Beiträge von ulayin

    Update von gestern Nachmittag: Wie genau die Fassade aussehen wird, bleibt nach wie vor ein kleines Mysterium!


    Denn jetzt ist auf der linken Seite mit den horizontalen Akzenten in Gelb mittlerweile auch ein weißer aufgetaucht.

    Es sah für mich nicht danach aus, als sei da etwas mit Folie abgeklebt gewesen.


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    🤩 Danke für das tolle Update! (Und die Erinnerung an dieses massive Projekt!)


    Hab bei Google Earth diese Satelitenbilder von Oktober 2025 gefunden; der Turm ist schon gut erkennbar und die schiere Größe des gesamten Unterfangens auch. So sind der alte Flughafen und Anlagen der Olympischen Spiele 2004 in einer riesigen Sandfläche aufgegangen

    Ich habe mir gestern Abend die Fassaden-Module in Merlin 's Beitrag angesehen und mit den Renderings von Sauerbruch Hutton und Merlins Foto des neuen Bauschilds verglichen und erstaunt festgestellt: Es ist eine andere Fassade!


    In den Visualisierungen kommt die Farbe über die Jalousien in die Fassade. Das flächige Raster bleibt hier weiß und die angehängten PV-Rahmen schwarz bzw. grau. Und: Jede Seite des Turms hat eine andere Jalousie-Farbe, das ist mir vorher noch nicht klar gewesen; ich find's sehr gut und passt auch zur Handschrift des Architekturbüros, das für seine bunten Entwürfe bekannt ist.

    Bisher dachte ich nämlich immer, der Turm bekommt nur zwei Farben.

    Es sind klar strukturierte Farbzonen und dank beweglicher Jalousien von täglich wandelbarer Erscheinung. Alles gut zu erkennen auf dem neuen Bauschild.

    Schmale Seite ggü künftigem Hines-Hochhaus: Orange. Alexanderplatz-Seite rechts: Gelb(grün?). Alex-Seite links: Hellblau. Park-Inn-Seite: (Grau?). Alexanderstraßen-Seite rechts: Gelb. Straßen-Seite links: (Rot?)


    Am montierten Modul kommt die Farbe nun aber anhand der mittigliegenden, jetzt eingefärbten vertikalen Verblendung vom einst ausschließlich weißen Raster. Schade, wie ich finde. Da man ja offenbar auf gefärbte Jalousien verzichtet, hätte man lieber das gesamte Raster einfärben sollen, um die Farbe als markanten Akzent jeder Turmseite zu belassen. Jetzt verwäscht sich das vielleicht mit dem Weiß der horizontalen Verblendungen. Aber werden wir sehen.


    Außerdem: Der Turm bekommt ein paar zweigeschossige Wintergärten! Jeweils an den Ecken und gut zu erkennen auf den Visualisierungen der Architekten. Fünf gehen zum Alexanderplatz, fünf zum Park Inn.

    Sehr schöne Bilder in der Tat:) Danke sehr!

    Ich bin da heute auch vorbei geradelt und war sehr angetan; es ist einfach ein erstaunlich graziles Hochhaus. Der Verzicht auf eine vertikale Betonung entlang der Kanten ist sehr effektvoll und die Zusammenfassung der Fassade in 3x3-Felder auf den schmalen Seiten sehr harmonisch.

    Ich sah es von der Dircksenstraße vorm Alexa und möchte diesen POV hier gerne weiterempfehlen. Habe auch Fotos geknipst aber bin zu blöd die hier einzubetten; sind eh nur Handyaufnahmen. Auf jeden Fall ergibt sich ein sehr stimmiges Ensemble, wie es mit dem Berolina-Haus im Vordergrund aus dem Galeria-Gebäude herauswächst.

    Zur Zeit dürfen wir uns ja noch an der Unterschiedlichkeit des im Bau befindlichen Gebäudes erfreuen, es hat ja aktuell drei Zonen.

    Rohbau oben, Außenverglasung mittig, unten dann bereits inkl. innenliegender Isolierverglasung.

    Das gibt dem Ding aktuell eine Spannung mit, die hoffentlich nicht vermisst wird, wenn es eines Tages fertiggestellt ist. Rücksprünge oder Verjüngungen wie von Adama schon erwähnt hätten beim fertigen Objekt vielleicht wahre Wunder wirken können. Wobei ich auch erwarte, dass wegen der reduzierten und gestalterischen Eleganz das Sattsehen sehr lange andauern wird.

    Nun, es ist ein Fakt, dass die Parteien, die kleine Steuerzahler entlasten und Gutverdiener höher besteuern möchten, aktuell keine demokratische Mehrheiten erreichen. Schau es beim DLF hier nach und google aktuelle Umfrageergebnisse. Mit dem Umdrehen des "Wahrheit und Eindrücke"-Arguments willst du diesen Fakt hier nichtig machen und nennst es "billige Politpolemik".

    Ich habe niemanden mit nichts bombardiert, ich habe an einer Diskussion teilgenommen. Dass du nichts aus meinen vorgebrachten Argumenten, die übrigens alle belegt sind, mitnimmst, das ist deine eigene Sache. Aber ein letztes Mal verkürze ich es dir hier gerne noch einmal:


    1. Lies die Pressemitteilung des Senats. Das ist eine der wichtigsten Ur-Quellen für dieses Thema. Die Beiträge vom NDR setzen eher bei einer allgemeinen Skepsis an, sie beleuchten vermeintlich irritierende Prozesse rum um das Naturkundemuseum. Die Fragestellung à la "Hat sich der Senator über einen Kredit für private Investoren erkundigt?" halte ich für eine skandalisierende Formulierung einer üblichen Praktik. Der Beitrag hat nämlich nicht belegt, das soetwas gesetzeswidrig sei. Ich halte die Beiträge daher für ungeeignet für eine umfassende Meinungsbildung zu dem Projekt.


    2. Das Museum ist beschlossene Sache. Hamburg wird so oder so viel Geld dafür ausgeben.* Bei einer Unterbringung im bereits begonnenen Elbtower wird eine Möglichkeit zu einer schnellstmöglichen Umsetzung gesehen. Das ist nachvollziehbar.


    3. Bauen ist teuer, Summen von Hunderten Millionen sind für Prestigeprojekte normal und nicht skandalös. Das neue Naturkundemuseum in Hamburg soll jedes Jahr Hunderttausende Besucher anziehen und wird ein Wissenschaftscluster seiner Zunft darstellen. Es fällt also in diese Kategorie der Leuchtturm- und Prestigeprojekte. Man könnte das Naturkundemuseun inkl. Verwaltung, Forschung, Archiv sicher auch für 100-200 Millionen auf einen Acker am Stadtrand stellen. Sähe dann aber auch aus wie eine große schmucklose Industriehalle mit Parkplatz davor.


    4. Politik findet nicht ausschließlich in den Plenarsälen vor der Öffentlichkeit statt, sondern auch auf informelleren Wegen. Dass der Senator wegen des Kredits bei Banken nachhorchte, ist nicht skandalös.


    Und dies zu guter Letzt, denn das habe ich vorher noch nicht gebracht:


    Öffentliche Bauprojekte sind generell schnell teurer als privatfinanzierte, denn sie müssen Verträge nach Tarif zahlen. Siehe Tariftreuegesetz.

    Hohe Summen bei öffentlichen Projekten gehen also nicht zwangsläufig auf eine mutmaßlich korrupte oder undurchsichtig handelnde Politikelite zurück, sondern eher auf Menschen, die ihre Ämter gewissenhaft ausführen und Gesetze beachten.


    *Für alle, die sich für das neue Naturkundemuseum interessieren, hier eine Chronologie dazu. Beginnt in 2008. Da steht u.a. drin, dass sich die Lenkungsgruppe des Senats bereits 2022 für einen Standort in der Hafencity aussprach, bevor der Baustopp am Tower einsetzte. Es gibt zB ein Rendering vom Museum auf dem Kleinen Grasbrook zu sehen. Eine andere Grafik zeigt einen Standort an der Überseeallee.

    Zu Ersterem:

    Deshalb steht in der vielfach von mir verlinkten Pressemitteilung ja drin "maximal 595 Millionen Euro". Also man würde maximal 595 Millionen Euro zahlen, egal wie teuer der Elbtower werden würde. Wenn die Kosten für den Weiterbau explodieren sollten und die Fläche sagen wir eigentlich 800 Millionen wert sein sollte, will Hamburg trotzdem nur 595 zahlen.


    Zu Zweiterem:

    "Der Stadt hat es letztlich genutzt, das muss man fairerweise sagen." Ja, wahrscheinlich ist es halt einfach eine normale Praktik in (oberen Ebenen) der Politik: Man ist vernetzt und ruft Leute außerhalb der eigenen Fraktion oder Ministeriums an, wenn man sich um Insiderinfos oder Gefallen bemüht. In Berlin gibt es eine handvoll Restaurants, die Politiker bekanntermaßen sehr gerne aufsuchen. Weil sie da miteinander über Gott und die Welt und Politik und den Staat quatschen können. Smalltalk und Realtalk gleichermaßen.

    Der Gefallen hier in Hamburg wäre beispielsweise gewesen, dass der Senator beim Treffen mit den Investoren diesen 200-Mille Kredit schon hätte ankündigen oder versichern können und die Herrschaften optimistisch und motiviert das Projekt weiterverfolgen.

    Alles im Leben fängt erst einmal eher informell an, bevor es dingfest gemacht wird. Das gilt ganz besonders für unser aller Lieblingsthema hier: Architektur und Bauprojekte.


    Zu Drittem:

    Den Eindruck kann man gewiss gewinnen. Aber der Grat zwischen Eindrücken und Wahrheit mag ein schmaler sein. So lange man nichts gesichert weiß, sollte man sich deswegen nicht allzusehr besorgen. Und wir reden über ein Projekt in Hamburg. Die Finanzierung geht also streng genommen wirklich nur Hamburgerinnen und Hamburger an.


    Und noch ein letzter Tipp: Wenn dem kleinen Steuerzahler sein hart erarbeitetes Geld angeblich so viel wert sei, warum kreucht die Linkspartei dann ewig zwischen 5 und 10% rum. Ich wähle die nicht, aber wer sich heißblütig über unfaire Steuern und eine verschwenderische öffentliche Hand beklagt, sollte es vielleicht tun. Ansonsten kann ich dessen Aufregung nicht wirklich ernst nehmen. Wir haben es doch grade in den Nachrichten gehabt: die von den Linken beworbene Vermögenssteuer könnte offenbar 150 Milliarden pro Jahr in die Staatskasse spülen. Davon könnte man fast 250 Naturkundemuseen im Elbtower bauen.

    Zu Berlin Natur:


    294+107 sind immerhin 401 Millionen. Das ist auch eine ganze Menge Cash. Und wir können erwarten, dass am Ende mehr gezahlt werden wird. 450 sind auf jeden Fall vorstellbar, oder?

    Der Neubau fürs Berliner Naturkundemuseum wird in Adlershof gebaut, gute 14 Kilometer vom Haupthaus in Mitte entfernt. Das zieht auf Dauer auch höhere laufende Kosten bei der Logistik nach sich. Könnte man auch bewerten. Außerdem steht in der von dir verlinkten Mitteilung auch noch: "660 Millionen Euro hat das Museum für Naturkunde Berlin für seinen Zukunftsplan von Bund und Land zugesagt bekommen." Auch seeeehr viel Kohle.


    In Hamburg würden sie "maximal 595 Millionen" zahlen. Also zielt man in Verhandlungen vielleicht auch erstmal auf 450 oder 500 oder 550. Bekäme dafür 46000m². Klingt für mich, als könnte es doch verhältnismäßig sein. 595 wären dann etwas mehr, aber wie schon aufgezeigt, Hamburg ist eine reiche Stadt und jongliert jedes Jahr dutzende Milliarden. Darum finde ich es sehr wohl wichtig, was Leipzig und Hamburg für Gelder zur Verfügung haben.

    Und der prozentuale Anteil, wie die jeweiligen Haushalte durch die Vorhaben belastet würden, ist für diese Diskussion daher wissenwert.

    Hamburg müsste insgesamt über eine Milliarde zahlen, um wie Leipzig auf 2,6% zu kommen. Das sollte man unbedingt berücksichtigen, wenn man über "zu teuer" diskutiert: Die Kaufkraft der diskutierten Partei.


    Die 80 Millionen in Leipzig ziehen aber in der Öffentlichkeit nicht so viel Schnappatmung nach sich wie eine Millionensumme in den mittleren Hunderten. Obwohl sie in der Stadt, in der sie verbaut werden, so gesehen mehr wert sind. Leizipg aber "leistet" sich hier eher etwas als Hamburg.


    Zu Hamburg Natur:


    In der Pressemitteilung steht:

    "Unabdingbare Voraussetzungen für einen Teilerwerb sind, dass im Sinne eines Pauschalfestpreisvertrags sämtliche zur vollständigen, mangelfreien, abnahmereifen, genehmigten, funktions- sowie betriebsbereiten und schlüsselfertigen baulichen Fertigstellung des Naturkundemuseums erforderlichen Planungs-, Bau-, Liefer- und sonstigen Leistungen durch die Verkäuferseite erbracht würden."


    Ob oder in wie weit das den Innenausbau ausschließt, ist mir nicht ganz klar aber es liest sich für mich so, als würde das Museum nur noch seine Ausstellung in den Räumlichkeiten aufbauen. Aber keine Wände ziehen oder Sanitäranlagen installieren oder Kabeltrassen verlegen. Das würde alles im Bauprozess mit den Entwicklern abgestimmt und umgesetzt werden. Und später dann halt abgekauft. Und dass Mieter / Nutzer / Käufer nach Bezug einer Immobilie ihre Schreibtische selbst aufstellen, ist ja wohl klar. Sollte die Kosten aber nicht immens sprengen. Das sind lokale Dienstleistungsaufträge. Keine baupreis- und weltmarktabhängigen Positionen.


    Zum Rest:


    Mannheimer Kunsthalle:
    Ja, die war wirklich günsitg, circa 70 Millionen. Ist aber keine ikonische Architektur. Sie ist ein solides, zeitgenössisches Museum. Berlin Modern wird eher etwas Einzigartiges werden.

    Nationalgalerie Oslo:
    Hat tatsächlich 6,15 Milliarden Kronen gekostet, das sind umgerechnet 550 Millionen Euro. Andere Quellen sprechen sogar von 600 Millionen Euro.
    Da hat der Nikolaus Bernau wohl gelogen. Denn Berlin Modern kostet stand heute ja erst 507. Das ist sehr weit entfernt von "doppelt so teuer".


    Und nochmal möchte ich daran erinnern: die finale Evaluation der fünf Standorte steht noch aus. Daher appeliere ich ja, die Diskussion hier sollte sich an handfesten Informationen orientieren, die beispielsweise in der verlinkten Pressemitteilung stehen, und nicht an Dingen wie "der NDR hat von Dritten gehört, dass die finden, dass ein Bankier eine Kreditanfrage irritierend fand", die diesen jüngsten Austausch hier ja auslösten.
    Subjektive Meinungen zu Projekten wie diesen kann man teilen. Wenn sie aber an der verfügbaren Information / Realität vorbei gehen oder diffus oder vage sind, dann ist das relativ nutzlos.

    (D)as G+J-Gebäude wird der Stadt für 8.000 Euro angeboten. Das skandalös teure Museum in Berlin als Vergleich heranzuziehen, zeigt eigentlich nur, was für Unsummen für das Hamburger Naturkundemuseum schon jetzt veranschlagt werden. Das "berlin modern" ist der teuerste Museumsneubau Deutschlands.


    Vergleichen wir doch lieber Äpfel mit Äpfeln. Leipzig[s Naturkundemuseum kostet] 10.170 Euro pro m² BGF.

    Bezüglich wahrgenommener Unsummen:

    Schlüsselfertige Quadratmeterpreise von 10k in Leipzig vs. 13k in Hamburg klingen ganz ehrlich eher so, als ob Leipzig hier das überteuerte Beispiel sei.

    Der Haushalt der Stadt Hamburg beträgt über 40 Milliarden Euro, der von Leipzig im Vergleich gerade einmal knappe 3.

    Hamburgs BIP liegt bei 160 Milliarden, Leipzigs bei ungefähr 30 Milliarden.
    Leipzigs 8000m² sollten ursprünglich 39 Millionen kosten, jetzt geht es auf die 80 zu.

    Anteilig zum Haushalt der jeweiligen Stadt würde die Summe in Hamburg 1.5% ausmachen, in Leipzig 2,6%. Und Hamburg würde durch den Teilerwerb dieses Mehrkosten-Risiko nicht wirklich haben.

    In Hamburg würden 10 Millionen Objekte untergebracht, in Leipzig laut Wikipedia wohl "nur" zwischen 300k-400k.


    Gegeben der BGF der unterschiedlichen Museen, finde ich den Vergleich von Berlin und Hamburg doch tatsächlich passender, wenn wir Äpfel mit Äpfeln vergleichen wollen.


    "Skandalös teuer" - Ja aber ginge es denn signifikant billiger? Was wäre eine nicht skandalöse Summe?

    Bisher fehlt mir in Diskussionen um Preisschilder von derartigen Vorhaben immer ein Verweis auf eine umgesetzte, wesentlich günstigere Realisierung irgendwo in diesem Land, die aber genauso eindrucksvoll ist.

    Ich denke ja, wir sollten einfach mal anerkennen, dass Bauen teuer ist. Und Sonderbauten, die einzigartig und repräsentativ konzipiert werden, kosten natürlich mehr als 0815-Copy-Paste-Wohnsiedlungen mit verputzen WDVS-Fassaden. Dass Berlin Modern Deutschlands teuerstes Museum ist, bedeutet längst nicht, dass es das Geld nicht wert sein wird. Das werden wir erst nach seiner Eröffnung beurteilen können.


    Das gesamte Gruner+Jahr Gebäude für 8000 Euro klingt natürlich super. Aber ich habe gerade nichts zu dieser Zahl finden können. Davon abgesehen: das Ding ist ein konventioneller Etagenbau aus den frühen 90ern. Für Labor, Verwaltung, Forschung und Archiv sicher geeignet, aber Ausstellungsflächen würden darin nur nach größeren Eingriffen imposant umgesetzt werden können. Es müsste also auch enorm viel investiert werden und bei Bestandssanierungen ist das Risiko von unliebsamen Überraschungen leider sehr hoch.


    Aber noch ist nichts finalisiert, das Gruner+Jahr-Gebäude ist ja noch im Rennen. Es werden zur Zeit 5 Standorte analysiert. "Ein qualitativer Vergleich dieser fünf potenziell geeigneten Standorte steht kurz vor dem Abschluss", steht in der Pressemitteilung.

    Ich denke, da müssen wir uns wirklich nichts vormachen, denn diese Frage können wir alle schon jetzt beantworten:


    Wohl kaum.


    Das ist einfach die Erfahrung, wenn es um öffentlich finanzierte und / oder Kulturbauten geht.


    In Berlin wird der Neubau des Museums Berlin Modern wohl mindestens 507 Millionen Euro kosten. Bis zur geplanten Eröffnung 2029 kann da aber sicherlich noch was angepasst werden. Anfangs wurden 200 geschätzt. Es wird 31.500m² groß. Das ergibt einen Quadratmeterpreis von etwas mehr als 16.000 Euro. Die als maximaler Höchstwert im Raum stehenden 595 Millionen für 46.000m² Elbtower ergeben knapp unter 13.000. Wahrscheinlich würde der Innenausbau des Museums noch Gelder oben drauf schlagen. Je nach dem, was als Übergabe vereinbart würde. Edelrohbau oder Schlüsselfertig.


    Hier noch ein Auszug aus der bereits oben erwähnten Pressemitteilung:


    "In diesem Zuge prüft der Senat seit 2022 mögliche Standorte für ein integriertes Forschungsmuseum, bestehend aus Ausstellungsflächen, Laboren und Sammlungsarchiven. Aufgrund der hohen Anforderungen ist die Prüfung komplex und zeitaufwändig. Sie umfasst bauliche, rechtliche, wirtschaftliche, verkehrliche sowie stadtentwicklungspolitische Fragestellungen. Untersucht werden insbesondere die Baufelder 51 und 74/75 in der HafenCity, die Hera-Halle Süd in Bahrenfeld sowie der Besenbinderhof und das ehemalige G+J-Gebäude am Baumwall, die dem Senat aus der Privatwirtschaft heraus angeboten wurden. Auf Initiative des Unternehmers Dieter Becken prüft der Senat ebenfalls eine Unterbringung im Elbtower an den Elbbrücken.

    [...]

    Die anfänglich 13 möglichen Standorte haben sich zuletzt auf fünf verdichtet. Hierbei handelt es sich um sowohl städtische als auch private Flächen, Bestandsimmobilien und Neubauoptionen. Ein qualitativer Vergleich dieser fünf potenziell geeigneten Standorte steht kurz vor dem Abschluss."

    Also entweder bleibt das Ding als Bauruine da noch lange stehen und sorgt schlimmstenfalls für Herzinfarkte von Flensburg bis Bayern und die Stadt *pumpt* hunderte Millionen in den Neubau eines Naturkundemuseums an anderer Stelle oder bietet potentiellen Investoren diesen Teilerwerb an, nachdem diese das Teil irgendwann fertiggestellt haben.

    Dass Hamburg dieses Museum eines Tages eröffnen will und wird, ist doch beschlossen. Es wird also öffentliches Geld dafür frei- und ausgegeben. Ob das nun für Flächen im Elbtower oder sonstewo angewiesen wird, ändert wahrlich nicht viel.


    "Im Ergebnis wird damit die Fertigstellung finanziert."


    Ja. Das sagte ich doch selbst schon: "Jede große Immobilie wird in der Regel so entwickelt: Man konzipiert, dann sucht man Ankermieter oder Käufer, dann geht man in die Realisierung. Niemand entwickelt ein riesiges und kostspieliges Projekt ohne eine gesicherte Refinanzierung durch Verkauf oder signifante Vermietungsrate."

    Ich finde ein für Berlin übertrieben hohes Gebäude (irgendwas bis / um 200m, aber auf jeden Fall sehr viel mehr als 100m) an dieser Stelle auch ganz gut. Das Westkreuz ist ein ausgezeichneter Knoten für eine solche Entwicklung und kann seine Konnektivität hervorragend solchen Projekten zu Nutze machen. Um Bahnhöfe herum zu verdichten, ist eine städtebauliche Strategie, die in Berlin leider noch nicht üblich geworden ist.

    Außerdem wird Berlin zwar gemeinhin als flache Stadt wahrgenommen, aber eigentlich hatte es schon immer eine weitläufige Stadtsilhouette. Wer einmal auf dem Dach eines Gründerzeitbaus steht, sieht in jeder Himmelsrichtung Hochhäuser vor dem Horizont, mit Hochpunkten, die dezentral und vereinzelt auffallen. Hier einen neuen Ausreißer wie den Estrel-Tower hinzustellen, wäre doch eine charmante Idee, um Berlins Weitläufigkeit zu unterstreichen. Die aktuelle Verdichtung am Alex sollte andere Standorte nicht verhindern oder ausschließen.

    Mitteilung des Senats von Oktober 2025


    Darin steht, von offizieller Seite, dem Hamburger Senat:

    "Hamburg soll ein neues, zukunftsweisendes Naturkundemuseum mit Forschungslaboren und wissenschaftlicher Sammlung erhalten. Das hat die Bürgerschaft 2021 einstimmig beschlossen. Die Prüfung verschiedener Standorte durch den Senat kommt zu dem Zwischenergebnis, dass die Unterbringung des neuen Naturkundemuseums im Elbtower in der HafenCity eine attraktive und wirtschaftliche Lösung darstellt."


    und weiter:


    "Unabdingbare Voraussetzungen für einen Teilerwerb sind, dass im Sinne eines Pauschalfestpreisvertrags sämtliche zur vollständigen, mangelfreien, abnahmereifen, genehmigten, funktions- sowie betriebsbereiten und schlüsselfertigen baulichen Fertigstellung des Naturkundemuseums erforderlichen Planungs-, Bau-, Liefer- und sonstigen Leistungen durch die Verkäuferseite erbracht würden. Das bedeutet, dass die Stadt erst nach Fertigstellung des Elbtowers zur Zahlung verpflichtet wäre. Gegenstand der Verhandlungen ist der Erwerb von rund 46.000 m² Sondereigentumsfläche inklusive mitbenutzender Gemeinschaftsfläche zu einem Preis von maximal 595 Mio. Euro."


    Das ist die aktuelle Position des Senats: Man würde kaufen. Man wird aber nicht finanzieren.


    Das heißt: Der Senat finanziert den Weiterbau nicht, pumpt also kein Geld in den Weiterbau des Elbtowers. Er gibt aber ein Kaufangebot für 46.000m² in Aussicht, dass Investoren jenen Weiterbau schmackhaft machen soll.

    Jede große Immobilie wird in der Regel so entwickelt: Man konzipiert, dann sucht man Ankermieter oder Käufer, dann geht man in die Realisierung. Niemand entwickelt ein riesiges und kostspieliges Projekt ohne eine gesicherte Refinanzierung durch Verkauf oder signifante Vermietungsrate.

    "Der Chef der norddeutschen Landesbank hat das Ansinnen des Finanzsenators offenbar als Grenzüberschreitung empfunden. Denn er berichtete davon Dritten mit entrüstetem Staunen, wie Panorama 3 in Erfahrung brachte. Die Bank wollte sich gegenüber der Redaktion nicht zu dem Vorgang äußern.

    Hat ein gewählter Senator eine öffentlich-rechtliche Bank um einen Kredit für ein privates Konsortium gebeten?"


    Das klingt ganz ehrlich eher nach Klatsch und Tratsch als nach handfester journalistischer Arbeit, die einer gehaltvollen informativen Aufklärung dient.
    Der NDR hat übrigens auch öfters sehr kritische Tonlagen in seinen Beiträgen zum SEV aufgrund der Sanierung der Bahntrasse zwischen Hamburg und Berlin und der Planungen zur neuen Schnellfahrstrecke zwischen Hamburg und Hannover eingenommen, die durch die Beiträge allein aber nicht wirklich nachvollziehbar wurden.

    ^ Ah oke, dass das Hines-Hochhaus offenbar auch Die Mitte genannt wird, ist bisher an mir vorbei gegangen.

    Bin bei der Recherche zu diesem Projektnamen der Google KI auf den Leim gegangen, die mich zum Central Tower Jannowitzbrücke weiterführte. Mitte | Central.. kann man der KI nachsehen:D

    Ich denke auch, dass die zwei neuen Hochhäuser am Alex dem Platz gut tun, weil seine horizontale Weitläufigkeit jetzt auch vertikal fortgesetzt und eingerahmt wird. Die Fassaden der beiden Neuen sind auch elegant und passend genug, um den Behrens-Bauten im Süden vom Alex ein ausreichendes Maß an Respekt zu zollen.
    Aber die Kubaturen hätten gerne ein bisschen spannender sein können. Denn das Park-Inn ist kein genial reduzierter gestalterischer Schachzug wie zB das auf den ersten Blick ähnliche Lever House in New York, es ist funktionaler Pragmatismus. Allein die Gestaltung des Technikaufbaus gibt ihm einen Charakter. Dass es jetzt dennoch ton- vielmehr formangebend für die neue bauliche Epoche am Platz wird, ist für mich nicht ganz verständlich. Zumal durch die ähnlichen Höhen von Park-Inn und Covivio-Tower ein weiteres Risiko für großgeratene Langeweile besteht. Zum Glück ist The Berlinian nicht der Höhe vom Park-Inn unterworfen worden.


    Und zum von Architektur-Fan angesprochenen Cluster würde ich sagen:
    Park-Inn, Berlinian und Covivio kann man gewiss als solches wahrnehmen. Allerdings sind die Hochhäuser inkl. Hines-Hochhaus alle in ziemlich gleichen und in Relation zu ihrer Höhe recht großzügigen Abständen zueinander geplant. Und der Alexander Tower entstünde schon ein bisschen sehr weit vom Berlinian entfernt. Es ist also vielleicht eher eine Reihung als ein Cluster, mindestens aber ein sehr sehr lockeres. Von Osten und Westen sieht man ein paar Zahnlücken; von Nord und Süd wird sich ein kompakteres Bild ergben. Wenn es aber noch zu Nachverdichtungen inkl. Höhenentwicklung kommen sollte, könnte das der Clusterbildung am Alex helfen. Frankfurt hat ja mittlerweile ein sehr schön dichtes vorzuweisen.

    Die Mitte an der Jannowitzbrücke ist aber Stand heute auf jeden Fall zu vom Alex entfernt. Es macht wohl eher einen eigenen kleinen Pulk mit dem JaHo und den bestehenden Wohnhochhäusern auf.

    Wenn mehr Flugsitze Richtung Berlin angeboten werden, kommen auch mehr Menschen.

    Mit einer guten Marketingkampagne oder auch tollen Veranstaltungen, werden auch mehr Menschen kommen.

    Die rbb Doku greift da z.B. die Silvesterfeier auf.

    [...]

    Und viele Menschen in Asien oder im Mittleren Osten kennen Berlin noch nicht.

    Habe gestern abend noch gelesen, dass visitBerlin mittlerweile tatsächlich "Qualitätstouristen" gezielter anspricht; also die Marketing-Strategie geht wohl weg von Party- und Nightlife-Touris mit gebuchten Hostelbetten hin zu Leuten, die für anspruchsvolle Kulinarik und klassische Kulturangebote kommen.

    Aber der touristische Reiz einer Stadt liegt zu beachtlichen Anteilen auch am Visuellen.

    Und da hat sich Berlin leider wirklich verhunzt. Das Bikini-Haus wurde noch gut revitalisiert, aber ein paar Schritte weiter, direkt gegenüber vom Bahnhof Zoo steht dann das unglaublich belanglose Zoom. Eine Vergeudung von absoluter Premiumlage. Gleiches gilt leider auch für die Europacity. Den Spreebogen. Den Leipziger Platz. Selbst der 'Prachboulevard" Unter den Linden hat wirklich schmerzhaft trostlose Neubauten erhalten.
    Immerhin kann Berlin im Sommer mit seinen zahlreichen Parks punkten - kurioserweise ist das auf internationaler Ebene tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal.


    Zu den potenziellen Besuchenden aus Asien und Mittlerer Osten: Die haben zu Hause wesentlich beeindruckendere Standards.

    Klar, Berlins Technoszene strahlt immer noch weltweit, aber junge Leute die keinen Techno hören, bekommen sonst wenig in Berlin angeboten. Und große Clubevents der heutzutage populären elektronischen Musikgenres finden woanders statt.
    Sonstige Faktoren, die kein besonderes Stadtbild bräuchten, wären die von BOO21 angesprochene freigeistliche Kulturszene oder eine erschwingliche und Instagram-taugliche Streetfoodkultur, die es aber in Berlin nicht wirklich gibt. Und ohne von Youngstern gehypte Orte bekommen vielleicht auch ruhigere aber reichere Leute nicht viel von Berlin mit.

    Immerhin: Dank Berlins großen Communities aus China, Vietnam oder dem Nahen Osten können Besucher von dort ihnen vertraute Speisen vertilgen, authentischer und preiswerter als in vielen anderen europäischen Städten. Das wurde mir gegenüber schon ein paar mal positiv erwähnt.


    Dazu kommt, dass die öffentlichen Räume der Stadt einfach wirklich recht dreckig bzw vernachlässigt sind. Was ich persönlich nie schlimm fand, aber Menschen aus blitzsauberen Städten in Ostasien oder Middle East können sich schönere Ziele für ihren Eurotrip vorstellen.

    Paris hat sein intaktes haussmannsches Stadtbild, London baut selbstbewusst starke Kontraste zwischen Alt und Neu, Kopenhagen übersetzt seine Gemütlichkeit gekonnt ins Zeitgenössische. Rom ist Rom und hat gutes Wetter. Und wenn der Krieg in der Ukraine hoffentlich eines Tages vorbei ist, wird Kyjiw sicher florieren. Stichwort Nachkriegseuphorie


    Zur Silvesterparty: Der rbb sollte seine Reporter mal zu den alltäglichen Feuerwerken in Ostasien schicken. Danach schlafen sie dann am Brandenburger Tor ein :D (Und in Dubai zünden sie zum Neuen Jahr den ganzen Burj Khalifa an)

    Ich habe eine Weile in Tokio gelebt und dort natürlich auch ein paar Berlin-Fans getroffen, aber eine Mehrheit der Leute waren noch nie da und hatten es auch nicht wirklich vor. Viele junge Leute waren das. Auch aus Frankreich und Spanien. Ein Wohlhabender aus den UAE sagte mir, wenn er und seine Family nach Deutschland jetten sollten, dann zum Shoppen nach Düsseldorf oder München. Aber natürlich würden sie London präferieren. Ältere Japaner freuten sich zwar über meine deutsche Herkunft, aber Berlin hat ihnen auch nicht viel bedeutet.


    Lange Rede kurzer Sinn: Ohne viel mehr zukunftsgewandte und eindrucksvolle Gegenwartsarchitektur wird Berlin touristisch bestimmt nicht großartig an Fahrt aufnehmen. Der BER könnte aber gewiss eines Tages von den 4 Millionen Menschen in Stadt und Umland profitieren, die halt in ihren Urlaub wegflüchten.

    Provinzielle Stadtplanung haben das Berliner Wow! leider zu einem Meh. werden lassen.

    Habs zwar schonmal gepostet aber es passt ja grade wieder ganz gut und ich find es ist ein wissenswerter Überblick: 2019: 6.356.000 ausländische und 8.500.000 inländische Gäste / 2024: 5.334.000 ausländische und 7.366.000 inländische Gäste


    Ich bin dahingehend wohl eher pessimistisch drauf denn ich denke nicht, dass Berlin bald wieder einen nennenswerten Aufschwung beim Tourismus erlebt.
    Denn die schmuddelige und zerfledderte Nachwendestadt ist mittlerweile mit trostlosen Neubauten verdichtet worden - aber immer noch schmuddelig. Was vorher eine stimmige Atmosphäre und Ästhetik bot, ist jetzt eine eher uninspirierende Mischung. Die Gegenwart Berlins war in den Nullern und Zehnern stark geprägt von der spannenden und einzigartigen Stadtgeschichte. Jetzt ist Berlins Gegenwart immer weiter verödet worden.
    Ich denke zB an die Europacity oder Neubauten entlang der Gertraudenstraße auf der Fischerinsel in wirklich bester Touri-Lage, wo früher die einzigartige Ahronblatt-Schwimmhalle stand und gleichzeitig das damals als Konzept bahnbrechende interreligiöse 'House Of One' seit Ewigkeiten einfach nicht realisiert wird. Mittlerweile hat Abu Dhabi mit dem 'Abrahamic Family House' diese Idee gemopst und sehr hübsch umgesetzt.

    Gleichzeitig meine ich in den letzten Jahren einen zaghaften Ausbau der hochpreisigen Hotellerie und Gastronomie zu erkennen. Vielleicht kommt also eine ähnliche Summe Kohle in die Stadt, aber eben von weniger, dafür kaufkräftigeren Menschen?

    Daneben etablierte sich ja aber innerhalb Deutschlands in den letzten Jahren ein notorisches Berlin-Bashing und auch der weltweite Ruf der Partyhauptstadt staubt langsam ein. Orte wie Barcelona, Tokio oder Bangkok sind jetzt eher die gehypten Hotspots.
    Wobei die Wiedereröffnung vom Pergamon natürlich wirklich den klassischen kulturellen Wert der Stadt wieder unterstreichen könnte. Und auch das 'Berlin Modern' wird dahingehend sicher unterstützend wirken. International bestimmt mehr; hierzulande erwarte ich eine eher miesmachende Mehrheitsmeinung zu dem Ding: Zu Teuer! Zu hässlich! / Steuergeldverschwendung! / Aldimarkt! / oder sonstigen Spott

    Und der A321XLR könnte dem Berlin-Tourismus und BER auch nützen.


    Ich bin gespannt wo die Reise hin geht!