zurück für unter 100€, wer will denn dann noch mit Ryanair oder LH nach London fliegen. Klar, der Flug ist noch schneller, aber unbequemer und mit langen Wartezeiten wegen Security verbunden. Im Zug ist es bequem, man kann rumlaufen, die Beine ausstrecken, im DAF surfen ;-)
    Ich finde das ne super Sache, hoffe das das klappt!
    Eine Frage an die wissenden: Wie ist denn der Highspeedausbau zwischen Frankfurt und Brüssel im Moment? Welche Geschwindigkeiten können da gefahren werden?

  • Gerade Frankfurt- Köln ist die Vorzeigestrecke der DB.
    Es kann größtenteils mit Topspeed von 300 gefahren werden.
    Von Brüssel bis Köln sieht es laut Wikipedia so aus:


    Paris – Brüssel: 300 km/h
    Brüssel – Löwen: 200 km/h
    Löwen – Bierset (bei Lüttich): 300 km/h
    Lüttich – Soumagne-Tunnel: 200 km/h
    Soumagne – Grenze D/B: 250 km/h
    Grenze D/B – Neuer Buschtunnel - Aachen Hbf: 160 km/h
    Aachen Hbf – Langerwehe: 160 km/h
    Ausnahme: Stolberg – Eschweiler: 120 km/h (geplant 160 km/h)
    Langerwehe – Düren: 160 km/h (geplant 200 km/h)
    Düren – Köln: 250 km/h


    Dauer Brüssel - Köln : 1 Stunde 50 Min
    Dauer Köln - Frankfurt: ca 1 Stunde, je nachdem ob wir Limburger euch auf halber Strecke ausbremsen oder nicht.
    Dauer London - Brüssel: fast 2 Stunden mit dem Eurostar


    Berücksichtigt man, dass der Bereich um Aachen in 3,5 Jahren hoffentlich ausgebaut ist, ergibt sich eine minimale Reisezeit von 4:45 Stunden (von Köln aus 3:45 Stunden)
    Das Flugzeug bracht von Frankfurt aus 1:15 St. + ca 1:30 St. Ein- und Aussteigen (viele werden für einen Flug sicher noch einen größeren Zeitpuffer einplanen als für einen Zug)+ Anreise zu den Beiden Flughäfen (insgesamt mindestens 1 Stunde). Der Hauptbahnhof in Frankfurt und der Bahnhof St Pancras in London liegen beide sehr zentral. Also kann man bei einem Flug mit mindestens 3:45 Stunden + häufigeren Verspätungen rechnen.


    Das mit den 100€ für hin und zurück darf stark bezweifelt werden. Selbst nach Paris oder Brüssel bekomt man diesen Preis nur, wenn man lange im Vorraus plant und auch dann nur zu Off-Peak Zeiten. Allerdings ist Konkurenz immer zu begrüßen und die Strecke besteht ja bereits. Es sind von daher wohl nur Anpassungen und rechtliche Rahmenbedingungen nötig.


    In Artikeln vom Spiegel und einem vom dmm heißt es, dass man möglichst schon zu den Olympischen Sommerspielen 2012 starten will.

  • Kannst du mir was in Shanghai zeigen, was dem entspricht?


    Da würde ich dir die (nicht mehr ganz) Neubaugebiete westlich des alten Flughafens im Hongqiao-Viertel, Entlang der Verbindungsstraße von de Yanan-Lu zum alten Flughafen empfehlen. Die sind quietschbunt und total kitschig und haben ebensowenig Bezug zu China wie die Riedbergwürfel zu irgendeiner beliebigen anderen Stadt auf diesem Planeten.


    Aber ganz ehrlich: Ich denke nicht, dass ein mühsam zusammengekrampfter Regionalbezug in einem reinen Neubaugebiet (man denke nur an Vorschriften wie bayrische Holzbalkone und flache Dachneigungen im Alpenvorland) der heute keinen Nutzen (Windschutz der undichten Fassade und Wärmeisolation durch die Schneelage) mehr hat, irgendjemandem ein Heimatgefühl verschaffen kann.