Zu Berlin Natur:
294+107 sind immerhin 401 Millionen. Das ist auch eine ganze Menge Cash. Und wir können erwarten, dass am Ende mehr gezahlt werden wird. 450 sind auf jeden Fall vorstellbar, oder?
Der Neubau fürs Berliner Naturkundemuseum wird in Adlershof gebaut, gute 14 Kilometer vom Haupthaus in Mitte entfernt. Das zieht auf Dauer auch höhere laufende Kosten bei der Logistik nach sich. Könnte man auch bewerten. Außerdem steht in der von dir verlinkten Mitteilung auch noch: "660 Millionen Euro hat das Museum für Naturkunde Berlin für seinen Zukunftsplan von Bund und Land zugesagt bekommen." Auch seeeehr viel Kohle.
In Hamburg würden sie "maximal 595 Millionen" zahlen. Also zielt man in Verhandlungen vielleicht auch erstmal auf 450 oder 500 oder 550. Bekäme dafür 46000m². Klingt für mich, als könnte es doch verhältnismäßig sein. 595 wären dann etwas mehr, aber wie schon aufgezeigt, Hamburg ist eine reiche Stadt und jongliert jedes Jahr dutzende Milliarden. Darum finde ich es sehr wohl wichtig, was Leipzig und Hamburg für Gelder zur Verfügung haben.
Und der prozentuale Anteil, wie die jeweiligen Haushalte durch die Vorhaben belastet würden, ist für diese Diskussion daher wissenwert.
Hamburg müsste insgesamt über eine Milliarde zahlen, um wie Leipzig auf 2,6% zu kommen. Das sollte man unbedingt berücksichtigen, wenn man über "zu teuer" diskutiert: Die Kaufkraft der diskutierten Partei.
Die 80 Millionen in Leipzig ziehen aber in der Öffentlichkeit nicht so viel Schnappatmung nach sich wie eine Millionensumme in den mittleren Hunderten. Obwohl sie in der Stadt, in der sie verbaut werden, so gesehen mehr wert sind. Leizipg aber "leistet" sich hier eher etwas als Hamburg.
Zu Hamburg Natur:
In der Pressemitteilung steht:
"Unabdingbare Voraussetzungen für einen Teilerwerb sind, dass im Sinne eines Pauschalfestpreisvertrags sämtliche zur vollständigen, mangelfreien, abnahmereifen, genehmigten, funktions- sowie betriebsbereiten und schlüsselfertigen baulichen Fertigstellung des Naturkundemuseums erforderlichen Planungs-, Bau-, Liefer- und sonstigen Leistungen durch die Verkäuferseite erbracht würden."
Ob oder in wie weit das den Innenausbau ausschließt, ist mir nicht ganz klar aber es liest sich für mich so, als würde das Museum nur noch seine Ausstellung in den Räumlichkeiten aufbauen. Aber keine Wände ziehen oder Sanitäranlagen installieren oder Kabeltrassen verlegen. Das würde alles im Bauprozess mit den Entwicklern abgestimmt und umgesetzt werden. Und später dann halt abgekauft. Und dass Mieter / Nutzer / Käufer nach Bezug einer Immobilie ihre Schreibtische selbst aufstellen, ist ja wohl klar. Sollte die Kosten aber nicht immens sprengen. Das sind lokale Dienstleistungsaufträge. Keine baupreis- und weltmarktabhängigen Positionen.
Zum Rest:
Mannheimer Kunsthalle:
Ja, die war wirklich günsitg, circa 70 Millionen. Ist aber keine ikonische Architektur. Sie ist ein solides, zeitgenössisches Museum. Berlin Modern wird eher etwas Einzigartiges werden.
Nationalgalerie Oslo:
Hat tatsächlich 6,15 Milliarden Kronen gekostet, das sind umgerechnet 550 Millionen Euro. Andere Quellen sprechen sogar von 600 Millionen Euro.
Da hat der Nikolaus Bernau wohl gelogen. Denn Berlin Modern kostet stand heute ja erst 507. Das ist sehr weit entfernt von "doppelt so teuer".
Und nochmal möchte ich daran erinnern: die finale Evaluation der fünf Standorte steht noch aus. Daher appeliere ich ja, die Diskussion hier sollte sich an handfesten Informationen orientieren, die beispielsweise in der verlinkten Pressemitteilung stehen, und nicht an Dingen wie "der NDR hat von Dritten gehört, dass die finden, dass ein Bankier eine Kreditanfrage irritierend fand", die diesen jüngsten Austausch hier ja auslösten.
Subjektive Meinungen zu Projekten wie diesen kann man teilen. Wenn sie aber an der verfügbaren Information / Realität vorbei gehen oder diffus oder vage sind, dann ist das relativ nutzlos.