Beiträge von Rohne

    Abgesehen vom See gefällt mir die Landschaftsplanung im Entwurf 5 eigentlich überhaupt nicht. Vor allem lässt man da für meinen Geschmack noch viel zu viele Äcker als eben solche. Richtig gemacht, könnte die Bebauung selbst zwar urbaner werden als bei den meisten anderen Entwürfen, aber wo da jetzt Gebäudevorder- oder -rückseiten und damit öffentliche oder halböffentliche Flächen entstehen werden, ist doch bei noch gar keinem Entwurf wirklich abzusehen - hoffentlich zumindest. Auch das ganze Thema Verkehr ist bei wirklich allen Entwürfen noch höchst unbefriedigend. Da wird vor Allem die U7 teilweise als regelrechte Straßenbahn mit enormen Umwegen missbraucht die dann noch nichtmal P+R an der Raststätte Taunusblick ermöglicht, und wirklich urbane Gebiete mit den entsprechend nötigen Straßen und Plätzen sind eigentlich nirgends herauslesbar. Das müsste im Rahmen des konkreten Städtebaus also sowieso nochmal ganz von vorne aufgerollt werden.

    Naja, so einfach trennen wie das heutzutage gerne gemacht wird, lässt sich sowas eh nicht. Zumindest nicht wenn man anständige Ergebnisse erwarten will. Städtebau ist zwangsweise auch Verkehrs- und Freiraumplanung, von daher wird zumindest die grobe Marschrichtung dann bereits in dieser Stufe festgelegt. Und da sind die meisten Entwürfe alles andere als vielversprechend.

    Im Rahmen des Ganzen sollte der Altbau dann aber auch zwingend wieder ein anständiges Dach erhalten, zumindest in der Form dass dieses grausige Staffelgeschoss komplett durch ein anständiges schiefergedecktes Mansarddach (wenn da die Museumsdependance rein soll, braucht man wohl auch kaum echte Fensteröffnungen) verkleidet wird. Das sollte man bei einem derartigen Projekt schon erwarten können.

    Wenn es da wenigstens Vorschläge gäbe, mit denen sich was anfangen lässt, aber da ist ja leider überhaupt nichts dabei. Den Vogel abgeschossen hat Projektteam 1. Viel inhaltsloses esoterisches Gerede über einen nicht im geringsten greifbaren Vorschlag, der nur aus wild zusammengewürfelten bunten Pixeln besteht. Und 6, die der Meinung waren die Bausünden des Campus Bockenheim auf ein riesiges Gebiet zu transferieren. Da ist der zweite Vorschlag tatsächlich noch der Einäugige unter den Blinden. Zumindest bis man den Bebauungsvorschlag sieht, der nur wieder den üblichen Quaderhusten ohne angenehme Stadträume hervorbringt. Bei solchen Entwürfen muss man sich nicht wundern, wenn es in der Nachbarschaft nur Widerstand gibt!

    Also die "Hochpunkte" hätten da auch nix mehr rausgerissen, es eher sogar noch verschlimmert. Die Gebäudehöhen sind grundsätzlich ja ok (mal abgesehen von den 8 Vollgeschossen für das Gebäude an der südlichen Platzseite, das hätte eins weniger sein sollen). Das Problem liegt doch eher an anderen Stellen.

    Zunächst mal fehlt dem Platz an seiner Ostseite jegliche bauliche Geschlossenheit. Dann sind die beiden Gebäude an den nördlichen und südlichen Platzseiten einfach viel zu grobschlächtig, eine (zumindest optisch) kleinteiligere Bebauung wäre nötig gewesen. Dazu auch vertikale Gliederung (zB durch Gesimse) und ausgeprägte Attiken. Auch die Erdgeschosse wirken zu sehr abgeschottet, und werden zudem von der Baumasse darüber regelrecht erdrückt. Deutlich stärkere Einbeziehung auch des 1.OG in die Erdgeschossgestaltung hätte das ganze wahrscheinlich deutlich harmonischer aussehen lassen. Dass die mittleren Teile der beiden Gebäude weniger Geschosse als der Rest aufweisen, ist dabei ziemlich sinnfrei und alles andere als ästhetisch.

    Von der generell unglaublich einfallslosen Architektur und Farbgebung die das gesamte Baugebiet prägen mal ganz zu schweigen.

    Der Karl Richter Vorschlag für die Mainwasen wäre eine hervorragende Entwicklung und ein enorm wichtiger Beitrag zur städtischen Wohnungsbaupolitik, da es das direkte Stadtgebiet erweitern würde...

    Das sehe ich ähnlich. Durch die Anpassung des Siedlungsbeschränkungsgebiets wegen des Flughafens dürfte sich das Ganze auch nahezu deckungsgleich mit dem Vorschlag von Karl Richter umsetzen lassen. Ich würde dabei aber nicht nur das Areal beim Stadtschulamt direkt mit einbeziehen, sondern auch das dreieckige Areal südlich der Bahnstrecke, zu beiden Seiten des Länderwegs. Auch diese Gegend ist ja ziemlich übel verbaut und besteht zur Hälfte nur aus Kleingärten. Durch die insgesamt größere Fläche die man damit zur Verfügung hat, sollten sich nicht nur passende Schulstandorte (die Europäische Schule sollte auf jeden Fall mit an die Mainwasen verlagert werden) sondern auch gute Lösungen für die Sportvereine finden lassen.ÖPNV-Anbindung ist mit den S-Bahn-Stationen Mühlberg und Oberrad bereits vorhanden bzw sehr einfach umsetzbar. Man sollte sich dabei allerdings frühzeitig mit DB-Netz zusammensetzen so dass für die Verzweigung von Nord- und Südmainischer Bahnstrecke auf Höhe des Stadtschulamts der Flächenbedarf für einen leistungsfähigen Umbau mit berücksichtigt werden kann. Alles andere kann dann möglichst effizient und städtebaulich attraktiv bebaut werden.


    Noch wertvoller finde ich aber Karl Richters Vorschlag für den Rebstockpark. Mit dem Baugebiet am Römerhof macht man zwar einen guten Anfang, traut sich aber aus völlig unerklärlichen Gründen nicht an die auch ökologisch nicht gerade wertvollen Messeparkplätze und Kleingärten heran. Dann noch das Thema Großparkhäuser direkt an den Autobahnen als Quartiersgaragen, für die Messe und vor Allem auch für P+R (A5 mit Parkhaus zur U5, A648 mit Parkhäusern zur zu verlängernden Tram 17) das man dort sehr effizient umsetzen könnte. Leider lässt man da allerdings auch hier wieder diese Riesenchance ungenutzt verstreichen, da die Machbarkeitsstudie für das finale Verkehrskonzept der A5 bereits in Bearbeitung ist, von Seiten der Stadt aber ebenfalls gar nichts in dieser Richtung kommt.


    Wie meine Vorredner halt sagten, stadtplanerisch geht in Frankfurt mit diesem ideologisch total verbohrten Planungsdezernenten und generell vollkommen ambitionslosen (zumindest was die Stadtentwicklung betrifft) Politikern überhaupt nichts mehr voran.

    Sorry, aber die Fuß/Radanbindung ist doch absolut überhaupt kein Argument. Wie viele Leute wohnen denn bitteschön an der Hauptwache und wollen dann zu Fuß zu den Löwen oder Skyliners? Die kommen eh fast alle von deutlich weiter weg, so dass Rad und Fuß für die allermeisten von Anfang an ausscheiden. Zum Waldstadion kommt auch so gut wie niemand mit dem Rad gefahren.

    Das einzige was den Kaiserlei besser dastehen lässt als den Flughafen ist der S-Bahn-Takt. Aber dafür bekäme man dort gerade mal eine Billighalle mit so ziemlich der gleichen Größe wie die Festhalle jetzt schon hat. Damit bekommt man kein einziges jener Events, wie Europa-Stationen von UFC, NBA oder NHL, oder auch mal wichtige Spiele von internationalen Wettbewerben und größere Konzerte für die das Stadion dann aber doch zu groß ist. Die würden alle nach wie vor um Frankfurt einen großen Bogen machen. Und da man sich ja unsinnigerweise für das minimalistische Lagardere-Konzept entschieden hat (das bekanntermaßen trotzdem arge Finanzierungsschwierigkeiten hat), bekommt man noch nicht mal eine Aufwertung des seelenlosen und ziemlich unattraktiven Büroghettos Kaiserlei durch zusätzliche Nutzungen, was beim Mitbieter AEG wenigstens gleich noch mit dabei gewesen wäre.

    Von daher ist der Vorschlag der Katz-Group das beste was Frankfurt passieren kann!

    Ich möchte mir aber nicht vorstellen wie viel mehr man das ganze noch hätte verhunzen können. Einsatz von Flachdächern würde dazugehören.

    Und Dach ist ja nicht gleich Dach. Ohne Überstand und mit dem falschen Material kann man auch das bestgeformte Dach noch unansehnlich machen. Und die Neigungen müssen natürlich auch mit den anderen mit Schrägdächern versehenen Bauten der Nachbarschaft korrespondieren, Häuser im Stadtkontext sind ja fast nie Solitäre (oder sollten es zumindest nicht sein). Für Blockrandbebauung jedenfalls dürften Mansarddächer wie in der Gründerzeit wohl das Optimum darstellen. Damit lässt sich eine anständige Dachzone schaffen ohne irgendwelchen Platz zu verschwenden, im Vergleich zu den meisten Staffelgeschossen dürfte da bei cleveren Neigungen sogar noch mehr BGF im obersten Geschoss herausspringen.

    Das Dach mit besonderem Augenmerk auf Form und Material gehört jedenfalls zu den wichtigsten Bestandteilen eines jeden Gebäudes mit nicht zu unterschätzender Wirkung, und sorgt auch für den essentiellen regionaltypischen Charakter ohne den jede Stadt weltweit schon austauschbar wäre wie es die Neubaugebiete a la Europaviertel heutzutage größtenteils leider schon sind. Und da ist in Frankfurt und am Rhein nunmal das i.d.R. schiefergedeckte Schrägdach absolut prägend und daher die zu bevorzugende Dachform!

    Weiterer auch irgendwo schon vorgeschlagener denkbarer Standort für die Oper wäre die Nordseite des Theaterplatzes, also genau gegenüber des Schauspiels angrenzend an den Eurotower, wo zur Zeit noch die Euro-Skulptur steht. Wäre zwar ein Eingriff ins Wallservitut aber Bäume müssten fast keine weichen. Jedenfalls gibt es eine ganze Menge Standorte die wirklich sorgfältig und unvoreingenommen geprüft werden sollten.

    Für den aktuellen Standort bleibe ich aber auf jeden Fall bei der Forderung nach Rekonstruktion von Schauspielhaus und Fausteck. Nach Süden hin bleibt dann ja noch eine Menge Platz für zusätzliche Sockelbebauung entlang der Hofstraße und Hochhaus an der Kreuzung mit der Neuen Mainzer, evtl auch zur Querfinanzierung.

    Und in Anbetracht der unzähligen Erfahrungen mit vergleichbaren Projekten in dieser Stadt steht dabei noch zu befürchten, dass der Neubau wieder nur ein gesichtsloser austauschbarer Flachdachklotz wird der das Stadtbild nur noch weiter schädigt. Allein die an dieser Stelle absolut unpassende Anzahl der Geschosse lässt einen erschaudern. Da passt dann ja nichtmal mehr die Traufe mit der Umgebung zusammen. Lasse mich gerne eines besseren belehren, aber die Hoffnung ist nicht sehr groß.

    Finde es auch generell erschreckend, wie leicht man in dieser eh schon extrem verhunzten Stadt immer noch Abrissgenehmigungen für die wenigen verbliebenen Altbauten bekommt, ohne dass wenigstens sichergestellt wird, dass der Neubau keine wesentliche Verschlechterung bedeutet.

    Das interpretierst du falsch. Achtstreifige Erweiterung war und ist die Planungsbasis für den Abschnitt Friedberg-Nordwestkreuz. Südlich vom Nordwestkreuz dagegen sieht der BVWP einen zehnstreifigen Ausbau vor (geht ja auch gar nicht anders, da Westkreuz - Frankfurter Kreuz bereits seit den 70ern achtstreifig ist).

    Nur hat man mittlerweile gemerkt, dass die Bevölkerungs- und Verkehrsprognosen weit hinter der Realität hinterherhinkten, und diese BVWP Projekte in der reinen Form wahrscheinlich gar nicht ausreichend sind um die Engpässe anständig aufzulösen. So hat man sich vor zwei Jahren entschlossen, die Machbarkeitsstudie für den gesamten Abschnitt bis zum Frankfurter Kreuz in Auftrag zu geben. In deren Rahmen wird dann laut Hessen Mobil zB auch die ursprünglich mal angedachte Abwicklung von Lokal- und Fernverkehr auf separaten Fahrbahnen in mehreren Varianten untersucht. Und natürlich auch die in den jeweiligen Teilabschnitten genau nötige Anzahl an Fahrstreifen. Man kann auf jeden Fall davon ausgehen, dass die A5 zumindest abschnittsweise erheblich breiter wird als ursprünglich zu erwarten.

    Temporäre Standstreifenfreigabe war übrigens bereits bei der ursprünglichen Planung mit vorgesehen, obwohl dies als Dauerzustand eigentlich gar nicht zulässig ist sondern nur als temporäre Zwischenlösung bis zu einem vollwertigen Ausbau.


    P+R am Taunusblick wäre zwar überaus sinnvoll (natürlich nur wenn die U7 auch bis mindestens dahin verlängert wird), ist allerdings straßenrechtlich nicht ganz so einfach umzusetzen, weswegen da von Hessen Mobil keinerlei Initiative in der Richtung erwartet werden kann. Hier müsste die Stadt Frankfurt selbst endlich mal ihren aus den Pötten kommen, und Druck machen um gemeinsam mit Hessen Mobil eine umsetzbare Lösung zu finden. Im Zuge dessen sollte meines Erachtens auch gleich eine neue Anschlussstelle an der A5 zum Römerhof (zukünftige Endhaltestelle der bekanntlich hierher zu verlängernden U5) mit projektiert werden. Denn hier hätte man einen idealen Standort um das neue Stadtquartier durch Großparkhäuser als Lärmschutzriegel von der A5 abzuschirmen, die dann als Quartiersgaragen, P+R und als Ersatz der Messeparkplätze an der A648 genutzt werden könnten. Aufgrund der aktuell laufenden Machbarkeitsstudie wäre das jetzt der passende Zeitpunkt für eben solche Überlegungen, aber wir kennen ja leider unsere Stadtpolitik...

    Eine Provinzposse sondergleichen. Jegliche Stadtentwicklung und damit auch zusätzliche Wohnungen verhindern, aber dann über steigende Mieten heulen und sich an die Spitze von Bewegungen setzen, die mit sozialistischen Werkzeugen a la Mietpreisbremse mehr Schaden als Nutzen bringen. Einfach nur noch unfassbar was diese Politikdarsteller hier wieder fabriziert haben...

    zu #686:


    Vor dem Krieg war das ein ganz normaler Teil der Altstadt. Also kleinteilige Fachwerkbebauung, die Gassen in Nord-Süd-Richtung verlaufend. Die Graubengasse (als quasi Verlängerung der Neugasse) verlief dabei bis zur Töngesgasse durch. Attraktive Nord-Süd-Verbindungen gibt es ja leider wirklich nicht mehr viele, so dass bei einer hypothetischen Neuentwicklung auf jeden Fall die historischen Verläufe wieder aufgenommen werden sollten. Wobei mir jetzt keine bedeutenden Gebäude in diesem Areal bekannt sind, so dass wohl eher wenige Rekonstruktionen in Frage kämen.

    Nichtsdestotrotz würde eine komplette Aufgabe der Kleinmarkthalle schon einen schweren Verlust bedeuten, der sicherlich auch von deutlichen Protesten begleitet würde, auch wenn es um das schäbige und alles andere als behagliche Gebäude in dem die Kleinmarkthalle derzeit residiert definitiv nicht schade wäre. Eine neue, auf für etwas veränderte Standkonzepte besser geeignete, Halle müsste aber nicht zwangsläufig am aktuellen Standort entstehen. Die Halle vor dem Krieg zB befand sich ein paar hundert Meter nordöstlich, auf dem südlichen Teil von Peek&Cloppenburg an der Zeil. Gerade das direkte benachbarte Parkhaus Konstablerwache könnte im Zuge dieser ganzen "Verkehrswende"-Diskussionen irgendwann vielleicht tatsächlich mal obsolet werden. Kleinmarkhalle nähe Konsti wäre auch nicht unbedingt Konkurrenz zum dortigen Erzeugermarkt, die Schrannenhalle in München zB befindet sich ebenfalls direkt neben dem Viktualienmarkt und beide funktionieren sehr gut miteinander.

    Balkons zum Straßenraum, vor allem in der Masse, sind halt generell eher eine schlechte Idee. Da gibt es deutlich geeignetere Mittel um eine Fassade zu gestalten. Wenn es Freisitze sein sollen tun es auch Erker und Loggien. So sieht es halt eher nach Malle-Bettenburg und nicht nach Stadthaus aus. Und dann auch noch mit Glaswänden. Die Bastmatten und sonstigen Billig-Krimskrams um die Flächen privater zu machen werden nicht lange auf sich warten lassen.

    Da war der andere Neubau-Entwurf von dirschl federle deutlich besser.

    Tut mir ja leid für dich, dass nicht jeder die Möglichkeit hatte bei diesem Kongress teilzunehmen, um die Informationen direkt aus erster Hand zu erfahren. Denn das was die Presse dazu schrieb war ja wie so oft mal wieder völlig unspezifisch und wenig aussagekräftig, und konnte damit nicht im geringsten dazu beitragen die Befürchtungen zu zerstreuen.


    Und wie man von Teilnehmern so hört, scheint der viergleisige Ausbau zwar wirklich safe zu sein, der "volle Umfang" dagegen aber überhaupt nicht mehr. So wird es wohl laut Flurfunk darauf hinauslaufen, dass die Anbindung der Main-Neckar-Bahn an der Uniklinik jetzt doch nicht höhenfrei vorgenommen wird, und auch der Richtungsbetrieb im Südbahnhof scheint nicht mehr realisiert zu werden (Überwerfungsbauwerk für Übergang in Linksbetrieb stattdessen an der Strecke zum Stadion), so dass zwingend bereits in Hanau vollständig vorsortiert werden muss wenn man Trassenkonflikte in Sachsenhausen vermeiden will: Fernverkehr nur südmainisch konfliktfrei möglich, Regionalverkehr nur nordmainisch (und nicht mehr über OF).

    Ich finde die Variante der Katz-Group deutlich besser als dieses Lagardere-Billig-Projekt. Verkehr wäre gar nicht so das Riesen Problem, da sich An- und Abreisezeiten von Veranstaltungen im Stadion und der Halle in den seltensten Fällen überlagern.

    Entscheidender sehe ich die Größe der Halle selbst. Die ursprünglich vorgesehenen 12000 Plätze wären kaum mehr als die Festhalle heute schon hat, man würde also gar keine neuen Veranstaltungen nach Frankfurt holen können, sondern nur der Festhalle Konkurrenz machen. Größere Konzerte, Spiele von zB NBA oder NHL, die in den letzten Jahren ja gerne mal das ein oder andere Spiel in Europa austragen, oder auch wichtigere Endrundenspiele von entsprechenden internationalen Wettbewerben, würden damit weiterhin einen großen Bogen um Frankfurt machen. Selbst mit den jetzt neu vorgeschlagenen 14000 Plätzen zählt man nur zu "unter Ferner liefen". Da bräuchte man schon noch mindestens weitere 2-3k Plätze. Mit 20000 oder gar noch mehr dagegen würde gar kein Weg mehr an Frankfurt vorbeiführen.

    Wenn schon am Kaiserlei, dann mit ordentlichem Fassungsvermögen, und dann auch in der AEG-Version, die dieses grauenerregende Büroghetto etwas von seiner furchtbaren Monofunktionalität befreite, womit auch die restlichen Büroflächen dort profitierten und leichter vermietbar würden.

    Der Regionalbahnhof ist mit der RTW voll, danach bekommt man dort nix mehr zusätzlich unter. ZB eine Taktverdichtung der S8 oder zusätzlicher Regionalverkehr ist nicht möglich. Am Fernbahnhof ist weniger der Bahnhof selbst das Problem als vielmehr die anschließende zweigleisige NBS bis zum Abzweig Mönchhof. Laut PRINS ist bereits mit den eher unambitionierten Zugzahlen des BVWP der gesamte Abschnitt sogar bis zur Wallauer Spange überlastet.


    Der Tiefbahnhof am Hauptbahnhof ist btw nur vom Fernbahntunnel aus zu erreichen, und dient daher (wie der Name schon sagt) fast ausschließlich dem Fernverkehr. Liegt allein schon daran, dass das westliche Tunnelende nur in die neuen ausschließlich vom Fernverkehr zu nutzenden Gleise über die dritte Niederräder Brücke münden wird. Entscheidet man sich irgendwann auch im überlasteten Korridor nach Hanau für dringend nötige separate Fernbahngleise, wird das dann auch dort der Fall sein. Natürlich kann man sofern Bedarf und Kapazität dies erfordern und erlauben auch vereinzelt Regionalzüge durch den Tunnel schicken. Das werden dann aber definitiv keine normalen REs oder RBs sein, sondern diese ominösen Hessenexpress-Züge, die bezüglich Haltepolitik und Geschwindigkeit (200km/h-Züge) eher mit dem Fernverkehr vergleichbar sind, so eine Art kurzlaufende aber dafür sehr schnelle Interregios die auch die Schnellfahrstrecken mitbenutzen.

    Insofern der viergleisige Ausbau Hbf-Südbahnhof noch in vollem Umfang zum Knotenprojekt gehört, wird der Fernverkehr zukünftig vor Fertigstellung des Tunnels fast komplett auf den Gleisen 1-6 abgewickelt, die dann komplett kreuzungsfreie Fahrten auf der Relation Stadion-Südbahnhof erlauben. Einzig der Nord-Süd-Fernverkehr Gießen-Darmstadt muss mangels anderer Fahrmöglichkeiten auf den Gleisen 11-13 verbleiben. 20+21 ist zukünftig S-Bahn.

    20% mehr im Vergleich zu was? Ich halte diese Zahl für völlig sinnfrei und uninteressant. Wichtiger, aber bisher leider unbestätig, ist, dass der oberirdische Ausbau in Sachsenhausen und an der Main-Neckar-Auffahrt weiterhin in vollem Umfang durchgezogen wird, und auch der Korridor nach Hanau auf eine langfristig tragfähige Lösung abgesucht wird. Die nordmainische S-Bahn bringt nämlich keinerlei Entlastung. Es müssen sich trotzdem mindestens 6 Fernzüge pro Stunde und Richtung (auf fast allen deutschen NBS ist deutlich weniger unterwegs) die gerade mal zweimal zwei Gleise mit Regional- und Güterverkehr teilen.

    Auch die beiden Flughafenbahnhöfe sind an der Kapazitätsgrenze.

    Sorry, aber was du erzählst stimmt einfach nicht! Die Zeiten der autogerechten Stadt sind auch in Frankfurt schon seit Langem vorbei. Das Pendel ist schon vor etlichen Jahren eher sogar schon ins andere Extrem umgeschwungen, aber Extreme sind nie gut. Das Festhalten an dieser unsinnigen Sperrung des Mainufers trotz der ganz offensichtlichen Probleme die man sich damit auf den Ausweichrouten eingehandelt hat, ist nur ein Beispiel von vielen. Zur Zeit versucht man ja krampfhaft dem Straßenverkehr selbst an den sinnlosesten Stellen Steine in den Weg zu legen, und selbst auf überlasteten Straßen Fahrstreifen in Fahrradwege umzuwandeln, obwohl es vielfach auch deutlich weniger befahrene Parallelstraßen gäbe, wo die Radfahrer auch nicht in Konflikt mit Bus- und Straßenbahnhaltestellen kämen.

    Und monofunktionale Fußgängerzonen sind wie erwähnt ohnehin ein extrem schlechtes Rezept für ein urbanes Stadtbild. Da muss man sehr genau aufpassen wo man sie anlegt. Einfach mal pauschal alle möglichen Straßen die einem einfallen in Fußgängerzonen umzuwandeln bringt null Urbanität aber dafür handelt man sich mit einem derart verbohrten Ansatz nur viele neue Probleme ein. Die Unwirtlichkeit vieler Orte in Frankfurt liegt auch nicht daran, dass dort vielleicht ab und zu mal ein Auto vorbeikommt und auch an Hauptstraßen noch nichtmal an der Anzahl von Fahrstreifen. Sondern das liegt zuallererst an der vielfach grauenvollen Architektur, missratenem Städtebau und dass sich die hiesigen Planer vielfach besonders dämlich anstellen wenn es darum geht den öffentlichen Raum zu gestalten.

    Das Mainufer mit seinem monofuntionalem Vorstadt-Wohnungsbau wird nie ein urbaner Ort werden, dazu müsstest du erstmal die Wohnblöcke abreißen und was anständiges Neues hinstellen. Noch dazu wenn man ein paar Meter weiter von der Vorstadt-Tristesse weg in viel angenehmerer Atmosphäre direkt am Fluss herumlaufen kann, so man denn tatsächlich irgendeinen Grund hat dort langzulaufen.

    Die Tristesse wird auch in einem dauerhaften Zustand nicht besser werden. Das liegt allein schon an der Bebauung: zum großen Teil übelste Vorstadt-Wohnblöcke, wie leider ein großer Teil der Altstadt, und hier auch noch komplett ohne öffentliche Nutzungen. Wer soll da dann schon freiwillig langlaufen? Irgendein lohnenswertes Ziel für einen Spaziergang gibts am Mainufer östlich des Römers ja nun auch nicht gerade.

    Würde er seine ideologischen Scheuklappen abnehmen, müsste Oesterling sich eingestehen, dass dieses Experiment ein totaler Rohrkrepierer ist, und besser vorzeitig abgebrochen gehört. Fußgängerzonen funktionieren nunmal nur in seltenen speziellen Fällen (in Frankfurt vA Neue Kräme und Fressgass, Zeil dagegen ist eher abschreckend). Ein Allheilmittel sind sie auf keinen Fall, der Urbanität vielfach sogar eher abträglich.