Beiträge von Neall

    Zwei Jahre später nähert sich der Neubau seiner Vollendung. Da es zu keinen zeitlichen Verzögerungen kam und auch der Kostenrahmen eingehalten werden konnte, wird er wie geplant ab nächstes Jahr bezogen. Für ein einfaches Verwaltungsgebäude gefällt mir, was hier entstanden ist. Die bronzenen Fenster wirken hochwertig, während sich die mächtige Backsteinfassade durch Lisenen ordentlich gegliedert und aufgelockert zeigt, vor allem die zwei zurückversetzten oberen Stockwerke mit den wellenförmigen Bändern sind echt gelungen.

    Zu bemängeln gäbe es von meiner Seite her, das der gesamte Bau doch ein bisschen arg kantig daher kommt, besonders der "Bug" zwischen den zwei Straßen wirkt dadurch wie abgeschnitten. Hier hätte ich mir eindeutig mehr Mut zu Rundungen gewünscht.

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    Wo Licht ist muss auch immer Schatten sein, in diesem Fall im wortwörtlichen Sinne. Auf einem kleineren Abschnitt des Grundstücks ist zusätzlich ein siebenstöckiges Wohngebäude umgesetzt worden, zu welchem es in qualitativer Hinsicht nicht viel zu schreiben gibt.

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    Lediglich die fensterlose Breitseite zur B28 hin ließ der Investor durch ein Wandgemälde verzieren, das sich auf Reutlingen zwischen Alb und Neckar bezieht.

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    Nachdem das Gelände jahrzehntelang aufgrund der Lage und Belastung brach lag, versteckt sich das neue Landratsamt nun doch im Schatten hinter einer Wohnbebauung.

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    Hat etwas von einem Gründerzeitler mit abgeschlagenem Putz und Wärmedämmung.

    - fehlende Symmetrie, wilder Mix von Größen und Formen

    - ungünstiges Verhältnis von Fenstern zur Fassadenfläche

    - alles in weiß gehalten ohne Auflockerung oder farblichen Abstufungen

    Stuttgarter hassen einfach ihren Marktplatz.

    Die Meldungen im BER-Thread bleiben weiterhin durchwachsen bis verhalten positiv. Zwar sind die gröbsten Kinderkrankheiten tatsächlich beseitigt, allerdings wird selbst von offizieller Seite her wenig Zuversicht gezeigt, das die ursprünglichen Ziele je erreicht werden können. Auch bei S21 ist in fünf Jahren sicher noch nichts verstummt, schon allein weil sich der Fokus dann erst so langsam auf das Rosensteinquartier verlagert, zu welchem es bislang genauso wenig positives zu hören gibt (Kostenexplosionen, geringe Ambitionen, ausbleibendes Interesse). S21 mit seinen Begleiterscheinungen wird die Stadt über weitere Jahrzehnte beschäftigen.

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    Das Alternativen zum Beton durchaus ein Thema sind zeigt sich an den Hybrid-Hochhäusern, welche als ökologischer und ressourcenschonender beworben werden. Ein Unterschied zu echten Wolkenkratzern besteht damit durchaus. Für solche hohen Gebäude gibt es (aktuell) schlichtweg keine Alternativen zu Stahl und Beton, kleinere Gebäude dagegen können tatsächlich auch mit nachhaltigeren Baustoffen errichtet werden.

    Das wäre nun überhaupt kein Thema, wenn sich die Bahn nicht derart dilettantisch verhalten und den Bahnhof vor Jahren schon fertig gebaut ans Netz gebracht hätte, Fahrradkette. Den ursprünglichen Plänen nach könnten auf dem Gelände längst die ersten Baugruben ausgehoben sein.

    Es steht ja auch keine Stilllegung, sondern eine Neuordnung des Bahnknotens im Raum. Ohne mich nun groß eingelesen zu haben, orakle ich als eigentlichen Anlass, das doch Verbindungen gekappt und auf eine Inbetriebnahme über Jahre gesetzt wird. Der Erhalt der alten Bahnanlagen ergibt allein dann einen Sinn, wenn es tatsächlich an Alternativen mangelt.

    ^ Der Münchener Hbf ist einer der am stärksten frequentierten Bahnhöfe in D., sowohl was die täglichen Zugbewegungen als auch Reisenden betrifft, Stuttgart liegt weit dahinter. International werden Verbindungen in die Schweiz und Österreich über München angeboten, der Zugverkehr von/nach Frankreich fließt vorrangig aber schon über Straßburg - Karlsruhe. Und im nationalen Fernverkehr existieren von den zwei SFS nach Mannheim und Ulm abgesehen keine weiteren nennenswerten. Durch S21 wird sich dadurch wenig ändern, mit dem Flughafenbahnhof und Querspangen wird der neue Hbf tatsächlich sogar an Bedeutung verlieren (bzw. hat bereits).

    Planungen für weitere unterirdische Bahnhöfe wie in Frankfurt oder München sind längst in den Schubladen verschwunden (bzw. werden Angesichts des Debakels um S21 sicher auch nicht wieder aufgegriffen), die Magistrale für Europa verstaubt seit Jahren und was digitalisierte Knotenbahnhöfe anbelangt hängt Deutschland im internationalen Vergleich sogar hinterher. S21 als Leuchtturm würde keinen Keller ausleuchten, vielmehr ist das Projekt schon vor Vollendung das Relikt einer Zukunft, welche nie zur Realität wurde.

    Immerhin, im Thread zum Berliner Flughafen hatten sich die ersten Nutzer letztens darüber gewundert, warum der Flughafen nach ein paar vermeintlichen Jahren bereits modernisiert werden muss. Und so ähnlich wird die Vorgeschichte zu S21 dann auch schnell vergessen sein, wenn im Bahnhof tatsächlich einmal Züge halten.

    Dumm nur das gerade dafür die NBS nach Ulm vorzeitig in Betrieb genommen worden ist, um sich auf ETCS in der Region vorbereiten zu können und nicht völlig ins kalte Wasser zu fallen. Zumal mit einem solchen Vorlaufbetrieb auch der DB als einem in halb Europa tätigen Unternehmen die Fähigkeit abgesprochen würde, überhaupt einen Bahnhof mit sechs Bahnsteigen und ein paar Zulaufstrecken im Griff zu haben.

    Eher verstehe ich nicht, warum bei fünf Zulaufgleisen aufgefächert auf 16 Bahnsteige ein Zug von der einen Seite auf die komplett andere durchgebunden werden muss. Um meine eigene Verwunderung gleich selbst ein bisschen zu relativieren, natürlich existieren Einschränkungen z.B. dahingehend, das Fernverkehrszüge nicht an jedem Bahnsteig halten können oder eben bauliche im Gleisvorfeld, welche das rangieren beeinträchtigen. Trotzdem sollte mit drei Bahnsteigen pro Zulaufgleis bzw. fünf pro Strang doch genügend Luft für mehr als einen Ablauf vorhanden sein.

    Andererseits stellt sich einem dann auch wieder die (ewig leidige...) Frage, wie zukünftig Züge von acht Zulaufgleisen an sechs Bahnsteigen bedient werden sollen, wenn die Bahn mit einem solchen Puffer schon überfordert scheint.

    Sicher. Gerade die Bahn, welche zur Elektrifizierung der Zollernalbbahn und Kulturbahn nach Horb im Sinne des Diesellokverbotes für S21 seit jeher die Position vertritt, das ein Umstieg in Tübingen problemlos machbar sei, argumentiert nun hier mit umsteigefreien Verbindungen. Das inzwischen bspw. von Tübingen nach Heilbronn eine durchgehende Verbindung existiert ist auch zu 100% den Vorgaben vom Land zu verdanken. Warum sollten solche mit Kopfbahnhöfen generell nicht möglich sein, müssten dafür in Stuttgart erst Dampfloks auf der Drehscheibe gedreht werden?

    Mit solchen Stellungsnahmen torpediert sich die Bahn bloß selbst. Kopfbahnhöfe sind zwar tatsächlich nicht mehr zeitgemäß, trotzdem ist es kein Kriterium für einen eingeschränkten Zugbetrieb.

    Beruflich bin ich letztens übrigens wieder öfters in Bayern tätig gewesen, dabei viel mir erst auf, wie unbedeutend der Stuttgarter Hbf geworden ist. Von Nürnberg her macht es mehr Sinn in Bad Cannstatt umzusteigen, von Ulm aus sowieso in Wendlingen. Wendlingen bleibt zwar eine Interimslösung, von Tübingen/Reutlingen her kommend wird zukünftig aber sicher der meiste Verkehr über den Flughafenbahnhof fließen.

    Einerseits wird S21 durch solche neuen Verbindungen entlastet, tatsächlich verliert er aber auch massiv an Bedeutung bzw. hat es bereits, bevor der Knoten überhaupt fertiggestellt ist.

    Auch heute eine Woche vor Weihnachten und bei winterlichen 6° herrschte ein reges Treiben auf der Baustelle.

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    Von Tübingen her kommend gibt sich der Neubau bislang noch recht unspektakulär, erst das Erdgeschoss steht hier.

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    An der Spitze dagegen wird bereits am dritten Stockwerk gearbeitet. Interessanterweise wirkt der Bau aus der Sicht auch kleiner, da der hintere Abschnitt etwas versetzt und damit versteckt liegt.

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    Dafür lässt sich von der Breitseite aus schon gut erahnen, wie wuchtig das Amt in ein paar Jahren diese Ecke dominieren wird.

    Das Tunnel und Wendlinger Kurve, der Flughafenbahnhof oder diverse Ein/Ausfädelungen nun so stark im Fokus liegen hängt ja gerade mit dem Umstand zusammen, das S21 in seiner ursprünglichen Planung als reiner Fernbahnhof nicht mehr zeitgemäß sein kann. Bezeichnend auch das über die Magistrale für Europa kein Wort mehr verloren wird.

    Es gehört gerade zu den positiven Aspekten, das der Bahnhof nicht schon deutlich früher gebaut worden ist, sonst hätten wir jetzt einen Rumpfbahnhof welcher zwar zwischen West und Osteuropa wunderbar eingebunden ist, den Verkehr im eigenen Ländle aber schlichtweg ignoriert. Und hinterher bei laufendem Betrieb wäre es deutlich aufwendiger gewesen, diese Ergänzungsprojekte noch zu realisieren.

    Beim Pfaffensteigtunnel wundere ich mich immer, ob ich auf einem völlig falschen Dampfer bin.

    Während für Ende 2032 die Fertigstellung angepeilt ist, kamen die ersten Überlegungen dazu ab 2020 auf, was einem Zeitraum von etwa 13 Jahren entspricht. Zum Vergleich: Für den Reutlinger Scheibengipfeltunnel vergingen 50 Jahre, beim Tübinger Schindhaubasistunnel sind 40 Jahre angepeilt- beides eher durchschnittliche Bundesstraßentunnel. Durch den "längsten Eisenbahntunnel Deutschlands" sollen dagegen nach nicht einmal eineinhalb Jahrzehnten bereits die Züge rollen? Das klingt mehr als surreal.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Das Four Frankfurt .... werden oder wurden komplett oder zum Teil mit Fertigbetonteilen gebaut.

    Zumindest beim Four ist der T3 komplett mit Ortbeton errichtet worden, auf den Seiten 14-16 sind auf den Bildern von Skyview oder Beggi deutlich die Schalungen für Stützen und Decken zu sehen. Four bleibt in der Hinsicht sowieso spezieller, da kein Turm gleich betoniert wurde (T4 = Loch statt Kern, besteht komplett aus Fertigteilen; T2 = weit vorauseilender Kern). Daran zeigt sich auch, das keine "ideale" Bauweise existiert und für die Konstruktion jedes Hochhauses unterschiedliche Faktoren gelten müssen.

    Auf absehbare Zeit wird auch der russische Luftraum noch gesperrt bleiben. Da dadurch Nonstopflüge in Richtung Asien auf denselben Routen über den Nahen Osten wie bei Verbindungen mit Zwischenlandungen ausweichen müssen, kann ich es mir gut vorstellen das hier ein Flaschenhals entstanden ist, welcher die Vergabe von solchen neuen Slots beeinflusst.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Denn wie bei der Elbphilhamronie ist man schon beim "Point of no return"

    Der erwähnte Schwabenlandtower ist leider das traurige Paradebeispiel dafür, dass ein solcher Point nicht existiert und vielmehr schon selbst kurze Unterbrechungen einem Projekt das Genick brechen können. Änderungen am Gesamtkonzept, welche sich durch einen Investorenwechsel meist zwangsläufig ergeben, müssen aufwendig genehmigt und geplant werden, was zu weiteren Verzögerungen und Kostensteigerungen führt, während die Kreditgeber sowieso bereits verunsichert sind.

    Ich bleibe zwar auch kein Freund der Stadtbahn-Krater, immerhin aber hatte man die Station der Umgebung angepasst, sprich es ist nicht die sonst übliche Schneise durchs Gelände geschlagen worden wie zuletzt beim Flughafen.

    In der Hinsicht gilt es auch die Kirche im Dorf zu lassen, solange eine einzige der Stationen betroffen ist und offenbar "bloß" Sanierungsbedarf besteht.