Zwei Jahre später nähert sich der Neubau seiner Vollendung. Da es zu keinen zeitlichen Verzögerungen kam und auch der Kostenrahmen eingehalten werden konnte, wird er wie geplant ab nächstes Jahr bezogen. Für ein einfaches Verwaltungsgebäude gefällt mir, was hier entstanden ist. Die bronzenen Fenster wirken hochwertig, während sich die mächtige Backsteinfassade durch Lisenen ordentlich gegliedert und aufgelockert zeigt, vor allem die zwei zurückversetzten oberen Stockwerke mit den wellenförmigen Bändern sind echt gelungen.
Zu bemängeln gäbe es von meiner Seite her, das der gesamte Bau doch ein bisschen arg kantig daher kommt, besonders der "Bug" zwischen den zwei Straßen wirkt dadurch wie abgeschnitten. Hier hätte ich mir eindeutig mehr Mut zu Rundungen gewünscht.


Wo Licht ist muss auch immer Schatten sein, in diesem Fall im wortwörtlichen Sinne. Auf einem kleineren Abschnitt des Grundstücks ist zusätzlich ein siebenstöckiges Wohngebäude umgesetzt worden, zu welchem es in qualitativer Hinsicht nicht viel zu schreiben gibt.

Lediglich die fensterlose Breitseite zur B28 hin ließ der Investor durch ein Wandgemälde verzieren, das sich auf Reutlingen zwischen Alb und Neckar bezieht.


Nachdem das Gelände jahrzehntelang aufgrund der Lage und Belastung brach lag, versteckt sich das neue Landratsamt nun doch im Schatten hinter einer Wohnbebauung.



