Hines-Hochhaus am Alexanderplatz (150 m | Planung)

  • ^ belasse es doch einfach bei „ausschmücken“. Ich verwende es eher im Sinn von sich etwas schönreden. Auch gerne etwas öfter, wenn es mir angebracht erscheint.

    Es geht nicht darum festzustellen, dass Berlin Hauptstadt und auch Hauptstadt einer der größten Volkswirtschaften der Welt ist. Es geht darum welche Schlußfolgerung der Mitforist jered1993 daraus zieht. Und darauf hat Berlinier 2.0 schon trefflichst geantwortet. Architektur oder Geltungssucht.

    Ansonsten gern per PM weiter.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Der Hines-Turm wird erwartungsgemäß, sofern es keine krasse Überraschung gibt, nicht nur das höchste, sondern auch das hochwertigste bzw. mondänste Hochhaus am Alex werden. Ich freue mich vor allem darauf, dass (hoffentlich) auch der Sockel-Bau (Saturn) überarbeitet wird.

    Das halte ich wiederrum für einen "Verstieg" ausgerechnet auf bauliche Qualität bei Hines zu warten. Hines hat sich damals das wohl prestigeträchtigste Grundstück am Alexanderplatz gesichert, da es von allen Seiten eine Schauadresse aufweist (zum Platz selbst mit einer platzdominierenden Spitze, als Gegenüber zum Haus des Lehrers und als Endpunkt der Karl-Marx-Allee). Nur was hat Hines bis heute aus diesem (einmaligen) Grundstück und (noch einmaliger) Bebauungsmöglichkeit gemacht?

    Erst fand man, dass sich ein Hochhaus nicht rechnet und baute eine halbe (auch noch zu niedrige) Sockelbebauung für ein Warenhaus bei dem Stimmann meinte der Entwurf von RKW Architekten war noch das "brauchbarste" was von Hines vorgelegt wurde. Selbst wenn man die Architekturen nicht mag, aber ähnliche Sockelbauten aus damaliger Zeit wie Kaufhof (Kleihues) oder Alexa (Ortner) sind von ihrer Solidität eine andere Hausnummer und zeugen zumindest von Gestaltungswillen oder dem Bewusstsein am Alexanderplatz nicht 0815 bauen zu können.

    Dann kam Hines auch noch auf die Idee das Grundstück zu teilen und das (Billig-)Warenhaus zu verkaufen. Lieber das schnelle Geld als eine langfristige Investition war wohl die Devise. Das Restgrundstück zur Alexanderstraße behielt sich Hines und kolportierte fortan, dass dort das erste Hochhaus errichtet werden soll. "Kolportiert" schreibe ich deshalb, da ich nicht einschätzen kann ob sich Hines nie über den komplizierten Untergrund seines (Rest-)Grundstückes im Klaren war oder ob der Bau eines Hochhauses mehr dem eigenen Marketing diente. Als der Gehry prämiert wurde bekam man das Gefühl nicht los, dass dieser vom Investor durchgedrückt worden ist. Zumindest kündigte der Sprecher von Hines damals an, dass die Kollhoff-Idee von sich verschlankenden Türmen zu Amerikanisch wirke und nicht mehr zum heutigen Alexanderplatz passe. Dass man dann über zehn Jahre mit der BVG wegen der Sicherung einer Tunneldecke verhandelt macht die Sache nicht glaubwürdiger.

    Vor ein paar Jahren dann die Überraschung, Gehry, Kleihues und Barkow Leibinger präsentierten überarbeitete Entwürfe die das (damals verkaufte Warenhaus) einschließen und den gesamten Block samt Hochhaus als Einheit präsentieren. Natürlich sind diese Entwürfe nun auch wieder Makulatur oder waren sie nur Blendgranaten?

    Hier stellen sich mir ein paar Fragen (die mir ein Insider gerne beantworten kann):

    1. Warum zeigt Hines diese überarbeiteten Entwürfe die das Warenhaus einschließen, obwohl Hines doch gar nicht mehr der Eigentümer des Warenhauses ist.?

    2. Wenn aber Hines wieder der Eigentümer des Warenhauses wäre, warum belässt man das Hochhaus dann nicht am Standort wie geplant ohne die bau- wie verwaltungstechnischen Komplikationen?

    3. Da Hines damals den größeren Teil seines Grundstückes (bebautes Warenhaus) verkaufte, warum ging dann das Baurecht für das Hochhaus nicht an den Käufer über? Denn auf dessen Grundstück sollte das Hochhaus ja an der Grunerstraße (gegenüber Haus des Lehrers) aus dem Sockel herauswachsen. so wie im Masterplan aus den 90er Jahren geplant?

    Ich persönlich sehe bei diesem Grundstück und diesem Investor die Planungen für den Alexanderplatz wirklich gescheitet. Und diesmal nicht weil sich die Politik zu sehr, sondern zu wenig eingemischt hat. Ich bin gegen die Verschiebung des Hochhauses, diesen Murks hat der Investor zu verantworten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Dann kam Hines auch noch auf die Idee das Grundstück zu teilen und das (Billig-)Warenhaus zu verkaufen. Lieber das schnelle Geld als eine langfristige Investition war wohl die Devise. Das Restgrundstück zur Alexanderstraße behielt sich Hines und kolportierte fortan, dass dort das erste Hochhaus errichtet werden soll. "Kolportiert" schreibe ich deshalb, da ich nicht einschätzen kann ob sich Hines nie über den komplizierten Untergrund seines (Rest-)Grundstückes im Klaren war oder ob der Bau eines Hochhauses mehr dem eigenen Marketing diente.

    Bist du da sicher was die Eigentümerstruktur betrifft, das ist nicht immer so leicht ersichtlich von außerhalb. Auf der Webseite von Hines wird das Saturn-Gebäude unter der Chiffre "Developer" (nicht "Owner") geführt, wie die meisten Objekte in Berlin. Möglich, dass Hines auch beim Turm nur als Entwickler oder Entwickler und Manager fungiert, während der eigentliche Besitzer im Hintergrund bleibt bzw. möglicherweise in beiden Fällen ein und derselbe Besitzer ist. Der Turm wird hier seit geraumer Zeit gar nicht mehr gelistet, von daher verbleibt das unklar.

  • Dass das Saturn-Gebäude nicht mehr im Bestz von Hines ist, wird zumindest in dem entsprechenden Artikel auf Entwicklungsstadt behauptet. Ob diese Webseite als valide Quelle taugt, muss jeder für sich entscheiden.

    Als ich die überarbeiteten Entwürfe gesehen habe, habe ich mich damals gefragt, ob das wirklich nur eine Fassadenumgestaltung ist oder ob der Saturn-Bau abgerissen werden soll um einem Neubau zu weichen. EIne optische Umgestaltung wäre in jedem Fall zu begrüßen.

  • Senat beschließt Bebauungsplan für das Hines-Hochhaus

    Der Senat hat am heutigen Dienstag, den 25.08.26 den Bebauungsplan für das Hines-Hochhaus beschlossen,
    der Bebauungsplanentwurf wird nun dem Abgeordnetenhaus zur Zustimmung vorgelegt.

    Die Pressemitteilung:
    https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuel…ung.1706697.php

    Zwei Punkte sind hierbei wichtig:

    Das alte Nutzungsverhältnis von 95 % Büro und 5 % Wohnen ändert sich zu mehr Wohnen.
    Nun ist ein Wohnanteil bis zu 77 % möglich (oberhalb des Sockelbereichs können bis zu 38.000 qm Wohnungen entstehen).

    Festlegung auf den Entwurf von Kleihues + Kleihues.
    Der weiterentwickelte Entwurf von Kleihues + Kleihues ist Grundlage für die weitere Planung:

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    © Kleihues + Kleihues | Hines Immobilien GmbH

    Laut Christian Gaebler (Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen) garantiert der Entwurf von Kleihues + Kleihues ein
    architektonisch anspruchsvolles Hochhaus das der Bedeutung des Alexanderplatz gerecht wird.

  • Solide bis erfreuliche Entwicklung. Angesichts der jahrzentelangen Brache und im Raum stehenden hundsmiserablen Entwürfe (Gehry) ist der jetztige Entwurf fast ein Lichtblick. Zumal auch der billige Saturn wohl wegkommt, oder eine neue Fassade kriegt und ins Gesamtkonzept integriert wird. Die unruhig und irritierend wirkenden Terrassen an der Flanke der Fassade überzeugen nicht wirklich. Es sieht wie abgeknabbert aus. Der neu avisierte hohe Wohnanteil dort könnte dem Alex zu mehr Urbanität verhelfen, ein Pluspunkt. 7/10 Sternen.

    Einmal editiert, zuletzt von Arty Deco (25. August 2026 um 16:55)

  • … wirklich erstaunlich was alles möglich ist so kurz vor anstehenden Wahlen.

    Ich denke der Kleihues-Entwurf wird eine grundlegende Überarbeitung erfahren. Bei einem Wechsel von ehemahls 5% auf bis zu 77% Wohnanteil wird das nicht ausbleiben. Vielleicht kann man dem ganzen dann auch noch einen zeitgemäßeren Look verleihen und den Loggiaabschluß einfach weglassen. Das war vor einigen Jahren mal schick. Und gleichzeitig darauf achten, dass er dem Berlinian Turm nicht zu ähnlich wird. … Aber da ist das Ganze bei Kleihues + Kleihues in guten Händen. ;)

  • Wenn man den beiden Vorkommentatoren folgen würde, sollte alles gestrichen werden, was dem Entwurf Wiedererkennungswert gibt. Bitte nicht!

    Ein Wohnanteil bis zu 77% wäre erlaubt. Das heißt gar nichts.

  • Somit bleibt das große Rätsel bestehen, ob der Sockel-Bau (Saturn) entsprechend des Entwurfs von Kleihues mitumgebaut wird. Laut meiner Kenntnis ist Hines aber nicht mehr Eigentümer des von ihm errichteten Sockel-Gebäudes. Theoretisch müsste aber eine Aufstockung auf die obligatorischen 35 Meter (aktuell unter 28 Meter) möglich sein. Vielleicht weiß jemand mehr...

  • ^^ Habe hier oben vom „Wiedererkennungswert“ des Kleihues-Entwurf gelesen. Den sehe ich nicht. Er sieht aus wie jeder zweite andere Turm, der in den letzten Jahren gebaut wurde. Er hat nichtmals einen echten Wiedererkennungswert gegenüber den anderen Alexanderplatz-Türmen.

    Hoffe echt, da tut sich noch was.

  • Ich gehe davon aus der Entwurf wird noch kostenoptimierz und sieht dann absolut genauso aus wie alle andern Türme, lediglich andere Aluprofile.

    Bei den ersten Türmen war die Hauptsache, das überhaupt mal was passiert. Mittlerweile sehe ich aber eher ein großes Risiko dass wir hier auf ewig einen uninspirierten kleinen Geist baulich zementieren. Das ist städtebaulich bereits heute sogar schlechter gealtert als der Steglitzer Kreisel. Diese Monotonie gehört aufgebrochen und um eine mutige Zukunftsvision ergänzt. Lediglich der Gehry hätte das sein können, besser noch die Uralten Entwürfe der orginalen Kollhoff Zeit.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Somit bleibt das große Rätsel bestehen, ob der Sockel-Bau (Saturn) entsprechend des Entwurfs von Kleihues mitumgebaut wird.

    Ich kann dazu sagen, dass ich vor ca. 2 Wochen dort bei Saturn einen Wasserkocher gekauft habe und eine Schar aus Mitarbeitern im Begriff war beginnend im hinteren Teil (dem Teil zur HH-Baustelle hin) alle Regale leer zu räumen, sodass nur noch eine kleine Insel mit Produkten übrig blieb. Die Ausräumaktion wurde als "wir bauen um" beworben, nicht als "wir ziehen aus". Möglich, dass hier ein Zusammenhang besteht; dass der Sockel sukzessive umgebaut wird, sodass der Saturn mit beschränktem Angebot offenbleiben kann.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Bei den ersten Türmen war die Hauptsache, das überhaupt mal was passiert. Mittlerweile sehe ich aber eher ein großes Risiko dass wir hier auf ewig einen uninspirierten kleinen Geist baulich zementieren.

    Da sieht Hines natürlich etwas kleinlich aus, weil man mit dem Entwurf von einem Stararchitekten angetreten ist und nun gefühlt auf gehobene Mittelmaß herunterstutzt. Woher soll die Forderung auf "Stararchitektur" auch kommen, welche "trumpsche Figur" mit dem nötigen Kapital, Willen und Geltungsbedarf gibt es in der Stadt, die ihre Interessen gegen die Piefigkeit der Senatsebene durchzusetzen könnte. Streletzki ist das für Berlin gewesen, aber ich bezweifle, dass er absehbar einen zweiten Turm baut, dafür müsste eine Verkehrsexplosion am BER einsetzen. Und sein Buddy, Neuköllns Bürgermeister-Urgestein Buschkowsky könnte ihm da auch nicht mehr helfen. Die bittere Wahrheit ist halt, dass Leuchtturmprojekte in fast allen Städten so zustande kommen, durch Korruption. Das Streben nach Ästhetik und Ausdruck ist eben letztlich privat motiviert, die Gesellschaft formuliert andere Ziele. Beides in Einklang zu bringen, ist quasi unmöglich, aber unter all denen, die sich darin versuchen, da finde ich gehört Kleihues zu den Besten.

    5 Mal editiert, zuletzt von Berlinier 2.0 (26. August 2026 um 17:38)

  • Heute wurde der Hines-Bebauungsplan im Stadtentwicklungsausschuss nicht behandelt. Die nächste reguläre Ausschusssitzung ist erst am 14. September, also nach der letzten regulären Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses am 10. September, wo das Projekt endgültig beschlossen werden müsste, wenn man es noch in dieser Wahlperiode über die Bühne bringen will.

    Damit bleibt die Frage: Gibt es noch eine kurzfristige Ausschusssitzung, wird direkt im Plenum ohne vorherige Empfehlung des Ausschusses von Schwarz-Rot entschieden oder blockiert jetzt die SPD-Fraktion um das Thema in die nächste Legislaturperiode zu schieben und dann mit Rot-Rot-Grün erneut in Frage zu stellen oder zu beerdigen?

  • Jetzt ist es offiziell: Der Bebauungsplan I B4a 3 für das Hines Hochhaus am Alexanderplatz steht auf der Tagesordnung der nächsten Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses am 10. September 2026. Er wird dort als TOP 59 direkt zur Beschlussfassung behandelt.

    Damit geht das Vorhaben offenbar unmittelbar ins Plenum und nicht noch einmal in den Ausschuss. Damit wird das Projekt wohl pünktlich mit der letzten Sitzung des Abgeordnetenhaus vor der Wahl entschieden. Das nennt man wohl eine Punktlandung.

  • Wurde wohl nicht abgesegnet und verschiebt sich somit leider in die nächste Wahlperiode 😬🥺… wenn ich das richtig verstanden habe.

    Bei einem Wahlerfolg der Linken könnte das nichts Gutes verheissen…