Der Hochhäuser-Spekulierstrang

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Hier eine Übersicht wo in kontinental Europa gerade Hochhäuser über 190 Meter gebaut werden und deren Anzahl (Quelle Wikipedia) ...

    ... Moskau: 48 + (1 in St.Petersburg) ...

    Ist das ggf. ein Vertipper und sollte 4 + 1 werden Colin Lankson ?
    Oder wo kommt diese Anzahl denn her, auf Wikipedia (klick) habe ich gerade leider keine aktuellen Infos dazu finden können? 48 Hochhäuser würde mich schon stark wundern – für die russische Wirtschaft läuft es durch den russischen Angriffskreig auf die Ukraine und den damit verbundenen Sanktionen ja aktuell auch nicht gerade rosig, oder?

    Die Liste von Querido scheint da schon etwas aktueller und realistischer auf den ersten Blick.

  • Ich habe noch einen Punkt, zumindest etwas optimistisch zu bleiben. In der Börsenzeitung vom 8.10.25 (Helabas neuer Turm hatte viele Interessenten | Börsen-Zeitung) stand doch, dass es mehrere Interessenten für den CBT gab. Das bedeutet doch eigentlich, dass durchaus noch Großmieter für Gloria oder GA 8 vorhanden sein könnten. Wenn bis Herbst 2027 noch nichts Neues zum Gloria Tower bekannt sein sollte, können wir ja immer noch pessimistisch werden.

  • Adama es tut mir ja leid für dich dass dir die Realität nicht passt, aber sie zu verleugnen, nur weil ich pöhser Rechter es wage die Tatsachen zu benennen, wird auch dir nichts bringen. Man kann Probleme nur lösen wenn man sie erkennt. Und Deutschland hat einen riesigen Haufen von der Politik selbst verursachter Probleme. Im Moment lebt es sich noch ganz gut von der über jahrzehnte mühsam aufgebauten Substanz, das geht aber nicht mehr ewig weiter.. Allein schon die Arbeitsmarktzahlen, BIP, Insolvenzen und Abwanderungen der Realwirtschaft offenbaren die mit Abstand größte Krise seit Ende des zweiten Weltkriegs. Die Schuld dafür trägt die Politik (ok, ein paar Manager der DAX-Konzerne kann man auch nennen, die vor der Politik lieber im vorauseilenden Gehorsam den Bückling gemacht haben, als so katastrophale Vorgaben und Markteingriffe wie "Energiewende", Verbrennerverbot, unzählige neue nichtsnutzige Bürokratievorschriften etc mit der nötigen Härte zu kritisieren), denn die Krise liegt nicht an irgendwelchen ungesunden Ungleichgewichten innerhalb der Realwirtschaft, sondern fast ausschließlich an den Standortfaktoren.

    Und es ist auch nicht zu erkennen, dass irgendwo in der richtigen Richtung gegengesteuert würde. Stattdessen nur noch mehr Steuern und Sozialabgaben. Allein das was da im Bereich Elterngeld, Krankenkassen, Rente vorgesehen ist, kann einen nur noch Kopfschüttelnd zurücklassen.

    Und mittlerweile fast alle Institute sind sich einig mit der Berechnung dass aufgrund der aktuellen Schuldenorgie (von der wie wir sehen aber kaum ein Cent zusätzlich in der Infrastruktur mit der man diese Schulden begründet hat ankommt) spätestens 2029 der gesamte Bundeshaushalt ausschließlich für Verteidigung, Soziales und Schuldendienst draufgehen wird.

    Ich kann absolut jeden verstehen der die Sachen packt und mit seiner Familie und dem Unternehmen ins Ausland flüchtet - die Zahl dieser Leute liegt auch nicht ohne Grund auf diesem extrem hohen Rekordniveau.

    Und solange das so ist wird es mit dem Hochhausbau in Frankfurt auch ganz düster aussehen, und das ist sogar noch das geringste Problem vor dem die Stadt steht.

    Das ist keine Schwarmalerei sondern Realität!

  • So, isses jetzt mal gut?

    Da hat man ja gar keine Lust mehr, etwas zu posten, sich Gedanken zu machen über ein Thema, ein Nachdenken anzuschieben, wenn es sofort in Diskussionen ausartet, die nicht so recht hier her passen.

    Also bitte!

  • Ich hatte leider keine Zeit die ganzen Diskussionen zu lesen. Daher hier eine immobilienwirtschaftliche Zusammenfassung:

    • Steigende Baukosten
    • Schwächelnde Bürovermietungsmärkte mit steigendem Leerstand (z.B. Berlin in 2025 die Hälfte des Flächenumsatzes vergleichen zu den Spitzenjahren vor Covid)
    • Nicht-existierender Büro-Investmentmarkt (nicht einmal den OpernTurm konnten die Eigentümer zu einem annehmbaren Preis verkaufen)
    • Brachliegender Finanzierungsmarkt für große Projekte (Signa & Co. Problemkredite belasten noch immer Finanzierungsbereitschaft der Banken) und alternative Darlehensgeber wie Debt-Funds sind noch teurer und damit zu teuer
    • Viele Investoren (als Geldgeber oder potentielle Käufer) meiden Büro als Nutzung gerade wie der Teufel das Weihwasser

      Diese Punkte sind am Ende ausschlaggebend. Alles andere mag irgendwo eine Rolle spielen aber nicht die Hauptrolle.
  • Danke Adama für Deine Beiträge 474-477. Ich brauchte etwas Zeit bevor ich es lesen und gedanklich verstanden habe. Kein einfaches Thema - auch Danke für die gemachten Anregungen. Wen bräuchte man denn jetzt zum Reden hierzu? Ich meine - wir können hier gerne alle einer Meinung sein und dahinter stehen, ändern würde sich ja nichts dadurch.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ist die Politik zum Großteil dafür verantwortlich dass aktuell keine Hochhäuser gebaut werden: Ja wahrscheinlich schon.

    Das stimmt natürlich dahingehend, als dass städtebauliche Strategien politisch festgelegt werden. Allerdings ist es ein bisschen unscharf, das Ausbleiben neuer Hochhausprojekte allein der Politik zuzuschreiben. Für mich ist es nämlich im Mindset begründet. Die Deutschen sind eher eine passive und stehenbleibende Gesellschaft, die sich notorisch auf's "Contra" eingeschossen hat. Gegenargumente genießen hierzulande großes Ansehen –zu großes, wenn ihr mich fragt– und sie gehören tatsächlich zum guten Ton. In allen Gesellschaftsschichten.
    Wenn wir von Diskursen oder Diskussionen lesen, geht es in erster Linie ums Contra. Dinge werden verhindert, weil jmd dagegen war. Dinge werden aber nicht umgesetzt, weil jemand dafür war.

    Es gibt eine handvoll Themen zwischen X und Y zu denen wahnsinnig viele Menschen tatsächlich gleicher Meinung sind.
    Und Hochhäuser fallen grundsätzlich immer darunter, werden sie doch fortwährend durch die Contra-Brille besprochen. Schatten, Baukosten, Emissionen, Dimensionen - all das wird üblicherweise in Lokalpresse, Social Media, überregionalen und nationalen Medien in den Mittelpunkt gerückt und daher glauben auch die meisten Leute, dass ihre Skepsis oder Diskrepanz ggü. Hochhäusern eine fundierte Meinung sei. Man schaut hierzulande halt einfach zu oft nur auf die Probleme, seltenst aber auf Lösungen und Vorteile.
    Allerdings muss ich eines auch eingestehen: Deutsche Gegenwartsarchitektur ist idR gestalterisch eher uninteressant bzw. langweilig. So begeistert man halt nur schwer.

    Lange Rede kurzer Sinn: Eine hochhausfreundliche Politik würde also binnen kürzester Zeit madig gemacht und definitiv nicht hochgelebt werden, auch wenn nahezu jede deutsche Großstadt von mehr Hochhäusern profitieren würde. Von allen Seiten und auf allen Kanälen. Weil die Deutschen glauben, sie hätten es alles gerafft. 12 Jahre Schule, Ausbildung, Studium, sachliche, freie Medien. Perfekte Grundlage für eine aufgeklärte, liberale Gesellschaft. Doch der Schein trügt. Haben sie sich einmal eine Meinung zu etwas gebildet, legen sie sie nicht einfach so wieder ab. Ganz egal, ob man bessere Argumente präsentiert oder nicht. Was richtig und was falsch ist, meinen zu viele hier klar benennen zu können. Allerdings oft ausgehend von recht einseitiger Beleuchtung eines Themas.

    Städtebaulich bräuchte Frankfurt jetzt eigentlich eine Zwischengeneration an Hochhäusern. Und zwar Mid-Rise mit überwiegender Wohnnutzung. 10 - 20 Projekte in gut angebundenen und / oder zentralen Lagen zwischen vllt. 40 bis 80 Metern Höhe. Nichts bahnbrechendes, nichts einzigartiges, nichts neues. Einfach nur taugliche Wohnungen, die vielen Menschen ein gutes Leben und bequemes Arbeiten in der Stadt ermöglichen.

    Gute Neubauviertel mit adäquater Wohndichte finden sich aktuell zB in:

    Carlsberg Byen, Kopenhagen, DK

    Aarhus Hafen, Aarhus, DK

    Cascina Merlata, Mailand, IT

    Olympisches Dorf, Paris, FR

    La Confluence, Lyon, FR

    angekündigt in:

    Nuevo Norte, Madrid, ES

    Bubny-Zàtory, Prag, CZ

  • So etwas wie in Madrid geplant ist, würde hier in Deutschland erinen üblen Shitstorm und massiven Widerstand hervorrufen. Ich glaube meistens von Leuten die es dann gar nicht betrifft. Gebaut wird dann meistens eine platte und extrem reduzierte Variante. Ein Armutszeugnis für dieses Land, aber leider seit Jahrzehnten Realität.

  • ^ Niemand zwingt Bauherrn und Architekten, platte und extrem reduzierte Varianten zu bauen. Sag mir mal ein Beispiel guter Architektur, das wegen eines öffentlichen shitstorms abgesagt worden wäre. Nach hier im DAF schon oft vertretener Auffassung dürfte das Europaviertel, so deine These zuträfe, gar nicht gebaut worden sein. Ich habe noch nicht gehört, dass dort gute Architektur an irgendwelchem Protest gescheitert wäre.

    Unser Problem ist, dass die Wohnkosten in mehr als 4- oder 5-geschossigen Gebäuden einfach höher sind. Gebaut wird, was der Markt abnimmt, aber in Frankfurt ist der Mieterkreis, der 20 €/m² ohne weiteres zahlen kann, oder ein Käuferkreis, der 5.000 €/m² und mehr zahlen kann, eher begrenzt.

  • In meiner Heimatstadt (immerhin auch schon eine Großstadt...) sind allein während den letzten zehn Jahren vier Hochhäuser mit min. 50 m angekündigt, und einziges davon bislang umgesetzt worden. Keines davon scheiterte am Shitstorm eines wütenden Mobs oder bockigen Stadtverwaltung, verantwortlich sind ausschließlich immer die Investoren gewesen, welche die Projekte schlussendlich doch nicht stemmen wollten oder konnten.

    In die Breite und Länge zu bauen bleibt einfach wirtschaftlicher als in die Höhe.

  • Ich finde das Hochhaus Gloria ein Interessantes Gebäude das nur darauf wartet gebaut zu werden.

    Das Hochhaus selbst wäre eine echte Bereicherung für Frankfurt's Hochhausviertel. Hier haben Architekten einmal

    gezeigt das da noch einiges geht, wenn es um Einfallsreichtum und nicht nur schnöden Mammon in der Architektur geht.

    Die Skandinavier in dem Fall ein Dänisches Architekturbüro beweist hier Mut zur Form . Bravo . Da können Deutsche

    Architekten noch was von lernen. Frische Ideen von Außerhalb tun gut.

  • ^ Wie kommst du darauf, dass deutsche Architekten schlechtere Architektur entwerfen als ausländische. Man muss nur seine KI nach bedeutenden Hochhäusern weltweit befragen, die von deutschen Architekten entworfen wurden, und schon ist deine Theorie von einfallsloser, schnöder deutscher Architektur widerlegt. In deinen ersten beiden und bisher einzigen DAF-Beiträgen ist das aber die Hauptaussage.

  • Mein Beitrag zu den von mir genannten Hochhäusern betreffen eben nur diese Hochhäuser und deren Architektur b.z.w.

    und deren Architekten, die diese Hochhäuser entworfen haben. Das eine spricht mich nicht an, und das andere sehr. Es

    ist nicht mal Ansatzweise die Rede von schlechter Architektur gewesen. Hier in meinem Beitrag geht es nicht um weltweite

    Architektur die von Deutschen Architekten entworfen wurde und auch so umgesetzt ist, sondern ausschließlich um die

    Projekte die in Frankfurt umgesetzt werden. Andere Architekten aus anderen Ländern haben Weltweit auch einen guten Ruf.

    Ich brauche dafür nicht die KI zu befragen, denn das sollte Grundlage für gutes und eigenes Hintergrundwissen sein.

  • Ich fürchte nicht. Habe die Arbeiten auch gesehen und einen dort beteiligten Arbeiter gefragt, der mir mitteilte es handele sich um ein defektes Stromkabel (Kabelbruch) oder so ähnlich.

  • Frankfurt besitzt als einzige Stadt in Deutschland eine herausragende Skyline. Was die Aussagen anbelangt was in der

    kommenden Zeit noch entstehen wird ist sehr Fraglich. Man sollte hier auch die Politische Entwicklung berücksichtigen.

    Die Kapitalismusspirale läßt sich nicht immer Höher drehen irgendwann ist mal ein Ende erreicht. Soll heißen das Investoren

    es sich immer Überlegen in welchen Standort sie was Investieren. Banken und von der Wirtschaft gesteuerte Unternehmen

    bauen sich Glaspaläste, aber auch nur so lange wie es einer Volkswirtschaft gut geht. Hochhäuser enstehen unter diesem

    Aspekt im übrigen auch. Hochhäuser sind ein Ausdruck der Präzens und der Vitalität , nach dem Motto schaut her wie gut

    es uns geht. Das das ganze auf dem Rücken der Menschen passiert ist diese Leuten egal.

    So das nur am Rande:

    Eigentliches Thema sind hier aber Hochhäuser als solches.

    Ich finde das bei dem Geld was diese Banken mittlerweile generiert haben, muß Frankfurt ein Hochhaus von mindestens

    400 Metern Höhe haben. Damit wir uns, von zumindestens London mal deutlich abgesetzt hätten.

    Desweiteren muß diese Clusterbildung mal ein Ende haben. Man kann ja kein einziges Hochhaus mehr richtig erkennen.

    Ein 400 Meter Solitärhochhaus, na das wäre doch mal was. Aber ehrlich gesagt ich glaube zu meinen Lebzeiten wird das

    wohl nichts mehr.

  • Ist Länge wirklich alles? Die Forderung „mindestens 400 Meter, damit wir London übertrumpfen“ erinnert mich jedenfalls eher an einen gewissen anatomischen Größenvergleich als an Stadtplanung. Auch bei Hochhäusern gilt: Ein paar Meter mehr machen noch lange keine gute Figur.

    Frankfurt braucht aus meiner Sicht keinen 400-Meter-Turm als Beweis dafür, dass die Banken genug Geld verdient haben. Entscheidend wäre, was ein solches Gebäude architektonisch und städtebaulich bietet: Welche Nutzung hat es? Wie fügt es sich ein? Und entsteht am Boden ein attraktiver Ort für Menschen oder lediglich eine beeindruckende Kulisse aus der Ferne?

    Auch die pauschale Ablehnung der Clusterbildung überzeugt mich nicht. Gerade das Zusammenspiel mehrerer Türme schafft eine Skyline. Unterschiedliche Höhen, Formen und die Staffelung geben ihr Tiefe und Wiedererkennungswert. Ein Solitär kann ein großartiges Wahrzeichen sein; mehrere isolierte Türme ergeben aber noch lange kein überzeugendes Stadtbild.

    Natürlich kann ein Cluster auch schlecht gestaltet sein. Wenn Türme sich gegenseitig verdecken, kaum Freiräume bleiben und auf Straßenebene eine abweisende Umgebung entsteht, ist Kritik berechtigt. Daraus folgt für mich aber, dass man die Cluster besser gestalten sollte – nicht, dass man sie grundsätzlich abschaffen muss.

    Und ein kleiner Widerspruch steckt schon in der Argumentation: Einerseits werden Hochhäuser als kapitalistische Selbstdarstellung kritisiert, andererseits soll Frankfurt ausgerechnet einen besonders großen Glaspalast bekommen, um eine andere Stadt zu übertrumpfen.

    Ich würde Frankfurt lieber an der Qualität seiner Architektur messen als am längsten Gebäude. Eine gute Skyline braucht Charakter, keinen Zollstock, keinen P****-Vergleich.