Beiträge von ulayin

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    Naja. Es gibt einen großen Unterschied zwischen "offen kritsch ansprechen" und unterkomplex irgendwelche Korrelationen zu identifizieren. Und "Berlin hat 6 Landebahnen aufgegeben und der BER braucht mehr Passagiere" ist eine extrem unterkomplexe Analyse dahingehend. Steuern und Gebühren spielen natürlich eine Rolle, wenn es um Ticketpreise geht.
    Aber die Auslastung eines Airports wird von noch sehr viel mehr beeinflusst - das ist ja wohl hoffentlich einleuchtend.

    Merz' Worte sind extreme Sülze.

    Es gibt gewiss auch keine (Haupt)Stadt mit weniger als 4 Millionen Einwohnern auf der Welt, die sich drei Flughäfen gönnt.

    Dass er 20 Jahre nach dessen Schließung allen Ernstes Tempelhof als Verlust berücksichtigt, ist hochgradig populistisch. TXL und SXF hatten vier Landebahnen — das wäre ein Vergleich, auf den man sich sachlich noch einigen könnte.

    Und Merz' Worte beweisen aber auch eindrücklich, dass er nicht über den Tellerrand guckt: London Heathrow fertigt mit nur zwei Landebahnen über 80 Millionen ab.

    Der BER ist schon ausreichend dimensioniert, keine Bange, meine Lieben. Platz für neue Terminals ist da und beide Landebahnen können parallel angeflogen werden.

    Braunschweiger Ich finde es unangebracht, in diesem Forum derart verallgemeinernde Formulierungen zu nutzen. Das dient nicht unbedingt einem sachlichen Austausch. "Hat uns alle sehr betroffen gemacht" - also mich nämlich nicht.

    Dem BER geht es in Zahlen tatsächlich ganz gut:

    Im September nutzen ihn abermals mehr Passagiere als im Vorjahr. Das hast du vielleicht übersehen.
    Das allerdings nachwievor minimal bestehende Defizit in diesem Jahr begründet sich jedoch nicht mit weniger attraktiven Routen, sondern mit den wetterbedingten Flugstreichungen im Winter und dem Aufflammen der kriegerischen Aktivitäten zwischen Israel und Iran.

    Passagiere auf internationalen Strecken glichen im September den Rückgang auf innerdeutschen Verbindungen mehr als aus: -10.000 Passagiere beim Inland ggü. +28.000 auf Flügen ins Ausland.
    Seit 2024 verzeichnet der BER obendrein mehr Passagiere als Tegel in seinem Rekordjahr 2019.
    Für mich sieht es also danach aus, als dass der Plan durchaus aufginge. Man wollte primär den Qualitäts-Airport Tegel ersetzen und hat das bereits geschafft.

    Berlin - UAE bedeutet zwar eine neue Langstrecke, diese würde aber in eine Region gehen, die vom BER bereits gut erreicht werden kann. Wegen des Namens Emirates sicher ein Nice-To-Have, aber keine allzu signifikante Angebotsergänzung.

    Und: yourrulez jüngster Beitrag informiert über Taktverdichtungen und neue Verbindungen. Berlin - Bagdad und Berlin - Dschidda sind extrem spannende neue Verbindungen - und ebenfalls Langstrecken, übrigens. ( spandauer Die Neuigkeit von Berlin - Dschidda bezieht sich vielleicht nicht auf die Verbindung selbst, sondern eher auf die neue Taktung von 2 Flügen pro Woche (?) )

    "Sehr schlechte Nachrichten" sind das für mich keineswegs.

    Und abschließend noch: Warschau ist Warschau und bedient seinen ganz eigenen Markt. Die Performance vom Chopin-Airport hat eigentlich nichts mit dem BER zu tun, solange LOT nicht x-mal pro Tag nach Berlin fliegt, weil sich Warschau als interregionales und -kontinentales Drehkreuz etabliert haben sollte.

    Moderner Neubau an dieser Stelle, in diesem Viertel? Gute Sache.


    Aber wenn die Dimensionen aus dem Rendering stimmen, dann erreicht der Neubau mit seinen 9 Geschossen fast die doppelte Höhe wie der Achtgeschosser zu seiner Rechten. Das wäre komplett verrückt. Bin noch unschlüssig, ob im guten oder schlechten Sinne.

    Der blinde, schwere Sockelvorbau ist aber jedenfalls nicht unbedingt überzeugend, ebenso die trotz Versprungs zum Nachbarn nackte Brandmauer.

    Hier hat jemand stumpf den generischen ultrarationalen Stil von zeitgenössischem Berliner High-End-Living gewünscht und bekommen, aber nicht einmal ansatzweise versucht, das Gebäude gestalterisch wenigstens minimal einzufügen.

    Vielleicht geht der Kontrast auf, vielleicht aber auch nicht.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ist es eigentlich gesichert und irgendwo schonmal diskutiert und bestätigt worden, ob es zwischen den beiden Gebäudehälften eine helle vertikale Fuge (oder auch permanent erhellte Fenster) oder ähnliches gibt?

    Bisher wurde die Farbe der Fuge hier im Forum glaube ich noch nicht besprochen. Von den Plänen und Renderings aus dem Innenraum lässt sich lediglich ableiten, dass die Fuge auf allen drei Seiten vollverglast und ohne Fensterelemente ausgeführt wird. Ob und in wie weit die Geschossdecken betont werden, lässt sich in den Renderings nicht erkennen.

    Oranien tap fliegt von Portugal die Langstrecken Hauptsächlich nach Brasilien, wohlgemerkt selber Sprachraum. Obendrein sind Lissabon und Porto geografisch günstig gelegen, um Passagiere zwischen Europa und Brasilien zu bündeln. Dass sich Porto aber hierfür etabliert, bleibt abzuwarten.

    Und warum haben sich München und FFM besser erholt als Berlin? Weil beide Städte/Regionen hohe Kaufkraft mitbringen. Das lokale Klientel kann sich teurere Tickets leisten. Ein Bekannter fliegt bald von Düsseldorf nach Spanien, Eurowings ohne Aufgabegepäck, vier Personen, vor über zwei Monaten gebucht: 1.400€

    Treibstoffe sind zur Zeit auch sehr teuer, sollte ja kein Geheimnis sein.

    1.400€ würden in Berlin nur wenige zahlen wollen und können. Und was du völlig außer Acht lässt: Berlins Rückgang an internationalen Touristen. Die Stadt zieht weniger Menschen an und kann außerdem noch besser mit dem Zug erreicht werden. Es sind nicht nur politische Entscheidungen, die beim BER zu weniger Passagieren führen als TXL und SXF damals hatten. Es stehen komplexere Dynamiken dahinter.

    Schau mal die vorige Seite in diesem Thread ab, da hatte ich schon ein paar Zahlen gepostet.

    Die Passagierzahlen für September sind da! Hier findet ihr sie.

    Kurz: im September dieses Jahres hat der BER mehr Passagiere und auch mehr Luftfracht als im September 2025 gesehen. Man verzeichnet ein Wachstum von je 0,2% bzw. 4,9%. 2.506.234 Passagiere flogen in 09.2026.

    Vergleicht man allerdings die Bilanz seit Jahresbeginn mit dem Vorjahr, so flogen in 2026 bisher 0,2% weniger Menschen vom Airport ab und es wurde 6,2% weniger Luftfracht bewegt. Bisher hatte der BER in diesem Jahr 19.342.225 Fluggäste.

    Mir gefällt der asymmetrische Abschluss des Turms gut. Er gibt dem ansonsten extrem monotonen, wenngleich eleganten Gebäude ein kleines charakterliches Fragezeichen, eine Unklarheit, die sich gestalterisch nicht sofort erklären lässt. So wird eine Spannung erzeugt, die dem Gebäude hilft, sich von anderen abzusetzen und einzigartig macht — trotz höchst simpler Kubatur.

    Dass die Öffnung bzw Terrasse nicht nach Südosten orientiert ist, liegt an der Nutzung der obersten Etagen. Meetings und Konferenzen sollen hier stattfinden, geschäftliche Anlässe also. Und demnach auch Abendveranstaltungen. Da bietet sich ein prächtiger Sunset-View gut an, um Veranstaltungen ausklingen zu lassen. Außerdem hat man von hier die Stadt gut im Blick, inklusive der prestigeträchtigen Regierungsbauten und sonstigen Sehenswürdigkeiten in Mitte. Der Ausblick über den Alex und die Wohnblöcke aus DDR-Zeiten ist weniger pittoresk und lässt sich weniger gut als Highlight oder Alleinstellungsmerkmal vermarkten, passt obendrein atmosphärisch auch besser zu großstädtischen Business-Events. Und lässt sich von Innen durch die großzügige Verglasung ohnehin schon ausreichend gut genießen.

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    Naja, der europäische Flugverkehr wächst weiterhin und es gibt einige Flughäfen die deutlich wachsen, z. B. Warschau mit über 12%.

    Ja, von Warschau kommt man zwar mit Zügen zu internationalen Zielen, aber es gibt keine Highspeed-Optionen wie zwischen Destinationen in Westeuropa.

    Wer von Warschau in den Urlaub will, ist stark auf den Flieger angewiesen. Denn auch wenn Hannover die weitentfernteste Stadt ist, die man in 8 Stunden erreichen kann, würde ich vermuten dass sie deshalb noch längst keine Top-Destination für polnische Urlauber ist. Ansonsten kann man natürlich die Ostsee erreichen, aber auch bis Wien, Prag und Vilnius kann man in der Zeit kommen.
    Startet man jedoch in Düsseldorf oder Frankfurt, kann man nach 8 Stunden Zugfahrt schon am Atlantik sein. Oder Mittelmeer, oder dänische Ostsee oder London oder Cornwall. Von München geht's an die Adria sowie Nord- und Ostsee. Von Berlin bis in die Alpen und Hohe Tatra, nach Paris oder Skandinavien.

    Bei ausbleibenden Zugangeboten zu europäischen Urlaubsregionen, aber Polens seit Jahren um eine hanvoll Prozentpunkte wachsendem BIP und steigender Kaufkraft gewinnt der Flugreiseverkehr natürlich.

    Hier bei Eurostat gibt es eine praktische Übersicht zum Flugpassagieraufkommen in Europa.
    In den meisten Ländern registriert man Wachstum, mitunter starkes. In Frankreich wurden die Steuern auch angehoben und trotzdem gibt es fast 2% mehr Passagiere als 2019.
    In Deutschland hingegen flogen 2025 19,5 Millionen Menschen weniger als im Jahr 2019. Das ist ein Unterschied von -8,6%. Gleichzeitig meldete die DB ein Plus bei internationalen Zugreisenden von 30% ggü. 2019. 25 Millionen Reisende nutzten Verbindungen ins Ausland. Hatte ich hier im Frühling bereits gepostet, jetzt leider hinter der Paywall.

    Also, das gedrosselte Fluggastaufkommen in Deutschland hat mit mehr als nur Steuern und Gebühren zu tun.
    1. Es gibt einen größeren Modal Share, also mehr Möglichkeiten ins oder aus dem Land zu kommen, 2. reduzierte Reiselust der Deutschen und 3. weniger Besuche von internationalen Gästen. Zwischen 2019 und 2025 gab es einen Rückgang von immerhin -6%.

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    Für den BER ist das gar nicht gut; die Kosten müssen schneller sinken, um endlich wieder wettbewerbsfähig zu sein - zumindest europaweit mit UK!

    Welche Kosten können denn um wie viel Prozent sinken? Ich lese zwar immer wieder von Flughafengebühren und Steuern, aber nie stehen tatsächliche Zahlen im Raum. Und warum saugt das UK dem BER großartig Passagiere ab? Langstreckenarrivals in London mit Weiterflug nach Berlin sind doch im Grunde Jacke wie Hose. Ob 100.000 direkt aus den USA einfliegen oder vorher in London umsteigen, ist für die Passagierzahlen des BER egal. London sieht mehr Traffic, weil da vielleicht auch einfach mehr Menschen hinwollen. Business, Insel und Zentralisierung helfen der Stadt und ihren Flughäfen sowieso. Und Berlin hat touristisch halt ein bisschen fertig. 14M in 2019, davon 45% aus dem Ausland. 2025 gabs 12,4M Gäste in der Stadt, davon nur noch 36% aus dem Ausland. Insgesamt, auch inkl. Gäste aus Deutschland, kamen 2025 11% weniger Menschen in die Stadt als 2019.

    Ich will das mit den Zahlen für Gebühren und Steuren gerne wissen, war aber faul und habe mal einfach die KI gefragt. Sie sagt:

    KostenpositionKurzstrecke innerhalb EuropasGrößere MittelstreckeLangstrecke
    Beispiel-FlugzeugA320 / B737A321B787-9
    Sitzplätze180220290
    Passagiere bei 85 % Auslastung153187247
    BER-Flughafenentgelte inkl. Infrastruktur16–20 €18–25 €20–30 €
    Luftverkehrsteuer13,03 €33,01 €59,43 €
    Sicherheitskontrolle5–15 €5–15 €5–15 €
    Flugsicherung6–10 €10–20 €20–40 €
    Gesamt je Passagier40–58 €66–93 €104–144 €
    Gesamt je angebotenem Sitzplatz34–49 €56–79 €88–122 €

    In der Debatte tauchen eigentlich immer nur die Luftverkehrsteuer und Flughafengebühren auf. Selbst wenn man die halbiert, handelt es sich offenbar nur um ein paar Euro pro Sitzplatz.

    Für mich sieht es also weiterhin so aus, als ob (Billig)Airlines und deren Lobbyisten strategisch gut beraten sind, sich in vermeintlicher Solidarität mit Kunden und Kundinnen über den geldgierigen Staat / Flughafen zu beklagen, sodass wir Normalos glauben, sie hätten bei ihren eigenen Preisen oder Produkten keine Gestaltungsmöglichkeiten.

    Ich denke, die Wahrheit liegt eher darin, dass schlicht die Nachfrage zurückgegangen ist.
    Die europäischen Zugunternehmen bauten Angebote aus und bieten günstige Preise und immer mehr internationale Verbindungen an. IdR mit höherem Sitz- und Reisekomfort. An Bord eines Zuges hat man Platz für Gepäck, Proviant und Unterhaltung. Beim (Billig)Fliegen wird man für sowas eigentlich immer zur Kasse gebeten. Und dazu kommen noch die Menschen, die zur Zeit einfach keine Lust auf Reisen haben, weil es sich für sie persönlich ökonomisch unsinnig anfühlt.

    Danke für die schönen Bilder der letzten Wochen, Adama! Besonders das Querformat vom 22. September ist ein absoluter Money Shot !

    Auch meiner Meinung nach sind die ähnlichen Höhen der Türme entlang der Neuen Mainzer durchaus ein Risiko für das Ausbleiben visueller Spannungen.

    Allerdings hätte ich mir eher beim Projekt GA8 einen neuen Höhepunkt vorgestellt. Denn die Gloria wird am Rande der Skyline stehen und ihre Nachbarn Taunusturm und Eurotower eindeutig überragen; im Vergleich zu Letzterem sogar um fast 50 Meter.
    GA8 wäre eine Chance gewesen, der Skyline auf der anderen Seite der Taunusanlage mehr bzw. einen eigenen Charakter zu geben. Ich sehe keine Gefahr, dass der ohne Frage respektverdienende Silberturm von einer höheren Struktur in den Schatten gestellt würde. Dafür steht er nachwievor zu exponiert über dem flachen Bahnhofsviertel und kann seine gleichermaßen sanfte wie dominante Architektur zur Schau stellen.

    Die 220m kämen bei GA8 sehr viel eindrucksvoller zur Geltung – und reichen würden sicher schon um die 210 Meter konstruktiver Höhe. So könnte das Dach bspw. auf 190m liegen, das Gebäude aber von einer luftigen Krone abgeschlossen werden, die dessen Volumen weiterführt, ohne eine massive Unterbrechung von Blickbeziehungen aus West und Südwest zum Bankenviertel zu sein.

    Grundsätzlich aber kann ich auch Skylines mit einheitlichen Höhen etwas abgewinnen, wenn es ein paar wenige markante Ausreißer gibt.
    Der Milleniumtower könnte so einer werden.

    In keinem der Renderings in Merlin 's Beitrag (ist übrigens der 1.000ste in diesem Thread! 🥳) sieht die Fassade so aus, wie sie gerade gebaut wird. Verbaut werden weiß-gelbe Fassadenelemente, aber hier sehen wir sie in metallischer Bronze oder einheitlichem Weiß - oder irre ich mich?

    Beim genaueren Hinsehen auf anderswo verlinkten Fotos auf dem Instagram der Architekten erweckt es aber den Eindruck, dass die Kanten der gelben Paneele durchaus metallisch glänzen und Licht spiegeln. Vielleicht sind die Oberflächen zur Zeit noch von einer schützenden Folie überklebt und sehen daher so bleich und matt aus?

    Außerdem gab es ganz zu Anfang in ersten Renderings einen Entwurf zu sehen, in dem alle sechs Seiten des Towers unter den entweder weißen oder schwarzen Fassadenrahmen unterschiedlich gefärbt waren.

    Ich finde es ganz okay. Bin grundsätzlich ein Fan von verfliesten Fassaden, denn sie reflektieren Licht einfach viel besser als Putz oder (matte) Paneele. Mit dieser zickzackigen Bewegung der Fassade wird das schon ganz schöne Effekte haben können, insbesondere wenn man das ganzjährig auftretende Hamburger Schietwedder bedenkt. Die Fugen hätten aber dünner sein dürfen bzw. sollen.

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    Auch die Weiterentwicklung des Entwurfes stieß auf massive Kritik des Baukollegiums. [...] Man solle sich an der Höhe der anderen beiden Hochpunkte auf der anderen Straßenseite orientieren. Der zweite Hochpunkt am LA-Platz stieß grundsätzlich auf Zustimmung, aber auch nicht in der geplanten Höhe.

    Da hat das Baukollegium eine unnötig konservative Haltung.

    Sich an der Höhe der Nachbarn zu orientieren ist ja grundsätzlich nichts verkehrtes, aber "orientieren" bedeutet nicht zwangsläufig "gleichen".

    Berlin ist eine wunderbar vielfältige Stadt, also lasst ihre Hochpunkte doch gerne ebenso variabel sein. 70 Meter am LA-Platz hätten aus der Nähe keinen Unterschied bedeutet, als Silhouette aus der Ferne hingegen schon.

    Grundsätzlich gefällt mir aber, dass fast alle Bauteile angenehm großstädtische Höhen erreichen und hier viel zentraler, urbaner Wohnraum entsteht. Die öffentlichen und Retailflächen auf mehreren Ebenen finde ich auch adäquat.

    Und noch kurz zum Tower: Man könnte aus der rigiden Form der ineinander verschnittenen Quader durch Differenzierungen in der Fassade noch was rausholen. Materialität und Farben können hier als einfache Mittel intelligent eingesetzt werden. 🤞🤞

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    Ist die Politik zum Großteil dafür verantwortlich dass aktuell keine Hochhäuser gebaut werden: Ja wahrscheinlich schon.

    Das stimmt natürlich dahingehend, als dass städtebauliche Strategien politisch festgelegt werden. Allerdings ist es ein bisschen unscharf, das Ausbleiben neuer Hochhausprojekte allein der Politik zuzuschreiben. Für mich ist es nämlich im Mindset begründet. Die Deutschen sind eher eine passive und stehenbleibende Gesellschaft, die sich notorisch auf's "Contra" eingeschossen hat. Gegenargumente genießen hierzulande großes Ansehen –zu großes, wenn ihr mich fragt– und sie gehören tatsächlich zum guten Ton. In allen Gesellschaftsschichten.
    Wenn wir von Diskursen oder Diskussionen lesen, geht es in erster Linie ums Contra. Dinge werden verhindert, weil jmd dagegen war. Dinge werden aber nicht umgesetzt, weil jemand dafür war.

    Es gibt eine handvoll Themen zwischen X und Y zu denen wahnsinnig viele Menschen tatsächlich gleicher Meinung sind.
    Und Hochhäuser fallen grundsätzlich immer darunter, werden sie doch fortwährend durch die Contra-Brille besprochen. Schatten, Baukosten, Emissionen, Dimensionen - all das wird üblicherweise in Lokalpresse, Social Media, überregionalen und nationalen Medien in den Mittelpunkt gerückt und daher glauben auch die meisten Leute, dass ihre Skepsis oder Diskrepanz ggü. Hochhäusern eine fundierte Meinung sei. Man schaut hierzulande halt einfach zu oft nur auf die Probleme, seltenst aber auf Lösungen und Vorteile.
    Allerdings muss ich eines auch eingestehen: Deutsche Gegenwartsarchitektur ist idR gestalterisch eher uninteressant bzw. langweilig. So begeistert man halt nur schwer.

    Lange Rede kurzer Sinn: Eine hochhausfreundliche Politik würde also binnen kürzester Zeit madig gemacht und definitiv nicht hochgelebt werden, auch wenn nahezu jede deutsche Großstadt von mehr Hochhäusern profitieren würde. Von allen Seiten und auf allen Kanälen. Weil die Deutschen glauben, sie hätten es alles gerafft. 12 Jahre Schule, Ausbildung, Studium, sachliche, freie Medien. Perfekte Grundlage für eine aufgeklärte, liberale Gesellschaft. Doch der Schein trügt. Haben sie sich einmal eine Meinung zu etwas gebildet, legen sie sie nicht einfach so wieder ab. Ganz egal, ob man bessere Argumente präsentiert oder nicht. Was richtig und was falsch ist, meinen zu viele hier klar benennen zu können. Allerdings oft ausgehend von recht einseitiger Beleuchtung eines Themas.

    Städtebaulich bräuchte Frankfurt jetzt eigentlich eine Zwischengeneration an Hochhäusern. Und zwar Mid-Rise mit überwiegender Wohnnutzung. 10 - 20 Projekte in gut angebundenen und / oder zentralen Lagen zwischen vllt. 40 bis 80 Metern Höhe. Nichts bahnbrechendes, nichts einzigartiges, nichts neues. Einfach nur taugliche Wohnungen, die vielen Menschen ein gutes Leben und bequemes Arbeiten in der Stadt ermöglichen.

    Gute Neubauviertel mit adäquater Wohndichte finden sich aktuell zB in:

    Carlsberg Byen, Kopenhagen, DK

    Aarhus Hafen, Aarhus, DK

    Cascina Merlata, Mailand, IT

    Olympisches Dorf, Paris, FR

    La Confluence, Lyon, FR

    angekündigt in:

    Nuevo Norte, Madrid, ES

    Bubny-Zàtory, Prag, CZ

    Weil hier grade wieder öfter gefragt wurde, wie lange man in puncto BHV-Sanierung noch warten müsse - Gut Ding will Weile haben. So einfach ist das

    Hier ein paar Beispiele dafür: Ein Kind wird mit 6 eingeschult und hat erst Jahre später Abschlüsse in der Tasche. Am östlichen Rand vom BHV wurde letztes Jahr das schicke Gloria-Hochhaus angekündigt. Aber bis das wirklich fertig ist, können sicher noch 10 Jahre vergehen. Wer beklagt sich deswegen in diesem Forum? Richtig, niemand. Denn es ist normal und Dinge brauchen ihre Zeit.

    Dass es fürs BHV einen Sanierungsplan gibt, ist diesem Forum bekannt. Wir haben ihn vor über 1.5 Jahren hier in diesem Thread diskutiert. Warum muss das Thema jetzt wieder aufgemacht werden? Is doch unnötig

    Ich hoffe, dass die Fuge wenigstens abends von der Fassadenbeleuchtung betont wird. Denn tagsüber scheint sie ja wirklich nur sanft differenziert zu sein.

    Und außerdem: https://mainhattan-webcam.de/ – seit Kurzem hat der CBT in der Perspektive dieser Webcam die Deutsche Bank überholt! Das Bild der Skyline wird also ab jetzt etwas aufgefüllt.

    Und hier: https://mksiteview.mktimelapse.com/extil/4909ca55…60a9f972b597498 verschwindet bald das Kronenhaus hinter der Baustelle

    Dekoratives Anführungszeichen

    Demnächst werden die Juni-Zahlen veröffentlicht, wobei größere Sprünge aber überraschend wären.

    Jip, hier sind sie: Von Januar bis Juni 2026 verzeichnet der BER mit 11.920.851 Reisenden nur noch -1,2% weniger als im Vorjahr. Das ist der geringste Unterschied seit Januar. Vergleicht man die einzelnen Monate miteinander, so lag das Passagieraufkommen diesen Juni -0,2% unter dem von Juni 2025.

    Ich würde ja sagen, das Glas ist definitiv halb voll und der Hahn nicht ganz zugedreht. Berlin - Delhi / Berlin - Mumbai – beides wunderbare interkontinentale Ergänzungspotentiale mit bequemer Flugzeit für eine Langstrecke. Ich denke, dass Air India durchaus Interesse haben könnte, beide Städte wie aktuell von Frankfurt auch von Berlin aus anzufliegen.

    Ich würde mich auch sehr über eine Verbindung nach Addis Abeba freuen. Dort wird zur Zeit an einem neuen Flughafen gebaut (Bishoftu Intl. Airport, geplant von Zaha Hadid Architects) und Ethiopian Airlines fliegt hierzulande bisher nur nach FFM, aber das bereits 6/7 bzw. 7/7. Das Konzept, die deutsche Hauptstadt mit der von Äthiopien und der Afrikanischen Union zu verbinden, kommt mir grundsätzlich recht sinnvoll vor.

    Adama Danke für das Update! Ich kannte bisher nur den Masterplan mit den HOME-Hochhäusern; dass das gesamte Viertel aber von vielseitiger und unkonventioneller Architektur geprägt ist, war mir neu - Richtig gut! Endlich mal kein Einheitsbrei, keine verputzten WDVS-Bauten, alle Maßstäbe und Größenordnungen und Materialitäten direkt nebeneinander.

    Kann durchaus mit Neubauvierteln in Skandinavien oder Frankreich mithalten, wobei die noch immer in einer etwas anderen Liga spielen. Offenbar hat die Mannheimer Stadtplanung hier mal das gemacht, was in Deutschland sonst nur sehr ungern gemacht wird: über den Tellerrand gucken. 😌