Beiträge von itchedSky

    Ich würde mir ja wünschen, dass Du Recht hast, aber ein innerstädtische Filetstück ist bei einer Virtualisierung von Messen kein Wettbewerbesvorteil. Ein Filetstück ist nur ein Filetstück, wenn es noch einen Nutzen hat. Ich glaube nicht nur wegen Covid-19 nicht mehr an eine rosige Zukunft der Messe. Unternehmen haben auch vorher begonnen es sich zweimal zu überlegen, ob sie neben den Messekosten auch die Hotel- und Reisekosten tragen wollen. Covid war nur ein weiterer Katalysator für den Verlust an Attraktivität. Wenn durch virtuelle Messen die Erträge nicht maßgeblich sinken, so wie es z.B. bei der Buchmesse zu sein scheint, dann erscheint die Sache in einem anderen Licht.

    Ich denke wir werden uns in einem, spätestens in zwei Jahren klar sein, wie die Entwicklung weitergehen wird. Sollte ich Recht behalten, dann hat Frankfurt bis zu diesem Zeitpunkt zwei wertvolle Planungsjahre verloren.


    Anmerkung am Rande: Die Süddeutsche singt heute erneut einen traurigen Abgesang, zumindest auf die Buchmesse

    Hier noch ein bemerkenswertes Zitat aus der FAZ, die m.E. meine Thesen stützen


    Mod: Gelöscht. Bitte kein Kopieren und Einfügen von Presseartikeln.


    Nach meiner Lesart bedeutet es, dass die Stadt vor allem die Messe finanziell stützen muss, sollten, was zu erwarten ist, die Umsätze in den nächsten 2 Jahren massiv und dauerhaft einbrechen. Da die Stadt das finanziell aber nicht stemmen kann, muss sie sich zwangsläufig über neue Nutzungsformen, Veräußerungen ihrer Beteiligung etc... Gedanken machen. Ich bin mir sicher, dass niemand in Zukunft eine Messebeteiligung kaufen wird, attraktive Innenstadtlagen dagegen schon.

    Veränderung beginnt in dem man schmerzhafte Illusionen aufgibt.

    Zumindest für die Buchmesse ist der Kuchen gegessen.

    Der Buchmesse-Chef Boos heute dazu:


    Die Messe werde sich nach diesem Jahr dauerhaft verändern: "Wir werden den virtuellen und den physischen Teil eng miteinander verzahnen. Der virtuelle Teil wird stark bleiben. Wir werden dezentraler. Wir werden mehr zum Festival.


    https://www.google.com/amp/s/w…mit-millionenverlust.html


    Aktivismus nennt man einen Effekt, der Eintritt, weil man sich nicht früh genug mit Veränderung beschäftigt hat. Wartet man, bis die Messe am Heimatstandort keine Cashcow mehr ist, sondern ein Verlustgeschäft, dann muss die Stadt und das Land Zuschüsse locker machen. Wäre ja toll, wenn man sich in Ruhe auf diesen Moment vorbereitet.


    PS : Zusammenlegungen von Messen sind kein Selbstläufer. Das konnte man an der Zusammenlegung von Christmasworld, Paperworld and Beautyworld gut sehen. Alle befanden sich auch vor Corona in einem kontinuierlichen Schrumpfungsprozess.

    Ob sich ein Großprojekt stoppen läßt oder nicht ist hier gar nicht die Frage. Die Messe wird gestoppt - ob Corona oder nicht. Die IAA ist ja schon futsch. Und das lag nicht an Corona. Aus internen Quellen weiß ich: Die bereits laufenden Anmeldungen für die Buchmesse für 2021 brechen massiv ein. Sie liegen wohl bei nur noch 40% also mehr als eine Halbierung, die Zahlen für die Musikmesse sind wohl noch katastrophaler. Corona ist nicht die Ursache für den Niedergang des lokalen Messegeschäfts (ich rede nicht vom internationalen Business) Corona ist ein Brandbeschleuniger

    Die Messe weiter auszubauen, als wäre nichts geschehen, ist Wahnsinn. Stattdessen sollte man ein komplett neues Konzept für das innerstädtische Areal entwickeln. Die Messefläche halbieren und stattdessen ein gemischtes Wohn- , Kultur und Geschäftsviertel/Gewerbegebiet entwickeln ist sinnvoller. Es gibt kein Zurück in alte Muster.

    Das Karstadt-Grundstück müsste erst gekauft werden. Allein das würde 1/4 Mrd kosten.


    Warum reißt man nicht den zentralen Messeeingang an der Theodor-Heuss-Allee und die furchtbar hässliche Halle 1 ab und baut dort? Das Gelände gehört der Stadt und gleich nebenan sind Festhalle und Cap Europa. Dazu ist das der repräsentative Eingang zur Stadt mit extrem guter Verkehrsanbindung (Nähe HbF, S-Bahn, nah der Autobahn, direkte Verbindung U-Bahn, Straßenbahn).

    Neuer Messeeingang könnte der noch nicht bestehende Eingang Süd werden. Der hat ebenfalls einen S-Bahn und bald auch einen U-Bahn Zugang (U5). Die Messe befindet sich seit dem Weggang der IAA sowieso im Schrumpfungsprozess. So viel Platzvergeudung in einer innenstädtischen Lage braucht niemand.

    Der Suhrkamp Verlag hatte seine große, seine einzig großartige Zeit, als er in Frankfurt ansässig war. Mit dem Umzug nach Berlin, als man sich dafür entschieden hat sich den vermeintlichen Flair der Weltstadt Berlin umzuhängen wie ein kreatives Mäntelchen, ist man Mittelmaß geworden. Und Mittelmaß gehört in ein mittelmäßiges, inspirationsloses Gebäude wie dieses. Ja und es könnte auch an einer beliebigen Ecke in Bielefeld-Stukenbrok gebaut worden sein.

    Sehr gute Nachrichten, auch wenn es Spekulationen sind. Ich war deshalb nie vom Kaiserlei-Areal überzeugt, weil man dann mit Offenbächern arbeiten muss und wir alles wissen wo so etwas endet. Mein Tipp ist das ADAC Gelände oder das Raab-Karcher-Area auch wenn es wenig Raum lässt

    DAS muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Da investiert ein Unternehmen, dass zu einem Teil auch noch der Stadt Frankfurt gehört und ganz nebenbei eines der größten Steuerzahler ist, 4 Milliarden (!) Euro in ein Projekt, dass ganz sicher mehr als 2300 (!) Arbeitsplätze schaffen wird und der Oberbürgermeister dieser Stadt (Feldmann) und der Wirtschafts- und Verkehrsminister (Al-Wazir) des Landes Hessens kommen demonstrativ nicht zur Grundsteinlegung???? U N F A S S B A R !

    tomcat


    Schade dass Du den Architekten und seine schlauen Entwurf so unterschätzt.


    Die Nutzbarkeit für Bewohner dieses Gebäudes - von Innen nach Außen betrachtet - ist viel wichtiger als die äußere Erscheinung. Für die Außenwirkung würde ich als Käufer einer Wohnung überhaupt kein Geld ausgeben. Der Entwurf wurde entwickelt, damit man Auskragungen hat, die man für Außenflächen, also Balkone nutzen kann. Form follows function! Und es ist eine vollkommen valide Idee es so zu machen! Wer auch immer dort oben wohnt, also wer den Entwurf von Innen nach Außen betrachten kann, findet eine abwechslungsreiche Formgestaltung wieder, einen fantastischen Ausblick, teilweise Schatten durch die Auskragungen (von der Wohnung darüber) und große Flächen nach Außen. Dabei sind noch nicht mal hässliche Balkone angeflanscht worden. Das sieht ja mitunter auch nicht so toll aus.


    Es gibt dafür auch ähnliche Beispiele: Das Gebäude 56 Leonard Street in New York hat auch diesen hässlichen Charakter ist aber für seine Bewohner eine Stadtvilla in der Vertikalen.

    ^^Ich weiß nicht von welcher Stadt du sprichst?


    Meinst Du Frankfurter in den Achtzigern??


    Fassbinder hatte nicht umsonst ein Theaterstück geschrieben dass: "Die Stadt, der Müll und Tod" hieß. Er hat es zwar 1975 geschrieben aber populär wurde es vor allem in den Achtzigern und gemeint war Frankfurt.


    Die Stadt war in den Achtzigern eine einzige Drecksstadt, dessen Negativ-Geist bis heute in der Generation der Babyboomer (und älter) weiterbesteht und dazu führt, dass viele Auswärtige dieses Negativbild im Kopf haben.


    Auf dem Baseler Platz und in den Taunusanlagen spritzen sich zeitweise bis zu tausend Drogensüchtige das Gehirn weg. Am Deutschherrenufer spielte sich ein lustiges Schilbürgerstreich-Drama ab (erst Schlachthof neu bauen und dann aber doch verlagern). Das Mainufer war voller parkender Autos, Westhafen und Osthafen eine gesperrte, unzugängliche postindustrielle Landschaft. Der Main war zu diesem Zeitpunkt noch eines der schlimmsten Kloaken Deutschlands, ein Aufenthalt an seinen Ufern daher sowieso nicht empfehlenswert. Die Luft in Frankfurt stank widerlich.
    Kampfkapitalisten hätten beinahe das Westend plattgemacht, wenn die damalige
    außerparlamentarische Opposition nicht auf die Strasse gegangen wäre, oder die schönen leerstehenden Westendvillen besetzt hätten, dann wären sie jetzt unwiederbringlich weg und durch hässliche Achtzigerklötzchen ersetzt worden.


    Das war die Aufbruchstimmung der Wucherer und Spekulanten mit Ignaz Bubis an der Spitze der "Bewegung". Dass man nach ihm eine Brücke benannt hat, ist daher eher beschämend*!


    Diesen Spekulanten-Aufbrüchlern hat man daher zu Recht Ihren Leuchtturm weggenommen und mal ganz ehrlich, er wäre für diese Zeit und für den Platz einfach auch zu überdimensioniert gewesen.


    Frankfurt (Krankfurt) galt für niemanden attraktiv zu dieser Zeit, Berlin, Hamburg und Köln waren die Städte wo es kreative Menschen hinzog, wenn man von ein paar Werbeagenturen die es damals noch gab, mal absieht.


    Noch andere Fakten sprechen gegen Deine These. Die Abwanderung von Frankfurt weg hatte in den Achtzigern ihren absoluten Höhepunkt (damals 140.000 Einwohner weniger als heute!!). Eine Abstimmung zur Attraktivität der Stadt mit den Füßen, wenn du so willst. Jetzt hat Frankfurt mehr Zuwanderung und Bewohner als je zuvor.





    *OK und ich weiß, er hat diese Namensgebung nicht seiner Eigenschaft als Kapitalist sondern der Stärkung der jüdischen Gemeinden in Deutschland zu verdanken hat (was wiederum für ihn spricht).

    Ich immer wieder erstaunt wieviel Fläche hier durch besagte Messehallen zugebaut wird und das in bester innenstadtnaher Lage. Ich will ja nicht abstreiten dass das Messegeschäft scheinbar prosperiert und Platz braucht. Aber gäbe es nicht irgenwelche architektonischen Visionen und Lösungen die die Überbauung der Hallen mit Wohnungen o.ä. zulässt?