Beiträge von Rohne

    Das wäre eine sehr sehr schlechte Inspirationsquelle, und das Holzhausenviertel wäre im Nu von lauter solchen Egotrips verschandelt. Auch wenn die direkten Nachbarn ob ihrer Schlichtheit ebenfalls zu wünschen übrig lassen, sie fallen im Gegensatz zu diesem - ebenfalls extrem schlichten und obendrein mit furchtbarer Fensteranordnung versehenen - Neubau wenigstens auch nicht extrem negativ auf. Und die nähere Umgebung weist ja trotzdem noch eine ganze Menge repräsentativer Gebäude auf. Also an diesem unförmigen Klotz kann ich wahrlich nichts positives erkennen.

    Abriss wäre in der Tat deutlich besser als der Erhalt dieses abweisenden fensterlosen Klotzes. Bei Neubau würde ich aber eher den Stil des noch recht jungen linken Nachbarn bevorzugen. Und natürlich wie dort ebenfalls mit Haube, so dass der Eingang der Goethestraße wieder wie in der Vorkriegszeit beidseitig damit eingefasst ist.

    Der Entwurf ist einfach unrettbar grausig. Erstmal sowieso viel zu hoch und bei weitem viel zu viel Baumasse. Und natürlich wieder nur der übliche architektonische Einheitsbrei mit Flachdach und ohne anständige Fassade, dafür mit teilweise verschobenen Fensterachsen (wahrscheinlich wieder der suboptimalen Lage der Treppenhäuser geschuldet) die diesem Unding noch den Rest geben. Grauenvoll! Und der benachbarte Altbau wird seines passenden Zwillings beraubt. Gegenüber dem Ist-Zustand eine massive Verschlechterung, selbst in Anbetracht des miserablen Erscheinungsbilds der entstuckten Altbauten.

    ChriStos Farbkleckse würden das ganze sogar erst richtig lächerlich wirken lassen.

    Der Wunsch dürfte doch eher aus der grauenhaften Erfahrung mit der gebauten Realität der letzten Jahrzehnte entspringen. Und insbesondere mit dem absolut unwürdigen Siegerentwurf für dieses Grundstück. Gegenüber dem wäre der aktuelle unbebaute Zustand tatsächlich eine Wohltat. Das gälte dann aber genauso gut für 95% aller anderen Bauvorhaben in Frankfurt. Von daher kann das nun sicher nicht der Anspruch sein.

    Alles steht und fällt allein mit der Qualität dessen was man da nun hinbauen will. Ein Entwurf der sich am gründerzeitlichen Vorgänger orientiert, oder zumindest in der Art des Hotels wenige Meter weiter nördlich, und dem Platz damit eine würdige Fassung gibt wäre in jedem Fall ein Gewinn und auch deutlich besser als die Freifläche. Ein renditeoptimierter Flachdach-Klotz aus der Konserve dagegen wäre ein Super-GAU.

    Einen der schönsten Türme mit genau der selben Höhe und zugehörigen Kubatur wie ich mir für den MT wünsche, finde ich immer noch den Library Tower - bzw neuerdings US Bank Tower - in Los Angeles. Ikonisch, formvollendet, zeitlos elegante Postmoderne mit ordentlich Setbacks, orientiert an den Art-Deco-Türmen. Und definitiv ein unverwechselbares Wahrzeichen.

    Nunja, das ist immer noch das Medium einer Interessengemeinschaft. Einer fairen Diskussion haben sich die Initiatoren der Schauspielhaus-Initiative nie verschlossen, es war doch immer die geballte Gegenseite die konsequent jeglicher Diskussion aus dem Weg ging, sei es durch ihrerseits einseitige Zusammensetzungen bei den eigenen Diskussionsrunden, oder eben auch das konsequente Ablehnen jeglicher Einladungen der Rekobefürworter (gab es mehrfache Fälle). Bei ähnlichen Plattformen von solchen realitätsfremden Ideologen wie den Initiatoren des Rad- oder Mietentscheids wäre die Zusammensetzung auch nicht anders. Wenn hier jemand das Thema unnötig vergiftet hat, dann waren das mal ganz eindeutig Stadt mit ihrer an Frechheit kaum noch zu überbietenden Handlungsweise gegen das erfolgreichste Bürgerbegehren in der Stadtgeschichte, und auch die Presse, die doch ihrerseits von Anfang an nur gegen die einzig sinnvolle Lösung gehetzt haben mit frei erfundenen Scheinargumenten, und der Gegenseite nie die Möglichkeit gegeben haben ihre Argumente vorzubringen!

    Naja, diese ganzen 60er/70er-Jahre-Siedlungen sind halt architektonisch furchtbarste triste Massenware und städtebaulich eine Vollkatastrophe. Schlimmer noch als die Zeilenbausiedlungen der 50er, und das will schon was heißen. Da kommt die Ghetto-Assoziation ganz automatisch. Jemand der es sich aussuchen kann würde freiwillig dort nie hinziehen, wobei Ausnahmen nur die Regel bestätigen. Andererseits ist der Mensch halt ein Gewohnheitstier. Wenn man sein ganzes Leben in so einem Käfig verbracht hat, findet man irgendwann tatsächlich noch irgendeine Art Gefallen daran.

    Von daher klar, dass solch ein furchtbarer Anblick immer direkt auch mit Ghetto assoziiert wird. Das wird sich auch nie ändern. Von daher wird man noch lange Zeit mit Luxustürmen dicke Bretter bohren müssen, und möglichst auch sich vieler dieser 70er-Jahre-Sünden entledigen müssen, bis das Wohnhochhaus nicht automatisch mit sozialen Problemen in Verbindung gebracht wird.

    Sehr wertig, aber leider an der falschen Stelle. In anderen Teilen der Stadt hätte man damit sicher ein positives Ausrufezeichen setzen können, aber zwischen den Gründerzeitlern passt diese 50er-Optik einfach nicht. Mal abgesehen davon, dass ich von vollwertigen Balkonen im Straßenraum generell eher wenig halte.

    Schneise durch den Wald würde es doch sowieso gar nicht geben. Ist ja schließlich keine Einseilbahn vorgesehen (wo das tatsächlich zu träfe) sondern nunmehr eine 2S-Bahn. Da Trag- und Zugseil getrennt sind, lassen sich deutlich größere Stützenabstände realisieren wo die Seile in einer Höhe verlaufen, dass die darunterliegenden Baumwipfel problemlos ohne jegliche Eingriffe überschwebt werden. Einzig für die 8 Stützen und die beiden Stationen ist Bauplatz nötig.

    Die ursprünglich für die ÖPNV-Variante avisierte 3S-Bahn wäre sogar mit Stützenabständen von mehreren Kilometern machbar.

    Ich halte von der Idee wenig bis gar nichts. Mit dem nördlichen Abschnitt durch Stiftstraße und Schäfergasse könnte ich sogar noch mitgehen. Aber der gesamte westliche Abschnitt ist in der Form ziemlicher Humbug. Abgesehen von der Haltestelle Rossmarkt gibt es jene Strecke schon deutlich effizienter unter der Erde. Man sieht direkt dass die beiden Sozen unbedingt einfach nur eine neue Trasse wollten, ohne sich jemals Gedanken über Bedarf und die tatsächlichen Verkehrsströme gemacht zu haben.

    Behaupten sie wollen die Altstadtstrecke entlasten, aber wollen ihre Trasse dann ausgerechnet am eh schon auch mit Autos ziemlich stark belasteten Theaterplatz genau in jene Altstadtstrecke einmünden lassen. Damit schafft man sich dort just den nächsten Flaschenhals, der zudem auch noch erwartbar enorme gegenseitige Konflikte mit dem Straßenverkehr haben wird. Und im Bahnhofsviertel bleibt alles beim Alten. Sinniger wäre in meinen Augen erstmal eine Straßenbahn durch die Taunusstraße zu legen, so dass auch die Linie 12 vor dem Hbf halten kann, und nicht mehr alles wild auf insgesamt drei Haltestellen zerfleddert werden muss. Das ergäbe dann auch andere Möglichkeiten für eine westliche Weiterführung einer etwaigen Tram in der Stiftstraße.

    Mal abgesehen davon, dass eine Straßenbahn am Kaiserplatz noch die letzten Reste der dortigen gründerzeitlichen städtebaulichen Konzeption beseitigen (man schaue sich mal die Vorkriegsfotos dieser Gegend an, was für ein wunderbarer Straßenzug das mal war, aber eine Straßenbahn passt da definitiv nicht ins Bild). Kaiserstraße und Kaiserplatz gehören in ihrer derzeitigen Form aber noch zu den ganz wenigen Ecken der Neustadt die überhaupt Aufenthaltsqualität aufweisen.

    Hoffen wir dass sich nach Corona (falls die Politik uns überhaupt jemals unsere unabhängig von Impfstatus und sonstiger Panikmache immerhin verfassungsmäßig garantierten Grundrechte zurückgibt), jemand findet, der das nötige Kleingeld und Risikobereitschaft hat. Zu wünschen wäre es sehr. Im Zuge dessen hoffe ich auch auf eine Sperrung des Gipfelplateaus zumindest für den MIV (auch auf die Bushaltestelle kann man dann gut und gerne verzichten), möglichst zusätzlich auch der L3024 zwischen Parkplatz Windeck und Sandplacken.


    Immerhin lassen sich Seilbahnen innerhalb weniger Monate durch Neue ersetzen. Die Möglichkeit bestünde also weiterhin, dass irgendwann doch mal die ursprünglich vorgeschlagene 3S-Bahn kommt (und vielleicht auch doch mal in den RMV aufgenommen wird), die auch in der Lage ist Fracht zu transportieren. Damit ließen sich die erwähnten Straßen dann sogar zu einfachen Waldwegen zurückbauen.


    Rhein-Main macht einfach viel zu wenig aus seinem höchsten Berg. Die meisten anderen Städte beneiden Frankfurt um seinen Hausberg, und die allermeisten würden ihren Bewohnern dort auch viel mehr Freizeitmöglichkeiten bieten oder das sogar zu einem eigenen touristischen Anziehungspunkt entwickeln. In Singapur hat man sowas sogar in einen kompletten Freizeitparkt verwandelt, bei uns dagegen haben selbst Aussichtsturm und Gastronomie im Sommerhalbjahr sogar an langen Wochenenden geschlossen...

    War von diesen unsäglichen Politikdarstellern leider nicht anders zu erwarten. Bürgerentscheide werden nur ernst genommen, wenn das Ziel der linken Mainstream-Meinung entspricht, dann reichen sogar schon deutlich weniger Unterschriften. Leider viel zu viele Verantwortliche die sich an der durch Krieg und "Wiederaufbau" herbeigeführten Hässlichkeit der Stadt ergötzen, und diese Beleidigung der Augen für alle Ewigkeit zementieren möchten. Sind vom Geisteszustand wahrscheinlich die gleichen, die es auch geil finden, wenn immer größere Teile der Stadt versiffen im Dreck versinken, und die unmöglichen Zustände im Bahnhofsviertel so schön "urban" finden.


    Und die Sache mit dem Osthafen, dass nicht mal Kultur dort erlaubt sein soll, ist eine Posse wie man sie nur in Deutschland finden kann...

    Kann gar nicht so viel fressen wie ich...

    Nicht ansatzweise so sehr Platzverschwendung wie die Kleingärten. Da ist ja jede einzelne Parzelle häufig sogar größer als EFH-Grundstücke, und hinzu kommt noch die extra Wohnung, oftmals in irgendwelchen furchtbaren 50er-Jahre-Zeilenbau-Siedlungen oder 70er-Ghettos, deren Bevölkerungsdichte ebenfalls nicht viel höher ist als in einer typischen Großstadt-EFH-Siedlung. Gegenüber diesen scheinbar leider unantastbaren Fehlern (diese pseudo-Nachverdichtung in Form von Aufstockungen und schlecht platzierten Neubauten auf Freiflächen ist eher ein schlechter Witz) sind Einfamilienhausgebiete ja noch regelrecht dicht und urban. Und schöner anzuschauen in den meisten Fällen sowieso.

    Geschosswohnungsbau wird in Frankfurt leider auch viel zu selten in akzeptabler Qualität abgeliefert. In der Regel sind es ja leider doch sinnfrei in die Gegend geschmissene Flachdach-Bauklötzer die dem öffentlichen Raum alles andere als eine angenehme Tapete geben. Und wirklich urban und dicht, so wie in den tatsächlich vorbildhaften Gründerzeitgebieten darf ja gemäß den völlig aus der Zeit gefallenen deutschen Baugesetzen gar nicht erst gebaut werden. Nicht vergessen sollte man aber, dass auch in der Gründerzeit viele wunderschöne Villengebiete in zentrumsnaher Lage wie Holzhausenviertel, Teile vom Westend oder die riesigen Kolonien in Dresden und Berlin entstanden sind. Auch wenn die heutigen EFHs häufig nicht gerade mit jenen Kolonien zu vergleichen sind.

    Also hier liegt die Wurzel des Übels aber doch eher ganz woanders begraben, da sind die Einfamilienhäuser in der Liste der Kritikwürdigkeiten eher ziemlich weit unten anzusiedeln.

    Auch die Bundesstraßen verbleiben natürlich bei Hessen Mobil.

    Insgesamt sehe ich das ganze zwiegespalten: einerseits erhoffe ich mir, dass die Planung und Umsetzung der unzähligen vordringlichen Ausbauprojekte in Rhein-Main bald endlich erheblich schneller vorangeht. Das was Hessen Mobil diesbezüglich abgeliefert hat in den letzten Jahren, ist leider einfach nur als schlechter Witz zu bezeichnen. Bleibt aber abzuwarten, ob die Hoffnung tatsächlich erfüllt wird, wenn der Sitz der für uns zuständigen Niederlassung sich ausgerechnet in Montabaur befindet - weit entfernt von den tatsächlichen Stau-Hotspots und ausgerechnet basierend auf den Strukturen einer der bisher eher zu den ineffizientesten gehörenden Straßenbaubehörde. Aber wie gesagt, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und viel langsamer als unter Hessen Mobil, kann es eigentlich eh nicht vorrangehen.

    Andererseits allerdings fürchte ich um einige Errungenschaften, die Hessen bisher extrem positiv von allen anderen Bundesländern abgehoben haben. Als da zum einen die gegenüber der gesamtdeutschen RWBA deutlich besseren Regeln für die wegweisende Beschilderung wären, die ganzen Projekte im Bereich der Telematik (Wechselwegweisung, Standstreifenfreigaben, etc) und ganz besonders auch das hessische Baustellenmanagement. Während in anderen Bundesländern selbst zu Unzeiten Fahrstreifen wegfallen und der Verkehr sich endlos und ohne Grund mit 60 dahinquälen muss, bleiben in Hessen auf belasteten Strecken alle Fahrstreifen erhalten, und vielfach sogar derart breit, dass sogar 100km/h zugelassen sind, was dem Verkehrsfluss erheblich zu Gute kommt.

    Dass das Seilbahn-Thema nur wegen von angeblichen Sättingungstendenzen betroffener Hersteller lanciert wurde, ist ein Ammenmärchen das besonders unter Bahnjunkies kursiert, denen jeglicher Blick über den Tellerrand fehlt. Wahr ist daran aber nichts. Die Hersteller haben noch auf lange Zeit mehr als genug zu tun, zumal auch regelmäßig die bestehenden Anlagen in den Skigebieten aufgrund der starken Auslastung durch größere ersetzt werden müssen.

    Stattdessen ist das Thema deshalb auf der Tagesordnung, weil Seilbahnen in bestimmten Bereichen auch im ÖPNV höchst sinnvoll sein können. Der Durchbruch war halt erst durch das Netz in La Paz, wo die Topografie die Stärken der Seilbahn besonders herausstellt. Aber auch in und um Frankfurt gibt es durchaus ein paar Relationen, wo es niemals eine Schienenstrecke geben wird, aber eine Seilbahn höchst sinnvoll und effizient wäre (von der hohen touristischen Bedeutung fangen wir besser gar nicht erst an), und zudem auch viel schneller und günstiger umgesetzt werden kann. Louisa - Waldstadion (P+R) - und möglichst weiter zum S-Bahnhof Stadion, Kaiserlei (P+R) - Eissporthalle, und ganz besonders natürlich die Strecke von der Hohemark (P+R) zum Feldberg rauf sind in meinen Augen überaus sinnvoll. Letztere sicherlich vorrangig auch touristisch, aber hätte auch im ÖPNV durchaus Nutzen gehabt. Zusammen wäre das immer noch extrem lohnend, und ich hoffe, dass die Seilbahn dann wenigstens in der touristischen Variante zeitnah kommt. Grade der Feldberg fristet ja nur ein Schattendasein. Außer Rumwandern gibts kaum was mit dem man sich oben die Zeit vertreiben kann. In vielen anderen Ländern hätte man da eine Touristenattraktion draus gemacht, aber da wir in Deutschland sind, gibts grade mal einen meistens geschlossenen Aussichtsturm und ein paar Bierstände, die ebenfalls öfter geschlossen als auf haben. Ein absolutes Unding zudem, dass auf den Berg der sich fast 800 Meter über Frankfurt erhebt, keine Seilbahn hochführt, aber dafür umso mehr Straßen hochführen und das Gipfelplateau nichts anderes ist als ein - im Winter hoffnungslos überfüllter - Parkplatz.

    Das ist dann ein Problem des deutschen Föderalismus. So gut er eigentlich ist, seine Umsetzung in der Praxis ist teilweise extremst missraten, insbesondere wenn es ums Thema Finanzen geht. Die jüngste Föderalismusreform geht da leider auch komplett in die falsche Richtung. Der Bund stellt per Gesetz den Ländern und Kommunen noch und nöcher Aufgaben, die gar nichts mit ihren eigentlichen Zuständigkeiten zu tun haben, und kümmert sich noch nichtmal darum, dass sie auch die entsprechenden finanziellen Mittel haben. So sind dann 90% der kommunalen Haushalte aufgrund Vorgaben der übergeordneten Ebenen festgezurrt, und für ihre eigentlichen Aufgaben, darunter insbesondere ÖPNV, bleibt kein Geld mehr übrig, so dass dann zu Krücken wie dem GVFG gegriffen werden muss, was die Kommunen und Länder zu bloßen Bittstellern degradiert, die kaum noch eigenverantwortlich handeln können. Scheint aber ein typisch deutsches Problem zu sein. Die Rufe nach dem Nanny-Staat werden hierzulande ja auch eher nur noch lauter.

    Läuft in der Schweiz und den USA deutlich besser. Die mittlerweile doch recht ambitionierten Ausbaupläne für die Los Angeles Metro Rail beispielsweise werden über eine Erhöhung der lokalen Umsatzsteuer finanziert, über die man die Bürger vor Ort hat abstimmen lassen. Bundesförderungen gibts zwar teilweise auch, aber grundsätzlich sind die Kommunen dort durchaus in der Lage solche Investitionen allein zu stemmen.

    Extreme sind nie gut. Dass die in den 50/60ern propagierte autogerechte Stadt ein fataler Irrweg war, nicht nur verkehrlich sondern ganz besonders auch städtebaulich, darüber sind sich doch fast alle einig, und es gibt auch gar keine Parteien mehr die derartiges überhaupt noch fordern - noch nichtmal die Autofahrerpartei.

    Das was man derzeit eher beobachten kann, insbesondere in Großstädten (vor allem auch in Frankfurt) ist doch das genau gegensätzliche Extrem, dem Individualverkehr noch und nöcher Steine in den Weg zu legen. Grüne Wellen selbst in Fahrtrichtung außerorts werden abgeschafft ohne dass der ÖPNV dadurch auch nur minimalst beschleunigt würde, Fahrspuren oder ganze Straßen, seien sie auch noch so überlastet, werden komplett gesperrt, etc. Diese Maßnahmen verbessern häufig gar nichts, wenn überhaupt, dann sorgen sie für mehr Staus und damit natürlich auch schlechtere Luft. Zumal es ja auch keine Alternativen gibt. Die S-Bahn-Stammstrecke operiert seit Jahren am Anschlag. Mit viel Glück wird da mal irgendwann das Zugsicherungssystem umgestellt, was in der Praxis aber gerade mal für ganze zwei zusätzliche Züge pro Stunde und Richtung genutzt werden soll, das ist nichtmal ein Tropfen auf dem heißen Stein! Das U-Bahn-Netz ist voller Lücken und Langsamfahrstellen (die nicht dem Individualverkehr geschuldet sind, sondern der unzähligen Provisorien und fehlenden Tunneln), und das seine Stärken eher bei der Feinverteilung aufweisende Straßenbahnnetz für den schnellen gebündelten Transport sehr großer Verkehrsströme, definitionsgemäß gar nicht in der Lage.

    Selbst die absolut unterstützenswerte Intention P+R-Großparkhäuser am Stadtrand, an den Haupteinfahrstraßen oder noch besser direkt an den Autobahnen und mit Zugang zu Schnellbahnen im dichten Takt, zu errichten wird nicht umgesetzt. Hauptgrund auch hier vor Allem der fehlende Wille vor allem aus jener politischen Richtung, wo man den Individualverkehr am liebsten komplett abschaffen würde. Weil irgendwelche selbsternannten "Verkehrsexperten" behaupten, dass die alleinseligmachende Art von P+R die, sicher wichtigen aber eben nur für sehr wenige Nutzer attraktiven, Mini-Parkplätze in der Peripherie sind. Wo die Takte schlecht, die Fahrpreise hoch, und die Anbindung ans Hauptstraßennetz oftmals ebenfalls suboptimal sind.


    Dann kursieren aber mittlerweile trotzdem schon Kampfbegriffe wie "autofreie Innenstadt". In meinen Augen nichts als ideologisch verbohrter Nonsense. Es gibt nämlich deutlich mehr Faktoren die über die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums entscheiden, als das Vorhandensein und die Dimension des Straßenverkehrs. Funktionierende Fußgängerzonen findet man in den Altstädten, Neue Kräme oder Fressgass. Die Zeil dagegen ist eher ein abschreckendes Beispiel wie man es nicht macht. Da ist selbst der stark befahrene Ku-Dann in Berlin attraktiver. Demgegenüber haben wir zB Kaiser- oder Goethestraße, die trotz des Vorhandenseins von Individualverkehr, eine sehr hohe Aufenthaltsqualität bieten, die man mit verkehrlichen Eingriffen eigentlich nur noch verschlechtern kann.

    Wer die Steuer bezahlt ist in meinen Augen ziemlich irrelevant. Letztenendes sind es nichts anderes als Personalkosten die entstehen. Das was auf unseren Gehaltszetteln als Bruttogehalt ausgewiesen ist, interessiert doch niemanden wirklich. Den Arbeitnehmer interessiert nur was netto davon übrigbleibt, und den Arbeitgeber nur was sein Angestellter ihn insgesamt kostet, und das ist ja deutlich mehr als das Bruttogehalt. Dieser ganze bürokratische Hokuspokus mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen etc hat doch für niemanden eine wirkliche Relevanz - außer für die Steuer, und dafür könnte man auch einfach die Steuersätze anpassen, dann blieben die wirklich relevanten Zahlen auch ohne diese Bürokratie genau gleich. Wie die Erfahrung schon unzählige Male gezeigt hat, dient das im Zweifelsfall nur als Hilfsmittel um Neiddebatten gegen die ach so bösen Unternehmen und Kapitalisten führen zu können.

    So eine Steuer würde also so oder so nur Personalkosten darstellen, und zwar gehörend zu jenem schon heute unerträglich hoch ausfallenden Anteil der nicht beim Arbeitnehmer sondern im Staatssäckel landet.

    Ich hab zuletzt auf den Entwurf von Team 5 gehofft. In der ersten Phase war Team 2 noch ganz gut und bei Team 7 gab es Grund zur Hoffnung, die sind dann aber von Phase zu Phase nur weiter verschlimmbessert worden, insbesondere städtebaulich haben alle Teams außer eben Team 5 nur unglaublichen Unfug abgeliefert.

    Das Siegerteam 3 lag da für mich eher nur im Mittelfeld, was angesichts der durch die Bank weg miserablen Qualität sämtlicher Entwürfe aber bereits sehr negativ ist. Städtebaulich ziemlich schlimm. Kein anständiger Blockrand, keine halbwegs urbanen Straßen oder Plätze. Einzig Steinbach-Ost könnte halbwegs erträglich werden, was angesichts des vollkommen suburbanen Charakters dieses Viertels und der völlig sinnfrei in die Gegend geschmissenen Bauklötzer ziemlich viel über den Rest aussagt. Den absoluten Vogel in negativer Hinsicht schießt natürlich das 70er-Jahre-Ghetto-Revival namens "Neu-West-Stadt" ab. Was zur Hölle haben sich Architekten und Entscheider denn bitte dabei gedacht???

    Landschaftsplanerisch sehe ich da außer ein paar zusätzlichen Mini-Wäldchen auch keinen Unterschied zum Bestand. Andere Entwürfe haben sich für die Überbrückung der A5 deutlich besseres einfallen lassen, und an anderer Stelle zB wenigstens auch mal ein paar Wasserflächen vorgesehen, von denen Rhein-Main abgesehen von den paar Flüssen und vereinzelten winzigen Baggerseen ja nicht gerade viel zu bieten hat.

    Auch die ÖPNV-Planung war bei anderen Entwürfen besser. Die Haltestelle in Steinbach mit Umstieg zur S-Bahn sicherlich sinnvoll, aber die Linienführung mit diesen langen Geraden und dann aber verdammt engen (und damit nur langsam zu befahrenden) Kurven. Mal abgesehen davon, dass auch hier die in meinen Augen absolut unverzichtbare Anbindung der T+R-Taunusblick zwecks Errichtung eines P+R-Großparkhauses fehlt.


    Und ernsthaft so ein Riesen Aufwand, inklusive des Kleinkriegs mit den Nachbarkommunen, für gerademal 8600 Wohnungen?? Allein am Römerhof ließe sich durch Verlagerung auch der Kleingärten und Messeparkplätze (letztere packt man besser in Parkhäuser die gleichzeitig auch als Lärmschutzriegel zur Autobahn dienen können) mindestens die gleiche Zahl errichten, ohne dass man überhaupt auch nur ein Wort mit den Nachbarkommunen austauschen müsste. So lange man sich nicht traut auch westlich der A5